BeatnickThemenstarter1'719 Beiträge · seit 201608. Juni 2026 ·
Hallo ihr Lieben,
gleich geht es endlich weiter, lieben Dank für eure Geduld!!!
dergnagflow schrieb:also wenn jemand mal eine Berufsbezeichnung braucht, nehmt meine. Ich bin "Agile Product Owner".
😄 Is klar, Wolfgang... Die Auflösung muss nun aber auch noch kommen. 😎
Old Women schrieb:ich hoffe mal, es ist noch ein Plätzchen frei.
Aber sowas von...
Old Women schrieb:Indien ist ein tolles Land, bunt, geheimnisvoll, und wir hatten vor 3 Monaten fantastische 4 Wochen dort.
Es freut mich total, dass es euch gefallen hat!
Old Women schrieb:zum Glück hatten wir unsere richtigen Kameras dabei, denn seit Februar 2026 sind das Benutzen eines Smartphones und das Fotografieren damit strikt verboten.
Ach guck, das wusste ich gar nicht. 😮 Sie nehmen's aber auch vom Lebendigen...
BeatnickThemenstarter1'719 Beiträge · seit 201608. Juni 2026 ·
Kanha Teil I: Liebe auf den zweiten Blick
Wir landeten mitten in der Nacht in Nagpur, und während wir aufs Gepäck warteten, bewunderte ich trotz meiner Müdigkeit die überdimensionalen, wenn auch teilweise schon sehr verschossenen Bilder von Tigern an den Wänden. Wenn es nur annähernd so käme, wären wir überglücklich.
Langstreckenflug, die Uhrzeit, die Warterei bei der Einreise und aufs Gepäck hatten Spuren hinterlassen, und so sank ich schließlich dankbar in die Polster des komfortablen Autos, mit dem uns der Fahrer abholte. Er würde während unserer Reise für die Transfers von Nationalpark zu Nationalpark sorgen und entpuppte sich als ruhiger, verlässlicher und zuvorkommender Gefährte.
Er sprach wenig, aber ausreichend Englisch, und war sehr auf unser Wohl bedacht. Weil er direkt bei der ersten Fahrt mitbekam, wie sehr ich Kartoffelchips liebte, fand ich künftig stets zwei neue kleine Tütchen im Fach neben meinem Sitz, sobald ich mich ins Auto setzte.
Kaum traten wir aus dem Flughafengebäude, tauchte ich wieder ein ins pralle indische Leben. Man kann es mögen oder auch nicht, doch es gibt wohl nichts Vergleichbares in unserer Welt. Die schwere Luft, der Geruch nach Feuer, die Wärme, das laute Stimmengewirr der vielen Menschen, die wackeligen Straßenstände, das Chaos - Indien eben. Doch darum ging es diesmal nicht, in den Tigerreservaten würde sicher ruhiger zugehen - zumindest meistens.
Tigersichtung in Kanha
Kaum unterwegs, sanken wir beide schnell in einen überraschend tiefen Schlaf. Im Morgengrauen hielten wir kurz an, der Fahrer stärkte sich mit einem Masala Chai. Ich bin beinahe süchtig nach diesem süßen Gewürztee, und ich freute mich darauf, ihn in den nächsten Wochen täglich formvollendet zu bekommen. Diese Gelegenheit ließ noch aus, ich war schlichtweg zu müde.
275 Kilometer waren es vom Flughafen zu unserer ersten Unterkunft beim Kanha Nationalpark. Dafür brauchten wir mehrere Stunden, zwinkerte ich zwischendurch einmal, blickte ich auf eine sehr ländliche Gegend, durch die wir auf einfachen Straßen fuhren.
Die Reihenfolge der von uns besuchten Nationalparks hatte nicht ausschließlich mit Distanzen, sondern vor allem mit den Ruhetagen in den unterschiedlichen Tigerreservaten zu tun. Die Schließtage variieren je nach Bundesstaat, mal ist es ein ganzer Tag, mal nur ein Nachmittag, manchmal sind an bestimmten Tagen nur die Kernzonen, an anderen wieder die Pufferzonen geschlossen. Es ist also ein ziemliches Puzzle, das so miteinander in Einklang zu bringen, dass die Gäste die Safarimöglichkeiten bestmöglich nutzen können. Bei uns hatte die Agentur die Logistik in die Hand genommen.
Der Brahmakauz (Spotted Owlet) ist nur 20 Zentimeter groß und wagt sich nur selten ins Sonnenlicht - hier im Garten des Soulacia.
Barasingha (Sumpfhirsch) in Kanha
Am Morgen waren wir da. Wir wurden herzlich in Soulacia empfangen, doch auf den ersten Blick war ich von der eher nüchternen Anlage etwas enttäuscht. Ich hatte etwas ähnlich Atmosphärisches erwartet wie in Ranthambhore, denn beide Unterkünfte hatten vier Landessterne. Doch hier fehlte der indisch-stylische Charme, der mit im Norden so gut gefallen hatte. Wie so oft in Indien dachte ich, dass die Handschrift einer Frau bei der Gestaltung wohl guttun würde. Allzu häufig gibt das aber die Rollenverteilung (noch) nicht her - meiner Beobachtung nach im Süden eher als im Norden.
Auf den zweiten Blick überzeugte mich die Anlage allerdings. Aus mehreren Gründen. Unser Cottage war großzügig, praktisch eingerichtet und sauber, zudem verfügte es offensichtlich über dicke Wände und Fenster, was sich als immenser Vorteil herausstellte: Es war "Wedding-Season", und diese opulenten Hochzeitsfeierlichkeiten erstrecken sich nicht nur über mehrere Tage, sondern sind auch mit einer Dauerbeschallung in gigantischer Lautstärke verbunden.
Trommeln und (für unsere Ohren) schmerzhaft hoher Gesang aus turmhohen Lautsprechern waberten aus der Nachbarschaft hinüber zu unserem Teilzeit-Zuhause. Doch kaum schlossen wir die Tür unseres Häuschens, war auf wundersame Weise Ruhe.
Am zweiten vollen Tag war es dann mit dem Lärm ganz vorbei. Wir selbst hatten uns zwar nicht getraut, mit dem Management darüber zu sprechen - schließlich waren wir zu Gast im Land und wussten um die zuweilen eben doch recht unterschiedlichen Sitten und Gebräuche.
Ein junger Inder war aber eingeschritten, und da er anscheinend über beste Kontakte zu Polizei und Forest Department in der Gegend verfügte, forderte er nicht nur erfolgreich die Einhaltung durchaus vorhandener Lärmschutz-Regeln ein, sondern stand auch morgens am Gate mit seiner Entourage und seinem Gypsy immer in der ersten Reihe.
Blick mit dem Rücken zum Gate zur "Sammelstelle". Morgens sind hier Geduld gefragt, ein geschickter Fahrer, gutes Timing und ein bisschen Glück. Links reihen sich die Normalsterblichen ein, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wer auf der Asphaltstraße direkt am Gate stehen darf, hat ordentlich Vitamin B. Kühe haben in Indien natürlich immer Vorfahrt, allerdings im Park zumindest in der Kernzone nichts zu suchen.
Abgesehen von den raren und sündhaft teuren Full-Day-Safari-Tickets - sie kosten rund 1.400 US-Dollar und erlauben den ganztägigen Aufenthalt im Park von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang sowie den Wechsel zwischen allen Zonen - ist das die Pole Position. Denn es spielt durchaus eine Rolle, als wievieltes Auto man in den Park hineinfährt. Nicht nur, weil die Tiere, die sich auf den Pisten befinden, diese später schon geräumt haben und über alle Berge sind, sondern vor allem, weil man eine Menge Staub schluckt, bis sich die Wege schließlich nach und nach trennen.
Wir hatten deshalb in allen Parks über weite Strecken Tücher vor den Mund gebunden. Besonders in Kanha wurde uns dringend dazu geraten, denn im Staub befinden sich irgendwelche (sichtbar glänzenden) Partikel, sie sich angeblich in der Lunge festsetzen können.
Ich weiß nicht, was an der Geschichte dran ist, aber wir wollten es nicht drauf ankommen lassen. Auch die Guides waren allesamt komplett vermummt, sobald es staubig wurde. Also ziemlich oft.
Abends kamen wir ein paarmal ins Quatschen mit diesem jungen, selbstbewussten (und by the way auch unverschämt gutaussehenden) Inder, den ich insgeheim den "Gucci-Inder" taufte. Denn er trug immer nur die teuersten Markenklamotten, das beste Fotoequipment, hatte einen eigenen Assistenten dabei und war sichtbar an Luxus gewöhnt - so sehr, dass er ihn selbst gar nicht registrierte.
An zwei Abenden gesellte er sich zu uns, und abgesehen von Safari-Latein (er reist viel und gern, auch nach Afrika) zeigte er Fotos von seiner (ebenfalls blendend aussehenden) Frau, erzählte von seiner eigenen Hochzeit und den Nationalparks im Nordwesten, wo er lebte und wohin er uns großherzig einlud.
Ich schätze diese abendlichen Treffen rund ums Feuer, im Boma oder in diesem Fall in einer Couchecke nach dem (sehr guten) Essen, denn nebenbei erfährt man auf diese Weise auch eine Menge aus der Lebenswelt der Einheimischen - wenn auch in diesem Fall einer sehr privilegierten.
Den Ausschlag, weshalb ich unsere Unterkunft auf den zweiten Blick doch mochte, gab aber der sogenannte Naturalist. Diese bei den Hotels/Unterkünften angestellten Naturkundler organisieren für die Gäste die Safaris, sind zuweilen selbst der Guide bei den Ausfahrten und kümmern sich um alles, was mit Flora und Fauna zu tun hat.
Alter Bekannter: Hoopoe
Nitesh lernten wir direkt am ersten Nachmittag kennen, denn nach einem ausgiebigen Nickerchen direkt nach unserer Ankunft machten wir gemeinsam mit ihm eine Fußsafari durch eine der Pufferzonen, wo Begegnungen mit Tigern ausgeschlossen sind. Die Katzen halten sich in Kanha (und auch in Pench) in den Kernzonen auf, wo es dann bis auf einige ausgewiesene Picknickzonen aus gutem Grund verboten ist, das Auto zu verlassen.
Es tat gut, sich nach dem langen Sitzen und Liegen endlich etwas zu bewegen, ich sog die frische Waldluft ein und genoss den Spaziergang, wohlwissend, dass wir hier zu Fuß wohl nur wenige Tiere zu Gesicht bekommen würden.
"Somebody" is watching me...
Nitesh zeigte und erklärte uns jedoch auch die kleinsten Lebewesen und erwies sich als fachkundiger, offener und engagierter Gefährte, vor allem aber als ausgewiesener Natur- und Fotofreak.
Er teste gerade für Canon eine verbesserte Kamera mit Augenerkennung, und sofort verloren sich Thomas und er in Fachsimpelei. Mir war das nur Recht, zufrieden stapfte ich durch die herrliche Landschaft mit ihren hohen Bäumen und dem dichten Wald.
Minivet
Rotspecht (denke ich) - nur einmal auf der Reise gesehen
Vor allem aber hatte Nitesh dafür gesorgt, dass auf der großen Hotelanlage nur noch Pflanzen wuchsen, die dort auch tatsächlich hingehörten. Durch diese Renaturierung-Maßnahmen hatte er ein kleines Paradies für die einheimische Vogelwelt geschaffen, und so nutzte ich fast jede freie Minute auf der Anlage, um Eulen, Spechten und anderem Federvieh hinterher zu steigen.
Graukopfstar (Chestnut-tailed Starling)
Orangespecht, wie so oft gut verborgen
Elsterstar (Indian pied Starling)
Besonders faszinierend fanden wir, dass uns Nitesh an einem Morgen einen kleinen Sunbird zeigte, der einen kleinen Baum direkt neben dem Restaurant als Nistplatz erkoren hatte.
Gemeinsam mit ihm und anderen Gäste beobachteten wir mit viel Ausdauer den Fortschritt des ambitionierten Bauprojekts, das allerdings in Windeseile Gestalt annahm.
Wir machten es uns außerdem zur Gewohnheit, jedes Mal einen Boxenstopp an einem Flammenbaum einzulegen, der in voller Blüte und praktischerweise direkt neben unserem Cottage stand.
Hirtenmaina (Common Myna)
Purple Sunbird
Leafbird
Königsdrongo mit Schnapp
Alles in allem fühlten wir uns also pudelwohl auf der ersten Station unserer Reise. Jetzt musste es nur noch mit den Tigern klappen.
Old Women1'544 Beiträge · seit 201311. Juni 2026 ·
Hallo Betti, all das kommt mir sehr bekannt vor. Indische Hochzeiten sind etwas ganz Besonderes. Vor allem fasziniert hat mich jedes Mal der Einzug des Bräutigams hoch zu Ross, sehr stilvoll. Die eigentliche Feier war nicht so meine Kragenweite: sehr viel Kitsch und extrem laute Musik aus Lautsprechern. Aber: wie von Zauberhand war gegen 23.00 Uhr zumindest der laute Part beendet. Staubig war es extrem. Ich habe meine Sturmhaube, die ich immer auf der Cartbahn unter meinem Sturzhelm trage, mit einer FFP 2 Maske kombiniert. Das sah etwas spooky aus, half jedoch sehr gut.
BeatnickThemenstarter1'719 Beiträge · seit 201611. Juni 2026 ·
Hi Beate,
Old Women schrieb:Die eigentliche Feier war nicht so meine Kragenweite: sehr viel Kitsch und extrem laute Musik aus Lautsprechern.
😄 So isses, Bollywood lässt grüßen...
Old Women schrieb:Ich habe meine Sturmhaube, die ich immer auf der Cartbahn unter meinem Sturzhelm trage, mit einer FFP 2 Maske kombiniert. Das sah etwas spooky aus, half jedoch sehr gut.
Du fährst Cart?! Diese Kombi würde ich gern sehen. Gibt's ein Foto?
BeatnickThemenstarter1'719 Beiträge · seit 201611. Juni 2026 ·
Kanha-Nationalpark: Geduld ist gefragt - und wird belohnt
Noch im Dunkeln stapften wir morgens in Richtung Rezeption. Ich war voll kribbelnder Erwartung - in Indien fühlt sich diese Vorfreude auch nicht anders an als bei einer Safari in Afrika.
Unser Fahrer für die nächsten Tage, der sich auch als hervorragender Guide erweisen sollte, wartete schon auf uns. Ein ausgeglichener, erfahrener und darüber hinaus englischsprechender Mann, er war uns auf Anhieb sympathisch. Später erzählte uns einer der Ranger, dass schon sein Vater im Kanha-Nationalpark eine regelrechte Legende gewesen sei und auch einiges für den Schutz der Tiger getan hatte.
Tiger im Kanha-Nationalpark
Es war für uns von vornherein klar gewesen, dass wir trotz der Kosten einen Jeep exklusiv für uns haben wollten. Die Flexibilität, die damit einhergeht, hat ihren Preis, ist für uns aber alternativlos.
Schrecklich fanden wir die riesigen Canter, die vollgestopft mit Menschen durch den Wald ächzen - wir sind glücklicherweise kaum welchen begegnet. Aber auch einen der ohnehin kleinen Gypsys zu teilen, war keine Option. Allein schon, weil es uns nicht nur um Tiger ging. Wir wollten auch andere Tiere suchen und beobachten; das ist nicht jedermanns Sache. Schon gar nicht die der Inder. Sie sind völlig verrückt nach ihren Tigern.
Kleiner Hanuman-Langur, wohlbehütet auf Mamas Schoß
Axishirsch mit prächtigem Kopfschmuck
Die Möglichkeit - sofern sie überhaupt in den von uns besuchten Parks bestand -, auf dem Rücken eines Elefanten auf die Pirsch zu gehen, hatten wir von vornherein ausgeschlossen, und wie sich herausstellte, bot die Agentur das aus denselben Gründen auch gar nicht erst an.
Das Khatia Gate - eines der drei Hauptgates - ist vom Soulacia nur 500 Meter entfernt. Kaum waren wir vom Hof gerollt, hatten wir also auch schon das Ende der Straße erreicht, wo hinter dem Schlagbaum staubige Pisten tiefer in den Nationalpark hineinführen.
Wie an allen Tagen war wir nah und früh genug dran, um einen der vorderen Plätze in den sich anbahnenden Warteschlangen aus Autos zu ergattern. Beim Ranger Office stand immer noch Papierkram an, was wir glücklicherweise nicht selbst erledigen mussten, und als sich um Punkt Sechs der Schlagbaum hob, sprang noch ein Forest Guide zu uns ins Auto.
Ich durchschaute nie, nach welchem Prinzip diese Pflichtbegleitung zugeteilt wird, hatte aber den Eindruck, dass unsere Fahrer ihre Favoriten und Einfluss darauf hatten. Natürlich kennt hier jeder jeden.
Die Forest Guides, die in aller Regel aus den Dörfern rund um den Park stammten und oftmals mit ihren Familien wegen der Tiger hatten weichen müssen, sprachen in aller Regel kaum Englisch, waren aber fast ausnahmslos fachkundig und engagiert. Und natürlich kannten sie sich in den Wäldern aus, die eigentlich ihre Heimat waren.
Die wichtige Information, dass wir uns nicht nur für Tiger, sondern auch für andere Tiere und vor allem auch für Vögel interessieren, fand ähnlich großen Anklang wie in Afrika. Fahrer wie Guides goutierten das, kannten sich bestens gut aus und gaben sich alle Mühe beim Auffinden und Erklären der vielfältigen indischen Vogelwelt.
Crested Serpent Eagle
Pfau - der indische Nationalvogel
Nur einmal gesehen und schlecht erwischt (in Sri Lanka klappte das viel besser): Malabar Pied-Hornbill (female)
Stonechat
Uns kam außerdem entgegen, dass die Guides (bis auf eine Ausnahme) nicht den eigens für sie vorgesehenen Platz hinten links auf der Rückbank beanspruchten, sondern sich lieber auf den Beifahrersitz setzten bzw. stellten - wohl auch, um sich mit dem Fahrer unterhalten und abstimmen zu können.
Auf diese Weise hatten Thomas und ich jeweils eine Sitzbank ganz für uns. Das war nicht nur komfortabel, sondern speziell in meinem Fall auch gesundheitsschonend. Teilweise war der Abstand zum Vordersitz so klein, dass ich mit meinen langen Gräten keine Chance gehabt hätte, mir auf den rumpligen Waldwegen nicht die Knie blauzuschlagen. So aber konnte ich mich schräg hinsetzen und manchmal beim Warten sogar die Beine hochlegen - was sehr angenehm war bei den hohen Temperaturen am späteren Vormittag und frühen Nachmittag.
Barasingha beim kühlenden Bad
Ein aufgeregtes Surren lag immer morgens und am frühen Nachmittag kurz vor Gateöffnung in der Luft, und jede Menge Euphorie. Als es dann soweit war, brausten alle so schnell wie möglich los und tauchten die nachfolgenden Wagen in eine rote Staubwolke. Schnell verteilten sich die Jeeps aber je nach zugeteilter Zone in unterschiedliche Himmelrichtungen.
Wer hat behauptet, in Kanha gäbe es keine Elefanten?
Die frische Waldluft am frühen Morgen war herrlich, wie auch die Kulisse um uns herum. Kanha gilt als der landschaftlich reizvollste und grünste Park Zentralindiens, und tatsächlich ist er mit seinen dichten Wäldern, den Hügeln, dem weitem Grasland und seiner großen Artenvielfalt spektakulär. Ich fühlte mich wie im Dschungelbuch - auch wegen des vielstimmigen Waldkonzerts um uns herum.
Auf bestimmte Geräusche gilt es dabei besonders zu achten. Auf das Gemecker der zahlreichen Affen zum Beispiel sowie auf die "Alarm Calls" der Axishirsche und vor allem der Sambar. Diese großen Hirsche warnen die Herde und andere Tiere im Wald mit einem kurzen, aber prägnanten Ruf, sobald sie Raubtiere wie Tiger oder Leoparden wittern. Ich habe den durchdringenden Klang (wie eine gigantische Tröte), den wir mittlerweile auch aus Sri Lanka kennen, noch heute im Ohr.
Ist irgendwo im Wald in erreichbarer Nähe einer dieser Warnrufe zu hören, fahren alle Guides sofort schnurstracks zu der Stelle, wo der Verursacher zu finden ist. Am ersten Morgen waren wir kaum im Park, da hörten wir schon so einen Call. Und noch einmal. Und wieder. Also nichts wie hin. Weit war es nicht. Irgendwo da drin - beide Guides zeigten auf das Dickicht in mittlerer Entfernung - musste ein Tiger sein.
Da standen wir nun. Mal wieder. Wir kannten das schon aus Ranthambhore. Mehrfach waren wir dort den Signalen gefolgt und hatten sehnsüchtig auf das Erscheinen des Dschungelkönigs gehofft. Mit äußerst überschaubarem Erfolg. Ich erlaubte mir nun also keinen allzu großen Optimismus.
Als schließlich einige Hirsche panisch aus dem Unterholz hervorbrachen, vergaß ich kurz zu atmen. Nun musste doch ... aber nein. Nichts geschah.
Ja, es war wohl ein Tiger da - am nächsten Tag wurde er auch von anderen Gästen an dieser Stelle gesichtet. Aber uns zeigte er sich nicht, sondern hielt wahrscheinlich sein Verdauungsschläfchen. Mir sank der Mut. Hoffentlich wurde das Unternehmen Tiger nicht zur Mission Impossible.
Als wir weiterfuhren, verdrängte ich einigermaßen erfolgreich den Gedanken an den vermaledeiten Tiger und genoss die vielen anderen schönen Dinge, die der Park zu bieten hat.
In der Nähe eines kleinen Weihers war schließlich ein bisschen was los. Die Insassen einiger Jeeps schauten angestrengt und wild gestikulierend in eine Richtung. Ich sah erst nichts; dann mit viel Phantasie eine Schwanzspitze. Gleich vier Tiger sollten dort in den Büschen am Waldrand liegen, Vater, Mutter und zwei schon recht ausgewachsene Kids.
Wir warteten, was auch sonst. Sehr schemenhaft erkannten wir, wie sich Papa Tiger im Hintergrund in den Wald trollte. Mit diesem Tier war es also schon mal nichts. Mein Euphoriepegel stagnierte auf niedrigem Niveau.
Aber dann geschah das Wunder, an dem unsere Guides wohl einen gehörigen Anteil hatten. Sie hatten perfekt antizipiert, auf welchem Wege die verbliebenen Tiger wohl zum Wasser laufen würden, und so steuerten die drei einer nach dem anderen erst auf zu und stolzierten dann direkt an uns vorbei. Ein beeindrucktes Raunen ging durch die Jeeps, alle waren ergriffen. Wir auch.
In Nullkommanichts waren wir eingekeilt, bloß gut, dass Offroadfahren wegen der Vegetation ohnehin kaum möglich ist und zudem streng geahndet wird. Auf diese Weise gibt es zwar immer mal wieder auf den schmalen Waldpfaden ein kleines Chaos, aber die Tiger können ungestört ihrer Wege gehen.
Wir empfanden es als Riesenvorteil, dass sich unsere oft sehr erfahrenen Fahrer in aller Regel nicht von der allgemein ausbrechenden Hektik bei Tigersichtungen anstecken ließen. Mit ihrer Übersicht kamen sie respektive wir meist ohnehin besser ans Ziel. In Indien (wo Selbstfahren nicht möglich ist) gilt dasselbe wie für Afrika: Der Driver/Guide macht den Unterschied.
Eine Weile lungerte das Trio am Wasser herum ...
... dann war die Show schließlich vorbei und die Tigerfamilie angeführt von der Mutter vollzählig im Wald verschwunden.
Noch sagt Mama, wo's langgeht ...
Die Frühstückszeit hatten wir verpasst, es ging schon auf Mittag zu, und da mussten wir den Park verlassen haben. Wir frühstückten deshalb auf Vorschlag des Forest Guides ausnahmsweise im Auto.
Es war schön, unsere prall gefüllten und leckeren Frühstücksboxen mit Ei, gefülltem Roti und Samosas im kühlenden Schatten der hohen Bäum zu plündern, doch es blieb eine einmalige Erfahrung: Weil die Inder leider im Allgemeinen ihren Müll fallen lassen, wo sie gerade gehen und stehen, dürfen Mahlzeiten nur in ausgewiesenen Picknick-Areas eingenommen werden. Wir packten alles wieder sorgfältig zusammen und entsorgten den Müll später im Hotel.
Glücklich fuhren wir zurück zum Hotel. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass wir schon bei der ersten Ausfahrt drei Tigern so nah kommen würden. Ein bisschen waren wir auch von einer kleinen Last befreit. Tiger gucken - check!
Was machte da schon, dass wir während der Ausfahrt am Nachmittag vergeblich auf eine der mächtigen Katzen lauerten, die die Straße gequert und dann in ein Wäldchen zurückgezogen hatten.
Wir verschwendeten nur wenig Zeit mit der Warterei, es gab so viel anderes in der tollen Landschaft zu entdecken, die viel offener und weiter war als die, in der wir am Morgen unterwegs gewesen waren.
Eine große Herde Gaur weidete - abgesehen von einigen renitenten und streitsüchtigen Krähen als Passagieren - friedlich auf den Ebenen.
Gaur - das größte Wildrind der Welt
Eine kleine Familie Blackbucks begeisterte uns besonders; eine seltene Sichtung, wir haben sie auf allen Ausfahrten nur einmal gesehen.
Hirschziegenantilope, auch Schwarzbock genannt, weil die Männchen einen sehr dunklen Rücken haben, während Weibchen und Junge sandfarben sind.
Diese Hirschziegenantilopen waren einst das meist gejagte Wildtier in Indien und dadurch fast ausgerottet. Mittlerweile ist die Population wieder gewachsen, die meisten Exemplare leben in Reservaten. Wir hatten tatsächlich auch in Rajasthan im Garten eines Palastes schon einmal welche aus der Ferne gesehen, fanden aber, das zählt nicht richtig...
Am Abend ließ ich den Tag Revue passieren. So ein toller Auftakt. Mit gleich drei Tigern! Noch ahnte ich nicht, dass wir sie schon bald wiedersehen würden...
Old Women1'544 Beiträge · seit 201312. Juni 2026 ·
Du fährst Cart?! Diese Kombi würde ich gern sehen. Gibt's ein Foto?
Hallo Betti, ja, die ganze Familie fährt Cart, die Cartbahn ist fußläufig erreichbar. Mein Racing-Name ist "Höllenbetti" (Betti als Abkürzung für Beatrice Elisabeth, so steht es im Perso 😎 , sehr furchteinflößend, nicht wahr 😗 ), jedoch komme ich an die Fahrkünste meiner Schwiegersöhne nicht heran, die sind mir haushoch überlegen, aber egal, es macht sehr viel Spaß. Man kann dabei herrlich Dampf ablassen. Die Sturmhaube ist giftgrün, und diese Kombi dann mit der FFP-2 Maske war schon wirklich ein modisches Highlight, das kannst du mir glauben. Unser Guide und sein Fahrer haben sich schlapp gelacht. Leider, oder besser gesagt, zum Glück 😗 , gibt es davon kein Foto! So, jetzt bin ich gespannt auf die Fortsetzung....
Heihei, Berti-Betti, wegen der Ansteckungsgefahr habe ich lange einen Bogen um Deinen Bericht gemacht, bin aber jetzt doch schwach geworden.🙁 Ganz klar, dass mir das am besten gefallen hat…, Liebe Grüße Friederike
BeatnickThemenstarter1'719 Beiträge · seit 201614. Juni 2026 ·
Kanha-Nationalpark: Geschwisterliebe
Kanha ist bekannt für seine hohe Tigerpopulation, die Katzen zeigen sich allerdings aufgrund der zumeist dichten Vegetation oft nur bei sogenannten "Tiger Crossings" in voller Pracht. Also bei kurzen Sichtungen, wenn die Katzen die Waldwege oder kleine Lichtungen kreuzen.
An unserem zweiten Morgen in Kanha erlebten wir allerdings alles andere als eine flüchtige Begegnung - und schon zu diesem frühen Zeitpunkt wohl eine der besten, wenn nicht gar die beste Situation der gesamten Reise.
Kurz nach Gateöffnung fuhren wir erneut zügig in die Nähe des Weihers, wo wir die Tigerfamilie bereits am Vortag beobachtet hatten.
Die Jeeps, die sich auf dem Weg aneinanderreihten, zeigten sofort, wir waren auf der richtigen Fährte. Glücklicherweise war die Piste an dieser Stelle so breit und die Fläche davor so frei, dass es kein Problem war, eine gute Position zu finden.
Kurz nach Sonnenaufgang war die Luft noch kühl, und so hatten sich die Tiere noch nicht ins Dickicht zurückgezogen. Das junge Männchen präsentierte sich wenig schüchtern inmitten der freien Grasfläche, seine Schwester hatte direkt am Waldrand Position bezogen. Von der Mutter fehlte jede Spur, sie war wohl bei der Jagd. Was auch nötig war, denn wie sich schon bald überdeutlich zeigen sollte, waren die Kids ohne Hotel Mama noch aufgeschmissen.
Ich genoss den Anblick der beiden Dschunkel-Schönheiten, auch wenn ihr Aktionsradius zunächst überschaubar blieb. Immerhin machten sie keinerlei Anstalten, die Szenerie zeitnah zu verlassen.
Doch plötzlich kam Bewegung in die Sache. Noch konnten wir das Muntjak (eine kleine Hirschart) nicht entdecken, doch als es kurz darauf nichtsahnend auf die Ebene trabte, hatten sich die Tiger längst in Stellung gebracht.
Das Männchen hatte sich in Windeseile in einer Senke versteckt, das Tigermädchen hinter Baumwurzeln ganz flach gemacht. Vorsichtig pirschten sich beide an, ...
... liefen dann aber viel zu unkoordiniert und ungeschickt los, sodass die potenzielle Beute nicht ernsthaft in Gefahr geriet und jede Menge Zeit hatte, die Beine in die Hand zu nehmen. Die Geschwister mussten offensichtlich noch sehr viel üben...
Da guckst du. Dumm gelaufen.
Das ganze Adrenalin und die überschüssige Energie mussten aber ja nun irgendwo hin. Also reagierten sich die beiden aneinander ab. Und boten uns im Zuge dessen eine Show, die selbst die Guides in Begeisterungsstürme versetzte.
Das Duo jagte sich kreuz und quer über die riesige Ebene, rangelte immer wieder miteinander und ging sich spielerisch gegenseitig an den Kragen.
Ein paarmal dachten wir, okay, das war's nun aber. Doch die Tiger bewiesen Ausdauer und gönnten sich nur eine kleine Atempause. Dann ging die Rangelei von vorne los. Es war gut zu erkennen, wieviel massiger der Kater schon im Vergleich zu seiner Schwester war. Doch sie ließ sich nichts gefallen und drehte den Spieß regelmäßig um.
Erst nach einer guten halben Stunde kochten die erhitzten Gemüter langsam wieder runter, und weil die Sonne nun auch schon zusehends höher kletterte, marschierten die Geschwister erst in aller Seelenruhe zwischen den Autos hindurch und dann hinter uns in den Wald.
Wir guckten uns sprachlos an. Was sollte nach diesem Auftakt noch kommen?
White-throated Kingfisher
Süßer Barasingha-Nachwuchs
Jede Menge Schönes jedenfalls, und wir genossen auch die anderen Sichtungen und die herrliche Natur wieder in vollen Zügen.
Yellow (oder Grey?) Wagtail
Gefährliche Kunst: Wespennest
Doch beim Frühstück in der Picknickzone und beim Abendessen im Hotel waren die Tiger und ihre Halbstarken-Show das Thema Nummer eins unter den glücklichen Besuchern, die dabei gewesen waren. Längst waren wir angekommen im Hier und Jetzt. Der Alltag, das nervenaufreibende Theater ums Visum - all das schien Lichtjahre her zu sein.
Die Tiger-Youngsters haben euch wirklich ganz großes Kino geboten! Da wart ihr wirklich zum rechten Zeitpunkt am rechten Ort! Besser geht es doch gar nicht! Hast Du eine Ahnung, wie alt die Tiger“kinder“ ungefähr sind?
Hallo Betti & Thomas, was für ein unvergessliches und toll in Bildern festgehaltenes Erlebnis! Aber nicht nur die Tiger sind sehenswert, auch die anderen tierischen Begegnungen sind super und wären allein schon eine Reise wert!
utaeleonore607 Beiträge · seit 202215. Juni 2026 ·
Indien hat uns bislang nie gereizt, aber deine Fotos sind schon toll! Wir sind bis 2028 verplant 😄 , aber vielleicht sollten wir uns doch mal damit beschäftigen....
BeatnickThemenstarter1'719 Beiträge · seit 201616. Juni 2026 ·
Hallo ihr Lieben,
Dandelion schrieb:Eigentlich hättet ihr die Reise nach diesem Erlebnis beenden können, DAS ist wohl kaum noch zu toppen
Stimmt schon ein bisschen und wiederum auch nicht, denn zum Glück gibt es ja immer wieder neue Situationen. Vielen Dank für deine Begeisterung, liebe Kordula! 😘
Dorie schrieb:Hast Du eine Ahnung, wie alt die Tiger“kinder“ ungefähr sind?
Irgendwas zwischen zehn Monaten und einem Jahr, genau weiß ich es nicht mehr. Aber offenbar sind sie erst ab 15 Monaten unabhängig von der Mutter und hängen so lange an ihrem Rockzipfel - zumindest, was das Futter angeht.
Daxiang schrieb:Aber nicht nur die Tiger sind sehenswert, auch die anderen tierischen Begegnungen sind super und wären allein schon eine Reise wert!
Das finden wir auch!
utaeleonore schrieb:Indien hat uns bislang nie gereizt, aber deine Fotos sind schon toll!
1000 Dank fürs Kompliment! Wir mögen Indien sehr, andere gar nicht. Nothing in between. Wir können es sehr empfehlen, allein schon wegen der anderen (auch tierischen) Eindrücke.
was macht Ihr hier mit uns? 🤩 😘 Das sind ja nicht nur qualitativ einzugartige EIndrücke in Wort und Bild, sondern auch ganz spannende und lebendige TIgerszenen. Und ich finde nicht nur die Tiger toll, sonder auch die Landschaft und die anderen Tiere!
MEhr fällt mir nicht ein 😘 😘 😘
Liebe Grüße und einmal mehr Danke für den tollen Bericht Carsten
BeatnickThemenstarter1'719 Beiträge · seit 201617. Juni 2026 ·
Kanha-Nationalpark: Eine Frage der Zone?
Die Tiger-Sichtung am zweiten Tag war sicherlich der Höhepunkt im Khana-Nationalpark, doch es ist vor allem der Gesamteindruck, der uns in Erinnerung geblieben ist. Die Tage dort vergingen wie im Flug und waren durchweg ein Erlebnis - das gilt allerdings auch für die weiteren Stationen unserer Reise.
Die grüne, vielfältige Landschaft in Kanha mit ihren dichten Wäldern, den offenen Wiesen, den Sumpfgebieten und Seen vermittelt ein echtes Dschungelgefühl, und egal in welcher Zone, jede hat ihren Reiz.
Für Tigersichtungen gelten die Mukki- (mit vielen natürlichen Wasserstellen) und die zentrale Kanha-Zone als die Premium-Zonen, sie zählen ebenso wie Kisli und Sarahi zu den Kernzonen des Reservats.
Wir haben sie alle besucht und waren zudem in Pufferzonen unterwegs, die manchmal geöffnet sind, wenn die Kernzonen geschlossen haben und wo zudem die Permits in aller Regel günstiger zu haben sind. In Kanha (wie auch in Pench) sind dort nicht unbedingt Tiger zu erwarten, sehr wohl aber viele andere tolle tierische Begegnungen.
White-rumped Shama
Green Bee-eater
Darunter auch Indische Schakale, eine Unterart des Goldschakals, aber von der Statur etwas größer.
Eine Besonderheit in Kanha sind die Barasinghas. Wir haben sie mehrfach zu Gesicht bekommen und uns sehr darüber gefreut. Sarahi ist einer der besten Spots, um die seltene Hirschart zu entdecken, wir haben sie aber auch in anderen Zonen gesehen.
Wuchtige Gaur-Dame ...
... mit noch recht zierlichem Nachwuchs
Vögel sind ohnehin allgegenwärtig, aber oft auch eine fotografische Herausforderung gerade in den zuweilen riesigen alten Bäumen in Kanha.
Halsbandsittich - gibt's mittlerweile ja auch bei uns
Crested serpent Eagle (Haubenschlangenadler)
Junglefowl
Yellow-footed green Pigeon
Grey Wagtail
Von den sechs PIrschfahrten (plus Wanderung am Ankunftstag) in Kanha hätten wir keine missen wollen. Zu sehen gibt es eigentlich immer etwas, auch an den vermeintlich ruhigeren Tagen. Es gilt dasselbe wie in Afrika: Es ist glücklicherweise kein Zoo und man muss es nehmen, wie es kommt.
Pied Bushchat
Als wir nach der vierten Nacht vormittags pünktlich von unserem Fahrer eingesammelt wurden, waren wir längst im Soulacia heimisch geworden, mit dem ich anfangs noch gefremdelt hatte. Doch wir freuten uns auch auf den Pench-Nationalpark, unsere zweite Station dieser Reise, und wieder neue Eindrücke.
Knapp vier Stunden Fahrt und 200 Kilometer lagen bis Pench vor uns. Ich lehnte mich entspannt zurück, knabberte an meinen Kartoffelchips und versuchte mir schon einmal auszumalen, wie es wohl sein würde in der Heimat des Dschungelbuchs.