Von Ende Dezember 2012 bis Mitte Januar 2013 fahren wir zu zweit mit einem gemieteten Nissan Patrol und Bodenzelt auf eigene Faust durch Tansania. Die Route führt zunächst durch den südlichen Circuit – vom Arusha-Nationalpark über die abgelegenen Usambara-Berge und die Küste bei Saadani ins Selous Game Reserve, weiter durch den Mikumi- und den Ruaha-Nationalpark. Über Dodoma und den Lake Natron erreichen wir schließlich den nördlichen Circuit mit Serengeti und Ngorongoro-Krater.
Die Tierbegegnungen bleiben in Erinnerung: baumkletternde Löwen am Lake Manyara, ein großes Rudel Wildhunde im Selous, ein Leopard hoch im Ast eines Baumes in der Serengeti. Bei einer Ballonfahrt erleben wir bei Sonnenaufgang die Weite der Serengeti aus wenigen Metern Höhe, dazu die Zebra-Migration am Lake Ndutu. Im Ngorongoro-Krater macht ein Nashorn in der Ferne unsere Big Five komplett.
Die Regenzeit prägt die Fahrt: Immer wieder verwandelt sich der tückische black cotton soil in eine Rutschbahn, und mehrfach graben wir den Wagen aus Gräben und Schlammlöchern frei. Im Ngorongoro-Krater reißen fünf Radbolzen gleichzeitig ab, in der Serengeti bricht eine Blattfeder – beide Male muss Ersatz eigens herbeigeschafft werden, einmal sogar per Flugzeug. Am Ende zählt weniger, wie reibungslos die Reise verlief, als wie viel von Tansania in diesen drei intensiven Wochen Platz findet.
Reisezeitraum
22. Dezember 2012 – 13. Januar 2013
Länder
Tansania
Gruppe
2 Personen
Reiseart
Selbstfahrer-Safari mit gemietetem 4x4, ohne Guide
Fahrzeug
Nissan Patrol (Safari-Ausführung) mit Bodenzelt statt Dachzelt
überwiegend Camping mit eigenem Zelt, dazu einzelne Lodges/Hotels (u.a. Mount Meru Game Lodge, Dodoma Rock Hotel, Kudu Lodge)
Route
Arusha – Arusha-Nationalpark – Usambara-Berge (Mambo View Point) – Beach Crab Resort/Pangani – Saadani-Nationalpark – Dar es Salaam – Selous Game Reserve – Mikumi-Nationalpark – Iringa – Ruaha-Nationalpark – Dodoma – Lake Manyara/Mto wa Mbu – Lake Natron – Serengeti (Lobo/Seronera) – Ngorongoro-Krater – Karatu – Arusha
Fahrstrecke
keine Gesamtkilometer im Bericht; Tagesetappen einzeln benannt, von 89 km (Arusha–Arusha-Nationalpark) bis 423 km (Dodoma–Mto wa Mbu)
Flug/Anreise
KLM via Amsterdam zum Kilimanjaro International Airport
Besonderheit
Zwei gewichtige Fahrzeugpannen: abgerissene Radbolzen im Ngorongoro-Krater und eine gebrochene Blattfeder in der Serengeti, deren Ersatz per Flugzeug eingeflogen wurde; mehrfaches Festfahren im black cotton soil nach starken Regenfällen
Gebiete
Arusha-Nationalpark · Usambara Mountains · Saadani National Park · Selous Game Reserve · Mikumi National Park · Ruaha National Park · Serengeti · Ngorongoro Crater Conservation Area · Lake Manyara Nationalpark · Lake Natron
Orte
Arusha · Dar es Salaam · Iringa · Dodoma · Karatu
Unterkünfte
Mambo View Point Lodge · Beach Crab Resort · Hippo Camp Selous · Worldview Campsite Lake Natron · Lobo Campsite · Simba Campsite Ngorongoro
Ballonfahrt Serengeti · Baumlöwen Lake Manyara · Wildhunde Selous Game Reserve · Zebra-Migration Lake Ndutu
Automatisch aus dem Bericht erstellt. Massgeblich ist der Bericht selbst.
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200915. Jan. 2013 ·
Hallo allerseits,
ich hatte ja schon angekündigt, dass ich Euch über unsere Tour vom 22.12.2012 - 13.01.2013 durch Tansania wieder mit einem Reisebericht belästigen werde. Jetzt sind die Erinnerungen noch frisch und ich will deshalb so schnell wie möglich damit beginnen.
Wie immer freue ich mich über über jeden Kommentar durch Euch, seien es Lob 🙂 , Kritik 🙁 , Anmerkungen 😗 , Verbesserungen 😛 , Fragen 🤨 oder was Euch sonst noch so zu dem Bericht, dem Land, den Fotos oder unseren Erlebnissen einfällt. Dies ist ein Forum und es lebt vom Austausch untereinander.
Als Neuerung gegenüber meinen bisherigen Berichten hoffe ich, dass es mir gelingt diesmal große Fotos anstelle von Thumbs in den Bericht einzufügen. Als Generalprobe dazu ein Foto der beiden Protagonisten, mit denen Ihr es zu tun habt, wenn Ihr uns auf unserer Reise begleiten wollt.
freue mich schon sehr 😄 , RB ist abonniert. Obwohl ich (bedingt durch 5-wöchige Abwesenheit auf den Kanaren 😎 😗 ) mit dem RB-lesen fürchterlich in Verzug bin!
Hallo Topobär, schön, dass Ihr heil zurück seid. Ich hatte ehrlich gesagt gar nicht mit bekommen, dass Ihr überhaupt unterwegs wart und wähnte Euch eigentlich in Vorbereitungen für Namibias Norden. Aber um so besser, denn Dein Bericht wird bestimmt interessant und ich freu mich drauf.
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200915. Jan. 2013 ·
Hallo Philipp,
bis Namibias Norden dauert es leider noch 9 Monate. Bis dahin muss ich von den Erinnerungen der letzten Reise zehren, wofür sich ein Reisebericht ganz vorzüglich eignet.
das ist aber gemein.;) Da kündigst du einen Reisebericht über Tansania an und nun muss ich wieder warten. 🙁 Dabei bin ich schon sehr gespannt, vor allem wie ihr das Wetter/Klima zu dieser Zeit empfunden habt. LG Ina
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200915. Jan. 2013 ·
Hallo Ihr Zwei,
das ist ja Mal ein stilvoller Einstieg in einen Reisebericht.
In gespannter Erwartung und mit herzlichen Grüßen Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Aber wie Du unten siehst musst Du Dich gewaltig beeilen wenn Du willst dass ich den ganzen Bericht vor meiner nächsten Reise lesen kann...😗 😎 ...und das willst Du doch, odrr???B)
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200915. Jan. 2013 ·
baobab2 schrieb:Dabei bin ich schon sehr gespannt, vor allem wie ihr das Wetter/Klima zu dieser Zeit empfunden habt. LG Ina
Hallo Ina,
soviel will ich schon einmal verraten: Das Wetter hat bei dieser Reise eine sehr dominante Rolle gespielt. Vor Ort haben uns viele Menschen gesagt, dass auch in Ostafrika das Klima inzwische verrückt spielt und nicht mehr so planbar und ausrechenbar wie früher ist.
@Christina: Wo geht's denn hin? Wie lange? Dann hast Du nach Deinem Urlaub dafür umso mehr Lektüre.
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200915. Jan. 2013 ·
1.Tag (Sa. 22.12.2012) Anreise
Wie immer wenn es nach Ostafrika geht, fliegen wir mit KLM. Unser Anschlussflug nach Amsterdam startet zu unchristlicher Zeit um 6:10Uhr. Zum Glück wohnen wir nur 15 Autominuten vom Flughafen entfernt, so dass wir das Taxi für 4:00Uhr bestellen. Es ist pünktlich aber als wir zum Wagen gehen müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht die Knochen brechen – Eisregen. Auf den Straßen könnte man Schlittschuh laufen.
Vorsichtig rutschen wir durch die Nacht – es sollte nur die erste von vielen Rutschpartien dieser Reise sein. Die Straßen sind wie ausgestorben und so kommen wir trotz der extremen Verhältnisse nur wenig später als geplant am Flughafen an.
Der Flieger steht schon am Gate und auch die anderen Passagiere haben es anscheinend rechtzeitig geschafft. Nicht so die Crew, wie uns alsbald eine Lautsprecherdurchsage verkündet. Die kommt nicht vom Hotel weg, da kein Taxi erscheint. Irgendwann sind sie dann doch angekommen und mit einer Stunde Verspätung beginnt das Boarding. Da der Flieger von einem dicken Eispanzer eingehüllt ist, muss auch noch umfangreich enteist werden und wir sind froh, dass wir in Amsterdam 4h Aufenthalt haben, der durch unsere Verspätung auf 2h zusammenschrumpft.
Von Amsterdam geht’s dann mit einem nagelneuen A330-300 nonstop zum Kilimanjaro International Airport (KIA). Einer der angenehmsten Langstreckenflüge, die ich je mitgemacht habe. Selbst bei meiner Größe akzeptable Beinfreiheit, gutes Essen und ein Top Entertainment-Programm. Dazu ist der Flug so ruhig, dass man denken könnte, wir hätten den Boden nie verlassen.
Im Dunkeln landen wir auf dem KIA. Visum und Einreise gehen schnell – in einer halben Stunde sind wir durch. Das Visum kostet 50,-US$ pro Person. Das Gepäck ist auch vollständig. Allerdings sieht die Alubox, die ich vor dieser Reise als Küchenbox neu gekauft hatte aus, als würden wir mit Ihr schon seit einem Jahrzehnt durch Afrika fahren. Sie ist ordentlich verbeult. Da sieht man mal, wie mit dem Gepäck umgegangen wir.
Unser Shuttle wartet schon auf uns und bringt uns rasch zur Mount Meru Game Lodge, wo wir die erste Nacht verbringen werden. Dort werden wir mit einem leckeren Fruchtsaft begrüßt und erhalten umgehend den Schlüssel zu unserem Bungalow.
Wir deponieren nur rasch unser Gepäck auf dem Zimmer und genießen dann den Zauber der ersten afrikanischen Nacht seit fast zwei Jahren. Zwei Gläser Wein für Kathrin und zwei GinTonic für mich sorgen dann viel zu schnell für die nötige Bettschwere.
Mount Meru Game Lodge:
In der Mitte zwischen KIA und Arusha gelegen. Nette Mittelklasse-Lodge für 170,-€ DZ/BB.
Fantastische Parkanlage mit riesigen Bäumen. In der Parkanlage leben neben Affen auch Zebras und Antilopen. Am Ende der Reise wäre das sicherlich nichts Besonderes mehr, jetzt zu Beginn erfreuen wir uns daran ganz außerordentlich.
Das Frühstück ist nix besonderes, aber in Ordnung.
Man hört etwas den Verkehr von der Straße Moshi – Arusha, was man als Mitteleuropäer aber gewohnt sein dürfte, zumal der Verkehr nachts sehr gering ist.
Die Getränke von der Bar sind viel zu teuer. 40,-US$ für 2 Weißwein und 2 GinTonic.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201215. Jan. 2013 ·
Hallo Topobär, hier ist ja schon ein richtiges Gedrängel - da spring auch schnell auf. Tansania ist ja so ein Traum von mir, der wohl noch ne Weile warten muss ... habt ihr denn selbst gebucht oder mit einem Veranstalter? Und alles selbst gefahren? Ich bin ziemlich sicher, dass du das schon mal geschrieben hast - ist bei mir aufm Schirm aber völlig gelöscht. Sorry und schon mal Danke fürs Schreiben Franzicke
nachden der letzte Punkt im eigenen RB gesetzt ist, habe ich was Braunes im Glas, lehne mich entspannt zurück und freue mich RB´s zu lesen- unter anderen DIESEN. PROST! 😉
Hallo Topobär, und natürlich alle anderen Ziel 1 kurz nach Kenya (wahrscheinlich über Namanga in den Amboseli und dann über Taveta zurück) wegen der Zollpapiere unseres Autos. Ziel 2 Besteigung des Mt Meru (oder zumindest little Mt Meru) Ziel 3 Enduiment wildlife Manangment Area /Western Kililmanjaro, mal sehen was es da so gibt Ziel 4 Serengeti mit Schwerpunkt Ndutu/Moru Ziel 5 (falls möglich, müssen uns noch vor Ort erkundigen) Maswa Game reserve (kennt das jemand??, darf man da hin? wo gibts den den Permit?) Ziel 6 (falls noch Zeit bleiben sollte) Tarangire Bis bald (hoffentlich) Christina