Champagner8'672 Beiträge · seit 201020. Sept. 2019 · #81
Uijuijui Peter, das weiß man ja nicht, wo man anfangen soll 🤩 .
Die braune Hyäne ist natürlich der Knaller! Wir waren ja auch grob in der Gegend und hätten einige unserer Palmwag-Sternschnuppen für eine solche Sichtung eingelöst - aber es hat nicht sollen sein.
Auch auf das Chamäleon haben wir vergeblich gewartet, auch wenn wir oft von ihm geredet haben 🙁 . Ach ja, und am selben Aussichtspunkt sind wir auch gestanden 😄 !
Dann generell diese Eindrücke von der Skelettküste 🤩 - sie verfestigen die Vermutung, dass ich dort nicht das letzte Mal war.... 😗
Ganz besonders gefällt mir dieses Foto:
Vielen Dank für die vielen tollen Eindrücke - ich kann mir in etwa vorstellen, wie viel Arbeit es macht, aus deinen vermutlich unzähligen tollen Bildern eine Auswahl zu treffen (und diese noch zu bearbeiten und hochzuladen).
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201920. Sept. 2019 · #82
Einen wunderschönen guten Abend in die Afrika-Runde! @ Margrit, Friederike und Bele: Ich hoffe, Ihr seid mir nicht böse, dass ich eine gemeinsame Antwort verfasse - aber die Antwort, die ich schreiben möchte, trifft auf alle drei gleichermaßen zu... Ich habe mir im Vorfeld lange überlegt, ob ich einen Reisebericht schreiben soll - aus mehreren Gründen, einer ist natürlich, dass es viel Arbeit bedeutet, wie Bele das auch schreibt, die Bilder müssen bearbeitet werden - allein der Tatsache geschuldet, dass ich im RAW-Format fotografiere... dann sind da natürlich irgendwelche Schmutzflecken usw.usw. Ich habe in den letzten Jahren immer die Reiseberichte von euch eingesaugt, sie haben mir unheimlich viel know-how, Insiderwissen gegeben - von euch, die ihr auch solche Berichte verfasst habt, die ihr auch Arbeit und Zeit auf euch genommen habt, um die Eindrücke zu teilen. Ich habe viele von euch "kennengelernt" - natürlich nur über die Fotos, die ich bestaunt habe, wo ich aber viel daraus gelernt habe... Ich habe Namibia vielfach bereist - aber wenn ich heute an einen Ort komme, dann denke ich oft an ein Foto, das ich im Forum gesehen habe (oft fällt mir dann sogar der Name der Person ein, die es fotografiert hat) und ich überlege, aus welchem Winkel, aus welcher Perspektive es aufgenommen wurde - so lernt man ständig dazu... Diese Reise hat wirklich sch..... begonnen - sie wurde aber zu einer Reise, die ich vielleicht so nie wieder erleben werde - Tiersichtungen, die nicht alltäglich sind, die man vielleicht einmal in seinem Leben hat... jeder von uns weiß, wie viel Glück da auch dabei ist... Jetzt habe ich mich dazu entschieden (vielleicht ist es das falsche Wort??) etwas an die Community hier, die so Afrika-verrückt im positivsten Sinn des Wortes ist, "zurückzugeben" - meine/unsere Erlebnisse dieser Reise (die uns ohnehin niemand nehmen kann) mit euch zu teilen. Ich freue mich, wenn ihr weiter an unseren Erlebnissen teilhabt und ihr dabei an die tollen Erlebnisse denkt, die wir alle im südlichen Afrika hatten und hoffentlich noch haben werden... Ich wünsche euch ein gutes, erholsames Wochenende - bald geht's weiter Peter
tigris766 Beiträge · seit 200722. Sept. 2019 · #83
Mann, mann, mann , Peter! 🤩
Für Deinen Bericht, insbesondere die letzte Etappe, kann ich meine Begeistung gar nicht richtig in Worte fassen. Meine Vor-Kommentator*innen habe das dafür sehr gut beschrieben. Auch wenn mir die echt starken Flamingo-Aufnahmen und Schakal-Fotos irre gut gefallen.... diese Schönheit ist mein Favorit!! 😘
Das muss ein Wahnsinnsgefühl sein, diesem sonst so scheuen Tier so nahe gegenüber zu stehen. 🤪
Ich freue mich auf die nächsten Etappen, denn nicht nur Deine Fotos begeistern - auch Deine Art zu berichten mag ich sehr gerne.
Einen schönen Sonntag wünscht Dir die Simone
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201922. Sept. 2019 · #84
Tag 7 – 15. Juli 2019
Wie die Zeit vergeht – wir sind nun bereits eine Woche in Namibia unterwegs und um viele großartige Eindrücke reicher. Inzwischen haben wir die Pannen der Anreise und den schleppenden Koffertransport fast völlig überwunden, wir blicken frohen Mutes nach vorne und sind bereit zu neuen Daten – das heißt: Wir sind bereit für Etosha.
Es ist einige Jährchen her, dass ich letztmals mehrere Nächte in diesem Nationalpark verbracht habe. Rein gefühlsmäßig bevorzuge ich den KTP – auch aufgrund meiner Begeisterung für Katzen, den Kruger Nationalpark, aufgrund seiner unterschiedlichen Landschaftszonen oder eben die Parks im Norden Namibias, die einfach so schön grün sind und die auch das Leben am Wasser bieten… Außerdem – und das dürfte bei mir der Hauptgrund sein – war ich vor drei Jahren im Etosha NP wahrlich nicht vom Glück begünstigt, die Sichtungen standen in keiner Relation zu den zurückgelegten Entfernungen. Wir erwarteten also nichts und beschlossen, uns über alles zu freuen, was da auf uns zukommen wird – alles ist ein Bonus! Mit dieser Einstellung buchten wir für den diesjährigen Urlaub vier Nächte im Park – jeweils in den Restcamps im Park selbst, auch um unnötige Kilometer zu vermeiden und um das Anstellen an den Parkeingängen hintanzuhalten. Die erste Nacht buchte ich in Okaukuejo, ein Camp, das ich aufgrund seiner Größe und Hektik eigentlich nicht mag, das aber ein mMn sehr schönes Wasserloch hat. Dann wollten wir erstmals überhaupt in Halali nächtigen – dort waren wir bisher überhaupt noch nie über Nacht geblieben. Die letzten beiden Nächte beschlossen wir in Namutoni zu verbringen, weil mir die Wasserlöcher rund um dieses östlichste Camp immer am besten gefallen haben. So, das waren also die Beweggründe, die zu einem Aufenthalt im Etosha NP im Sommer 2019 geführt haben – geben wir dem Park eine neue Chance…
Als wir kurz nach 8:00 Uhr unsere Koffer über den Parkplatz zum Auto ziehen, sehe ich Katzenspuren hinter unserem Kofferraum. Aufgrund der Größe der Tatzen denke ich sofort an Leopard oder Löwe. Ich spreche einen Angestellten der Lodge darauf an und er bestätigt, dass fast jede Nacht Löwen zum Trinken zum Swimmingpool kommen… Gott sei Dank haben wir das vorher nicht gewusst…
Nachdem wir das Freizeichen bekommen haben – aufgrund der Steilheit der Lodgezufahrt wird die Piste zur Hauptstraße immer in eine Richtung gesperrt, damit es zu keinen Begegnungen von Fahrzeugen kommt – dürfen wir die Grootberglodge verlassen. Zurück auf der Hauptstraße geht es nun bergab Richtung Kamanjab. Etwa in der Höhe des Hoada Camps begegnen wir einem Jungen, der mit einem selbstgebastelten Auto auf der Straße spielt. Ich halte sofort an, denn diese Gefährte sind mir überall im südlichen Afrika bereits mehrfach aufgefallen, ich hatte es bisher aber verabsäumt, sie genauer zu begutachten. Stolz präsentierte der Junge das Auto, das er gemeinsam mit seinem Vater aus allen möglichen Komponenten zusammengesetzt hat. Wenn man Spielzeug offenbar nicht im Shop kaufen kann oder will, ist man gezwungen innovativ zu sein… einfach großartig!
Irgendwo entlang der Strecke sehen wir kurz vor Kamanjab einen jungen Kampfadler auf einem Strommasten sitzen (vielen Dank, Bele 🙂 ).
In Kamanjab wollten wir eigentlich den mittlerweile ziemlich leeren Tank füllen, doch bei beiden Tankstellen war kein Diesel vorrätig. Auch kein Problem, die nächste Tankstelle in Outjo wird mit Sicherheit aushelfen können. Natürlich hätte es die Möglichkeit gegeben, Abschneider Richtung Etosha zu nehmen, doch wir hatten uns dazu entschieden, der C40 weiter zu folgen. Gegen Mittag trafen wir in Outjo ein, füllten die Tanks und uns selbst auf… Wir stoppten bei der großzügig ausgebauten Bäckerei an der Hauptstraße und bestellten Cafe und Kuchen. Anschließend erledigten wir den Einkauf im dahinterliegenden SPAR – schließlich benötigten wir etwas Obst und ausreichend Getränke für eventuelle längere Aufenthalte an den Wasserstellen im Park… Eine gute Stunde später waren wir reisefertig und wir fuhren weiter in den Norden – Etosha, wir kommen! Die rund 100 km zwischen Outjo und dem Anderson’s Gate des Etosha Nationalparks sind relativ unspektakulär und können auf einer gut ausgebauten Teerstraße zurückgelegt werden. Interessant ist lediglich, dass immer mehr private Lodges rund um den Etosha NP gebaut werden. Der Tourismus in dieser Ecke des Landes dürfte also blühen… Nichts mit Blühen war entlang der gesamten Strecke: Auch hier war es staubtrocken, kaum Gras- oder Strohhalme sind auf den umliegenden Weiden auszumachen, die heraustretenden Rippen der wenigen Rinder, denen wir begegneten, zeigen ein trostloses Bild – die Dürre hat dieses Land voll im Griff! Um 13:00 Uhr treffen wir am Anderson’s Gate ein, nur ein Auto steht vor uns und auch das ist rasch abgefertigt. Innerhalb kürzester Zeit haben wir den Papierkram erledigt und dürfen passieren – fast zu schnell, denn beinahe hätte ich vergessen, die Toilette aufzusuchen – im Park ist das ja nur sehr eingeschränkt möglich… Da es noch zu früh ist, um im Okaukuejo-Camp einzuchecken und uns um den Zimmerschlüssel zu kümmern, fahren wir direkt zum Ombika-Wasserloch, das sich unweit des Eingangstores befindet. An diesem Wasserloche habe ich schon mehrfach Nashörner gesehen – diesmal ist davon aber keine Spur! Eigentlich ist das jetzt ja ohnehin keine gute Zeit zum Fotografieren, die Sonne steht zu hoch, das Thermometer zeigt nahezu 30 Grad – wer oder was soll sich da am Wasserloch zeigen? Wir sehen die üblichen Verdächtigen, die auch in der prallen Mittagshitze meist irgendwo herumstehen, Strauße, Springböcke und Oryx – denen ist die Hitze offenbar egal. Nach einiger Zeit gesellen sich auch noch einige Kudus dazu – neben uns schaut ein Skink dem Treiben zu…
Da offenbar alle anderen Tiere Mittagsruhe halten, entschließen wir uns auch, Richtung Camp aufzubrechen. Wir fahren dazu die Gravel Pad, die in einem Loop weiter nördlich auf die Hauptstraße trifft. Wir sind nicht weit gekommen, da stoßen wir auf eine Herde Elefanten, die offenbar zum Ombika-Wasserloch unterwegs ist. Also machen auch wir kehrt und fahren zurück – die ersten Elefanten beim diesjährigen Etosha-Aufenthalt dürfen wir natürlich nicht auslassen… Es dauert nicht lange und schon treffen die Dickhäuter ein. Wie üblich weichen die anderen Tiere artig zurück – wer will schon Stress mit einem, der gewichtsmäßig in einer anderen Liga kämpft…
Es ist einfach immer wieder hoch interessant, das Sozialverhalten der Elefanten zu beobachten. So vergeht die Zeit – wir stehen wesentlich länger, als wir das eigentlich geplant hatten. Erst gegen 15:00 treffen wir im Okaukuejo-Camp ein, bezahlen an der Rezeption und holen uns den Schlüssel zum Chalet ab – wir erhalten einen Bungalow fast direkt am Wasserloch. Auf der kleinen Terrasse machen wir es uns gemütlich und essen Papaya mit Joghurt – eine gesunde Alternative für Zwischendurch. Nach rund einer Stunde brechen wir wieder auf – wer rastet, der rostet.
Wir entschlossen uns dazu, heute Richtung Westen zu fahren. Diese Strecke war bisher zwar nie sonderlich ergiebig, aber die Wasserlöcher östlich von Okaukuejo können wir ja am folgenden Morgen ohnehin aufsuchen. Vorbei am Flugfeld rollen wir durch eine trostlose Landschaft – kaum ein Grashalm ist zu sehen, alles ist abgefressen und ausgedörrt. Wir mussten lange suchen, um wenigsten eine Lerche, Gackeltrappen oder ein paar Buschhörnchen zu finden – die stürzten sich auf jeden noch verfügbaren Halm. Dazwischen saß eine Fuchsmanguste vor ihrem Bau und spähte nach unvorsichtigen Kleinstlebewesen…
Schnell war uns klar, dass es schwer werden würde, hier irgendetwas Besonderes aufzutreiben – dieser Teil des Parks schien wie ausgestorben. Bei Leeubron entschieden wir uns dazu, die Pad Richtung Pfanne zu nehmen, weiter Richtung Westen zu fahren schien einfach sinnlos, dazu war auch die Zeit einfach schon zu weit fortgeschritten. Unterwegs begegneten wir einem einsamen Springbock, von der Pfanne kommend zog eine Karawane Gnus über das ausgedörrte Feld und wirbelte dabei mächtig Staub auf.
Ein Oryx schleppte sich ebenfalls über die sandige Ebene – seine heraustretenden Rippenbögen und der Gesichtsausdruck sagen alles über seinen Zustand aus… Auch einen Doppelband Rennvogel können wir noch ausmachen. Dafür, dass es anfangs ausgesehen hat, als würden wir überhaupt keine Tiere sehen, war das nun ja nicht ganz so übel. Außerdem redeten wir uns ein, dass wir in den kommenden drei Tagen im Park noch reichlich Gelegenheit haben würden, unseren Hunger nach tollen Tierfotos zu stillen…
Irgendwie kam uns noch die Idee, das kurze Stück hinaus nach Wolfsnes zu fahren. Irgendwann bei einer frühen Reise hatte ich dort Löwen fotografiert – und die Macht der Gewohnheit sollte man nicht unterschätzen… Wir starrten eben auf die kleine Wasserstelle in der Pfanne, die von einigen Straußen belagert war, als irgendetwas über die Pad huschte – im letzten Moment konnte ich dieses „Etwas“ erwischen – verschwommen, aber immerhin. Im ersten Augenblick dachte ich an eine Hyäne, nach einem genaueren Blick auf das Display der Kamera war ich jedoch begeistert – ich hatte erstmals in meinem Leben einen Erdwolf vor die Linse bekommen…
Auf dem Parkplatz von Wolfsnes schoss ich ein Erinnerungsfoto und wendete den Wagen.
Von hier weg sollte es auf direktem Weg zurück ins Camp gehen. Etwa dort, wo der Erdwolf wenige Minuten zuvor die Straße gequert hatte, hielt ich nochmals an. Ich traute meinen Augen nicht – in einiger Entfernung sah ich das Objekt der Begierde wieder – er verrichtete seine Notdurft und schien uns völlig zu ignorieren.
Dann geschah das völlig Unerwartete: Der Erdwolf richtete sich auf und kam näher – langsam, Schritt für Schritt, immer wieder blickte er sich um uns scannte die Umgebung… wir verhielten uns ganz still, staunten und fotografierten…
Was für eine Sichtung! Damit hatte ich an diesem Spätnachmittag nicht mehr gerechnet – nach der Braunen Hyäne an der Skelettküste nun der Erdwolf… die Sichtungsfee meint es gut mit uns! Wenig später sehen wir auf der anderen Seite der Pad, in etwas größerer Entfernung ein zweites Tier…
Absolut happy ging es nun zurück nach Okaukuejo, wo wir den Wagen neben unserem Chalet parkten und noch einen kurzen Abstecher zum Wasserloch unternahmen, wo zahlreiche Gäste die allabendliche Elefantenparade bewunderten. Während das Wasserloch ohnehin schon voll war, kamen aus allen Richtungen immer weitere Gruppen von Elefanten angetrabt – insgesamt zählten wir mehr als 50 dieser Giganten, die sich im Laufe des Abends hier einfanden und sich im Licht der untergehenden Sonne um die besten Plätze am Wasser stritten…
Nach Sonnenuntergang wurde es rasch dunkel; wir gingen in unser Zimmer, holten uns eine Jacke und marschierten weiter zum Abendessen ins Restaurant - Gesprächsthema waren natürlich die beiden Erdwölfe – die Begeisterung war noch immer spürbar. Das Abendessen im Camp war sicher schon schlechter, der Service ist inzwischen (oder war es zumindest an diesem Abend) bemüht und freundlich. Nach dem Essen, das hier in buffetform gereicht wird, ging es noch einmal kurz zurück zum Wasserloch, wo inzwischen die Spitzmaulnashörner eingetroffen waren. Ich muss gestehen, ich war zu faul, um mir mein Stativ aus dem Zimmer zu holen und legte die Kamera einfach auf die kleine Mauer, die das Wasserloch umgibt und schoss einige wenige Erinnerungsfotos. Jetzt war es an der Zeit, die heutigen Erlebnisse zu verarbeiten… gute Nacht – bis morgen!
Champagner8'672 Beiträge · seit 201022. Sept. 2019 · #85
Luigi15 schrieb: Irgendwo entlang der Strecke sehen wir kurz vor Kamanjab einen Greifvogel auf einem Strommasten sitzen. Bitte um Info, wenn jemand das stattliche Tier bestimmen kann…(Danke!).
Guten Morgen Peter,
das ist ein juveniler Martial Eagle (Kampfadler).
Glückwunsch zum Erdwolf - den muss ich jetzt auf nüchternen Magen erstmal verdauen 🤩 !
Guten Morgen, Peter, vielleicht sollten wir der Etosha doch noch mal eine Chance geben...aber erst, wenn wir das 25. Mal ins südliche Afrika kommen... Leider schaffen wir das altersmäßig nicht mehr 😗 Bewundernd grüßt Friederike
franzicke2'085 Beiträge · seit 201222. Sept. 2019 · #89
Hallo Peter, zuerst noch mal DANKE für deine Ausführungen zu den Clay Castles und drumrum ... wir waren 2017 schon mal in Pur(r)os - damals sind wir aber spät angekommen und dann am nächsten Morgen in Hoarusib nach Norden weitergefahren, daher blieb überhaupt keine Zeit, ein bisschen rumzucruisen. Das würd ich gerne ein bisschen nachholen.
Und ansonsten - du machst mich echt fertig! Deine Fotos sind ja eh schon der Knaller, wirklich unglaublich schön!!! Aber man kann ja auch mit dem besten Auge hinter der Kamera und sehr gutem Equipment in der Hand eben auch nur das fotografieren, was man auch sieht ... und das ist einfach unglaublich. Es gab ja hier mal einen Thread mit der Frage, wie man die Tiere am besten anfüttert 🤩 🤪 daran musste ich doch jetzt ganz spontan mal denken 😄 😄 😎 Ganz herzliche Grüße Ingrid
leo1962102 Beiträge · seit 201822. Sept. 2019 · #90
Hallo Peter,
ich bin total beeindruckt davon, wie du eure Erlebnisse in Fotos umsetzt. Dass du dein gutes Auge hast ist offensichtlich: die teilweise ungewöhnlichen Perspektiven gefallen mir besonders. Was mir allerdings den größten Respekt einflößt, ist deine Coolness, wenn zwischen dir und Auto eine Hyäne positioniert ist, den Auslöser zu betätigen … ich weiß nicht, was ich getan hätte 🙂. Ich bin schon ganz gespannt wie es weitergeht ….
H.Badger1'822 Beiträge · seit 201622. Sept. 2019 · #91
Hallo Peter, was für eine tolle Sichtung! Erst die Braune Hyäne und jetzt die Erdwölfe! Das ist ja wirklich ein riesiges Sichtungsglück. Dass die Fotos ganz wunderbar sind, muss ich nicht mehr betonen. Vielen Dank fürs Zeigen!
Lieber Gruß Sascha (der etwas neidisch auf diese Tageslichtsichtung aus nächster Nähe ist...)
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201922. Sept. 2019 · #92
Liebe Bele, vielen Dank für deine Bemerkungen zu unserer Reise - sorry, ich wollte gestern Nacht aber nicht mehr antworten, ich war schon zu ko, habe den Bericht hochgeladen und bin einfach eingeschlummert... Ich gebe das Lob voll an dich/euch zurück. Du verfasst einen Reisebericht, der vom Titel bis zum (bisherigen) Ende extrem stimmig ist und unglaubliche Eindrücke in diesen Landesteil vermittelt - ich bin von diesem Fieber angesteckt und werde mit Sicherheit auch einmal in diese Ecke reisen. Ich warte jetzt noch auf den Bericht von Uwe, der sicher bald kommen wird ( 😉 ) und dann starte ich mit den Planungen. Die Skelettküste muss man fast mögen, wenn man Weite, Abgeschiedenheit und auch Leere nicht nur negativ sieht... Ich freue mich auf weitere Zeilen von dir, alles Gute Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201922. Sept. 2019 · #93
Lieber Sascha, es stimmt, dass wir bei dieser Reise gewaltiges Sichtungsglück hatten - aber es war nicht immer so 🤪 - dafür beneide ich dich um die Bilder von eurem Honigdachs... meine diesbezüglichen Sichtungen konzentrieren sich fast ausschließlich auf die Rückenpartie... danke nochmals, dass dir die Fotos gefallen, diesmal war es aber auch nicht sonderlich schwierig. Wünsche dir einen schönen Abend, Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201922. Sept. 2019 · #94
Hallo Konni, super, dass du weiter dabei bist und dass dir dieses Bild so gut gefällt - es ist sicher auch eines meiner Favourits... Wünsche dir einen schönen Abend, Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201922. Sept. 2019 · #95
Hallo Friederike - gib Etosha eine Chance! Es gibt immer etwas zu sehen - man darf die Erwartungen nicht zu hoch schrauben; wir sind diesmal wirklich ziemlich ohne Erwartungsdruck ans Werk gegangen und es war bestens - ihr habt aber (so glaube ich jedenfalls) auch schon genügend erstklassige Eindrücke gewonnen 😉 Alles Gute, Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201922. Sept. 2019 · #96
Liebe Maddy - super, dass du auch dabei bist - auch von euch und euren Posts habe ich viel gelernt, ihr schreibt immer wieder aus erster Hand aus Südafrika - danke dafür! Einen schönen Abend nach Sodwana! LG peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201922. Sept. 2019 · #97
Hallo Ingrid - ich hab immer eine Dose Whiskas mit... Diesmal war es ja wirklich schon wie angefüttert - aber es geht alles mit rechten Dingen zu 😄 ! Danke, dass dir die Bilder gefallen - ihr werdet mit Sicherheit auch mit vielen tollen Eindrücken zurückkommen, die ihr dann teilen könnt... Alles Gute, Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201922. Sept. 2019 · #98
Guten Abend Birgit - super, dass auch du dem Bericht folgst; ich fotografiere so, wie ich glaube, dass es passen müsste - da ist extrem viel Intuition dabei, es gibt aber auch genügend Ausschuss - den sollte ich vielleicht einmal zeigen 😮 Und wie in einem Post bereits erwähnt, ich schaue mir vor einer Reise Bilder hier im Forum an, die mitunter auch sehr aufschlussreich sein können, denn manche Formis haben auch einen "extravaganten" Bildstil... Ja, die Hyäne - da war mir nicht wohl dabei, das kannst du mir glauben... das sind ja wirklich riesige Viecher... aber sie haben irgendwie auch einen treuherzigen Blick... Wünsche auch dir einen schönen Abend, Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201924. Sept. 2019 · #99
Tag 8 – 16. Juli 2019
Die Gates der Camps im Etosha NP öffnen im Juli pünktlich um 7:30 Uhr – keine Minute früher. Wie ich hier im Forum bereits mehrfach lesen konnte, sind nicht alle Reisenden und vor allem nicht alle Fotografen glücklich mit dieser Regelung. Der große Nachteil aus meiner Sicht ist, dass die Zeit der Morgendämmerung und des ersten, hervorragenden Lichtes extrem verkürzt sind. Denn wenn man um 7:30 Uhr startet, fährt man eine halbe Stunde später in vollem Sonnenlicht… Für diejenigen, die gerne länger schlafen, ist diese Öffnungszeit dagegen ein Vorteil – man kann sich selbst einreden, dass ein früheres Aufstehen ohnehin nichts bringt… Wir machten aus der Not eine Tugend und erledigten das Frühstück bereits vor 07:30 Uhr, um mit der Gate-Öffnung startklar zu sein. Wer glaubte, dass dann alle Reisenden gleichzeitig fluchtartig ausschwirren – weit gefehlt: wir waren das zweite Auto, das durch das Tor Richtung Osten rollte. Das ist insofern erwähnenswert, da die extrem trockenen Straßen im Park wahre Staubschleudern sind und man wirklich ein Problem hätte, wenn man gezwungen wäre, hinter gleich mehreren Autos dahinzurollen… Am heutigen Tag stand bei uns eine Fahrt nach Halali am Programm, das zweite Camp im Etosha Nationalpark. Auf einer Landkarte hatten wir zuvor festgelegt, dass wir dorthin über die Wasserlöcher Nebrownii – Gemsbokvlakte – Olifantsbad und Aus fahren würden. Anschließend ging es entlang der eigentlichen Etosha-Pfanne über Ondongab – Homob – Sueda und Salvatora nach Charitsaub. Von dort wollten wir schließlich noch einen kurzen Abstecher nach Rietfontein machen, ehe ein Eintreffen im Camp Halali für den späteren Nachmittag anvisiert wurde. Soweit zur Theorie… Wir rollten also los Richtung Osten und freuten uns riesig auf die kommenden Tage. Es dauerte nicht lange und schon sahen wir einen Schabrackenschakal im schönsten Morgenlicht neben der Pad liegen. Er schien die ersten wärmenden Sonnenstrahlen zu genießen und gähnte vor sich hin, es war schließlich auch heute wieder ein bitter kalter Morgen.
Nicht weit davon saß ein Raubadler (danke Uwe) auf einem dürren Baumstamm und ließ sich ebenfalls wärmen. Ein Gelbkehlflughuhn lief aufgescheucht über die Straße, während ein Singhabicht bereits ein erstes Frühstück verzehrte.
An allen Wasserstellen, die wir nacheinander abklapperten, sahen wir ein paar Zebra, einen einzigen Oryx, Springböcke und einen Grau-Toko. Die Kuhantilopen, die ich schon oft in der Gegend gesehen hatte, waren diesmal weit draußen Richtung Pfanne. Einzig eine Gruppe Gnus erwies sich als treuer Partner, sie standen wie Modells neben der Pad und fraßen vor sich hin, während ein Trauerdrongo in einem Mopanebusch über der Szenerie wachte. Ach ja, auch eine Riesentrappe darf ich nicht verschweigen…
Die Sichtungsfee hatte offenbar heute ihren freien Tag und schien sehr weit weg von uns zu sein. Sogar in Rietfontein, ein Klassiker, wo man eigentlich immer von guten Sichtungen ausgehen kann – nichts als gähnende Leere… Was tun? Irgendwie wollten wir auch nicht planlos mit dem Auto rumfahren, also entschieden wir uns direkt nach Halali ins Camp zu fahren, um dort wenigstens einen Cafe zu trinken.
Um 11:45 trafen wir an der Rezeption in Halali ein und ich beging den Fehler, nach dem Zimmerschlüssel zu fragen… Die Dame hinter dem Tresen hatte offenbar heute nicht ihren besten Tag und gab mir mehr als entbehrliche Antworten. Ein klares „Nein, sorry…“ hätte auch gereicht. Also kein Schlüssel vor 14:00 Uhr… Im Restaurant wollten wir nicht sitzen, denn es stank irgendwie ganz furchtbar nach verbranntem Frittenfett… Als einzige Alternative fiel uns noch das Moringa-Wasserloch ein! Wir schnappten uns also jeder einen Cafe, holten die Kamera aus dem Auto und stapften die kleine Anhöhe hinauf. Schon am Weg zum Wasserloch, das man von Steinsitzen und Holzbänken sehr gut einsehen kann, sah ich, dass Impala und Zebra am Wasser standen. Das Moringa-Wasserloch ist für mich eines der besten und ergiebigsten im gesamten Park. Hier sitzt man wie im Kino, leicht erhöht und genießt den Blick in die Umgebung. Fast immer gibt es tolle Sichtungen – nicht unbedingt aber zu Mittag. Wir wollten aber ohnehin nur die Füße ausstrecken und dazu in einer schönen Umgebung verweilen… Insgesamt waren sieben Personen (wir miteingerechnet) anwesend – vermutlich auch Leidensgenossen, die kein Zimmer erhalten hatten…
Ich scannte die Gegend und fotografierte die Impala, die auf der freien Fläche unter uns herumstoben, offenbar waren zwei Tiere brunftig. Zebra kamen in Gruppen, tranken und marschierten wieder weg – alles nahm seinen gewohnten Lauf. Wenn man Zebras beim Trinken beobachtet, dann sieht man immer diese gewisse Hektik – die Tiere stehen nebeneinander und saufen, plötzlich schreckt ein Tier auf und alle verfallen in Panik, stoben auseinander und laufen einige Meter weg – langsam beruhigen sich die Tiere, wiehern und kehren an die Tränke zurück… Dieses Spiel kann sich mehrfach wiederholen! Ich war jedenfalls begeistert von diesem Verhalten.
Plötzlich sprach mich ein älterer Mann an und fragte mich, ob ich die beiden Löwinnen gesehen hätte? Löwinnen – was, wo?? Ich hatte seit unserer Ankunft mehrfach den gesamten Platz rund um das Wasserloch abgesucht – mir war viel aufgefallen – aber nichts, was auch nur ansatzweise an „Löwe“ erinnerte… Er zeigte mir einen umgefallenen Baumstamm, hinter dem sich doch tatsächlich so etwas wie Ohren abhoben. Wir borgten uns den Feldstecher des Mannes aus – er hatte absolut richtiggelegen, dort unten kauerten perfekt getarnt doch tatsächlich zwei Löwinnen…
Mich machte es etwas stutzig, dass die Impala und die Zebras, die zuvor hier getrunken hatten, offenbar keine Ahnung von der Anwesenheit ihrer Feinde hatten. So dauerte es nicht lange und eine neue Gruppe Zebra marschierte zur Tränke. Die Tiere stellten sich nebeneinander auf und begannen den Durst zu löschen. Da sie nicht ruhig nebeneinanderstanden, wanderten sie immer näher an den Baumstamm heran, hinter dem die beiden Löwinnen lagen – die Spannung bei uns war zum Knistern… irgendetwas musste doch geschehen – schliefen die Raubkatzen?? Ich hatte inzwischen das Objektiv auf manuell gestellt und die Kamera auf Serienaufnahme – schließlich wollte ich ja genau gar nichts verpassen, wenn hier am Wasserloch zur Jagd geblasen wurde… Halali in Halali quasi…
Ich hatte gerade die Zebras im Visier, also plötzlich das Wasser zu kochen begann – unter den Hufen der wie wild auseinander stobenden Pferde spritzte die braune Brühe auf. Welche unglaubliche Dynamik! Alle Zebras strebten in eine Richtung – fast alle – ein Tier hatte in der Panik offenbar die Orientierung verloren… Mir fehlen die Worte, ich lasse die Bilder sprechen – die erzählen besser, was sich in den folgenden Sekunden nach 12:40 Uhr hier am Wasserloch abgespielt hat…
Das Zebra hatte offenbar Glück, die beiden Löwinnen konnten ihm nicht habhaft werden, hatten die Flanke des Tieres mit ihren Pranken aber schwer beschädigt – wer weiß, wie die Situation tatsächlich geendet hat. Wir sahen jedenfalls keinen Kill, sondern zwei Löwinnen im Staub… aber auch der legte sich bald wieder und mit ihm die Löwinnen hinter einen anderen Baumstamm in den Schatten…
Da die beiden Löwinnen jetzt wesentlich besser erkennbar waren als zuvor, hatte das den entscheidenden Nachteil für uns, dass auch dieses Wasserloch von nun verwaist blieb – den ganzen Nachmittag und Abend. Alle Tiere, die auch nur in die Nähe kamen, machten kehrt und wanderten wieder ab. Schlecht für uns, denn wir sahen nicht einmal mehr ein Borstenhörnchen am Wasserloch – auch nicht die Gruppe schwer mit Kameras bewaffneter Koreaner, die sich im Laufe des Nachmittags zu uns gesellt hatte. Diese Leute waren aber mindestens genauso sehenswert wie ein Leopard im Nachmittagslicht: Sie stellten schwere Stative am Hügel auf, schraubten Kameras und die langen Objektive dran, dann wurden die Dinger mit einem Tarnnetz verhängt, das Ganze sah aus wie die Rohre von Panzern bei einer Bundeswehrübung. Dazu trugen die meisten Gesichtsmaske und einen Tarnanzug… Trotz der Tatsache, dass sich ihre Konturen aufgelöst hatten, kam kein weiteres Tier. Irgendwann am späteren Nachmittag hatten wir genug geschmunzelt, wir brachen unsere Tier-Stalkerei für den heutigen Tag ab, gingen zur Rezeption und holten uns den Schlüssel. Anschließend fuhren wir mit dem Auto zum Chalet und genossen den Nachmittag – wir hatten für heute genug gesehen, es gab ohnehin nichts, das diese Eindrücke vom Moringa-Wasserloch hätte toppen können. Das heißt wir vergaßen nicht ganz auf die Tierbeobachtung: Das Baumhörnchen, das auf der Terrasse bettelte, musste natürlich trotzdem abgelichtet werden.
Wir verzichteten sogar auf das Abendessen, verzehrten einen Teil unseres mitgebrachten Proviants und genossen dazu eine gute Flasche südafrikanischen Rotwein… Ich kann versprechen, dass es morgen wieder Tiere zu sehen gibt – und das nicht zu knapp – schließlich fahren wir weiter in den Osten des Parks, nach Namutoni, wo sich einige meiner Lieblingswasserlöcher befinden! Bis bald!
H.Badger1'822 Beiträge · seit 201624. Sept. 2019 · #100
Guten Abend Peter, ich habe mich schon gefragt, wann ich dein Avatar-Bild in voller Größe bewundern kann und habe gerätselt, an welchem Wasserloch die Szene stattfand. Hier also die Auflösung! Eine tolle und dramatische Sichtung - und so unverhofft zur Mittagszeit. Das entschädigt doch voll und ganz für den schwächelnden Morgen! Wir hatten vor Jahren an Ombika mal eine Löwin, die Warzenschweine gejagt hat - auch erfolglos. Solche Szenen vergisst man nicht.