Schönen guten Morgen Sascha, wahnsinn was so eine Bestechung bewirken kann 😄 Die Tigerin ist faszinierend, keine Frage, aber ich habe mich auch gleich in den Bären verliebt. Und ich wusste gar nicht, dass es in Indien Hyänen gibt. Wie schön, dass mit dieser Tour dann auch die Entspannung kam 🙂
lieben Gruß Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
H.BadgerThemenstarter1’876 Beiträge · seit 201606. Juli 2025 ·
Liebe Elke, wie schön, dass du uns noch weiter durch Indien begleitest und Freude an unserer letzten Safari hattest. Wir haben sie auch sehr genossen. 😁 Nach dieser Ausfahrt waren wir tatsächlich tiefenentspannt. Und wenn man entspannt ist, läuft alles gleich viel besser. Vor allem dann, wenn die Bestechung der Sichtungsfee nach wie vor wirksam ist... 😎 Herzlich Sascha
H.BadgerThemenstarter1’876 Beiträge · seit 201607. Juli 2025 ·
16. Kapitel: Tyger, Tyger, burning bright
Im Tagesablauf stellt sich Routine ein: Erfrischt von Pool und Nickerchen nehmen wir gegen 14 Uhr einmal mehr unsere Plätze auf einem Gypsy ein. Heute Nachmittag wurde uns Zone 4 des Nationalparks zugeteilt und die ist Neuland für uns.
Wieder geht die Fahrt zuerst zum Singhdwar Checkpost. Hier warten wir ein wenig vor dem noch verschlossenen Tor zur Safari-Zone. Ein professionelles Filmteam darf bereits vor uns einfahren, wir beobachten derweil einige Languren.
Wenige Minuten später öffnet sich auch für uns das Tor. Und einmal mehr haben sich davor nur wenige Autos versammelt. 🙂 Die Zonen vier und fünf teilen sich das Eingangstor und den ersten Teil der Strecke. Nach einigen Kilometern zweigt dann die Piste zur vierten Zone nach rechts ab und führt durch sehr lichten Wald zu großen Seen. Der Blick auf das Wasser erfüllt uns mit Staunen – die Landschaft ist wunderschön und friedlich stehen zahlreiche Sambars knietief im Wasser. Hier wollen wir natürlich anhalten und verweilen, aber unser Safari-Team signalisiert uns deutlich, dass wir das später noch machen könnten. Das klingt ganz so, als hätten sie einen Plan. 😎
Auf der Fahrt erzählen sie uns von der Tigerin Riddhi, die mit ihrem bereits weitgehend erwachsenen Nachwuchs in diesem Revier lebt. Drei junge Tiger sollen es sein. Und die Familie habe einen Riss in der Nähe des Seeufers, der jedoch nicht von der Piste aus zu sehen sei. Mit recht hohem Tempo wird unsere Fahrt also fortgesetzt. Nach wenigen Minuten erreichen wir ein Flussbett, das gut fünf Meter unterhalb einer bewaldeten Böschung neben der Piste entlangführt. Als CB nach schräg unten schaut, meldet er fröhlich: Tiger! 😁 Und tatsächlich: Durch dichtes Geäst können wir einen Tigerrücken erspähen. Wir bleiben jedoch nur wenige Momente an diesem Ort, denn die Piste führt bald zum Flussbett herab, um es zu queren und dahinter wieder die Böschung hinaufzuführen. Als wir unten angekommen sind, sehen wir, dass das Filmteam bereits neben der Piste auf einem Felsen geparkt hat. Wir finden daneben einen ebenso guten Spot in der ersten Reihe. Und damit sind die Premiumplätze auch bereits vergeben.
Vor uns eröffnet sich der Blick in ein weitgehend trockenes Flussbett, dessen Restwasser sich in kleineren Tümpeln sammelt. Landschaftlich ist das sehr schön, aber unsere Blicke heften sich natürlich sogleich an die zwei hier anwesenden Tiger. Ein Weibchen liegt vielleicht 15 Meter von uns entfernt auf den Felsen und döst in der Nachmittagshitze vor sich hin.
Ein wenig weiter entfernt hat es sich im Schatten eines Baums ein männlicher Tiger gemütlich gemacht.
Das müssen zwei von Riddhis Cubs sein. Sie sind rund zwei Jahre alt und damit quasi ausgewachsen. Deutlich wird auch der Unterschied in Größe und Statur zwischen den Geschlechtern. Das Männchen ist trotz seiner jungen Jahre schon ziemlich bullig.
Die nächste Zeit verbringen wir damit, auf die herumliegenden Katzen zu starren. Viel passiert dabei nicht. Ein ab und an mal angehobener Kopf ist das höchste der Gefühle.
Dazu kommt, dass es zu dieser Tageszeit noch richtig heiß ist und wir in der prallen Sonne stehen. Ohne Hüte und Kühltücher hätten wir das nicht so lange aushalten können. Abwechslung bieten einige Rufous Treepies, die wenig scheu die nahen Bäume und sogar die zwei Gypsys bevölkern, die sich in zweiter Reihe eingefunden haben. Irgendwann landet eine der Wanderbaumelstern sogar auf meinem Hut – was zur allgemeinen Erheiterung beiträgt. 🤪
Oberhalb der Böschung stehen nun auch zwei Canter, auch wenn man von dort aus kaum einen guten Blick auf die Tiger hat. Und so sind wir gerade sehr froh, dass wir nicht darauf bestanden haben, am schönen Seeufer einen Stopp einzulegen. Der Kater steht nach einiger Zeit tatsächlich auf und sucht sich einen neuen Lagerplatz auf einer Wiese. Leider wendet er uns dabei stets den Rücken zu, sodass hier keine schönen Fotos entstehen.
Nach langen und heißen Minuten lagert sich schließlich auch die Tigerin endlich um. Sie steht kurz auf und lässt sich einige Meter weiter im flachen Nass am Rand des Tümpels wieder nieder. Jetzt ist sie deutlich aktiver.
Es wird herzhaft gegähnt.
Ausgiebig geputzt.
Es werden uns intensive Blicke zugeworfen. (Übrigens eines meiner Lieblingsfotos.)
Irgendwann steht die Katze dann endgültig auf. Was ist das für ein schönes Tier!
Sie macht sich schließlich daran, die felsige Böschung zu erklimmen, was dazu führt, dass die anwesenden Fahrzeuge in Aktion geraten. Alle möchten einen guten Platz haben, wenn die Tigerin zum nahen Seeufer schreitet. Und auch wir möchten unser Glück versuchen, denn ihr Bruder schläft augenscheinlich tief und fest. Unsere fantastische Position im Flussbett sorgt natürlich dafür, dass wir jetzt das Nachsehen haben und so fahren wir, als sich oberhalb der Böschung ein Kuddelmuddel aus Fahrzeugen bildet, einen Stichweg direkt zum Seeufer. Auch hier ist es landschaftlich wieder überaus schön. Noch schöner ist jedoch, dass wir am gegenüberliegenden Ufer einen umherstreifenden Lippenbären entdecken können.
Aus der Ferne können wir wahrnehmen, dass die Tigerin gar nicht vorhat zum Ufer zu kommen und sich weiter durch den Wald entfernt. Also beschließen wir, schnell ins Flussbett zurückzukehren, bevor ein anderes Fahrzeug unseren Premiumplatz einnehmen kann. Das gelingt zum Glück, denn nur das Filmteam ist an Ort und Stelle geblieben. Ein kurzer Blick in die Szenerie offenbart, dass unser Tigermännchen Gesellschaft bekommen hat: Sein Bruder ist während unserer Abwesenheit aufgetaucht und nun liegen beide auf der Uferwiese herum.
Ganz verzückt sind wir, als einer der beiden aufsteht und Kontakt zum anderen sucht. Es wird geschnüffelt und bald ausgiebig geschleckt. Ein toller Anblick bei diesen riesigen Katzen.
Während einer der Brüder sich wieder auf die Seite fallen lässt, um weiterzuschlafen, steht der andere auf, um seinen Durst zu stillen.
Danach kommt er direkt auf uns zu.
Schließlich ändert er seine Laufrichtung und klettert die Böschung hinauf. Wieder fahren wir mit rasanter Geschwindigkeit („Hold tight!“) zum Seeufer, um ihn dort zu erwarten. Hier haben sich nun auch schon einige andere Autos strategisch günstig positioniert. Unser Fahrer ist aber so versiert, dass wir immer einen guten Platz finden. Bald erscheint er aus dem Dickicht: Ein Prachtkerl im warmen Licht des späten Nachmittags. Begeistert klicken unsere Kameras. Jetzt entstehen meine absoluten Lieblingsportraits. 😁
Der Tiger nähert sich dem Seeufer, legt sich dabei immer wieder nieder und setzt nach einigen Minuten seinen Weg fort.
Während er herumliegt, lassen wir unsere Blicke schweifen und können eine Goldschnepfe (Greater Painted Snipe) entdecken. Es handelt sich um ein Weibchen. Ungewöhnlich für die Vogelwelt ist, dass bei den Goldschnepfen das Weibchen das farbenprächtigere Geschlecht ist.
Bald wird unsere Aufmerksamkeit aber wieder von dem Tiger gefesselt, denn die Katze hat sich nun höchst fotogen auf einer kleinen Landzunge drapiert. Hier scheint es ihr zu gefallen, denn von nun an rührt sie sich nicht mehr vom Fleck. Das ist uns ganz recht, denn wir haben erneut einen sehr guten Beobachtungsplatz und können den Tiger im warmen Licht anschauen und fotografieren.
Zwischendurch nähert sich von hinten ein Sambarhirsch und stößt laute Warnrufe aus.
Unsere Kinder möchten keine Tiger sein. Sie finden es nicht erstrebenswert, ein Lebewesen zu sein, vor dem beim ersten Anblick gewarnt und geflohen wird. Man stelle sich das mal in der Schule vor: Wie gemein! 😉
Wir genießen unsere letzten Minuten in der Nähe des Tigers, denn schon bald müssen wir den Nationalpark verlassen.
Dass wir an diesem Nachmittag stundenlang auf Tiger starren dürfen, hat unsere Erwartungen weit übertroffen – die Sichtungsfee muss wirklich auf dem Trockenen gesessen haben… 😄
Tief zufrieden verabschieden wir uns vor dem wunderschönen Tiger: What immortal hand or eye could frame thy fearful symmetry?
Einmal halten wir noch kurz am Seeufer, um eine weitere Vogel-Erstsichtung zu dokumentieren: Ein Bronzeblatthühnchen (Bronze-winged jacana).
Auf dem Rückweg kommt es dann noch zu einem weiteren Highlight für uns. In einem Baum neben der Piste haben Dschungelnachtschwalben (Jungle Nightjar) ihren Schlafplatz.
Die Tiere müssen sich hier regelmäßig aufhalten, denn sonst kann ich mir nicht erklären, wir der Forestguide sie während der Fahrt trotz perfekter Tarnung entdecken konnte. Zwei Tiere können wir beobachten. Das ist für uns ein perfekter Abschluss eines perfekten Safaritags.
Nach unserer Rückkehr gibt es wieder ein gutes Trinkgeld für Fahrer und Forestguide. Ein letztes Mal genießen wir das sehr gute Abendessen des Hotels und fallen danach hundemüde in die Betten.
Tyger Tyger, burning bright, In the forests of the night; What immortal hand or eye, Could frame thy fearful symmetry?
Wow, wow, wow! I’m blown away! Fearful symmetry times two! Dir sind wirklich tolle Aufnahmen von diesen zwei gelungen. Das weiche Licht am Ende ist toll und macht sich gut in orange und schwarz. Ich erfreue mich an jeder Foto sehr! Und was natürlich erstaunlich ist - und fast unglaublich -dass diese Tiger Sichtung sich von Minute zu Minute (oder waren es 15 Min) verbessert hat und ihr immer dabei wart. Da hattet ihr Riesenglück mit eurem Fahrer und Forest Guide die erstens die Tiere und ihr Verhalten kennen, und zweitens auch die besten Wege für die beste Sicht zu manövrieren wissen. Trinkgeld absolut verdient! Es war spannend zu lesen wie ihr da ein wenig hin und dann wieder hergerissen wurdet! Ja, das hold tight kenne ich auch gut. Aber um so tolle guides beneide ich euch ein wenig. Und dann am See, keinen Tiger, dafür einen weiteren Balou als Trostpreis. Sehr gute Dramaturgie. (bei unserer Safari in Zone 4, warteten wir vergeblich am See, denn der Tiger hielt sich versteckt). Was für ein krönender Abschluss im Ranthambore Park. Es freut mich für euch alle. Liebe Grüsse von Katrin
Champagner8’801 Beiträge · seit 201007. Juli 2025 ·
Huch, ich bin noch gar nicht ganz wach und schon schauen mir mehrere Tiger tief in die Augen 🤩 . Was für ein Anblick am frühen Morgen! Fast wie der Tiger auf dem Buch aus meiner Schülerbücherei, von dem ich dir damals das Foto als Trost geschickt habe 😄 🤪 !
Tja, manchmal muss man einfach ein bisschen Geduld haben, bis man seine Wünsche erfüllt bekommt, gell 😗 😎 ? Wäre ja sonst auch nicht so spannend - übrigens auch nicht für uns Mitlesende 😉 .
Danke für die wirklich wunderschönen Katzenbilder, und die Nachtschwalbe ist natürlich auch nicht zu verachten!
Wow - so viele Wahnsinns-Sichtungen an einem Tag! Ich kann mir eure Euphorie gut vorstellen, schon als Leser ist man ja ganz aus dem Häuschen 😄 Da hat sich die Bestechung der Sichtungsfee ja sowas von gelohnt! 😄
ich kann mich den begeisterten Kommentaren hier nur anschließen. Was für wunderbare Tiger-Sichtungen Ihr doch hattet!!! 🤩 Und welch schöne Fotos Dir davon gelungen sind! Ein Traum, diese majestätischen Tiere so lange beobachten zu können! Das freut mich wirklich sehr für Euch! Und das Schwitzen in der besonders heißen Reisezeit April (mit der Du ja gar nicht so glücklich warst vorab) hat sich somit am Ende doch ausgezahlt. Das dies der bekanntlich beste Monat für Tigersichtungen ist, glaube ich nach Deinen genialen Bildern sofort. 🙂 Schon etwas schade, dass wir nächstes Jahr nicht in den Ranthambore NP fahren werden. In der klimatisch angenehmeren Zeit Februar - gleichzeitig mitten in der Hauptsaison - ist der vermutlich deutlich voller als bei Euch. Das wollten wir uns nicht antun. Ich hoffe daher anderswo auf einen Bruchteil Eurer Sichtungen. Damit wäre ich schon überaus zufrieden. 🙂 😎
was für Glücksmomente, was sind das für wunderschöne Katzen! Ich kann mir vorstellen, dass ihr da aus dem Häuschen wart. Superschöne Bilder sind dir da gelungen
viele Grüße Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
H.BadgerThemenstarter1’876 Beiträge · seit 201608. Juli 2025 ·
Liebe Konni, Katrin, Bele, Johanna, Tina und Elke,
wie schön, dass ihr euch über die Tigersichtung so sehr mit mir freut! Für uns war das der absolute Höhepunkt auf dieser Reise in Punkto Tiger. Danke auch für das Fotolob! Die Bedingungen waren einfach gut - und Tiger sind von Natur aus durchaus fotogen. Auf jeden Fall hatte ich mir vor der Reise erträumt, mit solchen Aufnahmen nach Hause zu kommen. Dass dies am Ende geklappt hat, macht mich immer noch ganz glücklich. 🙂
@ Konni Ich weiß tatsächlich auch nicht mehr, wovon irgendjemand von uns in dieser Nacht geträumt hat. Aber tatsächlich komme ich beim Betrachten des von dir ausgewählten Fotos noch immer ins Träumen.
@ Katrin Ich kann über die Fahrer und Forestguides eigentlich nur Gutes berichten. Wir hatten nie den Fall, dass irgendjemand uninteressiert auf sein Smartphone geschaut hat. Aber auf den drei Ausfahrten in den Zonen 5,2 und 4 hatten wir besonders engagierte Leute an Bord. Die Dramaturgie der Sichtung (und überhaupt in Bezug auf den Spannungsbogen bezüglich Tigersichtungen...) hat tatsächlich gut funktioniert. Wir konnten die Tiger an diesem Nachmittag etwa 2,5 Stunden beobachten. Das war schon sehr schön. Ich glaube übrigens, dass wir die Nightjars am gleichen Ort gesehen haben wie ihr im Jahr zuvor. 🙂
@ Bele Mit der Geduld ist es so eine Sache, wenn einem die Gamedrives knapp werden... Im Nachhinein finde ich den Spannungsbogen aber auch sehr gelungen. 😛 Die Ähnlichkeit mit deinem Buchcover ist tatsächlich verblüffend: 😄 Nur in Bezug auf die Augenfarbe müsste ich bei meinen Bildern noch etwas photoshoppen... 😛
@ Johanna Wie schön, dass du auch mit aus dem Häuschen bist! 😁 Wenn man den Effekt der Bestechung sieht, könnte man wirklich zum Safari-Gewohnheitstrinker werden... 😛 Vielleicht rutscht Indien ja doch noch irgendwann auf eure Bucket-List.
@ Tina Ich hatte zwischenzeitlich meine Zweifel, ob der April seinem Ruf gerecht werden möchte. Am Ende hat sich der Monat zum Glück tatsächlich als sehr geeignet herausgestellt. Und die Temperaturen waren - wenn man nicht gerade in der prallen Sonne stand - in den Nationalparks mit ihrer Vegetation ganz gut auszuhalten. Ein Vorteil ist, dass man morgens direkt im T-Shirt oder mit ganz leichtem Pulli starten konnte. Ich weiß nicht, ob es in anderen Monaten voller wird. Wenn die Maximalzahl an Fahrzeugen von 14 pro Zone wirklich eingehalten wird, kann es eigentlich gar nicht soooo überfüllt werden. Aber ich habe natürlich keinen Vergleich.
@ Elke Ich stimme dir absolut zu, dass Tiger wunderschöne Katzen sind. Mit ihrer "Gesichtsbemalung" sind sie einfach wahnsinnig beeindruckend. CB hat von einer seiner Kundinnen erzählt, die immer wieder nach Indien zurückkehrt, um Tiger zu beobachten und die von sich selbst sagt, dass sie süchtig nach diesem teuren Hobby sei. Ich kann das nach der Erstdosis durchaus nachvollziehen... 😎
Herzliche Grüße in die Runde! Und Danke fürs Button-Drücken. Es ist immer schön zu sehen, dass ein Bericht gelesen wird.
H.BadgerThemenstarter1’876 Beiträge · seit 201610. Juli 2025 ·
17. Kapitel: Abschied von Ranthambhore
Heute ist Mittwoch. Und das ist aus zweierlei Gründen bedauerlich. Erstens haben wir damit nur noch drei Nächte in Indien vor uns. Zweitens haben mittwochs die Kernzonen des Nationalparks geschlossen und der letzte Gamedrive in Ranthambhore muss damit in einer der Buffer-Zones 6-10 stattfinden, deren Eingangstore verstreut um den Kernbereich des Parks herum liegen. Uns ist Zone 10 zugeordnet worden und diese steht im Vergleich zu manch anderem der heute geöffneten Bereiche in einem guten Ruf.
Nach dem so erfolgreichen Vortag beschließt der Rest der Familie heute früh auf die Ausfahrt zu verzichten und so fahre ich allein mit CB und unserem neuen Fahrer/Forestguide-Gespann im Morgengrauen gen Zone 10. Wir durchfahren die Stadt Sawai Madhopur, die zu dieser frühen Stunde noch weitestgehend vor sich hinschlummert, und sind bestimmt gut zwanzig Minuten unterwegs, bevor wir das Tor zum Nationalpark erreichen.
Heute sind wir fast allein hier: Nicht mehr als zwei andere Gypsys sehen wir auf der gesamten Ausfahrt. Und auch das vergleichsweise große Pistennetz der Safari-Zone trägt zum Gefühl der Einsamkeit bei. Diesen Pluspunkten stehen aber auch deutliche Nachteile gegenüber: Zone 10 ist im Vergleich mit den bisher besuchten Arealen des Nationalparks stark verbuscht. Oft fühlt es sich an, als würde man auf dem Rhino-Drive im Etosha oder im dichten Mopanebusch des Kruger unterwegs sein – wer die Pisten kennt, weiß was ich meine. 😵 Außerdem sind die Dirtroads über weite Strecken in einem schwierigen Zustand. Dicke Steinbrocken sorgen immer wieder dafür, dass die Fahrt zu einer echten indischen Massage wird. Balanciert man dabei zwei Kameras auf dem Schoß, wird das auf die Dauer ganz schön anstrengend. 😏
Neben dem dichten Buschwerk gibt es bergige Strecken und auch einige Wasserstellen. Landschaftlich kann das Gebiet meiner Ansicht aber nicht mit der Schönheit der Kernzonen, ihren lichten Wäldern, malerischen Seen und Ruinen mithalten. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass zu dieser Jahreszeit hier alles derart ausgedörrt ist. Sichtungen sind in diesem dichten Buschwerk naturgemäß vergleichsweise schwierig – gute Fotos sowieso – und daher bin ich gar nicht enttäuscht, dass auf der gesamten Fahrt kein Tiger gehört oder gesehen wird. Nach den wunderbaren Erlebnissen des Vortags bin ich diesbezüglich sowieso extrem tiefenentspannt. Und so nutze ich die Ausfahrt ohne jeden Erwartungsdruck zum Lebewohlsagen. Das heftige Geruckel lindert dabei zusätzlich erfolgreich den Abschiedsschmerz… 😉
Direkt an der Piste begegnen wir einem Nilgau-Bullen. So nah an dieser massigen Antilope zu sein, ist immer wieder ein beeindruckendes Erlebnis.
Und dann passiert lange nicht viel. Wir sehen manches Mal Vertreter der „üblichen Verdächtigen“ – dies aber immer recht verbuscht. An einer Wasserstelle können wir aus der Ferne tatsächlich Lippenbär Nummer 6 erspähen. Schon erstaunlich, dass wir auf unseren Ausfahrten so viele dieser Pelzkugeln zu Gesicht bekommen haben.
Die rumpelige Fahrt beschert mir in ihrem Verlauf noch einige Neusichtungen für meine indische Vogel-Liste.
Shikra
Rotschulterwürger (Bay-backed Shrike)
Indienpirol (Indian Oriole) – Weibchen
Es wird Zeit, sich von den Huftieren und Affen des Parks zu verabschieden. Ein letztes Mal fotografiere ich Nilgau, Sambar- und Axishirsch. Die Pflanzenfresser zu beobachten, macht ohne Tiger-Sichtungsdruck gleich nochmal so viel Freude.
Vor allem ist es schön, ein wenig länger an einer Languren-Horde zu halten und ihnen beim Herumtollen zuzuschauen.
Auf der weiteren Fahrt bieten sich noch einige schöne Vogelsichtungen.
Graufischer (Pied Kingfisher)
Heckenkuckuck (Greater Coucal)
Meine persönlichen Highlights kommen aber erst ganz kurz vor Ende der Safari. Auf mein Stoppsignal hin halten wir ganz nah an einem Brahmakauz, der uns auf Augenhöhe aufmerksam betrachtet. Hier entsteht mein Lieblingsfoto dieser possierlichen Eulenart. 😎
Wenig später können wir dann noch eine für mich neue Säugetierart beobachten: Eine indische Gazelle, auch Chinkara genannt. Dieses filigran wirkende Tier setzt einen schönen Schlusspunkt unserer Safaris im Ranthambhore Nationalpark.
In der Hitze des Vormittags verlassen wir schließlich das Schutzgebiet und fahren zurück durch die nun zum Leben erwachte Stadt zu unserem Hotel. Nach dem Frühstück und der herzlichen Verabschiedung von dem ungemein freundlichen und liebenswerten Hotelpersonal brechen wir gen Jaipur auf: Rund 180 Kilometer sind zu fahren, circa dreieinhalb Stunden werden wir dafür benötigen. Zwischendurch wird wieder eine Mittagsrast an einem guten Restaurant eingelegt. So lässt es sich entspannt reisen.
Der Besuch des Ranthambhore Nationalparks war für uns einer der großen Höhepunkte dieser an Eindrücken nicht gerade armen Reise. Und ich denke, dass unsere sechs Ausfahrten eine gute Zahl waren, um die Vielfalt des Schutzgebiets intensiv erleben zu können. Dass wir am Ende auf vier Eulenarten, zwei Leoparden, sechs Lippenbären, eine Streifenhyäne und vier Tigersichtungen – von denen zwei wirklich außerordentlich schön waren – zurückblicken dürfen, sorgt auch beim Schreiben dieser Zeilen noch für ein Gefühl tiefer Zufriedenheit. 🙂
Nach all den Gamedrives ist nun aber wieder Zeit für Kultur: Jaipur wartet mit seinen Sehenswürdigkeiten im nächsten Kapitel auf euch.
nach so tollen Safari-Erlebnissen, wir Ihr sie hattet, kann ich Deine Wehmut den schönen Park zu verlassen sehr gut nachvollziehen. Das Deine Mädels mal in den Ferien ausschlafen wollten, ist natürlich auch verständlich. Aber ich hätte mir - wie Du - eine letzte Ausfahrt, nicht nehmen lassen. Diese hat sich aufgrund schöner (Neu-) Sichtungen, auch was Vögel angeht, ja nochmal richtig gelohnt. Das Bild vom Brahmakauz finde ich auch klasse! Ich staune hier wirklich über die Birding-Vielfalt, die man erleben kann und da kommt echte Vorfreude auf unsere Indien-Reise auf...Und natürlich finde ich die anderen Tiere wie Nilgau, Chinkara & Co. auch total interessant.
So, nun bin ich gespannt auf Jaipur und was Ihr dort erlebt habt!
H.BadgerThemenstarter1’876 Beiträge · seit 201611. Juli 2025 ·
Liebe Tina,
Indien hat uns mit der dort sichtbaren Biodiversität wirklich überrascht. Neben den Mitte 70 Vogelarten, die wir fotografieren konnten, haben wir auch rund fünfzehn verschiedene Säugetierarten vor die Linse bekommen. Das fand ich schon ziemlich klasse. Die Vorfreude auf eure Reise ist in meinen Augen absolut gerechtfertigt. Ich hätte auch schon wieder große Lust, nach Indien zurückzukehren. Schließlich bietet der Subkontinent noch so viel mehr als das, was wir bereits erleben durften. Ich denke da nur an Assam mit seinen Panzernashörnern und Gibbons oder die Tiger-Reservate in Madhya Pradesh. Oder lieber die asiatischen Löwen im Sasan Gir Nationalpark? Alles sehr spannend! Aber du weißt ja: Afrika... 😎
H.BadgerThemenstarter1’876 Beiträge · seit 201612. Juli 2025 ·
18. Kapitel: Jaipur I
Nachdem wir Jaipur, die Hauptstadt Rajasthans erreicht haben, steuern wir zuerst unser Hotel für die kommenden zwei Nächte an: Das Shahpura House – ein Heritage Hotel, das in einem Palast aus dem neunzehnten Jahrhundert untergebracht ist.
Bereits die Eingangshalle empfängt uns mit einer unglaublichen Pracht aus Marmor, Einlegearbeiten und Golddekor. Streift man durch die Gänge des Hotels, fragt man sich immer wieder, ob man auf einer Besichtigungstour unterwegs ist oder tatsächlich hinter diesen Mauern wohnt. Shahpura House gehört sicher zu den schönsten Hotels, in denen wir je genächtigt haben.
Wir bekommen die Maharaja-Suite und haben damit viel Platz in eleganter Atmosphäre.
So lässt es sich gut leben!
Auch hier wird von den Kindern der Pool unsicher gemacht, bevor wir am späten Nachmittag noch zu einer kleinen Ausfahrt aufbrechen. Unser neuer Cultural Guide und CB möchten uns Jaipur bei Nacht zeigen. Leider ist das leichter gesagt als getan, denn der von Natur aus dichte Großstadtverkehr ist heute noch um einiges krasser. Es sind wegen des Besuchs des amerikanischen Vizepräsidenten, der zeitgleich mit unseren Jaipur-Tagen stattfindet, wichtige Verkehrsachsen gesperrt und daher stehen wir oft mehr als dass wir fahren. 😣 Kurzerhand schlägt unser Guide vor, auszusteigen und die Stadt ein wenig zu Fuß zu erkunden. Am nächsten Kreisverkehr könnten wir dann auf unser Auto warten. Gesagt, getan: Außerhalb des klimatisierten Schutzraums auf vier Rädern empfängt uns das pralle Leben. Überall sind Menschen unterwegs, es ist laut und stickig und für mich persönlich durchaus fordernd.
Nachdem wir uns einen Teil des Fleischmarktes angesehen haben, treffen wir nach einiger Zeit auf unser Fahrzeug, das Mr Satdev seelenruhig durch das Verkehrschaos manövriert hat. Langsam quälen wir uns weiter durch die engen Gassen Jaipurs. Als es bereits dunkel ist, geht die Fahrt besser voran: Wir haben das Zentrum der Stadt verlassen und nähern uns dem Amber Fort. Hier findet allabendlich (?) eine Lichtshow statt, die den wehrhaften Palast in bunteste Farben taucht. Vom Ufer des am Fuße des Forts gelegenen Sees sehen wir uns den regelmäßigen Farbwechsel, der von pompöser Musik und Soundeffekten begleitet wird, an. Das ist durchaus beeindruckend. Für das mitteleuropäische Auge aber erscheinen die gewählten Farben teilweise doch etwas gewagt.
Auf der Rückfahrt legen wir einen Stopp am Hawa Mahal, dem Palast der Winde ein, einem der Wahrzeichen der Stadt.
Der Bau ist Teil des riesigen Stadtpalasts und wurde 1799 errichtet – dabei ist der Palast der Winde nur fünf bis acht Meter tief. Sein Zweck war es einzig und allein, den Haremsdamen eine Möglichkeit zu geben, das Geschehen auf der Straße und vor allem Festumzüge zu beobachten, ohne dabei selbst gesehen zu werden. Bereits im Kunstlicht ist die Schmuckfassade mit ihren 953 kleinen Fensteröffnungen ein prächtiger Anblick. Am nächsten Tag wollen wir uns das Bauwerk aber unbedingt noch im natürlichen Licht ansehen.
Unser letzter Stopp – was sind wir müde! – findet am Albert Hall Museum ein, das in der Nacht besonders prächtig beleuchtet wird.
Zurück im Hotel kommen wir gerade noch rechtzeitig zu einem späten Dinner und fallen danach bald in die gemütlichen Betten. Es heißt Kraft sammeln, denn am nächsten Tag werden wir viele Stunden auf Sightseeing-Tour in Jaipur verbringen – und es soll gut über 40 Grad heiß werden. 🙄
H.BadgerThemenstarter1’876 Beiträge · seit 201613. Juli 2025 ·
19 Kapitel: Jaipur II
Nach einem ausgesprochen guten Frühstück im noblen Ambiente des Shahpura House brechen wir zu unserer heutigen Besichtigungstour auf. Damit es nicht zu heiß für uns wird, beginnt die Tour bereits am frühen Morgen.
Zuerst legen wir einen kurzen Stopp am Palast der Winde ein, um eines der für Jaipur typischen Stadttore und natürlich die Schmuckfassade des Hawal Mahals im schönen Morgenlicht zu betrachten.
Unser Guide schlägt vor, noch einen Halt am Blumenmarkt einzulegen, um ein wenig vom Alltagsleben in Jaipur mitzubekommen. Da sagen wir natürlich nicht nein. Auf dem Markt tobt das Leben. Überall sind Menschen unterwegs, die ver- oder einkaufen. Und wir sind mittendrin und werden von den vielfältigen visuellen und olfaktorischen Eindrücken einmal mehr beinahe überwältigt. In dem ganzen Rummel treffen wir zufällig den Besitzer des Restaurants, das wir heute Mittag besuchen werden. Nach einem kurzen Plausch nimmt er gern unsere Wünsche für marktfrisches Gemüse entgegen. 🙂
Wir halten wie am gestrigen Abend am Ufer des Maota-Sees mit schönem Blick auf das Amber-Fort. Die Morgensonne taucht auch das Fort in ein warmes Licht.
Auf dem Parkplatz buhlen zwei Schlangenbeschwörer um die Aufmerksamkeit der Anwesenden. Der Versuchung, auf Einladung eine der Kobras zu berühren, kann ich mit Leichtigkeit trotzen.
Nach einigen Minuten dezenter Außenbesichtigung setzen wir unsere Fahrt in Richtung Palast fort. Unser nächstes Ziel ist Panna Meena ka Kund, ein beeindruckender Stufenbrunnen. Viele Stufen führen im Zickzackmuster hinunter zum Wasser. Die Symmetrie dieses Ortes fasziniert uns sehr.
Bald geht es weiter hinauf zum Amber-Fort, der Hauptattraktion der Stadt. Das Fort ist der ehemalige Hauptsitz der Kachchwaha-Dynastie. Es wurde im Auftrag von Raja Man Singh I. (reg. 1589–1614), einem Feldherrn des Großmoguls Akbar, in den Jahren um 1590 aus rotem Sandstein und Marmor auf einem Bergkamm des Aravalli-Gebirges erbaut. Wir fahren mit dem Auto bis zum Eingangstor. Alternativ kann man sich einen anderen Weg auf dem Rücken von Elefanten herauftragen lassen. Aus Gründen des Tierschutzes ist das nicht unser Weg. Die gelben Mauern und Höfe sind in ihren Ausmaßen beeindruckend. Die Hitze ist es ebenso, denn die steinerne Umgebung sorgt bereits früh am Tag für einen krassen Backofeneffekt. Man beachte auf den folgenden Fotos, wo sich die Menschen mehrheitlich aufhalten... 😉
Nachdem man den Paradeplatz überquert hat, erreicht man durch ein großes Tor den nächsten Hof mit der großen Audienzhalle.
Von dort aus gelangt man durch das prächtige Ganesha-Tor in die privaten Bereiche des Palastes.
Am eindrucksvollsten ist hier der Sheesh Mahal, der Spiegelpalast.
Aber auch darüber hinaus ist das Amber Fort ein beeindruckender Ort: Z.B. im Charbagh Garden.
Unser Rundgang endet im Hof der Damen, den in historischer Zeit nur der Herrscher als einziger Mann betreten durfte, denn hier hatten seine Frauen und Konkubinen ihre Gemächer.
Trotz der großen Hitze ist die Besichtigung des Forts ein weiterer Höhepunkt der Reise.
Durchaus erschöpft fahren wir zurück in Richtung des Zentrums von Jaipur. Einen kurzen Halt legen wir am Jal Mahal ein, der sich inmitten eines Sees erhebt. Hier sind auch einige Wasservögel zu entdecken. Wir haben aber mal wieder nur unser Kultur-Objektiv montiert und so bleiben die Pelikane auf dem Foto in weiter Ferne. Wenig überraschend ist auch das Licht am späten Vormittag alles Andere als schmeichelhaft.
Die letzte Station am Vormittag ist eine Blockdruck-Werkstatt. Hier wird uns das Handwerk präsentiert. Die Kinder dürfen mitmachen und einen Stoffstreifen mit Elefantenmuster bedrucken. Danach geht es natürlich in den obligatorischen Shop. Ganz entgegen meiner Erwartungen werden wir hier fündig und die Kinder erstehen maßgeschneiderte Stoffhosen, die am Abend in unser Hotel geliefert werden.
Zur Mittagsrast steuern wir das kleine Lokal „The Grand Peacock“ an. Freundlich werden wir vom uns bereits bekannten Eigentümer begrüßt. Kulinarisch ist der Besuch unter den Highlights der Reise. Es gibt typische Gerichte Rajasthans – so raffiniert gewürzt, dass wir selbst in der Erinnerung an den Gaumenschmaus noch ins Schwärmen geraten. Wenn wir mal wieder in Jaipur sein sollten, würden wir dieses Restaurant auf jeden Fall ein zweites Mal besuchen.
Nach dem Mittag ist es so richtig heiß geworden und unser letztes Besichtigungsziel liegt weitestgehend in der unbarmherzigen Sonne. Wir besuchen das größte Observatorium Jantar Mantar, das von 1727 bis 1733 im Auftrag des Maharadschas Jai Singh II. errichtet wurde. Es beherbergt 14 nach astronomischen Gesichtspunkten entworfene Bauwerke. Diese dienen unter anderem der Messung der Zeit, der Voraussage von Sonnenfinsternissen und der Beobachtung der Planetenbahnen. Das größte Bauwerk auf dem Gelände ist das Samrat Jantar, eine Sonnenuhr mit einer Höhe von 27 m, die die Zeit auf etwa 2s genau anzeigen kann. Das ist schwer beeindruckend. Wenn nur die Hitze nicht so enorm wäre… 😵
Nach diesem umfangreichen Programm geht es zurück ins Shahpura House. Wir nehmen Abschied von unserem wieder einmal sehr kompetenten Cultural Guide und genießen den Rest des Tages in dem schönen Hotel. Es kommt zu einer Irritation, weil ein anderer Hotelgast unsere Töchter im Pool mit seinem Smartphone filmt und sich – alkoholisiert wie er ist – dabei keines Fehltritts bewusst ist. Aber auch hier hilft später CB dabei, die Lage zu sortieren.
Für unser letztes Abendessen in Jaipur laden wir Mr Satdev und CB zum Dinner in unser Hotel ein. Ersterer lehnt die Einladung leider höflich ab und so verbringen wir immerhin zu fünft einen vergnüglichen Abend bei sehr gutem Essen.
Morgen müssen wir noch einmal sehr früh aufstehen. Am Stadtrand von Jaipur wartet bereits um 5:45 Uhr unsere letzte Safari auf uns. Wir besuchen das Jhalana Leopard Reserve am Fuße des Aravalligebirges.
😉 Hmmm irgendwie kommt mir euers Jaipur Programm sehr bekannt vor! 😉 Schön zu lesen und zu erfahren dass euch diese Stadt auch sehr gefallen hat. Dir sind sehr schöne Aufnahmen gelungen. Für mich war das wuselige und sehr farbenfrohe Geschehen auf den Märkten und auf den Straßen ein Genuss und voll exotisch. Aber, wie du schreibst, man kann dann leicht sensorisch überfordert werden und dann ist ein angenehmes Hotel genau richtig. Ich freue mich für euch, dass ihr trotz hohen Temperaturen brav durchgehalten habt. Mein Mann fragte eben ob ihr - eben wegen der Hitze- denn nicht haufenweise Tiger im Wasser angetroffen habt! Nun bin ich gespannt auf das Leopard Reserve, denn dort waren wir nicht. Liebe Grüsse vom auch sehr heißen Florida. Katrin
ich lese schon eine ganze Weile mit, dient dein Bericht doch zu meiner Reisevorbereitung. In einem Monat darf ich auch nach Indien reisen, zu einer Gruppenreise (bin Solotraveller) durch Rajastan. Nachdem, was ich bisher gelesen habe, freue ich mich noch viel mehr!!! Dein Bericht ist echt ein Leckermacher!! Auf Jaipur freue ich mich jetzt nach deinen Bildern doppelt.
vielen Dank für die wunderbar, exotischen Eindrücke aus Jaipur! Den Palast der Winde bei Nacht finde ich besonders eindrucksvoll. Aber auch das bunte Treiben auf den Märkten. Toll sah auch Euer Palasthotel aus. Die historische Einrichtung wäre auch genau meins gewesen. Da kann man sich dann ein bisschen fühlen wie in "Tausend und einer- Nacht". Etwas schade wegen der Hitze ansonsten. Stadtbesichtigung bei 40 Grad klingt schon recht anstrengend. Auf Safari war es dagegen ja förderlich wegen der besseren Möglichkeiten der Tigersichtung.
Liebe Grüße und ich freue mich auf Eure letzte Safari, Tina
H.BadgerThemenstarter1’876 Beiträge · seit 201615. Juli 2025 ·
Guten Morgen in die Runde!
@ Sadie Liebe Katrin, das Jaipur-Programm war dem euren sehr ähnlich. Ich denke, dass wir sogar den gleichen Cultural-Guide hatten. Auf einem eurer Fotos der Sternwarte habe ich ihn entdecken können. 🙂 Märkte und Co fand ich faszinierend. Sie haben mich aber auch ziemlich gefordert.
@ Coralbay Hallo Kirsten, wie schön, dass du nach Indien reist! Rajasthan wird dir sicher gut gefallen. Wir haben ja nur einen ganz kleinen Teil sehen können mit Jaipur und Ranthambhore. Und die Temperaturen werden in der späten Monsunzeit sicher auch angenehmer sein. Wahrscheinlich habt ihr keinen Safarischwerpunkt, wenn ihr im August reist?
@ Tina76 Liebe Tina, die Hitze in Jaipur war die extremste auf der ganzen Reise. Durch ihre Trockenheit war es gut zu ertragen, aber lange wollte man nicht in der Sonne herumstehen. Wir haben die Stadtbesichtigung trotzdem genossen. Aber es gibt für solche Aktivitäten sicher bessere Jahreszeiten. Das Hotel war wirklich top! In Rajasthan gibt es ja eine ganze Reihe solcher Heritage Hotels. Das ist schon etwas ganz Besonderes, auf das ich, wenn ich nochmal in der Region wäre, unbedingt ein Auge werfen würde.
Liebe Grüße an alle Mitleserinnen und Mitleser! Sascha
Hach Jaipur habe ich damals ganz alleine erkundet und mich in das Gewusel gestürzt. Ganz ohne Guide. Mein Partner war völlig überfordert und blieb im Hotel. Die Organisation der Milchverkäufer mit den großen Blechkannen am Fahrrad, die Stoffverkäufer, Marktszenen, Feuerstellen, bis hin zu den zerlumpten Tagelöhnern, die auf dem Boden hockten und auf eine Arbeit warteten. Obwohl ich eigentlich mehr Natur und Tiere im Urlaub erleben möchte, haben mich die Menschen, die Paläste, die Kultur sehr sehr fasziniert und beeindruckt. Obwohl ich wirklich weder Ekel noch Scheu habe auch die letzten Ecken zu entdecken, war ich immer wieder froh wieder in der Oase unseres wunderschönen Heritage Hotels zurück zu sein. Palast der Winde und Amber Fort haben wir natürlich auch gesehen. Nur bei Nacht leider nicht. Das sieht auch toll aus.
Was macht ihr eigentlich jetzt in den Sommerferien?