Sehr guten Service habt ihr da von Sunworld erhalten. Natürlich Klasse dass ihr nahe bei Voi wart und dass ihr ohne Probleme vom Fluss bis nach Ndololo fahren konntet trotz des Kabelschadens. Ja eurer Blinder Passagier war da sicher verantwortlich für eure Misere. Was ist eigentlich aus dem geworden? Ist er selber wieder abgestiegen? Uns hat die Ndololo campsite nur gefallen weil wir beim Picknicken dort immer Elefanten aus nächster Nähe sahen und es war einfach toll dort zu sitzen und sie zu beobachten. Die Paviane und Vervet Monkeys waren allerdings eine richtige Plage. Der Wärter dort musste immer wieder eingreifen und sie mir der Schleuder verscheuchen wenn sie du frech wurden. So waren wir froh nicht dort schlafen zu müssen da auch der Waschraum sehr vernachlässigt war. Gut, dass es euch dort gefallen hat, doch nur einige Monate nachher! Dickes Danke für den Bericht! Katrin
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200930. Mai 2022 ·
Hallo Kathrin,
der Mechaniker kam von der Lions Bluff Lodge in Lumo, die ebenfalls von Sunworld betrieben wird.
Unser blinder Passagier wird noch in mehreren Kapiteln vorkommen.
Mit den Pavianen hatten wir auf der Ndololo Campsite überhaupt keine Probleme; mit den Meerkatzen nur ein einziges Mal. Elefanten waren kein einziges Mal auf der Campsite.
Hallo Thomas, merkwürdiger Zufall. Unseren einzigen (Klopf auf Holz) Brand hatten wir ebenfalls in Kenia, 2003 auf der Fahrt von Nairobi zum Tsavo Ost. Da der Brand im Motorraum war, konnten wir nicht weiterfahren und mussten unser Auto am Rand der Schnellstraße Nairobi - Mombasa abstellen. Dann musste ich erst mal ein paar km laufen, um eine Telefonzelle zu finden. Unser Vermieter brachte uns dann ein Ersatzauto, das dauerte natürlich auch noch einige Stunden. Während des Wartens hatten wir noch eine Nahtoderfahrung 🤩 : ein Minibus hat den zähen Verkehr in einem irren Tempo auf dem Standstreifen überholt und fuhr haarscharf an uns vorbei. Wäre ich in dem Moment ausgestiegen ... Wir haben einen Riesenschreck bekommen. Danke, dass Du mich wieder nach Kenia und in die Vergangenheit entführst! LG aus HH, Karsten
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200901. Juni 2022 ·
15.Tag (Sa. 01.01.2022) Tsawo East National Park – Hunters Lodge 254km
Den Jahreswechsel haben wir wie immer in Afrika verschlafen. Dafür sind wir früh auf den Beinen und starten den Tag mit einem kurzen Gamedrive zum Aruba Dam und zurück. Leider sind heute in dieser Gegend viel weniger Tiere zu beobachten als in den vergangenen Tagen. Erst auf dem Rückweg, schon kurz vor der Campsite, kommen wir doch noch auf unsere Kosten. Erst finden wir eine Gruppe Zwergmangusten, die durch das hohe Gras wuseln und dann läuft uns eine große Gruppe Elefantenbullen über den Weg.
Zum Frühstück fahren wir zurück auf die Campsite. Dabei werden wir Opfer eines koordinierten Überfalls einer Gruppe Grüner Meerkatzen. Wir sitzen schon beim essen, als ich die Affen zielstrebig auf unser offenes Auto zulaufen sehe. Sofort springe ich auf, um Sie zu verscheuchen und den Wagen zu schließen. Das gelingt auch ohne Verluste, aber der Wagen war nur ein Ablenkungsmanöver. Während ich mich um den Wagen kümmere stürmt ein anderer Teil der Affenbande den Frühstücktisch von der Seite, an der ich gesessen hatte. Kathrin auf der anderen Seite des Tisches wird dabei komplett ignoriert, egal wie sehr Sie die Affen anschreit und rumfuchtelt. Der Sexismus der Affen frustriert Sie immer mehr, als unsere Verluste, welche diesmal eine Packung Weißbrot und mein fertig zubereitetes Sandwich waren. Nach dieser Attacke hole ich die Zwille aus dem Auto und lege sie auf den Tisch. Das reicht aus, um die Affen auf Distanz zu halten. Die wissen genau, was es mit dem Teil auf sich hat. Mit der Zwille neben sich, haben die Affen sogar vor Kathrin Respekt und wir können das Frühstück ungestört fortsetzen.
So richtig überzeugt hat uns der Tsawo East National Park nicht. Es ist nicht so, dass es zu wenig Tiere gibt. Die verteilen sich nur leider auf eine viel zu große Fläche. Das Verhältnis zwischen Tiersichtungen und zu fahrenden Kilometern ist eher schlecht. Man muss lange Distanzen zurücklegen und dass auch noch überwiegend auf Pisten mit heftigem Wellblech. Dazu kommt noch, dass das Wegenetz sehr grobmaschig ist. Häufig sieht man Tiere weit entfernt und hat keine Chance näher heranzukommen.
Die Belastungen für das Fahrzeug sind auf solch einer Safari schon extrem. Vor allem das Wellblech setzt dem Material zu. Immer wieder geht etwas zu Bruch. Nicht am Landcruiser selbst, der scheint unzerstörbar. Vielmehr sind es die Anbauteile, die den Belastungen nicht gewachsen sind. Heute Morgen stellen wir fest, dass die Halterung eines Dämpfers der rechten Seitenklappe des Aufbaus gebrochen ist. Zum Glück sind die Dämpfer so stark, dass die Klappe auch mit nur noch einem Dämpfer offenbleibt. Darüber hinaus stelle ich fest, dass die Arretierung einer Reserveradhalterung angebrochen ist.
Nach dem Frühstück verlassen wir den Park über das Voi Gate. Am Ortsausgang von Voi sehe ich, wie das Reserverad rausschwenkt; jetzt ist die Arretierung also vollständig gebrochen. Ich halte an, um das Rad zumindest provisorisch mit Kabelbindern oder Spanngurten zu fixieren. Sofort kommt ein selbsternannter Mechaniker angerannt. Die scheinen hier alle der Ansicht zu sein, weiße Touristen sind allein nicht überlebensfähig. Als freundlicher Mensch schicke ich natürlich niemanden weg, der einem helfen will. Der Typ hat aber nicht den geringsten Schimmer davon, was er tut. Als er innerhalb kürzester Zeit zwei Kabelbinder unbrauchbar macht und deutlich wird, dass er nicht die geringste Ahnung hat, schicke ich Ihn doch weg. Als er dann auch noch Bezahlung für seinen Dilettantismus verlangt muss ich sehr an mich halten, um nicht auszurasten, werde aber zumindest deutlich lauter. Letztendlich lassen wir Ihn einfach stehen, fahren ein paar hundert Meter weiter und fixieren dann das Reserverad.
Hilfe erhoffen wir uns von der Totaltankstelle am der Mombasa-Nairobi Road. Die ist Anlaufstelle aller Safariveranstalter auf dieser Strecke und dort werden von den Mechanikern immer wieder kleinere Reparaturen durchgeführt. Wir hatten gedacht, dass die gebrochene Halterung geschweißt werden muss, aber der Mechaniker hat eine bessere Idee. Er baut das identische Gegenstück der gebrochenen Halteplatte am anderen Reserverad aus und schickt einen Bodo Boda Fahrer damit zu einer Schmiede im Ort. Die Schmiede erstellt ein Duplikat der Halteplatte, welches dann in die defekte Reserveradhalterung eingebaut wird. Wir werden auf der weiteren Reise keinerlei Probleme mit der Halterung haben.
Noch ein kurzer Einkauf im Supermarkt und wir können uns auf den Weg machen. Unser ursprünglicher Zeitplan ist natürlich längst über den Haufen geworfen. Eigentlich wollten wir im Chyulu Hills National Park auf der Public Campsite übernachten, um uns einen ersten Eindruck von diesem uns noch unbekannten Nationalpark zu verschaffen. Dafür ist es jetzt längst zu spät, weshalb wir nach einer Alternative suchen. In mehreren Reiseberichten wurde positiv von der Hunters Lodge berichtet, weshalb wir uns entschließen dort die Nacht zu verbringen.
Nach rund 2h haben wir unser Ziel erreicht. Erst einmal fahren wir jedoch vorbei, da die Lodge bei Maps.me falsch eingezeichnet ist und wir das Schild übersehen haben.
Die Lodge gefällt uns und ist gut besucht. Die Anlage liegt in einem kleinen Akazienhain. Viele Vögel und Meerkatzen tummeln sich auf dem Gelände. Der Teich sorgt für ein lautstarkes Froschkonzert.
Der Pool ist groß und gut besucht. Weiße Safaritouristen sind hier nicht vertreten. Vielmehr trifft sich hier die kenianische Oberschicht, wie man an den Fahrzeugen auf dem Lodgeparkplatz unschwer erkennen kann.
Hier steht unser Landei neben seinem reichen Cousin aus der Großstadt. Auch in Nairobi gibt es inzwischen ein Porsche-Zentrum.
Katrin schafft es, auf dem Weg zu unserem Zimmer, über eine überstehende Gehwegplatte zu stolpern und fällt lang hin. Dabei schlägt Sie massiv mit dem Kinn auf; da ist jetzt ein ordentliches Loch drin, welches heftig blutet. Sollte eigentlich genäht werden, aber wo soll man das hier machen lassen. Wir beschließen die Wunde mit Bordmitteln zu versorgen. Kathrin ist auch zuversichtlich, dass wir das so hinbekommen. Auf meinen Einwand, dass eine größere Narbe zurück bleiben könnte meint Sie nur: „Ich bin doch schon verheiratet, da kommt es jetzt nicht mehr so sehr auf die Optik an.“
Nachdem wir uns die letzten Tage überwiegend vegetarisch ernährt haben, bestellen wir heute zum Abendessen eine gegrillte Lammkeule. Die Portion ist riesig, aber das Fleisch ist leider sehr trocken. Beim Essen geht hier anscheinend Quantität vor Qualität.
So richtig gestoppt bekommen wir die Blutung an Kathrins Kinn noch nicht. Bis zum ins Bett gehen müssen wir immer wieder den Verband wechseln, da er durchgeblutet ist. Mal schauen, wie das am nächsten Tag aussieht.
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200929. Juni 2022 ·
16.Tag (So. 02.01.2022) Hunters Lodge – Meru National Park 423km
Heute geht es auf eine lange Etappe in den Norden.
Auf der Nairobi-Mombasa Road kommen wir gut voran. Das setzt allerdings die Bereitschaft voraus, alle 1-2 Minuten einen LKW zu überholen.
Auf die Durchquerung Nairobis haben wir keine Lust, weshalb wir via C97, A3, B7 und B6 nach Meru fahren. Vor allem westlich von Machakos und weiter entlang der Hänge des Mount Kenia fahren wir durch saftig grünes Bergland, welches in weiten Bereichen intensiv landwirtschaftlich genutzt wird.
Anfangs kommen wir sehr gut voran, doch ab Embu ändert sich das. Es kommt ein Dorf nach dem anderen. In jedem Dorf jede Menge Bumps. Der Verkehr ist dicht und man weiß nie, was einen bei den anderen Verkehrsteilnehmern erwartet. Manche legen einen lebensverachtenden Fahrstil an den Tag und gegenüber so mach anderem fährt meine Mutter wie eine Rennfahrerin.
An den Straßen gibt es jede menge Obst- und Gemüsestände, an denen wir uns für die Tage im Meru National Park eindecken. In allen Beschreibungen wird der Meru National Park als einsam und abgelegen beschrieben. Entsprechend hatte ich die Erwartungshaltung ab Meru durch dünn besiedeltes Gebiet zum Nationalpark zu fahren. Weit gefehlt! Die Region ist sehr dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Mit der Beschreibung der Lage ist anscheinend nur gemeint, dass sich der Meru National park abseits der üblichen touristischen Routen befindet.
Es ist Sonntag und in vielen Dörfern ist Party. Häufig mit lauter Musik und Tanz auf den Marktplätzen. Menschenmassen befinden sich auf der Straße. Entsprechend umsichtig muss ich fahren.
Da wir aufgrund der landen Strecke eine späte Ankunft im Park bereits erwartet hatten und die Campsite sich tief im Park befindet, übernachten wir heute im am Parkgate gelegenen Ikweta Safari Camp. Sehr schöne Safari Tents im dichten Busch. Da Camp hält viele scheue Katzen, die dafür sorgen, dass die Schlangen wegbleiben.
Nach dem Abendessen sitzen wir noch bis spät in den Abend auf der Veranda unseres Zelts. Es hat hier viele Fledermäuse, die auch immer mal wieder durch die Veranda fliegen.
Katrins Wunde am Kinn sieht schon etwas besser aus, suppt aber immer noch ein wenig.
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200906. Juli 2022 ·
17. Tag (Mo. 03.01.2022) Meru National Park 63km
Nach dem anstrengenden gestrigen Tag lassen wir es heute bewusst ruhig angehen. Wir schlafen aus, frühstücken in aller Ruhe und verbringen den Rest des Vormittags lesend auf der Veranda unseres Zeltes. Dann holen wir unsere Lunchpakete, zahlen und machen uns auf den Weg zum nur 2km entfernten Gate.
Die Formalitäten an den Gates der kenianischen Nationalparks sind immer schnell erledigt. Das geht deutlich fixer als in anderen Ländern Afrikas. Bezahlung ist auch hier mit Visa möglich.
Vom Gate fahren wir auf entlang der Bwatherongi Swamps auf ziemlich direktem Weg zur Bwatherongi Campsite. Wir sehen unsere ersten Netzgiraffen. Für mich sind sie mit dem klar abgegrenzten Fellmuster die schönste Giraffenart.
Auf der Bwatherongi Campsite werden wir für die Tage im Park unser Quartier aufschlagen. Es gefällt uns gleich auf den ersten Blick sehr gut. Man hat hier im Gegensatz zu den meisten kenianischen Campsites einen eigenen Stellplatz. In unserem Fall eine frisch gemähte Wiese unter großen Schattenbäumen. Zum Stellplatz gehört auch ein eigener Wasseranschluss. Das Waschhaus ist auch nicht weit entfernt und in gutem Zustand. Das ist mindestens botswanischer Standard. Der für die Campsite zuständige Warden ist sehr nett und hilfsbereit. Für 1.000KSH gibt es einen riesigen Berg Feuerholz.
Der Park ist sehr grün. Auch hier scheint es in letzter Zeit reichlich Niederschlag gegeben zu haben. Er ist größer als Amboseli, aber kleiner als die Tsawos. Dafür scheint es lt. Karte ein relativ dichtes Wegenetz zu geben. Dieses wollen wir in den nächsten Tagen möglichst flächendeckend erkunden. Mit spektakulären Sichtungen rechne ich aufgrund der dichten Vegetation aber nicht.
Den Nachmittag verbringen wir auf der Campsite. Ein großer Schwarm Glanzstare sorgt dabei für Unterhaltung. Die Vögel sind sehr neugierig und überhaupt nicht scheu. Unsere Ausrüstung wird von ihnen gründlich untersucht.
Zum Abendgamedrive erkunden wir die Wege um den Leopard Swamp und fahren den Murera Circuit entlang des gleichnamigen Flusses. Dieser Weg ist total zugewachsen und für einen Gamedrive absolut nicht zu empfehlen. Hier sollte nur fahren, wer das Abenteuer am Steuer seines 4x4 sucht.
Das Fazit dieses Gamedrives sind eine abziehende Gruppe Elefantenbullen, die uns leider nur noch ihre Hinterteile präsentieren und eine riesige Büffelherde, welche jedoch überwiegend im dichten Busch steht.
Dazu immer mal wieder Giraffen und kleinere Antilopen, wie Impalas, Dik-Dik’s, Hörnchen und Gerenuks.
Darüber hinaus sehen wir auch jede Menge Vögel.
Bei Sonnenuntergang sind wir zurück auf der Campsite. Am Eingang zur Campsite stehen einige Büffelbullen. Wir hoffen, dass sie dort bleiben und uns nicht im Laufe des Abends besuchen kommen.
Mit Einbruch der Nacht beginnen die Löwen zu brüllen. Erst weit entfernt, dann aber immer näher kommend.
Ich entzünde das Lagerfeuer und koche einen orientalischen Eintopf mit Kartoffeln, Möhren und roten Linsen.
vielen Dank, dass Du uns in den Meru Nationalpark mitnimmst. 🙂 Ich hatte auch gelesen, dass dieser Park ein Geheimtipp sein soll und abseits der gängigen Routen. Und sowas interessiert mich immer ganz besonders. Vor allem, da man gefühlt recht wenig bisher hier im Forum darüber lesen konnte.
Also, bin gespannt, wie es weitergeht und was Ihr noch erlebt und gesehen habt!
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200913. Juli 2022 ·
18.Tag (Di. 04.01.2022) Meru National Park 98km
Innerhalb des Nationalparks gibt es noch einen separat umzäunten Bereich, der als Rhino Sanctuary dient. Dieser Bereich ist unser Ziel für den morgendlichen Gamedrive. Die Orientierung in diesem Teil des Parks ist sehr schwierig. Die Wegweiser sind alle abgebaut und die Wege passen in weiten Teilen weder zur Nationalpark-Karte noch zu Maps.me. Es ist nicht so, dass man sich verirrt, aber man weiß nie genau, wie man von einem Punkt zum anderen kommt. Die Fahrerei verläuft mehr nach dem Motto Trial and Error. Dazu kommt, dass auch hier viele Wege zugewachsen und nur schwer passierbar sind.
Auf den ersten Blick nicht zu erkennen, aber das ist ein Weg.
Der Busch im Rhino Sanctuary ist sehr dicht. Die namensgebenden Dickhäuter finden wir nicht und auch ansonsten nur wenige Tiere. Einzig die Giraffen sind auch im dichtesten Busch immer gut zu sehen.
Dieser Giraffenbulle hat bei einem seiner Kämpfe ordentlich was auf die Ohren bekommen.
Entlang des Rojewero Rivers fahren wir zum gleichnamigen Hippopool. Selbst auf den besseren Wegen muss man immer wieder mit Hindernissen rechnen, die es zu umfahren gilt.
Der Meru National Park wird von einer Vielzahl kleinerer und größerer Bäche durchflossen, welche alle in den Tana River münden, der die Südgrenze des Parks bildet. Entlang der Bäche ziehen sich dichte Galeriewälder. Landschaftlich sehr schön, aber Tiere sieht man selten. Meist nur auf den wenigen Lichtungen.
Am Rojewero Hippopool angekommen, finden wir dort eine zehnköpfige Hippofamilie, die fröhlich vor sich hin grunzt.
Vom Hippopool geht es zurück zur nahe gelegenen Campsite, wo wir eine lange Mittagspause verbringen. Beim decken des Tischs muss ich feststellen, dass unsere Automaus einen Tetrapack Milch angenagt hat, welcher daraufhin komplett ausgelaufen ist. Entsprechend große ist die Sauerei. Der Industrieteppich, mit welchem der Aufbau ausgekleidet ist, hat sich komplett mit Milch vollgesaugt. Da ist erst einmal Putzstunde angesagt; das Mittagessen muss warten. Mit vielen Litern Wasser verdünne ich die Milch im Teppich und versuche sie dann mit Bürste und Schwamm so gut wie möglich rauszureiben. Bei der Aktion bin ich dankbar für den Wasseranschluss auf unserer Campsite. Trotzdem wird der Aufbau die nächsten Tage immer leicht säuerlich riechen. Wo ich schon am Putzen bin, mache ich auch gleich noch die Fahrerkabine und den Kühlschrank sauber. Das war nach 2 Wochen im Busch auch mal nötig. Dann gibt’s endlich Futter.
Am Nachmittag fahren wir zunächst in Richtung Süden. Auch hier wieder sehr dichte Vegetation und nix zu sehen. Wir fahren dann lieber in Richtung Elsas Kopje und finden dort erstmals größere freie Flächen und sehen reichlich Tiere. Besonders gut gefällt es uns in den Mughwango Swamps. Dafür ist hier mal wieder die Wegfindung ein Problem Es gibt zahlreiche Tracks, aber alle enden als Sackgasse.
In einer Herde Steppenzebras entdecken wir auch 2 Grevy Zebras. Hätte nicht damit gerechnet, dass es die hier auch gibt. Im direkten Vergleich sieht man erst, dass die Grevy Zebras erheblich größer als die Steppenzebras sind.
Wir hatten den ganzen Tag überwiegend wolkenlosen Himmel und auch der Sundowner wird nur von ein paar Schleierwolken verschönert. Wir finden einen schönen Sundownerplatz und sehen der Sonne zu, wie sie hinter dem Mount Kenia untergeht.
Der Park ist nur schwach besucht. Über den ganzen Tag hinweg haben wir nur 2 Safarifahrzeuge gesehen. Die zweite Nacht in Folge sind wir ganz allein auf der Campsite.
Nach Einbruch der Nacht sitzen wir wieder am Lagerfeuer und genießen eine klasse Geräuschkulisse. Westlich von uns brüllen wieder die Löwen, werden aber von den Elefanten in den Schatten gestellt, die östlich von uns gehörig Radau machen. Da scheint der Haussegen in der Herde ordentlich schief zu hängen.
Währenddessen koche ich Nudeln mit Auberginen-Bolognese.
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200920. Juli 2022 ·
19.Tag (Mi. 05.01.2022) Meru National Park 164km
In der Nacht hat uns ein Hippo auf der Campsite besucht.
Unser Ziel für den heutigen Tag waren die Adamsons Falls am Tana River, ganz im Süden des Nationalparks. Der Plan für den Hinweg zu den Fällen war, entlang der Grenze vom Meru National Park zum Bisanadi National Reserve zu fahren. Daraus wurde leider nix. Alle von der Hauptpiste in diese Richtung abzweigende Wege endeten früher oder später in einer Sackgasse, so dass wir umkehren mussten. Letztendlich blieb uns nichts anderes übrig, als auf der Hauptpiste zur Tana Bridge zu fahren.
Schien bei Tagesanbruch noch die Sonne, so zog es im Laufe des Vormittags zu, so dass der Himmel bedeckt war, als wir am Tana River ankamen.
Zu unserem Bedauern mussten wir feststellen, dass die Piste zu den Fällen auch nicht mehr existiert. Der Blick von der Brücke zu den Fällen gab leider nicht viel her.
Da war das Dassie auf der Mauer neben der Brücke schon interessanter.
Von der Tana Bridge wollten wir entlang des Flusses bis zu Elsas Grave fahren und von zurück zur Campsite. Leider verlief sich auch die Piste entlang des Tana Rivers nach einigen Kilometern am Ufer. Wir mussten erneut umkehren, nutzen den schönen Platz aber für eine ausgiebige Pause.
Auch alle weiteren Versuche über Nebenstrecken eine Alternative zur Hauptpiste zu finden scheitern. Letztendlich enden auch hier alle Tracks in einer Sackgasse. Oft erst nach vielen Kilometern, die wir dann wieder zurückfahren mussten. Entweder versperren umgestürzte Bäume den Weg, oder es kamen nicht mehr passierbare Bachdurchquerungen. Das die Wege über weite Strecken sehr zugewachsen waren, brauche ich sicher nicht extra erwähnen. Allem Anschein nach wird im Süden des Meru National Parks einzig noch die Hauptpiste zur Tana Bridge unterhalten.
Abgesehen von den Problemen mit den nicht befahrbaren Pisten, ist auch der Busch hier im Süden des Parks sehr dicht, so dass wir so gut wie keine Tiere gesehen haben. Am häufigsten noch Dik-Dik’s, die gerne am Wegrand stehen. Einzig beim Überqueren der zahlreichen kleinen Flüsse hat man mal einen etwas weiteren Blick.
Viel Spaß hatten wir mit den Geierperlhühnern. Die sind noch viel panischer und chaotischer als Helmperlhühner. Während bei Helmperlhühnern die ganze Gruppe koordiniert in eine Richtung davonläuft, geht es bei den Geierperlhühnern kreuz und quer. Dabei kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen den Vögeln. So etwas hatte ich bis dahin auch noch nicht gesehen.
Je mehr wir uns unserer Campsite näherten, umso besser wurde das Wetter. Die Sonne ließ sich wieder sehen.
Um 17:00Uhr waren wir zurück auf der Campsite. Wir waren lange genug unterwegs und verzichten auf einen Abendgamedrive. Für Unterhaltung sorgen wieder einmal die Glanzstare.
Hier mal zwei Fotos von unserem schönen Stellplatz.
Fazit des Tages: Der Ausflug zum Tana River hat sich nicht gelohnt. Viel Fahrerei für wenig zu sehen. Würde ich nicht noch einmal machen.
Zum Abendessen koche ich heute Chinesisch. Gebratenes Gemüse mit Austernsauce.
Als wir ins Zelt gehen, sehen wir kurz ein Genet am Rande der Campsite.
Vielen Dank für den interessanten Reisebericht und die tollen Fotos! Es verkürzt die Vorfreude auf September. 🙂 Ich bin gespannt wie wir den Meru dieses Mal erleben, allerdings kann es gut sein, dass wir gar nicht so weit in den Süden des Parks kommen. Wir übernachten ja jeweils im Ikweta Safari Camp und sind mit Guide unterwegs.
Freue mich schon darauf, wie es bei euch weiter geht.
Zuerst herzlichen Dank für den interessanten RB den ich sehr geniesse.
Wir verbrachten 3 Tage im Meru, aber auf ElsasKopje, welche wunderschön gelegen ist. Unser Guide Moses führte uns und wir stellten fest, dass keine Selbstfahrer unterwegs waren...........jetzt weiss ich warum. Für Birder ist dieser NP ein Paradies und landschaftlich gefiel er uns auch sehr gut. Vor allem die Wasserdurchquerungen genossen wir sehr, obwohl wir noch nicht wussten welche Trockenheit uns im Lewa NP und Samburu erwartete. Ich freue mich auf die Fortsetzung .
Liebs Grüessli Malbec
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200924. Juli 2022 ·
Hallo Malbec,
es ist auf jeden Fall hilfreich, wenn man weiß, dass man außer bei Elsas Kopje nur sehr eingeschränkte Gamedrivemöglichkeiten hat. Wir haben das leider erst selbst herausfinden müssen.
Unser nächster Tag im Meru National Park wird sehr strange. 😵
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200927. Juli 2022 ·
20. Tag (06.01.2022) Meru National Park 137km
Über Nacht sind wieder dichte Wolken aufgekommen und am Morgen nieselt es sogar ein wenig. Dadurch sind auch die Wege recht glitschig geworden.
Der letzte Teil des Nationalparks, den wir noch nicht erkundet haben, ist der Bereich südlich von Elsas Kopje. Das ist unser Ziel für diesen Morgen.
Leider herrscht auch in diesem Teil des Nationalparks dichter Busch vor und viele Wege sind unpassierbar. Als zusätzliche Erschwernis kommen in diesem Gebiet noch zahlreiche Tse-Tse Fliegen hinzu. Wir beschließen den Bereich schnellstmöglich zu verlassen und uns für den Rest unseres Aufenthalts im Meru National Park auf den Bereich Zwischen Campsite, Elsas Kopje und Rhino Sanctuary zu konzentrieren. Das ist der einzige für Gamedrives lohnende Bereich im Park.
Kurz bevor wir dort ankommen liegt mal wieder ein Baum quer. Wenn wir jetzt umdrehen kostet uns das mindestens eine Stunde auf schlechten Wegen und mit vielen Tse-Tse Fliegen. Da klappe ich lieber die Außenspiegel ran und fräse mir einen Weg durch den dichten Busch neben dem umgestürzten Baum. Irgendjemand muss ja die Umfahrungen eröffnen.
Nachdem wir jetzt den ganzen Park erkundet haben und wissen, dass sich nur dieser kleine Teil für Gamedrives eignet, werden wir dort durch reichlich Tiersichtungen belohnt.
Wir sehen sogar ein Paar Schakale und eine Löwin. Die Schakale ducken sich leider sofort ins hohe Gras, so dass nur noch die Ohren zu sehen sind und die Löwin verschwindet sofort im dichten Busch, noch bevor ich die Kamera in der Hand habe.
Die Mittagszeit verbringen wir dann wieder auf unserer Campsite. Hier fühlen wir uns sehr wohl. Auch die Wolken lösen sich auf und die Sonne kommt zum Vorschein.
Nach dem Essen sitze ich lesend neben dem Wagen, als ich es hinter mir im Aufbau rascheln höre. Ich bin auf unseren blinden Passagier gerade besonders schlecht zu sprechen, denn trotz intensiver Reinigung gedeihen auf dem Teppich mit der ausgelaufenen Milch gerade die Fliegenmaden ganz prächtig. Ich beschließe den Aufbau so weit wie möglich auszuräumen und auseinanderzubauen, in der Hoffnung unseren Mitfahrer zum Ausziehen zu bewegen. Als ich das Schubladensystem ausbaue, kann ich erstmals einen kurzen Blick auf das Tier werfen. Keine Maus, sondern eine Ratte. Die hat sich hinter den Schubladen ein gemütliches Nest gebaut. Leider verschwindet Sie nicht aus dem Auto, sondern im Hohlraum eines zentralen Trägers des Aufbaus. Dort ist an das Mistvieh nicht ranzukommen. Unverrichteter Dinge muss ich den Aufbau wieder zusammenbauen, aber der Tod der Ratte ist beschlossene Sache, musste ich doch feststellen, dass auch Teile meiner Wanderschuhe zum Nestbau verwendet wurden.
Bevor ich dazu komme, den Wagen wieder einzuräumen, müssen wir uns aber erst einmal einer Horde Meerkatzen erwehren. Es ist echt nicht zu glauben. Die ganzen Tage war nicht eine einzige Meerkatze zu sehen, aber kaum haben wir mal alle Lebensmittel neben dem Wagen liegen tauchen sie auf. Letztendlich können wir den Verlust auf eine Möhre begrenzen. Keine schlechte Bilanz gegen diese Profidiebe.
Unseren Abendgamedrive beschränken wir auf den Bereich zwischen Elsas Kopje und dem Campingplatz.
Wir fahren gerade auf schlechtem Track von Elsas Kopje auf die Maghwango Plains, da steht plötzlich ein splitternackter Mann am Wegrand, springt auf das Trittbrett an der Beifahrerseite und versucht durch Kathrins geöffnetes Seitenfenster in den Wagen zu klettern, was Sie nur teilweise verhindern kann. Er brabbelt unverständliches Zeug vor sich hin und ist nicht dazu zu bewegen, den Wagen zu verlassen. Da ich die Situation nicht eskalieren will, indem ich Ihn gewaltsam vom Wagen entferne, entscheide ich mich dazu, auf schnellstem Wege zur Luxus Lodge auf Elsas Kopje zu fahren. Da ich zügig fahre ist er auch damit beschäftigt sich festzuhalten und versucht nicht weiter in den Wagen zu gelangen. Bei Elsas Kopje fahre ich direkt bis vor die Rezeption und der Manager verständigt auch sofort die Security. Die können ebenfalls nicht in Erfahrung bringen, was mit dem Mann los ist, aber er versteht Sie zumindest so weit, dass Sie Ihn dazu bewegen können unseren Wagen zu verlassen und in deren Fahrzeug einzusteigen.
Das war mal strange! Da reist man seit über 25 Jahren durch Afrika und denkt schon alles erlebt zu haben, wird dann aber doch immer wieder eines Besseren belehrt. Wir fragen uns vor allem, wo der überhaupt herkam. Wir haben Ihn in einem sehr wildreichen und einsamen Gebiet aufgegabelt, welches mehr als 10km von der nächsten Nationalparkgrenze entfernt ist. Letztendlich bleibt vieles an diesem Erlebnis für uns sehr mysteriös.
An unserem letzten Abend im Meru National Park gibt es Bratwurst mit Tomatensalat.
ganz herzlichen Dank für deinen sehr informativen und ausführlichen Reisebericht. Ich scharre hier schon täglich mit den Füßen in Vorfreude auf die Fortsetzung. Wir sind im September ja auch als Selbstfahrer unterwegs, da sind deine Tipps für uns Gold wert.
Auf den Meru bin ich trotz deiner Schilderungen sehr gespannt. Manchmal sieht die Lage in den Parks ja ein paar Monate später bzw. zu einer anderen Jahreszeit ganz anders aus. Aber ich bin auf jeden Fall vorgewarnt und werde die Erwartungen ganz weit unten ansetzen und freue mich dann, falls es doch besser ist als erwartet.
Der nackte Mann in eurem Auto ist ja sehr merkwürdig, das muss ja ein herber Schreck für euch gewesen sein! Zum Glück ist nichts passiert.
Ich freu mich auf die Fortsetzung eurer tollen Reise!
das mit dem nackten Mann war ja wirklich sehr strange und hat euch bestimmt einen gehörigen Schreck eingejagt! Ich finde klasse, dass ihr so besonnen reagiert habt und zur Lodge gefahren seid.
Liebe Grüße und vielen Dank für den interessanten Bericht Konni
Ach du liebes Glockenspiel! 🤪 🤩 😵 So einen stunt von diesem Mann ist Ja wirklich der Gipfel! Ich bin überzeugt da kann er wahrscheinlich nichts dafür… Aber ihr zwei seit ja wirklich coole Menschen und habt euch genau richtig verhalten. Was machten denn die Leute für Gesichter als ihr mit dem nackten Mann an der Tür angeklebt erscheinen seit? Überhaupt vermisse ich da einige Bilder von dieser Szene… 😉 haha nicht wirklich… Zeigt sich wieder mal wie der Spruch “Wenn einer eine Reise tut, da kann er was erzählen, “ immer wahr bleibt. Eines ist mir völlig klar, den Meru Park darf man ruhig weglassen, da er so vernachlässigt ist. Liebe Grüsse von Katrin
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200930. Juli 2022 ·
Die meisten Kenianer mit denen wir über den Vorfall gesprochen haben gehen davon aus, dass es sich um eine psychisch gestörte Person gehandelt hat. In Kenia gibt es kaum Einrichtungen für solche Menschen und Sie leben deshalb weiterhin in Ihren Dörfern. Die Familien können sich natürlich nicht permanent um diese Personen kümmern. Dadurch kommt es immer mal wieder zu merkwürdigen Zwischenfällen mit diesen Personen.