BeatnickThemenstarter1’749 Beiträge · seit 201610. Sept. 2018 ·
Da ist was im Busch
Ich liebe die Mittagszeit im Camp. Obwohl (oder gerade deshalb?) im Alltag ein durch und durch urbaner Mensch, sauge ich die Naturgeräusche und die Ruhe auf wie ein Schwamm. Schon abends ist es hier ein Traum - aber mittags noch entspannter, weil viele Gäste ganztägig unterwegs sind. Wir hätten ebenfalls diese Möglichkeit. Doch auch wenn wir sonst auf Safari den Hals nicht vollkriegen, liebäugeln wir diesmal nicht ernsthaft damit. Zu schön ist diese Auszeit in den sonnigen Mittagsstunden.
Wenige Meter hinter unserem Zelt endet das Camp-Gelände, dort bietet ein kleiner Aussichtspunkt freien Blick auf den Fluss und das gegenüberliegende Ufer. Nach dem Essen setzen wir uns dort auf die Felsen, das Buschfeeling ist perfekt.
Vor uns die Hippos, um uns herum schwirren Vögel und Schmetterlinge - ich könnte wohl Wochen hier verbringen, ohne auch nur einen Fuß aus dem Camp zu setzen.
Mein Schönheitsschläfchen findet an diesem Tag allerdings ein jähes Ende. Es raschelt und fiept ums Zelt herum - oha, Ratten im Camp!
Bloß gut, dass mein vom Schlaf umnebeltes Gehirn Korrektur meldet: Eine Riesenbande Zwergmangusten scharrt und buddelt um uns herum. Thomas schleicht sich auf die Terrasse und ich beobachte das Treiben ganz bequem vom Bett aus. Das nenne ich Luxus!
Um 16 Uhr ruft die Pflicht, der Nachmittagsdrive beginnt mit Elefanten, fast schon eine Rarität zu dieser Jahreszeit. Die Dickhäuter scheinen für die Gnus nicht viel übrig zu haben und suchen während der Migration in aller Regel das Weite.
Ones hat von einem weiteren Leoparden gehört. Wir fahren eine ganze Weile, wohl bis ins Randgebiet der Mara, vorbei an winkenden Masai-Kindern und ihren Herden. Nicht weit davon entfernt finden wir den Leo - zumindest in der Theorie. Sehen können wir die Katze praktisch nicht. Damit ergeht es uns wie so ziemlich allen anderen, die Leopardin ist gut im Baum verborgen, das Licht bei mittlerweile wieder zunehmender Bewölkung denkbar schlecht. Erst als viele in der einmal mehr stattlichen Autoansammlung schon entnervt aufgegeben haben, weil sie mit ihren Handys kein brauchbares Selfie zuwege bringen, rücken wir vor in die erste Reihe und können sie entdecken.
Wir sind durch einen Graben und viel Grün von dem schönen Tier getrennt, was gut ist, denn diese natürliche Barriere sorgt trotz der Rangiererei in unserem Rücken für Distanz. Dass die Leopardin aktiv wird, steht allerdings in Anbetracht des Trubels nicht zu erwarten. Die Ranger tauchen auf, der Verkehrsknoten löst sich in Windeseile auf, nur wir und ein weiterer Jeep hinter uns bleiben stehen. Ones erklärt, wir befänden uns auf einem Weg. Ach so? Selten konnte ich Weg und Wildnis so schlecht voneinander unterscheiden wie in der Mara.
Kaum sind die Ranger verschwunden, sammeln sich die Autos wie magnetisch angezogen auf der anderen Seite des Grabens. Die Leopardin ist Mutter zweier Teenager-Cubs, erklärt Ones, wahrscheinlich fahnden die anderen nun nach ihnen. Es dämmert schon, wir nehmen nicht an, dass noch etwas passiert, und bleiben einfach stehen. Da ist plötzlich was im Busch. Ein hohes Fiepen, wieder Mangusten, panisch. Wohl das Werk eines der Halbstarken, die Mutter sprintet von ihrem Hochsitz herab und checkt die Lage. Die Show ist so schnell beendet, wie sie begonnen hat, gleich kehrt wieder Ruhe ein.
Den Abend verbringen wir mit Sam, einem Kenianer, den wir am von mir heißgeliebten Lagerfeuer kennen lernen. Er ist seit Jahren als Buschflieger vornehmlich in Tansania, Botswana, Sambia und Kenia unterwegs. Stundenlang reden wir über Afrika; Politik, Gesellschaft und natürlich Safaris - mit all ihren Vorzügen, aber auch Auswüchsen. Beides wird uns hier ungewohnt deutlich vor Augen geführt.
weil sie mit ihren Handys kein brauchbares Selfie zuwege bringen,
Oh je, Bettina, eigentlich bin ich ein friedlicher Mensch, aber bei solch einer Situation gefährlich nahe am Ausrasten! Selfies vor Leopard, ich fasse das nicht! Die Mittagsstimmung bringst Du so schön rüber, wunderbare Fotos! Viele Grüße Friederike
Conny + Micha1’055 Beiträge · seit 201611. Sept. 2018 ·
Na Bettina , bei solch schönen Stimmungen und Sichtungen im Camp hätte ich meinen Hintern auch nicht ubedingt mehr fortbewegt . Danke für die schönen Bilder . LG Conny
Namibia zum 1.
Elefantenrunde
Abschied für immer
Auf neuen Wegen ins Kaokoveld (hummeldumm?")
[url//namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/306123-der-kreis-hat-sich-geschlossen-bot-nam.
Danke fürs Betthupferl Bettina 🙂 hat mir sehr gut gefallen (auch das es nicht so spät wie befürchtet wurde) -die Fotos.
Beatnick schrieb: Ones erklärt, wir befänden uns auf einem Weg. Ach so? Selten konnte ich Weg und Wildnis so schlecht voneinander unterscheiden wie in der Mara.
Hier konnte ich einfach nur mit dem Kopf nicken- ging mir ganz genauso. Oft stellen sich die off road Straßen ja erst als solchige heraus, wenn sie im nirgendwo enden. Und bei abgefressenen Gras...... sind überall Reifenspuren, oder?
Conny + Micha1’055 Beiträge · seit 201611. Sept. 2018 ·
Hallo , hab vergessen zu erwähnen , daß natürlich der Abendgamedrive auch nicht zu verachten war . Vor allem das " Kätzchen ". Leider hatten wir bei unserer Leopardensichtung im Chobe weniger Foto - und Guckglück , dank anderer Autos. Conny
Namibia zum 1.
Elefantenrunde
Abschied für immer
Auf neuen Wegen ins Kaokoveld (hummeldumm?")
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BeatnickThemenstarter1’749 Beiträge · seit 201611. Sept. 2018 ·
Hallo ihr Lieben,
vielen Dank, dass ihr weiterhin dabei seid, auch wenn nicht immer die Sonne scheint 😎
CuF schrieb:Oh je, Bettina, eigentlich bin ich ein friedlicher Mensch, aber bei solch einer Situation gefährlich nahe am Ausrasten! Selfies vor Leopard, ich fasse das nicht!
Selfies vor Leopard WEIT WEG UND IM DUNKELN, um genau zu sein 😉 Geht mir wie dir, Friederike. Mit fiel auch schwer, das unkommentiert zu lassen. Schöne neue Welt...
Conny + Micha schrieb:bei solch schönen Stimmungen und Sichtungen im Camp hätte ich meinen Hintern auch nicht ubedingt mehr fortbewegt.
😄 😗 😎
Conny + Micha schrieb:Hallo , hab vergessen zu erwähnen , daß natürlich der Abendgamedrive auch nicht zu verachten war . Vor allem das " Kätzchen ". Leider hatten wir bei unserer Leopardensichtung im Chobe weniger Foto - und Guckglück , dank anderer Autos.
Danke, Conny! Am Chobe hatten wir leider auch schon mehrfach Verkehrsknoten, trotz eines bewusst antizyklischen Fahr-Rhythmus'...
sphinx schrieb:Oft stellen sich die off road Straßen ja erst als solchige heraus, wenn sie im nirgendwo enden. Und bei abgefressenen Gras...... sind überall Reifenspuren, oder?
Hallo Elisabeth, ja, leider ziemlich zerfahren und zerfurcht die Mara 🙁 Das ist uns schon gleich zu Beginn ins Auge gestochen.
franzicke2’085 Beiträge · seit 201211. Sept. 2018 ·
... ich könnte wohl Wochen hier verbringen, ohne auch nur einen Fuß aus dem Camp zu setzen.
Das wär ja durchaus auch noch ne Möglichkeit 🤪 Nein, im Ernst, wenn man von dem Gerangel bei der Leopardensichtung absieht, war das wohl ein herrlicher Game-Drive-Tag. Diese Selfie-Manie ist allerdings einfach unterirdisch und meistens ja mit völlig blödsinnigem Gekicher und Gehopse verbunden 😊 Aber so ein Sam am Lagerfeuer - das klingt nach einem herrlichen Abend mit tollen und interessanten Gesprächen. Ich könnte heute durchaus noch ne Etappe verkraften 😎 Liebe Grüße Ingrid
BeatnickThemenstarter1’749 Beiträge · seit 201612. Sept. 2018 ·
Geduldspiel am Mara-River
Unser dritter voller Safari-Tag in der Masai Mara beginnt mit schönem Licht. Leider ein kurzes Vergnügen. Schon bald zieht es wieder zu, die Sonne setzt sich wie schon am Vortag erst mittags für ein paar Stunden durch. Ich bekenne, ein wenig hadere ich schon mit dem Wetter, kann es aber natürlich nicht ändern. Willkommen im kenianischen Winter.
An einem Hyänenbau herrscht frühmorgendlicher Hochbetrieb. Beste Unterhaltung ist uns damit sicher, das Frühstück entspricht allerdings nicht gerade meiner Idealvorstellung von einer gesunden Grundlage für den Tag.
Schon im vergangenen Jahr haben wir im Krüger-Nationalpark viel Zeit bei Hyänen verbracht. Wir mögen diese Tiere und ihr ausgeprägtes Sozialverhalten. Die Frauen sind den Männern nicht nur körperlich überlegen, sondern haben auch die Hosen an. Von der Natur lässt sich so viel lernen...
Trotz der durchwachsenen Wetterlage wollen wir unser Glück bei den Crossings versuchen. Wir fahren ziemlich weit. Immer gen Süden, in eine vom Mara-Fluss geprägte Landschaft, und bleiben dabei auf der Seite des Nationalparks. Noch immer ist uns nicht klar, dass wir auch hinüberkönnten.
Allein sind wir auch hier nicht. Aber wenigstens schaffen es die uns verhassten Minibusse samt Selfie-versessenem Partyvolk laut Ones nicht hierher. Warum, habe ich nicht gefragt, die Tatsache an sich hat mir gereicht. Es wird wohl an den teilweise trickreichen Passagen mit steilen Ab- und Auffahrten liegen.
Eine kleine Gruppe von Gnus hat sich jenseits des Flusses dicht am Ufer versammelt.
Auf unserer Seite zieht eine viel größere Herde langsam, aber stetig gen Wasser. Ones verpasst erstaunlicherweise den Moment, als das Crossing auf der anderen Seite beginnt. Das Handy hat ihn voll im Griff - wie leider so viele andere Guides und sogar die Gäste in den anderen Jeeps auch. Wir beobachten das immer wieder, verstehen werden wir es wohl nie.
Kaum haben wir unseren Guide unsanft aus der virtuellen Welt zurück in die Realität beordert, düst er den anderen Autos hinterher, die sich schon längst in Position gebracht haben. Erst sind wir relativ weit weg vom Geschehen ...,
... wechseln aber dann noch einmal den Standort und erwischen trotz der Verzögerung einen ganz guten Platz.
Das Wasser ist an dieser Stelle nicht tief und der Einstieg für die Gnus relativ problemlos zu meistern. Das ganz große Spektakel gibt es also nicht. Doch anders als bislang beobachtet, wechseln die Tiere diesmal auf unsere Seite und wir sehen sie somit von vorn. Zudem klettern sie direkt bei unserem Jeep die steile Uferböschung hinauf. Das gefällt uns schon ziemlich gut.
Als dieses relativ kleine Crossing vorüber ist, fühlen wir uns bereit für das zweite. Gierig, ich weiß. Doch die Gnus auf unserer Uferseite lassen sich Zeit. Mal stehen sie schon fast an der Kante, dann kehren sie wieder um. Der Strom der Nachrücker ist abgerissen, kein gutes Zeichen.
Wir vertreiben uns die Wartezeit mit anderen Beobachtungen ...,
... und geben schließlich auf. Die Gnus haben sich weit auf der Ebene verteilt, Ende der Vorstellung.
Auf dem Rückweg zum Camp wird es endlich wieder heller ...,
... beim Mittagessen herrscht die gewohnte Idylle und wir machen die Bekanntschaft von zwei deutschen Frauen, mit denen wir uns auf Anhieb bestens verstehen. Wir verabreden uns zu einem gemeinsamen Essen am selben Abend, sie sind ebenfalls zum ersten Mal in Kenia und haben in Botswana ihre Afrika-Liebe entdeckt. Meine wird am Nachmittag neue Nahrung erhalten - und gleichzeitig auf eine harte Probe gestellt werden.
wenigstens habt ihr Ones mal unsanft in den Hintern getreten......ist Euch gegenüber
eigentlich eine Frechheit........aber ich fürchte, das wird ihm "a la longue" keinen Eindruck
machen...... ein Top- Guide würde den Motor als erster starten .....und nicht den anderen
hinterherhecheln..... 😄 😄 😄
lg......BMW
Enilorac65792 Beiträge · seit 201712. Sept. 2018 ·
Hallo Bettina Ich habe deinen Bericht entdeckt und bin geflasht von euren genialen Fotos und Erlebnissen! Nur die vielen Leute schrecken mich im Moment ab, Kenia ganz oben auf meine Wunschliste zu setzten 😉 Habe ich überlesen, mit was für einer Kamera ihr fotografiert? Die Fotos sind gestochen scharf, wirklich toll! Ich freue mich schon auf die Weiterfahrt! Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana
BeatnickThemenstarter1’749 Beiträge · seit 201613. Sept. 2018 ·
Ihr Lieben,
einmal mehr vielen Dank für euer Interesse! Das motiviert ungemein, auch wenn Friederike gerade mit mir schimpft 😉
CuF schrieb:Bäh, pfui, Cliffhänger!
I know you love it 😄 Ich verspreche, zügig weiterzumachen...
BMW schrieb:wenigstens habt ihr Ones mal unsanft in den Hintern getreten......ist Euch gegenüber eigentlich eine Frechheit........aber ich fürchte, das wird ihm "a la longue" keinen Eindruck machen...... ein Top- Guide würde den Motor als erster starten .....und nicht den anderen hinterherhecheln.
Das sehe ich auch so. Da eine geführte Tour immer auch von der Qualität des Guides abhängt, wird Ones auch noch mehrfach eine Rolle spielen. Seine Form war ziemlich schwankend, sag ich mal...
ANNICK schrieb:Mensch sind da wieder geile Fotos dabei. Die Hyenas gefallen mir am meisten. Danke für's Sharen.
1.000 Dank, Annick!
Enilorac65 schrieb:Ich habe deinen Bericht entdeckt und bin geflasht von euren genialen Fotos und Erlebnissen! Nur die vielen Leute schrecken mich im Moment ab, Kenia ganz oben auf meine Wunschliste zu setzten 😉
Danke für das tolle Kompliment, Caroline. Die vielen Menschen sind in der Tat ein ziemlicher Hemmschuh, leider ...
Enilorac65 schrieb:Habe ich überlesen, mit was für einer Kamera ihr fotografiert? Die Fotos sind gestochen scharf, wirklich toll!
Und nochmal danke! Vor allem Thomas freut sich, von ihm stammen mindestens 80 Prozent der Fotos in diesem Reisebericht. Es sind auch ein paar Handybilder dabei, aber nur sehr vereinzelt.
Thomas: Canon EOS 5D Mark III Canon EOS 7D Mark II (Cropfaktor: 1:1,6) Sigma 12-24 mm f/F4,5-5,6 II DG Canon EF 24-105mm f/4L Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II Sigma 150-600mm f/5,0-6,3 DG OS HSM Sports
Bettina: Panasonic Lumix DMC-GH4 (Cropfaktor: 1:2) Panasonic Lumix G Vario 14-42mm f/3.5-5.6 II Panasonic Lumix G Vario 45-150mm f/4-5.6 Panasonic Leica DG Vario-Elmar 100-400 mm f/4-6.3
auch ich bin mit Spannung dabei und genieße Deine Erzählungen und vor allem die Fotos. Schade, dass Euer Guide nicht so richtig motiviert war. Das würde mich auch ärgern. Bin gespannt, wie es weiter geht. Du machst es ja schon sehr spannend 😁
Das Handy hat ihn voll im Griff - wie leider so viele andere Guides und sogar die Gäste in den anderen Jeeps auch. Wir beobachten das immer wieder, verstehen werden wir es wohl nie.
Ich kann deine Empfindung gut nachvollziehen. Ich werde auch nie verstehen, wie man inmitten so wundervoller Natur sich hinter diversen Medien verschanzen kann..... Ich bin so froh, dass unsere Kinder das genau so sehen, und dass sie selbst auf manchmal langen Fahrstrecken meist lieber aus dem Fenster gucken und das alles auch mal schweigsam in sich hineinsaugen, statt nach Handies o.ä. zu verlangen.
Ich liebe Eure Fotos! ich tapeziere in Gedanken weiter meine Wohnung damit..... 😄 Antje
Wir verabreden uns zu einem gemeinsamen Essen am selben Abend, sie sind ebenfalls zum ersten Mal in Kenia und haben in Botswana ihre Afrika-Liebe entdeckt. Meine wird am Nachmittag neue Nahrung erhalten - und gleichzeitig auf eine harte Probe gestellt werden.
Mein lieber Lolli, Du machst es ganz schön spannend. Aber so ist das mit der Liebe. Einfach spannend! 😘
Ja und bevor ich´s vergess und wir hier über die Liebe diskutieren: tolle Bilder hast Du wieder im Gepäck, sehr sehr schön ist das.
BeatnickThemenstarter1’749 Beiträge · seit 201613. Sept. 2018 ·
Ihr Lieben,
das nächste Kapitel kommt gleich, aber erstmal...
Martina56 schrieb:auch ich bin mit Spannung dabei und genieße Deine Erzählungen und vor allem die Fotos. Schade, dass Euer Guide nicht so richtig motiviert war. Das würde mich auch ärgern.
Schön, Martina, dass du dabei bist! Der Guide war mal so, mal so. Ich glaube, es war eine Frage des Temperaments, nicht der Haltung. Mehr dazu immer mal wieder...
Rehema schrieb:Ich bin so froh, dass unsere Kinder das genau so sehen, und dass sie selbst auf manchmal langen Fahrstrecken meist lieber aus dem Fenster gucken und das alles auch mal schweigsam in sich hineinsaugen, statt nach Handies o.ä. zu verlangen.
Hi Antje, das ist ein Segen - und sicher auch eher selten. Insofern: Gratulation an euch und viele Grüße an deine Kinder! Viel Spaß beim Tapezieren 😉
bayern schorsch schrieb:Ja und bevor ich´s vergess und wir hier über die Liebe diskutieren: tolle Bilder hast Du wieder im Gepäck, sehr sehr schön ist das.
Vielen Dank für die Blumen! Aber ich bin überrascht - seid ihr nicht längst dort????
BeatnickThemenstarter1’749 Beiträge · seit 201613. Sept. 2018 ·
Aus der Balance
Für den Nachmittag hat unser Guide einen Plan. Wir lassen uns überraschen, unterwegs gibt es nur wenige Stopps.
Schon aus einiger Entfernung können wir eine stattliche Ansammlung von Autos erkennen, unsere persönliche Schmerzgrenze ist aber noch nicht erreicht. Wir beobachten zunächst zwei Geparde ganz aus der Nähe und freuen uns sehr darüber.
Tatsächlich sind es aber fünf Tiere. Klar habe ich schon einmal von den "fünf Musketieren" gehört, ich hatte die Story aber vergessen und somit auch nicht geplant, sie hier zu finden. Sie jetzt so unverhofft zu sehen, ist einfach toll.
Zwei der Kater sind Brüder, zu der Koalition zählten ursprünglich noch sechs weitere Männchen, was aber nicht funktionierte. Am Ende blieb ein Quintett, das durch seinen Zusammenschluss beinahe Unmögliches möglich macht. Die Tiere können Gnus und ausgewachsene Topis erlegen und sind seit dem Ableben der berühmten Malaika die unumstrittenen Superstars der Mara.
Es kommt Bewegung in die außergewöhnliche Gruppe, der Beginn einer großen Show. Die Fünf streifen von Baum zu Baum, markieren ausgiebig ihr Revier, schärfen die Krallen und sind schlichtweg großartig anzuschauen.
Der Ruhm hat leider einen hohen Preis. Immer mehr Autos sind dazugekommen, wir zählen mehr als 60 (!). Auch scheint jede Regel außer Kraft gesetzt. Ganz nach dem Motto "dreist kommt durch" wird den Tieren offroad hinterhergerast und auf den Pelz gerückt - es ist der blanke Horror.
Eine Forumsbekannte hat uns vorab auf die Auswüchse hingewiesen, die sie wenige Wochen vor uns erlebt hat. Ich bin ihr dankbar dafür, die Realität trifft uns trotzdem hart. Wir sind im Zweispalt, ringen mit uns. Bleiben wir, sind wir Teil dieses akuten Problems. Andererseits sind wir für solche Sichtungen hergekommen. Ausblenden geht nicht, dafür ist das Dilemma zu deutlich. Ausweichen wie zwei Jahre zuvor in Tansania funktioniert in der überschaubar großen Mara auch nicht recht, das haben die bisherigen Tage gezeigt.
Ones macht in diesem Moment einen richtig guten Job. Während die meisten anderen Autos auf Augenhöhe mit den Geparden bleiben, fährt er extrem vorausschauend. Machen die Katzen an einem der Bäume halt, sind wir schon längst da. Rücken die anderen Fahrzeuge nach, sind wir schon wieder weg. Auf diese Weise hält sich der Stress für uns in Grenzen, der emotionale Konflikt jedoch bleibt.
Letztlich erfreuen wir uns etwa 20 Minuten so gut es geht an diesem einzigartigen Naturschauspiel, dann fahren wir weiter. Welche Schlüsse wir daraus ziehen, beschäftigt uns noch weit über die Reise hinaus und ist auch jetzt noch ein Thema.
Es dämmert früh, zum Abschluss eines denkwürdigen Tages gibt es die nächste großartige Katzensichtung. Ein größeres Löwenrudel hat sich weit im Gras verteilt, wir sind ganz verzaubert vom jüngsten Familienmitglied.
Beim gemeinsamen Abendessen mit unseren beiden neuen Bekannten wird viel gelacht, Hauptthema sind aber die Eindrücke des Tages. Noch haben die beiden, erst seit einem Tag in der Mara, diese extremen Erfahrungen nicht gemacht. Das Thema wird jedoch ein Dauerbrenner - wie auch unsere Tischgemeinschaft. Ab sofort bilden wir beim Essen ein Quartett, und ein lustiges dazu.
Danke für die tollen Bilder! Da hat es wirklich ein paar Leckerbissen dabei 🤩
Erschreckend sind diese Massen an Menschen und Autos. Beziehungsweise vor allem auch die Rücksichtslosigkeit. Grausam. In Botswana war es vor zwei Jahren viel weniger arg - und mir trotzdem schon zu viel. Meist zogen wir weiter, wenn zehn, zwanzig andere Autos da waren und sich um die Sichtung praktisch eine Wagenburg bildete ... 😐
Ach Bettina die Fotos sind so toll und Geparden so zu sehen, davon träumt jeder der auf Safari geht, aber die Auswüchse sind einfach schrecklich. Ich werde gerade schon wieder richtig traurig. Ich habe gar nicht mitbekommen, dass Maleika gestorben ist und finde auf die Schnelle auch nichts im Netz. Viele Grüße Elisabeth