chriboehmThemenstarter133 Beiträge · seit 202413. Juli 2026 ·
Hallo,
ich werde es nicht schaffen heute einen neuen Bericht einzustellen, da ich noch 2 Meetings habe, auf die ich mich vorbereiten muss. Ja der Alltag hat einen wieder. 🙁
Wir hatten aber auch ein paar Videos gemacht und da ich nicht genau wusste, wie das geht und ob das meine Berichte zerschießt, wollte ich diese nicht in den bisherigen Bericht einbauen, sondern sie kommen hier separat.
chriboehmThemenstarter133 Beiträge · seit 202414. Juli 2026 ·
Kolmannskuppe und ab auf die Ranch
Heute hieß es noch früher aufstehen als gewöhnlich, denn wir wollten unbedingt bei gutem Licht an der Geisterstadt Kolmannskuppe ankommen. Also saßen wir direkt zum Frühstücksbeginn am Tisch und legten bereits los, während die nette Dame noch damit beschäftigt war, die letzten Speisen aufzubauen.
Gestärkt ging es zunächst zum Spar, um endlich Streichhölzer zu besorgen. Schließlich wollten wir unterwegs auch einmal die Möglichkeit haben, uns einen Kaffee zu kochen. Nach einem kurzen Stopp an der Felsenkirche erreichten wir Kolmannskuppe.
Die ehemalige Diamantengräberstadt wurde 1909 gegründet und war zeitweise die reichste Stadt der Welt. Allerdings hielt dieser Reichtum nicht allzu lange an. Diamanten mögen zwar „a girl's best friend“ sein, aber leider sind auch die besten Freunde irgendwann aufgebraucht. Als die Vorkommen weniger wurden, verließen die Menschen die Stadt, und die Wüste begann langsam zurückzuholen, was einst ihr gehörte.
Es war faszinierend, durch die alten Gebäude zu streifen. Eine Eisfabrik, eine Schlachterei und das erstaunlich große Krankenhaus zeugten noch von der einstigen Blütezeit. Der Arzt, der Ingenieur, der Buchhalter, der Architekt und natürlich der Verwalter der Mine hatten jeweils eigene Häuser. Heute sind viele davon teilweise eingestürzt, mit Sand gefüllt oder von Tierspuren durchzogen.
Danach ging es langsam Richtung Norden, und es kam zu einem seltenen Ereignis: Regentropfen fielen auf unser Auto. In dieser trockenen Gegend fühlte sich das beinahe so an, als hätte jemand versehentlich den Wetter-Schalter betätigt. Bei ein paar Tropfen blieb es jedoch. Zum Glück fuhren wir nach Norden, denn im Osten sah der Himmel bedrohlich dunkel aus. Dort, wo wir vor zwei Tagen hergekommen waren, dürfte es tatsächlich geregnet haben.
Zwischendurch mussten wir wieder tanken, denn der Hilux hat durchaus Appetit. An der Tankstelle trafen wir erneut andere Reisende, denen wir bereits in zwei verschiedenen Lodges begegnet waren. Manchmal ist die Welt eben doch nur ein Dorf – selbst mitten in Namibia.
Außerdem brauchten wir neues Bargeld. Kleinstbeträge bezahlen wir ungern mit Karte. Zudem sind Trinkgelder in bar üblich. Am Geldautomaten zählten wir die ausgezahlten Scheine direkt nach und stellten erschrocken fest, dass 700 Namibia-Dollar – etwa 40 Euro – fehlten. Kurz sahen wir uns bereits in einer Diskussion mit der Bankfiliale unseres Vertrauens. Bei genauerem Hinsehen entdeckten wir jedoch, dass die fehlenden Scheine im Ausgabefach feststeckten. Also begann eine kleine Rettungsaktion, bei der wir die übrigen Geldscheine mühsam herausfummelten. Ende gut, alles gut.
Wir erwarteten unterwegs eigentlich nicht allzu viel und hielten an, um einige Strauße zu beobachten. Diese überraschten uns jedoch mit einer sehr privaten Vorstellung und waren offensichtlich damit beschäftigt, für die nächste Generation zu sorgen. Wir wünschen viel Erfolg und hoffen auf viele kleine Straußenküken.
Kurz darauf entdeckten wir in der Ferne eine Gestalt. Wieder nur ein Rindvieh oder doch etwas Spannenderes? Zu unserer Überraschung war es unser erster frei lebender Oryx außerhalb eines Reservats. Zwar sehr weit entfernt, aber wenn man schon einmal einen sieht, bleibt man natürlich stehen.
Wenig später trauten wir unseren Augen kaum: Keine zwanzig Meter neben unserem Auto lief ein Erdwolf entlang – die kleinste Hyänenart. Diese Tiere sind selten, scheu und für viele Besucher kaum zu Gesicht zu bekommen. Uns wurde diese Begegnung quasi auf dem Silbertablett serviert. Leider wollte der Erdwolf möglichst schnell Abstand zwischen sich und uns bringen, sodass wir nur wenige Fotos machen konnten. Diese wenigen Bilder sind für uns allerdings mehr wert als tausend gewöhnliche Aufnahmen.
Fröhlich ging es weiter, bis wir erneut eine Bewegung auf der Straße bemerkten. „Was ist das denn jetzt schon wieder?“ fragten wir uns. Diesmal war es nicht ein einzelnes Tier und auch kein Paar, sondern eine ganze Herde von etwa dreißig Oryx. Wahnsinn. Nach dem ersten Oryx des Tages schien plötzlich die gesamte Verwandtschaft zum Familientreffen erschienen zu sein.
Der Abzweig zu unserer Farm war anschließend nicht mehr weit entfernt. Doch beim Einbiegen zeigte das Navi immer noch 22 Kilometer bis zur Unterkunft an. So groß kann doch keine Farm sein, oder? Doch, sie kann. Und sogar noch größer. Die Weite hier lässt sich kaum beschreiben. Immer wieder begegneten uns frei laufende Oryx und Strauße auf dem Gelände.
An der Unterkunft angekommen, staunten wir nicht schlecht. Die Lodge Fest INN Fels auf der Ranch Koiimasis war direkt in die Felsen gebaut und verfügte über lediglich vier Bungalows. Unser Bungalow war wunderschön: ein großer Wohnraum und eine in den Fels gehauene Dusche. Mittlerweile kommen wir aus dem Staunen über die Unterkünfte Namibias kaum noch heraus.
Direkt nach der Ankunft unternahmen wir noch eine kleine Wanderung, um die Eindrücke des Tages zu verarbeiten. Hätten wir gewußt, dass es hier Leoparden gibt wären wir sicher vorsichtiger gewesen, aber wir wurden beruhigt, denn diese sind sehr weit weg von der Lodge und extrem scheu. Anschließend gingen wir zum Dinner, wo wir den ausgesprochen netten Besitzer kennenlernen durften und ganz nebenbei hervorragend gegessen haben.
Hallo Chris, einen Erdwolf zu sehen ist ja der Hammer! 🤩 Koiimasis hat uns auch sehr gefallen, wir waren allerdings auf der Campsite. Aber wir haben den Farm Drive mit Roland gemacht und gegen eine kleine Gebühr durften wir auch den Pool mit der tollen Aussicht genießen.
Danke fürs Weiterschrieben und liebe Grüße Johanna
Servus Chris, ein paar Deiner Bilder sind nicht in der richtigen Richtung. Vermutlich Handypics (?) Du musst die Bilder einfach 4x drehen und dann SPEICHERN. Dann sollte es passen. VG der bayern schorsch
chriboehmThemenstarter133 Beiträge · seit 202415. Juli 2026 ·
bayern schorsch schrieb:Servus Chris, ein paar Deiner Bilder sind nicht in der richtigen Richtung. Vermutlich Handypics (?) Du musst die Bilder einfach 4x drehen und dann SPEICHERN. Dann sollte es passen. VG der bayern schorsch
Hallo Bayern Schorsch,
danke für diesen tollen Tipp. Ich hatte mich schon gewundert warum einige Bilder im Hochformat richtig angezeigt wurden und andere nicht. Jetzt ist alles korrekt und sieht gleich viel schöner aus.
chriboehmThemenstarter133 Beiträge · seit 202415. Juli 2026 ·
JohannaHen schrieb:Hallo Chris, einen Erdwolf zu sehen ist ja der Hammer! 🤩 Koiimasis hat uns auch sehr gefallen, wir waren allerdings auf der Campsite. Aber wir haben den Farm Drive mit Roland gemacht und gegen eine kleine Gebühr durften wir auch den Pool mit der tollen Aussicht genießen.
Danke fürs Weiterschrieben und liebe Grüße Johanna
Wir waren mega beeindruckt von der ganzen Ranch und waren ein wenig traurig, dass wir nur eine Nacht dort waren. Eine zweite Nacht inkl Farmdrive oder Wanderung hätten wir sehr gerne gemacht,
Ja der Erdwolf war so mega. Wir hatten gefühlt immer wieder Glück mit unseren Sichtungen.
Diese Bilder sind aus dem fahrenden Auto entstanden und ein Zaun war im Weg. Meine Freundin hat da ihre ganze Klasse aufgebracht, um diese Bilder so gut zu schießen.
Nein, echt jetzt? Mal so eben einen Erdwolf „aus dem Handgelenk geschüttelt“ - wie toll ist das denn?!? Und dann auch noch so ein gelungenes Foto! Herzlichen Glückwunsch zu dieser absolut tollen Sichtung! 🙂
Liebe Grüße, Dorie (gerade ein wenig neidisch)
chriboehmThemenstarter133 Beiträge · seit 202415. Juli 2026 ·
Ja, der Erdwolf. Ich glaube, bis zum Etosha haben wir immer wieder über diese außergewöhnliche Sichtung gesprochen – und selbst gestern Abend kam das Thema wieder auf und ließ all die Erinnerungen lebendig werden.
Da fällt es fast schwer, den Reisebericht fortzusetzen, denn wir waren uns einig: Diese Begegnung wird wohl nur schwer zu übertreffen sein. Und trotzdem mussten wir natürlich weiterfahren. Die Reise war ja nicht zu Ende und abbrechen wollten wir nicht.
Wir waren auf jeden Fall gespannt was Namibia noch für uns bereit hielt.
Durch den Regen in die Wüste
Diesen Morgen konnten wir etwas ausschlafen, denn es lag nur eine vergleichsweise kurze Fahrstrecke vor uns. Trotzdem saßen wir bereits kurz nach 8 Uhr beim Frühstück und waren erstaunt, dass die anderen Gäste schon fertig waren und förmlich in den Startlöchern standen. Dabei hatten sie dasselbe Ziel wie wir und somit überhaupt keinen Zeitdruck. Manchmal hat man den Eindruck, dass manche Reisende nur noch eine Liste von Hotspots abhaken, statt die Reise wirklich zu genießen.
Beim Frühstück – unter anderem mit einer sehr leckeren hausgemachten Wurst – kamen wir mit dem deutschen Besitzer der Lodge ins Gespräch. Er erzählte uns einiges über seinen Werdegang und die Geschichte der Lodge. Es war beeindruckend zu hören, dass er die Anlage bereits seit 2006 betreibt und zuvor zwei Jahre lang praktisch alles selbst aufgebaut hat. Wenn man zwischen gemütlicher Terrasse, gepflegten Wegen und Gästehäusern sitzt, vergisst man leicht, wie viel harte Arbeit und Schweiß in einem solchen Projekt stecken.
Irgendwann mussten aber auch wir aufbrechen. Also wurden die Taschen gepackt, Abschied genommen und schließlich ging es in Richtung Gate. Unterwegs habe ich noch ein Zeitraffervideo aufgenommen, damit man einmal erahnen kann, wie riesig das Gelände tatsächlich ist. Und dabei zeigte das Video gerade einmal die Hälfte der Farm.
Auf dem Weg kreuzte zunächst ein Strauß unseren Weg. Ganz nach dem Motto „Ich habe Vorfahrt, ihr könnt warten“ joggte er federnd über die Straße. Wenig später blockierte eine kleine Gruppe Kühe die Piste. Auch sie schienen keinerlei Eile zu haben. Offenbar hatten wir versehentlich die afrikanische Version einer morgendlichen Rushhour erwischt.
Bei der Abfahrt begann es leicht zu tröpfeln. Der Lodgebesitzer beruhigte uns jedoch: Der Regen würde vermutlich nicht bis zu unserem Zielgebiet reichen, da wir in eine andere Richtung unterwegs seien. Also ließen wir uns Zeit und genossen die Fahrt. Dabei entdeckten wir eine kleine Oryxherde, in der sogar ein Kalb unterwegs war. Außerdem beobachteten wir einen stattlichen Bullen, der offensichtlich bereits bereit war, für weiteren Nachwuchs zu sorgen. Die von ihm auserwählte Dame schien diesen Plan allerdings nicht mit ihm abgestimmt zu haben und zeigte sich ausgesprochen desinteressiert.
Kurz darauf stand plötzlich ein ausgewachsener Rinderbulle direkt am Straßenrand – und zwar vor dem Zaun. Wir hielten an, nickten ihm freundlich zu und setzten unsere Reise fort. Man weiß ja nie, welche Kontakte man in Namibia noch brauchen könnte.
Später erreichten wir eine Tankstelle mit angeschlossenem Shop und Restaurant. Da wir hervorragend in der Zeit lagen, legten wir eine längere Pause ein. Der ausgezeichnete Kaffee und der leckere hausgemachte Kuchen hätten als Ausrede vollkommen gereicht. In Wahrheit hatte es uns aber vor allem das funktionierende WLAN angetan. Nach dem Tag in der abgelegenen Lodge mit schlechtem Empfang konnten wir endlich wieder Bilder hochladen und unsere Reiseberichte veröffentlichen.
Die Station selbst war überraschend liebevoll gestaltet. Zwischen alten Autos, kuriosen Dekorationsstücken und allerlei Sammelobjekten gab es viel zu entdecken. Dennoch lag der Ort gefühlt irgendwo zwischen „am Ende der Welt“ und „hier kommt selbst der Postbote nur auf Nachfrage vorbei“.
Als wir schließlich zur Weiterfahrt aufbrechen wollten, wurde der Himmel in Fahrtrichtung immer dunkler. Nicht einfach nur bewölkt – schwarz. Die Berge waren bereits komplett verschwunden, und immer wieder zuckten Blitze am Horizont auf. Uns war sofort klar: Wir würden direkt in die Regenfront hineinfahren.
Wenig später öffnete der Himmel sämtliche Schleusen gleichzeitig. Der Regen prasselte in einer Intensität herunter, bei der selbst gute Scheibenwischer an ihre Grenzen kommen. Wir waren jedenfalls froh, dass unser Fahrzeug entsprechend ausgestattet war. Die ohnehin schon rustikale Sand- und Schotterpiste verwandelte sich zunehmend in eine Schlammbahn. In solchen Momenten zeigt sich, warum man sich für einen Geländewagen entscheidet: 4x4 aktivieren, ruhig bleiben und weiterfahren.
Etwa eine Stunde lang begleiteten uns Regen, dunkle Wolken und immer neue Wasserlachen. Umso größer war die Erleichterung, als wir schließlich sicher die Desert Homestead Lodge erreichten, unsere Lodge für die nächsten beiden Tage.
Dort wurden wir wie gewohnt herzlich empfangen und zu unserem schönen Bungalow mit herrlichem Blick über die Savanne gebracht. Nach diesem wettertechnisch durchaus abwechslungsreichen Reisetag fühlte sich das besonders angenehm an.
Am Abend nahmen wir gemeinsam mit den anderen Gästen das Abendessen im Haupthaus ein. Danach zogen wir uns in unser gemütliches, warmes Bett zurück und ließen den Tag ausklingen – mit Blick auf die Savanne und dem beruhigenden Gefühl, dass der Regen inzwischen draußen geblieben war.
Vielen Dank, dass du uns von eurer schönen Reise berichtest! Da komme ich gerne mit und bin gespannt wie es weitergeht! Tolle Bilder und auch sehr schöne Unterkünfte habt ihr gewählt!
Wenig später trauten wir unseren Augen kaum: Keine zwanzig Meter neben unserem Auto lief ein Erdwolf entlang – die kleinste Hyänenart. Diese Tiere sind selten, scheu und für viele Besucher kaum zu Gesicht zu bekommen. Uns wurde diese Begegnung quasi auf dem Silbertablett serviert. Leider wollte der Erdwolf möglichst schnell Abstand zwischen sich und uns bringen, sodass wir nur wenige Fotos machen konnten. Diese wenigen Bilder sind für uns allerdings mehr wert als tausend gewöhnliche Aufnahmen.
chriboehmThemenstarter133 Beiträge · seit 202416. Juli 2026 ·
Tagestrip ins Sossusvlei
Wir gingen am Vorabend sehr früh schlafen, da wir bereits um 5 Uhr aufstehen wollten, um rechtzeitig im Sossusvlei zu sein. Allerdings wurden wir in der Nacht von Starkregen und Gewitter geweckt, die offenbar doch bis zu uns in den Norden vorgedrungen waren. Irgendwann gab es einen gewaltigen Knall, und plötzlich hatte die gesamte Lodge keinen Strom mehr. Zum Glück reagierten die fleißigen Mitarbeiter schnell, starteten den Notstromgenerator und sorgten dafür, dass alles wieder lief. Naja, alles außer dem Regen, der einfach nicht aufhören wollte.
Beim Frühstück fiel dann erneut der Strom aus. Stattdessen wurden Kerzen aufgestellt, damit wir überhaupt sehen konnten, was wir zu uns nahmen. Frühstück bei Kerzenschein – auch eine Art, den Tag zu beginnen.
Anschließend holten wir unsere vorbestellten Lunchboxen ab und gingen zurück zu unserem Bungalow, um die letzten Sachen zu packen und aufzubrechen. Der Weg zum Gate des Nationalparks befand sich allerdings in einem mehr als erbärmlichen Zustand. Der Regen hatte die Piste regelrecht ausgewaschen, und zurück blieb nur eine Ansammlung tiefer Rillen, die das Fahren eher zu einer Mischung aus Schaukeln, Hüpfen und gelegentlichem Festhalten am Sitz machten. Kurz überlegten wir sogar umzudrehen, denn bei dem Wetter war die Sicht ohnehin schlecht. Schließlich entschieden wir uns aber, die Sache durchzuziehen.
Am Gate angekommen, bezahlten wir den Eintritt und machten uns auf die rund 60 Kilometer lange Fahrt Richtung erstem Parkplatz. Von den berühmten Dünen links und rechts der Straße bekamen wir wegen des Wetters leider kaum etwas zu sehen, aber wir konnten unser nächsten neue Tier erblicken: Einen Schabrackenschakal.
Am Parkplatz standen wir dann vor der Wahl: Entweder das Shuttle durch den Tiefsand nehmen oder Luft aus den Reifen lassen und die letzten fünf Kilometer selbst fahren. Natürlich entschieden wir uns für die zweite Variante. Also suchten wir unseren Luftablasser. Wir suchten im Auto. Wir suchten noch einmal. Wir suchten gründlicher. Das Ergebnis blieb gleich: Das Teil war verschwunden. Vermutlich war es bei der Autovermietung vergessen worden, als der Kompressor ausgetauscht wurde.
Mist. Was nun?
Wir gingen davon aus, dass einer der anderen Fahrer sicher helfen könnte. Allerdings standen dort fast ausschließlich Leute, die ohnehin das Shuttle nutzen wollten. Schließlich fragten wir einen Busfahrer, der zwar kein modernes Gerät hatte, aber mit einem einfachen Ventilwerkzeug die Luft aus unseren Reifen lassen konnte.
So ging es also auf die Sandpiste. Zwischen den unzähligen Fahrspuren suchten wir uns eine aus und folgten ihr auf Gedeih und Verderb. Egal, ob das Auto mal schlingerte oder nur holpernd vorankam – wir blieben dran. Als wir die fünf Kilometer schließlich geschafft hatten, waren wir entsprechend erleichtert.
Kaum angekommen, wollten wir loslaufen. Doch genau in diesem Moment verwandelte sich der leichte Nieselregen wieder in einen ordentlichen Schauer. Also machten wir das Beste daraus, blieben zunächst im Auto sitzen und verputzten einen Teil unserer Lunchbox. Nach etwa zwanzig Minuten ließ der Regen nach, und es sah sogar so aus, als würde es langsam aufklaren. Also schnappten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg.
Unser Ziel war es, zumindest einen Teil einer der großen Dünen zu erklimmen. Ganz bis auf Big Daddy mit seinen ca. 350 Metern würden wir es wohl nicht schaffen, aber ein gutes Stück wollten wir auf jeden Fall hinauf.
Am Fuß der Düne kamen wir mit einem freundlichen Namibier ins Gespräch. Er erklärte uns, dass es sich hier um eine Nebelwüste handelt und deshalb überraschend viel Vegetation vorhanden ist. Der Atlantik bringt regelmäßig Nebel ins Landesinnere und schafft so die Grundlage für Leben in dieser scheinbar lebensfeindlichen Umgebung.
Mit diesem Wissen im Gepäck und der Erkenntnis wie nett die Menschen in diesem Land sind, machten wir uns an den Aufstieg. Hier zeigte sich ein Vorteil des Regens: Der Sand war deutlich fester und kompakter als gewöhnlich. Statt bei jedem Schritt tief einzusinken, kamen wir erstaunlich gut voran.
Kurz bevor wir unsere gewünschte Höhe erreicht hatten, begegneten uns zwei Holländern, die seitlich eine steile Flanke der Düne hinaufgeklettert waren. Auf die Frage, warum sie nicht einfach dem Dünenkamm gefolgt seien, antworteten sie nur: „Wir wollten mal ausprobieren, ob es geht.“ Respekt.
Von dort oben bot sich uns ein fantastischer Blick. Das Licht war außergewöhnlich schön, die Wolken sorgten für eine dramatische Stimmung und die Landschaft wirkte beinahe surreal. Einer dieser Momente, die sich nur schwer auf Fotos festhalten lassen.
Irgendwann stiegen wir wieder hinunter und liefen ins Deadvlei. Der einstige Fluss, der die Kameldornbäume mit Wasser versorgte, wurde vor langer Zeit von den Dünen abgeschnitten. Die Bäume starben ab, zerfielen jedoch aufgrund des extrem trockenen Klimas nicht. Stattdessen stehen ihre schwarzen Skelette seit rund 600 Jahren in der weißen Tonpfanne und gehören heute zu den bekanntesten Fotomotiven Namibias.
Wir hatten das seltene Glück, das Deadvlei nach einem Regenschauer zu erleben. Allerdings zeigte sich schnell, dass Regen und Ton keine besonders gelungene Kombination sind. Der feuchte Boden klebte an den Schuhen wie frischer Kleister und wurde mit jedem Schritt schwerer. Trotzdem machten wir unsere Runde durch die Tonpfanne und betrachteten die verschiedenen Bäume aus allen Perspektiven.
Als es schließlich erneut zu regnen begann, machten wir uns langsam auf den Rückweg zum Auto. Eigentlich wollten wir mit dem Kompressor noch Luft in die Reifen pumpen, doch der Regen wurde immer stärker und die Motivation, bei diesem Wetter vier Reifen aufzupumpen, sank gegen null.
Also fuhren wir mit dem reduzierten Reifendruck die rund 60 Kilometer zurück zum Ausgang des Parks und anschließend zur nächsten Tankstelle. Dort erhöhte ein freundlicher Mitarbeiter den Reifendruck wieder von 1,5 auf 2 Bar.
Danach ging es zurück zur Lodge. Nach diesem langen, ereignisreichen und durchaus abenteuerlichen Tag ruhten wir uns erst einmal aus, bevor wir gut erholt zum Abendessen gingen.
chriboehmThemenstarter133 Beiträge · seit 202417. Juli 2026 ·
Für diese Woche folgt der letzte Bericht und passenderweise geht es am Montag in Swakopmund weiter wo wir ganze 3 Nächte verbringen werden. Es gibt dort einfach so viel zu sehen und wir freuen und schon auf Montag, wenn es hier weitergeht. Für uns fühlt sich das Onlinestellen des Berichtes an wie noch einmal reisen 🙂
Auf nach Swakopmund
Heute konnten wir etwas länger schlafen und wurden ganz natürlich von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Der Himmel war deutlich klarer als am Vortag, und das Rot der aufgehenden Sonne spiegelte sich in den Wolken wider. Ein herrlicher Anblick und einer dieser Momente, bei denen man kurz vergisst, dass man eigentlich noch im Bett liegen könnte.
Als wir uns schließlich auf den Weg zum Frühstück machen wollten, machten wir direkt an der Tür kehrt und griffen stattdessen zur Kamera. Nur etwa 50 Meter von unserem Bungalow entfernt stand ein Zebra. Ganz entspannt graste es vor sich hin, als wäre es das Normalste der Welt.
Dabei handelt es sich um eine Handaufzucht namens Spot. Das Zebra wurde von der Lodge aufgenommen, nachdem es direkt vor dem Gelände von einem Auto angefahren worden war. Trotz seiner Geschichte ist Spot kein Haustier geworden. Er bleibt ein Wildtier und zieht auf dem Gelände seine eigenen Bahnen.
Wir standen also da, machten ein paar Fotos und freuten uns über diesen unerwarteten Besuch. Dann bemerkte Spot uns. Langsam hob er den Kopf und setzte sich in Bewegung – direkt auf uns zu. Für einen kurzen Moment blieb er vor uns stehen und musterte uns. Wir überlegten bereits, ob wir vielleicht unbewusst gegen irgendein Zebra-Protokoll verstoßen hatten. Nach einigen Sekunden entschied er offenbar, dass wir harmlos genug waren, und zog gemächlich weiter. Einen besseren Start in den Tag kann man sich kaum wünschen.
Nach dem Frühstück beluden wir unseren Hilux und machten uns auf den Weg nach Swakopmund, wo wir die nächsten drei Nächte verbringen werden. Doch wie so oft in Namibia war der Weg mindestens genauso spannend wie das Ziel.
Zunächst führte uns die Strecke wieder durch die typische Savannenlandschaft. In der Ferne entdeckten wir Zebras, Oryx-Antilopen, Springböcke und Warzenschweine. Außerdem kreuzten Strauße und sogar eine Ludwigstrappe unseren Weg. In einigen Flussbetten floss aufgrund der Regenfälle der letzten Tage tatsächlich Wasser. Da unser Auto ohnehin bereits aussah, als hätte es an einer Schlamm-Weltmeisterschaft teilgenommen, fuhren wir einfach flott hindurch. Viel dreckiger konnte es ohnehin nicht mehr werden.
Unser erster Stopp war Solitaire, eine kleine Ansammlung aus Tankstelle, Bäckerei und einigen wenigen Gebäuden mitten im Nirgendwo. Berühmt wurde der Ort durch einen Schotten namens Moose McGregor, der hier frischen Apfelkuchen backte und Reisende mit Geschichten und seiner besonderen Art unterhielt. Leider verstarb er bereits 2014, doch sein Vermächtnis lebt in der Bäckerei und der besonderen Atmosphäre des Ortes weiter.
Wir deckten uns mit Apfelkuchen und anderem Gebäck ein, blieben aber nicht lange. Schließlich hatten wir einen abgelegenen Picknickplatz im Auge. Außerdem wollten wir endlich unseren eigenen Kaffee kochen – ein Projekt, das bislang von erstaunlich vielen kleinen Hindernissen begleitet worden war.
Während der Weiterfahrt veränderte sich die Landschaft zunehmend. Aus der Savanne mit ihren vereinzelten Bäumen wurde offenes Grasland. Wir hielten am Wendekreis des Steinbocks, der hier durch ein Schild markiert wird. An diesem Breitengrad steht die Sonne zur Sommersonnenwende im Dezember mittags senkrecht über den Köpfen der Menschen.
Danach führte die Straße durch beeindruckende Felsformationen und über mehrere Brücken, die Flüsse wie den Gaub Pass überqueren. Die Flussbetten waren jedoch trocken. Offenbar hatte der Regen diese Region noch nicht erreicht.
Schließlich erreichten wir unseren Rastplatz auf einer kleinen Anhöhe mit weitem Blick über die Ebene. Dank unserer neu erworbenen Streichhölzer gelang diesmal sogar das Wasserkochen ohne größere Zwischenfälle. So genossen wir Kaffee und die Köstlichkeiten aus Solitaire, während vor uns die scheinbar endlose Landschaft lag. In solchen Momenten merkt man, wie wenig man eigentlich braucht, um zufrieden zu sein.
Nach der Pause ging es weiter – kilometerlang auf nahezu schnurgeraden Straßen Richtung Küste. Wir hatten erwartet, dass die Landschaft nun wieder abwechslungsreicher werden würde. Doch das Gegenteil war der Fall. Die Vegetation wurde immer spärlicher, die Farben immer blasser. Die Umgebung erinnerte zunehmend an eine Wüste.
Die Straße hatte ihre besten Zeiten offenbar ebenfalls hinter sich. Offiziell durfte man hier zwar 100 km/h fahren, aber wer diese Geschwindigkeit dauerhaft durchhält, dürfte anschließend gute Chancen auf eine lebenslange Freundschaft mit einem Chiropraktiker haben.
Als wir schließlich Walvis Bay, die größte Hafenstadt Namibias, erreichten, bemerkten wir sofort, wo das Geld verdient wird. Die Straßen waren plötzlich in hervorragendem Zustand und teilweise komplett neu gebaut.
Besonders interessant war dabei die Verkehrsführung an den Baustellen. Statt Ampeln oder moderner Lichtsignalanlagen stehen hier Menschen am Straßenrand und regeln den Verkehr mit kleinen roten Fähnchen oder Schildern, die auf der einen Seite „Stop“ und auf der anderen „Go“ anzeigen. Erstaunlicherweise funktioniert das ausgesprochen gut.
Von Walvis Bay aus fuhren wir auf der Küstenstraße direkt am Atlantik entlang nach Swakopmund. Nach einem kurzen Fotostopp und einer ersten kleinen Rundfahrt durch die Stadt erreichten wir schließlich unser Hotel - The Stiltz.
Das gesamte Hotel steht auf Stelzen, und wir hatten das Glück, einen Bungalow am Rand der Anlage zu bekommen. Von dort aus bot sich ein fantastischer Blick auf den Atlantik und die Mündung des Swakop-Flusses. Besser hätte man es kaum treffen können.
Da das Hotel kein Abendessen anbietet, machten wir uns nach dem Ausladen noch einmal auf den Weg in die Altstadt. Dort kehrten wir im traditionellen Brauhaus ein. Auf der Speisekarte standen diesmal Zebra und Eland – eine kulinarische Erfahrung, die man vermutlich nicht jeden Tag macht.
Gut gesättigt und nach vielen Eindrücken fielen wir schließlich müde ins Bett. Hinter uns lag ein großartiger Reisetag voller besonderer Begegnungen, weiter Landschaften und unvergesslicher Ausblicke. Nun freuen wir uns auf einen ebenso ereignisreichen morgigen Tag in Swakopmund.
Scheint wir hatten eine ähnliche Reise zur etwa selben Zeit. Ihr zumindest ne bessere Kamera ? Macht Spass. ich bleibe dabei.
chriboehmThemenstarter133 Beiträge · seit 202417. Juli 2026 ·
JeThu schrieb:Scheint wir hatten eine ähnliche Reise zur etwa selben Zeit. Ihr zumindest ne bessere Kamera ? Macht Spass. ich bleibe dabei.
Hallo JeThu,
Ja ihr seid ein paar Tage nach uns gestartet. Ich habe mir gerade eure Bilder und den Bericht angesehen und finde eure Bilder ziemlich gut. Auch die Sichtungen sind toll
Das Waterhole Chalet in Okaukuejo hatten wir auch. Wir waren in der 35 und haben es geliebt. Aber dazu später mehr.
Vielen Dank und es freut mich, wenn ihr dabei bleibt. Montag geht es weiter. Jetzt ist erstmal Wochenende und in Berlin fängt es an zu grummeln.
jetzt bin ich bei euch auch noch mit eingestiegen - bis jetzt seid ihr so ziemlich die gleiche Strecke gefahren wie wir, nur im Schnelldurchlauf 😁 Entsprechend eine richtig schöne Tour - und ich liebe einfach den Süden Namibias, weil er landschaftlich so wahnsinnig abwechslungsreich ist. Ich freue mich schon auf die weiteren Etappen!
chriboehmThemenstarter133 Beiträge · seit 202420. Juli 2026 ·
Sorimuc schrieb:Hallo Chris,
jetzt bin ich bei euch auch noch mit eingestiegen - bis jetzt seid ihr so ziemlich die gleiche Strecke gefahren wie wir, nur im Schnelldurchlauf 😁 Entsprechend eine richtig schöne Tour - und ich liebe einfach den Süden Namibias, weil er landschaftlich so wahnsinnig abwechslungsreich ist. Ich freue mich schon auf die weiteren Etappen!
Danke fürs Teilen und liebe Grüße, Sonja
Vielen Dank fürs Einsteigen, auch ich verfolge deinen Bericht sehr gerne.
Leider hatten wir nicht so viel Zeit wie ihr und hätten uns an der ein oder anderen Stelle gerne einen Tag mehr gewünscht.
Aber es kommt ja immer darauf an was man aus der verfügbaren Zeit macht und da waren wir sehr zufrieden und glücklich.
chriboehmThemenstarter133 Beiträge · seit 202420. Juli 2026 ·
Wüste, Robben und mehr
Um 6:15 Uhr klingelte heute der Wecker, denn es stand eine Tour in die Namib-Wüste an, die dem Land Namibia ihren Namen gibt. Das Frühstück war bisher das beste, das wir auf unserer Reise genießen durften – mit einer viel zu großen Auswahl und für Diana sogar Pancakes und French Toast. Man hätte problemlos bis zum Mittagessen weiterfrühstücken können.
Wir standen pünktlich vor der Tür – typisch deutsch eben – und dann kam ... niemand. Ganze 15 Minuten warteten wir und ließen schließlich anrufen, denn mehrfach wurde betont, dass wir unbedingt pünktlich sein sollten, da die Touren hier pünktlich starten. Unser Guide musste allerdings nur noch auf ein anderes Paar warten und kam drei Minuten nach unserem Anruf vorgefahren.
Unser Guide war Chris Nel, der in Namibia mittlerweile als echte Legende gilt. Seit Jahrzehnten führt er Besucher durch die Namib und hat mit seinem Wissen, seinem Humor und seiner Begeisterung Generationen von Reisenden beeindruckt. Mit seiner supersympathischen Art zog er uns sofort in seinen Bann und erwies sich als wahres Unterhaltungstalent.
Wir fuhren in die nahegelegene Namib, wo er uns zunächst alles über Swakopmund, die Entstehung der Namib, den Aufbau der Dünen, die Nahrungskette und die verschiedenen Spuren im Sand erklärte. Anschließend ging er extrem engagiert zu Werke und machte sich auf die Suche nach den „Little Five“ der Wüste. Seine Erklärung dazu war einfach: Viel Wasser bedeutet große Elefanten, wenig Wasser bedeutet kleine Elefanten.
Den ersten Bewohner hatte er schnell gefunden: einen nachtaktiven Namib-Gecko, auch Schwimmfußgecko genannt. Tagsüber lebt er in einer selbst gegrabenen Höhle, denn seine Haut ist äußerst empfindlich gegenüber der Sonne. Weiter ging die Suche nach einer Schlange. Spuren gab es reichlich, aber keine Schlange ließ sich blicken. Wahrscheinlich hatte sie gerade frei oder war bereits im Wochenende.
Danach fanden wir einen Skink, eine beinlose Echse, die tagsüber unter dem Sand lebt. Er ist nahezu blind und ebenfalls hauptsächlich nachtaktiv. Außerdem entdeckten wir auf der Rückseite einer Düne eine äußerst flinke Schaufelschnauzen-Eidechse, auch Namib-Sandtaucher genannt, weil sie bei Gefahr förmlich im Sand verschwindet. Es war wirklich beeindruckend zu sehen, wie sehr Chris für diese Tour lebt und sie jedes Mal aufs Neue mit Leben füllt.
Er erklärte uns auch die vier Farben der Wüste. Besonders spannend ist das Schwarz: Dabei handelt es sich um eisenhaltige Mineralien wie beispielsweise Magnetit, das in Namibia vorkommt. Es ist magnetisch und schwerer als normaler Quarzsand und bleibt deshalb einfach liegen, während leichtere Bestandteile vom Wind weitergetragen werden.
Abgeschlossen wurde die Tour mit einer Rundfahrt über die Dünen und mehreren Fotostopps an spektakulären Aussichtspunkten. Die Dünenfahrt hatte dabei stellenweise fast etwas von einer Achterbahn – nur ohne Sicherheitsbügel und mit deutlich besserer Aussicht.
Eigentlich hätte das für einen Tag vollkommen gereicht, aber wir wollten den Sonntag nutzen und noch zum Schiffswrack Zeila sowie zur Robbenkolonie am Cape Cross fahren, knapp 140 Kilometer nördlich von Swakopmund.
Auf der Fahrt hielten wir zunächst kurz am Wrack, doch nachdem wir die wegelagernden Strandverkäufer gesehen hatten, beschlossen wir, später noch einmal zurückzukommen. Der Rückzug erschien uns taktisch sinnvoller als andauernde nervige Versuche etwas zu verkaufen.
Also fuhren wir weiter zur Robbenkolonie, wo je nach Jahreszeit zwischen 80.000 und 200.000 Südafrikanische Seebären leben. Damit handelt es sich um die größte Kolonie dieser Art weltweit. Über einen Holzsteg kann man den Tieren sehr nahe kommen und fantastische Fotos machen. Allerdings sollte man keine allzu empfindliche Nase haben, denn so viele Tiere produzieren auch entsprechend viele Gerüche – und nicht alle davon erinnern an ein Parfümgeschäft.
Für uns war es dennoch herrlich, beinahe allein mit diesen Tieren zu sein und sie beim Jagen, Streiten, Kuscheln oder einfach nur Schlafen zu beobachten. Besonders die jungen Robben sorgten mit ihren Rangeleien immer wieder für Unterhaltung.
Entlang der Straße standen außerdem immer wieder kleine Verkaufsstände auf Vertrauensbasis, an denen große Salzkristalle aus den umliegenden Salzpfannen angeboten wurden. Die teilweise erstaunlich klaren Kristalle entstehen durch die Verdunstung des Meerwassers und reichen von kleinen Souvenirs bis zu beeindruckenden Brocken von mehreren Kilogramm Gewicht.
Auf dem Rückweg hielten wir zudem an einer Gedenkstätte für eine deutsche Familie, die hier im Jahr 2014 tragisch bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam.
Schließlich stand noch der zweite Versuch am Wrack der Zeila aus. Die Zeila ist ein ehemaliger Fischtrawler, der im Jahr 2008 während eines Schleppvorgangs vor der Küste strandete. Seitdem liegt das Wrack nur wenige Meter vor dem Strand und zählt zu den bekanntesten Fotomotiven der Skelettküste.
Diesmal hatten wir Glück. Die Verkäufer hatten inzwischen offenbar Feierabend und warteten bereits an der Straße auf eine Mitfahrgelegenheit. Nur einer war am Strand zurückgeblieben, wirkte aufgrund seiner Unterzahl jedoch deutlich weniger entschlossen und zog nach einigen deutlichen Worten schnell von dannen. So konnten wir in Ruhe Fotos vom Wrack machen und mit der Drohne einige beeindruckende Aufnahmen anfertigen. Das rostige Schiff vor der rauen Küstenlandschaft wirkte dabei fast wie eine Filmkulisse.
Zurück in Swakopmund gingen wir noch direkt am Strand im The Tug essen – es war sehr gut besucht aber vor allem ausgesprochen lecker. Nach diesem langen und ereignisreichen Tag fiel es uns schließlich nicht schwer, viel zu spät, aber sehr zufrieden ins Bett zu fallen.
Hallo Chris, ich hechte euch hinterher und konnte gerade noch zusteigen, bevor eurer Bericht zum Traumurlaub zu Ende geht. Ihr habt hier Besonderes erlebt (Fish River in Grün, tolle Bilder im nassen Deadvlei usw.). Ich bin gespannt wie es weiter geht. Viele Grüße Andrea
chriboehmThemenstarter133 Beiträge · seit 202421. Juli 2026 ·
Secret schrieb:Hallo Chris, ich hechte euch hinterher und konnte gerade noch zusteigen, bevor eurer Bericht zum Traumurlaub zu Ende geht. Ihr habt hier Besonderes erlebt (Fish River in Grün, tolle Bilder im nassen Deadvlei usw.). Ich bin gespannt wie es weiter geht. Viele Grüße Andrea
Vielen Dank fürs Zusteigen. Wir sind nun so ziemlich in der Mitte der Reise und freuen uns über jeden der Mitfährt.