Im Land der Gorillas - Auf neuen Pfaden in Uganda

Reisebericht 209 Antworten · 17,9k Aufrufe · gestartet 13. Aug. 2024 von Beatnick
Themenstarter1'719 Beiträge · seit 201616. Aug. 2024 ·
Hallo ihr Lieben,

so toller Zuwachs, ich freu mich total! Geht nachher auch noch weiter, wir müssen ja mal Meter machen. 🙂
Guggu schrieb:Ist das ein Gedränge hier, aber ich quetsche mich auch noch dazu. Habe ich doch seit vor Corona ein Angebot von Pirani in der Schublade schlummern.
Gugguuuuuuuuuufoss!!! Wie schön! Und irre, dass du auch auf Pirani gekommen bist. 😮 Aber ihr wart noch nie dort, oder? Klasse, dass du mitfährst!
KarstenB schrieb:dies hier: "30./31.1.24: (...)
Am vorletzten Tag des Jahres ..." war mir neu 🤩 ) auf mich! Da kommt Freude auf!
😄 😄 😄 Na dann Prost Neujahr - äh, Prost Mahlzeit. Und willkommen in der Zeitmaschine. Vorwärts, rückwärts, du hast die Wahl... 😉
Enilorac65 schrieb:Hallo Betti, das tönt nach einer ganz tollen Reise, und ich möchte auch gerne mitkommen, bevor ich bald selber nach Südafrika reise. Aber ich werde nach der Rückkehr alles nachlesen.
Oh wie schön, Südafrika. Geht immer! Eine tolle Reise (wo geht's denn hin?) wünsche ich dir!
yp-travel-photography schrieb:Putzt ihr vorher die Fenster im Flieger von innen und außen?
😄 Nee, nix geputzt. Aber ich weiß schon, was du meinst. Manchmal lass ich das sich lieber, möchte dann da auch gar nicht erst drankommen an den Schmutz...
tina76 schrieb:Auch wenn Ihr den Schuhschnabel am ersten Tag (noch) nicht entdeckt habt, war es ein Genuss die Aufnahmen anzuschauen. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung und bin u.a. gespannt, wie Ihr den Murchison Falls NP erlebt hat, der mir besonders gefallen hat. Gut auf jeden Fall, dass Ihr Euch doch nicht habt abschrecken lassen!
Vielen lieben Dank, Tina! Herzlich willkommen, du kennst dich ja aus. 🙂
AnjaundStephan schrieb:da bin ich auch dabei. Wir sind im Juli gerade in Uganda gewesen. Ich habe auch noch vor einen Reisebericht zu schreiben, habe aber im Moment wenig Zeit.
Hi Anja, das Zeitproblem kommt mir bekannt vor... Aber ich freue mich, wenn du dann irgendwann dazu kommst, da bin ich auf jeden Fall sehr gespannt auf andere Erfahrungen!
BMW schrieb:.........natürlich wieder ein packender Reiseblog......wie könnte es anders sein....und mit Wahnsinns Fotos....
😊 Danke!
BMW schrieb:war einfach baff über die gestochen scharfen Bilder aus dem Flugzeug.......wie ist das möglich ???
Hm, sind Handybilder. Handy (wegen möglicher Spiegelungen) an die Scheibe drücken, nicht davon weg halten. Mehr weiß ich auch nicht...
Dandelion schrieb:gestern Abend sind wir aus Uganda zurückgekehrt und beim Blick ins Forum stolpere ich über deinen neu begonnenen Bericht. Das nenne ich mal perfektes Timing


Ha! 😮 Das ist ja echt ein Zufall. Da bin ich aber neugierig! Und freue mich.
Holger_W schrieb:Ich habe mich wirklich gefreut das ihr dann die Reise doch durchgeführt habt.
Hallo lieber Holger, da hattest du durchaus einen Anteil daran. Vielen Dank dafür!
Holger_W schrieb:Wir haben ja auch einen ugandischen Freund , Einmannunternehmen, mit dem wir im September unsere 3. Ugandareise machen. Schimpansen stehen im Focus. Ich hoffe das das Glück diesmal auf unserer Seite steht.
Ganz bestimmt, wir drücken vorsorglich noch die Daumen. 🙂
Holger_W schrieb:gesundheitlich fühle ich mich gerade so gut, wie lange nicht, toi, toi,toi!!!
Und das ist die allerbeste Nachricht überhaupt!!! Wir freuen uns sehr.

Liebe Grüße, später schaffe ich sicher noch ein Kapitel,
Betti
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770 Beiträge · seit 201716. Aug. 2024 ·
Ich habs nicht so mit dem Zitieren. Wir möchten die Namaquablüte erleben und reisen von Windhoek nach Kapstadt 🙂
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
335 Beiträge · seit 201416. Aug. 2024 ·
Hallo Betti
Natürlich bin ich auch dabei. Einen Reisebericht von dir zu verpassen geht gar nicht und natürlich auch auf die wunderbaren Aufnahmen bin ich gespannt.
Liebe Grüsse Irene
Themenstarter1'719 Beiträge · seit 201616. Aug. 2024 ·
Grosi schrieb:Natürlich bin ich auch dabei. Einen Reisebericht von dir zu verpassen geht gar nicht und natürlich auch auf die wunderbaren Aufnahmen bin ich gespannt.
Hallo liebe Irene, wunderbar und herzlich willkommen an Bord! 🙂
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zuletzt bearbeitet 16. Aug. 2024
Themenstarter1'719 Beiträge · seit 201616. Aug. 2024 ·
1.1.2024: Vogel in Not

An Neujahr frühstückten wir in Ruhe auf der Gartenterrasse und harrten der Dinge, die da vielleicht kommen würden. Um halb neun rief Peter an, er sei demnächst da, um uns abzuholen. Er hatte tatsächlich einen Anruf der Guides in Mabamba bekommen, ein Schuhschnabel sei soeben eingeflogen.

Nach meinen dilettantenhaften Berechnungen waren es von unserem Frühstückstisch bis in den Sumpf fast 90 Minuten netto. Ich fragte mich also, wie es möglich sein sollte, dass der Vogel so lange dort verharren würde. Aber ich hatte natürlich Vertrauen in die Profis und so packte ich einfach nur schnell meine Siebensachen zusammen.

Es war wieder ein grau-verhangener Morgen, und als ich am Parkplatz bei den Booten aus dem Wagen ins Gras hinunterhüpfte, stand ich plötzlich bis über beide Knöchel im Wasser. So durchnässt wie sie waren, zog ich Schuhe und Socken aus und setzte mich barfuß ins Boot, sehr kühl war es ja nicht.

Peter hatte vorgesorgt und diesmal nach einem schnelleren Boot gefragt, wir durchbrachen zwar nicht gerade die Schallmauer, waren aber immerhin doppelt so flott unterwegs wie am Vortag. Die Pied Kingfisher waren wieder treue Begleiter.

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Nach knapp 40 Minuten wechselten wir beim Sumpf in eins der kleineren Boot, das diesmal in den Händen von Ismael war, dem Vater des jungen Guides am Vortag.

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Ismael ist eine Instanz bei den Shoebill-Touren in Mabamba, genau genommen ist er sogar einer der Gründerväter. Die Dorfbewohner, die vom Fischfang leb(t)en, hatten einst Jagd gemacht auf den riesigen Storch, denn sie konkurrierten mit dem Vogel um sein Leibgericht Lungfish, der in Uganda Mamba heißt. Schließlich aber erkannten die Einheimischen nicht zuletzt den wirtschaftlichen Nutzen des Schuhschnabel und boten touristische Touren an, die eine wichtige Einnahmequelle für die Community sind - und dem Vogel wohl das Überleben sicherten.

Zielgerichtet ließ Ismael den Bootsführer eine bestimmte Stelle im Sumpf ansteuern, und dann sahen wir das große Tier einfach so in der Landschaft herumstehen. Wahnsinn, da war er also, der Schuhschnabel. Ich konnte es kaum fassen und schaute vorsorglich dreimal hin.

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Wir hielten großen Abstand, Ismael war sehr erpicht darauf. Nun wurde mir klar, weshalb wir uns nicht sonderlich hatten beeilen müssen: Hat sich der Shoebill erst einmal eine Stelle für sein Tagwerk ausgesucht, kann er stundenlang praktisch bewegungslos verharren. Nur die Lider klimperten ab und zu wie in Zeitlupe. Genau wie in der Augsburger Puppenkiste.

Wir blieben eine gute halbe Stunde, die Ismael auch dafür nutzte, seine Autorität stumm zum Ausdruck zu bringen. Fuhr eins der nachkommenden Boote für sein Gefühl zu nah an das Tier heran, rief er die Guides mit einer leisen Handbewegung zurück. Es war aber spürbar, dass sie mit den Hufen scharrten und die unsichtbare Barriere eigentlich gern überwinden wollten.

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Als wir den Schuhschnabel verließen, fuhren wir auf direktem Weg zum größeren Boot zurück. Keine Fahrt durch den Sumpf an diesem Tag, wir hatten die Tour nicht extra gebucht und mussten auch nicht dafür bezahlen, weil sie eher als Ausgleich für den Vortag zu verstehen war. Wir hatten nichts davon geahnt, freuten uns über die unverhoffte zusätzliche Gelegenheit und drückten Ismael ein dickes Trinkgeld in die Hand. Der Abschied von Mabamba fiel uns leicht, denn schon am nächsten Tag würden wir wiederkommen. Und am Ende der Reise sogar noch einmal.

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Auf dem Rückweg zum Anleger in Entebbe dösten wir ein wenig vor uns hin, so richtig spannend war die Überfahrt auf Dauer eher nicht. Thomas zeigte auf einen Egret auf einer der vielen im Wasser treibenden Pflanzen, die eingeschleppt worden sind und regelmäßig von Booten eingesammelt werden müssen, damit sie nicht den gesamten See zuwuchern. Eine echte Plage.

Meine Augen blieben allerdings eher an einer Bewegung auf einem Pflanzen-Inselchen direkt (von uns aus) links daneben hängen. Dort bewegte sich etwas in relativ regelmäßigen Abständen auf und ab und mir schwante nichts Gutes. Ich machte Peter darauf aufmerksam, wir steuerten dorthin und sahen schnell, es war ein Vogel in größter Not.

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Wir hielten neben dem Graureiher, der sich verzweifelt aus etwas zu befreien versuchte, und Peter und der Bootsführer hievten den Vogel ins Boot. Unglaublich, wie groß so ein Reiher aus nächster Nähe ist - wenn auch in jämmerlicher Verfassung. Das arme Tier hatte sich nicht nur hoffnungslos in einer ganzen Reihe von Angelschnüren verstrickt, die wir nun vorsichtig mit Peters Messer lösten, sondern auch noch einen Fisch samt Haken verschluckt, der sich durch seine Zunge und seinen Schlund gebohrt hatte. Ein schrecklicher Anblick, und während sich meine Gedanken noch jagten, löste Peter gemeinsam mit dem Bootsführer in einer komplizierten OP den Haken heraus.

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Dann reichte er mir das Messer und ich fischte das verhängnisvolle und von Schnüren umwickelte Grünzeug aus dem See. Ich wunderte mich, wie schwer das war und sah gleich darauf, warum: Ich hob nicht nur die wenigen Pflanzen an, sondern auch hunderte Meter von Nylonschnur mitsamt an Haken befestigten glitzernden Fischen, kreuz und quer durch den See gespannt. Alles Lockmittel, um größere Fische zu fangen, tatsächlich aber hatte der Vogel nach einem der Köder geschnappt und damit sein Schicksal fast besiegelt.

Ich blickte einmal kurz zu Peter und kappte dann die Leinen, die mitsamt den Ködern langsam auf den Grund sanken. Irgendein Fischer würde sich in den nächsten Tagen maßlos ärgern, aber wir konnten das Wirrwarr an Pflanzen und Schnüren so nicht lassen, eine tödliche Falle für die vielen Seevögel am Lake Victoria.

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Der Reiher war komplett durchweicht und geschwächt, hatte vielleicht schon tagelang einen aussichtslosen Kampf gegen einen unüberwindlichen Feind geführt. Er blutete am Schnabel und am Hals, konnte aber stehen. Immerhin war nichts gebrochen, kein Bein und kein Flügel, und als die Männer ihn losließen, huschte er panisch erst unter unserer Sitzbank hindurch zum anderen Ende des Bootes und schaffte es dann mit einem wackeligen Sprung auf die Reling.

Von dort beäugte er uns skeptisch und wich so weit wie möglich vor uns davon, startete aber keinen Flugversuch. Es hätte auch nicht geklappt. Die Menschen am Ufer staunten nicht schlecht, als wir mit dem Graureiher als Galionsfigur auf den Strand zu- und dann daraufsausten.

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Der Vogel versuchte von Bord zu fliegen, landete aber auf der Nase, er rappelte sich auf und suchte Schutz hinter den parkenden Autos. Mich nahm das alles ziemlich mit und wir rätselten, ob das Tier mit dem malträtierten Hals wohl eine Überlebenschance hätte. Wir ließen einen Fisch zurück und hofften das Beste, Peter war einigermaßen zuversichtlich.

Gedankenverloren fuhren wir zurück zur Unterkunft, wo wir den Nachmittag wieder in Ruhe am Pool verbrachten. Mein Bedarf an Aufregung war gedeckt. Wie schon am Vortag setzte sich mittags die Sonne durch.

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Black-headed Gonolek
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Ein junges Paar war angekommen, sie waren schon am Ende ihrer Reise und erzählten begeistert vom Gorillatrekking. Die netten Gespräche brachten uns auf andere Gedanken, doch ich fand schlecht in den Schlaf - und war damit nicht alleine, wie sich am nächsten Tag herausstellen sollte.
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 17. Aug. 2024
383 Beiträge · seit 201316. Aug. 2024 ·
Das, was ihr mit dem Reiher erlebt habt, haben wir am Kazinga Kanal gesehen. Ein Pelikan aus dessen Schnabel die Nylonschnur schaute und auch um die Füße hatte er Schnüre. Leider konnten wir ihm nicht helfen.
Wir hatten bei unseren zwei Mabamba Sumpftouren jeweils einen Schuhschnabel finden können. Trotz zwei Stunden Wartens, hat er kein Lungenfisch erjagen können.
Wie immer von Dir, Klasse geschrieben, als wäre man mit dabei.

Holger
2019 Südafrika Klaserie - Timbavati - Sabi Sands 2018 Brasilien Rio de Janeiro - Foz do Iguacu - Pantanal - südliches Amazonasgebiet 2017 Kanada BC 2016 Sambia & Malawi 2015 Süden Tansanias Reisebericht: Mit der Cessna durch den wilden Süden Tansanias 2014 Kenia & Norden Tansanias 2013 Uganda/Ruanda 2012 Botswana
2'852 Beiträge · seit 201117. Aug. 2024 ·
Moin Betti,
hat bei mir etwas gedauert …. Nun habe ich Deinen Bericht erspäht, freue mich auf Deine Schilderungen und auf die tollen Fotos!
Ich frage mich bei Deinen Eyecatcher-Fotos vom Beginn, was mich mehr fasziniert:
das knuffige Äffchen, der Silberrücken oder dieser behäbige, plump-schöne Schuhschnabel.
Vielen Dank für die Mitnahme und liebe Grüße - auch an Thomas-
Christina
1'545 Beiträge · seit 201317. Aug. 2024 ·
Hallo Betti,
Hat sich der Shoebill erst einmal eine Stelle für sein Tagwerk ausgesucht, kann er stundenlang praktisch bewegungslos verharren. Nur die Lider klimperten ab und zu wie in Zeitlupe. Genau wie in der Augsburger Puppenkiste.
Also jetzt kann ich mir den Schuhschnabel so richtig gut vorstellen, und ein wenig hat er ja auch Ähnlichkeit mit dem Urmeli 😎
Herzliche Grüße
Beate
Reiseberichte: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299353-patagonien-2020-zwischen-anden-pampa-und-eis.html Das schönste Ende der Welt-Südafrika März 2017 https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/292402-das-schoenste-ende-der-welt-suedafrika-maerz-2017.html Südafrika 2018-Ohne Braai gibt es keine Katzen https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/296432-suedafrika-2018-ohne-braai-gibt-es-keine-katzen.html
548 Beiträge · seit 201717. Aug. 2024 ·
Hallo Betti,
wie schön, dass ihr den Schuhschnabel im 2. Versuch doch noch finden konntet.
Es stimmt, er steht gefühlte Ewigkeiten wie zur Salzsäule erstarrt da, aber wehe, wenn er sich dann doch rührt. Pfeilschnell schießt der Kopf ins Wasser, der Beobachter weiß gar nicht recht wie ihm geschieht 🤩 So ist es uns ergangen und natürlich war ich auf Action seitens des Vogels überhaupt nicht vorbereitet und dementsprechend ist mir kein einziges Foto gelungen 😗
Manchmal werden solch außergewöhnliche Augenblicke einfach im Kopf abgespeichert.

Liebe Grüße
Kordula 🙂
6'152 Beiträge · seit 200617. Aug. 2024 ·
hallo Betti,
na da hab ich ja noch grad euren spannenden Bericht entdeckt und wie immer prickelnd , informativ und voller Überraschungen gespikt mit fantastischen Bildern - da steh ich auch gerne mal 😉 wenn schon so voll ist . Danke schon mal fürs mitteilen. Ein sonniges Wochenende wünscht die Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
1'558 Beiträge · seit 201117. Aug. 2024 ·
Hallo Betti,
der Bericht kommt gerade rechtzeitig! Und beginnt schon vielversprechend 😘
Wir fliegen am 3. Oktober erneut nach Uganda, ich hoffe, dass alles klappen wird. 😉
Wir fahren alleine ohne Guide, nun bin ich gespannt, was es bei dir noch zu erleben gibt und was ich eventuell noch in unsere Tour einbauen kann.

Liebe Grüße
Biggi
Meine Reiseberichte
3'386 Beiträge · seit 200918. Aug. 2024 ·
Servus liebe Betti,

zwar hab ich die Abfahrt verpasst, aber ich springe jetzt einfach mal hinterher in der Hoffnung, dass Du noch einen Platz für den bayern schorsch frei hast.
Dein Bericht ist wie immer abonniert und ich freue mich auf mehr!

Herzliche Grüße von Süd nach Nord, 🙂
der bayern schorsch
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
zuletzt bearbeitet 18. Aug. 2024
Themenstarter1'719 Beiträge · seit 201619. Aug. 2024 ·
Guten Abend ihr Lieben,

erst einmal 1000 Dank fürs Mitfahren, Danke drücken, euer Interesse und natürlich ein herzliches Willkommen den Zugestiegenen!
Holger_W schrieb:Das, was ihr mit dem Reiher erlebt habt, haben wir am Kazinga Kanal gesehen. Ein Pelikan aus dessen Schnabel die Nylonschnur schaute und auch um die Füße hatte er Schnüre.
🙁 Oje Holger, das tut einem ja wirklich in der Seele weh, vor allem, wenn man nichts unternehmen kann. Haben wir auch schon erlebt, an der Ostsee zum Beispiel.
Strelitzie schrieb:hat bei mir etwas gedauert ….
😄 😄 😄 Welcome dear und liebe Grüße zurück!
Old Women schrieb:Also jetzt kann ich mir den Schuhschnabel so richtig gut vorstellen, und ein wenig hat er ja auch Ähnlichkeit mit dem Urmeli
🙂 Schusch heißt er in der Augsburger Puppenkiste, aber stimmt, Urmeli hat auch Ähnlichkeit.
Dandelion schrieb:Es stimmt, er steht gefühlte Ewigkeiten wie zur Salzsäule erstarrt da, aber wehe, wenn er sich dann doch rührt. Pfeilschnell schießt der Kopf ins Wasser, der Beobachter weiß gar nicht recht wie ihm geschieht
Sehr gut beschrieben! Später haben wir das auch noch erlebt und waren ganz baff, wie schnell der Vogel dann doch sein kann.
Hanne schrieb:na da hab ich ja noch grad euren spannenden Bericht entdeckt und wie immer prickelnd , informativ und voller Überraschungen gespikt mit fantastischen Bildern - da steh ich auch gerne mal
Musst du nicht, liebe Hanne! Immer nur zwischendurch, wenn du oben aus dem Dach rausguckst. 😎
tiggi schrieb:Wir fliegen am 3. Oktober erneut nach Uganda, ich hoffe, dass alles klappen wird. 😉
Wir fahren alleine ohne Guide, nun bin ich gespannt, was es bei dir noch zu erleben gibt und was ich eventuell noch in unsere Tour einbauen kann.
Oh super Biggi, will mit... Ihr kennt das Land ja schon ganz gut, aber vielleicht ist ja noch ein neuer Tipp für euch dabei.
bayern schorsch schrieb:zwar hab ich die Abfahrt verpasst, aber ich springe jetzt einfach mal hinterher in der Hoffnung, dass Du noch einen Platz für den bayern schorsch frei hast.
Aber immer doch! Immer rein in die gute Stube.
marimari schrieb:begleite Euch auch gerne durch Uganda.
Sehr fein Mari! Ich freu' mich.

Euch einen schönen Abend, heute oder morgen geht es weiter.
LG, Betti
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Themenstarter1'719 Beiträge · seit 201619. Aug. 2024 ·
2.1.24: Nordwärts

Am Morgen packten wir unsere Habseligkeiten ins Auto und verließen das Boma Guesthouse, in dem wir uns drei Tage sehr wohl gefühlt hatten. Fast alle Gäste waren nur eine Nacht geblieben, entweder am Anfang oder am Ende ihrer Reise, aber uns wurde die Zeit nie lang. Man kann es dort zum An- und Runterkommen sehr gut aushalten.

Zum dritten Mal ging es für uns nun schon in den Mabamba Swamp, und ich hätte diese Tour auch noch 100 Mal machen können, ohne dass sie mir langweilig geworden wäre. Immer gab es etwas Neues zu sehen, andere Situationen, ähnlich wie bei den Bootstouren in Botswana, die wir so liebten. Diesmal schien auch schon am Morgen die Sonne und es wurde schnell sehr warm.

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Am Parkplatz bei den Booten erkundigte sich Peter nach dem Reiher, er hatte ähnlich wie wir noch viel über die Situation nachgedacht, schlecht geschlafen und auch mit seiner Frau und seinen Kindern darüber gesprochen. Der Vogel war am Nachmittag noch gesehen worden, wie er über das Gelände stakste, am Abend dann nicht mehr. Ich hoffte, dass er das Weite gesucht hatte, als sein Gefieder endlich getrocknet war und dass er trotz seiner Wunden überleben konnte.

Peter nahm ähnlich wie wir großen Anteil am Schicksal dieses Vogels, vor allem aber der ewige Mensch-Tier-Konflikt und die Frage nach möglichen Lösungen beschäftigten ihn. Natürlich hatte er so eine Situation nicht zum ersten Mal erlebt. Wir sprachen noch den ganzen Tag immer wieder darüber, das Los der Fischer, die mühsam ihre Familien ernähren mussten. Den möglichen Zwiespalt des Bootsführers, der vielleicht sogar mit dem Fischer verwandt war. Und den Erhalt des riesigen Ökosystems Victoria Lake.

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Peter hatte Thomas am Vortag gebeten, die Ereignisse mit Fotos zu dokumentieren, und außerdem einige "Beweismittel" wie das Kuddelmuddel aus Leinen und Haken eingesammelt. Er wird sicher an den entsprechenden Stellen versucht haben, auf die Probleme aufmerksam zu machen, denn so haben wir ihn kennengelernt: engagiert, lösungsorientiert und klug.

Vielleicht an dieser Stelle einige Worte zu unserem Guide: Peter hat an der Uni in Kampala Soziologie studiert und später auch dort gelehrt, dann für eine Bank gearbeitet und schließlich festgestellt: Er muss raus in die Natur, die er liebt, und weg vom Schreibtisch. Seit zehn Jahren arbeitet er nun als Guide, ist hervorragend in seinem Job als Naturführer, aber auch weit darüber hinaus. Kein Tag, an dem wir nicht etwas über die Menschen in Uganda gelernt haben, ihren Alltag, ihre Kultur, ihre Sorgen, aber auch ihr sonniges Gemüt.

Wir erörterten den Ursprung des uns so verhassten Gesetzes gegen Homosexualität, das Thema Sicherheit und die politische Lage. Ob nach Langzeit-Präsident Yoweri Museveni bessere Zeiten kommen, beschäftigt viele Menschen in Uganda. Vor allem die Jüngeren, mit den wir gesprochen haben, wünschen sich einen grundlegenden Wechsel.

Durch das gemeinsame Erlebnis mit dem Vogel war Peter wahrscheinlich frühzeitig klar: Wir wollten das ungeschminkte Uganda, keine Seifenblasen, keine Rundum-Sorglos-Ferien. Kurzum: Wir redeten Tacheles. Er war für uns ein Sechser im Lotto.

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Am Mabamba Swamp angekommen wurden wir schon wie alte Bekannte begrüßt, da seid ihr ja wieder, und kletterten wie am Vortag zu Ismael ins Boot. Das kam uns sehr gelegen, denn wir mochten seine besonnene Art.

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Langsam cruisten wir durch die schmalen Kanäle und genossen es, bei schönem Wetter und mit Zeit auch die vielen anderen Vögel beobachten zu können.

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Die meisten sind sehr scheu, und so blieben wir einfach stehen, bis sie nach und nach zu uns kamen. Die Jacanas ignorierten uns nach einer Weile komplett.

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Die schwimmenden Sümpfe sind wunderschön mit ihrer dichten Vegetation und den vielen blühenden Seerosen. Überall zwitscherte es im Schilf und zwischen den Farnen. Oft bekam man die Verursacher gar nicht erst zu Gesicht, aber wir sogen die friedliche Stimmung in uns auf.

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Blue-breasted Bee-eater
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Schließlich führte uns Ismael zu einem weiteren Schuhschnabel. Es war diesmal schwierig, im Schilf eine geeignete Position zu finden, ohne den scheuen Vogel zu stören, und so blieben wir ziemlich auf Distanz.

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Der Shoebill hatte es ein wenig besser als wir. Während wir im Boot in der heißen Sonne vor uns hinbrutzelten, tauchte er immer wieder mit dem Bauch ins Wasser.

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Außerdem sperrte er zur Kühlung den Schnabel auf, was aussah, als ob er lachte.

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Er ist schon ein ziemliches Unikum, dieser Schuhschnabel.

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Als eine Gruppe mit mehreren Booten anrückte, stehend und die Handys gezückt, flog der Vogel schließlich davon. Wir machten uns auf den Rückweg, ich ärgerte mich über diese Rücksichtslosigkeit dem Tier gegenüber. Wieder hatten wir viel mit Peter zu besprechen.

Trotzdem war es ein sehr schöner Morgen gewesen. Zurück beim Auto begannen wir unsere Rundreise und verließen erstmals Kampala und Entebbe. Wir kamen gut aus dem Verkehrschaos der Hauptstadt heraus und fuhren auf sehr guten Teerstraßen nach Nordenwesten.

Ich hatte mir Uganda immer relativ menschenleer vorgestellt, doch das Gegenteil ist der Fall. Hatte mich der Garten des Boma mit seinem üppigen Grün noch gedanklich nach Costa Rica versetzt, erinnerten mich die Szenen entlang der Straße nun eher an Indien. Was auch zu einem guten Teil an den vielen Häusern lag, die einst Inder gebaut hatten, bevor sie Idi Amin vor über 50 Jahren aus dem Land vertrieb.

Die Inder hinterließen als Erbe zudem unter anderem den von mir heißgeliebten Tee, der in Uganda "African Tea" heißt, tatsächlich aber indischer "Masala Chai" ist - Gewürztee. Ich trank ihn täglich fast schon literweise.

Viele Menschen, viel Handwerk, viele Märkte und Straßenstände, wir kauften kleine rötliche Bananen und Ananas, beides zuckersüß und wahrscheinlich das beste Obst meines Lebens. Schon im Boma hatten uns die phänomenalen Avocados imponiert.

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Wir waren schon eine ganze Weile unterwegs, da fiel uns der rege Flugverkehr rund um einige Bäume direkt an der Straße auf. Unten gingen die Menschen ungerührt ihrem Alltag nach, aber oben zwischen den Ästen der riesigen Nadelbäume brütete eine große Pelikankolonie.

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Peter kannte diese Stelle von seinen bisherigen Touren nicht und wir kletterten alle drei begeistert aus dem Wagen. Das Geschnatter der Vögel war ebenso eindrucksvoll wie ihr Erscheinungsbild. Besonders ihre auffälligen Frisuren hatten es mir angetan.

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Immer wieder flogen die riesigen Vögel in nicht allzu großer Höhe über uns hinweg und ich verrenkte mir fast den Hals, um ihnen bei ihren Manövern zuzusehen.

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Wir blieben eine ganze Weile und konnten uns mal wieder nicht trennen. Peter ließ uns die Zeit, Pläne hatten wir für diesen Tag nicht mehr.

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Später kamen wie am Ziwa Rhino Sanctuary vorbei, auf dessen Besuch wir verzichtet hatten. Es ist fraglos interessant und seine Existenz immens wichtig, aber wir hatten das Glück schon einige Rhinos in freier Wildbahn zu sehen. Daher hatten wir uns gegen diesen möglichen Übernachtungsstopp und für andere Aktivitäten entschieden.

Unser Ziel war an diesem Abend das Masindi Hotel im gleichnamigen Ort nur 30 Kilometer vom Budongo Forest entfernt, unserer Station am nächsten Morgen. Das Hotel von 1923 ist das älteste in Uganda und beherbergte schon Humphrey Bogart, Katharine Hepburn und Ernest Hemingway, und so heißt die kleine Hotel-Bar auch fast schon zwangsläufig Hemingway-Bar - wie so viele andere in der Welt.

Das klingt alles in allem erst einmal glanzvoller als es ist, der Bau ist in die Jahre gekommen, zuletzt wurde allerdings einiges renoviert, zum Beispiel die Lobby. Die Zimmer sind schlicht, aber sauber und vermitteln sehr gut einen Eindruck, was reisen und Luxus einmal bedeutet haben, als eben vor allem das Reisen selbst der Luxus gewesen war.

Wir aßen lecker im Innenhof, unterhielten uns mit Expats aus den USA, die im Ort lebten und zum Essen gekommen waren, und gingen dann früh ins Bett. Schon um 5 Uhr war die Nacht wieder vorbei.
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 19. Aug. 2024
5'057 Beiträge · seit 201420. Aug. 2024 ·
Zum dritten Mal ging es für uns nun schon in den Mabamba Swamp, und ich hätte diese Tour auch noch 100 Mal machen können, ohne dass sie mir langweilig geworden wäre.
Hallo ihr Zwei,

das kann ich gut verstehen, die Bootsfahrt dort war für mich damals auch eines der Highlights!

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Euer lachender Schuhschnabel ist der Hammer!

Vielen Dank fürs Zeigen!

Liebe Grüße
Konni
Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html https://www.tickerfactory.com/ezt/d/4;10402;80/st/20261020/e/Namibia+%26+KTP+2026/dt/6/k/0145/event.png
Themenstarter1'719 Beiträge · seit 201621. Aug. 2024 ·
3.1.24: Schimpansen und ein Wasserfall

Noch vor sechs Uhr bekamen wir ein kleines Frühstück. Das war sehr nett, denn das war deutlich vor der regulären Zeit und ohnehin gab es nur wenige andere Gäste im Masindi Hotel. Dann packten wir unsere Taschen ins Auto und fuhren weiter zum Budongo Forest.

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Wir wussten nicht, wie das Trekking dort ablaufen würde, aber wir wurden einem Guide zugeteilt und gingen dann zu Dritt los. Das gefiel uns gut, denn wir hatten eher mit einer Gruppe gerechnet. Peter blieb bei der Forststation, bei der generell erfreulich wenig Andrang war.

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Wie bei den Gorillas hatten sich zuvor schon Tracker auf den Weg gemacht, um nach den Tieren zu suchen. Sie vermelden dann den ungefähren Standort, der sich jedoch ändern kann, denn die Schimpansen bewegen sich natürlich durch ihr Revier. Wir wussten also weder, ob wir überhaupt eine Gruppe finden würden (wobei die Chancen soweit ich weiß sehr gut stehen) und wenn ja, wie weit sie entfernt sein und was sie gerade machen würden.

Der Guide war sehr nett und machte uns unterwegs auch auf Vögel aufmerksam, der Wald ist bekannt dafür. Wir hörten sie aber eher als dass wir sie sahen. Imposant sind die vielen hohen Bäume in Ostafrikas größtem Mahagoni-Wald.

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Insgesamt legte er ein ganz schönes Tempo vor, wir kamen gut mit, aber ich fragte mich, wie lange. Es war ein klar erkennbarer und guter Pfade, auf dem wir liefen, der Guide mahnte uns, nicht in die Ameisenstraßen zu treten, die immer wieder unseren Weg kreuzten.

Wir achteten sehr darauf, trugen sogar die eigens mitgebrachten Gamaschen. Trotzdem schaffte es irgendwann eine der Safari-Ants - die so heißen, weil sie sich an einem beweglichen Objekt festklammern und ihre Population dadurch weiter verteilen und vergrößern - bis hoch unter meine dünne Jacke und mein T-Shirt. Als sie sich in meinen Rücken einklinkte, durchfuhr mich ein heftiger Schmerz.

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Thomas hatte die ehrenvolle Aufgabe, mich von dem Plagegeist zu befreien, das sich beharrlich an mir festhielt, der Guide fegte noch einige Exemplare von meinen Schuhen. Kaum war das Insekt beseitigt, blieb nichts davon zurück. Ich achtete aber noch mehr auf meine Schritte als ohnehin schon.

Irgendwann war das allerdings nicht mehr möglich. Wir hatten nach einer guten halben Stunde Fußmarsch in der Ferne ein fremd klingendes lautes Kreischen und Rufen gehört - die Schimpansen. Der Guide legte noch einen Zahn zu uns führte uns etwa 20 Minuten später mitten ins Unterholz. Was da kreuchte und fleuchte, konnte ich nun beim besten Willen nicht mehr erkennen. Egal. Wir waren da.

Sagte der Guide und blieb stehen. Ich schaute mich um und sah - nichts. Plötzlich aber fand ich mich inmitten eines ohrenbetäubenden Kreischkonzerts wieder, das jeden Groupie vor Neid erblassen ließe. Es klang erschreckend und faszinierend zugleich. Der Lärmpegel war imposant, und nun entdeckte ich auch nach und nach die Verursacher, die sich einfach nur miteinander unterhalten hatten. Schimpansen-Talk. Kaum waren die Neuigkeiten ausgetauscht, herrschte wieder Ruhe im Wald.

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Wir suchten uns einen Weg durchs Dickicht, das war gar nicht so leicht, manchmal ging es nicht mehr voran und wir steckten regelrecht fest. Also wieder alles retour. Was die Affen sich wohl dachten, wie sie uns da so unbeholfen durch ihr Refugium stolpern sahen? Diese armen Menschen ...

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Mir machte es allerdings einen Riesenspaß und erst Recht, als wir schließlich tatsächlich einige Schimpansen gut und aus der Nähe beobachten konnten. Die einen hatten sich auf der Flucht vor der zunehmenden Hitze auf den kühlenden Boden gehockt, ...

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... andere suchten sich in den unteren Etagen eine gemütliche Astgabel für ein Nickerchen oder die intensive Fellpflege.

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Hoch im Kurs stand auch ein Baum mit wilden Feigen, in dem sich einer der Schimpansen eine Frucht nach der anderen genussvoll einverleibte.

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Kunstvoll und ohne Zuhilfenahme der Hände balancierte er sie so lange auf der Unterlippe, bis der Kern rundherum fein säuberlich abgeknabbert war. Dann spie er ihn achtlos nach unten, von wo aus wir die Aufführung mit gebührendem Respekt bewunderten.

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Kurz darauf konnte ich gerade noch zur Seite springen, als auch noch andere Dinge auf uns hinab prasselten - ziemlich naiv dachte ich zunächst, es würde regnen... 😣

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Wir blieben etwa eine Stunde, dann machten wir uns auf den Rückweg. Gut zweieinhalb Stunden nach unserem Aufbruch waren wir zurück bei Peter, der sich mit uns über die Schimpansen freute, und fuhren weiter zu den Murchison Falls, die als einer der mächtigsten Wasserfälle der Welt gelten.

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Wir stoppten am Aussichtspunkt "Top of the Falls", wo der Nil durch eine sieben Meter breite Lücke gepresst wird und dann mit irrem Getöse 45 Meter in die Tiefe stürzt.

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Rock Pratincoles an den Fällen
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Je nach Position wurden wir ordentlich nass, doch es war ein heißer Tage und die unfreiwillige Dusche willkommen.

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Wir picknickten im Schatten eines großen Baumes, Peter zerteilte eine der herrlich-süßen Ananas und erzählte von den Häuptlingen Ugandas, von denen einige noch heute großen Einfluss aufs Volk haben - wenn auch keine politische Macht.

Blick über den Nil - am nächsten Tag würden wir uns den Fällen von dort unten vom Wasser aus nähern.
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Am Nachmittag erreichten wir die Murchison River Lodge unweit des Eingangs zum Murchison Falls Nationalpark, unsere Heimat für die nächsten drei Nächte. Peter hatte es richtig vorhergesagt, hier oben war es viel wärmer und sonniger als in der Gegend rund um Kampala.

Wir mochten unser Safarizelt mit dem rustikalen Außenbad, am besten gefiel uns aber der Bar- und Restaurantbereich direkt oberhalb des Nils mit dem tollen Ausblick auf den Fluss und den Park - mein absoluter Lieblingsplatz innerhalb des Camps in den nächsten Tagen.

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Später sammelte uns Peter zu einem ersten kurzen Trip in den Nationalpark ein, auffällig waren die vielen Kontrollposten und Militärs auf den Straßen rund um den Park. Mich störte das nicht, ganz im Gegenteil, bislang hatte ich mich immer sicher gefühlt und das blieb auch in Murchison Falls so.

Die Sonne war nun leider verschwunden, das Licht schlecht geworden, für einen ersten Eindruck reichte es. Wir überquerten den Nil über eine riesige, offenbar recht neue Brücke und fuhren dann eine große, makellose Asphaltstraße entlang.

Piapiacs, quasi die Oxpecker von Murchison Falls, eskortieren einen Elefanten
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Unser erster Uganda-Kob
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Mir kam das etwas komisch vor, Safari auf einer gefühlten Autobahn mitten im Nationalpark, wenn auch kaum befahren. Die Aufklärung folgte am nächsten Tag - und dann aber auch mehr Wildnisgefühl.
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 31. Aug. 2024
383 Beiträge · seit 201321. Aug. 2024 ·
Klasse Schimpansenfotos um die ich euch echt beneide.
Die Brücke ist tatsächlich neu, 2013 mussten wir noch mit der Fähre übersetzen.
Danke für die schöne Abendunterhaltung,

Holger
2019 Südafrika Klaserie - Timbavati - Sabi Sands 2018 Brasilien Rio de Janeiro - Foz do Iguacu - Pantanal - südliches Amazonasgebiet 2017 Kanada BC 2016 Sambia & Malawi 2015 Süden Tansanias Reisebericht: Mit der Cessna durch den wilden Süden Tansanias 2014 Kenia & Norden Tansanias 2013 Uganda/Ruanda 2012 Botswana
770 Beiträge · seit 201721. Aug. 2024 ·
Wow, das war bestimmt ein unvergessliches Erlebnis mit den Schimpansen.
Überhaupt gefällt mir eure Reise sehr.
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
898 Beiträge · seit 201722. Aug. 2024 ·
Mit Begeisterung bin ich auf eurer Reise dabei. So eine Reise wäre für uns nie in Frage gekommen, da bin ich viel zu ängstlich. Bei so einem Walk durch den Wald wäre meine gesamte Aufmerksamkeit auf Schlangen gerichtet ..... Die Schimpansen-Fotos sind bombastisch !

Mittlerweile bin ich zu alt dafür und freue mich um so mehr über die tollen Berichte von anderen. Ich bin schon richtig gespannt auf die weiteren Erlebnisse....
Liebe Grüße Makra
zuletzt bearbeitet 22. Aug. 2024