SA 2015:Elefanten satt - Dach von Afrika (Fazit)

Reisebericht 54 Antworten · 13,7k Aufrufe · gestartet 16. Nov. 2015 von freshy
8’801 Beiträge · seit 201021. Nov. 2015 ·
freshy schrieb:
Herbert sagt, ich soll das Laptop schließen. Er hat Recht, denn ich habe in der Dunkelheit Probleme, Käfer und Curser auf dem Bildschirm zu unterscheiden.
Der war gut 😄 ! Freshy, ich lese hier heimlich still und leise mit - zum Glück weckt Südafrika bei mir weder Heimweh (war ja noch nie dort) noch Sehnsüchte (warum auch immer...wäre ja aber auch schrecklich, wenn noch mehr Wunschziele auf meine Liste kämen) und so kann ich deinen Bericht ganz entspannt und als reines Vergnügen lesen - es ist ja immer besonders nett wenn man die Protagonisten persönlich kennt! Danke fürs Teilen 😘
Es wird uns schwerfallen, irgendwann darauf verzichten zu müssen.


Ich drücke euch die Daumen, dass dieses "Irgendwann" noch in ganz weiter Ferne liegt!!!

Liebe Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 21. Nov. 2015
Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201122. Nov. 2015 ·
16. Oktober:
Trübe Aussichten in der Savanne


Nachdem wir gestern Abend einen farbenprächtigen Sonnenuntergang hatten, waren wir überzeugt, dass wir heute gutes Wetter bekommen. Doch der Himmel ist so dunkel, dass wir wieder mit Regen rechnen müssen. Diesmal packen wir die Campingstühle unter den Tisch, bevor wir losfahren, damit die Sitzflächen keine Pfützen bekommen. Wir haben Pech mit den Sichtungen und geraten in einen Platzregen. Später entdecken wir auf einer größeren Grasfläche einen kleinen Garten Eden. Impalas, Wasserböcke, Zebras und Gnus grasen nebeneinander. Ein Bild friedlicher Koexistenz! Mit einem Mal tauchen über dem Hang hinter den Wildtieren wuchtige graue Häupter auf, riesige Ohren wedeln, und dann stürmt eine Elefantenfamilie heran. Mit wild schlenkernden Rüsseln. Sogar die Babys gebärden sich drohend. Vorbei ist die Idylle, die soeben noch friedlich Grasenden spritzen in Windeseile auseinander. Gegen die Elefanten im Angriffssturm haben sie keine Chance. Auch wir setzen das Fahrzeug ein paar Meter zurück, als eine mächtige Elefantenkuh in unsere Richtung prescht. Nach kurzer Zeit ist der Spuk vorbei. Die Elefanten überqueren seelenruhig die Straße Richtung Bachlauf und haben erreicht, dass die Grasfläche verlassen daliegt.
Das gibt einen Minuspunkt auf unserer Sympathiescala, ihr bösen Mädchen!

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Schabrackenschakal

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Wahlberg's Eagle

17. Oktober:
Der Tag der Vogel- und der Wimmelbilder


Unsere Zeit im Krüger neigt sich dem Ende zu. Morgen werden wir nach einem Einkaufsstopp in Komatipoort nach Swaziland fahren und dort zweimal übernachten.
Die Landschaft bis Lower Sabie ist übersichtlich und öde. Leider ist es uns auch heute nicht gelungen, einen Löwen oder Leoparden vor die Kamera zu zitieren. Stattdessen läuft uns freiwillig ein Hornrabe ins Bild. Er ist so selten wie ein Leopard, wenn auch nicht so gefährlich. Das Nashorn, das uns zu spät entdeckt, taucht so schnell ab, dass wir nur ein Beweisfoto von seiner breiten Rückfront erstellen können. Danach sind die Sichtungen so dürftig wie an den Vortagen, abgesehen von den Impalas. Nach 10.000 gesichteten von 150.000 gezählten Impalas brechen wir nicht mehr bei jedem dieser Tiere in Hurrageschrei aus, so hübsch sie aussehen. Sie wimmeln hier überall umher.
Zum Schluss haben wir doch noch eine nette Sichtung. Auf einer Sandbank dösen mehrere Hippos. Nur zwei Youngsters ist es langweilig, es sieht aus, als würden sie sich heimlich verabreden. Dann schleichen sie davon und springen ins Wasser. Doch Mama kennt ihre Racker, läuft hinter ihnen her und passt auf, dass sie keine Dummheiten machen. Tja, dumm gelaufen!
Die Vögel zeigen sich zahlenmäßig ergiebig, treten teilweise in Mannschaftsgröße auf. Ob Mohrenweihe, Sattelstorch, Goliathreiher oder Nimmersatt – wir freuen uns, wenn sie im besten Moment den Schnabel in die gewünschte Richtung drehen.
Am frühen Nachmittag kommen wir im Restcamp Lower Sabie an, auch hier gibt es leider kein WiFi. Der Campingplatz überrascht uns angenehm, denn er liegt nicht weit entfernt vom Hauptgebäude, ist in Parzellen mit Wasser- und Stromanschluss aufgeteilt. Von der Terrasse des Restaurants aus haben wir einen ausgezeichneten Blick auf eine Hippopopulation. Da Wochenende ist, gibt es auch hier Wimmelbilder – allerdings von vielen Touristen.

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Der Hornrabe tritt meist mit Familienmitgliedern auf

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Sattelstorch

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Zwei Racker verabreden sich

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Was haben die beiden vor?

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Aha, schwimmen gehen ohne Mama

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Doch Mama passt auf, damit sie keine Dummheiten machen
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zuletzt bearbeitet 22. Nov. 2015
Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201123. Nov. 2015 ·
18. Oktober:
Abschied vom Krüger NP


Heute ist Sonntag und entsprechend viele Touristen aus der näheren Umgebung verleben ihr Wochenende in Lower Sabie. Ab 4:00 Uhr morgens wird es auf dem Campingplatz lebendig. Die Frühaufsteher brechen zur morgendlichen Pirschfahrt auf und geben gefühlt alle genau neben unserem Bett Gas. An Weiterschlafen ist nicht zu denken. Um 5:30 Uhr schäle ich mich aus dem Schlafsack. Wir packen zusammen und nehmen das Frühstück ausnahmsweise im Restaurant ein. Im Shop kaufen wir noch ein paar haltbare Lebensmittel, da unser Loose Reiseführer behauptet, sonntags würden die Geschäfte in Komatipoort mittags geschlossen. Wir schaffen es, vier Kilometer vor der Parkausfahrt drei Löwen zu sichten, die können wir nun auf unserer Liste abhaken. Leider verschwinden sie im selben Moment hinter einer Bodenerhebung, und es reicht nur für ein Beweisfoto. In der Ferne entdecken wir kultivierte grüne Landschaften, die unserem buschgewöhnten Auge schmeicheln. Die Formalitäten am Gate machen jedem Grenzübergang Ehre, dann sind wir draußen. Wir fahren über die Krokodilbrücke, unter der sich auf einer Sandbank das passende Reptil sonnt.
In Komatipoort haben die Supermärkte geöffnet und wir kaufen bei Spar Fleisch und Salat ein. Nachdem Herbert festgestellt hat, dass unser Internet funktioniert, suchen wir uns ein schattiges Plätzchen und laden die Berichte und Fotos der letzten Tage hoch.
Vorbei am Grün der weitläufigen Zuckerrohrfelder sind wir eine Stunde später an der Grenze zu Swaziland. Ohne großes Aufheben reisen wir ein und fahren weiterhin an endlosen Zuckerrohrfeldern vorbei zum Hlane NP. In Swaziland zeigen sich die Behausungen der Menschen an der Straße gepflegter und weniger ärmlich als wenige Kilometer zuvor in Südafrika.
Der erste Eindruck vom Naturpark ist enttäuschend, denn der Busch zeigt sich grau-beige-braun, alles scheint vertrocknet zu sein. Das Restcamp mit kleinen Hütten und Campingplatz macht jedoch einen guten Eindruck. Besonders gefällt uns, dass die Campsites nicht wie teilweise im Krüger NP im Hinterhof angesiedelt sind. Vom Restaurant fällt der Blick auf ein Wasserloch, in dem mehrere Hippos grunzen. Nyalas und Buschböcke laufen zwischen den Touristen hindurch, sind kaum scheu.
Bevor wir am Nachmittag zu einer Pirschfahrt aufbrechen, die außer viel kratzigem Gebüsch nur zwei Rhinos und mitten auf dem Weg eine Giraffe zu bieten hat, loggt Herbert einen Geocache und ist stolz, dass er ein weiteres Land auf seine Liste setzen kann.
Wir hätten uns anstatt auf Pirsch zu fahren, zu den anderen Gästen ans Wasserloch setzen sollen, wo den Geräuschen nach zu urteilen, Einiges geboten wird.

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Krokodilbrücke

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Vor dem Restaurant des Ndlovu Camps: Bizarre Deko

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Zuckerrohrfelder und -mühle

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Zwei Gaukler als Abschiedsgeschenk des Krüger NP

19. Oktober:
Halbzeit im Ndlovu Camp


Es ist hier nach dem trubeligen Krüger NP wunderbar beschaulich. Vögel umschwirren unseren Stellplatz, die Hausgazellen schauen vorbei, und auch die Hippos melden sich grummelnd aus dem Wasserloch. Ein Ruhetag wird uns gut tun. Die Sanitäreinrichtungen sind in Ordnung, aber da es im Nationalpark keine Elektrizität gibt, ist es dunkel in den Räumen. Die Petroleumlampen verbreiten ein funzeliges Licht, so dass unsere praktischen Solarlampen zum Einsatz kommen. Das Wasser wird in einem riesigen Container auf einem Holzofen erhitzt und ist noch kalt, als ich morgens dusche. Da wir gestern nur eine Nacht gezahlt haben, müssen wir, um ein Permit für einen Zusatztag zu kaufen, ans NP Gate zurückfahren, obwohl es nur zirka dreihundert Meter weit ist und uns Bewegung gut täte. Die Strecke verläuft durch offenen Busch, und jederzeit könnte ein Elefant oder Rhino durchs Dickicht brechen! Herbert kennt das ja.
Danach stehen Handwäsche, Körperpflege und das Routen einer landschaftlich schönen Umwegstrecke durch Swaziland auf dem Tagesplan.
Nach den kühlen 25° C am Morgen haben wir inzwischen 33° C, und die Sonne lässt sich endlich wieder blicken. Wir schlendern mittags zum Wasserloch, wo wir nicht nur neun träge Rhinos, sondern auch drei Elefanten beobachten, die baden und saufen. Die Hippos bewegen sich ab und zu ein wenig, wenn sie nicht wie Klopse in der schlammigen Brühe liegen. Auf einmal platscht etwas aus dem Wasser. Ein riesiges Krokodil hat einen kapitalen Fisch im Maul und kämpft mit ihm. Es hält die Beute fest und wartet, bis sie sich nicht mehr rührt. Danach taucht das Reptil ab und verschlingt vermutlich, was es siegreich erbeutet hat.
Wir laden Fotos aufs Laptop, dösen ein wenig vor uns hin, bevor wir zur Campsite zurückgehen. Dort hat sich dicht neben uns leider ein Bus mit „Overlandern“ – so heißen die gruppenreisenden Camper mit strammem Programm und Selbstversorgung – niedergelassen. Wenn das keine Provokation ist! Wir ziehen als die Klügeren ein Stück weiter weg. Abends in der Dunkelheit bei einem Wein am Lagerfeuer verraucht der Zorn.

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Kosmetik an prekärer Stelle

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Siestazeit am Wasserloch

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Warmwasserzubereitung auf höchstem technischen Niveau

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Ein Webervogel vor seiner Wohnungstür
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Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201124. Nov. 2015 ·
20. Oktober:
Umwege erhöhen die Ortskenntnis


Herbert hat die T4A-Karte bemüht, weil wir ab Manzini einen Umweg über die Grand Valley Road fahren wollen. Der Weg führt uns durch eine landschaftlich schöne Bergwelt, immer wieder verläuft die Straße über einen Kamm und ermöglicht weite Ausblicke.
Die gesamte Gegend ist besiedelt, die Grundstücke mit ihren kleinen, meist gepflegten Häuschen sind eingezäunt. Wir haben den Eindruck, es geht in Swaziland sauberer zu als in weiten Teilen Südafrikas, zumindest hält sich der Abfall am Straßenrand in Grenzen. Ab Hlathikhulu narrt uns das Navi und will, dass wir zurückfahren nach Manzini. Es kann sehr beharrlich sein!!!
So schön das Panorama dieser Landschaft ist, muss erwähnt werden, dass es weder einen Rastplatz, noch irgendwo zwischen Manzini und dem Grenzposten Mahamba ein verschwiegenes Gebüsch oder gar eine Toilette gibt. Das gilt es auszuhalten!
Um zu unserem Ziel in einer abgeschiedenen Ecke KwaZulu Natals zu kommen, müssen wir den Pongolaport Dam umfahren. Der riesige Stausee liegt sehr malerisch, doch Häuser oder Ferienanlagen gibt es an seinem Ufer nicht. Die Straße Richtung Tembe Nationalpark führt über den Damm und anschließend durch Jozini. Wie in allen Ortschaften und kleinen Städten herrscht auf der Straße ein Gewimmel, als wäre Jahrmarkt. Es scheint eine aggressive Grundstimmung in der Luft zu liegen, wir fühlen uns jedenfalls nicht wohl und sind froh, den Ort hinter uns zu lassen.
Auch hier scheint jeder Fleck Boden jemandem zu gehören, die Zäune entlang der Straße sind endlos. Alle paar Kilometer liegen Primary oder High Schools am Weg. Mal kommen uns Schulkinder in ihren Uniformen entgegen, dann wieder haben sie dieselbe Richtung wie wir. Ihr Schulweg an dieser dicht befahrenen Straße ist nicht ungefährlich, denn es gibt nur selten ausgewiesene Gehwege. Vom Ndlovu Camp in Swaziland bis nach Shemula in KwaZulu Natal sind wir vierhundertfünfzig Kilometer gefahren, für die wir acht Stunden gebraucht haben.
Die Shemula Lodge mit Campsite liegt nur wenige Meter von der Durchgangsstraße entfernt. Hier scheint schon lange niemand mehr gecampt zu haben, denn alles ist verdreckt. Die kleine Lodge dagegen sieht gemütlich aus. Wir genehmigen uns abends ein Glas Wein an der Bar und versuchen dann zu schlafen. Doch der Lärm aus der dörflichen Nachbarschaft und die ankommenden und abfahrenden Autos vom Parkplatz neben der Campsite lassen uns spät zur Ruhe kommen. Einziger Lichtblick: Wir haben Internet und laden die Berichte der vergangenen Tage hoch.

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Frühstücksidylle

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Grand Valley Route durch Swaziland

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Pittoreske Brückenkonstruktion

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Personentransport ohne TÜV, aber mit Gottvertrauen

21. Oktober:
Game Drive im Tembe Nationalpark und Weiterfahrt nach Kosi Bay


In Afrika krähen die Hähne nicht nur bei Sonnenaufgang, sondern die ganze Nacht hindurch. Ich schlafe im Stop-and-go-Verfahren. Um fünf Uhr morgens verlassen die ersten Gäste die Lodge, setzen sich in ihre Fahrzeuge und lassen sie erst einmal gründlich warmlaufen. Arrgh! Vorbei ist aller Schlaf. Mehrere Dorfbewohner tauchen auf, schleichen um uns herum und versuchen einen Blick auf unser Tun zu werfen. Privatsphäre sieht anders aus. Wir müssen nicht lange überlegen, dass wir diesen ungemütlichen Platz umgehend verlassen werden.
Im Tembe NP fahren wir das erste Wasserloch an, werden Zeugen einer ergebnislosen Löwenjagd auf trinkende Nyalas und beobachten das Rangeln zweier junger Elefantenbullen. Obwohl wir hören, wie die Stoßzähne aufeinanderkrachen, scheint der Streit nur eine Vorübung für spätere Rivalenkämpfe zu sein. Die Fahrt zum nächsten Wasserloch ist lang, holprig oder sandig und endet mit der Enttäuschung, dass die Tränke ausgetrocknet ist. Trostpflaster: Herbert findet einen Geocache.
Es hätte genügt, das erste Wasserloch anzufahren und dann den Park wieder zu verlassen. Leider sind die Informationen für alle Parks sehr dürftig. Allein schon die Landkarten sind eine Zumutung, denn sie bestehen lediglich aus schlecht kopierten schwarzweißen DIN-A4-Blättern, die kaum zu entziffern sind. Hier gibt es noch viel zu tun, um Touristen zufriedenzustellen. Wir vermuten, es ist Absicht, damit die Gäste die geführten Touren kaufen und nicht wie wir ohne Tourguide die Parks erkunden. Als wir zum Trost in der Lodge essen wollen, heißt es, dass nur Übernachtungsgäste essen können.
Nach einem Cappuccino brechen wir auf, pusten die Luft wieder in die Reifen und fahren weiter nach Kosi Bay. Unterwegs müssen wir unsere Vorräte auffüllen und halten in eMangusi, dem einzigen größeren Ort an der Strecke, am Supermarkt. Der Einkauf geht relativ rasch vonstatten, an der Kasse jedoch stehen wir länger als eine halbe Stunde an. Erst als wir an der Reihe sind, verstehen wir, wieso beinahe jede Kundin mit der Kassiererin diskutieren musste: Der Apparat für die Bankkarten ist defekt! Für viele Kundinnen ein Problem.
Danach geht es weiter in den großen Sandkasten im Hinterland des Indischen Ozeans. Der Campingplatz liegt idyllisch und ruhig, wir finden ein schattiges Plätzchen und sind froh, angekommen zu sein. Allerdings lässt der Zustand der Sanitäreinrichtungen zu wünschen übrig, aber sie sind sauber.
Ich versuche, meine Schwester anzurufen, um ihr zum Geburtstag zu gratulieren, doch leider muss ich mit dem Anrufbeantworter vorlieb nehmen. Nach einem guten Steak aus dem Supermarkt und dem obligatorischen Glas Wein steigen wir in unser Bett. Während Herbert gut schläft, hält mich ein Frosch wach, der im Pool wohnt und knarrt wie die Tür in einem Hitchcock Film.

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Wegweiser im TembeNP: Follow me!

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Gerade aufgewacht

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Die anvisierte Beute

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Zu kurz gesprungen
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zuletzt bearbeitet 24. Nov. 2015
2’524 Beiträge · seit 200924. Nov. 2015 ·
Hallo freshys,

wenn der Text und das Foto der anvisierten Beute übereinstimmen, handelt es sich aber um Nyalas, nicht um Impalas. 😉

Soviel Zeit muss sein. 😗 🤪

Grüssle, Matthias
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
zuletzt bearbeitet 24. Nov. 2015
Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201124. Nov. 2015 ·
fotomatte schrieb:Hallo freshys,
wenn der Text und das Foto der anvisierten Beute übereinstimmen, handelt es sich aber um Nyalas, nicht um Impalas. 😉
Herzlichen Dank, Matthias, für deinen Hinweis. Ich könnte jetzt schreiben, ich habe die Tiere im Text falsch bezeichnet, um zu prüfen, wer das merkt. Du hättest die Prüfung bestanden! 😄 😄 😄
Aber nein, es gibt noch ein ähnliches Foto mit Impalas, deshalb die Verwechslung. Text wird korrigiert.

LG freshy
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Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201125. Nov. 2015 ·
22. Oktober:
Die traditionellen Fischreusen der Tonga


Auf Vorschlag von Ray, unserem Wirt, besuchen wir die Fischreusen der Tonga und Kosi Mouth, den Ausgang aus der Lagune in den Indischen Ozean. Wir lassen uns Zeit, fahren erst um 10:00 Uhr los und erleben einen Ausflug, der ein Highlight ist. Wie alle Sehenswürdigkeiten im südlichen Afrika kostet auch der iSimangaliso Wetland Nationalpark, der an der südlichen Grenze zu Mosambik beginnt und sich bis hinunter nach Durban zieht, Eintritt. Am Gate werden wir zurückgeschickt zu einer kleinen Lodge, wo wir die üblichen Formalitäten erledigen, dann mit der Genehmigung wieder am Gate vorfahren, wo wir dieselben Informationen in die übliche Liste eintragen. Preußischer Bürokratismus!
4x4 only! steht auf einem Schild am Gate und das zu Recht. Der Weg ist abenteuerlich tiefsandig mit Steigungen und Senken. Nach einigen Minuten stellen wir das Auto ab und marschieren zu einem Aussichtspunkt mit der Bezeichnung „What a view!“ So heißt auch der Geocache, den Herbert an dieser Stelle loggt. Die Aussicht ist berauschend, erstreckt sich nicht nur über die Bay, sondern sowohl über die kleineren Seen weiter südlich, als auch bis zum Kosi Mouth. Um uns tost ein Sturmwind, der uns in Böen von den Füßen zu heben droht. Auf dem weiteren Weg werden wir an einer Baustelle aufgehalten, die Bohlenbrücke über einen Wasserarm ist morsch und wird erneuert. Wir sollen durchs Wasser fahren. Nach unseren Erfahrungen im Moremi Wildlife Reserve zögern wir, doch die Arbeiter versichern, dass das Wasser nur fünfzig Zentimeter tief sei. Ich laufe vorsichtshalber über die defekte Brücke, um Herberts Durchfahrt auf jeden Fall bildlich festzuhalten – einerlei wie sie ausgeht. Um es vorweg zu nehmen, sie ging gut aus!
Wir fahren am Ufer der Lagune mit Blick auf die Fischreusen entlang, gönnen uns hin und wieder Fotostopps. Die Tonga bauen seit Generationen diese Reusen aus natürlichem Material, das in der Umgebung wächst. Sie werden vom Vater auf den Sohn vererbt. Um den Fischbestand nicht zu gefährden, darf die Anzahl der Reusen nicht steigen, und die Abstände der einzelnen Stangen müssen so groß sein, dass kleinere Fische hindurchpassen. Diese Fischfangmethode ist mit Recht ins Weltkulturerbe aufgenommen worden.
Die Fahrt endet am Parkplatz für Tagesbesucher, dessen Aussicht direkt auf die Mündung geht. Klima und Vegetation lassen bei uns Südseegefühle aufkommen. Wir hätten eine Toilette und einen Kiosk am Parkplatz begrüßt und zum Beispiel etwas getrunken. Stattdessen haben sich ein paar junge Männer niedergelassen, die gegen Geld auf unser Auto aufpassen wollen. Das kommt uns vor wie Schutzgelderpressung im Miniformat. Wir verzichten, denn auf dem übersichtlichen Platz parken außer uns weitere Touristen, die ein wachsames Auge haben.
Wir ziehen unsere Badesachen an und laufen weit in die Lagune hinaus. Bei Ebbe geht uns das Wasser gerade mal bis zur Hüfte – zumindest was mich anbetrifft. Das Wasser ist herrlich warm, doch der Sturmwind lässt uns frösteln und schmirgelt unsere unbedeckten Körperteile mit Sand. Auf der Rückfahrt kommt Kerstins GoPro wieder einmal zum Einsatz, um die erlebnisreiche Fahrt durch eine naturbelassene Landschaft zu dokumentieren.
Fazit: Ein besonderes Fleckchen Erde, das im Reiseführer leider nur sehr mager behandelt wird. Es gibt keinerlei Karten, Wegweiser fehlen sowieso. Man muss sich durchfragen, um ans Ziel und auf dem richtigen Weg zurückzugelangen. Uns begegnen einige Guides mit Fahrzeugen, in denen sie Touristen transportieren, und vermuten auch hier, es wird nicht gern gesehen, wenn Gäste wie wir auf eigene Faust unterwegs sind. Das ist einerseits verständlich bei der hohen Arbeitslosigkeit, andererseits sehr kurzsichtig, denn jeder, der später von dieser Gegend schwärmt, zieht weitere Touristen an.
Es war ein toller Tag. Um 18:00 Uhr werden wir zum Abendessen erwartet, außerdem wird es kühl im Freien. Wir werden unsere Jacken anziehen und ins Restaurant gehen.

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Hobby oder lästige Pflicht?

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Die Fischreusen der Tonga

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Südseefeeling am Kosi Mouth

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Harmlose Wasserdurchfahrt

23. Oktober:
Abenteuerliche Fahrt zum Black Rock


In der vergangenen Nacht hatte der Frosch im Pool Gäste eingeladen, die kleine Nachtmusik ertönte dreistimmig. Morgens finde ich einen der Sänger apathisch im warmen Sand. Trotz der nächtlichen Ruhestörung habe ich Mitleid mit ihm und bringe ihn in eine Ecke mit saftigem Gras, die hoffentlich für seine Bedürfnisse feucht genug ist.
Wir verabschieden uns von Ray, bedanken uns für die freundliche Atmosphäre, das vorzügliche Dinner mit Fisch und fahren nach eMangusi, wo wir einkaufen, tanken und direkt unter dem Sendemast weitere Seiten des Tagebuchs online stellen.
Um 10:00 Uhr starten wir zu einer Fahrt durch die Dünen zum Black Rock am Indischen Ozean. Die gestrige Fahrt zum Kosi Mouth war ein Kinderspiel dagegen! Wie Ray schon warnte, gibt es unzählige Tracks, weil die alten irgendwann zu tiefsandig wurden. T4A hat seine feste Route, von der wir oftmals abweichen müssen, weil sie uns zu gefährlich scheint. Dünen rauf halten wir die Luft an: Schafft es der Motor? Kurz vor der Abfahrt sehen wir nur den Himmel vor uns: Schrecksekunde, bevor wir abkippen – wo ist der Weg? Dann wühlen wir uns durch den Sand nach unten, umkurven Sandkuhlen, tauchen in kleine Wäldchen ein, und wieder geht es steil bergauf. Als das Navi die Zielfahne schwenkt, stehen wir vor einem geschlossenen Schlagbaum. Mitten in der Wildnis. Ich entdecke ein paar Hütten im Gebüsch und mache mich bemerkbar. Ein kleines Mädchen spielt vor der Tür, erschrickt sichtlich, als es mich sieht und zuckt zurück, als ich mich nähere. Die Mutter ruft nach ihrem Mann, dessen Beruf die Hoheit über den Schlagbaum zu sein scheint. Er kommt mit einer der üblichen Listen und fragt nach unserem Permit. Permit? Wir haben keins. Nirgendwo wurden wir darauf hingewiesen, dass wir eine Genehmigung brauchen würden. Müssen wir zurück nach eMangusi? Kurzes Palaver, wir müssen nicht, dürfen passieren. Herbert kramt ein paar Täfelchen Ritter Sport Schokolade aus dem Kühlschrank, die begeistert angenommen wird. Dann geht der Schlagbaum hoch, und wir kriechen noch einen Kilometer durch den Sand, bevor wir den Ozean vor Augen haben.
Am Parkplatz haben sich auch hier vier Jünglinge niedergelassen, die sich bereit erklären, gegen Geld auf unser Auto aufzupassen. Schon wieder! Außer uns steht noch ein Pickup im Schatten. Die einzigen, die in dieser einsamen Gegend unserem Auto schaden könnten, sind die Jungs. Wir erklären uns deshalb einverstanden, vertrösten jedoch auf die Rückfahrt.
Am Strand finden wir ein Ehepaar vor. Er angelt, sie sitzt unter ihrem Sonnenhut im Sand und freut sich über uns als Gesprächspartner. Der Ausblick ist wieder einmal wie Südsee, der Black Rock jedoch nicht sonderlich spektakulär. Angesichts der Rückfahrt, die uns ein bisschen im Magen liegt, verzichten wir aufs Baden und verabschieden uns nach einer halben Stunde wieder. Der Hüter des Autos erhält vier Rand, ein üblicher Preis fürs Aufpassen. Er beschwert sich lautstark, aber wir finden, dass das genug ist für die unverschämte Wegelagerei.
Am Schlagbaum halten wir noch einen Schwatz mit dem kleinen Mädchen und seinem Vater und erfahren, dass er zwei Frauen und zehn Kinder hat. In unserer Kultur sei das nicht erlaubt, weiß er. Ich darf ein Foto machen und der Kleinen, die inzwischen zutraulich geworden ist, die Hand geben. Auf die Frage, wie wir nach Sodwana kommen, erhalten wir die Antwort: „Left, left, left!“
Unser Navi ist wieder einmal halsstarrig und führt uns beharrlich nach rechts und zurück nach eMangusi. Von dort geht es auf der Durchgangsstraße über Humps vor und nach jeder Schule – und das sind ganz schön viele – bis nach Hluhluwe ins Camp der Bushbaby Lodge. Der Besitzer ist Holländer und hat das Anwesen gut im Schuss. Es funktioniert fast alles – für afrikanische Verhältnisse außergewöhnlich – nur eine Waschmaschine gibt es nicht. Als wir erfahren, dass er für das Wasser fünfundneunzig Meter tief hat bohren müssen, verstehen wir das.
Hinter dem Zaun haben sich am Wasserloch einige Wildtiere eingefunden, die der Besitzer für seine Lodge gekauft hat. Zebras, Nyalas, Gnus und Buschböcke schauen mindestens so neugierig wie wir. Es ist ein bisschen wie im Zoo, nur dass die Tiere einen weitaus großzügigeren Auslauf in vertrauter Umgebung haben. Attraktion der Unterkunft: Jeden Abend Fütterung mehrerer Bushbabies mit Obst.
Was glaubt ihr, macht Herbert, während ich Tagebuch schreibe? Richtig, er sucht einen Cache!

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Viele Wege führen zum Black Rock

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Hoher Wellengang am Black Rock

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Nach eineinhalb Stunden Fahrt dieses Hindernis

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Schau mal, das ist der Ort, wo wir wohnen
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zuletzt bearbeitet 25. Nov. 2015
4’388 Beiträge · seit 201525. Nov. 2015 ·
Hallo, Freshy,
wir outen uns hiermit als Mitleser und freuen uns an dem freshystyle RB und den Bildern. Vielleicht schaffen wir es doch noch nach SA...
viele Grüsse
CuFs
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
1’667 Beiträge · seit 201125. Nov. 2015 ·
Hallo Freshy,

nochmals danke für Euren Bericht. Er weckt so richtig Erinnerungen an unsere Tour im Mai und erzeugt das dringende Bedürfnis, bald wieder los zu fahren 🙂

Freue mich schon auf die Berichte aus lesotho.

LG

Montango
Botswana 2016 Sambia 2016 Zimbabwe 2016 KwazuluNatal 2015 KTP-Namibia-Kapstadt 2013 Zimbabwe 2012 Noch keiner hat am Ende gesagt "Ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen sollen"
Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201125. Nov. 2015 ·
Hallo CuF und Montango,
ich freue mich, dass ihr uns virtuell begleitet, und dickes Danke für die Anerkennung.
Montango schrieb:
nochmals danke für Euren Bericht. Er weckt so richtig Erinnerungen an unsere Tour im Mai und erzeugt das dringende Bedürfnis, bald wieder los zu fahren 🙂
Freue mich schon auf die Berichte aus lesotho.
LG
Montango
Eure Maitour habe ich voller Vorfreude gelesen. Übrigens freue ich mich auch darauf, die Lesothoberichte vorzustellen. Das war eine total andere Welt!

LG freshy,
die aufpassen muss, dass sie nicht schon wieder fernwehkrank wird.
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zuletzt bearbeitet 25. Nov. 2015
Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201126. Nov. 2015 ·
24. Oktober:
Ein Ruhetag im Bushbaby Camp


Im Bushbaby Camp sollen drei Geocaches versteckt sein. Herbert sucht sich einen Wolf, findet aber keinen einzigen. Die Enttäuschung steht ihm ins Gesicht geschrieben. Um ein wenig Bewegung zu haben, durchstreifen wir den Game Park, den Piet und seine südafrikanische Frau gekauft haben. Die Trockenheit ist wie überall im Land nicht zu übersehen und bereitet den Besitzern Sorgen.
Ich nehme einen Skarabäus aufs Korn, der emsig seine Dungkugel über den Campingplatz rollt. Die Hauskatze hat einen Narren an uns gefressen und versucht immer wieder, ins Bild zu kommen. Um 19:00 Uhr ist Abendessen angesagt, nicht nur für uns, sondern auch für die Bushbabies. Die kleinen Kerlchen sind sehr possierlich, lassen das Blitzlichtgewitter der Touristen über sich ergehen und fressen sogar aus der Hand. Obwohl wir unseren Spaß haben, halten wir derartige Veranstaltungen für grenzwertig. Wir lernen eine norddeutsche Familie mit zwei Mädchen kennen, die ihre helle Freude an den Bushbabies haben. Die Familie nutzt die Herbstferien und hat einen ähnlichen Weiterweg wie wir. Jemand hat sie vor dem Campingplatz in St. Lucia gewarnt, so dass wir ebenfalls schwanken, ob wir ihn ansteuern sollen. Letztlich gibt die Nähe zum iSimangaliso Wetland Park den Ausschlag, es zu wagen.

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Achtung Mistkäfer!

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Skarabäus bei seiner Sisyphusarbeit

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Was treibt Herbert im Mangobaum? Genau!

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Putzige Vegetarier


25. Oktober:
Weiterfahrt nach St. Lucia


Es ist Sonntagmorgen 10:30 Uhr, als wir in St. Lucia eintreffen. Hurra, es gibt einen Waschsalon und der hat geöffnet. Die Zeit reicht gerade noch, um Schmutzwäsche zum Waschen und Trocknen abzugeben. Wir sollen unbedingt pünktlich um 12:00 Uhr zurück sein, denn dann schließt der Salon. Wir kaufen ein paar Lebensmittel ein, müssen feststellen, dass am Sonntag keinerlei Alkohol verkauft wird, und fahren hinaus zum Campingplatz Sugarloaf. Er liegt landschaftlich traumhaft schön direkt an der Lagune, so dass wir die Hippos fortwährend grunzen hören. Hinaus bis an den Ozean führt durchs Schilf ein Board Walk. Der Sturmwind ist heftig, wir sehen niemanden baden, nur Angler am Ufer.
Die Sanitäreinrichtungen des Campingplatzes sind ein schlechter Witz, denn sie sind defekt, die Dusche tröpfelt nur, die Toiletten müssen mit Wasser aus Kanistern gespült werden. Wir entscheiden uns, eine statt zwei Nächte zu bleiben. Kaum zu glauben, dass dieser Platz der teuerste ist, den wir bisher angesteuert haben.
Am Nachmittag starten wir zu einem Ausflug in den Wetland Park. Überraschung am Gate: Wir erhalten einen ausgezeichneten Plan, der den gesamten Wetland Park von Kosi Bay bis St. Lucia darstellt. Es gibt also doch Informationen!
Auch hier zeigt sich das gleiche Bild wie überall: Die Seen und Tümpel sind teilweise ausgetrocknet, die verbliebenen Wasserflächen weit weg von den Beobachtungsplätzen. Doch der Park liegt landschaftlich sehr schön, vor allem Missions Rock ist einen Ausflug wert. Wir beschließen, anderntags noch einmal in den Park und dann bis Cape Vidal zu fahren.

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Obststand in St. Lucia

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Traumhafte Lage - Ausblick vom Board Walk aus

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Die See rockt am Missions Rock

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Heimweg im Abendlicht
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zuletzt bearbeitet 26. Nov. 2015
Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201127. Nov. 2015 ·
Das ist der letzte Eintrag vor der Fahrt auf den Sani Pass.

26. und 27. Oktober:
Die Wetlands machen ihrem Namen alle Ehre


Der Morgen beginnt diesig, es nieselt leicht. Ich verzichte auf die Dusche in den ekligen Sanitäreinrichtungen, wasche mich am Wasserhahn neben dem Wohnmobil. Während Herbert fürs Abwaschen unterwegs ist, werde ich von einer Horde Meerkatzen überfallen. Sie turnen auf dem Auto herum, springen ins Fahrerhaus, versuchen, die Handtücher von der Leine zu zerren, kurzum, sie sind überall. Nur mit Mühe gelingt es mir, sie zu verjagen.
Wir fahren in den Wetland Park, besuchen noch einmal Missions Rock und erreichen gegen Mittag Cape Vidal. Der Strand liegt herrlich und ist erstaunlich gut besucht. Einige Gäste baden in den Wellen, obwohl der Himmel trüb und der Wind stürmisch ist. Auf dem Parkplatz treffen wir einen Hochseeangler mit seiner Beute. Zwei prächtige Doraden hat er gefangen und lässt sich voller Stolz mit ihnen fotografieren. Hinter den Dünen ist ein Feriendorf angelegt, das wir durchstreifen, weil ein Cache versteckt sein soll. Die Meerkatzenkolonie, die hier wohnt, ist besonders dreist. Als ich eine Affenmutter fotografieren will, die ihr winziges Baby laust, springt ein anderer Affe dazwischen und verjagt Mutter und Kind. „Blöder Affe!“, schimpfe ich. „Krch, krch!“ faucht der Affe zurück. Ja, geht’s noch!
Mit Blick auf die Uhr brechen wir die Suche ergebnislos ab, denn wir wollen vor Einbruch der Dunkelheit in Ballito sein. Kaum sitzen wir im Auto, beginnt es zu regnen. Es wird dunkel, der Himmel öffnet seine Schleusen, die Scheibenwischer arbeiten im Akkord. Daran ändert sich auch nichts, als wir in Ballito eintreffen.
Das Dolphin Resort sollte sich beim ADAC um fünf Sterne bewerben. Die Sanitäranlagen sind hell, intakt und sauber, das Wasser ist kuschelig warm. Doch die Lage des Platzes ist gewöhnungsbedürftig. Gleich daneben ragen Betonbauten mit Ferienwohnungen bis zu siebenstöckig in die Höhe. Man hört zwar das Meer, aber sehen kann man es nicht. An der Rezeption wird uns ein Restaurant im Einkaufszentrum empfohlen, das wir zu Fuß über eine belebte Straße erreichen. Wir ziehen unsere Regenjacken über und essen im „Mozambik“ ausgezeichnet zu Abend, Herbert ein Riesensteak und ich ein schmackhaft zubereitetes Doradenfilet.
Es ist schwierig, bei dem anhaltenden Regen unsere Miniwohnung nicht zu sehr in Mitleidenschaft zu ziehen. Beim Einsteigen tragen wir nassen Sand hinein, wir wissen nicht, wo wir die nassen Jacken trocknen können. Irgendwie gelingt es uns, den Campingtisch hineinzustellen, uns dahinterzuklemmen, Fotos zu übertragen und im Internet nach Mails und Kommentaren zu schauen. Wir sind ein bisschen enttäuscht, weil keine Reaktionen eintreffen.
In der Nacht trommelt in Abständen Regen aufs Dach, auch heute Morgen regnet es weiter. Herbert trägt das Frühstücksequipment ins sogenannte Café unters Dach, so dass wir im Trockenen frühstücken können. Wir planen unseren weiteren Weg und die Stationen. Hoffentlich lässt der Regen nach. Vor allem Lesotho liegt uns am Herzen, denn wolkenverhangen und hinter Regenschleiern taugt die beste Aussicht nichts.
Die Natur kommt in diesem Ort eindeutig zu kurz. Stattdessen werden kostspielige Vergnügungen wie Tandemspringen, Paintballschießen, Tauchlehrgänge und Ethno-Führungen angeboten. Wir wandern auf Holzbohlen vor den Betonburgen zwei Kilometer am Strand entlang. Das Meer ist aufgepeitscht, immer wieder brechen sich die Wogen an den vorgelagerten Felsen. Nach einem kleinen Imbiss in einer Gaststätte direkt am Strand laufen wir zurück. Am Nachmittag setzen wir uns bei hoher Flut an den Strand und schauen den wagehalsigen Manövern der Wellenreiter zu.
Es hat seit heute Vormittag nicht mehr geregnet, bis zu ihrem Untergang schien sogar die Sonne. Wir freuen uns natürlich, dass zumindest in dieser Gegend dringend gebrauchter Regen fällt, aber für unsere Behausung ist dieses Wetter nicht geeignet.

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Ich wusste gar nicht, dass Doraden so groß sein können!

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Cape Vidal kurz vor dem großen Regen

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Typischer Urlaubsort - fast wie am Mittelmeer

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Waghalsiger Wellenreiter

28. Oktober:
Von 0 auf 1685 in fünf Stunden


Bei strahlendem Sonnenschein brechen wir in die Midlands auf, wie die Vorgebirge im Schatten der Drakensberge heißen. Die Straße führt vorbei an Holzplantagen, eingezäunten Viehweiden, kleinen Waldstücken und riesigen Grasflächen, durch die an einigen Stellen das gelbe oder rote Erdreich schimmert. Vom Meer bis auf 1685 m.ü.NN. schleichen wir oft im zweiten Gang, denn die Aufstiege sind heftig. Das Auf und Ab der Straße lässt uns immer wieder auf eine atemberaubend schöne Landschaft blicken. In Underberg – nein, hier wird kein Magenbitter destilliert – kaufen wir Proviant für die Tage in Lesotho ein und tanken das letzte Mal vor dem Ende unserer Reise voll.
Dragon`s Restcamp liegt einige Kilometer entfernt von Underberg und bietet eine phantastische Aussicht auf die Drakensberge. Es ist trotz der Abgeschiedenheit alles da, was ein Camperherz erfreut: Herrliche Aussicht, heißes Wasser, Elektrizität, Sanitäranlagen und viel Platz. Leider ist alles stark vernachlässigt, der Männerbereich verschmutzt, eine Schande für dieses idyllische Plätzchen. Der Boden ist mit Gras und kurzen Bodendeckern bewachsen, man kann barfuß laufen, ohne schmutzige Füße zu bekommen. Ist das schön! Wir sind außer einem Dauercamper die einzigen Gäste und entscheiden uns für die Stelle mit der besten Aussicht.
Abends zünden wir ein Lagerfeuer an, das letzte Mal in Südafrika, denn in Lesotho gibt es nach unseren Informationen kein Holz. So warm es tagsüber in der Sonne war, am Abend ist es lausig kalt. Zum Schluss wärmt nicht einmal mehr das Feuerchen, und wir ziehen uns ins Fahrzeug zurück. Morgen früh werden wir zu unserer Fahrt auf den Sani Pass starten und sind ein bisschen aufgeregt.

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Auf der Fahrt durch die Midlands

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Underberg hat sich ein Denkmal gesetzt

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Dragon's Restcamp: In der Ferne winken die Drakensberge
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29. Oktober:
Der Drache zeigt uns seine Zähne


Auf diesen speziellen Tag haben wir uns während unserer ganzen Reise gefreut. Für alle, denen lesen zu langweilig ist, hier noch einmal das Video: http://www.namibia-forum.ch/forum/27-routen/287850-video-fahrt-auf-den-sani-pass.html?limitstart=0&start=18

Noch liegt Nebel in den Talsenken, und die Drakensberge steigen schemenhaft aus dem Dunst. Es ist 6:00 Uhr morgens.

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Langsam hebt sich der Nebel

Heute endlich werden wir den spektakulären Sani Pass erklimmen, der nur mit hochgelegten Allradfahrzeugen befahren werden darf. Von Underberg bis auf den Scheitel sind siebenundfünfzig Kilometer zurückzulegen ein kurzes Stück weit auf Asphalt, dann jedoch auf trockener Lehm- oder Schotterpiste, die zeitweise Steigungen bis zu 33% aufweist, die den Motor fordern werden. Die Informationen in den Foren über die Auffahrt sind unterschiedlich und reichen von „Easy!“ bis „Ganz schön haarig!“ Wir sind gespannt, ob uns die berüchtigten Haarnadelkurven am oberen Ende Schwierigkeiten machen werden, von denen einige Forenmitglieder schreiben, sie hätten vor- und zurücksetzen müssen.

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Der Drache zeigt uns seine Zähne

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Das schwierigste Stück kommt zum Schluss

Wir legen viele Pausenstopps ein, um die Bergwelt zu bewundern und zu fotografieren. Auch wenn ich mich wiederhole: Die Ausblicke rauben uns den Atem, noch nie hatten wir ein solches Panorama vor Augen. Doch der Track bleibt nicht zahm, sondern verlangt von Fahrzeug und Fahrer Höchstleistungen. Bis zum Grenzposten der Südafrikaner lässt sich die Strecke ohne großen Aufwand bewältigen. Dann wird es sportlich. Der Track ist einspurig, die Ausweichstellen werden schmaler. Unzählige Felsbrocken liegen im Weg, dicke Felsplatten heben das Fahrzeug aus den Angeln, um die Haarnadelkurven rutschen wir auf Geröll, der Motor schafft es mit letzter Kraft, sie zu umrunden. Der Toyota Hillux zeigt, was er kann, doch ein paar PS mehr würden ihm die Arbeit erleichtern und unsere Nerven schonen. Ohne Low Gear und im ersten Gang hätte er einige besonders unfreundliche Kehren nicht geschafft.

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Wir schauen bis Underberg, das 57 km weit weg liegt

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Haarige Nadelkurven

Irgendwann, als wir genug von der Kurverei und Schaukelei haben, schaut das Dach der Grenzstation über die Bergkante, verschwindet wieder, doch nach einer weiteren Kurve ist es gut zu sehen – und dann haben wir es geschafft. Nach fünfeinhalb Stunden Fahrzeit inklusive Fotostopps reichen wir dem Grenzer auf dem Pass unsere Pässe. Wir sind aus eigener Kraft ohne Guide und gemieteten Fahrer in Lesotho angekommen! Darauf dürfen wir ein bisschen stolz sein. Das Gefühl, etwas Besonderes erlebt und geschafft zu haben, lässt uns leichtsinnig werden. Wir buchen für eine Nacht ein Rondavel mit Abendessen und Frühstück. Im Restaurant gibt es sogar einen Hot Spot von Vodacom, aber das alte Problem, uns nicht einwählen zu können, ist wieder da. Dabei wollte Herbert auf der Website von Geocaching signalisieren, dass er den Travel Bug im Cache auf dem Sani Pass abgelegt hat. Er lag nicht lange dort. Eine Deutsche, die nach Windhoek weiterreisen will, hat ihn wenig später mitgenommen.

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Aus Schrott werden seltsam klingende Instrumente

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Dieses Kultfoto ist ein Muss

Nachdem wir auf dem Plateau eine Zeitlang spazieren gegangen sind, mehrmals über die Kante geschaut haben, um uns beim Anblick der Serpentinen in unserem Hochgefühl zu sonnen, nehmen wir unsere Luxusbehausung in Beschlag. Wir laden sämtliche Fotos und die Filme der GoPro aufs Laptop, duschen ausgiebig und lümmeln uns auf die Luxusbetten. Bis zum Dinner haben wir viel Zeit.

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Innen sind sie kuschelig warm
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137 Beiträge · seit 201028. Nov. 2015 ·
Liebe Freshy,

bis jetzt bin ich "schwarz" mitgefahren, aber der letzte "Ritt" auf den Sani Pass lässt mich doch ein paar Worte verlieren. Toll habt Ihr das gemeistert, diese Steigungen mit einem Camper sind nicht grad ohne. Bin grad vor ein paar Wochen in den französischen/italienischen Seealpen offroad auf solchen Straßen (die berühmten Kammstrassen) mit entsprechend ausgesetzten und schmalen Stellen um zig Serpentinen gekurvt, und kann das gut nachvollziehen. Jedenfalls ist für mich ganz klar: Der Sani Pass muss auf die nächste Tour.

Letzten Dez./Januar waren wir 3 Wochen in S.A. unterwegs, unter anderem in der Nähe von Kosi Bay (Banga Neck), ein wunderbarer Fleck Erde. Allerdings mit Dachzelt, ist im Hochsommer auch schön luftig.

Bin sehr gespannt, wie es in Lesotho weitergeht (auch ein Ziel, das ich gerne einmal angehen möchte).
Danke für den spannenden Bericht, und das tolle Video, das eine sehr gute Vorstellung gegeben hat, wie es ist, dort hoch zu fahren.
Leider werden bis dahin wohl noch mindestens 2 Jahre vergehen (ich muss sparen 🙁 ), hoffenlich ist der Pass dann noch so wie auf Euren Bildern, und kein Asphaltband.

LG
Salome
49 Beiträge · seit 201328. Nov. 2015 ·
Hallo,

Tolle Reise.
Eine Frage: Was hatte das "Wohni" für ne Tagesmiete?

LG
Floh
Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201129. Nov. 2015 ·
Salome schrieb:Liebe Freshy,
bis jetzt bin ich "schwarz" mitgefahren, aber der letzte "Ritt" auf den Sani Pass lässt mich doch ein paar Worte verlieren. Toll habt Ihr das gemeistert, diese Steigungen mit einem Camper sind nicht grad ohne. Bin grad vor ein paar Wochen in den französischen/italienischen Seealpen offroad auf solchen Straßen (die berühmten Kammstrassen) mit entsprechend ausgesetzten und schmalen Stellen um zig Serpentinen gekurvt, und kann das gut nachvollziehen. Jedenfalls ist für mich ganz klar: Der Sani Pass muss auf die nächste Tour.
LG
Salome
Hallo Salome,
du bist nicht die einzige Schwarzfahrerin. Unterwegs hatten wir ebenfalls zwischendurch einen blinden Passagier. 😉
Es gibt einige Ecken während unserer Reise, von denen es sich zu träumen lohnt.

LG freshy
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Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201129. Nov. 2015 ·
Hallo Floh,
wegen der Kosten für das Fahrzeug schau doch mal auf die Website von Africamper. Es war irgendwas zwischen 110 und 120 Euro/Tag.
Wir hatten den Buschcamper G (oder Gen) 4.

LG freshy
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zuletzt bearbeitet 29. Nov. 2015
Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201129. Nov. 2015 ·
30. Oktober:
The Roof Of Africa


Wir haben schlecht geschlafen in dem weichen, viel zu warmen Bett unseres gut geheizten Rondavels. Herbert ist der Erste, der es nicht mehr aushält, und in die Dusche verschwindet. Draußen herrschen winterliche Temperaturen, die Windschutzscheibe unseres Fahrzeugs ist mit Eis überzogen.

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Gefroren hat es heuer!

Das Frühstück ist reichlich, auf einem kleinen Feuer köchelt sogar ein Potje mit Milliepap, dem Volksgericht, doch wir verzichten, halten uns lieber an die Pfannkuchen.
In Lesotho ist der Weg das Ziel. Unser Fahrzeug passt seine Geschwindigkeit der dünnen Höhenluft an, oftmals scheint ihm die Puste auszugehen. Wir kommen nur langsam voran und haben viel Zeit, diese exotische Welt, durch die wir fahren, mit Staunen zu betrachten.

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Bei dieser Ruine sollte ein Geocache versteckt sein - doch wir finden ihn nicht

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Tapfer strahlendes Pflänzchen

Kurzfristig entschließen wir uns, nicht direkt nach Thaba Tseka zu fahren, sondern einen Umweg über das Dach Afrikas zu machen, der einen Tag länger dauert. Bis Mokhotlong gibt es eine nagelneue Asphaltstraße, an der Arbeiter noch Feinarbeiten erledigen. Ihre asiatischen Gesichtszüge identifizieren sie als Chinesen. Ob den Basotho, den Menschen in Lesotho, klar ist, dass die Chinesen im Monopolispielen nicht zu schlagen sind?
Wir lernen die extreme Bergwelt des Landes kennen, die Straßen führen uns steil bergauf bis auf 3250 m.ü.NN. und wieder bergab, die Kurven kommen nicht nur einmal unvermittelt und haben einen engen Radius.

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Der höchste von 4 Pässen an diesem Tag

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Ein häufiges Bild auf unserer Fahrt durch Lesotho

Es geht durch abgeschiedene Bergdörfer, in denen sich die Menschen gegen die Kälte in Wolldecken wickeln und Skimützen tragen, die nur die Augen offen lassen. Sie sind von Bankräubern kaum zu unterscheiden. In den tiefen Lagen, etwa ab 2000m, wird Ackerbau betrieben. Hier werden zwei oder vier Ochsen vor den Pflug gespannt. Traktoren sind eine Seltenheit, hätten an den Steilhängen auch keine Chance. Höher hinauf bewachen Hirten ihre Schafe, Ziegen und manchmal Kühe, die bis in schwindelerregende Höhen ihr Futter suchen. In dieser lebensfeindlichen Bergwelt sind Pferde, Mulis oder Esel als gängige Transportmittel und Lastenträger im Einsatz. Frauen und Mädchen sind zu Fuß unterwegs, tragen schwere Lasten auf dem Kopf. Meist sind sie es, die das Wasser in Kübeln von weit her holen müssen.
Sobald wir fotografieren wollen oder nur anhalten, kommen Kinder und junge Männer herbeigerannt, halten die Hand auf oder betteln nach Zigaretten. Wir fahren an einer Diamantenmine vorbei, die die Landschaft total verschandelt. Riesige Abraumhalden und künstliche Teiche bestimmen neben den Förderanlagen und den Unterkünften der Mitarbeiter das Bild.

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Ich will nicht darüber nachdenken, was in den Fässern war

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Das Blau ist verdammt unnatürlich

Gegen Nachmittag suchen wir eine Bleibe, was gar nicht so einfach ist, denn Campingplätze sind dünn gesät. In Liphofung, das für seine Felsmalereien der San bekannt ist, finden wir beim Informationszentrum, im Bereich einer Lodge einen waagrechten Parkplatz und dürfen in einer leeren Hütte die Sanitäranlagen benutzen. Bis weit nach Sonnenuntergang hören wir die Stimmen der Menschen, die am gegenüberliegenden Hang wohnen. Sie unterhalten sich, lachen und singen, Kinder toben und schreien und Hunde bellen. Wir wähnen uns in einer archaischen, friedvollen Welt.

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Das Höhenprofil unserer heutigen Tour
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31. Oktober:
Ein langer Fahrtag durch das „Kingdom Of The Sky“


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Immer wieder herrliche Ausblicke

Mit Recht trägt Lesotho diesen Namen, denn wir haben schon gestern respektable Pässe überwunden, und der heutige Tag lässt sich in dieser Hinsicht auch nicht lumpen. Beginnen wir doch mit dem Frühstück, das uns mit einem Wasserrohrbruch in dem Rondavel überrascht, das wir freizügig genutzt haben. Zu unserem Entsetzen prasselt heißes Wasser dampfend aus dem Reetdach. Herbert stellt in Eile den Warmwasserbereiter und den Haupthahn ab.

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Das Rondavel rechts diente uns als Sanitärgebäude

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Bauernhof am Hang gegenüber

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Jede Behausung hat ein Klo mit Abluft

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Pflügen mit zwei Ochsenstärken

Wir statten den Felszeichnungen der San einen Besuch ab und drehen die Räder Richtung Passstraße. Oftmals haben wir den Eindruck, als läge das ganze Land tief unter uns, und über uns gäbe es nur die Weite des Himmels, der sich heute mit malerischen Wolken schmückt. Die Straßenführung ist höchst anspruchsvoll, mehrmals lassen uns gefährliche Situationen aufgrund der Unvernunft anderer Fahrer aufschrecken. Auf einer der Steigungen marschiert eine Gruppe Menschen bergauf! Wo wollen die nur hin, hier gibt es doch nichts?! Wir werden angehalten, man ruft uns etwas zu, das wir nicht verstehen. Wenige Meter später bemerken wir, dass auf der hinteren Stoßstange links und rechts je ein blinder Passagier mitfährt. Sie springen ab, als in einer weiten Kurve ein Bustaxi steht, werden von dessen Fahrer mit Hallo empfangen. Wir vermuten, einige Fahrgäste mussten aussteigen, weil das Gefährt sonst die Steigung nicht geschafft hätte.

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Passstraße durch eine lebensfeindliche Bergwelt

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Einer der blinden Passagiere

Wir fahren am spektakulären Katse Stausee vorbei, verpassen leider die Abfahrt zur Dammbesichtigung und nehmen den nächsten Pass in Angriff.

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Der Katse Dam

Ab hier müssen wir mit Gravel zufrieden sein, doch der Untergrund ist besser als befürchtet. In Thaba Tseka biegen wir Richtung Nordwesten ab, sind damit wieder auf Asphalt und erreichen gegen 17:00 Uhr Marakabei, wo wir bei der Lodge am Fluss eine Campingmöglichkeit mit Rasenboden unter ausladenden Bäumen finden. Wie in Liphofung existieren zwar keine Sanitäreinrichtungen, aber wir dürfen in einer unbewohnten Hütte duschen. Leider müssen wir auch an dieser Stelle kritisieren, dass die Anlagen verwahrlost und nicht sauber sind. In dieser Hinsicht gibt es im südlichen Afrika noch viel zu tun. Wir bestellen ein Abendmenü, Suppe, Beef mit Gemüse und Salat, Nachtisch, an dem es nichts zu meckern gibt, und das für uns beide umgerechnet nur neun Euro kostet!

Eine Landkarte mit unserer 6-Pässe-Tour:

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zuletzt bearbeitet 30. Nov. 2015
4’388 Beiträge · seit 201530. Nov. 2015 ·
....."Ob den Basotho, den Menschen in Lesotho, klar ist, dass die Chinesen im Monopolispielen nicht zu schlagen sind?"

...das ist eine sehr gute Frage!
Gruß
Friederike
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