THEMA: Zurück nach Namibia - April & Mai 2026
10 Jun 2026 20:39 #726514
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Liebe Fomis,

seit einer Woche sind wir zurück von unserer mittlerweile 5. Reise in unser Lieblingsland. Für die vielen hilfreichen Tipps und Empfehlungen aus dem Forum sowie aus Freude darüber, auf diese Weise die Reise noch einmal erleben zu dürfen, möchte ich mich mit einem Reisebericht bedanken. Am Anfang ist er leider etwas textlastig, das wird sich aber schon bald ändern :cheer: Ich freue mich, wenn ihr Lust habt, mit mir zu reisen und hoffe, dass ich den ein oder anderen von euch ebenfalls inspirieren kann.

Das sind übrigens wir: Mein Mann Marc, unsere Tochter Sophia und ich, Sonja. Auf geht's!



Im Frühjahr 2026 haben wir uns einen lang gehegten Wunsch erfüllt: Bevor unsere Tochter kommenden September eingeschult wird, wollten wir noch einmal für mehrere Wochen als Familie unterwegs sein. Bei der Wahl des Reiseziels waren wir uns direkt einig – zum inzwischen fünften Mal sollte es nach Namibia gehen :kiss:

Was uns an Namibia besonders begeistert, ist die unglaubliche landschaftliche Vielfalt. Innerhalb weniger Kilometer verändert sich die Umgebung oft komplett. Die Weite des Landes, das warme Licht am späten Nachmittag und der spektakuläre Sternenhimmel gehören für uns zu den schönsten Naturerlebnissen überhaupt. Auch die Tierwelt spielt natürlich eine Rolle, unser Fokus liegt aber nicht auf Safari. Lieber kombinieren wir Naturerlebnisse, Wanderungen und landschaftliche Höhepunkte mit einzelnen Pirschfahrten oder geführten Touren.

Wir lieben außerdem die herzlichen Menschen, die oft außergewöhnlichen Unterkünfte, das gute Essen, die hervorragenden südafrikanischen Weine und das angenehme, trockene Klima. Nicht zuletzt verbinden wir mit diesem Land mittlerweile viele besondere Erinnerungen – vom Heiratsantrag über unsere erste Fernreise mit Sophia bis hin zu einigen unserer schönsten Reiseerlebnisse überhaupt.

Für diese Reise hatten wir knapp sechs Wochen Zeit und waren nahezu im gesamten Land unterwegs – vom Fish River Canyon im äußersten Süden bis zu den Epupa-Fällen an der Grenze zu Angola im Norden. Lediglich den Nordosten mit dem Caprivi-Streifen ließen wir diesmal aus, da wir diese Region bereits auf einer früheren Reise intensiv erkundet hatten. Ansonsten standen sowohl einige unserer Lieblingsorte als auch Regionen auf dem Programm, die sich schon lange auf unserer Wunschliste befinden.

Bei der Planung haben wir uns an einigen Erfahrungen aus unseren früheren Namibia-Reisen orientiert. Unser Ziel war es, die Reise möglichst entspannt zu gestalten, weshalb wir darauf geachtet haben, an den meisten Orten zwei bis drei Nächte zu bleiben. Nur an wenigen Stellen gibt es Einzelübernachtungen – und diese vor allem deshalb, um längere Fahrstrecken sinnvoll aufzuteilen.

Grundsätzlich haben wir versucht, die Tagesetappen auf etwa 300 Kilometer beziehungsweise drei bis fünf Stunden reine Fahrzeit zu begrenzen. Natürlich dauert ein Fahrtag in Namibia meist länger, weil man unterwegs immer wieder für Fotos, Aussichtspunkte oder spontane Entdeckungen anhält. Für uns gehört genau das zum Reiz des Reisens dort dazu: Nicht nur das Ziel, sondern auch der Weg ist Teil des Erlebnisses.

Ein weiterer Gedanke bei der Routenplanung war die Jahreszeit. Da wir über mehrere Wochen unterwegs sein würden, bewegten wir uns im Verlauf der Reise zunehmend Richtung Winter. Deshalb haben wir die Route im Uhrzeigersinn geplant: Zunächst ging es in den Süden des Landes, wo wir zu Beginn noch auf angenehm warme Temperaturen hofften. Je weiter wir im Laufe der Reise nach Norden kommen, desto kühler sollte es saisonal werden, während die Temperaturen geografisch bedingt wieder ansteigen. Im Idealfall gleichen sich diese beiden Effekte etwas aus und sorgen während der gesamten Reise für angenehme Bedingungen :silly:

Außerdem wollten wir die Regionen im äußersten Norden möglichst spät in der Saison besuchen. Dort, insbesondere im Bereich der Epupa-Fälle, besteht ein gewisses Malariarisiko. Durch die Reisezeit möglichst weit entfernt von der Regenzeit hoffen wir, dieses Risiko zusätzlich zu reduzieren. Unabhängig davon haben wir uns entschieden, für diesen Teil der Reise vorsorglich eine Malariaprophylaxe mitzunehmen.

Bei den Unterkünften haben wir bewusst auf eine abwechslungsreiche Mischung aus Lodges und Gästefarmen gesetzt. Wichtig waren uns dabei eine persönliche Atmosphäre, gutes Essen und natürlich die Erfahrungen anderer Namibia-Reisender, vor allem hier aus dem Forum. Große Anlagen mit Reisegruppen und Buffetbetrieb versuchen wir eher zu vermeiden. Stattdessen bevorzugen wir kleinere, individuell geführte Unterkünfte, in denen man die Ruhe und Weite Namibias besonders gut genießen kann.

Hier ein Überblick über unsere Reiseroute:

Reisezeitraum: 23.04.-01.06.2026

1 N Hohewarte Guestfarm
2 N Jansen Kalahari Guest Farm
1 N Duwisib Guest Farm
2 N Fish River Lodge
3 N Klein Aus Vista Eagles Nest Chalet
2 N Koiimasis Fest Inn Fels
2 N Desert Homestead Lodge
2 N Barkhan Dune Retreat
3 N @the Sea Boutique Guesthouse
1 N Spitzkoppe Cabin Camp
2 N Omandumba Bush Camp
2 N Vingerklip Lodge
3 N Doro Nawas
2 N Grootberg Lodge
1 N Opuwo Country Lodge
3 N Epupa Camp
1 N Hobatere Lodge
3 N Etosha Safari Lodge
3 N Kambaku Safari Lodge

Ansonsten versuchten wir, uns möglichst gut vorzubereiten, ohne jede Minute der Reise durchzuplanen. Zwar hatten wir uns zahlreiche mögliche Zwischenstopps und Sehenswürdigkeiten entlang der Route notiert, vor Ort wollten wir aber bewusst flexibel bleiben und vieles spontan entscheiden.

Letzte Änderung: 17 Jun 2026 12:05 von Sorimuc.
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10 Jun 2026 20:43 #726515
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Anreise und Flüge

Besonders gefreut haben wir uns über die Direktverbindung von München nach Windhoek mit Discover Airlines, die es erst seit etwa einem Jahr gibt. Da wir nur wenige Minuten vom Münchner Flughafen entfernt wohnen, war das für uns die mit Abstand bequemste Lösung. Zwar ist der Flug kein Schnäppchen, aber bei einer Langstreckenverbindung mit Direktflug relativiert sich das aus unserer Sicht etwas. Für zwei Erwachsene und ein Kind lagen die Flugkosten zum Buchungszeitpunkt insgesamt bei knapp 3.400 Euro für die Economy Class. Vergleicht man das mit unseren früheren Namibia-Reisen, erscheint uns das sogar weniger außergewöhnlich, als man angesichts der aktuellen Preisentwicklung vielleicht vermuten würde.

Gerade bei Fernreisen schätzen wir die Vorteile eines Direktflugs sehr: kein Umsteigen, kein Stress mit Anschlussflügen und ein deutlich geringeres Risiko, dass Gepäck verloren geht. Außerdem ist es einfach angenehm, abends in München ins Flugzeug zu steigen und am nächsten Morgen direkt in Namibia anzukommen.

Mietwagen

Den Mietwagen hatten wir bereits lange im Voraus reserviert. Unsere Wahl fiel auf den Klassiker, einen Toyota Hilux Double Cab. Gebucht haben wir über Asco Car Hire, einen der größten lokalen Vermieter in Windhoek, da wir bereits auf früheren Reisen gute Erfahrungen mit Asco gemacht hatten.

Bei der Ausstattung gab es für uns drei wichtige Kriterien: Automatikgetriebe, einen hochwertigen Kindersitz und einen batteriebetriebenen Kühlschrank. Gerade das Automatikgetriebe empfinden wir als große Erleichterung, wenn man sich gleichzeitig an den Linksverkehr und die ungewohnten Straßenverhältnisse gewöhnen muss :laugh:

Der Kühlschrank hat sich bereits auf unseren letzten Reisen als ausgesprochen praktisch erwiesen. Auch wenn wir weder campen noch uns überwiegend selbst versorgen, sind kalte Getränke und kleine Snacks auf langen Fahrtagen Gold wert. So muss man sich unterwegs keine Gedanken machen, ob Lebensmittel oder Getränke in der Hitze zu warm werden.

Diesmal haben wir uns bewusst für ein reguläres Fahrzeug und nicht für ein günstigeres Budget-Modell entschieden. Bei einer Reise von fast sechs Wochen war uns wichtig, ein möglichst neues und wenig beanspruchtes Fahrzeug zu bekommen. Die etwas höheren Kosten waren uns der zusätzliche Komfort und das gute Gefühl wert.

Ansonsten bringt der Hilux alles mit, was man für eine Namibia-Rundreise benötigt: ausreichend Platz, gute Geländetauglichkeit sowie die bei seriösen Vermietern üblichen Extras wie Doppeltank und zwei Ersatzreifen. Damit fühlten wir uns für die kommenden Wochen bestens gerüstet.

Buchung der Reise

Wie bereits bei unseren Namibia-Reisen 2015 und 2017 haben wir auch diesmal wieder über die in Swakopmund ansässige Agentur Magic Vibes gebucht. Die Zusammenarbeit war bisher immer unkompliziert und zuverlässig, sodass für uns schnell feststand, auch diese Reise wieder über sie abzuwickeln.

Bei unserer ersten Namibia-Reise hatten wir noch alle Unterkünfte und Leistungen selbst organisiert. Das war zwar machbar, bedeutete aber einen erheblichen Aufwand. Inzwischen schätzen wir es sehr, einen erfahrenen Ansprechpartner vor Ort zu haben, der sich um Reservierungen, Buchungen und organisatorische Details kümmert.
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12 Jun 2026 13:37 #726588
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Anreise und erster Tag in Namibia

Am Abend des 22. April 2026 war es endlich soweit – unser Nachbar brachte uns mit bis unters Dach mit Gepäck gefülltem Auto zum Flughafen München. Nach dem Einchecken gab es zunächst eine kleine Verwechslung bei den Koffern, die jedoch schnell am Serviceschalter gelöst werden konnte. Anschließend gönnten wir uns das traditionelle letzte bayerische Abendessen beim Airbräu. Dort trafen wir überraschend Bekannte, die wir seit Jahren nicht mehr gesehen hatten und die ausgerechnet an diesem Abend Deutschland verließen, um nach Florida auszuwandern – ein wirklich kurioser Zufall.



Nach einem unkomplizierten Sicherheitscheck ging es zum Gate, und mit etwa 20 Minuten Verspätung startete schließlich unser Nachtflug nach Namibia. Die Nacht an Bord war dank kaum vorhandener Beinfreiheit leider wenig erholsam: Sophia schlief nach einem Film recht gut (quer über drei Sitze :blink: ), während Marc und ich kaum Schlaf fanden. Das Abendessen hatten wir abbestellt (wer will bitte mitten in der Nacht noch Chicken Curry?) und das Frühstück – ein Mini-Muffin sowie eine Blätterteilrolle mit Lauch und Pilzen – war ehrlicherweise eine Frechheit :S Positiv in Erinnerung blieb uns vor allem der ausgesprochen freundliche Service der Crew.

So landeten wir am Morgen des 23. April gegen 7:45 Uhr leicht erschöpft in Windhoek. Direkt nach der Landung machten wir allerdings den Fehler, zunächst noch alle auf die Toilette zu gehen. Das war zwar dringend nötig, kostete uns im Nachhinein aber vermutlich fast eine Stunde, denn die Schlangen bei der Einreise wurden in dieser Zeit immer länger. Trotz bereits vorab beantragtem E-Visum dauerte die Einreise schließlich rund eineinhalb Stunden.

Nach der Gepäckausgabe mussten wir noch durch eine weitere Kontrolle. Dort wurde ein Apfel entdeckt, den wir versehentlich noch im Handgepäck hatten. Eine Mitarbeiterin schickte mich daraufhin zum Veterinärschalter, wo ich ein Formular für den Apfel ausfüllen sollte. Da ich den Apfel ohnehin nicht hätte einführen dürfen, fragte ich scherzhaft, ob ich ihn stattdessen einfach sofort essen könne. Nach einem zustimmenden Nicken stand ich also mitten im Flughafen und aß meinen Apfel auf, während andere Reisende noch schnell ihre mitgebrachten Würstchen oder andere Snacks verzehrten. Erst danach durften wir die Kontrolle passieren und schließlich den Flughafen verlassen.

Auch unser gebuchter Transfer ließ auf sich warten, sodass wir uns die Zeit mit einem Cappuccino vertrieben. Nach mehreren Telefonaten mit der Buchungsagentur traf unser Fahrer gegen 10:30 Uhr schließlich ein und brachte uns zur Hohewarte Guest Farm. Unterwegs konnten wir bereits einen Pavian auf einem Strommast entdecken – unser erstes Wildtier der Reise :laugh:

Die Hohewarte Guest Farm gefiel uns sofort. Das historische Haupthaus, die herzliche Begrüßung und unser schönes Familienzimmer sorgten dafür, dass wir uns auf Anhieb wohlfühlten. Während Marc etwas Schlaf nachholte, erkundeten Sophia und ich das Gelände. Zum Mittagessen gab es einen hervorragenden Oryx-Burger mit Süßkartoffelpommes.









Bei sonnigen 25 Grad genossen wir die ersten Stunden in Namibia, machten später einen kurzen Mittagsschlaf und stießen am späten Nachmittag mit unserem ersten Savanna der Reise auf den Urlaub an. Besonders schön war es, wieder die vertrauten Geräusche, Gerüche und die besondere Atmosphäre Namibias zu erleben.









Den Abend verbrachten wir bei einem gemeinsamen Essen mit anderen Gästen der Farm. Bei Samosas, Oryx-Gulasch und einem leckeren Dessert entstanden viele interessante Gespräche über Reisen und unsere geplanten Routen. Gegen 21 Uhr gingen wir müde, aber glücklich ins Bett – angekommen in Namibia und voller Vorfreude auf die kommenden Wochen.

Letzte Änderung: 12 Jun 2026 13:41 von Sorimuc.
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12 Jun 2026 14:15 #726589
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Hallo,

da bin ich gerne dabei. Wir waren fast zeitgleich in Namibia und hatten auch tlw. dieselben Stationen. Euer schönes Familienbild ist auf Koiimasis? Die Kulisse kommt mir jedenfalls vertraut vor.

Liebe Grüße,
Betti
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12 Jun 2026 19:20 #726609
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Auf eurer Reise bin ich auch gerne dabei und nach den ersten Bildern der Hohewarte Guestfarm ärgere ich mich ein wenig, dass wir sie nicht mit in unserer nächsten Reise haben. Kommt aber definitiv auf die Liste einer anderen Namibia-Reise :)
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13 Jun 2026 07:25 #726623
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Hi Sonja,
ich bin auch noch schnell zugestiegen und bin gespannt was ihr so alles gesehen und erlebt habt.

Liebe Grüße
Konni
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