THEMA: Mit dem Reisebus zum Nordkap.
02 Jul 2020 17:34 #591367
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Hallo Burkhard,

vielen Dank für Dein Lob!
Es freut mich, wenn ich Deine Erinnerung ein wenig auffrischen konnte!

LG
Dieter
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02 Jul 2020 17:41 #591368
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Tag 16

Vor dem Frühstück machte ich meine morgendliche Runde. Ich war noch nicht ganz vor dem Hotel, als jemand rief: „Hallo Dieter, guten Morgen. Schon wieder auf Achse?“

Alter Schwede! Schlafen Spanner denn überhaupt nicht? Verfolgen die mich selbst morgen um 6 Uhr?

Susanne hing hoch oben halb aus dem Fenster und winkte mir zu.

„Pass auf, dass du nicht rausfällst!“

Dem Ort konnte man bei allem Wohlwollen nichts Positives abgewinnen. Irgendwie spiegelte sich der Zustand meines Bades im Ort wider. Insgesamt machte alles einen recht trostlosen Eindruck. Nach 20 Minuten war ich daher schon zurück und traf auf Bernhardine, die mir entgegenkam.

„Das kann man hier knicken. Hier ist ja gar nichts.“

Das traf den Nagel auf den Kopf.







Zunächst gab es jedoch ab 6.30 Uhr Frühstück, welches wiederum ausgezeichnet war. Bereits um 7.30 Uhr fuhr der Bus los. Tschüss Sandnessjoen. Du bist nicht unbedingt eine Schönheit.

Als erstes sahen wir jedoch die Gebirgskette „Sieben Schwestern“. Die Geschichte hierzu hatten wir ja bereits gestern von Sören erzählt bekommen. Den ersten Halt am heutigen Tag verbanden wir bereits um kurz nach 8 Uhr mit einem Besuch der Kirche von Alstahaug ein. Es bestand die Möglichkeit die Kirche auch von innen zu besichtigen.

Gegen 8.45 Uhr waren wir am ersten Fähranleger in Tjotta.







Eine Viertelstunde später legte die Fähre ab. Die Überfahrt bis Forvik dauerte 20 Minuten. Bei dieser Überfahrt sahen wir nochmals die „Sieben Schwestern“ – eben aus einer anderen Perspektive. Hinten links an der Reling stand Hermann und - fotografierte wieder. Was geht denn hier ab?

„Ich denke, du hast kein Ladegerät mit?“

„Doch, na klar, das habe ich immer mit.“

Also gut, lassen wir das.

Nun ging es noch gute 20 Minuten weiter bis zum nächsten Anleger in Anddalsväg. Um von hier die nächste Fähre nach Horn zu nehmen.

Die nächste Station auf unserer Route war ‚Torghatten‘. ‚Torghatten‘ ist ein riesiges Loch in einem Felsen. Man kann zu Fuß auf den Berg kraxeln und auch bis in dieses Loch hineinwandern. Sören kannte eine Alternative für die Leute, die keine Ausbildung als Bergziege haben. Es gibt einen ebenerdigen Weg, der um den Berg herumführt. Man kommt von hier zwar nicht an das Loch heran, aber man kann es, wenn auch weit weg, gut erkennen. Ungefähr 20 Leute bevorzugten den steilen Aufstieg. Allen voran – Hermann.

Sören bestimmte wieder das Tempo für die restlichen Mitreisenden. Und das war nicht von schlechten Eltern. Es gab trotzdem keine Ausfälle. Alle erreichten den Bus pünktlich zur Abfahrt um kurz vor halb eins.


Mit meinem Objektiv war da nicht mehr herauszuholen. Das war Luftlinie geschätzt 1 km dazwischen.


Die letzte Fähre des heutigen Tages befuhren bzw. beliefen wir um 13.30 Uhr.



Nach einer halben Stunde Überfahrt ging es noch gute zwei Stunden per Bus weiter. Jürgen achtete penibel auf die Lenkzeiten. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, wo er ein Päuschen brauchte.

Gegen 16 Uhr steuerten wir noch das kleine Restaurant Snåsakroa an. Leider kamen wir wohl einige Minuten zu spät. Kurz vorher ist scheinbar ein Bus mit 50 Holländern eingetroffen. Die Meisjes blockierten die einzige Toilettentür und unsere Frauen mussten sich brav hinten anstellen.

Die Männer standen Schlange vor der Kasse. Geschätzte 20 Holländer hatten jeweils zwei Eis in der Hand und jeder zahlte mit Kreditkarte. Ich konnte mir ausrechnen, wann ich wohl an die Reihe kommen würde. Da kam aus dem Küchenbereich eine weitere Ange-stellte und hantierte hinter der zweiten Kasse unter der Theke herum. Mutig marschierte ich an der Schlange vorbei und fragte sie, ob sie mir etwas zu essen bringen könnte oder ob ich mich auch einreihen muss. Kein Problem. Sie machte mir einen Hot Dog und zapfte mir ein Bier. Damit bewaffnet, verzog ich mich nach draußen auf die Terrasse unter einen Sonnenschirm. Das sieht man bei mir selten. Die Sonne knallte vom wolkenlosen Himmel. Es herrschten Temperaturen wie im Süden. Umso köstlicher empfand ich das kühle Bier.

Nach diesem Aufenthalt ging es schnurstracks Richtung Trondheim.

Bevor wir zum Hotel fuhren, fuhren Jürgen und Sören mit uns zum Abendessen. Es stand uns noch ein ‚Highlight‘ bevor. Heute kamen wir in den Genuss, in dem Lokal auf dem Fernsehturm von Trondheim zu speisen. Um 19 Uhr fuhren wir mit dem Fahrstuhl nach oben. Hier waren einige Tische für uns reserviert. Das Essen war spitze und die gigantische Aussicht tat ihr Übriges, um diesen schönen, aber anstrengenden Tag zu beenden.







Letzte Änderung: 02 Jul 2020 17:52 von Papa Kenia.
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03 Jul 2020 21:08 #591464
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Tag 17

Das Zimmer war zwar klein, für eine einzelne Person jedoch völlig ausreichend. Nach dem ersten Halbschlaf wurde ich gegen 1.00 Uhr von dem Ständchen eines Dudelsackspielers geweckt. So schallisoliert waren die Fenster nun doch nicht. Der Spieler beherrschte sein Instrument und es klang gar nicht schlecht. Aber nachts um eins? Es war doch eine ziemliche Geräuschkulisse, die von unten hoch drang. Irgendwo musste ganz in der Nähe noch ein Pub sein. So schlief ich doch relativ schlecht und stand um 5.15 Uhr schon wieder auf.

Das Hotel war irre eingerichtet. Plüsch und Plösch. Selbst auf den Etagen. Gelbe Decken, hellblaue Wände, lila- oder pinkfarbene Sessel und bunte, 10farbige Teppiche. In der Lobby das gleiche: Pink mit gelb und rot; lila und türkis im krassen Disput mit ocker-farbenen Glanztapeten aus den 70ern. Das war eine Farbexplosion. Es hatte trotzdem das gewisse Etwas. Auch wenn es ein wenig gewöhnungsbedürftig war.







Um viertel vor sechs trat ich vor die Tür. Trondheim, ich komme. Es war mild. Sonne und Wolken wechselten sich ab und mein Weg führte mich zum Hafen.

Sören hatte uns gestern erzählt, dass Bergen und Trondheim im ewigen Streit darüber lägen, welches denn wohl die schönere Stadt sei. Dass sich Trondheim in die vorderste Reihe drängte, konnte ich gut nachvollziehen. Die Gegend am Hafen bot eine Bilderbuchkulisse. Es reihte sich wieder ein Fotomotiv ans andere. Hier wäre ich gerne noch eine Stunde länger geblieben. Aber mich fragt ja keiner.











Das Frühstück rief. Und ein nicht enden wollenden Tag. Nur, das wusste noch keiner.

420 km lagen heute vor uns. Packen wir es an! Auf zu neuen Taten.

Zunächst gab es eine Stadtrundfahrt durch Trondheim. Während der Tour stiegen wir bei der Kristiansten Festung aus, um diese Anlage zu besichtigen. Die Festung, die im Jahre 1685 fertiggestellt wurde, liegt auf einem Hügel im Osten der Stadt. Die Besichtigung der Anlage ist in gut 45 Minuten machbar. Spektakulär ist diese Festung allerdings nicht. Der Blick auf die Stadt entschädigt dafür.









Nach der Besichtigung steuerte Jürgen den Bus von der Anhöhe wieder runter in die City. Dort stiegen wir aus und Sören unternahm mit uns einen Fußmarsch durch die historische Altstadt. Zum Schluss kamen wir über die alte Stadtbrücke Gamle Bybrua, die über den Fluss Nidelva führt. Die dunkelrote Torkonstruktion der Holzbrücke erinnerte mich ein wenig an China. Von der Brücke aus hat man einen schönen Blick auf die auf Stelzen gebauten Speicherhäuser. Den Versuch, diese Brücke ‚Touristenfrei‘ abzulichten, habe ich allerdings sehr schnell aufgegeben. Unser Rundgang endete am Nidaros-Dom. Unser Busunternehmer hatte für die Dombesichtigung eine Domführerin engagiert.













Die Besichtigung war hochinteressant. Bei der Kirchenführerin handelte es sich um eine deutsche Studentin. Sie hatte sich allerhand Wissen angeeignet. Es war sehr informativ und kurzweilig. Leider war absolutes Fotografierverbot. Der Dom an sich ist innen sehr prunkvoll. Es ist die bekannteste Kirche Norwegens.

Nun stand uns noch eine Stunde zur freien Verfügung. Die Meisten schlenderten Richtung Zentrum zum Torg Shopping Center, welches nicht weit vom Dom entfernt ist. Hier bestand die Möglichkeit in den vielen Geschäften ein wenig Geld zu lassen oder einen Happen zu essen.

Sobald wir im Bus saßen und Trondheim verließen fing es an zu regnen. Es folgten noch zwei weitere Stopps und gegen 16.30 Uhr erreichten wir den Ort Lom. Dieser Abstecher stand eigentlich gar nicht auf dem Programm. In Lom steht eine wundervolle Säulenstabkirche. Die Kirche wurde um 1200 gebaut.

Frei nach Hille: „Was meinst du, wieviel Kirchen ich schon gesehen habe“, verzichtete ich darauf, die Kirche von innen zu besichtigen. Ich blieb also draußen und bemühte mich, die Kirche ohne Menschen abzulichten.







Der Ort an sich ist sehr touristisch angehaucht. Hier leben rund 2400 Einwohner. Neben der Stabkirche soll das Freilichtmuseum sehenswert sein, welches aus einigen Bauernhäusern besteht. Am Ortsausgang schießen ziemliche Wassermassen des Flusses Bøvra unter der Straßenbrücke her. In diesem Verlauf gibt es auch einen der kleineren Wasserfälle, den Prestfossen.

Angeblich hat Lom aufs Jahr gesehen eine sehr geringe Niederschlagsmenge. Da waren wir wohl zur falschen Zeit am falschen Ort. Der Himmel verdunkelte sich zusehends. Jürgen und ich saßen bereits im Bus als es begann wie aus Eimern zu schütten. Die anderen hatten von der Kirche doch gut 200 Meter zurück zu legen, sodass sie doch ziemlich nass wurden.

Um 20 Uhr landeten wir endlich am Hotel. Die Lage des Hotels ist richtig idyllisch. Es liegt in einem Talkessel und wird durch hohe Berge eingerahmt. Vor dem Hotel verläuft die Hauptstraße und dort befinden sich die auch die Parkplätze. Hinter dem Hotel liegen der Nordfjord und der Loen-Fluss. Hier gibt es einen Wanderweg direkt am Wasser entlang. Dieses Hotel sollte nun für zwei Nächte unser Zuhause sein.

Zunächst hieß es, Koffer auf die Zimmer bringen. Das war eine ganz schöne Wuchterei. Denn dieses Hotel hat keinen Aufzug. Mein Zimmer lag nach hinten raus. Also mit Blick auf den Fjord. Viel Zeit, um das Zimmer oder die Aussicht zu bewundern blieb jedoch nicht, wir mussten sofort zum Abendessen durchstarten. Heute war nichts mehr mit ‚Aufhübschen‘.

Das Restaurant liegt im ersten Stock. Für jede Reisegruppe waren hier Tische reserviert. Trotz der Geräuschkulisse war es sehr gemütlich. Die Bedienung war superfreundlich. Die Essensauswahl war reichhaltig. Es schmeckte allen sehr gut.

Die wenigsten machten noch auf einen Rundgang durch die nähere Umgebung. Die Strapazen des Tages forderten ihren Tribut. Viele gingen sofort aufs Zimmer.

Die ganz Harten, nämlich Steffi und Claudia, sowie Peter, Harald, Hille und ich blieben noch in den Gesellschaftsräumen auf einen Absacker sitzen. Gegen 21.30 Uhr begann eine Band zu spielen. Allerdings in einer Lautstärke, dass einem die Ohren wegflogen und wir bis ans andere Ende des Saals flüchten mussten. Hier schmeckte uns das Bier genauso gut. Und die gespielten Oldies, nun in erträglicher Lautstärke, brachten noch mal Schwung in den Abend.

Irgendwann reichte es. Die Bettschwere holte uns ein.
Letzte Änderung: 03 Jul 2020 21:16 von Papa Kenia.
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04 Jul 2020 13:31 #591493
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Hallo Dieter,
Du brichst mir mit Deinem Reisebericht fast das Herz................fast 20 Jahre lang habe ich oft auch 2x im Jahr, Urlaub in Norwegen gemacht. Wir sind auch viel mit einem Boot in den Schärengärten längs der Küste unterwegs gewesen. Wenn ich jetzt Deine Fotos, das viele Wasser, die bunten Häuser, die Berge, die Weite der Fjorde sehe....schluck....
....aber Du darfst trotzdem weiterschreiben!
Danke für Deine Mühe!
Viele Grüße
Friederike
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06 Jul 2020 07:07 #591572
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Hallo Friederike,
es freut mich, dass ich Dich innerlich ein wenig positiv aufwühlen konnte! Für mich war Norwegen ja Premiere, aber ich muss gestehen, das Land hat etwas. Wow!

Es geht heute Nachmittag auch weiter.

LG
Dieter
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06 Jul 2020 17:09 #591614
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Tag 18

Am nächsten Morgen ließ ich es langsam angehen. So viel Sehenswertes gab es in dieser Umgebung nicht. Und der Himmel war wieder einmal grau in grau. Die Wolken hingen fast bis ins Schlafzimmer. Nach einem erstklassigen Frühstück führte uns unsere Fahrt zunächst zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Geirangerfjord. Wir hielten in einer Parkbucht, von wo aus man einen schönen Blick auf den Fjord hat. Es war sehr nebelig. Innerhalb von Sekunden wurde es heller und der Nebel vorzog sich ein wenig. Man konnte den Fjord nun doch besser erkennen. In weiter Ferne fuhr ein Kreuzfahrt-schiff. Petrus meinte es heute leider nicht gut mit uns. Dieser Blick auf den nebeligen Fjord blieb nicht die einzige Enttäuschung für heute.

Um 10.20 Uhr erreichten wir den ersten kleinen Fähranleger in Stranda, von wo aus die Fähre nach Liabygda übersetzte. Die Fahrt dauerte aber nur 10 Minuten.

Mit dem Bus ging es weiter am Storfjord vorbei bis nach Sjoeholt. Nachher kamen wir am Romsdalsjfjord vorbei und nahmen danach Kurs auf Åndalsnes. Von dort fuhren wir über die 63 Richtung Trollstigen, was übersetzt ‚Troll-Leiter‘ heißt.

Bevor es die Bergstraße hinauf ging, hielten wir kurz an und konnten einige Landschaftsfotos schießen und Aufnahmen vom Stigfossen machen.



Nun ging es den Trollstigen hoch. Diese Strecke ist eine echte Herausforderung für jeden PKW Fahrer. Und erst recht eine Herausforderung für jeden Busfahrer oder Personen, die mit PKW und einem Wohnanhänger hinten dran hier hochfahren wollen.

Das war nichts für schwache Nerven. Elf Haarnadelkurven warteten auf uns. Jürgen meisterte die Kurven vorbildlich. Auf halber Strecke gibt es eine Natursteinbrücke. Unter der Brücke hindurch sprudeln die Wassermassen des Wasserfalls Stigfossen. Den hatten wir von einigen Minuten bei unserem letzten Halt fotografieren können.

Zwei Sitzreihen vor mir im Bus zog sich Manuela ein Handtuch über den Kopf. Zunächst dachte ich, dass ihr schlecht wäre. Im Nachhinein erfuhr ich jedoch, dass sie wegen ihrer Höhenangst das Elend da draußen nicht mit ansehen konnte. Man muss sich nur zu helfen wissen.

Oben angekommen, bekam Jürgen Beifall. Die Tour endete auf dem riesigen Parkplatz des Trollstigen Cafés. Hier konnte man viel „Nichts“ sehen. Dunkle Wolken und dicke Nebelschwaden vermiesten uns die Laune. Es gibt hier zwar zwei oder drei Aussichts-plattformen. Die Gischt des Wasserfalls sorgte aber dafür, dass man blitzartig feucht war und nur Nebelschleier sah. Gift für die Elektronik der Kameras war es alle Male. Also konzentrierten sich viele auf die Toiletten, den Souvenirshop und das Café. Nach einer einstündigen Rast ging es bereits wieder langsam zurück zum Hotel. Gott sei Dank mussten wir nicht die gleiche Strecke zurückfahren wie wir gekommen waren.









Unser nächstes Ziel war Gudbrandsjuvet, einer der bekanntesten Wasserfälle Norwegens. Eine eigenartige Geländerkonstruktion sichert den Weg, der in Schlangenlinien zu diversen Plattformen führt, von denen man gut in die 25 Meter tiefe Schlucht sehen kann.







Nach diesem Aufenthalt machten wir uns auf den Heimweg und fuhren nach Linge. Unterwegs gab es noch einen Stopp am Flydalsjuvet Aussichtspunkt mit Blick auf Geiranger und den Geirangerfjord.





Von Linge aus benutzen wir letztmalig eine Fähre nach Eidsdal, um von dort aus schnurstracks nach Loen durchzustarten, wo unser Bus um 18 Uhr am Hotel eintraf.

Insgesamt sieben Reisebusse parkten auf den Parkplätzen beim Hotel. Wobei es aber durchaus sein kann, dass nicht alle Fahrgäste hier im Loenfjord wohnten, sondern vielleicht auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wo das Schwesterhotel liegt.







Das Hotelpersonal hat wohl keine Probleme, mit solchen Touristenmassen fertig zu wer-den. Für jede Reisegruppe waren per Tischkarten Plätze reserviert, sodass es kein Gedränge um die Plätze gab.

Nach dem Essen machten wir noch einen Verdauungsspaziergang entlang des Fjordes um anschließend ganz in Ruhe den Tag ausklingen zu lassen. Na ja, so ruhig nun auch wieder nicht. Denn schließlich ging der Urlaub nun mit Riesenschritten seinem Ende entgegen.

Und so saßen Steffi und Harald, Manuela und Hans, Claudia und Peter sowie Hille, Hermann und ich noch eine ganze Weile zusammen. Hille gab ein paar Stories ihrer Mehrfachehen zum Besten. Mit welchem ihrer Männer sie wo gewesen ist und was sie dort erlebt hat. Geografisch kam sie ins Schleudern. Der Tafelberg lag plötzlich in Brasilien und der Kilimanjaro in Indien. War es das Alter? Oder der Alkohol? Hille langte an diesem Abend ganz schön zu. Wenn ihre Geschichten wirklich wahr waren, dann hat sie bei jedem Verlust ihrer Ehemänner einen ganz schönen Schnitt gemacht.

„Kohle habe ich genug. Aber ich brauche mal wieder einen Mann. Nicht für’s Bett. Der soll mir den Garten umgraben.“

Siehst du, Hille, da hatte ich doch den richtigen Riecher! Von wegen ‚du sollst es gut bei mir haben‘.
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