Hallo Thomas, ich bin gerade erst über Deinen Bericht gestolpert und habe ihn bis hierher in einem Rutsch durchgelesen. Vielen Dank für die spannenden Schilderungen und die tollen Fotos! Wir sind Eure Tour 2017 gefahren, allerdings mit Driver-Guide und als Lodge-Hopper. Daher finde ich es super interessant, Parks und Anreise aus Eurer Perspektive zu erleben! In Lumo hatten wir die absolut besten Sichtungen und die Aussicht von Lions Bluff tragen wir für immer in unseren Herzen! Ich freue mich schon, wenn es bei Dir weitergeht! Viele Grüße Elke
www.fotognu.de
Haustierfotografie gegen eine Spende für den Tierschutz
Flash20101’425 Beiträge · seit 201511. Apr. 2022 ·
Hi Thomas,
ihr habt nicht im Ernst den schwarzen Serval gefunden?! 🤩 🤩 🤩 Wie viel Glück kann man bitte haben? Wow, wow, wow - unglaublich!
Ich genieße eure Bilder vom schönen grünen Afrika sehr!
Glückwunsch zu eurer gelungenen Reise und zu dem gewählten Fahrzeug. Wir waren mit diesem super ausgerüsteten Land Cruiser vor wenigen Jahren in Tansania in der Serengeti und im Tarangire Park unterwegs (Siehe Bericht: www.safari-wangu.de/2019sep_1.html . Verstehen also eure Beschreibungen der Blicke auf den Wagen nur zu gut. Auch eure Route und die Ziele kennen wir natürlich sehr gut und haben gerade in den letzten beiden Jahren viel Zeit in den Gebieten Verbracht. Auch wir fahren natürlich nach wie vor selber, nutzen aber aktuell einen anderen Land Cruiser von Sunworld, da unser Safarischwerpunkt immer auf der Masai Mara liegt und wir dort gerne so wenig wie möglich Zeit für mit der Versorgung verschwenden und so mit Camps von Freunden und bekannten nutzen. Im Amboseli, Tsavo und Lumo Gebiet versorgen wir uns auch selber und fahren Plätze wie z.B. Leopard Lair oder Kitani Bandas an.
Aber ganz sicher werden wir in naher Zukunft auch mal wieder mit dem Camper von Sunworld unterwegs sein 😉
Vielleicht sieht man sich ja mal im Bush.
safari njema kila wakati Jörg
Self Drive Safaris - Reiseberichte und Infos zu Kenya, Tanzania, Namibia und einer Kanu Safari in Zimbabwe - 1990 bis heute
http://www.safari-wangu.de
TopobärThemenstarter5’490 Beiträge · seit 200920. Apr. 2022 ·
@Andre: Sunworld hat nur diesen einen "Luxury Camper". Ansonsten werden die normalen Safari-Landcruiser vermietet, die Sunworld auch für die geführten Touren nutzt. Wir hatten fabrikneue Reifen und auch die Klimaanlage funktionierte uneingeschränkt. Ich habe noch keine Markise gefunden, die bei stärkerem Regen vernünftig funktioniert. Das Problem, dass das Wasser zwischen Fahrzeug und Markise eindringt besteht immer, da die Markisen nicht direkt am Fahrzeug befestigt sind, sondern an einem Träger, welcher Abstand zu Fahrzeug hat. Wenn Du bislang nur im südlichen Afrika unterwegs warst, kann ich Deine Verwunderung über die Fahrzeugqualität in Ostafika gut nachvollziehen. Selbst die schlechtesten Fahrzeuge im südlichen Afrika sind besser als die meisten Fahrzeuge in Ostafrika. Der normale Mietwagen in Ostafrika ist bereits mehrere Hunderttausend Kilometer gelaufen und Du kannst davon ausgehen einen nicht unerheblichen Anteil der Reise in Werkstätten zu verbringen. Die Chefin unserer Unterkunft in der Mara sagte, dass Sie bei Kunden die mit Fahrzeugen bestimmter Vermieter anreisen, immer mit um einen Tag verspäteter Ankunft rechnet. Tagsüber waren wir in Lumo immer ohne Guide unterwegs.
@Laura: Den Serval haben nicht wir entdeckt, sondern der Spotter. Das viele Grün hat uns diesmal auch ganz besonders begeistert. So intensiv hatten wir es auch noch nicht in Kenia erlebt.
@Jörg: Ich kenne Deine Homepage schon seit Jahren und lese regelmäßig Eure Reiseberichte. Habe dadurch auch schon viele hilfreiche Informationen erhalten. Da freut es mich natürlich sehr, dass Du auch bei mir mitliest. Bei uns gehören Afrika und Campen untrennbar zusammen. Es kommt uns dabei allerdings auch entgegen, dass ich gerne koche und die Selbstversorgung somit nicht als Belastung, sondern Teil des Urlaubserlebnis empfinde.
Für heute ist lediglich die Überführungsetappe an den indischen Ocean geplant. Aus diesem Grund lassen wir uns viel Zeit beim Frühstück und genießen den weiten Blick von der Campsite über Lumo.
Ist beim Frühstück noch blauer Himmel, so zieht es im Laufe des Vormittags immer mehr zu. Auf Höhe von Voi fahren wir durch einige heftige Schauer.
In Voi gibt es auch einen Supermarkt, an dem wir unsere Vorräte ein wenig aufstocken.
Wir haben uns entschieden nicht über Mombasa zu fahren, sondern durchs Hinterland via Kinango. Die Strecke führt über holperige Pisten, ist aber nicht schwierig zu fahren. Man kommt jedoch nur langsam voran. Nach europäischen Maßstäben wären die Pisten nur mit einem Geländewagen zu befahren, aber die Kenianer sind hier durchaus auch mit modernen BMW-Sportcoupes unterwegs. Touristen scheinen sich nur selten in diese Gegend zu verirren.
Zur Orientierung und Navigation auf dieser Reise nutze ich Maps.me. Die Karten sind sehr gut und detailliert. Die Routenplanung würde ich dieser Anwendung allerdings nicht überlassen. Hin und wieder sind die empfohlenen Strecken völliger Unsinn. Da müssen die Algorithmen noch deutlich verbessert werden. Ich habe aus diesem Grund die Strecken immer selbst geplant und Maps.me nur als Karte verwendet. Das funktionierte sehr gut. Der Grund weshalb ich das hier erwähne ist, dass uns Maps.me von Kinango nach Tiwi Beach konsequent von der Hauptpiste fernhalten wollte und stattdessen über kleinste Feldwege schicken wollte.
Am frühen Nachmittag erreichen wir Tiwi Beach, wo wir auf der Campsite der Twiga Lodge übernachten wollen. Hier ist das Wetter wieder Top. Die Campsite ist ein Traum. Man darf direkt am Strand unter den Palmen stehen und obwohl die Campsite mit vielen Festtagsurlaubern gut besucht ist, finden wir noch einen schönen Platz in erster Reihe. Südseefeeling wie aus dem Bilderbuch.
Kurz habe ich mich im weichen Sand festgefahren, komme mit reduziertem Luftdruck aber schnell wieder frei. Später stelle ich fest, dass es gar nicht am Luftdruck lag, sondern ich Trottel vergessen hatte, die Naben am Vorderrad zu sperren. Nur mit Heckantrieb wird es am Sandstrand natürlich schwer.
Zu unserer großen Verwunderung ist die Campsite sehr günstig. Lediglich 500 KSH ppn. Die Sanitäreinrichtungen sind sehr einfach, aber sauber und in ausreichender Anzahl vorhanden.
Da es ein sehr schönes Strandrestaurant gibt kochen wir nicht selbst. Klar, dass wir uns für Fisch entscheiden. Kathrin nimmt Filet und ich ein Swahili-Fischcurry. Beides sehr lecker.
Als es dunkel wird, wimmelt es oberhalb der Brandungszone von Strandkrabben.
Topobär schrieb:Nach europäischen Maßstäben wären die Pisten nur mit einem Geländewagen zu befahren, aber die Kenianer sind hier durchaus auch mit modernen BMW-Sportcoupes unterwegs.
Das zu lesen fliesst doch wie Schoggi die Kehle runter... 😉 😄 😎
natürlich verfolgen wir auch eure Selbstfahrer Safaris 😉 Und ich freue mich in dir einen treuen Leser zu haben, den wir hin und wieder inspirieren können. Übrigens war eure Sichtung von dem Löwenmännchen mit dem Sender oben auf dem Lion Rock sehr interessant für uns. Wir sind ja seit zwei Jahren ziemlich regelmäßig im Lumo Conservancy unterwegs und haben dieses Männchen bisher immer im Taita Gebiet in der Nähe des kleinen Flusses angetroffen. Bisher waren wir davon ausgegangen das wir mindestens zwei Rudel im Lumo Conservancy haben und das der Lion Rock meist von einem Rudel besucht wird, welches zwischen Tsavo West und Lumo wechselt. Für uns auf jeden Fall eine interessante Sichtung, der wir im September wieder nachgehen werden!
Auch die Bilder vom Tiwi Beach sind für uns ein guter Hinweis, wir hatten zwar von der Campsite gehört, waren aber selber noch nicht dort. Im März hatten wir jetzt ein Stückchen nördlich von der Campsite, am Strand im Keringet Tent übernachtet. Meldet euch doch mal, falls es irgend wann wieder nach Kenya oder Tansania geht, vielleicht sieht man sich mal im Bush! safari njema
Self Drive Safaris - Reiseberichte und Infos zu Kenya, Tanzania, Namibia und einer Kanu Safari in Zimbabwe - 1990 bis heute
http://www.safari-wangu.de
TopobärThemenstarter5’490 Beiträge · seit 200927. Apr. 2022 ·
10. Tag (Mo. 27.12.2021) Tiwi Beach – Shimba Hills National Park – Diani Beach – Tiwi Beach 97km
Wir frühstücken auf unserem Stellplatz mit Blick auf den indischen Ozean. Der Sonnenaufgang fällt leider aus, da große Wolken über dem Meer stehen.
Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Shimba Hills National Park, den wir in einer guten halben Stunde erreichen. Unser Hauptanliegen ist die Wanderung zu den Sheldrick Falls. Die ist nur mit einem Ranger möglich und startet um 10:00Uhr und 14:00Uhr. Wir haben uns für den frühen Termin entschieden, da es zu der Zeit noch nicht so heiß ist.
Wir haben noch etwas Zeit und fahren zunächst ein paar Viewpoints an, die halbwegs auf der Strecke liegen. Leider sieht man nicht viel. Es ist stark bewölkt und Himmel & Meer gehen ineinander über. Bei strahlend blauem Himmel muss der Blick von hier oben fantastisch sein.
Zum Glück sind wir nicht wegen der Tiere im Park, denn unsere Sichtungen fallen an diesem Vormittag sehr dürftig aus. Zwei Schildkröten auf der Piste und weit entfernt ein paar Büffel. Dazu noch ein Palmengeier auf einem Baum direkt über unserer Piste.
Pünktlich um 10:00Uhr sind wir am Ausgangspunkt der Wanderung zu den Sheldrick Falls. Diese geführte Wanderung ist im Eintrittspreis des Nationalparks enthalten. Die einfache Strecke sind ca. 2,5km und 200 Höhenmeter. Auf dem Hinweg geht es bergab, da die Wanderung an einem der Viewpoints startet. Es hat sich eine recht große Gruppe von ca. 30 Personen zusammengefunden. Überwiegend sind es Kenianer, die die Feiertage an der Küste verbringen. Das macht die Wanderung wesentlich interessanter, als wäre man nur mit europäischen Strandurlaubern unterwegs.
Gleich zu Beginn geht es auf einem gut ausgebauten Stufenweg hinunter in ein Tal. Dort läuft man dann durch dichten Bergwald, welcher hin und wieder durch kleinere Lichtungen aufgelockert wird. Unterwegs sahen wir bis auf ein winziges Chamäleon kein einziges Tier.
Die Sheldrick Falls sind den beschwerlichen Anmarsch auf jeden Fall wert. Es ist ein magischer Ort mitten im dichten Wald. Wer will kann direkt unter dem Wasserfall baden. Es gibt am Rand der Lichtung dafür extra ein kleines Häuschen mit Umkleidekabinen. Der Ranger lässt uns hier viel Zeit. Kathrin kommt ins Gespräch mit einigen schwarzen Ladys, deren Outfit eher auf eine Dinnerparty, als hier in den Wald passt.
Der Rückweg ist dann um einiges beschwerlicher als der Hinweg. Beim Aufstieg über den Treppenweg kommt man ordentlich ins Schwitzen. Die meisten unserer Mitwanderer sind aber erheblich mehr am Kämpfen. Viele haben ordentlich Übergewicht und tun sich entsprechend schwer. Ein Kontrast zu den kenianischen Langstreckenläufern, die in Deutschland das Bild dieses Landes mitprägen. Auf den letzten Metern fängt es leicht an zu regnen und wir schaffen es gerade noch ins Auto bevor ein Unwetter losgeht.
Aufgrund des Wetters sind wir gezwungen unsere Planung für den heutigen Tag über den Haufen zu werfen. Gamedrive und Picknick lassen wir ausfallen. Das hat bei dem Wetter keinen Sinn. Somit sehen wir leider auch keine Rappenantilopen, für die dieser Nationalpark berühmt ist. Auch die Weiterfahrt durch das Kidongo Gate und über kleine Bergpisten direkt nach Diani Beach lassen wir bei dem Wetter und den daraus resultierenden Pistenverhältnissen lieber weg. Deshalb geht es über die Hauptpisten des Parks zurück zum Main Gate und dann über Asphalt zurück an die Küste. Dort herrscht bestes Wetter, während sich über den Shimba Hills noch immer die Wolken auftürmen.
In Diani Beach gilt unser Interesse dem dortigen Carrefour. Der erste größere Einkauf seit mehr als einer Woche. Die Auswahl ist super. Neben den Lebensmitteln kaufe ich auch eine mäusesichere Plastikbox für unser Obst und Gemüse. Wir sind es leid, immer wieder angeknabberte Lebensmittel entsorgen zu müssen. Ein paar Samosas zum Lunch dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Den Rest des Tages verbringen wir am Strand in Tiwi Beach. Wir lesen viel und am späten Nachmittag kriegen wir dann doch noch einmal den Hintern hoch und unternehmen einen kleinen Strandspaziergang.
Es gibt nur wenige Beachboys und die sind in den meisten Fällen auch nicht sehr aufdringlich. Nur einer läuft beharrlich mit uns mit, bis Kathrin Ihm etwas gröber klarmacht, dass wir unsere Privatsphäre haben wollen. Das hat er dann verstanden. Bei den Fischverkäufern hilft eine Notlüge. Ich erzähle Ihnen, dass wir Vegetarier sind und damit ziehen Sie dann auch sofort weiter. Ist wesentlich schneller und einfacher, als mit jedem auszudiskutieren, weshalb man jetzt gerade keinen Fisch kaufen möchte.
Zum Abendessen gehen wir wieder ins Strandrestaurant der Lodge.
TopobärThemenstarter5’490 Beiträge · seit 200904. Mai 2022 ·
11.Tag (Di. 28.12.2021) Tiwi Beach - Watamu 213km
An diesem Morgen hatten wir einen Sonnenaufgang wie aus dem Bilderbuch.
Die schöne Stimmung nutzten wir für ein ausgiebiges und gemütliches Frühstück, denn wir hatten Zeit. Heute stand wieder nur eine Verbindungsetappe an.
Von Tiwi Beach nach Mombasa war es nur ein Katzensprung und zu unserer Überraschung war die Autoschlange an der Likoni Fähre auch sehr übersichtlich; ganz im Gegensatz zu den Fußgängermassen, die mit jeder Fähre transportiert wurden. Aber es wäre natürlich auch zu einfach, wenn wir schnell auf die Fähre gekommen wären. Das Problem war, dass die Fähre nur mit MPESA bezahlt werden kann. Von diesem kenianischen elektronischen Zahlungssystem hatte ich zwar schon gehört, aber angenommen, dass wir mit Bargeld und Visa ausreichend ausgestattet seien, um durchs Land zu reisen. Zum Glück gibt es aber in Kenia für jedes Problem auch eine Lösung. Mit Hilfe eines Vermittlers fand Kathrin ein "Office", in dem Sie die Fähre cash zahlen konnte und das Office übernahm dann die Bezahlung mittels MPESA. Als Beleg bekam Kathrin ein Bildschirmfoto auf Ihr Smartphone, was dann bei der Fähre auch anstandslos akzeptiert wurde.
Die Innenstadt und der Großteil Mombasas liegen nördlich der Fähre. Hier war die Fahrerei deutlich spannender als in Nairobi. In dieser quirligen Großstadt tummeln sich jede Menge Matatus, LKW, Motorräder, Fahrräder und Fußgänger auf den vollen Straßen. Alles fährt kreuz und quer durcheinander. Zum Glück sind aber alle Verkehrsteilnehmer sehr relaxt. Auch die Straße nach Norden in Richtung Malindi hat es in sich. Hier muss man konzentrierter als auf der Nairobi-Mombasa Road unterwegs sein. Am besten kommt man mit einem Fahrstil zurecht, den ich als defensiv selbstbewusst bezeichnen würde. Das wir ein ziemlich Respekt einflößendes Fahrzeug haben ist dabei sicher kein Nachteil. Einmal werde ich von der Polizei wegen eines etwas dreisten Überholmanövers angehalten, komme aber mit einem Tadel davon.
Im Carrefour in Nyali machen wir die letzten Einkäufe für unsere Zeit im Tsawo East. Der Wagen ist jetzt bis unter die Decke voll.
Durch die gestrigen Regenfälle ist es heute nicht nur sehr heiß, sondern auch sehr schwül. Bei der kleinsten Bewegung bricht einem schon der Schweiß aus.
Unser eigentliches Ziel Ziel für die nächsten beiden Nächte war das Barefoot Camp nördlich von Malindi. Leider war das Camp aber schon sehr gut belegt und vor allem gab es keinen einzigen schattigen Stellplatz mehr. Das war bei dem Wetter ein absolutes NoGo für uns und so mussten wir nach einem anderen Platz für die Nacht suchen. Rings um Malindi gab es keine Alternativen, die uns zusagten und so beschlossen wir uns ein Hotelzimmer in Watamu zu nehmen. Das war dann leichter gesagt als getan. Zumindest zwischen den Feiertagen war nichts davon zu merken, dass der Tourismus in Kenia am Boden liegt. Alle Hotels waren bis auf das letzte Zimmer ausgebucht. Nach der dritten Absage strichen wir alle Preisobergrenzen, aber auch das half nichts. Letztendlich waren wir froh, im Garten des Mwamba Field Studies Center unter Zelt aufschlagen zu können. Es gab sogar ein einfaches gemeinsames Dinner.
Eigentlich wollten wir am nächsten Tag eine Paddeltour durch die Mangrovenwälder an der Küste machen. Durch die stundenlange Suche nach einem Übernachtungsplatz konnten wir uns jedoch nicht darum kümmern, diese Tour zu organisieren. Es war uns hier aber auch viel zu voll. Deshalb beschlossen wir, schon am folgenden morgen weiter in den Tsawo East National Park zu fahren.
TopobärThemenstarter5’490 Beiträge · seit 200911. Mai 2022 ·
12.Tag (Mi. 29.12.2022) Watamu – Tsawo East National Park 255km
Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Tsawo East National Park. Die Anreise erfolgt über Malindi zum Sala Gate. Auch hier sehen wir, wie sich Kenia weiter entwickelt hat. Beim letzten Mal, als wir diese Strecke gefahren sind, handelte es sich noch um eine ruppige Buschpiste. Dieses Mal gleiten wir auf makellosem Asphalt dahin. Bereits auf der Anfahrt sehen wir die ersten Tiere in einer saftig grünen Landschaft.
Der Check in am Sala Gate geht fix; Bezahlung mittels Visa ist kein Problem.
Im Park folgen wir dem Galana River bis zum Crocodile Point. Die Hauptpiste ist unangenehm zu fahren. Heftiges Wellblech ist bei Gamedrivegeschwindigkeit wesentlich unangenehmer als bei normaler Reisegeschwindigkeit. Wesentlich angenehmer lässt sich dagegen der River Drive fahren, welcher wenige Kilometer nach dem Gate von der Hauptpiste abzweigt und sich als einfache Fahrspur am Ufer entlang schlängelt.
Gleich nach dem Gate macht die Vegetation einen recht vertrockneten Eindruck, aber je mehr wir nach Westen kommen um so grüner wird es wieder. Vereinzelt sieht man Tiere, aber weniger als wir hier am Fluss erwartet haben. In den trockenen Bereichen sind es deutlich mehr Tiere, da sie hier besonders auf den Fluss angewiesen sind. Insgesamt sind die Tiere recht scheu, was das Fotografieren schwierig macht.
Eine verspätete Mittagspause machen wir am Crocodile Point, direkt am Flussufer.
Der Blick nach Westen zeigt uns schon die Schlucht der Lugard Falls.
Nach der Pause verlassen wir den Galana River und fahren entlang des Mbololo River in Richtung Süden. Hin und wieder kreuzen wir das Bachbett. Das ist manchmal etwas tricky, aber ansonsten lässt sich die Strecke sehr angenehm fahren. Nach dem vielen Wellblech ist es fast, als würde der Landcruiser über den Track schweben. Der Mbololo River ist derzeit trocken, aber es finden sich immer wieder Wasserlöcher im Flussbett. Das sind hier im Hinterland des Galana Rivers wichtige Anlaufpunkte für die Tiere. Vom Ufer aus können wir Sie gut beobachten, ohne zu stören.
Weiter Richtung Campsite sehen wir häufiger Elefanten.
Deutlich vor der Dämmerung treffen wir auf der Ndololo Campsite ein. Wir wollten rechtzeitig vor Ort sein, um uns in Ruhe einen schönen Stellplatz zu suchen, da wir drei oder vier Nächte hier verbringen werden. In der Tat finden wir einen sehr schönen Platz und beschließen heute auf weitere Fahrerei zu verzichten.
Die Sanitäranlagen der Campsite sind wie so häufig uralt und kaum gewartet. Es kommt aber reichlich Wasser aus den Duschen und das ist alles, was ich an einem heißen Tag, wie heute, benötige. Feuerholz gibt es leider nicht.
Den Rest des Tages verbringen wir lesend unter dem Schattenbaum unserer Campsite.
Das viele Wellblech hat Tribut gefordert. Die Aufhängung, mit der unser Campingtisch unter dem Dach des Aufbaus befestigt wird, ist an einer Stelle gebrochen. Mit einem Kabelbinder und einer zusammengerollten Massai-Decke als Puffer zwischen Kühlschrank und Tisch kann ich den Schaden ausreichen beheben, so dass es für den Rest der Reise passt.
Zum Abendessen koche ich heute eine Gemüse-Tajine mit Couscous.
Nach Einbruch der Nacht sind heute extrem viele Insekten unterwegs, was sehr nervig ist. Eine als Lichtfalle in einiger Entfernung aufgestellte Akkulampe bietet etwas Entlastung, aber erst als wir nach den Abendessen die Lichter am Wagen vollständig löschen können, haben wir Ruhe.
Im Süden sehen wir Wetterleuchten. Bei uns bleibt es aber trocken.
Hallo Thomas, unser Aufenthalt im Tsavo ist 19 Jahre her, aber Du benutzt die gleiche Karte wie wir damals. 🤩 Und mit der alten Karte habe ich auch gleich viele Erinnerungen hervorgekramt: An den Lugard Falls saß ich lange auf den Felsen direkt am Ufer und habe versucht, dass optimale Foto der Stromschnellen zu produzieren. (Wir waren im Juli da, ich meine, dass die Fälle damals mehr Wasser führten als Deine Fotos zeigen.) Und wir waren auf der selben CS wie Ihr. Vielen Dank zwischendurch für Deinen wie immer aufschlußreichen RB mit den Sehnsucht weckenden Fotos. LG aus HH, Karsten
TopobärThemenstarter5’490 Beiträge · seit 200918. Mai 2022 ·
13.Tag ( Do. 30.12.2022) Tsawo East National Park 148km
Heute ist nicht mein bester Tag. Habe Verdauungsprobleme und mir ist den ganzen Tag über flau im Magen. Bin deshalb auch nicht sehr konzentriert bei den Gamedrives, so dass fast alle Sichtungen des Tages auf Kathrins Konto gehen.
Als wir aufstehen bedeckt Hochnebel den Himmel. Wir fahren zunächst nördlich des Voi River nach Osten in Richtung Aruba Dam. Mit die ersten Tiere die wir sehen sind 2 Löwen auf morgendlicher Revierpatrouille. Über einen längeren Zeitraum können wir die Beiden begleiten. Gute Fotos gelingen mir aber kaum. Erst ist es noch bedeckt und als dann die Sonne hervorkommt, haben wir die meiste Zeit Gegenlicht. Hinzu kommt noch, dass ich gestern Abend vergessen habe die Belichtungskorrektur zurückzunehmen und dies erst im Laufe des Vormittags bemerke.
Weiter geht es in Richtung Aruba Dam. Hier in der Gegend sieht man relativ viele Tiere.
Im Kanderi Swamp stehen viele Elefanten. Ich habe den Eindruck, dass die Stoßzähne der Elefanten in Ostafrika im Schnitt um einiges größer als bei Ihren Verwandten im südlichen Afrika sind.
Zwischen Aruba Dam und Satao Camp treffen wir auf ein großen Löwenrudel, die etwas weiter entfernt und dicht aneinander gekuschelt im hohen Gras liegen. Da es inzwischen wieder zugezogen hat, kann man auf den Fotos leider nur eine braunes Fellknäul ohne Konturen sehen.
Weiter geht es nach Süden zu den Ndara Plains. Hier ist hinsichtlich der Tierwelt ziemlich tote Hose. Zumindest größere Säugetiere sind kaum zu sehen. Selbst die Wasserlöcher sind verwaist. Auffällig sind dafür die riesigen Schwärme Wattled Starlings.
Gegen Mittag setzt sich dann die Sonne endgültig durch. Der Kontrast der tiefroten Erde und der saftig grünen Vegetation ist eine Freude für die Augen.
Da sich die großen Tiere nicht zeigen wollen, widmen wir uns verstärkt den kleinen Tieren, die so häufig übersehen werden.
Inzwischen ist es Mittag und sehr heiß geworden. Wir beschließen erst einmal zu einer ausgiebigen Siesta zurück auf die Campsite zu fahren. Kurz bevor wir ankommen sichtet Kathrin zwei Löwinnen im hohen Gras. Noch bevor ich die Kamera in Position habe sind die beiden auch schon wieder verschwunden.
Bis 16:00Uhr verlassen wir den Schatten unter dem Baum an unserem Stellplatz nicht.
Für den abendlichen Gamedrive beschließen wir, uns auf den Bereich nördlich des Voi River zwischen Campsite und Aruba Dam zu konzentrieren. Hier hatten wir am Vormittag die besten Sichtungen.
Man sieht, wie die Natur die aktuelle Zeit des Überflusses nutzt. Überall trifft man auf Antilopen mit Nachwuchs.
Leider fährt man beim Rückweg zur Campsite direkt der tiefstehenden Sonne entgegen, was die Tierbeobachtung nicht gerade erleichtert. Dazu bietet die Hauptpiste noch heftiges Wellblech.
Dafür finden wir einen schönen Sundownerplatz.
Zum Abendessen mache ich Nudeln mit Auberginen-Tomaten-Sauce.
Zum Glück hat es heute wesentlich weniger Insekten als am vorherigen Abend.
Später hören wir noch weit entfernt Löwen brüllen.
Danke Thomas! Denk dir mit all unseren Afrika Reisen “under the belt” haben wir noch nie den Kot Käfer oder ein Chamäleon entdeckt! Höchste Zeit dazu. Im Tsavo East im September war nach und südlich des Aruba Hotels nichts aufzutreiben. Der Voi River hatte kein Wasser mehr und es wurde gepumpt. Wart ihr auch bei der Pump Road? LG Katrin
Jambo ihr zwei, der Sundowner Platz sieht verdammt nach Kanderi Swamp aus? Und ja, die Elefanten im östlichen Afrika haben im vergleich zu ihren südlich lebenden Artgenossen das längere aber oft auch dünnere Elfenbein! Tsavo ist neben der Masai Mara unser "Hausrevier" und ich freue mich, dass ihr den Tsavo so intensive erleben konntet. Hoffe es treibt euch noch öfter in das östliche Afrika und wir können irgendwann mal den Sundowner im Bush gemeinsam erleben. Freue mich auf die Fortsetzung. kwa heri ya kuonana Jörg
Self Drive Safaris - Reiseberichte und Infos zu Kenya, Tanzania, Namibia und einer Kanu Safari in Zimbabwe - 1990 bis heute
http://www.safari-wangu.de
TopobärThemenstarter5’490 Beiträge · seit 200919. Mai 2022 ·
@Kathrin: Ich vermute mal, das Du mit Pump Road die Strecke meinst, die wir als Pipeline Road kennen. Die fahren wir im nächsten Kapitel.
@Jörg: Ja, der Sundowner Platz war am Kanderi Swamp. Es wäre in der Tat super, wenn wir uns mal in Afrika treffen würden. Wir wechseln immer zwischen Ostafrika und dem südlichen Afrika. Die nächste Safari haben wir deshalb für den Jahreswechsel 23/24 für Botswana geplant und den Januar 25 wollen wir in Tansania verbringen. Für Kenia habe ich auch noch eine Tour im Hinterkopf, die ich unbedingt fahren will.
auch von mir lieben Dank für die Fortsetzung Eures tollen Berichts! Der macht wirklich Lust, selbst zu fahren in Kenia. Und da Chamäleons eins meiner Lieblingstiere sind, bin ich begeistert, von dem sattgrünen Exemplar auf Eurem Bild. 🙂
TopobärThemenstarter5’490 Beiträge · seit 200925. Mai 2022 ·
14. Tag (Fr. 31.12.2021) Tsawo East National Park 142km
Früher Aufbruch ohne Frühstück. Zunächst geht es zum Voi Gate und von dort zur Pipeline Road. Gleich am Beginn der Pipeline Road entdecken wir eine Gruppe Löwinnen. So schmal wie die sind, haben sie schon länger keine Beute gehabt. Trotzdem sind Sie nicht im Jagdmodus, obwohl es an diesem bewölkten Morgen noch nicht zu heiß dazu wäre. Stattdessen liegen Sie träge im Gras.
Auch im weiteren Verlauf der Pipelie Road sehen wir immer wieder Tiere. Diese Strecke hat zu recht einen guten Ruf in Sachen Tiersichtungen.
Hier im Westen des Parks hat es anscheinend kräftiger geregnet, denn es gibt immer wieder Schlammlöcher zu um- oder durchfahren.
Die Pipeline Road führt uns bis zum Mbololo River, dem wir in Richtung Nordost bis zum Galana River folgen. Tiere sehen wir kaum, aber die Landschaft gefällt uns und die Piste ist abwechslungsreich.
Am Galana River angekommen fahren wir zum ganz in der Nähe liegenden Picknickplatz bei den Lugard Falls. Hier wollen wir eine ausgiebige Mittagspause verbringen.
Als ich die Heckklappe des Aufbaus öffne riecht es nach verschmortem Kabel, ich kann jedoch nicht den Ursprung lokalisieren. Als ich kurz darauf die rechte Seitenklappe des Aufbaus öffne schlägt mir Rauch entgegen. Gleichzeitig höre ich Kathrin von der anderen Seites des Wagens rufen: „Hier brennt es.“ Ich sprinte um den Wagen herum und sehe das obere linke Regal des Kücheneinbaus in Flammen stehen. Hier liegen Schwämme, Spülmittel und Plastikhandschuhe für den Abwasch. Außerdem befindet sich hier der Sicherungskasten des Aufbaus, welcher für den Brand verantwortlich ist. Ohne groß nachzudenken reiße ich den ganzen brennenden Kunststoff aus dem Regal und ersticke die Flammen am Sicherungskasten mit einem Küchenhandtuch. An den Feuerlöscher im Fahrgastraum hatte ich in der Schrecksekunde gar nicht gedacht. Nachdem die Flammen gelöscht sind, ziehe ich zur Sicherheit erst einmal alle Sicherungen. Das betrifft natürlich auch den Kühlschrank und zumindest dessen Sicherung baue ich wieder ein. Wir können den Sicherungskasten ja jetzt erst einmal gut beobachten.
Die Aktion bringt mir einige Brandblasen an den Händen, aber das ist ein akzeptabler Preis, wenn man bedenkt, dass dies auch das Ende des Urlaubs hätte sein können.
Wir telefonieren mit Sunworld und die organisieren umgehend einen Mechaniker, mit dem wir uns um 16:00Uhr auf der Campsite treffen sollen.
Mit einer Stunde Verspätung können wir uns endlich unserer Mittagspause widmen, die wir uns nach dem Schrecken redlich verdient haben.
Nach dem Essen gehen wir runter ins Flussbett zu den eigentlichen Fällen. Die sieht man kaum, da der Fluss hier durch eine enge Schlucht fließt. Dafür gibt es aber jede Menge Treibholz. Die Gelegenheit nutze ich und sammle reichlich Brennholz, damit wir heute Abend endlich wieder ein Campfire haben.
Da wir schon um 16:00 zurück auf der Campsite sein müssen, fällt die Mittagspause deutlich kürzer aus als geplant. Wir fahren von den Lugard Falls entlang des Galana Rivers bis zum Zusammenfluss von Athi River und Tsavo River, welche ab diesem Punkt den Galana River bilden. Dort biegen wir nach Süden ab und fahren entlang der Westgrenze des Parks zurück zur Campsite. Tiere sehen wir nur sporadisch, aber landschaftlich ist dies für uns der schönste Teil des Tsawo East National Parks.
Auf halber Strecke machen wir einen Zwischenstopp am Mudanda Rock, um uns ein wenig die Füße zu vertreten. Vom Felsen aus hat man einen weiten Blick über das flache Land ringsum.
Südlich des Mudanda Rocks treffen wir vermehrt auf Elefanten.
Pünktlich um 16:00Uhr trifft der Mechaniker auf der Campsite ein. Immer wieder stelle ich in Afrika fest, dass hier ganz entgegen der gängigen Vorurteile sehr viel wert auf Pünktlichkeit gelegt wird. Das sich für viele Dinge viel Zeit genommen wird, steht dem nicht entgegen.
Über 2h lang verkabelt der Mechaniker den Aufbau komplett neu und misst die gesamte Elektrik durch. Wir haben den Eindruck, dass er sein Handwerk sehr gut beherrscht. Er findet bei der Reparatur einige Kabel mit beschädigter Isolierung. Sieht aus wie angeknabbert. Wir vermuten, dass unser Untermieter nicht ganz unschuldig an dem Brand war.
In der Dämmerung schlagen plötzlich die Paviane Alarm. Als dann auch noch eine Gruppe Impalas aufgeregt über die Campsite läuft ist klar, dass etwas im wahrsten Sinne des Wortes im Busche ist. Tatsächlich taucht schon kurz darauf eine Löwin aus dem hohen Gras am Rande unserer Campsite auf. In aller Seelenruhe spaziert Sie über das Gelände, interessiert sich aber zum Glück nicht für uns.
An dieser Stelle ein kurzes Feedback zur Ndololo Campsite. Es handelt sich dabei um die einzige Public Campsite im Tsawo East National Park. Das Gelände ist sehr weitläufig und schön unter großen Bäumen gelegen. Wir hatten einen Stellplatz am Rande. Dort war das Gelände etwas offener; es gab aber einen einzelnen großen Schattenbaum. Das Waschhaus war schon in die Jahre gekommen, aber es hat noch alles funktioniert. Neben dem Waschhaus gab es noch einen Küchenkäfig mit Licht und Wasser, den wie aber wie immer nicht genutzt haben. Es war wenig los. Die erste Nacht gab es noch drei weitere Parteien; die weiteren Nächte hatten wir die Campsite ganz für uns allein. Uns hat die Ndololo Campsite sehr gut gefallen.
Zum Abendessen gab es Gemüse mit Erdnusssauce. Eigentlich ein veganes Gericht, aber wenn man in Afrika im Dunkeln kocht sind die Gerichte nie wirklich vegan. An diesem Abend hatte es wieder sehr viele Insekten, von denen sich garantiert auch ein paar in den Topf verirrt haben.