TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200908. Dez. 2022 · #141
Hallo Katrin,
Sand River ist im Mara National Reserve. In dem Teil der Mara hat man sowieso keine Probleme beim querfeldein Fahren. Diese besondere Regel, der wir zum Opfer gefallen sind, gibt es nur in der Mara Conservancy (Triangle).
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200914. Dez. 2022 · #142
37.Tag (So. 23.01.2022) Mara National Reserve 86km
Im Safarizelt haben wir eine angenehme und vor allem trockene Nacht verbracht. Das Dachzelt ist dagegen von innen klitschnass. Die Schlafsäcke hatten wir schon gestern Abend in Sicherheit gebracht und im Küchengebäude zum trocknen aufgehängt. Bettlaken und Kopfkissenbezüge geben wir heute Morgen beim Laundryservice der Lodge ab; dann sind sie heute Abend sauber und trocken. Das Wetter zeigt sich mit bedecktem Himmel, aber trocken. Wir haben noch die Hoffnung auf Wetterbesserung.
Wir fahren über das Talek Gate in den südlichen Teil des Reserve. Schnell müssen wir feststellen, dass die Plains nahezu unbefahrbar sind. Hier steht an vielen Stellen noch das Wasser auf den weiten Flächen und man läuft entweder Gefahr im Schlamm zu versinken und sich festzufahren, oder schlittert unkontrollierbar über den Black Cotton Soil. Die Gräben und Bäche sind sowieso unpassierbar.
Auf die Tierwelt kann ich mich dabei nur am Rande konzentrieren. Wenn Hyänen über die weiten Flächen laufen, sind sie natürlich nicht zu übersehen und Giraffen sind sowieso immer gut zu entdecken.
Wir beschließen in den hügeligen östlichen Teil der Mara zu fahren und hoffen das dort das Wasser schneller abfließt. Tatsächlich ist die Region in weiten Teilen besser zu befahren, was auch daran liegt, dass es hier nur selten Black Cotton Soil gibt und der Boden meistens aus Sand besteht.
Wir sind nicht die Einzigen, die es aufgrund des Wetters in diese Region verschlagen hat. Südlich der Signpost Corner sehen wir eine größere Gruppe Fahrzeuge beieinanderstehen. Bei so vielen Fahrzeugen erwarten wir eine spektakuläre Sichtung und beschließen auch mal vorbeizuschauen. Obwohl Luftlinie maximal einen Kilometer entfernt, zieht sich der Weg aufgrund der vielen unpassierbaren Bäche und Gräben. Wir sind gezwungen erhebliche Umwege fahren. Endlich angekommen müssen wir feststellen, dass es sich bei der Sichtung lediglich um 3 tief im Gebüsch versteckte, schlafende Löwinnen handelt. Dafür halten wir nicht einmal an.
Südlichen der Ngama Hills fahren wir in ein schönes weites Tal Richtung Osten und biegen dann nach Süden in Richtung Main Road ab, da noch weiter Richtung Osten zahlreiche Rinderherden zu sehen sind. Zwischenzeitlich zeigt sich sogar kurz die Sonne. Da sieht die Welt gleich viel freundlicher aus.
Kurz vor Erreichen der Main Road finden wir einen schönen Baum für die Mittagspause. Kaum sind wir mit dem Essen fertig kommt aber ein Schauer auf uns zu und wir können gerade noch rechtzeitig alles wegräumen, bevor es anfängt zu schütten. Einmal ungestört Mittagspause zu machen wäre auch mal wieder nett.
Wir warten den Schauer im Wagen ab, und starten danach noch einmal auf Gamedrive. Es dauert dann aber nicht lange und der nächste Schauer hat uns erreicht, welcher dann nahtlos in einen anhaltenden Landregen übergeht, der sich über die gesamte Mara erstreckt.
Wir sind aufgrund des Wetters sehr frustriert. Seit einer Woche diktiert der Regen mehr oder weniger unseren Urlaub. Inzwischen sind wir so weit, dass wir uns fragen, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, die Reise wie geplant fortzusetzen, sollte es so regnerisch bleiben. Ausführlich checken wir die Wetterberichte, die zu unserer großen Freude einheitlich ab morgen trockenes Wetter für die ganze nächste Woche vorhersagen. Das ist gut für die Moral. Wir beschließen den Rest des Urlaubs in der Mara zu verbringen. Heute soll es aber erst gegen Abend besser werden, so dass wir entscheiden den Gamedrive zu beenden und auf der Mainroad zurück nach Talek zu fahren.
Unterwegs stehen wir dann aber doch noch lange neben einem großen Elefantenbullen, der sich von dem Wetter und uns nicht im Geringsten stören lässt und das frische Gras genießt.
Zum Abend hin hört der Regen wie angekündigt auf und wir können im trockenen das Zelt aufbauen und wieder einrichten. Am Lagerfeuer koche ich dann Nudeln mit Auberginenbolognese.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200921. Dez. 2022 · #143
38.Tag (Mo. 24.01.2022) Mara National Reserve 109km
Der große Vorteil an einer Campsite in Talek ist, dass man von dort die beiden vom Talek River getrennten Bereiche des Mara National Reserve gleichermaßen gut erreichen kann; sowohl die großen Ebenen südlich des Talek, als auch die Musiara Region nördlich des Talek.
Wir entschieden uns heute für die Musiara Region, da hier der Boden sandiger ist und sich somit nach den Regenfällen der letzten Tage besser befahren lässt, als der Black Cotton Soil auf den großen Ebenen.
Das Wetter macht heute einen guten Eindruck und bis auf ein paar zwischenzeitliche Eintrübungen wird es den ganzen Tag über sonnig bleiben.
Zunächst fahren wir entlang des Talek zum Ol Kiombo Airstrip. Es sind viele Tiere in diesem Bereich zu beobachten. Unter anderem treffen wir die ersten Löwen des Tages.
Hinter dem Ol Kiombo Airstrip biegen wir nach Norden ab und fahren entlang des Olare Orok zur Double Crossing. Hier schauen wir uns das Gebiet zwischen Ntiakitjak und Olalare Orok näher an. Schöne Landschaft, viele Tiere und wieder eine Löwin.
Zurück am Double Crossing machen wir uns in direkter Linie auf dem Weg zum Mara River. Hier wollen wir uns im Bereich der Crossing Points unterhalb der Mara Serena Lodge einen Picknickplatz am Ufer suchen, an dem wir die Mittagsstunden verbringen.
Am Ufer gibt es sehr schöne Plätze. Die Zufahrten zu den schönsten Plätzen am Ufer gehen oft durch dichtes Gebüsch und sind meistens kaum als solche zu erkennen. Es fällt aber auf, dass bei den Zufahrten immer ein Büffelschädel am Boden liegt. Das kann kein Zufall sein. Wir vermuten, dass die Guides die Schädel dort als Markierung platziert haben.
Unser Platz hat nicht nur einen schönen Blick auf den Fluss. Es gibt auch zahlreiche Vögel im dichten Gebüsch um uns herum. Das nutze ich und versuche mich mal wieder im Fotografieren von Vögeln. Sehr groß ist die Ausbeute leider nicht.
Für den Heimweg wählen wir den Weg über die Paradies Plains und die Rhino Rhidge zum Smelling Crossing.
Auffällig sind heute die vielen Hippos, die wir tagsüber weit entfernt vom Mara River antreffen. Wir machen Witze, dass es hier anstatt happy Hippos eher hungry Hippos gibt, denen die Nacht zum Fressen nicht ausreicht.
Vom Emarti Hill haben wir einen traumhaften Blick. In der Ferne sehen wir eine Löwin durch das hohe Gras ziehen. Von unserer Position aus haben wir aber keine Chance näher an das Tier heranzukommen.
Am Smelling Crossing ist der Wasserstand sehr niedrig, so dass die Furt einfach zu queren ist. Bei höherem Wasserstand ist die Passage durchaus anspruchsvoll, da man dann das Felsband über welches man fährt schlecht erkennen kann und Gefahr läuft, in den direkt anschließenden Hippopool zu kippen. Auf dem Foto könnt ihr das gut erkennen. Direkt links des Felsbandes befindet sich der tiefe Hippopool.
Noch ein paar Worte zum Landcruiser. So geländegängig und robust der Wagen auch ist; was er nicht mag sind Verschränkungen. Da ist der Wagen aufgrund der Starrachsen immer etwas unwillig unterwegs und quittiert die Belastung mit knarzen und knacken. Häufig stehen wir nur auf 3 Rädern. Warum ich das hier schreiben? Die Wege in diesem Teil der Mara weisen sehr viele und starke Verschränkungen auf.
Zum Abendessen gibt es Nudeln mit Speck, Zwiebeln und rotem Pesto.
Danach noch zu einem Absacker an die Bar, denn dort funktioniert heute endlich das Wifi.
picco6'372 Beiträge · seit 201122. Dez. 2022 · #145
Hoi Sadie
ich bin zwar nicht Thomas aber antworte trotzdem, zumal ich den Satz mit den Starrachsen nicht begreife... 'Verschränkung' ist bei Fahrzeugen wenn z.B. das linke Vorderrad und das diagonal gegenüberliegende Hinterrad ein- und die anderen zwei Räder ausfedern müssen, z.B. wenn man schräg seitlich einen Hang anfährt, gleichzeitig mit einem Vorderrad und dem Hinterrad der anderen Seite über eine Bodenwelle oder durch eine Mulde fährt oder bei einer Autobahnbaustelle von einer Fahrspuhr auf eine andere, sich auf einem anderen Niveau befindlichen Fahrspuhr wechselt usw. Am meisten erleben wir Verschränkung im normalen Strassenverkehr wenn mal eine enge Kurve bergauf oder Bergab fährt. Wenn Du in Google 'verschränkung geländewagen' eingibst und auf 'Bilder' klickst siehst Du einige Beispiele. Üblicherweise verschränken Fahrzeuge mit Starrachsen deutlich besser als Fahrzeuge ohne Starrachsen (= mit Einzelradaufhängung), darum erstaunt mich Thomas' Satz etwas. Wenn er schlecht verschränkt dann liegts meiner Meinung nach an (zu) harten Federn oder (zu) harten Stabilisatoren, falls das Auto überhaupt Stabilisatoren hat. Nicht aber an den Starrachsen.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200923. Dez. 2022 · #146
Hallo Picco,
ich bin kein Ingenieur und kann somit nur meine persönlichen Eindrücke wiedergeben. Ich empfand die Geländewagen mit Einzelradaufhängung fuhren wesentlich geschmeidiger durch Verschränkungen. Da kann jedes Rad für sich agieren, während bei der Starrachse das Ein- oder Ausfedern eines Rades sich auch immer auf das gegenüber liegende Rad der Starrachse auswirkt. Mit Einzelradaufhängung haben die Fahrzeuge jedenfalls deutlich seltener "ein Bein gehoben". Das kann natürlich auch daran liegen, dass der LC von der Bauart eher ein leichter LKW und entsprechend hart gefedert ist. Das Ganze ist auch jammern auf hohem Niveau, denn der LC kommt auch überall durch. Man muss nur etwas langsamer fahren, da die seitlichen Bewegungen der Kabine stärker sind und man ordentlich durchgeschüttelt wird.
picco6'372 Beiträge · seit 201123. Dez. 2022 · #147
Hoi Thomas
Topobär schrieb:Das kann natürlich auch daran liegen, dass der LC von der Bauart eher ein leichter LKW und entsprechend hart gefedert ist
Das wirds sein, denn (m)ein PickUp mit 1050kg Zuladung ist hinten so hart gefedert dass nur die (sehr weich gefederte) Vorderachse und die Verwindungsfähigkeit des Rahmens für die Verschränkung sorgt. So ists auch bei grossen Geländewagen mit hoher Zuladung. Das kann man nicht mit einem Geländewagen vergleichen, der nur 500-600kg Zuladung hat. Da lassen die Federn wesentlich mehr zu. Ich durfte mal einen Nissan Terrano, also das Geländewagenpendant zu meinem Nissan PickUp (Damals wars noch dieselbe Konstruktion drunter) fahren, das sind Welten betreffend der Verschränkung. Und jetzt weiter im Reisebericht, hopp, hopp, Thomas! 😉
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200904. Jan. 2023 · #148
39.Tag (Di. 25.01.2022) Masai Mara National Reserve 105km
Nachts bildet sich immer viel Tau, so dass ich bei Abbau des Dachzeltes regelmäßig eine Dusche abbekomme.
Als erstes fahren wir heute auf der Südseite des Talek Rivers entlang. Das Licht ist gut und die Landschaft sehr schön. Immer wieder treffen wir auf Tiere und haben schöne Aussichten auf den Fluss.
Wir haben auf der Strecke viel gesehen, aber nichts, was uns zu einem längeren Verweilen angeregt hat. So sind wir früher als erwartet am Ende des Talek Rivers angekommen. Wir beschließen von hier aus in Richtung Süden zum Lookout Hill zu fahren. Da die meisten Bäche und Gräben der Region in West-Ost-Richtung verlaufen, haben wir viele Durchfahrten zu meistern.
Unterwegs treffen wir auf zwei Junge Löwenmännchen. Wir vermuten, dass sie noch ohne eigenes Rudel sind und sich auf der Wanderschaft befinden.
Wir bleiben recht lange bei den Löwen und nach einiger Zeit erscheint eine Gruppe Hyänen auf der Bildfläche. Auf dem nächsten Foto könnt Ihr rechts im Hintergrund eine sehen.
Die Hyänen halten zwar einen großen Sicherheitsabstand, sind aber gleichzeitig sehr interessiert an den Löwen. Wir fragen uns nach dem Grund, denn hier gibt es nichts abzustauben. Es befinden sich definitiv keine Reste einer Löwenmahlzeit in der Nähe. Die Löwen wiederum ignorieren die Hyänen komplett.
Am südlichen Hang des Lookout Hill finden wir den perfekten Picknickplatz unter einem großen Baum.
Durch die erhöhte Lage haben wir einen weiten Blick über die Plains. In der Nähe grast eine Gruppe Topis. Als es zu Kämpfen innerhalb dieser Gruppe kommt flieht das unterlegene Topi direkt über unseren Picknickplatz und rennt dabei fast Tisch und Stühle um. Nach dem Essen genießen wir noch ein paar Stunden diesen schönen Platz.
Für den Nachmittag haben wir uns das Gebiet zwischen Lookout Hill und Sausage Tree Crossing vorgenommen. Zweimal entdecken wir Löwen, welche aber weiter entfernt liegen und einen sehr verschlafenen Eindruck machen.
Der Tag geht zu Ende und wir machen uns auf den Rückweg nach Talek. Bei gutem Licht fahren wir über die Meta Plains. In einem dichten Gebüsch entdecken wir noch einmal Löwen. Die liegen dort aber sehr unfotogen. Ganz im Gegensatz zu den Tieren auf den weiten Ebenen.
Als wir auf unserer Campsite ankommen, ist die Sonne schon untergegangen. Trotzdem hält der Tag noch ein letztes Tiererlebnis bereit. Eine große Gruppe Zebramangusten erkundet unseren Stellplatz.
Beim Abendessen hören wir Hippos im Talek. Die gab es in den letzten Nächten nicht. Darüber hinaus ist wie jede Nacht das Lachen der Hyänen zu hören.
tigine0752 Beiträge · seit 202106. Jan. 2023 · #149
Hallo Topobär
Ich bin eher stille Mitleserin, möchte mich jedoch zwischendurch auch mal für deinen tollen Reisebericht und die fantastischen Fotos bedanken! Es verkürzt die Zeit bis es für uns im Februar endlich auch wieder auf Safari in Kenia geht.
Liebe Grüsse, Ilona
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200909. Jan. 2023 · #150
Hallo Ilona,
vielen Dank. Ich freue mich, dass Dir der Reisebericht gefällt. Bei uns wird es leider noch fast ein Jahr dauern, bis wir wieder nach Afrika kommen. Jetzt muss der Reisebericht allerdings erst einmal 3 Wochen ruhen, da witr Urlaub machen. Danach kommen aber noch ein paar sehr schöne Tage in der Mara.
tigine0752 Beiträge · seit 202111. Jan. 2023 · #151
Da wünsche ich euch einen ganz schönen Urlaub.
Freue mich schon, bis es nachher weiter geht.
Gute Zeit bis dahin Ilona
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200901. Feb. 2023 · #152
Sorry für die längere Unterbrechung. Brauchte eine kleine Winterflucht. Leider nicht nach Afrika, aber Griechenland war auch sehr schön. Gleich geht es weiter.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200901. Feb. 2023 · #153
40. Tag (Mi. 26.01.2022) Masai Mara National Reserve 106km
Mit Öffnung des Gates sind wir wieder im Park. Die ersten auffälligeren Tiere, denen wir begegnen, sind mal wieder Hyänen. Wenn die am frühen Morgen in ihrem schwankenden Gang durch die Savanne torkeln, machen Sie auf mich immer den Eindruck, als würden sie nach durchzechter Nacht auf dem Heimweg sein.
Wir sind gerade einmal eine halbe Stunde unterwegs, da entdecken wir auf der Burungat Plain einen im hohen Gras liegenden Geparden. Erstaunlich wie gut getarnt die Tiere auf den weiten Grasflächen sind. Zunächst liegt er noch gelangweilt im Gras, interessiert sich dann aber doch für die große Herde Thommys, die ganz in der Nähe steht. Die Thommys entdecken den Geparden schnell, fliehen zu unserer Überraschung aber nicht. Die kleinen Antilopen achten lediglich darauf, immer einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu dem Geparden zu halten, getreu dem Motto „es ist immer am besten, wenn man weiß, wo sich der Feind befindet.“ Es ist eine interessante Choreographie, wie sich die Herde immer als Reaktion auf die Bewegungen des Geparden verschiebt. Dann tauchen drei Topis auf, die dem ganzen schnell ein Ende bereiten, indem sie den Geparden attackieren und vertreiben.
Topis sind für uns die stillen Helden der Savanne. Stehen immer als Wachposten auf erhöhter Position und verteidigen die Schwachen.
Insgesamt waren wir eine gute Stunde vor Ort und konnten das Geschehen ganz für uns allein genießen.
Unser eigentliches Ziel am heutigen Tag ist die Sand River Gorge, weshalb wir uns jetzt auf den Weg nach Süden machen, dabei aber immer die landschaftlichen Schönheiten im Auge behalten.
Beim Durchqueren des Amgorrani River fahre ich mich kurz im tiefen Schlamm fest, kann den Wagen aber mittels Rausschaukeln selbst wieder befreien.
Entlang des Ol Keju Ronkai geht es nach Süden. Auf der Strecke habe ich immer wieder mit noch feuchtem Black Cotton Soil zu kämpfen. Es macht den Eindruck, als hätte es hier in der letzten Nacht geregnet.
Die Suche nach der auf den Karten verzeichneten Sand River Gorge wird dann leider Zum Fehlschlag. Die Wege in dieser Region stimmen weder mit den Karten, noch mit Maps.me überein und wir finden keinen Weg, der uns zu der Schlucht führt. Mehrfach durchqueren wir den Sandriver, der aktuell sogar Wasser führt. Das Wasser ist aber nicht tief und der Untergrund besteht aus Sand. Die Herausforderung sind die steilen Uferböschungen.
Wir geben die Suche auf. Mich würde mal Interessieren, ob jemand von Euch die Sand River Gorge kennt und hier mal Fotos oder eine Wegbeschreibung posten kann.
Leider gibt hier in der Gegend derzeit auch keine Wildtiere zu sehen. Schuld daran dürften die vielen riesigen Rinderherden sein, die in diesem Teil des Nationalparks weiden. Da verziehen sich die Wildtiere.
Nach diesem Fehlschlag machen wir uns auf den Weg in die Black Rocks. Vorher steht aber erst einmal eine ausgiebige Mittagspause auf dem Programm, für die wir heute einen großen Sausage Tree als Schattenspender finden. Eine Schrecksekunde erleben wir, als plötzlich ein ganzes Bienenvolk den Baum umschwirrt. Unglaublich zu welcher Lautstärke das Summen bei so vielen Bienen anschwellen kann. Zum Glück verschwindet das gesamte Bienenvolk innerhalb kürzester Zeit in einer Asthöhle und lässt sich während unserer weiteren Mittagspause nicht mehr blicken.
Die Black Rocks sind landschaftlich mit das Schönste, was die Masai Mara zu bieten hat. Besonders viele Tiere sehen wir heute nicht, aber zumindest ein Rudel Löwen können wir finden. Leider haben sich die meisten Tiere im dichten Gebüsch verkrochen und stehen für eine Fotosession nicht zur Verfügung.
So langsam müssen wir uns auf den Rückweg machen. Wir fahren wieder über Sausage Tree Crossing und Meta Plain in Richtung Talek Gate.
Auf halber Strecke kommen wir an einem großen Hyänenbau vorbei. Die Tiere genießen die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Das Schönste sind aber die vielen Jungtiere. Ausgewachsene Hyänen sind ja nicht unbedingt die hübschesten Tiere, die Welpen sind aber schon sehr niedlich.
Die letzte Sichtung des Tages ist dann eine sehr große Herde Elends, im letzten Sonnenlicht.
Zum Abendessen koche ich Nudeln mit Auberginenbolognese.
Ganz in unserer Nähe brüllt später dann noch ein Löwe am anderen Flussufer.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200908. Feb. 2023 · #154
41.Tag (Do. 27.01.2022) Massai Mara National Reserve 96km
Heute besuchen wir noch einmal die Musiara Area nördlich des Talek River.
Zunächst fahren wir entlang des Talek River bis zur Mündung in den Mara River. Im Gegensatz zu unserem Besuch der Musiara Area vor 3 Tagen, sehen wir heute erheblich weniger Tiere. Das schärft aber den Blick und lässt einen jede Sichtung intensiver genießen.
Das Quantität und Qualität bei den Sichtungen oftmals ganz andere Wege gehen zeigt sich, als wir relativ kurz hintereinander zwei Geparden entdecken. Wo Geparden sind, ist natürlich auch deren potenzielle Beute nicht weit.
In einem Tümpel unweit des Flusses treffen wir ein arg ramponiertes Hippo. Das sieht so aus, als hätte es gerade eine heftige Auseinandersetzung verloren und sei aus der Herde im Fluss vertrieben worden.
Weiter geht es zum Musiara Swamp, wo wir uns erst einmal einen Platz für die Mittagspause suchen wollen. Schnell werden wir fündig und es ist der schönste Picknickplatz, den wir bislang in der Mara gefunden haben. Südlich des Governor Camps stehen wir in einem lichten Hain auf dem Hochufer des Mara Rivers. Auf der einen Seite der Fluss mit Hippos und Krokodilen; auf der anderen Seite der Musiara Swamp mit vielen Elefanten und Impalas. Da wird die Pause diesmal besonders lang.
Irgendwann ist aber auch diese Mittagspause zu Ende und wir machen uns auf die Suche nach dem legendären Marsh Pride, welches im Bereich des Musiara Samp sein Revier hat. Leider wird unsere Suche nicht von Erfolg gekrönt. Damit sind wir aber nicht allein. Auch die Safarifahrzeuge der Lodges und Camps fahren ziellos durch das Gebiet. Heute wissen selbst die lokalen Guides nicht, wo sich das Rudel aufhält.
Es ist spät geworden, so dass wir die Allwetterpiste für unseren Rückweg nutzen. Wir halten nur noch bei wenigen Sichtungen an.
Kurz vor Ende des Gamedrives können wir dann noch ein Abstauber-Tor schießen. Wir sehen in einiger Entfernung mehrere Safarifahrzeuge beieinanderstehen und beschließen mal zu schauen, was es dort zu sehen gibt. Das Ergebnis ist ein Gepard.
Zum Abendessen koche ich Nudeln in Thunfischsauce.
KarstenB2'398 Beiträge · seit 201108. Feb. 2023 · #155
Hallo Thomas, die Geparden werden auch immer raffinierter: Jetzt tarnen sie sich schon als Hyäne! 😄 Aber das gibt mir die Gelegenheit, mal wieder Danke zu sagen! LG aus Puerto de la Cruz Karsten
picco6'372 Beiträge · seit 201108. Feb. 2023 · #156
Hoi Topo
Auch von mir ein 'Danke' für zwischendurch! 😎
Topobär schrieb:Kurz vor Ende des Gamedrives können wir dann noch ein Abstauber-Tor schießen. Wir sehen in einiger Entfernung mehrere Safarifahrzeuge beieinanderstehen und beschließen mal zu schauen, was es dort zu sehen gibt. Das Ergebnis ist ein Gepard.
Hmmm....wann genau war Deine letzte Stunde im Biologieunterricht? 🤩 😄 😄 😎
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200915. Feb. 2023 · #158
42. Tag (Fr. 28.01.2022) Masai Mara National Reserve 98km
In der Nacht hat es leicht geregnet und in der Ferne haben wir auch den Donner von Gewittern gehört. Auf den Zustand der Tracks hatte der Regen zum Glück keine negativen Auswirkungen.
Wir fahren zunächst in Richtung Signpost Corner, da das Wetter in dieser Richtung am besten aussieht. Derzeit ist der Himmel noch überwiegend bedeckt und ich bin mir nicht sicher, ob es den Tag über trocken bleibt.
Auf der Ebene westlich der Signpost Corner steht eine große Büffelherde.
Am Westhang der Ngama Hills sehen wir eine Vielzahl an Fahrzeugen stehen. Da wir selbst gerade nichts Aufregendes sehen, beschließen wir mal zu schauen, was es dort zu entdecken gibt. Diesmal eine gute Entscheidung, denn wir sehen den ersten Leoparden dieser Reise. Leider sitzt er gut versteckt im dichten Geäst eines Baums. Zum Glück ist aber die Anzahl der Fahrzeuge nicht zu groß, so dass alle aufeinander Rücksicht nehmen und jeder mal in eine gute Fotoposition kommt.
Ganz in der Nähe ist eine Hyäne an einem frischen Kadaver zugange. Ob sie die Beute dem Leoparden abgejagt hat, bevor der sie auf dem Baum in Sicherheit bringen konnte?
Auch hier wurden wir wieder von den anderen Guides auf unser tolles Auto angesprochen, das Sie jederzeit gerne gegen Ihr eigenes Fahrzeug eintauschen würden.
Der Himmel klart allmählich auf und so beschlossen wir, als nächstes Ziel die Black Rocks anzusteuern. Auf dem Weg dahin trafen wir noch auf eine kleine Gruppe Elefanten.
Als wir die Black Rocks erreichen, scheint die Sonne. Das war wahrscheinlich auch der Grund, dass sich das Löwenrudel, welches wir nach einiger Zeit entdeckten, ins dichte Gebüsch verzogen hatte.
Löwen trifft man fast immer in den Black Rocks, aber ansonsten war nicht viel los. Da müssen die Großkatzen wohl recht weit laufen, wenn sie Hunger haben. Wir trafen lediglich noch eine Giraffe.
Wir beschlossen weiter zum Sand River zu fahren und an dessen Ufer entlang bis zur Grenze nach Tansania. Auf der Strecke wollten wir auch nach einem schönen Picknickplatz für unsere Mittagspause Ausschau halten.
Schon bald entdeckten wir den perfekten Picknickbaum, mussten beim Näherkommen aber leider feststellen, dass dieser Platz bereits besetzt war. Schaden, denn die Zufahrt und das niedrige Gras unter dem Baum zeigten, dass dieser Ort häufig als Picknickplatz genutzt wird. Uns war der Platz heute aber zu unappetitlich und zu gefährlich.
Selten habe ich Löwen so vollgefressen gesehen, wie die beiden Löwinnen unter dem Baum. Man hatte wirklich den Eindruck, als hätten sie allein das gesamte Zebra verputzt. Sie sind auch nur noch in der Lage apathisch zu hecheln.
Wir fuhren dann noch ein bisschen weiter, bis zum nächsten schönen Picknickplatz. Davon gibt es am Sand River zu Glück jede Menge. Wir waren mit der kleinen Baumgruppe direkt am Hochufer des Sandriver jedenfalls sehr zufrieden.
Am gegenüber liegenden Ufer können wir Elefanten und Giraffen beobachten. Unter uns überqueren Zebras den Fluss. So vergehen die Stunden unserer Mittagspause wie im Flug.
Als wir dann weiterfahren treffen wir gleich nach der nächsten Flussbiegung auf zwei Löwinnen, die es sich auf einer Sandbank im Fluss gemütlich gemacht haben. Der feuchte Sand sorgt sicherlich für eine angenehme Kühlung in der Tageshitze.
Langsam ziehen wieder Wolken auf und wir haben den Eindruck, als würden die Tiere daraufhin auch gleich etwas aktiver. Jedenfalls entdecken wir auf dem Rückweg nach Talek noch jede Menge Carnivoren.
Als erstes treffen wir auf eine ältere Hyäne. Wenn bei diesen Tieren im Alter die Lefzen hängen, haben Sie oft diesen fiesen Gesichtsausdruck, der leider das Bild dieser Tiere prägt. Das ist immer das Problem, wenn Tiere nach menschlichen Maßstäben beurteilt werden.
In der Nähe vom Sausage Tree Crossing treffen wir nicht nur auf einen Trupp Witwenenten, sondern entdecken etwas weiter entfernt auch eine Löwin. Gut versteckt hinter einem Hügel sind wir stolz sie entdeckt zu haben. Heute läuft's mit den Löwen.
Über den Lookout Hill und Cement Crossing machen wir uns auf den Heimweg.
Als wir kurz vor Ende des Tages noch auf einen Geparden treffen, haben wir es geschafft alle Großkatzen an einem Tag zu sehen.
Zum Abendessen gibt’s heute Western-Food. Ich koche Bohnen mit Speck und Zwiebeln in Tomatensauce.
Während wir später am Lagerfeuer sitzen, erleben wir noch ein eindrucksvolles Hörspiel. Direkt am anderen Ufer hören wir vielstimmig eine größere Gruppe Hyänen, deren aufgeregtes kichern und kreischen sich immer mehr steigert. Gleichzeitig hören wir die aufgeregten Schreie eines Zebras, die sich dann vor Panik und Schmerz immer mehr steigern, bevor sie dann in ein Röcheln übergehen und langsam ersterben. Jetzt wird das Kreischen der Hyänen sogar noch aufgeregten. Gesehen haben wir dabei die ganze Zeit nichts. Die Nacht über der Mara ist tiefschwarz. In unseren Köpfen hatten wir aber ganz deutlich das Geschehen vor Augen. Vom Einkreisen der Beute, dem Angriff und Todeskampf bis zum Kampf um die besten Leckerbissen.
Sadie1'835 Beiträge · seit 201515. Feb. 2023 · #159
Danke Thomas! Das war wirklich ein Klasse Game driving Tag und schön konnten wir daran teilhaben. Mir geht es auch so: selber Raubtiere zu finden ist bei uns auch immer ein Höhepunkt. Leider haben wir es nie bis zu den Black Rocks geschafft. Danke euch fürs Zeigen und erzählen. Mit lieben Grüßen von Katrin
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200917. Feb. 2023 · #160
Hallo Katrin,
wenn wir weiter entfernte Ziele, wie z.B. die Black Rocks, besuchen wollen, müssen wir uns auf dem Weg dorthin auch immer selbst disziplinieren. Dann wir wirklich nur bei ganz besonderen Sichtungen angehalten und ansonsten durchgefahren.