Reisebericht

Das volle Programm (Reisebericht Tansania 12/13)

von Topobär · begonnen 15. Jan. 2013 · 24 Teile

Teil 115. Jan. 2013
Hallo allerseits,

ich hatte ja schon angekündigt, dass ich Euch über unsere Tour vom 22.12.2012 - 13.01.2013 durch Tansania wieder mit einem Reisebericht belästigen werde. Jetzt sind die Erinnerungen noch frisch und ich will deshalb so schnell wie möglich damit beginnen.

Wie immer freue ich mich über über jeden Kommentar durch Euch, seien es Lob 🙂 , Kritik 🙁 , Anmerkungen 😗 , Verbesserungen 😛 , Fragen 🤨 oder was Euch sonst noch so zu dem Bericht, dem Land, den Fotos oder unseren Erlebnissen einfällt. Dies ist ein Forum und es lebt vom Austausch untereinander.

Als Neuerung gegenüber meinen bisherigen Berichten hoffe ich, dass es mir gelingt diesmal große Fotos anstelle von Thumbs in den Bericht einzufügen. Als Generalprobe dazu ein Foto der beiden Protagonisten, mit denen Ihr es zu tun habt, wenn Ihr uns auf unserer Reise begleiten wollt.

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Teil 215. Jan. 2013
1.Tag (Sa. 22.12.2012)
Anreise


Wie immer wenn es nach Ostafrika geht, fliegen wir mit KLM. Unser Anschlussflug nach Amsterdam startet zu unchristlicher Zeit um 6:10Uhr. Zum Glück wohnen wir nur 15 Autominuten vom Flughafen entfernt, so dass wir das Taxi für 4:00Uhr bestellen. Es ist pünktlich aber als wir zum Wagen gehen müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht die Knochen brechen – Eisregen. Auf den Straßen könnte man Schlittschuh laufen.

Vorsichtig rutschen wir durch die Nacht – es sollte nur die erste von vielen Rutschpartien dieser Reise sein. Die Straßen sind wie ausgestorben und so kommen wir trotz der extremen Verhältnisse nur wenig später als geplant am Flughafen an.

Der Flieger steht schon am Gate und auch die anderen Passagiere haben es anscheinend rechtzeitig geschafft. Nicht so die Crew, wie uns alsbald eine Lautsprecherdurchsage verkündet. Die kommt nicht vom Hotel weg, da kein Taxi erscheint. Irgendwann sind sie dann doch angekommen und mit einer Stunde Verspätung beginnt das Boarding. Da der Flieger von einem dicken Eispanzer eingehüllt ist, muss auch noch umfangreich enteist werden und wir sind froh, dass wir in Amsterdam 4h Aufenthalt haben, der durch unsere Verspätung auf 2h zusammenschrumpft.

Von Amsterdam geht’s dann mit einem nagelneuen A330-300 nonstop zum Kilimanjaro International Airport (KIA). Einer der angenehmsten Langstreckenflüge, die ich je mitgemacht habe. Selbst bei meiner Größe akzeptable Beinfreiheit, gutes Essen und ein Top Entertainment-Programm. Dazu ist der Flug so ruhig, dass man denken könnte, wir hätten den Boden nie verlassen.

Im Dunkeln landen wir auf dem KIA. Visum und Einreise gehen schnell – in einer halben Stunde sind wir durch. Das Visum kostet 50,-US$ pro Person. Das Gepäck ist auch vollständig. Allerdings sieht die Alubox, die ich vor dieser Reise als Küchenbox neu gekauft hatte aus, als würden wir mit Ihr schon seit einem Jahrzehnt durch Afrika fahren. Sie ist ordentlich verbeult. Da sieht man mal, wie mit dem Gepäck umgegangen wir.

Unser Shuttle wartet schon auf uns und bringt uns rasch zur Mount Meru Game Lodge, wo wir die erste Nacht verbringen werden. Dort werden wir mit einem leckeren Fruchtsaft begrüßt und erhalten umgehend den Schlüssel zu unserem Bungalow.

Wir deponieren nur rasch unser Gepäck auf dem Zimmer und genießen dann den Zauber der ersten afrikanischen Nacht seit fast zwei Jahren. Zwei Gläser Wein für Kathrin und zwei GinTonic für mich sorgen dann viel zu schnell für die nötige Bettschwere.


Mount Meru Game Lodge:

In der Mitte zwischen KIA und Arusha gelegen. Nette Mittelklasse-Lodge für 170,-€ DZ/BB.

Fantastische Parkanlage mit riesigen Bäumen. In der Parkanlage leben neben Affen auch Zebras und Antilopen. Am Ende der Reise wäre das sicherlich nichts Besonderes mehr, jetzt zu Beginn erfreuen wir uns daran ganz außerordentlich.

Das Frühstück ist nix besonderes, aber in Ordnung.

Man hört etwas den Verkehr von der Straße Moshi – Arusha, was man als Mitteleuropäer aber gewohnt sein dürfte, zumal der Verkehr nachts sehr gering ist.

Die Getränke von der Bar sind viel zu teuer. 40,-US$ für 2 Weißwein und 2 GinTonic.

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Mount Meru Game Lodge
Teil 317. Jan. 2013
2.Tag (So. 23.12.2012)
Arusha – Arush National Park

89km

Vor lauter Vorfreude und gespannter Erwartung habe ich nicht sehr gut geschlafen und bin schon bei den ersten Anzeichen der Dämmerung auf den Beinen, d.h. um 6:00Uhr. Das frühe Aufstehen ohne Wecker sollte auch im weiteren Verlauf der Reise nie ein Problem sein. Irgendwie passt sich mein Bio-Rhythmus im Urlaub immer dem natürlichen Tag/Nacht-Verlauf an.

Schnell angezogen und vor die Tür. In einiger Entfernung kann ich Zebra, Eland und Strauss auf dem Lodge-Gelände erkennen.

Um 6:30Uhr sitzen wir am Frühstückstisch und pünktlich um 7:00Uhr steht der Fahrer von 4x4 Adventure Safaris vor der Tür, um uns zu deren Office in Arusha zu bringen.

Die Fahrzeugübernahme geht routiniert über die Bühne. In rund 2h ist alles erledigt. Bei den Fahrzeug handelt es sich um einen Nissan Patrol in der Safari-Version. Um das Safari-Dach nutzen zu können haben wir uns gegen ein Dachzelt entschieden und werden im Bodenzelt schlafen. Die mittlere Sitzreihe wurde demontiert, so dass der Wagen extrem viel Platz für Gepäck und Ausrüstung hat, den wir zu unserem Erstaunen auch tatsächlich brauchen sollten. Gut – mit ein wenig Aufwand hätte man sicherlich auch effizienter packen können, als wir es taten, aber man ist ja im Urlaub. 😉 Außerdem hatte unser System den Vorteil, jederzeit an alles heranzukommen (dachten wir zumindest). Eine weitere Person hätte aber in dem Riesen-Fahrzeug keinen Platz mehr gehabt.

Die Reifen waren nicht neu, aber in gutem Zustand, was auch für die beiden Ersatzreifen galt. Es handelte sich um Reifen für harten felsigen Boden. Das sollte den Vorteil haben, dass wir trotz zum Teil übelstem Untergrund keine einzige Reifenpanne haben sollten. Auf die Nachteile dieser Bereifung werde ich zu gegebener Zeit noch ausführlich eingehen.

Die beiden Tanks fassen zusammen 180l Diesel, so dass man sich die beiden zusätzlichen Sprit-Kanister unserer Meinung nach hätte sparen können. Wir haben sie jedenfalls nie füllen lassen und auch den Subtank mussten wir nur ein einziges Mal aktivieren.

Die Ausrüstung war sehr umfangreich, vor allem die Küchenausrüstung begeisterte mich wieder. Allerdings mussten wir im Laufe der Reise feststellen, dass die Ausrüstung qualitativ nicht ganz mit der Ausrüstung von Sunworld in Kenia mithalten konnte. Ich werde zu gegebener Zeit darauf eingehen.

Isomatten und Schlafsäcke des Verleihers lassen wir im Depot, da nehmen wir traditionell lieber die Eigenen. Auf Nachfrage bekommen wir noch zwei weitere Boxen für Lebensmittel, was sich für die Ordnung im Fahrzeug als goldwert erweisen sollte. Die drei 20l-Wasserkanister stehen bereits gefüllt im Wagen.

Gegen 10:00Uhr ist die Fahrzeugübernahme erledigt und wir starten. Zunächst gilt es, Lebensmittel und die lokale Währung zu bekommen. Ob der große Shoprite-Supermarkt heute am Sonntag offen hat, konnte uns niemand sagen, so dass wir als erstes dort vorbei schauten. Wir hatten Glück, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Der Laden hatte offen, eine sehr gute Auswahl und man kann mit Kreditkarte zahlen. Wir bekamen fast alles, was auf unserer Einkaufsliste stand. Darüber hinaus hat der Shoprite auch in Sachen Campingausrüstung ein sehr gutes Angebot. Liegt wohl daran, dass Arusha die Safari-Hauptstadt Tansanias ist. Wir kauften uns jedenfalls gleich noch einen Campingtisch, da die Tische des Verleihers alle untauglich waren. Zu klein und so wackelig, dass garantiert die Hälfte aller Speisen und Getränke verschüttet worden wäre. Mit zwei vollen Einkaufswagen und um 250,-€ ärmer verließen wir den Shoprite. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass Arusha und Dar-es-Salam auch die einzigen Städte in Tansania sind, in denen man Supermärkte europäischen Zuschnitts findet.

Bargeld tanken kann sich in Tansania auch ganz schön hinziehen. Zwar gibt es inzwischen jede Menge ATM und das auch in kleineren Städten, jedoch ist nur ca. die Hälfte betriebsbereit und man muss auch immer die richtigen Banken für die jeweils verwendete Karte finden. Wir holen Bargeld mit einer Maestro-Karte der Sparkasse und waren im Laufe der Reise bei folgenden Banken (incl. Limiten, je Abhebung) erfolgreich.

Stanbic Bank – je 100.000,-TSH je Abhebung
Exim Bank – je 200.000,-TSH je Abhebung
Barclays Bank – je 400.000,-TSH je Abhebung

Alle anderen Banken haben sich uns verweigert, selbst wenn das Maestro-Zeichen am ATM prangte. 😠

Jetzt war die Arbeit erledigt und der Urlaub konnte endlich losgehen. Wir brachen auf zu unserem ersten Ziel, dem Arusha Nationalpark. In weniger als einer Stunde war er erreicht. Bis auf die letzten 2km alles auf Asphalt.

Doch bevor es in den Nationalpark ging, checkten wir kurz in unsere Unterkunft, der Colobus Mountain Lodge, ein, machten dort das Dinner klar und bauten das Zelt auf. Das Zelt war sehr klein (2m x 1,2m). Unsere Isomatten passten gerade so hinein und bei einer Körpergröße von 1,96m hatte ich immer Kontakt zu Zeltwand.

Dann ging es aber endlich los in den Nationalpark. Den Eintritt konnten wir mit Visa bezahlen und auch eine Landkarte des Nationalparks konnten wir am Gate erwerben. Während Kathrin eincheckte hatte ich meinen Spaß mit 3 kleinen Kids, die bei mir Ihre ersten in der Schule erworbenen Englischkenntnisse ausprobieren wollten.

Unser erstes Ziel im Arusha National Park war der Ngurdoto Crater. Bald schon tauchten wir in dichten Bergwald ein. Bei so dichter Vegetation rechneten wir uns keine allzu großen Chancen auf Tierbeobachtungen aus, wurden aber positiv eines besseren belehrt. Wir waren noch nicht lange unterwegs, da sahen wir die ersten Colobus Affen und es wurden immer mehr. Ganze Bäume voll mit diesen wunderschönen Tieren.

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Aber auch in den Büschen direkt am Weg turnten die afrikanischen Frackträger umher, so dass ich trotz der schwierigen Lichtverhältnisse ganz passable Fotos von ihnen machen konnte. Meist waren sie am rumtoben, was herrlich mit anzusehen war, aber manchmal hielten Sie zum Glück für den Fotografen auch still. Solche Fotos waren mir bislang noch nie geglückt und so hatten wir schon nach sehr kurzer Zeit unser erstes Urlaubs-Highlight.

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Auf schmaler, aber einfach zu befahrener Fahrspur ging es durch beeindruckenden Bergwald zum Kraterrand.

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Unser Ziel war der Leitong viewpoint, der mit 1853m höchste Punkt des Kraterrandes. Von hier hatten wir einen super Blick sowohl in den Krater als auch auf den Rest des Nationalparks. Leider konnten wir keine Tiere im Krater entdecken. Die in der Karte eingezeichnete Fahrspur um den gesamten Krater herum gibt es übrigens nicht mehr. Die Fahrspur führt heute nur noch bis zum Leitong viewpoint und zum Buffalo point.

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Blick in den Ngurdoto Crater


Heute war eindeutig Affen-Tag. Auch auf dem Weg vom Krater herunter sahen wir wieder zahlreiche Colobus durch die Büsche und Bäume flitzen. Aber auch Grüne Meerkatzen, Diadem-Meerkatzen und Paviane konnten wir beobachten. Teilweise alle gleichzeitig von einem Standort aus.

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Unser nächstes Ziel in Nationalpark waren dann die Momella Seen. Als erstes steuerten wir in dem Gebiet den „Boma la megi viewpoint“ an, von dem aus man einen schönen Überblick über die Seen hat. Als ich dort eine Cola aus dem Kühlschrank nehmen will, blinkt die „Error-Leuchte“. Es dauert einige Zeit, bis ich herausbekomme, wie ich das Teil wieder zum laufen bringe. Einfach ein hartes Reset indem der Stecker gezogen wird. Das Prozedere gibt’s ab jetzt mindestens einmal pro Tag, meist aber häufiger.

In diesem Teil des Parks finden sich viele Giraffen und größere Gruppen von Wasserböcken. Diese führten zahlreiche Kälber, die sich für Antilopen ausgesprochen neugierig zeigten. Sagte ich schon, dass Wasserböcke meine Lieblings-Antilopen sind? Die sind so herrlich puschelig und die Kleinen geradezu flauschig. Wie frisch mit Perwoll gewaschen.

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Die Momella Seen sind Sodaseen. Als Tränke für die Wildtiere fallen sie damit aus, sind dafür aber bei den Flamingos sehr beliebt. Die Ufer und die flachen Stellen der Seen sind deshalb auch durchgehend rosa gesäumt.

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Unterwegs bei den Momella Seen fingen wir uns dann noch einen Rüffel von einer Rangerin ein. Die Strecke ist Einbahnstraße und wir wären als Geisterfahrer unterwegs. Sie hatte recht. Ich hatte mich auf die Karte des Nationalparks verlassen und nicht auf die Beschilderung vor Ort geachtet. Leider ist die Richtungsangabe in der Karte falsch eingezeichnet. Mit der Ermahnung lies es die Rangerin dann aber glücklicherweise auch bewenden.

Unseren Sundowner genossen wir dann bei den Serengeti Plains. Leider ohne Sonne, da sich diese hinter Wolken und dem Mount Meru versteckte, dafür aber mit Zebras und Büffeln unweit des Wagens, auf dessen Dach wir saßen.

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Zurück auf unserer Campsite reichte die Zeit dann gerade noch für eine schnelle Dusche, bevor es zum Dinner ging.


Colobus Mountain Lodge

1km vom Gate des Arusha National Parks entfernt und somit sehr günstig gelegen. Kein warmes Wasser. Die Campsite ist eine von Gebäuden, Bäumen und Büschen umgebene kleine Wiese ohne jede Aussicht, was mir nicht so gefiel. Auf der Campsite brennt die ganze Nacht Licht, was ich nicht mag. Das 4-Gänge Dinner war sehr lecker, reichlich und günstig. Das Bier leider nicht kalt.

Auch wenn mir das Dinner sehr zusagte, würde ich mir beim nächsten Mal eine der anderen Lodges mit Campsite in der Nähe des Gates ansehen und dort oder auf der public campsite des Arusha National Parks übernachten.
Teil 421. Jan. 2013
3.Tag (Mo. 24.12.2012)
Arusha National Park – Mambo View Point Lodge

300km

Die Nacht habe ich sehr schlecht geschlafen. Es war…
  • zu heiß (ich hatte mich noch zu wenig mit den Belüftungsmöglichkeiten des Zeltes vertraut gemacht).
  • zu hell (die Campingplatzbeleuchtung lies sich nicht abschalten).
  • zu laut (man hörte die umliegenden Dörfer und Kathrin hat tierisch geschnarcht).
Unser erstes Ziel war Moshi. Hier wollten wir unsere noch recht dürftigen Bargeldbestände weiter auffüllen, was auch gelang. Allerdings wieder nur mit den Minibeträgen von Exim und Stanbic.

Während Kathrin sich um das Geld kümmerte, schaute ich mich in den umliegenden Geschäften nach Getränkedosen um. In Arusha haben wir Cola light, Tonic water und Bitter lemon nur in Glasflaschen gefunden, was ziemlich nervig ist. Die Flaschen sind schwer, umständlich zu entsorgen, brauchen viel Platz und was am schlimmsten ist – machen durch ihr Scheppern einen Höllenlärm. In einer kleinen Grocery wurde ich fündig und kaufte gleich mal den Laden leer. Waren allerdings leider nur 6 Dosen Cola light und 7 Dosen Tonic water. 😵

Bis Same blieben wir auf dem guten Asphalt. Da es noch früh am Tage war, entschieden wir uns dort für die Alternativ-Strecke, welche zwischen den South Pare Mountains und dem Mkomazi National Park verläuft. Überwiegend handelt es sich bei dieser Strecke um Piste, teils recht rau, teils auch sandig, aber immer gut zu befahren. Bei Gonja ist sogar ein kurzes Stück Asphalt.

Die Landschaft gefällt uns sehr. Die ganze Zeit ragen rechts von uns die dunkelgrünen Pare Mountains auf, während wir durch typisch afrikanische Dornbuschsavanne fahren. Dort wo das Land fruchtbar ist, finden sich auch gleich Dörfer, deren Umgebung landwirtschaftlich intensiv genutzt wird.

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Kurz hinter Ndundu will uns „Susi“ (unser Navi) auf eine Abkürzung schicken, die in keiner unserer Karten verzeichnet ist. Sollen wir es wagen? Wir beratschlagen kurz. Noch sind wir risikobereit und liegen heute auch gut in der Zeit, so dass wir es wagen. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es handelt sich um eine teilweise sehr schmale, sandige Fahrspur, die durch die trockene Savanne führt.

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Die Orientierung ist trotz Navi nicht einfach. Einmal müssen wir bei der Durchquerung eines ausgetrockneten Flussbettes ganz schön suchen, um den Weg hinaus zu finden, da zahlreiche Rinderherden alle Spuren zertrampelt haben. Am schwierigsten sind aber die Dorfdurchquerungen. Am Dorfeingang lösen sich alle Spuren auf und es ist gar nicht so einfach, den Punkt zu finden, wo die Piste auf der anderen Seite das Dorf wieder verlässt. In den Dörfern selbst gibt es keine Pisten und Wege. Man kann überall und nirgends entlang fahren. Ist manchmal ein seltsames Gefühl, da man zeitweise den Eindruck hat, bei den Bewohnern durch den Vorgarten zu fahren. Es wird aber überall freundlich gewunken, was mein Gewissen dann wieder beruhigt.

So langsam kommen die Usambara Mountains in Sicht und ragen schon bald steil über uns auf.

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Irgendwo dort oben liegt die Mambo View Point Lodge.

Das wir uns trotz nur einer Übernachtung für die sehr abseits gelegene Mambo View Point Lodge entschieden haben, liegt in erster Linie daran, dass auf deren Homepage noch eine alternative Zufahrt zur Strecke über Lushoto genannt wurde und wir die Lodge so sehr gut in unsere Rundtour integrieren konnten.

Die Strecke führt in nur 15km aus der Ebene bei Mnazi ins auf fast 2000m hoch gelegene Bergdorf Mtae, in dessen Nähe die Lodge liegt. Die Strecke ist ein Fest für jeden 4x4-Fan. Die ganze Zeit geht es steil in engen Serpentinen und über heftige Auswaschungen und Felsstufen bergauf. Ich lasse mir Zeit und fahre die ganze Strecke in Untersetzung und auch da nur im 1. und 2. Gang. Traktion ist hier alles und in Untersetzung verhindert man am besten durchdrehende Reifen und schont auch ansonsten das Fahrzeug. Unsere Flaschen scheppern hier weniger als auf den normalen Wellblechpisten.

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Ringsum konnten wir schon die ganze Zeit während des Aufstiegs Gewitterschauer sehen, wir haben aber Glück und der erste Schauer trifft uns erst, als wir Mtae schon erreicht haben. Bei Nässe ist die Strecke mit Sicherheit eine ganz andere Nummer und ich würde dann von einer Befahrung dringend abraten.

So wie es für mich den Anschein hatte, ist die Piste einst sehr aufwendig angelegt worden und dann später dem Verfall Preis gegeben worden. Würde mich nicht wundern, wenn sie noch aus der deutschen Kolonialzeit stammt, da die Deutschen gerade in den Usambara Mountains sehr viel für die Infrastruktur getan haben.

Sowie wir in den Bergen sind, wir auch die Vegetation grüner, dichter, intensiver. Hier in den Bergen herrscht ein ganz anderes Klima. So ist die Region sehr fruchtbar, dicht bevölkert und intensiv landwirtschaftlich genutzt. Auch die steilsten Hänge werden bewirtschaftet, Terrassenfelder sind jedoch unbekannt.

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An der Lodge angekommen bauen wir schnell unser Zelt auf, bevor sich die Wege von Kathrin und mir trennen. Während Kathrin sich lieber in den sehr guten Sanitäranlagen der Lodge, die auch mit Warmwasser begeistern, der Körperpflege widmet, schnappe ich mir mein Buch und ein Bier und mache mich auf den Weg zum Sundowner Point. Wer hat da wohl die bessere Wahl getroffen? Ich muss leider zugeben – Kathrin 🙁 . Sieht zunächst auch noch alles nach einem prächtigen Sonnenuntergang aus…
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…so kommt dann doch in ungeahnter Geschwindigkeit ein Gewitter auf und ehe ich mich versehe gießt es um mich herum, wie aus Kübeln. Zwar bin ich am Sundowner Point durch ein Makuti-Dach vor dem Regen geschützt; was hilft mir das aber, wenn in 15 Minuten das Dinner beginnt? Ich warte noch solange, wie möglich, aber der Regen lässt nicht nach. Der Weg zurück zur Lodge ist auch nur kurz, aber als ich dort ankomme, habe ich keinen trockenen Faden mehr am Leib und bin ganz schön am frieren. Hier oben herrschen deutlich niedrigere Temperaturen, als in der Ebene.

Das Dinner findet an einer großen Tafel gemeinsam mit allen Gästen der Lodge statt. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Mitarbeiter irgendwelcher NGO’s, die hier der Hitze entfliehen und die Weihnachtstage verbringen. Irgendwann fällt der Strom aus – es werden Kerzen aufgestellt und die Stimmung ist richtig weihnachtlich.

Bevor wir schlafen gehen können, müssen wir noch das Zelt trocken legen. Bei stärkerem Regen ist es klar überfordert. 😠 Man gut, dass wir nicht mehr die Zeit hatten, vor dem Gewitter Isomatte und Schlafsäcke ins Zelt zu schaffen.


Mambo View Point Lodge

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Das niederländische Paar Marion und Herman hat hier am Ende der Welt, in einmaliger Lage, eine sehr nette Unterkunft geschaffen. Gemütliches Restaurant mit Kamin und WIFI.

Das Dinner gab es als Buffet, es war ausgesprochen lecker. Wer zu spät kam, musste allerdings mit einer stark eingeschränkten Auswahl vorlieb nehmen. Man gut, dass ich noch nie zu spät zu einem Buffet kam. 😊 Das Frühstück hat uns nicht zugesagt.

Die Sanitärbereiche sind sehr gut.

Die Campsite ist nicht mit dem Wagen zu erreichen, was Selbstverpflegung zumindest sehr aufwendig macht. Leider sind die Stellplätze von dichten Büschen umgeben, so dass man von Ihnen nicht den tollen Ausblick genießen kann.

Es werden von der Lodge zahlreiche geführte Wanderungen angeboten, die sich sehr interessant anhören. Wenn wir noch einmal hierher kommen, dann sicher für mehr als eine Nacht, so dass wir auch eine Wanderung unternehmen können.

Man kann mit Visa zahlen.
Teil 524. Jan. 2013
4.Tag (Di. 25.12.2012)
Mambo View Point Lodge – Beach Crab Resort

290km

Es regnete noch bis kurz nach Mitternacht und unsere Schlafsäcke waren morgens von außen recht nass. Zum Glück hatten wir uns auch für diese Reise entschieden, die guten Schlafsäcke mitzunehmen. Diese haben als Außenhülle eine Microfaser-Membran und sind spritzwasserdicht.

Heute gibt’s einen Wecker, mit dem wir hier in den Bergen nicht gerechnet hätten. Schon kurz vor der Dämmerung quäkt der Muezzin los. Er begnügt sich auch nicht mit dem üblichen „Allahu akbar“, sondern hält anscheinend das gesamte Frühgebet über Lautsprecher; auf jeden Fall ist er über eine viertel Stunde am schnacken.

Nach einem eher mäßigen Frühstück 😐 verabschieden wir uns von Marion und Herman und mit einem letzten Blick zurück zur Lodge machen wir uns auf den Weg Richtung Lushoto.

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Keine Ahnung, ob “Susi” uns aus dem Gewirr von Pisten eine eher suboptimale Route zusammengestellt hat, oder ob es nach Regenfällen hier keine einfachen Pisten gibt. Auf jeden Fall sind die ersten 20km eine ernsthafte Herausforderung. Durch den Regen der letzten Nacht aufgeweicht, schlammig und sehr rutschig, ist die teilweise durch steile Hänge führende Piste oftmals so schmal, dass sie auch als etwas breiterer Wanderweg durchgehen könnte. Da war keine Toleranz für Fehler. Einmal ins rutschen gekommen, hätte man sich im Tal wieder gefunden. Dem entsprechend angespannt war ich die ganze Zeit. Die Krönung waren dann die Brücken. Anscheinend mit größerem Vertrauen an Gott, als die Regeln der Statik errichtet, waren sie sicher schon spannend zu befahren, als sie neu erbaut waren. Das lag aber anscheinend schon einige Zeit zurück, denn es fehlten bereits einige Bretter. Am schlimmsten war gleich die erste Brücke und der Grund sie zu überqueren lag einzig darin, dass es auf der schmalen Piste absolut keine Chance gegeben hätte um zu wenden und die Alternative darin bestanden hätte, die Piste mehrere Kilometer rückwärts bis ins letzte Dorf zu fahren. Also die Wahl zwischen Pest und Cholera. Es ging dann aber doch alles gut, auch wenn die Bretter und Balken unter gut vernehmlichen Ächzen etwas nachgaben. Die nächsten Brücken sahen dann zwar nicht gut, aber doch besser als die Erste aus, so dass auch dort ein Umdrehen für uns nicht in Frage kam.

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Dies war noch eine der besseren Brücken, aber bei den wirklich heftigen Brücken brauchte ich Kathrin als Einweiserin und nicht als Fotografin.

Als die Strecke endlich besser wird, kann ich auch wieder die satt grüne Landschaft genießen. Bis auf einige kleinere „Forrest Reserves“ wird jeder verfügbare Quadratmeter Boden intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die Fahrt durch die Usambara Mountains hat mich von der Landschaft stark an Uganda erinnert.

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In den Dörfern waren wir für die Kids immer eine große Sensation. Sie winkten oder kamen angerannt, meist laut „Muzungu“ schreiend. Gebettelt wurde aber nicht ein einziges Mal.

In Lushoto hatte uns dann der Asphalt wieder. Die gut ausgebaute Bergstraße führte uns in vielen Kurven wieder hinunter in die Ebene zur B1, die wir in Mombo wieder erreichten. Als wir dort kurz anhalten sind wir sofort von einem Pulk Pflaumenverkäufer umringt. Alle haben ein gelbes Shirt mit einer individuellen Nummer darauf an – ist trotz des vermeintlichen Chaos wohl voll durchorganisiert.

Bis zur Küste bleiben wir dem Asphalt treu. Mit jedem Kilometer wird es heißer und auch der Wind nimmt zu, bringt aber keine Erfrischung. Es gibt zahlreiche Sisal-Plantagen. Anscheinend kann sich diese Naturfaser noch immer recht gut gegen moderne Kunstfasern behaupten.

Wir ignorieren „Susi“, als sie uns von Muheza direkt nach Pangani schicken will, denn wir wollen in Tanga noch Einkaufen, vor allem Brot.

Den Umweg hätten wir uns aber schenken können. Tanga ist ein echt totes Nest. Es gibt noch nicht einmal einen vernünftigen Tante Emma Laden. Brot ist nicht zu bekommen. Die im Reiseführer eingezeichnete Bäckerei existiert nicht mehr. Es gibt einen riesigen Markt, aber abgesehen von ein paar kleinen Obst&Gemüse Ständen gibt es nur hunderte von Klamottenverkäufern. Wer soll all die Kleidung kaufen und tragen? 😵

Von der Piste von Tanga nach Pangani hatte ich mir mehr versprochen. Zwar verläuft sie entlang der Küste, das Meer kann man aber nur sehr selten sehen. Dazu ist sie noch sehr rau, so dass wir ordentlich durchgeschüttelt in Pangani ankommen.

Die Fähre über den Pangani River steht schon bereit. Während Kathrin noch zahlt, kann ich schon auf die Fähre fahren.

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Die Kosten sind mit 5.000,-TSH für das Auto incl. Fahrer und 200,-TSH für jede weitere Person absolut im Rahmen. Der Pangani River macht hier schon eher den Eindruck einer weiten Meeresbucht. Das Wasser zeigt sich in herrlichem blau und in der Ferne sieht man einige Dhaus.

Nach der Fähre sind es nur noch wenige Kilometer über weiterhin recht raue Piste zum heutigen Tagesziel, dem Beach Crab Resort.

Nach der sehr netten Begrüßung bauen wir schnell unser Zelt auf. Außer uns sind nur zwei europäische Fahrzeuge auf Trans-Afrika-Tour auf der Campsite.

Dann geht’s ab ins Wasser. Die erhoffte Abkühlung bleibt bei unglaublichen 36°C allerdings aus. Solche Wassertemperaturen kannte ich bislang nur aus meiner Badewanne.

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Da die Sonne hier am indischen Ozean leider auf der „falschen“ Seite untergeht, fällt ein spektakulärer Sonnenuntergang aus. Der GinTonic schmeckt aber trotzdem. 😉

Abends veranstaltet das Resort anlässlich Weihnachten ein großes Fisch-Barbecue. Baracuda, Zackenbarsch, Octopus und Prawns bis zum platzen. Dazu ein umfangreiches Salat-Buffet, u.a. mit leckerem rheinischen Kartoffelsalat. 😄

Die Tische wurden dafür alle aus dem Restaurant herausgebracht, um eine lange Tafel direkt am Strand aufzubauen. Beleuchtung nur mit Kerzen und Öllampen. Wir haben das gute Essen und die romantische Stimmung sehr genossen. Das war auch ohne Schnee und Tannenbaum weihnachtlich.

Die Internationale Gäste-Schar ist auch hier zur Hälfte bei NGO’s in Tansania tätig und spannt für ein paar Tage an der Küste aus.

Ein netter Verdauungs-Spaziergang führt uns bei fast vollem Mond zurück zur Campsite. Dabei können wir auch endlich die namens gebenden Beach Crabs entdecken. Sie sind nachtaktiv und laufen jetzt zu hunderten über den Strand. Leider sind sie sehr scheu. Daneben entdecken wir auch noch an Land lebende Einsiedlerkrebse.



Beach Crab Resort:

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Urige Anlage direkt am Strand. Deutsche Besitzer. Umfangreiches Sportangebot (Paddeln, Surfen, Tauchen, Beach-Volleyball)

Schönes Bar/Restaurant direkt am Strand. Sehr nettes Personal.

Sehr gute Küche, leckeres selbst gebackenes Brot, welches man hier auch zum mitnehmen kaufen kann.

Die Campsite unter Palmen liegt in der ersten Reihe, direkt am Strand.

Erstklassiges Preis/Leistungs-Verhältnis. Man kann mit VISA zahlen.

Einziges Manko der Anlage ist, dass aus den Duschen nur Salzwasser kommt. Wer eine empfindliche Haut hat, bekommt da vielleicht Probleme.
Teil 628. Jan. 2013
5.Tag (Mi. 26.12.2012)
Beach Crab Resort – Saadani National Park

136km

Wo hier am indischen Ozean schon die Sonnenuntergänge ausfallen, will ich doch zumindest den Sonnenaufgang genießen und werde für mein frühes Aufstehen großzügig entschädigt.

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Wir haben es nicht eilig, ist unser heutiges Tagesziel, der Saadani National Park, doch nur eine Stunde Fahrzeit entfernt. So bietet sich die Gelegenheit zu einem etwas opulenteren Frühstück. Mein Tomaten-Bacon-Käse-Omelett ist ja sowieso immer ein Hit, aber hier unter Palmen mit Blick auf’s Meer schmeckt es gleich doppelt so gut.

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Während Kathrin abwäscht, breche ich das Camp ab und packe den Wagen. Die Arbeitsteilung klappt wie immer gut, so dass wir nach dem Frühstück schnell startklar sind. Die Piste zum Saadani Nationalpark stellt auch keine großen Herausforderungen und ruckzuck sind wir am Gate. Hier kann man aber nur den Eintritt für die Personen und das Auto entrichten (nur bar); die Bezahlung der Campsite muss am Headquarter erfolgen. Somit steht unser nächstes Ziel fest.

Am Headquarter erfahren wir dann, dass die Sanitäranlagen der Campsite nicht funktionieren. Kathrin kann aber erreichen, dass wir auf dem Gelände der TANAPA-Bandas zelten dürfen und die Schlüssel für eine Banda bekommen, um dort Dusche/WC nutzen zu können. Die Bandas sind schlicht, aber sauber und funktionell eingerichtet. Für Nicht-Camper sicherlich eine gute Alternative, um hier im Nationalpark günstig zu übernachten.

Es ist inzwischen unerträglich heiß geworden. Glücklicherweise hat es hier auch ein Makuti-Dach unter dem wir im Schatten Zuflucht finden. Von dort hat man einen schönen Blick auf’s Meer. Ab und zu schafft eine Brise vom Meer etwas Abkühlung, jedoch immer nur für kurze Zeit. Bis 15:00Uhr halten wir Siesta, dann brechen wir auf zum nachmittäglichen Gamedrive.

Der Gamedrive ist eine ziemliche Enttäuschung. Es gibt nur wenige Tiere. Von den Tieren, die wir sehen, sind alle außer den Pavianen weit weg oder extrem scheu, so dass sie flüchten, sowie sie uns wahrnehmen. In den meisten Fällen können wir die Tiere noch nicht einmal sicher bestimmen, von fotografieren ganz zu schweigen. Einzig bei Zebras und Büffeln waren wir uns sicher. Von Giraffen finden wir lediglich Fußspuren und von Elefanten nur deren Hinterlassenschaften.

Dieses Foto eines Seeadlers war unser bestes Tierfoto des Tages. 🙁
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Ich vermute, dass der Saadani National Park einfach noch zu „jung“ ist und sich die Tiere deshalb noch nicht daran gewöhnt haben, dass von den Menschen keine Gefahr mehr ausgeht. Ich werde sicher erst in frühestens 10 Jahren einen neuen Versuch mit diesem Nationalpark unternehmen.

Aufgrund des enttäuschenden Gamedrives sind wir schon früh zurück und lassen uns auch von der auf der falschen Seite untergehenden Sonne nicht von einem Sundowner am Strand abhalten.

Das Makuti-Dach ist gut ausgestattet. Neben Tischen und Stühlen hat es auch Strom und Licht zu bieten. So luxuriös konnte ich auf dieser Reise nur selten kochen. Es gab Gemüse-Curry in Kokosmilch, der Auftakt zu drei sehr fleischarmen Wochen. Dies ist einer der großen Unterschiede zu Reisen ins südliche Afrika.
Teil 731. Jan. 2013
6.Tag (Do. 27.12.2012)
Saadani National Park – Dar es Salam „south Beach“

150km

Auch heute hat sich das frühe Aufstehen wieder voll gelohnt, denn wir werden erneut mit einem fantastischen Sonnenaufgang am Strand verwöhnt.

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Während wir gemütlich am frühstücken waren, hat sich heimlich ein Gewitter angeschlichen. 😗 Nee wirklich - Blitz und Donner gibt es erstmalig in dem Moment, wo der Himmel seine Schleusen öffnet. Aufgrund der enormen Hitze hatten wir für die Nacht nur das Innenzelt aufgebaut, so dass unser Zelt jetzt komplett ohne Regenschutz da steht. Ich schaffe es gerade noch Isomatten und Schlafsäcke zu retten. Nach dem Regen konnten wir das Zelt als Badewanne nutzen.

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Dank des Makuti-Daches fällt aber wenigstens das Frühstück nicht ins Wasser. So schnell Der Regen gekommen ist, so schnell ist er auch wieder vorbei. Ich bin immer wieder erstaunt, welche Wassermassen in Afrika in kürzester Zeit vom Himmel fallen.

Es wird auch weiterhin nicht langweilig beim Frühstück. Kaum ist der Regen vorbei, taucht eine große Gruppe Grüne Meerkatzen auf – mehr als 20 Tiere. In kürzester Zeit sind wir umzingelt. Es ist Zeit für den ersten Einsatz unserer Zwille. Deren Anblick stoppt zunächst einmal den Vormarsch der Affen und ein Schuss in die Büsche über ihnen ist dann schon Argument genug um sie zum weiterziehen zu bewegen.

Aufgrund unserer gestrigen Erfahrungen verzichten wir auf einen weiteren Gamedrive und machen uns direkt auf den Weg. Die in allen Karten und Berichten als „under construction“ beschriebene Brücke über den Wami-River, der südlichen Begrenzung des Saadani National Parks, ist inzwischen fertig gestellt. Somit ist es jetzt möglich, von Tanga bis Dar es Salam durchgehend entlang der Küste zu fahren, was einige größere Umwege erspart. Der Ranger am Gate kann einige Brocken Deutsch, die er gerne zum Besten gibt. Die Menschen in Tansania haben großes Interesse an Fremdsprachen und versuchen jede Gelegenheit zu nutzen sich in ihnen zu üben.

Unser nächstes Ziel war dann Bagamoyo, die Hauptstadt der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika. Wir hatten nicht viel Zeit und wollten nur mal kurz in das alte deutsche Fort hereinschauen. Als dort dann gleich jede Menge Guides auf uns zukamen, war uns das zu stressig in der Eile und wir verzichteten. So gab es nur eine kleine Stadtrundfahrt. Was wir dort sahen, bestärkte uns aber darin, mit mehr Zeit hierher zurück zu kommen und am besten im Ort zu Übernachten. In Bagamoyo scheint die Zeit seit Abzug der Deutschen Kolonialherren stehen geblieben zu sein. Alles macht einen verschlafenen, leicht morbiden Eindruck, da viele Kolonialgebäude dem Verfall Preis gegeben wurden.

Je mehr wir uns dann Dar es Salam näherten umso dichter wurde der Verkehr. Hinzu kam noch, dass auf der Zufahrtsstraße von Bagamoyo kilometerlang Baustelle war. Insgesamt muss ich aber sagen, dass das Autofahren in Dar es Salam wesentlich entspannter als in anderen afrikanischen Großstädten ist. Es wird sehr gelassen und rücksichtsvoll gefahren – fast schon amerikanisch. Wird in Nairobi zum Beispiel um jeden Zentimeter Strasse gekämpft, ist es in Dar es Salam überhaupt kein Problem in eine viel befahrene Strasse einzubiegen. Innerhalb kürzester Zeit hält jemand an und lässt einen vor.

Natürlich wollten wir auch die Vorteile einer Großstadt nutzen und Bargeld ziehen sowie einkaufen. Es ist unglaublich, wie viele ATM’s außer Betrieb waren. Zum Einkaufen fuhren wir zur Mlimani City Mall und sind erstaunt, als wir dort ankommen. So etwas hätten wir eher in den USA erwartet, aber nicht hier in Tansania, wo es in den meisten Großstädten noch nicht einmal einen normalen Supermarkt gibt. Hier gibt es alles, was wir suchen. Endlich auch Cola light in Dosen, wovon wir gleich mehrere Paletten kaufen.

Um zum south Beach von Dar es Salam zu kommen, müssen wir die Kigamboni Fähre nehmen. Ist mit 2.000TSH für Auto incl. Fahrer und 200TSH für jede weitere Person sehr günstig. Obwohl inzwischen 2 Fähren eingesetzt werden, betrug die Wartezeit doch fast eine Stunde. Besonders unangenehm durch die Hitze. Dazu steht man zunächst auch noch direkt neben dem Fischmarkt, von dem bei diesen Temperaturen ein bestialischer Gestank ausgeht. Rückt man dann in der Schlange weiter vor, wird die olfaktorische Qual durch eine Übung in extremer Selbstbeherrschung ersetzt. Permanent versuchen Eisverkäufer ihre Ware an den Mann zu bringen. Ein leckeres Eis wäre der Traum bei diesen Temperaturen, aber mein Vertrauen in eine lückenlose Kühlkette ist hier in Tansania nicht sehr groß und Magenprobleme kann man woanders auch besser auskurieren. Letztendlich siegt der Kopf über den Bauch.

Auf der Fähre ist es dann gerammelt voll. Die Autos stehen dicht an dicht. Jeder Zwischenraum ist mit Menschen und Gepäck gefüllt. An Aussteigen ist nicht zu denken.

Nach der Fähre sind es nur noch wenige Kilometer bis zu unserer Unterkunft, dem Kipepeo Beach Resort. Dort angekommen brauche ich erst einmal eine Kompensation für den Eisverzicht und gönne mir einen leckeren kleinen Mittagssnack an der Bar.

Baden gibt’s heute nur in der Kurzversion, denn ich habe mir bei der Autofahrt einen kräftigen Sonnenbrand auf den Oberschenkeln geholt. Den Rest des Tages verbringen wir lesend im Schatten. Zwischendurch plaudere ich noch ein wenig mit Gilbert, einem schweizer Motorradfahrer, der aus Addis Abeba hierher gefahren ist und gerade festgestellt hat, dass die Pistenverhältnisse zu einem doppeltem Rahmenbruch an seinem Motorrad geführt haben.

Nach dem sehr leckeren Abendessen genießen wir noch ein paar GinTonic bzw. Weißwein am Strand und beobachten dabei ein Gewitter, das sich mit kräftigem Wetterleuchten über dem Meer austobt.

Mit burischen Wagenburgen muss man sich übrigens nicht nur im südlichen Afrika rumärgern. Zurück an unserem Zelt müssen wir feststellen, dass uns solch eine Wagenburg bis auf 2m auf die Pelle gerückt ist. Der Grill steht 5m von unserem Zelt entfernt und wird noch kräftig frequentiert. So dauert es dann einige Zeit bis wir einschlafen, um dann um 4:00Uhr geweckt zu werden, weil die Buren ihre Wagen umparken. 😈 Von den ebenfalls auf der Campsite übernachtenden Overlandern bekommen wir dagegen überhaupt nichts mit.


Kipepeo Beach Resort:

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Die Anlage ist ein beliebtes Ausflugsziel für die tansanische Mittelschicht und die Expats aus Dar es Salam.

Schöne Campsite mit überdachten Bank/Tisch-Kombinationen. Offiziell ist es zwar nicht erlaubt, Zelte unter diesen Überdachungen aufzubauen, es hält sich aber niemand daran. 😗

Große saubere Sanitäranlagen. Aus den Duschen kommt endlich mal richtig viel Wasser raus.

Das Restaurant bietet sehr leckere Swahili-Küche. Die Portionen sind etwas klein – wir haben beide jeweils zwei Gerichte gebraucht um satt zu werden. Man sitzt überdacht oder im freien direkt am Strand.


P.S.: Für diejenigen, die sich bei der Beschreibung solch reiner Reisetage eher langweilen, hier schon einmal eine Vorankündigung: Der nächste Tag bietet endlich wieder die afrikanische Tierwelt. 🤩
Teil 804. Feb. 2013
7.Tag (Fr. 28.12.2012)
Dar es Salam „south Beach“ – Selous Game Reserve

195km

Nach der nächtlichen Ruhestörung durch unsere südafrikanischen Nachbarn schliefen wir wieder ein …und verschliefen prompt den Sonnenaufgang. 🙁

Wir konnten uns heute Morgen dann aber Zeit lassen, also gab es wieder ein leckeres Omelett.

Die Anreise zum Selous Game Reserve geht von Dar es Salam recht fix. Bis Kibiti hat man makellosen Asphalt unter den Rädern. Man kommt schnell voran, an manchen Stellen zu schnell, wie mir ein freundlicher Polizist mit Laserpistole mitteilte. Ich hatte eine Tempo 50 Zone übersehen was mich 30.000TSH kostete. Wenn man berücksichtigt, dass ich mit ca. 110km/h unterwegs war, eigentlich ein Schnäppchen. Mich ärgerte dabei auch nicht der Geldbetrag, sondern dass ich das 50er Schild übersehen hatte.

In Kibiti tankten wir noch einmal voll und bogen dann auf die Zufahrtspiste zum Selous Game Reserve ab. Bis Mkongo handelt es sich um eine Lehmpiste, die größtenteils frisch geschoben war und sich dadurch sehr gut fahren lies.

Ab Mkongo fährt man dann auf einer schmalen, aber guten Sandpiste durch dichten Trockenwald.

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Auf der Piste saßen unzählige Schmetterlinge in riesigen Schwärmen, die leider nicht immer bereit waren wegzufliegen, wenn ein Auto kam. Ab und zu passierten wir kleine Dörfer.

Die kommende Nacht wollten wir noch nicht im Selous Game Reserve verbringen, sondern in einer der Lodges am Mtemere Gate, von denen einige auch eine Campsite anbieten. Unsere erste Wahl war die Ndoto Kidogo Lodge, die aber leider geschlossen war. Als nächstes steuerten wir daraufhin die Jimbazi Lodge an. Die hatte zwar geöffnet, allerdings konnte man die Campsite nicht mit dem Wagen erreichen und hätte die ganze Ausrüstung dorthin schleppen müssen – das mag für geführte Camping-Safaris aufgrund der zahlreichen Helfer in Ordnung sein, für uns kam es nicht in Frage. Aber man empfahl uns das nahe gelegene Hippo Camp, welches wir dann sogleich ansteuerten.

Das Hippo Camp stand in keinem unserer Reiseführer und war eine sehr gute Empfehlung. Hier konnten wir mit dem Wagen auf die Campsite fahren, auch wenn das Auto keine 10cm breiter hätte sein dürfen. Camp und Campsite liegen auf dem Hochufer des Rufiji River, der zusammen mit dem Ruaha River, in welchen er im Park mündet, dass größte Fluß-System Tansanias bildet. Das Zelt konnten wir im Schatten großer Bäume aufstellen, Tisch und Stühle nur wenige Meter weiter direkt am Ufer und ebenfalls im Schatten eines Baumes.

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Die Sanitäranlagen waren sauber und funktionierten sehr gut. Allerdings brauchte man tagsüber aufgrund kaum vorhandener Fenster eine Taschenlampe. Nachts wurden dann Petroleum-Lampen aufgestellt – afrikanische Logik. 😵 Der Preis betrug 15US$ pro Person und Nacht.

Um 15:00Uhr starteten wir zum Gamedrive. In nur 15min. war das Gate erreicht. Hier wollten wir dann auch klären, wie wir die nächsten Tage gestalten. In allen Reiseführern und Berichten heißt es, dass man im Selous Game Reserve nur campen darf, wenn man einen Askari engagiert, der nachts das Zelt bewacht. Darauf hatten wir überhaupt keine Lust. Also waren unsere Alternativen für die nächste Nacht, entweder Camping ohne Askari oder eine zweite Nacht im Hippo Camp. Zu unserer eigenen Überraschung konnte Kathrin tatsächlich erreichen, dass wir ohne Bewachung im Park zelten durften. 🙂 Somit ist alles klar für die nächste Zeit und wir mußten erst einmal eine ganze Stange Geld auf den Tisch legen. Das Selous Game Reserve war mit 75US$ pro Peron/Nacht der teuerste Park unserer Reise.

Für den heutigen Nachmittags-Gamedrive konzentrierten wir uns auf das Gebiet rings um Lake Mzizima und Lake Siwandu. Als wir ans Wasser kamen überraschten wir erst einmal ein Hippo. Anscheinend hatte es solch einen Kohldampf, dass es nicht bis zur Nacht, der für Hippos üblichen Essenszeit, abwarten konnte.

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Der Osten des Selous Game Reserve ist eine flache Schwemmland-Ebene in der sich der Rufiji-River in zahlreiche Seitenarme verästelt und dabei auch mehrere Seen speist. Uns erinnerte diese Landschaft stark an den Moremi Nationalpark im Okavango-Delta.

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Wir sehen viele Tiere, aber auch hier im Selous Game Reserve sind die meisten sehr scheu und somit nicht leicht zu fotografieren.

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Dieser Impala-Bock hat dann wenigstens mal still gehalten. 😎 Er machte einen recht unversehrten Eindruck, weshalb wir annahmen, dass er keinem Raubtier zum Opfer fiel, sondern eines „natürlichen“ Todes starb. Wenn man das Verhältnis von Raubtieren zu Ihren potentiellen Beutetieren sieht, vermute ich sowieso, dass nur die wenigsten Pflanzenfresser gerissen werden.

Sehr schön war ein riesiger Giraffenbulle, der direkt auf der Fahrspur vor uns her galoppierte. Sah aus wie Zeitlupe, war es aber ganz und gar nicht, wie ein Blick auf den Tacho zeigte. Grasfresser wie Wasserböcke, Impalas, Zebras und Gnus sahen wir noch reichlich, aber sie hielten alle nicht still.

Bei den Vögeln war es mit dem fotografieren da schon deutlich einfacher, wie hier bei diesem wunderschönen Nimmersatt, einem Vogel dem ich mich schon allein aufgrund seines Namens verbunden fühle. 🤩

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Zum Sundowner suchten wir uns einen schönen Platz am Ostufer des Lake Mzizima. So hatten wir es nicht weit zum Gate und die Sonne ging mit goldenem Licht hinter dem See unter.

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Zur blauen Stunde waren wir dann wieder zurück im Hippo Camp, wo wir es uns am Fluss gemütlich machten.

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An diesem Abend kochten wir wieder selbst. Es gab grüne Bohnen mit Speck; dazu eine Pfefferrahmsauce und Nudeln – sehr lecker.

Wenn man umher ging knirschte es hin und wieder, als wäre man auf ein Reagenzglas getreten, dass unter den Füßen zerbricht. Es stellte sich allerdings heraus, dass es sich dabei um den anscheinend sehr stabilen (wenn auch nicht stabil genug für meine 100kg) Panzer großer Tausendfüssler handelte, die nachts reichlich auf dem Gelände vorkamen. 😵

Nach dem Essen genossen wir noch einige GinTonic und beobachteten dabei die vielen afrikanischen Glühwürmchen, die hier durch die Nacht schwirrten. Im Gegensatz zu unseren europäischen Glühwürmchen leuchten sie nicht kontinuierlich, sondern sind die ganze Zeit am flackern – halt typisch afrikanisch. 😉
Teil 907. Feb. 2013
8.Tag (Sa. 29.12.2012)
Selous Game Reserve

176km

Der Tag beginnt früh. Noch im Dunkeln bauen wir das Zelt ab und starten ohne Frühstück. So sind wir bei Öffnung des Gates an Ort und Stelle. Den Papierkram hatten wir ja schon gestern erledigt, so dass wir ohne Verzögerung unseren morgendlichen Gamedrive beginnen können.

Unser Plan ist es, entlang der verschiedenen Seen bis zum Lake Tagalala zu fahren, wo sich die Public Campsite befindet.

Die Tierwelt ist wieder zahlreich vertreten, aber wie gesagt recht scheu, was das Fotografieren erschwert. Heute haben wir aber mehr Zeit und Muße, so dass doch die eine oder andere ganz passable Aufnahme gelingt.

Auffällig ist die große Anzahl Giraffen. So viele wie hier im Selous Game Reserve habe ich noch in keinen anderen Park gesehen.

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Endlich sehen wir auch die ersten Elefanten. Die sind natürlich nicht scheu, aber dafür sehr in Eile. Im Stechschritt geht’s ohne anzuhalten oder zu fressen durch Busch und Sumpf. Wir können das über eine längere Strecke beobachten. Würde mich ja schon interessieren, was die so antreibt, zumal wir bald auch andere Elefanten-Herden sehen, die sich in keinster Weise von der Hektik anstecken lassen.

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Auch Vögel gibt es wieder in großer Vielfalt zu beobachten, so wie diese Gabelracke, die gerade erfolgreich Beute gemacht hat. Echt ekelig, was die so fressen. 🤢
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Erst wurde der Hundertfüsser so lange gegen den Ast geschlagen, bis der sich nicht mehr rührte und dann in einem Stück herunter gewürgt. Wenn man bedenkt, dass Hundertfüsser sehr aggressive und giftige Räuber sind, ein mutiger Vogel mit einem robusten Magen.

Zwischen Lake Manze und Lake Tagalala dann das Highlight des Tages – Löwen bei der Paarung. Sie hatten es sich im Schatten unter einem großen Baum gemütlich gemacht und ließen sich durch unsere Anwesenheit überhaupt nicht stören.
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„Baby! Ich komme!“ 😎

Die Geräusche und Grimassen, die die beiden dabei machten waren echt zum schreien. Wir haben uns köstlich amüsiert. Der Löwe entsprach dabei mit seinem Irokesen-Haarschnitt in keiner Weise dem Bild eines dominanten Paschas. Eine prächtige Mähne scheint doch nicht alles zu sein. 😗

Kurz vor 12:00Uhr kamen wir auf der Campsite an. Es gab zwei Makutis. Bei dem vorderen hatte sich schon eine tansanische Großfamilie installiert - das hintere war aber noch frei. Als ich unter das Dach trat, war ich plötzlich umgeben von mindestens einhundert Flughunden, die anscheinend unter dem Dach hängend den Tag verschlafen wollten und jetzt in alle Richtungen davon flatterten. Ich hoffe, die haben sich wenigstens genauso erschrocken wie ich mich. 😛

Das Zelt war schnell errichtet, denn inzwischen knurrte der Magen schon so laut, dass er nicht mehr zu ignorieren war. Während Kathrin Ihre tägliche Obst-Kur auch heute nicht unterbrach, gab’s bei mir wieder einmal ein deftiges Speck-Tomaten-Käse-Omelett. 😁

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Das Makuti-Dach war Gold wert, schütze es uns doch wenigstens vor der Sonne – es war auch im Schatten noch immer fast unerträglich heiß. Ansonsten war eine Infrastruktur auf dieser Campsite eigentlich nicht existent. Wasser gab es gar nicht und Kathrins Gesicht nach dem Besuch des Plumpsklos reichte aus, dass ich dieses Etablissement nie betreten habe. Da unser Makuti ringsum von Büschen umgeben war, hatten wir leider auch keine Aussicht – das andere Makuti stand deutlich freier.

Für den Nachmittag hatten wir uns einen Ausflug zur Stiegler’s Gorge vorgenommen. Die Schlucht wird in allen Reiseführern auf’s Höchste angepriesen und wir waren sehr gespannt. Uns stand eine Strecke von etwas über 50km für den einfachen Weg bevor und wir kamen erstmals in die Berge westlich der Schwemmland-Ebene. Unterwegs überraschte uns ein kurzer Schauer, der gleich dafür sorgte, dass die Pisten um einiges rutschiger wurden. Es trocknete aber schnell wieder ab und die Strecke lies sich im Großen und Ganzen recht gut fahren und führte durch eine sehr schöne grüne Landschaft. Wir sahen unterwegs immer wieder Tiere, wobei es aber schon deutlich weniger sind, als in der Ebene.

Als uns das Navi zeigte, dass wir nur noch wenige Hundert Meter von der Stiegler’s Gorge entfernt sind, verlor sich der Weg. Alle weiterführenden Spuren endeten nach kurzer Zeit oder waren in so desolatem Zustand, dass selbst ich es mich nicht traute ihnen zu folgen. 😠 Zu Fuß weitergehen ist in einem Game Reserve natürlich auch keine Option, wurde doch schon der namensgebende deutsche Naturforscher Stiegler hier von einem Elefanten zu Tode getrampelt. Der dichte Busch versperrte auch jede Sicht, so dass wir noch nicht einmal einem Blick auf die Schlucht erhaschen konnten.

Interessanterweise zweigte ganz in der Nähe aber eine recht gute Piste in Richtung Osten ab. Im Nachhinein nannten wir sie „die Piste, die es nicht gibt“, denn sie ist in keiner Karte eingezeichnet, das Navi kennt sie auch nicht und in allen Reiseführern wir explizit darauf hingewiesen, dass man Stiegler’s Gorge nur von Norden erreichen kann und es keinerlei direkte Verbindung zum Pisten-System in der Schwemmland-Ebene gibt. Genau das bot aber die Piste. Sie führte immer parallel zu Fluss in Richtung Osten. Wo es hinunter in die Ebene ging wurde die Strecke für kurze Zeit etwas anspruchsvoller und wir hatten erstmals einen Blick auf den Rufiji River.

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Zur Navigation im Selous muss ich sagen, dass man ohne Navi keine Chance hat, sich ohne ständiges Verfahren im Park zurecht zu finden. Es gibt keinerlei Ausschilderung und die in der Karte (welche man am Gate erwerben kann) eingezeichneten Pisten sind nur ein Bruchteil der tatsächlich vorhandenen Pisten und stimmen in ihrem eingezeichneten Verlauf nur selten mit der Realität überein. Dazu kommt noch, dass es in der Ebene so gut wie keine Landmarken gibt, an denen man sich orientieren kann. Wer schon mal ohne Navi im Moremi National Park unterwegs war, weiß wovon ich rede.

Beim Kidai Ranger Post hatten wir dann wieder Anschluss zum bekannten Pisten-System. Es war schon recht spät und so fuhren wir auf direktem Weg zum Lake Tagalala, wo wir den Tag auf dem Autodach sitzend ausklingen ließen und zu gegebener Zeit mit Bier und Savannah auf den Sonnenuntergang anstießen.

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Zur Campsite war es nicht mehr weit und wir begannen sogleich mit dem Kochen. Der als Askari bei unseren Campnachbarn stationierte Ranger kam vorbei und lies sich das Permit zeigen. Er war erstaunt, dass wir die Erlaubnis hatten, hier ohne Askari übernachten zu dürfen. Ich befürchtete schon eine längere Diskussion, aber er zuckte nur mit den Achseln und damit war das Thema erledigt.

Als es dunkel geworden ist, hören wir die Löwen brüllen. Die Stelle, wo wir die Löwen bei der Paarung beobachtet hatten ist nur ca. 3km entfernt und das Brüllen kommt aus dieser Richtung. Aus Richtung des Sees hören wir die Hippos – wir lieben die Geräuschkulisse afrikanischer Nächte. Nach dem Abwasch sehen wir noch eine kleine Ginsterkatze im Licht der Taschenlampe.

Noch ein paar kühle Drinks, dann geht’s ins Zelt. Zum Sichtschutz gegen Raubtiere haben wir heute auch das Überzelt aufbauen müssen – das wird eine heiße Nacht. 🙄
Teil 1011. Feb. 2013
9.Tag (So. 30.12.2012)
Selous Game Reserve – Kisaki

103km

Wie immer, wenn es morgens auf Gamedrive geht, verzichten wir auf das Frühstück. Dafür gibt es später dann einen Brunch.

Unser Ziel heute morgen ist das Gebiet südlich und östlich des Lake Tagalala, mit seinen Sand-Rivers. Bei den Sand-Rivers handelt es sich um Nebenarme des Rufiji Rivers, die nur zur Regenzeit Wasser führen und ansonsten ein ausgetrocknetes tiefsandiges Trocken-Flussbett aufweisen. Ganz ähnlich, wie man es von den Revieren in Namibia kennt.

Kilometerweit geht es durch tiefen Sand. Die meiste Zeit brauchen wir die Untersetzung. Luft ablassen ist nicht nötig. Zum Glück, denn so gut die Ausrüstung des Wagens ist, gehören Luftpumpe oder Kompressor doch nicht dazu. Dazu muss aber auch gesagt werden, dass sandige Strecken in Tansania sehr selten sind.

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Tiere sehen wir bei dieser morgendlichen Ausfahrt leider nur sehr wenige, so dass wir schon um 9:00Uhr zurück auf der Campsite sind.

Es sieht nach Regen aus, so dass ich beschließe, zunächst das Zelt abzubauen. Ein guter Entschluss, denn kaum ist es abgebaut, ergießt sich ein kräftiger Schauer über uns, aber das Makuti-Dach hält dicht, so dass wir ungestört essen können.

Nach einer halben Stunde ist der Regen weiter gezogen, doch er hat ausgereicht, dass die Landschaft großflächig unter Wasser steht.

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Wir beratschlagen, was wir mit dem Rest des Tages anstellen sollen, und entscheiden uns, im großen Bogen durch die Kiyanguru Plains zum Matambwe Gate zu fahren, wo wir den Park heute verlassen wollen. Als wir starten, ist das Wasser an den meisten Stellen schon wieder verschwunden und auch die Wege sind schon recht gut abgetrocknet, jedoch immer noch recht rutschig.

Nach ein paar Kilometern kommen wir an einen Graben, den wir die letzten Tage schon mehrfach durchfahren haben, so dass ich mir trotz des Matsches, der sich jetzt am Grund gebildet hat, keine allzu große Sorgen mache. Der Graben ist recht steil und weißt am Grund einen scharfen Knick auf, so dass wir ihn aufgrund unseres großen Hecküberstands nur sehr langsam durchfahren können. Dadurch fehlt uns der Schwung und als die Hinterräder im Schlamm am Grund des Grabens sind, ist Feierabend. Ich hatte eigentlich darauf gebaut, dass die Vorderräder genug Traktion haben, um Die Hinterräder aus dem Schlamm zu ziehen, aber der Weg ist noch zu rutschig. Das ist der Nachteil bei den Pisten in Nationalparks, man steigt ungern aus, um den Weg genau zu begutachten, da man ja nicht weiß, wer hinter den Büschen liegt und die Stelle, wo sich gestern die Löwen paarten, ist nicht allzu weit entfernt.

Wat nu war die Frage. Aufgrund der Lage des Fahrzeuges war von außen kein herankommen an den Kofferraum. Glücklicherweise gab es eine kleine Durchreiche zum Fahrgastraum, so dass ich auf diesem Wege die Schaufel herausfrickeln konnte. Die Schaufel hatte ab diesem Moment dann ihren Stammplatz direkt hinter dem Fahrersitz, wo ich jederzeit an sie herankommen konnte. Den Highlift konnte man in dieser Situation überhaupt nicht einsetzen – ich wäre aber auch nicht an ihn herangekommen, da er ebenfall im Kofferraum seinen Platz hatte. 😕

Ausgraben geht in einem Graben natürlich nicht, man kann nur unterstützende Maßnahmen erledigen. Das hieß in diesem Fall, eine Drainage schaufeln, damit nicht ständig Schlamm nachläuft und Äste vor die Räder legen. Solch klebrigen Morast wie hier hatte ich meinen Lebtag noch nicht erlebt. Innerhalb kürzester Zeit klebte derart viel Lehm an meinen Tewas, dass es mir die Schuhe von den Füßen zog, bzw. man wie auf Plateau-Sohlen ging. Da half alles nichts, hier kam man nur barfuss weiter. Aber auch ansonsten sah ich innerhalb kürzester Zeit wie ein Schwein aus. Nach einer halben Stunde dann der erste Befreiungsversuch. Wir kamen auch recht gut aus dem Grund des Grabens, aber kurz bevor wir den oberen Rand erreichten verloren wir die Traktion und rutschen wieder nach unten. Leider nicht in gerader Linie, so dass wir jetzt auch noch diagonal im Graben standen. 😵

Alle weiteren Befreiungsversuche scheiterten, so dass wir jetzt versuchen mussten externe Hilfe zu bekommen. Gefunden werden wir hier sicherlich nicht so schnell, denn von außerhalb waren wir in dem Graben praktisch unsichtbar. Auch war hier in der Gegend ziemlich tote Hose. Kathrin hatte schon die ganze Zeit auf dem Autodach Ausschau gehalten und noch kein anderes Fahrzeug entdeckt.

Glücklicherweise hatten wir Handyempfang – unglücklicherweise fand sich nirgends in unseren Reiseführern eine Telefonnummer zum Selous Game Reserve und auch auf den Permits gab es nichts dergleichen. So versuchten wir es mit unserem Autoverleiher. Dieser musste jedoch zu seiner Verwunderung feststellen, dass die ihm bekannte Nummer, des für das Selous Game Reserve zuständigen Park Wardens, nicht mehr funktionierte. Aufgrund dieser Erfahrung kann ich nur jedem empfehlen, sich am Gate die aktuelle Nummer des Wardens aufschreiben zu lassen. Wir verständigten uns mit unserem Vermieter, dass wir zunächst einmal abwarten sollten, dass die Piste soweit abtrocknet, dass wir ausreichend Traktion haben, den Graben aus eigener Kraft zu verlassen, ansonsten werde man sehen – Hakuna Matata. 😣

Ich bereitete den Wagen mit Ästen vor den Rädern dann so gut wie möglich vor. Danach hieß es warten. Von Zeit zu Zeit hupte ich kräftig, wir wurden aber von niemandem erhört. Rings umher sahen wir Schauer übers Land ziehen. Wenn uns einer davon erreichen sollte, wäre ohne externe Hilfe eine sehr ungemütliche Nacht garantiert.

Irgendwann kam es, wie es kommen musste. Es fing an zu tröpfeln. Jetzt half kein weiteres Warten mehr – jetzt kam der ultimative Versuch. Ganz sanft Gas geben, damit die Räder möglichst nicht durchdrehen. Der Wagen setzt sich tatsächlich in Bewegung. Dann auf halbem Wege drehen die Räder trotzdem durch. Der Wagen beginnt wieder zurück zu rutschen. Jetzt habe ich nichts mehr zu verlieren und gebe Vollgas. Der Motor röhrt mit voller Drehzahl und die Reifen radieren auf dem Boden, dass es qualmt, aber der Wagen bewegt sich langsam wieder nach oben. JA – JAAAAAA – JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA! Kathrin meint, meinen Schrei der Erleichterung habe man sicher noch an den Gates gehört. 🤩

Solange wir feststeckten hatte ich natürlich mal wieder nicht ans fotografieren gedacht. 🙁

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Wie immer kann man auf einem Foto nicht wirklich erkennen, wie steil das Ganze war. Wenn Ihr aber genau hinschaut, könnt Ihr den Abdruck des am Heck befestigten Reserverades am Gegenhang entdecken. Das sagt schon einiges…

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Der Weg in die Freiheit. Bei Black Cotton Soil reicht schon eine dünne feuchte Schicht an der Oberfläche, um die Piste in eine Rutschbahn zu verwandeln.

Wir suchen uns erst einmal ein schattiges Plätzchen, um abzukühlen und durchzuatmen und zu beratschlagen, wie wir jetzt den Rest des Tages gestalten wollen. Immerhin haben wir 4h in dem Graben verloren.

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Die Fahrt zu den Kinyanguru Plains war natürlich gestorben. Dafür reichte die Zeit längst nicht mehr. Wir beschließen, hier in der Umgebung noch einen kleinen Gamedrive zu machen und dann direkt zu unserer nächsten Unterkunft zu fahren. Ein wenig Entspannung haben wir uns heute verdient.

Das schöne an Afrika ist aber, dass man selbst an einem „gebrauchten“ Tag meist noch ein Highlight erlebt, das einen mit den Unannehmlichkeiten dieses Tages versöhnt. So auch bei uns. Wir waren noch gar nicht lange auf Pirsch, da entdecken wir unter einem Baum ein aus 8 Tieren bestehendes Rudel Wildhunde. Das Selous Game Reserve ist berühmt für seine große Population dieser seltenen Räuber.

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Zwar ist auch hier aufgrund der Hitze nicht viel los, aber wir sind trotzdem glücklich, die Tiere überhaupt zu sehen und ganz so träge, wie ein Löwenrudel sind sie dann doch nicht.

Nachdem wir uns von den Wildhunden losreißen konnten, fahren wir auf direktem Weg zum Matambwe Gate. Unsere geplante Unterkunft, die Campsite des Selous Mbega Kisaki Annex Camps liegt nur wenige Kilometer hinter dem Gate.

Die Zufahrt ist sehr anspruchsvoll, ohne Untersetzung kommen wir den steilen, schlechten Weg nicht hoch. Im ersten Moment denken wir, das Camp wäre geschlossen, aber dann taucht doch jemand auf und führt uns herum.

Aufgrund der Lage am steilen Hang, wurden aufwendig terrassierte Stellplätze angelegt. Der Sanitärblock ist sauber und funktionell und es kommt auch reichlich Wasser aus den Leitungen – in Afrika keinesfalls selbstverständlich.

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Da das Camp mitten im Wald liegt, ist vom Sonnenuntergang diesmal nichts zu sehen, der Sundowner findet natürlich trotzdem statt.

Zum Abendessen koche ich asiatisches Gemüse mit Oystersauce. Mit Einbruch der Dunkelheit schwärmen dann derart viele Nachtfalter, Käfer und sonstige Insekten umher, das es gar nicht so einfach ist, dieses vegetarische Gericht auch tatsächlich als solches zu genießen. 😵
Teil 1114. Feb. 2013
10.Tag (Mo.31.12.2012)
Kisaki – Mikumi National Park

251km

Der heutige Tag ist Wolfgang (Hippie) hier aus dem Forum gewidmet. Ohne Ihn hätten wir nie Kenntnis und eine Beschreibung von der direkten Verbindung zwischen Selous Game Reserve und Mikumi National Park gehabt. Die Strecke war weder in unserer Karte noch in unserem Navi enthalten.

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Dieser Wegweiser, an welchem wir im Mikumi National Park vorbei kamen, sagt schon eine Menge über die Strecke aus.

Die ersten 20km sind ziemlich schlecht, dafür ist die Orientierung sehr einfach. Man fährt immer nördlich parallel zur Eisenbahnstrecke, wobei man fast die ganze Zeit den Bahndamm als Orientierungshilfe sehen kann. Der Weg ist hier sehr schmal. Aus Kisaki heraus hatte ich zur Sicherheit sogar noch einmal nachgefragt, da ich zunächst dachte, auf einem Fußweg unterwegs zu sein. Es gibt dann unterwegs zahlreiche Schlammlöcher, die man besser umfährt. Auch sind die Spurrinnen oftmals so tief, dass man aufzusetzen droht, oder so voll Wasser und Schlamm, dass man besser versetzt zu ihnen fährt.

Es sind auch ein paar Bäche zu durchqueren, aber alles geht gut und nach 20km kommen wir auf eine bessere Piste. Diese kommt von links aus dem Selous Game Reserve. Wir biegen aber nach rechts ab, bleiben nördlich der Eisenbahn und kommen zu einem Ranger Post des Selous Game Reserve. Die Ranger sind dankbar für eine Abwechslung in Ihren Alltag hier in der Abgeschiedenheit. So ist natürlich neben der Registrierung in der üblichen Kladde vor allem ein Schwätzchen angesagt.

Ab hier grenzen Selous Game Reserve und Mikumi National Park direkt aneinander und die auf diesem Stück sehr gute Piste führt dieser Grenze folgend durch hügelige Landschaft mit Miombo-Trockenwald zum Mahondo Ranger Post des Mikumi National Parks. Auch hier sind wieder Registrierung und ein Schwätzchen fällig, denn auch dieser Rangerpost liegt sehr einsam. Die letzte Eintragung in den Registrierungsbüchern liegt fast zwei Monate zurück. 😮

Eine Bezahlung ist übrigens bei den Ranger Posts nicht fällig.

Die Piste führt nun in den Mikumi National Park hinein. Zunächst geht es durch eine sumpfige Ebene. Teils über freie Flächen, aber auch durch dichten Wald. Häufig ist der Weg so zugewachsen, dass man kaum erkennen kann, wo es lang geht.

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Das größte Problem bei diesen zugewachsenen Passagen ist, dass man den Untergrund nicht erkennen und einschätzen kann. So kam es dann auch wie es kommen musste. Ich erkannte zu spät, dass die Spur schlammig wurde und wir saßen fest. War diesmal aber nicht dramatisch und nach nur 5 Minuten konnte ich uns rückwärts wieder befreien. Versetzt zu den Spuren lies sich die Passage dann ganz einfach befahren.

Weiter ging es in die Vuma Hills. Die Piste wurde kurviger und steiler. An manchen Stellen sogar so steil, dass ich nur in Untersetzung hoch kam. Hier war die Fahrerei wieder sehr heikel, denn häufig war das Geläuf noch rutschig – zusammen mit den steilen Passagen eine ganz schlechte Kombination. Bei einer Abfahrt kam die Fuhre dann auch prompt ins Rutschen und ich konnte sie gerade soeben noch abfangen und um die Kurve dirigieren, bevor es den Abgang hinunter gegangen wäre. 😣 Puh – da war mein Puls mal wieder auf 180.

Landschaftlich war die Strecke aber ein Traum. Aufgrund der Feuchtigkeit saßen Millionen von Schmetterlingen auf der Piste, um an die vom Regen aus dem Lehm gelösten Mineralien zu gelangen. Permanent flatterte es um einen herum und bei Schwärmen heller Schmetterlinge hatte man tatsächlich den Eindruck, als würde man durch ein dichtes Schneegestöber fahren.

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Letztendlich erreichten wir unbeschadet den TanZam-Highway ganz in der Nähe des Main-Gates.

Die Strecke ist für Abenteurer eine interessante Alternative zur Standard-Strecke via Morogoro. In der Trockenzeit sicher recht passabel zu befahren, war sie bei den häufigen Gewittern während unserer Reisezeit schon grenzwertig. Während der Regenzeit ist die Strecke mit Sicherheit unpassierbar. Da man die ganze Zeit in, bzw. auf der Grenze von National Parks/Game Reserves unterwegs ist, sieht man unterwegs auch das eine oder andere Tier. Wir trafen auf Büffel, Warzenschweine und Impalas.

Unterwegs kamen wir auch immer wieder durch Areale mit TseTse-Fliegen, aber Kathrin hat mich mit einer Fliegenklatsche bewaffnet, tapfer vor diesen Blutsaugern beschützt.

Das Einchecken am Main-Gate ging sehr zügig. VISA wird akzeptiert. Eine Karte des Parks gibt es gratis dazu. Auch ein kleines Museum befindet sich beim Gate.

Wer Tiere sehen will, konzentriert sich im Mikumi National Park auf den Bereich nördlich des TanZam-Highways. Hier erstrecken sich die Floodplains des Mkata River ca. 50km Richtung Norden. Unser Plan war, diesen Bereich im Uhrzeigersinn zu erkunden.

Es sollte sich zeigen, dass dies keine so gute Idee war. Der Nordwesten glänzte mit unübersichtlichem Buschland, TseTse-Fliegen, schlechten und zum Teil unpassierbaren Wegen und der Abwesenheit von Tieren. Im Nordosten verschwanden dann zwar die die Büsche und mit Ihnen die TseTse-Fliegen, aber die Wege blieben schlecht und von Tieren war auch weiterhin nichts zu sehen. 😠

Abwechslung brachte eine englische Familie, die sich auf der Piste in der schlammigen Fahrspur festgefahren hatte. Sie hatten weder Spaten, noch Abschleppseil dabei und versuchten gerade, Ihren Wagen mit den Händen auszubuddeln – entsprechend sahen Sie zum Teil schon aus wie die Schweine. Unser Abschleppseil allein war zu kurz. Ich kam nicht nah genug an den anderen Wagen heran, ohne zu riskieren mich selbst festzufahren. Also versuchte ich es zuerst mit unserer 9mm-Reepschnur, die wir dabei hatten. Dieser Versuch endete aber leider mit dem Ergebnis, dass wir jetzt zwei Reepschnüre haben. Aber wir hatten ja wenigstens einen Spaten. Damit und mit kräftigem Schieben, der ohnehin schon dreckigen Fahrzeugbesatzung konnte der Wagen wieder auf sicheren Untergrund gebracht werden.

Wir fuhren wieder zurück in Richtung Main-Gate und je mehr wir uns dem Gate näherten, umso mehr Tiere sahen wir. Letztendlich hätte das Areal im Halbkreis von 15km nördlich des Main-Gates vollkommen zum Gamedrive ausgereicht. Hier konzentrierte sich fast die ganze Tierwelt.
Hier standen wir dann auch bei bestem Licht inmitten einer riesigen Elefantenherde, die sehr entspannt war und uns komplett ignorierte. Der Umgang von Elefantenmüttern mit Ihren Kälbern ist dabei immer besonders schön zu beobachten. 🙂

Auch ansonsten war dies ein ganz vorzüglicher Platz und wir beschlossen hier an Ort und Stelle den Sundowner zu zelebrieren. Es war ein tolles Arrangement, welches wir auf dem Autodach sitzend genießen durften. 😁

Rings um uns die Elefanten,…
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…vor uns die hinter den Udzungwa Mountains untergehende Sonne...
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…und hinter uns, vom Licht der untergehenden Sonne, dramatisch angestrahlte Gewitterwolken.
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Dann hieß es sich loszureißen, um noch im Hellen auf der Campsite anzukommen. Die Ranger am Main-Gate hatten uns die Campsite Nr.3 empfohlen, da sie sehr schön sei und die Sanitäranlagen funktionieren. Die Lage direkt bei einem großen Baobab war in der Tat sehr schön und die Sanitäranlagen funktionierten tatsächlich, waren aber sehr basic.

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Nachteil war, dass man den nur 1km entfernten TamZam-Highway und die im Headquarter stattfindende Sylvesterparty hörte. Zwar beides nicht in einer Lautstärke, die uns beim schlafen gestört hätte, aber man fühlte sich hat nicht in der Wildnis. Da hätte man bei besserem Komfort und günstigerem Preis auch im Ort Mikumi übernachten können. Leider war auch die Feuerstelle mit leeren Getränke-Plastikflaschen vermüllt. So etwas mag ich ja gar nicht. 😈 Es war aber eh zu heiß, um es am Lagerfeuer gemütlich zu finden und so verzichteten wir auf ein Campfire und bauten unser Zelt in der Picknick-Area auf.

Ich kochte Gemüse süßsauer und nach dem Essen verbrachten wir den Rest des Abends mit GinTonic bzw. Wein auf dem Autodach. Über uns die Sterne und rings umher mehrere starke Gewitter mit reichlich Wetterleuchten.

Sylvester fiel für uns aus – zum Jahreswechsel lagen wir längst friedlich schlummernd im Zelt.
Teil 1220. Feb. 2013
11.Tag (Di. 01.01.2013)
Mikumi National Park – Crocodile River Camp

100km

Da die Sylvesterparty ausgefallen war, sprach auch nichts dagegen, zur üblichen Zeit, dass heißt mit Beginn der Dämmerung, aufzustehen. Das sieht dann immer so aus, dass ich zunächst einmal vorsichtig den Kopf durch den nur wenig geöffneten Reißverschluss stecke, um die Umgebung nach Besuchern abzusuchen. Das war heute auch gut so, denn ich schaue einem nur 5m entfernt stehenden Büffel in die Augen. Der Blick eines Büffels ist immer gleich und kann alles bedeuten: stumpfsinnig, gelangweilt, aggressiv, vorsichtig, neugierig – ich werde aus den Viechern einfach nicht schlau.

Wir warten lieber bis sich der Büffel etwas verzogen hat, bevor wir das Zelt verlassen. Heute steht nur eine kurze Etappe an und wir haben ausreichend Zeit. Dann wird in Rekordzeit das Camp abgebaut und wir starten zum Gamedrive. Frühstück fällt wie üblich an solchen Tagen zunächst einmal aus.

In der Umgebung der Campsite gibt es noch weiter Büffel.
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Auch ansonsten waren viele Weidegänger auf den Plains zu sehen, aber meist nur in größerer Entfernung. Es war nett, aber ohne erwähnenswerte Höhepunkte.

Unser heute morgen ausgefallenes Frühstück holten wir auf einer sehr schön an der Mwanabogo Road gelegenen puplic picknick site nach. Wir parkten unter einigen großen Bäumen, die uns Schatten spendeten und bauten dort Tisch und Stühle auf. Im Hintergrund eine große Zebraherde und zahlreiche Impalas. Ich liebe solch ein Unterhaltungs-Programm zum Essen.

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Nach dem Essen machten wir uns dann auf den Weg zum Gate, um den Park zu verlassen. Unterwegs sahen wir noch ein einzelnes Löwen-Männchen, welches aber gänzlich unfotogen im hohen Gras schlief. Aber es sind ja nicht nur die großen Tiere, die es in Afrika zu sehen gibt. Die Kleintiere und Vögel sind genauso interessant. Diese zu fotografieren ist aber oftmals besonders schwierig, so dass ich froh war, dass dieser gefiederte Freund brav sitzen blieb, als wir direkt neben ihm anhielten.

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Wenn ich das Bestimmungsbuch richtig interpretiert habe, handelt es sich dabei um einen Long-Tailed Fiscal.

Als abschließendes Urteil über den Mikumi National Park würde ich sagen: Nett. Nichts Besonderes, nichts Spektakuläres, aber doch alles, was die afrikanische Natur so zu bieten hat. Kein Park, wegen dem man extra in den Süden fährt, den man aber auf jeden Fall mitnehmen sollte, wenn man sowieso vorbei kommt.

Dann ging es auf dem TanZam-Highway in Richtung Iringa. Zunächst stand aber ein Versorgungsstop im Ort Mikumi an. Am dringendsten benötigten wir Sprit. Das letzte Mal hatten wir auf der Zufahrt zum Selous Game Reserve getankt und inzwischen war selbst der Zusatztank bis auf ein Viertel lehr. Diese Strecke war im Übrigen die Einzige, auf der wir den Zusatztank anbrechen mussten. Ansonsten sind wir immer mit dem normalen Tankvolumen hingekommen. Insgesamt hat der Wagen im Gelände somit eine Reichweite von ca. 800km.
Auch Obst und Gemüse konnten wir in Mikumi erstehen, bevor es weiter ging. Der TanZam-Highway führt zunächst durch eine grüne Mittelgebirgslandschaft und führt dann hinunter ins tief eingeschnittene Tal des Great Ruaha River. Hier wollten wir die Nacht verbringen.

Unser eigentliches Ziel, das Baobab Valley Camp machte einen öden, verlassenen und verwahrlosten Eindruck, so dass wir weiter zum nur wenige Kilometer entfernten Crocodile River Camp fuhren. Dort war zwar genauso tote Hose, aber das Camp machte einen äußerst gepflegten Eindruck und man konnte dort in einem Restaurant zu Abend essen.

Eine separate Campsite gibt es nicht. Man kann sich hinstellen, wo man will. Wir wählten einen schattigen Platz direkt am Flussufer, wo wir die restlichen Stunden des Tages mit Lesen verbrachten. Hin und wieder sorgte eine große Gruppe Grüne Meerkatzen für Unterhaltung, die durch die Bäume tobte oder uns neugierig beobachtete. Angenehm war, dass die Affen nicht ein einziges Mal versuchten uns zu beklauen.

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Die Sanitäreinrichtungen des Camps waren sehr einfach aber sauber. Das Personal war sehr freundlich aber zurückhaltend – genauso wie ich es mag.

Nachts hörte man den nahe gelegenen TanZam-Highway und einen Generator.

Im Restaurant gab es deftige Kost mit großen Portionen zum kleinen Preis. Obwohl sehr lecker musste ich vor den Mengen auf meinem Teller kapitulieren.

Im Nachhinein mussten wir aber feststellen, dass es noch besser gewesen wäre, wenn wir an diesem Tag noch bis Iringa weiter gefahren wären. Die Zeit dafür hätten wir allemal gehabt. Bei Iringa sollten wir ein Paar Tage später eine wirklich sehr schöne Unterkunft entdecken und wir hätten aufgrund der kürzeren Anreise mehr Zeit im Ruaha National Park gehabt.

Ihr seht, wir hatten auch ganz entspannte, fast schon langweilige Tage – zumindest diesen einen. 😎
Teil 1322. Feb. 2013
12. Tag (Mi. 02.01.2013)
Crocodile River Camp – Ruaha National Park

310km

Über den Tagesbeginn gibt es nichts Besonderes zu berichten. Zügig haben wir das Camp abgebaut und gefrühstückt. Dann sind wir wieder „on the road“. Zunächst verläuft die Straße weiterhin im Tal entlang des Great Ruaha River und später entlang eines Nebenflusses, dem Lukosi River. Dann geht es aber steil hoch in die Berge. Die Strecke weist guten Asphalt auf und stellt auch ansonsten keine großartigen Anforderungen an Fahrer und Fahrzeug. Trotzdem sehen wir eine Vielzahl von verunfallten Fahrzeugen. In erster Linie LKW, die umgekippt oder die Böschung heruntergestürzt sind. Einige der Autowracks sehen nicht so aus, als hätte die Besatzung den Unfall überlebt.

Das Wetter ändert sich hier in den Bergen rasch. Es hat zugezogen, die Wolken hängen tief zwischen den Gipfeln, es gibt immer mal wieder Regenschauer und die Temperaturen kommen erstmals bei dieser Reise in einen angenehmen Bereich.

Unzählige Felsblöcke sind in der Landschaft verstreut, sicherlich ein Paradies für jeden Boulderer, würde er sich mal hierher verirren.

An einem der größeren Blöcke, ein Gruß aus unserer Heimatstadt.
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In Ilula werden wir an einer Polizei-Kontrolle angehalten. Kleiner Smalltalk und Führerschein vorzeigen. Dann studiert der Polizist die Behörden-Sticker, von denen annähernd ein Dutzend unser Auto schmücken und findet tatsächlich einen, dessen Gültigkeit abgelaufen ist. Keine Ahnung wofür der jetzt genau ist, aber das Ablaufdatum liegt tatsächlich schon ein paar Wochen zurück und das Bußgeld soll 30.000,-TSH betragen. Zur Klärung des Sachverhaltes rufen wir im Office unseres Vermieters an, der dann die Sache direkt mit dem Polizisten bespricht. Der Vorgang wird dann voll in unserem Sinne geregelt. Der Polizist erklärt uns, dass wir aufgrund der Tatsache, dass es ein Mietwagen ist, nicht für das Versäumnis verantwortlich seien und deshalb ohne Bußgeld weiterfahren können. 🙂

Hier passt vielleicht ganz gut ein generelles Statement zum Thema Polizeikontrollen in Tansania: Es gibt sehr viele Polizeikontrollen in Tansania. In jedem größeren Dorf stehen Polizisten und sind kräftig dabei, Autos zu kontrollieren. Es hatte für mich jedoch den Anschein, dass sich die Polizei primär auf den gewerblichen Verkehr konzentriert, denn in erster Linie wurden Lastwagen, Busse und Dala Dalas angehalten. Wir wurden nur sehr selten herausgewunken und wenn dann hatten wir immer den Eindruck, als hätten die Beamte in letzter Zeit einen Intensivkurs in Tourismus-Marketing erhalten. Immer nett und freundlich, immer korrekt. Meist mussten wir noch nicht einmal den Führerschein vorzeigen sondern es wurde nur ein wenig geplaudert und uns eine angenehme Weiterreise gewünscht. Korruption oder Abzocke gab es noch nicht einmal ansatzweise.

In Iringa deckten wir uns mit allem ein, was wir für unseren Aufenthalt im Ruaha Nationalpark brauchten – Diesel, Lebensmittel und Bargeld. Obwohl Iringa eine Stadt mit über 100.000 Einwohnern ist, mussten wir ganz schön suchen, bis wir in einer Nebenstraße einen kleinen Supermarkt fanden. Die im Reiseführer genannte Bäckerei gab es nicht mehr, dafür bekommt man jetzt frisches Brot auf der Tankstelle am Kreisel in der Innenstadt. Erfolgreich waren wir beim Bargeld. Die Barclays Bank spuckte 400.000,-TSH pro Maestrocard aus. Das reichte dann für den Rest der Reise.

Die Strecke von Iringa zum Ruaha National Park zeichnete sich durch schöne Landschaft und nerviges Wellblech aus. Hin und wieder kamen wir durch kleine Dörfer. Afrikanisches Landleben wie aus dem Bilderbuch.

Da es von den außerhalb des Nationalparks gelegenen Unterkünften ca. 1h Fahrzeit bis in den Park sind, kamen die für uns nicht in Frage. Weiter zum Gate. Dieses war anscheinend nagelneu gemacht. Pikobello saubere Sanitäranlagen. Wir checkten für zwei Nächte ein und konnten alles mit VISA bezahlen.

Da es erst kurz nach Mittag war, wollten wir zunächst zur Campsite um uns dort einzurichten und dann am Nachmittag zu einem ersten Gamedrive aufbrechen. Um zur Campsite zu gelangen mussten wir, nachdem wir den Great Ruaha River auf einer Brücke überquert hatten, noch den Mdonya River in einer Furt passieren. Dabei schreckten wir ein Hippo auf.

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Die Campsite befindet sich nur wenige Kilometer östlich vom Park Headquarter direkt auf dem Hochufer des Great Ruaha Rivers. Toiletten und Duschen sind vorhanden, sauber und funktionieren ausgezeichnet. Es gibt einen großen Haufen Brennholz von dem man sich bedienen kann - diesen Service hatten wir so noch nicht erlebt und waren begeistert.

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Da wir ja noch den gesamten morgigen Tag und auch Übermorgen noch den ganzen Vormittag Zeit haben, wollen wir heuten nur einen kurzen Nachmittags-Gamedrive machen. Im Schatten „unseres“ Baums, lässt sich die Zeit bis dahin ganz prächtig vertrödeln.

Gegen 16:00Uhr brechen wir auf. Unser Ziel sind die Ruaha Plains, welche sich östlich der Campsite entlang des Flusses erstrecken.

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Hier zeigt sich schon, dass es eine Menge Elefanten im Park gibt. Die sind zum Glück recht entspannt, so dass man ziemlich dicht an Sie heranfahren kann, ohne dass sie sich gestört fühlen. Wir fahren zunächst zum Fluss und folgen diesem am Ufer entlang – wieder sehen wir viele Elefanten.

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Aber es gibt natürlich auch noch andere Tiere. Wie an fast allen afrikanischen Flüssen sehen wir Fischadler, wobei aber nur die wenigsten so schön posieren, wie dieses prächtige Exemplar.

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Wir kommen an einem Hippo Pool vorbei. Hier sind wir nur wenige Meter von den Kolossen entfernt. Zu ärgerlich, dass gerade jetzt ausgesprochen schlechte Lichtverhältnisse herrschen. Das extreme Gegenlicht, kombiniert mit vielen Licht/Schatten-Wechseln durch die Bäume und Reflexionen auf der Wasseroberfläche, lässt kein akzeptables Foto zustande kommen. Hier müssen wir morgen Vormittag noch einmal hin.

Wir entfernen uns etwas vom Fluss und fahren durch eine saftig-grüne Parklandschaft mit großen Wiesen und einzelnen darauf verteilten Büschen und Bäumen. Sieht fast so aus, als hätte ein englischer Landschaftsplaner das Ganze entworfen.

Wenn man genauer hinsieht finden sich aber auch hier überall Spuren des hohen Elefantenbestandes. Allein am heutigen Tag haben wir weit über einhundert der Dickhäuter gesehen.

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Elefanten haben Baobabs zum fressen gern.

Das Licht wird immer besser. Auf einer großen freien Fläche halten wir an, setzen uns aufs Autodach und lassen die Umgebung auf uns wirken. Auf der großen Wiese in Richtung Fluss sind zwei Löffelhunde auf der Nahrungssuche. Leider sind Sie recht weit weg und kommen auch nicht näher, weshalb das Foto eigentlich nicht ganz meinen Ansprüchen genügt. Da es aber die einzigen Löffelhunde dieser Reise bleiben werden, will ich Euch das Foto nicht vorenthalten.

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Kurz darauf erscheint zwischen den Büschen auf der anderen Seite des Weges ein Serval. Leider ist er genauso schnell wieder verschwunden, wie er aufgetaucht ist und ich Schlafmütze war mal wieder zu langsam mit der Kamera. 😠

In der Zwischenzeit ist auch ein einzelner Elefantenbulle immer näher gekommen. Er nimmt keinerlei Notiz von uns und ist auch ansonsten so ins Fressen vertieft, dass er glatt über einen umgestürzten Baum stolpert.

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Zum Sundowner lassen wir noch einmal den Motor an und fahren zum Flussufer. Schnell wieder auf’s Autodach geklettert – diesmal mit Bier und Savannah – dann kann der Tag ausklingen.

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Im letzten Büchsenlicht kommen wir auf die Campsite zurück. Da es hier nicht mehr ganz so heiß wie in den vergangenen Tagen ist, kann ich mich erstmals aufraffen, ein Campfire zu entzünden.

Dann wird gekocht. Heute gibt’s Spaghetti Bolognese mit echtem Parmesan, den wir extra aus Deutschland mitgenommen haben. Ich liebe Parmesan.

Leider wird das Abendessen etwas durch die vielen Insekten gestört, die sich von unseren Lampen angezogen fühlen. Andererseits möchte man aber auch nicht völlig im Dunkeln essen, sondern sehen, was sich so alles auf dem Teller befindet. 😵

Etwas später besucht uns noch ein kleiner Genet, den wir im Licht der Taschenlampe gut beobachten können. Als Untermalung begleiten uns den ganzen Abend über, bis zum ins Bett gehen, die Geräusche der Hippos.
Teil 1426. Feb. 2013
13. Tag (Do. 03.01.2013)
Ruaha National Park – Iringa
202km

Mitten in der Nacht wache ich auf, weil mir etwas im Gesicht liegt – es ist unser Zelt. Über uns tobt ein gewaltiges Gewitter. Blitz & Donner ohne Unterlass, Starkregen und dazu noch Sturmböen, die immer wieder das Zelt niederdrücken. Die nächste Stunde verbringe ich im Sitzen und halte das Zelt aufrecht, damit nicht noch mehr Wasser eindringt, als ohnehin schon. Nach einer Stunde ist das Zentrum des Gewitters weitergezogen und der Sturm hat nachgelassen. Nicht jedoch der Regen, es prasselt immer noch ganz ordentlich. Kathrin hat mit Ihrem komatösen Schlaf mal wieder nichts von den Naturgewalten mitbekommen, die um uns herum tobten. Auch ich suche mir einen halbwegs trockene Schlafposition und kann noch ein wenig dösen, bis es dämmert.

Als wir das Zelt verlassen, können wir die Ausmaße des Unwetters ein wenig besser einschätzen. Der Wasserstand des Ruaha Rivers ist um mindestens einen Meter angestiegen, die Landschaft ringsumher steht weitläufig unter Wasser und eine Stange unseres Zeltes ist gebrochen. Es regnet noch immer leicht und der Himmel ist mit tief hängenden Regenwolken dicht bedeckt.

Nun gut, wir wollten sowieso nicht frühstücken sondern gleich zum Gamedrive aufbrechen, was wir dann auch in die Tat umsetzen. Was uns heute erwarten soll zeigt sich sogleich, da wir schon Mühe haben, die Campsite zu verlassen, ohne uns festzufahren.

Wir merken schnell, dass wir die für heute morgen geplante Strecke nicht fahren können. Es gibt plötzlich überall Bäche, selbst an Stellen, wo wir sie gestern nie vermutet hätten. Viele Pisten sind überflutet, manche weg gespült und nicht alle der neu entstandenen Furten sind passierbar. Dazu kommt noch der in Ostafrika so weit verbreitete „black cotton soil“. Wer bislang nur im südlichen Afrika unterwegs war, kann sich nicht vorstellen, wie glatt der Untergrund hier wir, sowie es regnet.

Schon nach kurzer Zeit finden wir einen Safariwagen, der in der Wiese neben der Piste feststeckt. Der Guide erklärt uns, er hätte das Steuer nur kurz etwas verzogen, als er einen Gepardenriss aus dem Augenwinkel gesehen hat. Naja, meine Meinung über die Fahrkünste der Einheimischen war noch nie sehr hoch. Selbstverständlich ziehen wir den Wagen aus dem Schlamm, denn ohne Hilfe von Außen hat man hier keine Chance auf die Piste zurück zu kommen. Sie hatten wirklich Glück, steckten sie doch gerade mal 5 Minuten fest bevor wir kamen.

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Das Rausziehen gelingt schon im ersten Versuch. Danach gehen wir noch mit dem Guide und seinen Gästen den Gepardenriss suchen. Wir finden auch den frischen Kadaver, der Gepard hat sich aber anscheinend aufgrund des Trubels beim Abschleppen versteckt, so dass wir ihn nicht sehen.

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Bei der weiteren Fahrt sehen wir nicht allzu viele Tiere. Die scheinen sich bei dem Regen alle an einen geschützten Ort geflüchtet zu haben. So sind wir froh, zumindest diesen prächtigen Sattelstorch ablichten zu können.

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An der Mündung des Mwagusi Rivers in den Ruaha River finden wir einen überdachten Picknickplatz. Genau das, was wir bei dem noch immer anhaltenden Regen brauchten. Hier im trockenen lassen wir uns viel Zeit mit dem Frühstück, denn es sieht nicht so aus, als würden wir derzeit groß etwas verpassen. Außerdem ist es hier wirklich schön und die beiden, zu rauschenden Strömen angeschwollenen Flüsse, sind ein eindrucksvolles Naturschauspiel.

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Wir sind nur wenige hundert Meter vom Picknickplatz entfernt, da bin ich für einen kurzen Augenblick unkonzentriert und verlasse die Ideallinie in der Mitte der Piste. Das reicht schon aus, dass der Wagen ein Eigenleben entwickelt und langsam aber unaufhaltsam nach links rutscht. Da hilft auch alles Gegenlenken nichts. Wie auf einer Eisfläche behält das Fahrzeug seine einmal eingeschlagene Richtung bei und kommt erst zum stehen, als wir mit den linken Reifen im Graben stecken. Der einheimische Tourguide, den wir vorhin rausgeschleppt hatten ist schlagartig rehabilitiert. Er hatte zumindest den Gepardenriss, der ihn ablenkte. Ich bin einfach nur ein Schussel. 😊

Die Analyse unserer Lage ist ernüchternd. Im Graben ist der Schlamm sehr tief und weich. Zwar schaffe ich es, ein paar Meter vorwärts oder rückwärts zu fahren, aber es besteht keine Chance ohne fremde Hilfe aus dem Graben heraus zu kommen. Als auch nach einer halben Stunde noch kein Fahrzeug vorbeigekommen ist, ruft Kathrin den Warden an (diesmal hatte Sie sich die Telefonnummer geben lassen). Warum taucht eigentlich nie Hilfe auf, wenn wir welche brauchen und die Fahrzeuge die wir rausziehen stecken keine 10 Minuten in ihrer misslichen Lage. 😠

Nach etwas über einer Stunde sind die zu unserer Hilfe geschickten Ranger vor Ort. Es ist gar nicht so einfach das Auto wieder auf die Piste zu bringen. Den Wagen vorwärts oder rückwärts zu ziehen ist zwar kein Problem, aber es gelingt zunächst nicht ihn aus dem Graben zu bekommen. Zu rutschig ist die Grabenwand und bei zuviel Schwung droht die ganze Fuhre umzukippen, denn die Schräglage ist heikel. Erst als sie uns bis zu einer leichten Kurve durch den Graben ziehen kommt ausreichen seitlicher Zug, dass der Wagen aus dem Graben klettern kann.

Diesmal haben wir daran gedacht, das Ganze auch fotografisch festzuhalten:

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Selbstverständlich bedanken wir uns bei den Rangern mit einem angemessenen Trinkgeld für ihre Hilfe. Die Auskunft über die Pistenverhältnisse im Park ist ernüchternd. Laut der Ranger sind inzwischen die meisten Pisten unbefahrbar geworden, was auch der Grund war, weshalb bei uns keine Autos vorbei kamen, die uns hätten helfen können.

Da ich bei der Befreiungsaktion nicht umhin kam, auch ein paar Mal im Graben zu schaufeln sehe ich aus wie ein Schwein und will auf dem einfachsten Weg zurück zur Campsite. Dies ist auch der Weg der Ranger und wir fahren zusammen. Bei den Pistenverhältnisse sehr beruhigend.

Unterwegs muss ich dann noch diese Schildkröte von der Piste evakuieren. Wie bei unseren heimischen Igeln ist ihre Überlebensstrategie einfach nicht mit dem Autoverkehr kompatibel.

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Bald darauf treffen wir wieder einen feststeckenden Safariwagen. Die Ranger signalisieren uns, dass sie sich darum kümmern werden und wir weiterfahren sollen. Die Lage im Park ist echt chaotisch. Wir kommen noch an weiteren feststeckenden Fahrzeugen vorbei, aber überall ist schon Hilfe vor Ort, so dass wir nicht benötigt werden.

Als wir wieder an den Ruaha kommen, können wir eine Gruppe Elefanten beim Durchqueren des Flusses beobachten. Das erste wirkliche Gamedrive-Erlebnis des Tages.

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Als wir dann unser Zelt in der Ferne erblicken stellt sich schon ein wenig Erleichterung ein. Hier ein Suchbild. Wer entdeckt unser Zelt?
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Jetzt gilt es zu beratschlagen, wie es weitergehen soll. Ich bin dafür hier im Nationalpark abzubrechen und nach Iringa zu fahren, Kathrin möchte bleiben, da wir ja für 2 Tage bezahlt haben. Erst mit meiner Weigerung, heute auch nur einen weiteren Kilometer im Park zu fahren kann ich mich durchsetzen. Außerdem ist der Himmel immer noch bedeckt und es regnet weiterhin leicht.

Schnell ist das Zelt abgebaut. Alles andere hatten wir schon gleich nach dem Aufstehen im Wagen verstaut. Es ist wirklich schade, dass wir den Ruaha Nationalpark schon so schnell wieder verlassen müssen. Er hat uns von den Nationalparks des Southern Circuits am besten gefallen. Gute Infrastruktur, niedrige Preise und die Tiere sind deutlich entspannter als in den anderen Parks des Südens.

Auf dem Weg nach Iringa reißt die Wolkendecke dann plötzlich und großflächig auf und die Sonne kommt heraus. War es die richtige Entscheidung, den Ruaha National Park schon heute zu verlassen? Der Bericht über den nächsten Tag wird es Euch zeigen.

In Iringa kennen wir uns ja nun schon recht gut aus. Alle anstehenden Einkäufe und Erledigungen können wir noch heute machen, so dass wir morgen ausreichend Zeit haben sollten, bis nach Kolo zu kommen.

Danach fahren wir zu unserer Unterkunft, der Riverside Campsite. Sie liegt ca. 10km östlich der Stadt, über die A7 erreichbar, am Ufer des Little Ruaha River. Es gibt hier feste Unterkünfte, Safarizelte und eine sehr schöne Zeltwiese. Alles ist sehr liebevoll gemacht.

LittleRuahaRiverCamp.jpg


Wir nutzen die letzten Sonnenstrahlen um unsere vielen nassen Sachen zu trocknen. Inzwischen haben wir auch einen neuen Freund gefunden. Der Haushund ist ein großes tapsiges Riesentier mit sehr sanftem Gemüt. Außer beim Dinner im Restaurant weicht er uns am Abend nicht von der Seite – echt knuffig.

Die Sanitäranlagen sind sehr schön in einem urigen Natursteinhaus untergebracht.

Man kann hier auch Dinner bekommen. Für nur 16.000TSH pro Person gibt es ein einfaches aber leckeres Buffet mit Hausmannskost. Wir essen zusammen mit Frank, einem deutschen Entwicklungshelfer aus Malawi, der hier in Tansania ein paar Tage Urlaub gemacht hat und jetzt auf der Rückreise ist. Interessant, was er so berichtet.
Teil 1501. März 2013
14. Tag (Fr. 04.01.2013)
Iringa – Dodoma
278km

Nachts hat es wieder angefangen zu regnen - was heißt hier regnen, es schüttet wie aus Eimern. Bis zur Dämmerung hat der Regen noch kein Stück nachgelassen. Aber wir haben eine lange Strecke vor uns, da hilft alles nix. Wir müssen raus.

Im strömenden Regen zusammenzupacken stellt mal ganz andere Anforderungen wie normalerweise. Ich mache zunächst den Wagen soweit klar, dass alles schnell reingeschmissen werden kann. Dabei bin ich trotz Regenjacke in weniger als einer Minute bis auf die Haut durchnässt. In der Zwischenzeit hat Kathrin das Innenleben des Zeltes so wasserdicht wie möglich verpackt und wir schaffen es tatsächlich die Schlafsäcke und Isomatten relativ trocken ins Auto zu bekommen. Jetzt wo es heller wird können wir auch erkennen, welch Glück wir mit der unbewussten Wahl unseres Zeltplatzes hatten. Wir stehen auf einer Insel inmitten eines großen Sees, denn die Wiese ist bis auf unseren Stellplatz komplett überschwemmt.

Um das Innere des Zeltes nicht allzu nass werden zu lassen tragen wir das Zelt unter ein nahes Makuti-Dach und können es dort im Trockenen abbauen. Dann starten wir durch. Auf ein Frühstück verzichten wir heute aufgrund der äußeren Umstände.

Was an diesem Tag auf uns zukommen wird merke ich schon in der ersten Kurve hinter dem Zeltplatz. Die hängt ein wenig nach außen und sogleich geht wieder eine Schlittenfahrt los, die glücklicherweise von einer Hecke gebremst wird, ehe wir richtig feststecken. Nach ein paar Minuten kommen wir aus eigener Kraft wieder frei.

Die 10km bis Iringa sind noch Asphalt. Es gießt nach wie vor und das ganze Land steht unter Wasser. Überall sind rauschende Bäche entstanden. Bei vielen Häusern läuft das Wasser auf der einen Seite rein und auf der anderen Seite wieder raus. Dabei kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass dies hier der Normalfall nach starken Regenfällen ist.

Nach Iringa endet der Asphalt. Die nächsten 500km sind Piste. Das wird ein Spaß. 😵

Ich bin hoch konzentriert unterwegs. Die Strecke ist einsam. Hin und wieder ein kleines Dorf. Nur sehr selten sehen wir ein anderes Auto. Sagte ich schon, dass die Piste extrem rutschig ist?

Die Strecke Iringa – Dodoma befindet sich aber im Ausbau. In absehbarer Zeit wird man durchgehend auf Asphalt fahren können. Derzeit ist die Strecke eine 250km lange Baustelle. Überall sind chinesische Baustellencamps. Man fährt teilweise noch auf der alten Piste, teilweise auf neu geschobenen Baustellenpisten und manchmal auch schon auf der planierten und verfestigten neuen Trasse, bei der an vielen Stellen nur noch die finale Asphaltdecke fehlt. So variiert die Geschwindigkeit zwischen 10km/h und 100km/h.

Allmählich ist der Niederschlag auf das Maß eines normalen Landregens zurück gegangen.

Nach ca. 100km geht dann erst einmal gar nichts mehr. Ein rauschender Bach geht über die Piste und hat diese zum Teil schon weggerissen.

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Ich checke zunächst einmal die Wassertiefe. Mit ca. 80cm wäre die noch gerade so im Bereich des Machbaren, aber die starke Strömung und vor allem die immer weiter abbröckelnde Piste, die auf der Talseite einen 2m hohen Wasserfall bildet, lassen mich von einer Durchquerung absehen.

Es steht aber schon ein Chinese mit Pickup an der Furt und ist am telefonieren. Wir sehen dies als gutes Zeichen und warten zunächst einmal ab, wie sich die Sache weiter entwickelt. Wir haben auch gar keine andere Wahl. Die nächstmögliche Alternativstrecke würde einen Umweg von fast 500km bedeuten.

Schon bald sehen wir in der Ferne einen Baustellen-LKW auftauchen. Er ist mit Felsbrocken beladen, die er in der Furt ablädt. Das ist durchaus spektakulär, denn der LKW macht aufgrund der schweren Beladung Männchen. 😮

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Bald tauchen weitere LKW auf. Es sind insgesamt 3 Wagen, die in ständigem Pendelverkehr Felsbrocken heranschaffen. Nach einer Stunde taucht auch ein großer Radlader auf, der sofort damit beginnt, die Felsen an die notwendigen Stellen zu verschieben. Zunächst wird der Tumpen verfüllt, in den immer noch weitere Teile der ehemaligen Piste abbröckeln.


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Inzwischen herrscht nur noch leichter Nieselregen und wir sind längst nicht mehr die Einzigen die auf die Reparatur der Piste warten. Zwei Überlandbusse und mehrere Geländewagen sind hinzu gekommen. Es herrscht typisch afrikanische Gelassenheit. Niemand hat es eilig, niemand wird hektisch.

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Wir plündern gerade unsere Lebensmittelvorräte um ein Frühstück zu improvisieren, als ich zu Kathrin sage, dass das für afrikanische Verhältnisse gerade viel zu glatt läuft. Ich habe es kaum ausgesprochen, da fährt sich einer der Baustellen-LKW fest und blockiert die Strecke. Da wird aber nicht lange gefackelt. Die Felsbrocken werden an Ort und Stelle abgekippt und dann wird der LKW vom Radlader mit dessen Schaufel brutal durch den Schlamm gedrückt, bis er aus eigener Kraft weiterfahren kann. Ein paar weitere Beulen am LKW stören hier anscheinend niemanden.

Nach 5 Stunden und dutzenden LKW-Ladungen ist es geschafft. Der chinesische Bautrupp hat eine komplett neue Furt errichtet. Saubere Leistung. Meine Hochachtung dafür.

Wir gehören zu den ersten, die die neue Furt befahren. Sie ist immer noch ca. 30cm tief und natürlich sehr holperig, aber insgesamt gut zu befahren.

Immer wieder kommen wir in der Folge an Stellen, wo die Piste unpassierbar war und von chinesischen Baustellentrupps wieder befahrbar gemacht wurde. Die hatten heute Großkampftag.

Eine dieser Passagen wird gerade freigegeben, als wir ankommen. Leider schalte ich nicht schnell genug und ein entgegen kommender PKW fährt als erster in die Passage und sitzt natürlich sofort fest. Aber es wird ihm in typisch afrikanischer Weise geholfen. Im Nu sind 20 Leute am Wagen und schieben ihn mit vereinten Kräften durch den Schlamm.

Immer wieder sieht man auch feststeckende Lastwagen und Busse, die nur noch mit schwerem Gerät befeit werden können.

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Ich Frage mich ernsthaft, was auf dieser Strecke wohl losgewesen wäre, hätte es nicht aufgrund des Ausbaus die vielen Baustellencamps mit Massen an schwerem Gerät gegeben. Ich glaube wir hätten eine Woche auf der Strecke verbracht.

Das wir heute nicht mehr bis Kolo kommen werden ist schon längst klar. Wir sind inzwischen froh, wenn wir noch im Hellen in Dodoma ankommen. Es hat zwar aufgehört zu regnen, die Schlammschlacht auf der Piste geht aber weiter.

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Auch das Land rings um uns herum ist weitflächig überschwemmt.

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In der Dämmerung erreichen wir Dodoma. Obwohl die offizielle Hauptstadt Tansanias, macht Dodoma auf mich einen hässlichen, dreckigen und heruntergekommenen Eindruck. Kann aber auch sein, dass sich in diesem Urteil meine Eindrücke und Erlebnisse des Tages widerspiegeln.

Einen Campingplatz gibt es weit und breit nicht und bei dem Eindruck, den Dodoma auf uns macht, wollen wir nichts riskieren und steuern gleich das laut Reiseführer beste Hotel der Stadt an, dass Dodoma Rock Hotel.

Obwohl wir sicherlich einen ziemlich abgerissenen Eindruck machen, lässt man uns rein. Unser erstes Zimmer reklamieren wir jedoch, da sich direkt gegenüber auf dem Nachbargrundstück ein lärmender Kompressor befindet. Das nächste Zimmer ist dann in Ordnung.

Insgesamt ist das Hotel schon etwas in die Jahre gekommen, aber sauber und ordentlich und gut geführt. Das Personal ist sehr freundlich.

Das Essen im Restaurant hat uns sehr gut geschmeckt. Ich brauchte mal etwas Abwechslung und bestellte eine Pizza. Die ähnelte dann zwar eher einer Quiche, war aber super lecker.

Im sehr schönen Innenhof gab es noch ein paar GinTonic und Savannah bevor wir dann in Morpheus Arme fielen.

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Mit 80,-€ für das Doppelzimmer incl. Frühstück hielten wir den Preis auch für sehr akzeptabel.
Teil 1612. März 2013
15.Tag (Sa. 05.01.2013)
Dodoma – Mto wa Mbu
423km

Das war ja mal wieder klar. Kaum verbringen wir mal eine Nacht im Hotel, gibt’s auch keinen Regen.

Das Frühstücks-Buffet ist schon um 6:00Uhr aufgebaut, lecker und abwechslungsreich. So schaffen wir es zeitig zu starten. Über unsere heutige Strecke gibt es ganz unterschiedliche Infos, so dass wir unsicher sind, was uns erwartet und möglichst große Zeitreserven haben wollen.

Was wir dann erlebten war eine noch schlechtere Piste als am Vortag. Die Bauarbeiten zur Asphaltierung hatten hier gerade erst begonnen und man fährt die ganze Zeit auf der schon lange nicht mehr professionell in Ordnung gebrachten alten Piste. Durch die Regenfälle haben wir permanent mit großen Löchern, Auswaschungen und reichlich Schlamm zu kämpfen. Wir kamen nur sehr langsam voran. Die Landschaft war wunderschön, aber da die Aufmerksamkeit sehr von der Piste beansprucht wurde, war ich ziemlich genervt und konnte es nicht wirklich genießen.

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Ringsum trocknet die Landschaft langsam wieder ab und auch die Flüsse ziehen sich in ihr Bett zurück.

In Kolo waren wir schon so weit hinter unserem Zeitplan, dass wir auf die Besichtigung der Rockpaintings leider verzichten mussten.

Wir rumpelten weiterhin durch die Berge, allmählich wurde die Piste etwas besser und 20km vor Babati hatten wir endlich wieder Asphalt unter den Rädern. Dies war dann auch das Ende des „southern circuit“ und der Einstieg in den „northern circuit“. Ein guter Zeitpunkt für ein Zwischenfazit.

Das was der „southern circuit“ an Landschaft, Nationalparks und Tieren zu bieten hat, wäre in den allermeisten Ländern schon das absolute Touristen-Highlight. In Tansania muss sich diese Strecke aber mit dem „northern circuit“ messen und da kann sie meiner Ansicht nach dann doch nicht ganz mithalten. Im Norden sind die Strecken kürzer, die Landschaften spektakulärer, die Infrastruktur besser ausgebaut und die Tiere nicht so scheu. Wir werden den Süden sicher wieder bereisen, aber nicht bei unserer nächsten Tansania-Reise. Voraussetzung für eine erneute Tour durch den Süden ist aber auf jeden Fall die durchgehende Asphaltverbindung von Iringa über Dodoma nach Arusha. Die derzeitige Piste tue ich mir ganz sicher nicht noch einmal an.

Doch jetzt zurück zu unseren Erlebnissen des heutigen Tages. Es war schon früher Nachmittag als wir nach Babati kamen was bedeutete, wir mussten uns dringend Gedanken über unsere weitere Strecke machen. Der ursprüngliche Plan war, über eine kleine Piste südlich des Lake Manyara das Escarpment zu erklimmen und weiter zum Lake Easy zu fahren, wo wir die Nacht verbringen wollten. Aufgrund der Regenfälle waren wir uns bezüglich des Zustands dieser Piste sehr unsicher und selbst wenn sie gut zu befahren wäre, würden wir erst spät in unserer Unterkunft ankommen so dass wir von der Gegend am Lake Easy kaum etwas mitbekommen würden. So strichen wir schweren Herzens auch diesen Punkt unserer Reise, aber weniger ist ja bekanntlich manchmal mehr. Als Alternativziel wählten wir Mto wa Mbu, wo wir diesen Abend und den nächsten Vormittag den Lake Manyara National Park besuchen wollten.

Am Eingang zum Park war ordentlich Betrieb. So viele Safariwagen hatte ich den ganzen Urlaub noch nicht gesehen. Aber das einchecken war sehr gut organisiert und hätte Kathrin nicht die Hälfte der Papiere am Counter vergessen, wären wir in Rekordzeit im Park gewesen. 😗

Unser erstes Ziel war der Hippo Pool. Den hatten wir noch von unserem letzen Besuch als den schönsten Hippo Pool Afrikas in Erinnerung, da man direkt am Ufer stehen konnte und die Hippos keine 5 Meter entfernt im Wasser lagen. Doch was für eine Enttäuschung. Bereits mehr als 100m vor dem Pool war jetzt Schluss. Hier war nun ein Parkplatz eingerichtet. Man durfte zwar aussteigen, aber sich dem Pool weiter zu nähern war untersagt. Jetzt brauchte man ein Fernglas um die Hippos zu beobachten. 🙁

Doch wir sollten für diese Enttäuschung entschädigt werden, denn erstmals sahen wir die Baumlöwen, für dieser Nationalpark so berühmt ist. Sie saßen in einem Baum direkt neben der Piste. Viele Safariwagen waren dort und man konnte nicht gut fotografieren, da die Löwen im dunklen Schatten der Baumkrone lagen. Wir beschlossen zunächst weiterzufahren und später noch einmal bei den Löwen vorbei zu schauen.

Das Licht wurde jetzt allmählich immer besser und am Ufer des Lake Manyara standen einige Giraffen geduldig Modell, worüber sich vor allem Kathrin freute. Erwähnte ich schon, dass Giraffen Kathrins Lieblingstiere in Afrika sind?

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Als wir zurück zum Löwenbaum kamen, befürchteten wir zunächst, das Rudel hätte sich vom Acker gemacht, denn kein einziger Safariwagen war an Ort und Stelle. Aber die Tiere lagen weiterhin im Geäst und die tief stehende Sonne leuchtete inzwischen unter die Baumkrone, so dass ich wesentlich besser fotografieren konnte, wobei die harten Licht/Schatten-Kontraste die Sache nach wie vor nicht gerade einfach machte.

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Eine halbe Stunde standen wir ganz allein unter dem Baum. Dann wurde es Zeit, sich einen schönen Platz für den Sundowner zu suchen. Den fanden wir am Rand der Überflutungsebene des Lake Manyara. Auf der einen Seite graste eine große Büffelherde und auf der anderen Seite verschwand die Sonne hinter dem Escarpment.

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Nun mussten wir los, um unser heutiges Quartier aufzusuchen. Wir hatten uns für die Panorama Campsite entschieden. Sie liegt oben auf dem Rand des Escarpments und bietet, wie der Name schon erahnen lässt, einen traumhaften Blick über die Masai-Steppe und den Lake Manyara.

Ansonsten ist die Campsite aber schon ein wenig in die Jahre gekommen und vieles hätte dringend eine Instandsetzung nötig. Dieses Wort scheint es aber in den meisten afrikanischen Sprachen nicht zu geben. Wir würden uns beim nächsten Besuch auf jeden Fall auch mal die Campsites direkt in Mto wa Mbu ansehen.

Rings um uns herum haben sich inzwischen große Gewitterwolken zusammengebraut. Wir bauen aus diesem Grund das Zelt direkt neben einem Makuti-Dach auf und installieren Tisch, Stühle und Küche unter dem Dach. Blitz und Donner nähern sich immer mehr und in dem Moment, wo das Essen auf den Tisch kommt geht der Starkregen los. Schnell tragen wir das Zelt unter das Dach, denn zum Glück steht es auch ohne Heringe. Doch auch danach ist uns kein ruhiges Abendessen vergönnt. An immer mehr Stellen fängt es an durchs Dach zu tropfen. Ich schaffe es noch die Stühle ins Auto, die Kocher unter den Tisch und die saubere Küchenausrüstung in der wasserdichten Küchenbox zu verstauen, dann gibt es auch unter dem Dach kaum noch einen trockenen Platz. Wir essen im Stehen – jeder ist froh zumindest einen kleinen Platz gefunden zu haben, wo es nicht auf den Teller tropft.

Zum Tagebuchschreiben verziehe ich mich ins Auto, den einzigen trockenen Ort, den wir noch haben. Immer wieder schlagen Blitze ganz in der Nähe ein, da wir hier oben sehr exponiert stehen. Ins Zelt habe ich mich noch nicht zu schauen getraut, das soll Kathrin machen.
Teil 1715. März 2013
16.Tag (06.01.2013)
Mto wa Mbu – Lake Natron
193km

Zunächst noch ein kurzer Nachtrag zum vorherigen Tag. Seit gestern klappert unser Wagen vorne, was angesichts von 500km schlechtester Piste nicht wirklich verwundert. Wir konnten nicht ermitteln, woher das Klappern kommt. Es war aber genau das gleiche Geräusch, welches unser Wagen in Uganda die ganze Zeit gemacht hat. Da sich aber das Fahrverhalten nicht änderte, ignorierten wir das Klappern.

Doch jetzt zum heutigen Tag. Wie immer früh raus aus den Federn – ja, wir haben Daunenschlafsäcke. Der Sonnenaufgang fiel aufgrund von Wolken aus. Ohne Frühstück brachen wir zum Nationalpark auf.

Schon am Gate werden wir von den ersten Tieren begrüßt. Eine Diadem-Meerkatze sitzt auf der Infotafel und lässt sich von unserer Anwesenheit in keiner Weise stören.


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Außer uns ist niemand hier am Gate. Im Gegensatz zu den allermeisten Nationalparks herrscht am Lake Manyara vom späten Vormittag bis frühen Nachmittag Rushhour, während es morgens und abends herrlich ruhig ist. Ich vermute es liegt daran, dass dieser Nationalpark überwiegend nur als Zwischenziel auf dem Weg von Arusha zum Ngorongoro Krater von den Safariveranstaltern im Rahmen ihrer Touren angesteuert wird.

Unser gestriges Permit hat auch heute Morgen noch Gültigkeit und im nu sind wir im Park. Im Grundwasser-Regenwald, gleich hinter dem Gate, sitzt dieser kleine fliegende Edelstein direkt am Pistenrand.


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Auf der weiteren Fahrt entlang des Sees sehen wir nur wenige Tiere und wenn dann in größerer Entfernung. Die Bäche, die gestern Abend alle trocken waren, führen nach den nächtlichen Gewittern alle Wasser, so dass zahlreiche Furten zu durchqueren sind.

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Am Endala Picknickplatz frühstücken wir. Es ist ein Traum. Keine Menschenseele weit und breit. Ein fantastischer Blick auf den Lake Manyara. Etliche Giraffen auf den Plains vor dem See und keinerlei Wegelagerer vor denen man sein Essen verteidigen muss.

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Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zurück zum Gate, denn wir haben heute noch einiges an schwieriger Strecke vor uns. Wir sind schon wieder im Wald, da befinden wir uns urplötzlich in Mitten einer großen Elefantenherde, die aber völlig relaxt ist. Ein Elefant vertilgt gerade einen Busch und stört sich überhaupt nicht daran, dass unser Auto nur einen Meter neben diesem Busch steht.

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Es sind auch einige große Nashornvögel im Wald unterwegs. Schön zu beobachten, aber schlecht zu fotografieren. Es ist zu dunkel und die Viecher halten einfach nicht still.

In Mto wa Mbu füllen wir den Tank und was noch wichtiger ist, unsere Lebensmittelvorräte, noch einmal auf, denn hier ist die letzte Einkaufsmöglichkeit, die wir für den Rest des Urlaubs haben.

Dann begeben wir uns auf die Piste zum Lake Natron, welche hier in Mto wa Mbu beginnt. Die ist dann auch echt hart. Starkes Wellblech, Fels, Löcher, tiefe Auswaschungen und Fesch-Fesch in stetigem Wechsel. Aber selbst auf dieser Strecke sind große Überlandbusse unterwegs. Wenn einem solch ein Ungetüm entgegen kommt, hilft nur noch die Flucht von der Strecke, denn beide Fahrzeuge passen nicht nebeneinander auf die Piste und der Bus weicht garantiert nicht aus, er verringert ja noch nicht einmal seine Geschwindigkeit.

Wir durchfahren die Masai-Steppe östlich des Escarpments. Die Landschaft ist in weiten Teilen trocken, öde und staubig, hat aber ihren ganz eigenen Reiz. Immer wieder sieht man Masai mit ihren Herden und hin und wieder ein Dorf am Horizont.

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Ab und zu trifft man aber auch auf grüne Oasen, wenn sich ein Bach vom regenreichen Escarpment in die Ebene ergießt und mit seinen Galeriewäldern kurzfristig für Abwechslung sorgt.

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Nach der Hälfte der Strecke zum Lake Natron schiebt sich der Oldonyo Lengai so langsam ins Blickfeld. Ab jetzt wird er für den Rest des Tages die Landschaft dominieren. Selten habe ich einen so schönen Berg gesehen und es wird sofort klar, weshalb er solch eine spirituelle Bedeutung für die Masai hat.

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Schön zu sehen, dass hier in dieser Gegend anscheinend auch noch das Zusammenspiel von Mensch und Natur zu funktionieren scheint. Zumindest trifft man reichlich Wildtiere, wie z.B. Zebras und Antilopen, die friedlich Seite an Seite mit den Rinder-, Ziegen- und Eselherden der Masai grasen. Kathrin ist Happy. Sie liebt Esel und so viele wie hier hat Sie noch nie an einem Tag gesehen.

Natürlich werden wir auch zur Kasse gebeten. An den beiden Distrikt-Grenzen werden jeweils 10,-US$ pro Person fällig und für das Lake Natron Nature Reserve sind 15,-US$ pro Person zu zahlen. Das Auto kostet nichts. Das Ganze macht aber zumindest einen semi-offiziellen Eindruck und sieht nicht nach wahrloser Abkassiererei aus, wie es wohl früher auf dieser Strecke an der Tagesordnung war.

An den Lake Natron selbst kommen wir dann längst nicht so dicht, wie wir es uns erhofft hatten. Bereits weit vor der Wasserlinie stoppen Salzwiesen und Schlamm unsere Fahrt. Wir wollen nichts riskieren, denn wenn man sich hier festfährt, kann man das Auto wahrscheinlich abschreiben.

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Wir überlegen noch kurz, zu Fuß weiter zu gehen, verzichten dann aber darauf, da wir schon wieder von bettelnden Masai umringt sind. Ich Frage mich sowieso schon die ganze Zeit, woher der Mythos des stolzen Masai kommt. Wirklich jeder Masai dem man begegnet bettelt einen an. Das scheint ein durch weiße Hautfarbe ausgelöster Reflex zu sein. Bei keiner anderen Volksgruppe in Tansania habe ich dieses Verhalten auch nur Ansatzweise entdeckt. Das war nicht stolz, das war erbärmlich.

Für die Übernachtung wählten wir die Worldview Campsite. Wirklich erstklassig. Hervorragende Sanitäreinrichtungen, ein Blick, der dem Namen der Campsite gerecht wird und bettel-freie Zone.

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Alle anderen Campsites in der Umgebung waren verwahrlost oder geschlossen; so genau konnte man das zum Teil nicht feststellen. Die Übergänge sind da fließend.

In den Bäumen der Worldview Campsite wohnten riesige Schwärme von Webervögeln, die zeitweise ordentlich Rabatz machten. Ich fand auch ein auf dem Boden liegendes Webervogelnest, was mir die Gelegenheit bot, dieses Meisterwerk der Natur-Architektur in Ruhe aus der Nähe zu betrachten. Es ist erstaunlich, wie formstabil dieses filigrane Gebilde ist. Ebenfalls war ich überrascht, dass die Vögel Knoten beherrschen. Meiner Kenntnis nach haben selbst Menschenaffen nicht die Fähigkeit, Dinge durch Knoten miteinander zu verbinden.

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Zur Dämmerung hatten sich dann an den Gipfeln des Oldonyo Lengai und des der Campsite gegenüber liegenden Mount Gelai gewaltige Gewitter gebildet, die sich immer mehr ausbreiteten und die uns immer näher kamen. Ich schaffte es gerade noch mit dem kochen fertig zu werden. In dem Moment, wo das Essen auf den Teller war, hatten uns die Gewitter erreicht und es begann in Strömen zu regnen. Glücklicherweise hatten wir im Auto schon eine Zufluchtsstätte eingerichtet, in die wir uns jetzt retteten und so im trockenen unser Essen genießen konnten. Dazu Blitz, Donner und das Prasseln des Wolkenbruchs, hier am trockensten Ort Tansanias.
Teil 1819. März 2013
17.Tag (Mo. 07.01.2013)
Lake Natron – Serengeti National Park (Lobo Campsite)
155km

Heute morgen werden wir in der Dämmerung vom Gezwitscher der Webervögel geweckt. Als wir am Frühstückstisch sitzen verlassen sie in großen Schwärmen ihre Schlafbäume. Ein herrliches Naturschauspiel, zu sehen wie sich ein ganzer Schwarm wie eine Einheit bewegt. Da fragt man sich schon, wie sie das steuern.

Wir lassen es gemütlich angehen. Da der Himmel noch immer bedeckt ist, schenken wir uns die Wanderung zum Wasserfall und haben heute lediglich die Strecke bis zur Lobo Campsite zu bewältigen.

Die Laune der anderen Camper ringsumher ist heute morgen eher schlecht. Die wollten eigentlich den Sonnenaufgang auf dem Oldonyo Lengai genießen. Aufgrund der nächtlichen Gewitter musste die Besteigung aber abgesagt werden.

Die Piste führt uns zunächst noch ein Stück in der Ebene nach Norden, bevor die erste Stufe des Escarpments erklommen wird. Dort geht es weiter Richtung Norden, wobei man immer mal wieder einen Blick auf den Lake Natron erhaschen kann. Leider liegt er heute im dichten Dunst. Dann wird die zweite Stufe des Escarpments erklommen und wir sind im Masai-Hochland angekommen. Welch ein Kontrast zur Steppe, durch die wir noch vor kurzem gefahren sind. Hier oben ist alles grün und fruchtbar. Man sieht, dass es häufig regnet.

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Kathrin ist vor allem begeistert von den vielen großen Esel-Herden, an denen wir vorbei kommen. Ganz besonders wenn sich dort auch Fohlen befinden.

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Aber auch das eine oder andere kleine und unscheinbare Tier lässt sich entdecken. So wie zum Beispiel diese freundlich grinsende Schildkröte.

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Die Piste ist schon bis nach Wasso recht heftig. Immer wieder muss man sich Umfahrungen suchen, da die eigentliche Piste nicht mehr passierbar ist. Dabei muss man immer im Auge behalten, dass es sich um die wichtigste Zufahrt ins Masai-Hochland handelt. Das zeigt sich auch daran, dass die Strecke nach Wasso noch anspruchsvollen wird, denn hier sind nur noch die wenigen Fahrzeuge unterwegs, die die Serengeti über Kleins Gate erreichen wollen.

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Damit Ihr eine Vorstellung von den Pisten habt: Man kombiniere Moremi mit dem Kaokovelt. Dann macht man das ganze noch rutschig und schmierig (der Schlamm im Moremi ist ja reiner Sand und überhaupt nicht rutschig). Kurz gesagt war es eine der heftigsten Strecken, die ich je gefahren bin.

Am frühen Nachmittag hatten wir dann aber doch unbeschadet Kleins Gate erreicht. Um uns herum tobten wieder einige Gewitter, aber es sah so aus, als würden wir heute verschont werden.

Auf die Hauptpiste zur Lobo Area hatten wir keine Lust und so bogen wir schon bald auf eine Nebenstrecke ab, die entlang der Lobo Hills zur Campsite führt. Man fährt die ganze Zeit an den Hängen der Lobo Hills entlang und hat dadurch einen weiten Blick über das Land. Tiere gab es allerdings nicht allzu viele. Einige Grasfresser in größerer Entfernung, aber nichts Spektakuläres.

Nur wenige hundert Meter vor Campsite und schon in Sichtweite derselben standen wir dann vor diesem Pistenabschnitt:
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Was tun? Die Piste selbst ist seit den letzten Regenfällen augenscheinlich niemand mehr gefahren. Eine genaue Prüfung der Strecke zu Fuß wollte ich aufgrund der Büffel nicht riskieren. Dafür gab es auf der Wiese neben der Piste zahlreiche Spuren von Umfahrungen des schlammigen Pistenabschnittes. Der Herdentrieb siegte und ich entschied mich, die Passage ebenfalls auf der Wiese zu umfahren. Ein großer FEHLER! Die Wiese war extrem tückisch. Unter einem festen und zähen Wurzelgeflecht aus Gras lauerte der black collton soil und wir gingen ihm in die Falle. In der Mitte der Umfahrung brachen die Räder durch die feste Oberfläche und wir steckten augenblicklich fest.

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Sieht gar nicht so schlimm aus, ist es aber, denn die hintere Radaufhängung hängt im Wurzelgeflecht der Wiese fest. Telefonisch können wir keine Hilfe rufen, denn hier hat es kein Netz. So kommt das erste Mal unser High Jack zum Einsatz. Das einzige was hier hilft ist, den Wagen hinten anzuheben, die Spur mit dem Spaten zu verbreitern, damit Platz für die Radaufhängung ist und die Spur zusätzlich mit Ästen oder ähnlichem zu verfüllen.

Die Büffel sind im Übrigen immer noch vor Ort. So bezieht Kathrin Position auf dem Autodach, um mich zu warnen, sollte einer der Büffel sich durch meine Anwesenheit gestört fühlen. Also Wagen hoch. Ganz schön anstrengend, aber es geht – fast. Der High Jack sinkt im weichen Boden ein und wir haben eine dicke Schramme in der Hecktür. Also erst einmal eine Unterlage für den Wagenheber suchen. Ich habe Glück und finde einen großen flachen Stein. Außerdem setze ich den Wagenheber jetzt lieber an den Seiten an. Halbe Last, dafür aber doppelte Arbeit. Der Blechspaten hat gegen das Grasgeflecht kaum eine Chance. Nach schweißtreibender Arbeit dann der Befreiungsversuch – er endet nach einem Meter. Das Ganze noch mal. Dabei zerbricht der Stein und wir haben jetzt auch eine dicke Schramme auf der Seite. Wieder ein Meter. Die Büffel haben es sich inzwischen gemütlich gemacht, liegen wiederkäuend auf der Wiese und genießen das Unterhaltungsprogramm. Nach 2 Stunden haben wir gerade mal 10 Meter geschafft, noch eine dritte Schramme im Auto und sehen angesichts der nahenden Dämmerung einer Nacht außerhalb der Campsite entgegen. Da kommt endlich ein Auto. Mitarbeiter der Lobo Lodge haben uns entdeckt.

Aber selbst das Rausziehen hat es in sich. Bei den ersten Versuchen drehen nur die Räder des Zugfahrzeuges durch, aber ansonsten bewegt sich nichts. Dann halt mit Schwung. Der Erfolg besteht darin, dass unsere Helfer danach anstelle einer langen Abschleppkette jetzt drei kurze Abschleppketten haben. Mit unserem Stahlseil haben wir mehr Erfolg. Es gibt natürlich einen tierischen Schlag, aber wie kommen frei. Bei einem normalen PKW hätte solch eine Aktion wahrscheinlich die ganze Frontpartie abgerissen. Wir bedanken uns überschwänglich bei unseren Helfern und selbstverständlich gibt es ein ordentliches Trinkgeld, worüber sich die beiden offensichtlich sehr freuen.

Am ärgerlichsten an der ganzen Nummer war aber, dass sie vollkommen unnötig war. Die Passage die wir umfahren wollten ließ sich problemlos befahren. Der Boden sah nur weich aus, trug aber gut.

Ein kleiner Exkurs: Es wird ja hier im Forum öfters behauptet, Tansania wäre so voll und es würde an Einsamkeit mangeln. Kann ich so beim besten Willen nicht bestätigen. Wenn wir feststeckten hat es immer Stunden gedauert, bis Hilfe vorbeikam, wenn überhaupt. Auf vielen Campsites waren wir allein.

Auch die Lobo Campsite hatten wir für uns allein. Von der Lage her die schönste Campsite des Urlaubs. Sie liegt am Hang unterhalb eines großen Kopje. Der Blick schweift weit über die Ebenen bis zu den Lobo Hills am Horizont, die die Ostgrenze der Serengeti bilden. Das Waschhaus ist sauber und bietet alles was man braucht. Einzig die beiden Touri-Käfige stören das Bild.

Schnell ist das Zelt aufgebaut und wir parken den Wagen so, dass er den Blick auf die beiden Touri-Käfige verdeckt.

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Als wir aus der Dusche kommen ist die Dämmerung schon weit fortgeschritten. Auf dem Weg zurück zum Zelt knackt es laut in den Büschen, die den Kopje umgeben. Wir leuchten mit der Taschenlampe dorthin und uns funkeln zwei Augen an. Ansonsten ist nichts zu erkennen. Die Augen schieben sich langsam voran. Der Puls steigt und wir ziehen uns kontrolliert zurück. Dann schiebt sich ein Büffel aus dem Gebüsch. Wir hatten schlimmeres befürchtet.

Unser Kochen und Abendessen wird begleitet vom Brüllen der Löwen. Wir befinden uns anscheinend genau zwischen zwei Rudeln, die gerade Serengeti sucht den Superstar austragen. Jedenfalls legen sich beide Seiten ordentlich ins Zeug.

Das Lagerfeuer fällt aus, da es kein trockenes Holz gibt. So begeben wir uns nach den Abendessen mit dem einen oder anderen Schlummertrunk aufs Autodach. Am Horizont wieder reichlich Wetterleuchten – ich hätte aber nichts gegen eine trockene Nacht einzuwenden.

Wir sehen auch einige Augenpaare im hohen Gras unweit der Campsite leuchten, können deren Besitzer aber nicht identifizieren
Teil 1921. März 2013
18.Tag (Di. 08.01.2013)
Lobo Campsite – DikDik Campsite
156km

Nachts werde ich wach, weil mir jemand ein Ohr abkaut. Naja, nicht ganz, aber wenn ein Büffel nur einen Meter neben dem Zelt die Wiese mäht, ist das akustisch ein interessantes Erlebnis.

Da die Campsite einen weiten Blick nach Osten gewährt, stehen wir in Erwartung eines prächtigen Sonnenaufgangs heute besonders früh auf und werden nicht enttäuscht.

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Die nächtlichen Ruhestörer sind weiterhin in der Nähe und scheinen den Anblick ebenfalls zu genießen; jedenfalls schauen sie auch andächtig zur sich über die Lobo Hills schiebenden Sonne.

Der Kopje hinter unserem Zelt beginnt zu glühen. Weshalb sind solche Augenblicke nur immer so schnell wieder vorbei.

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Dann starten wir auch schon. Das Zelt bleibt stehen und Frühstück soll es unterwegs geben. Unser Ziel ist der lange Grumeti Game Drive Circuit. Der Weg zum Grumeti zweigt nur wenige Kilometer südlich von Lobo von der Hauptpiste ab und lässt sich gut fahren. Augenscheinlich wird er instand gehalten, da er auch die Zufahrt zu einer Luxus-Lodge ist. Am Grumeti finden wir zwar ein Schild zum Circuit, aber keinen dazu gehörigen Weg. Wir treffen einen Ranger, der uns informiert, dass die Strecke völlig zugewachsen und unpassierbar ist. Schade! Also auf dem gleichen Weg zurück. Tiere gibt es hier auch nicht allzu viele. Die beiden Klippspringer waren noch das Beste, denn meist lassen einen die scheuen Böckchen nicht so nah heran kommen.

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Zurück auf der Hauptpiste versuchen wir es östlich der Hauptpiste mit dem Gamedrive. Hier enden aber alle Wege nach kurzer Zeit an mehr oder weniger großen Schlammpassagen, die alle noch keine Befahrungsspuren aufweisen. Ich möchte aufgrund meiner Erfahrungen auf dieser Reise auch nicht der Erste sein, der die Befahrbarkeit der Passagen testet. So fahren wir ziemlich gefrustet zurück zur Campsite, frühstücken dort und beratschlagen was wir jetzt machen.

Wir entscheiden uns, schon einen Tag früher in die Seronera Area zu fahren. Sollten die Strecken dort genauso schwierig sein, hat man zumindest die Chance auf schnellere Hilfe, als hier im ausgestorbenen Norden der Serengeti. Außerdem erwarten wir dort mehr Tiere. Glücklicherweise werden die Campsites in der Serengeti nicht fest zugewiesen, so dass man hier auch spontan seine Planung ändern kann. Ein großer Vorteil gegenüber vielen Nationalparks im südlichen Afrika.

Auf der Fahrt Richtung Süden sehen wir viele Tiere. Meist weiter weg, hier ist einfach viel Platz. Einige zeigten sich aber auch in guter Fotoentfernung.

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Im Westen, Richtung Lake Victoria steht eine gewaltige dunkle Gewitterfront, während bei uns die Sonne scheint. Das gibt herrliche Fotos, wenn die Tiere sich vor diesem dunklen Hintergrund präsentieren. Wir hoffen aber, das Gewitter ist standorttreu.

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Wir entdecken auch zwei Löwinnen. Sie sind sehr hektisch und angespannt. Die eine Löwin faucht uns sogar an. So etwas habe ich bei diesen normalerweise so coolen Tieren noch nie erlebt. Was mit denen wohl los war?

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Bevor wir nach Seronera kommen machen wir noch einen Abstecher zum Retima Hippo Pool. Inzwischen gibt es hier sogar einen Picknickplatz. Der ist neu für uns. Auch der Pool ist ganz anders als wir ihn von früheren Besuchen kennen. Diesmal finden wir keinen kleinen Pool, in dem sich die Hippos drängeln, sondern einen reißenden Wildwasserfluss.

Aber die Hippos gibt es natürlich noch immer. Als wir ankommen liegen sie friedlich aneinandergekuschelt im Kehrwasser.

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Aber irgendwann wird es zwei Jungbullen zu langweilig.

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Die beiden haben das dringende Bedürfnis zu klären, wer der Chef im Pool ist.

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Es geht hoch her…

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Bis einer aufgibt und flüchtet; nicht ohne dass ihn der Sieger noch einmal kräftig in den Arsch beißt.

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Was für eine Show. Der Kampf dauerte fast eine halbe Stunde.

Jetzt wird es aber Zeit eine Campsite auszuwählen. Es gibt hier in Seronera 6 public campsites und da wir die nächsten 3 Nächte hier verbringen wollen, sollte sie uns auch gefallen.

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Wir entscheiden uns für die DikDik Campsite. Zum einen ist hier nur wenig los und zum anderen hat man den besten Blick übers Land, da diese Campsites am äußersten Rand des Areals mit den public campsites liegt. Auch das Waschhaus ist in einem ordentlichen Zustand.

Hier erleben wir auch mal wieder ein Kapitel typisch afrikanischer Logik. Es gibt einen Bereich bei der Campsite, der für das Abstellen der Fahrzeuge gedacht ist. Will man mit seinem Fahrzeug auf die Campsite fahren (da man ja als Selbstfahrer kein Rudel Helferlein hat, die einem Gepäck und Ausrüstung durch die Gegend schleppen) kostet das 200,-US$ pro Nacht. Hat man jedoch ein Wohnmobil oder einen Wagen mit Dachzelt, darf man ohne weitere Gebühren auf die Campsite fahren und sich dort zur Übernachtung hinstellen.

Wir fanden einen netten Platz, wo Campsite und Fahrzeugbereich aneinander grenzten, so dass wir das Problem auf diese weise lösen konnten. Zelt und Wagen standen jeweils dort, wo sie hingehörten und doch nur 2m auseinander.

Schon beim Abendessen hörten wir, dass Elefanten in der Nähe sind. Beim GinTonic waren sie dann schon in Reichweite unserer Taschenlampe und als wir zum schlafen im Zelt verschwanden waren sie nur noch 100m entfernt. Wir waren kaum in den Schlafsäcken, da standen sie auch schon direkt neben dem Zelt. Da atmet man dann schon etwas flacher, man möchte die Tiere ja nicht erschrecken. Ich wage es nicht mich zu bewegen. Die meisten Elefanten ziehen rasch weiter, aber einen höre ich noch die ganze Zeit neben dem Zelt schnaufen. Als ich es nach einiger Zeit wage, vorsichtig den Kopf zu heben, stelle ich fest, dass es kein Elefant, sondern Kathrin ist, die da neben mir im Tiefschlaf vor sich hin schnauft. Am nächsten Morgen meint sie, die Elefanten um uns herum hätten solch eine Ruhe und Geborgenheit ausgestrahlt, dass sie augenblicklich eingeschlafen sei. 😵
Teil 2008. Apr. 2013
19.Tag (Mi. 09.01.2013)
Serengeti
138km

Als wir morgens aufstehen ist eine von Kathrins Tewa-Trekkingsandalen verschwunden. Da das Zelt so klein ist und auch keine Apsis besitzt lassen wir unsere Schuhe immer draußen stehen. Aber wer klaut eine einzelne Sandale? Der Caretaker der Campsite klärt uns auf. Hyänen lieben das zähe Gummi der Trekkingsandalen und klauen diese sehr gerne um sie sozusagen als „Kauknochen“ zu verwenden.

Wir lassen es ruhig angehen, denn es ist heute Morgen bedeckt. Wir lassen uns mit dem Frühstück Zeit und starten erst, als die Sonne die Wolken vertreibt.

Unser erstes Tiererlebnis des Tages hat es gleich in sich. Wir entdecken einen Serval, der ganz in der Nähe unseres Tracks auf der Jagd ist. Er lässt sich dabei auch nicht durch unsere Anwesenheit stören und erbeutet immer wieder irgendwelche Kleintiere, die mit einem Haps verspeist werden.

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Danach starten wir zu einer Tour zu den Simba- und Moru-Kopjes. Davon hatten wir uns mehr versprochen. Die meisten Wege sind nicht passierbar. Wir kommen meist gar nicht in die Nähe der Kopjes. Tiere sehen wir auch keine. Auf dem Rückweg Richtung Seronera kommen wir am Magadi-See vorbei, der aufgrund der letzten Regenfälle sich weit ausgedehnt hat. Auch die Furt durch den Abfluss des Sees ist fast schon grenzwertig tief.

Wir wollen noch Tiere sehen, weshalb wir uns entschließen, die Galeriewälder südlich von Seronera zu besuchen. Dort wird man immer fündig.

Wir finden diesen Baum, der ja schon für sich gesehen sehr schön ist.

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Noch schöner ist aber, dass sich in diesem Baum ein ganzes Löwenrudel aufhält und zwar ein ziemlich großes. Da herrscht zum Teil ein ziemliches Gedränge.

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Wer ein Plätzchen für sich haben will, muss auch mit unbequemen Schlafpositionen klarkommen, aber damit haben Katzen ja bekanntlich keine Probleme.

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Aber nicht nur wir beobachten begeistert das Geschehen im Baum. Für die jüngeren Löwen sind wir anscheinend ebenso interessant.

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Es fällt uns schwer, und von unserem tollen Beobachtungsplatz loszureißen, aber irgendwann siegt die Neugier auf weitere Tiererlebnisse. Wir werden auch nicht enttäuscht, denn nur kurze Zeit später finden wir den nächsten interessanten Baum. Hier herrscht kein Gedränge, so dass sich der Leopard den bequemsten Liegeplatz frei auswählen konnte.

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Damit dürfte die heute hier im Forum geäußerte These, es gebe keine Leoparden in der Nähe von baumkletternden Löwen, widerlegt sein.

@picco: Erkennst Du den Baum wieder?

Den Sundowner wollen wir auf unserer Campsite genießen. Vorher fahren wir aber noch bei der Seronera Wildlife Lodge vorbei, weil wir klären wollen, ob wir am nächsten Abend dort Essen können. Es gab hier im Forum Meldungen, dass dies für Auswärtige nicht mehr möglich sein – was sich aber als Fehlmeldung entpuppte.

Auf dem Weg zur Lodge gab es in einer diagonalen Bodenwelle mit starker Verschränkung plötzlich einen lauten Knall vorne links und danach weiterhin starke Geräusche bei jeder größeren Unebenheit. Eine nähere Untersuchung zeigte, dass die Feder gebrochen war. So musste der Sundowner noch warten, denn unser nächstes Ziel war die Werkstatt beim Park-Headquarter. Dort teilte man uns mit, dass man keine passende Feder vorrätig hat, aber gerne den Einbau übernehmen wird, wenn wir eine Feder organisieren.

Also mal wieder mit dem Office von 4x4 Adventure telefoniert und eine Lösung war schnell gefunden. Man würde am nächsten Morgen einfach eine passende Feder dem nächsten Flieger von Arusha in die Serengeti mitgeben, wo wir sie dann vom Airstrip abholen können.

Dann aber endlich zurück zur Campsite und den Sonnenuntergang genießen. Der Blick von der Dik-Dik Campsite Richtung Westen ist ein Traum. In der Nähe kämpfen lautstark zwei Impala-Böcke. Ein GinTonic in der Hand. Herz was willst Du mehr?

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Tagsüber hat uns der Caretaker Feuerholz vorbei gebracht. Es ist zwar feucht, wir bekommen es aber trotzdem zum brennen. In der Nähe sind wieder Elefanten zu hören, wir sehen sie aber nicht. Dafür entdecken wir mit der Taschenlampe eine Hyäne. Wir lassen bewusst Kathrins übrig gebliebene Trekkingsandale vor dem Zelt liegen, mal sehen was passiert.
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