Badger's Birding-Tours II - Indien-Edition

Reisebericht 175 Antworten · 13,3k Aufrufe · gestartet 06. Mai 2025 von H.Badger
1’739 Beiträge · seit 201011. Mai 2025 ·
Hallo Sascha,

ja Delhi kann anstrengend sein, aber mit beeindruckenden Highlights, die fürs Schwitzen entschädigen. Sollte Euch Eure Reiselust ein zweites Mal über Delhi nach Indien führen, plant den Besuch im Roten Fort. Es gibt vielerlei zu bestaunen. Wir hatten es auch erst bei unserer Tour nach Ladakh 2019 geschafft. Einige Bilder des Roten Fort von innen sind auf der letzten Seite meines Ladakh Berichtes, falls Interesse besteht.

Ich freue mich auf die Fortsetzung.

LG
Christa
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
796 Beiträge · seit 200712. Mai 2025 ·
Lieber Sascha,

da hattet Ihr wirklich einen spannenden und gut gefüllten ersten Tag in Indien! Besten Dank für die vielen Informationen (auch zu den etwas kuriosen Einreiseformalitäten) und die eindrücklichen Fotos. Bei uns war eigentlich für nächstes Jahr geplant aus dem hektischen, riesigen Delhi ganz schnell rauszufahren und dann erst richtig zu starten. Deine Bilder und die begeisterte Schilderung vom Humayun-Mausoleum haben mich nun aber umdenken lassen. Dies zumindest möchte ich nun auch unbedingt besichtigen und habe auch schon eine Unterkunft für die erste Nacht dort ganz in der Nähe gefunden. Herzlichen Dank für diesen guten Tipp!

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Liebe Grüße
Tina
Aktuell (von 2025): Sri Lanka 2.0: Birders Paradise - diesmal zu zweit https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/306027-sri-lanka-2-0-birders-paradise-diesmal-zu-zweit.html Sri Lanka 2024: Soloreise im Land der vielen Pfauen https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/304773-sri-lanka-2024-soloreise-im-land-der-vielen-pfauen.html Costa Rica 2023: Von Regenwaldfieber bis Tapirsuche https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303351-costa-rica-23-von-regenwaldfieber-bis-tapir-suche.html Uganda 2022: ohne Gorillas aber mit Chamäleons https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/301530-uganda-2022-ohne-gorillas-aber-mit-chamaeleons.html
Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201613. Mai 2025 ·
@ botswanadreams
Hallo Christa,
wir hatten vor der Reise durchaus Respekt und Vorurteile gegenüber den indischen Großstädten. Sieht man mal von dem Verkehrschaos ab, das wir am Anfang in Delhi ja auch gar nicht erleben mussten, haben uns die Städte überraschend gut gefallen. Dass Delhi so grün ist, hat uns überrascht.
Wenn nichts dazwischen kommt, ist ein Besuch in Kaziranga in einem der nächsten Jahre ziemlich weit oben auf der Liste. Dann ist hoffentlich Zeit, auch das Rote Fort von innen zu sehen. Danke für den Tipp! Delhi hat ja noch viel mehr zu bieten, was wir durch unser knappes Zeitbudget gar nicht sehen konnten.

@ Tina76
Liebe Tina,
der Tag war äußerst vielseitig und über die zahlreichen Eindrücke konnten wir die Anstrengung leicht vergessen.
Ich würde euch auf jeden Fall empfehlen, Delhi als festen Programmpunkt in eure Reise einzubauen. Die Stadt hat wirklich viel zu bieten und der Großstadttrubel gehört zu den vielfältigen (und teilweise durchaus überfordernden) Eindrücken einer Reise nach Indien einfach dazu. Das Humayun-Mausoleum war für uns ein sehr guter Start in die Mogul-Architektur. Ich würde es auf jeden Fall vor den Bauten in Agra besuchen.

Liebe Grüße in die Runde
Sascha
Website: www.picturesgonewild.de Aktuell im Forum: Madagaskar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307123-der-achte-kontinent-madagaskar-2026 SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
796 Beiträge · seit 200713. Mai 2025 ·
Lieber Sascha,

danke für den Tipp! Wir landen allerdings erst am Nachmittag in Delhi und haben daher an diesem Tag leider keine Zeit mehr für eine ausgiebige Besichtigung der Stadt. Das Humayun-Mausoleum möchte ich aber am Anreisetag noch spät besuchen, bevor es am nächsten Morgen direkt weiter nach Agra geht. Daher habe ich nun die erste Übernachtung am Flughafen storniert und gegen eine fußläufig zum Mausoleum gelegene Unterkunft getauscht. So sollte es noch passen. Und wir haben es wir Ihr als guten Startpunkt in die Mogul-Architektur. 🙂 Unsere fertig geplante Rundreise habe ich ansonsten schon nebst mehreren Inlandsflügen gebucht. Viel mehr Flexibilität ist daher nicht vorhanden. Neben Delhi und Agra haben wir übrigens keine Überschneidungen. Daher bin ich umso gespannter, wie es bei Dir war. Denn falls uns Indien gefällt, würden wir da auch noch öfter hinfliegen bei so viel Potential.

Eine Frage noch: wie habt Ihr es in Delhi und Agra mit dem Smog erlebt? Mein Freund hat Asthma und da etwas Befürchtungen. Eine Freundin hatte von schrecklickem Smog in Delhi erzählt, als sie da war. Ein Grund, warum wir dort den Aufenthalt so kurz gehalten haben.

Liebe Grüße
Tina
Aktuell (von 2025): Sri Lanka 2.0: Birders Paradise - diesmal zu zweit https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/306027-sri-lanka-2-0-birders-paradise-diesmal-zu-zweit.html Sri Lanka 2024: Soloreise im Land der vielen Pfauen https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/304773-sri-lanka-2024-soloreise-im-land-der-vielen-pfauen.html Costa Rica 2023: Von Regenwaldfieber bis Tapirsuche https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303351-costa-rica-23-von-regenwaldfieber-bis-tapir-suche.html Uganda 2022: ohne Gorillas aber mit Chamäleons https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/301530-uganda-2022-ohne-gorillas-aber-mit-chamaeleons.html
zuletzt bearbeitet 13. Mai 2025
Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201613. Mai 2025 ·
Liebe Tina,

da bin ich auf eure Route sehr gespannt! Ihr legt euren Schwerpunkt eher in Zentralindien?

Bei uns war es smogtechnisch in Delhi und Agra entspannt. Beide Orte werden wohl keine Preise für ihre Luftqualität bekommen, aber wir konnten dort atmen, ohne irgendeine Reizung zu spüren. Die mitgebrachten FFP-2-Masken durften im Koffer bleiben. Wir hatten in Agra sogar eine relativ gute Weitsicht.
Im Winter soll es in Delhi aber anders aussehen. Im November 2024 wurde doch der Präsenzunterricht an den Schulen wegen des dichten Smogs ausgesetzt. Dann kommt zu den "normalen" Abgasen wohl nämlich noch der Rauch aus der Verbrennung von Ernteabfällen hinzu.

Liebe Grüße
Sascha
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29 Beiträge · seit 201813. Mai 2025 ·
@H.Badger
Wenn nichts dazwischen kommt, ist ein Besuch in Kaziranga in einem der nächsten Jahre ziemlich weit oben auf der Liste. Dann ist hoffentlich Zeit, auch das Rote Fort von innen zu sehen. Danke für den Tipp! Delhi hat ja noch viel mehr zu bieten, was wir durch unser knappes Zeitbudget gar nicht sehen konnten.

Hallo Sascha,
als stille Leserin verfolge ich deine Berichte im Forum sehr gerne. Als gebürtige Inderin verfolge ich euren neusten Bericht natürlich ebenfalls sehr gerne. Falls es eure Zeit bei einer erneuten Reise nach Indien/Delhi möglich macht, solltet ihr auch unbedingt den Akshardham-Tempel in Delhi besichtigen. Man benötigt dafür allerdings schon ein paar Stunden 😗 , aber er ist wirklich wunderschön. Ich freue mich auf eure Eindrücke in meinem Heimatland.
Viele Grüße, Usha 🙂
Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201615. Mai 2025 ·
Hallo Usha,
wie schön, dass du auch hier mitliest!
Ich freue mich, dich in dein Geburtsland mitzunehmen und bin gespannt, welche Eindrücke und Tipps du noch mit uns teilen magst. Der Besuch des Akshardham-Tempels ist schonmal vermerkt. Dankeschön! 🙂

Jetzt geht es hier auch endlich mal im Bericht weiter...

Lieber Gruß
Sascha
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Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201615. Mai 2025 ·
2. Kapitel: Von Delhi zum Jim-Corbett-Nationalpark

Ähnlich gut wie das Abendessen ist auch das Frühstück im Eros Hotel. Mit gut gefüllten Bäuchen treffen wir CB und Mr. Satdev in der Lobby des Hotels. Schnell werden unsere Koffer wieder auf das Autodach gewuchtet und sicher vertäut. Und dann verlassen wir Delhi. Das ist ein sehr kurzer Satz für einen länger andauernden Prozess. Denn heute ist Montag und auch zu recht früher Stunde ist der Verkehr bereits um einiges lebendiger als am Vortag. Dazu kommt, dass sich Delhi natürlich extrem ausdehnt und so fahren wir noch eine ganze Weile vorbei an quirligem Leben und riesigen Hochhauskomplexen. So gibt es immer etwas zu sehen.

Die Fahrt von ca. 270 Kilometern Länge wird insgesamt etwa sechs Stunden dauern. Zuerst folgen wir einem gut ausgebauten Highway, später wird es über kleinere Straßen durch vielerlei Siedlungen gehen. Mittagsrast machen wir an einer Dharma. Das ist eine typische Raststätte, von denen sich zahlreiche an den großen Straßen Indiens finden. CB hat für uns heute die Shiva-Dharma ausgewählt. Das Lokal ist gut gepflegt, es gibt leckeres Essen und wir probieren zum ersten Mal den typischen würzig-süßen Chai. Und auch die Waschräume der Raststätte sind u.a. westlich ausgestattet und dazu noch blitzsauber – das wird übrigens bei allen Orten, an denen wir eine Pause einlegen, so sein. Eine schöne Unterbrechung des langen Wegs.

Durch landwirtschaftlich geprägte Gegend (mit der Vorbeifahr-Sichtung unserer ersten Nilgauantilopen auf den die Straße säumenden Feldern) legen wir den weiteren Weg bis zu unserem Ziel am Rand des Jim-Corbett-Nationalparks zurück. Die Fahrt zieht sich dabei durchaus.

Der Corbett-Nationalpark liegt im indischen Bundesstaat Uttarakhand am Fuß des Himalaya, dessen hohe Gebirgszüge man aber von dort nicht sehen kann. Er ist nach dem britischen Jäger und Naturschützer Jim Corbett benannt, der 1936 maßgeblich daran beteiligt war, dass dieser erste Nationalpark in Indien eingerichtet wurde.
Wir wohnen die nächsten drei Nächte im River Edge Resort, einer kleinen Hotelanlage direkt am Ufer des Kosi-Flusses.

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Die Unterkunft umfasst etwa zehn Zimmer, die in fünf zweistöckigen Häusern über ein kleines Gartenareal verteilt sind. Dazu gibt es einen Pool (ganz wichtig für die Kids!) und ein wirklich exzellentes Restaurant, das optisch zwar eher schlicht daherkommt, kulinarisch aber mit zum Besten auf unserer Reise gehört. Wir haben hier Vollpension und können gar nicht so viel essen, wie uns hier zu drei Mahlzeiten am Tag angeboten wird… 😛

Nachdem wir unser schlichtes Zimmer bezogen haben, möchten die Kinder unbedingt den Pool erkunden. Dieser ist jedoch aktuell fest im Besitz einer Rhesusaffenfamilie, die immer wieder auf einen etwa drei Meter hohen Baum am Rand des Schwimmbeckens klettert, um dann wie von einem Sprungbrett aus mit lautem Klatschen ins kühle Nass zu springen. Was sind die verspielten Makaken doch für überraschend geschickte Schwimmer! Wir beobachten höchst amüsiert. Als wir aber endlich die Kameras aus dem Zimmer geholt haben, ist der Affen-Badespaß leider beendet und wir können die Tiere nur im Ruhezustand ablichten.

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Nachdem die Makaken von der Bildfläche verschwunden sind, machen schließlich unsere Kinder den Pool unsicher. Bei der herrschenden Hitze des Nachmittags ist das Wasser eine wirklich willkommene Abkühlung. Da kann man die Affen schon verstehen.

Nach dieser Pause unternehmen wir am fortgeschrittenen Tag noch einen lohnenswerten Ausflug zum nahen Garjia Tempel, der sich inmitten des Kosi-Flusses auf einem schroffen Felsen erhebt.

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Der kleine Tempel liegt absolut malerisch. Um ihn herum ist eine Menge los. Es gibt bunte Stände, an denen die Pilger diverse Devotionalien kaufen können. Und Pilger gibt es hier zahlreich. Es wird im Fluss gebadet und geduldig angestanden, um die steilen Stufen zum Tempel hinaufzusteigen.

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Mittendrin trotten heilige Kühe umher. Wir sind die einzigen Westler und werden entsprechend beäugt.

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Das zu dieser Jahreszeit weitgehend trockene Flussbett nutzen wir zu einem kleinen Birding-Spaziergang. Wir hoffen auf Ibisbills, können die schönen Vögel aber leider nicht entdecken. Dafür zeigen sich Common und White-Breasted Kingfisher. Über unseren Köpfen fliegen Great Hornbills hinweg. Was sind das doch für riesige und schöne Tiere! Leider sind die genannten Vögel entweder weit weg oder sitzen im schlimmsten Gegenlicht. Die fotografische Ausbeute ist daher etwas schmaler. Immerhin ein paar andere Vögel können wir im Flussbett jedoch festhalten.

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River Lapwing (Flusskibitz)

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White-browed Wagtail (Weißbrauenstelze)

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Common Greenshank (Grünschenkel)

Bis zum Sonnenuntergang bleiben wir hier und genießen die Vogelwelt und das lebendige Treiben rund um den kleinen Tempel.

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Gern würden die Kinder eines der Tücher als Souvenir erwerben, die von den Gläubigen als Opfergabe im Tempel dargebracht werden. Da aber keines der Stoffstücke im Rahmen der reichhaltigen Verzierung aus nachvollziehbaren Gründen auf die Swastika als religiöses Glücksymbol verzichtet, sehen wir aus ebenso nachvollziehbaren Gründen von einem Kauf ab.

Nach Einbruch der Dunkelheit erreichen wir das River Edge und genießen zum Tagesabschluss ein wunderbares Dinner. Hier wird ganz authentisch nordindisch gekocht. Masala Paneer und Co wissen auf ganzer Linie zu überzeugen und sind so gewürzt, dass auch der sensible Mitteleuropäer mit Genuss speisen kann.

Bald geht es dann in die bequemen Betten, denn um kurz vor fünf wird die Nacht bereits wieder vorbei sein. Wir werden zu unserer ersten indischen Safari in den Corbett-Nationalpark aufbrechen.
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zuletzt bearbeitet 15. Mai 2025
796 Beiträge · seit 200715. Mai 2025 ·
Lieber Sascha,

wie schön, dass es hier weitergeht. Dein wie gewohnt super geschriebener Bericht und die stimmungsvollen Fotos machen wirklich Lust auf eine Indien-Reise. Die grüne Berglandschaft rund um den Corbett NP gefällt mir sehr gut. Von Eurer Unterkunft scheint Ihr auch einen tollen Blick auf den Fluss gehabt zu haben.

Danke ansonsten noch wegen der Infos zum Smog in Delhi & Co. FFP2-Masken für Notfälle mitzunehmen ist auf jeden Fall eine gute Idee, die ich mir merke. Wer weiß, wie es zu unserer Reisezeit sein wird. Und zu Deiner Frage wegen der Route hattest Du ja schon eine private Nachricht bekommen.

So, nun bin ich aber auf Eure erste indische Safari gespannt und ob sich das frühe Aufstehen gelohnt hat.
Liebe Grüße
Tina
Aktuell (von 2025): Sri Lanka 2.0: Birders Paradise - diesmal zu zweit https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/306027-sri-lanka-2-0-birders-paradise-diesmal-zu-zweit.html Sri Lanka 2024: Soloreise im Land der vielen Pfauen https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/304773-sri-lanka-2024-soloreise-im-land-der-vielen-pfauen.html Costa Rica 2023: Von Regenwaldfieber bis Tapirsuche https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303351-costa-rica-23-von-regenwaldfieber-bis-tapir-suche.html Uganda 2022: ohne Gorillas aber mit Chamäleons https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/301530-uganda-2022-ohne-gorillas-aber-mit-chamaeleons.html
1’625 Beiträge · seit 201515. Mai 2025 ·
H.Badger schrieb:Wir werden auf unsere erste indische Safari in den Corbett-Nationalpark aufbrechen.
Puh, da habe ich es gerade noch pünktlich zur 1. Safari geschafft, um mich hier zur melden. Klar lese ich schon die ganze Zeit mit und freue mich sehr darüber, dass Euch Indien gut gefallen hat. Wenn man "mitverantwortlich" war, ist das schon wichtig. Allerdings hoffe ich beim weiteren Bericht wird mein Indien-Fernweh nicht noch größer werden. Unsere 5 Nächte in Kanha letzten November waren so schön, aber die Preise, die inzwischen für Nicht-Inder verlangt werden, sind schon sehr happig. Um so besser jetzt virtuell kostenlos mitzureisen zu können 🙂 . Also schon einmal vielen herzlichen Dank fürs Schreiben!
Viele Grüße,
Elisabeth

P.S. Zum Thema Smog. Wir haben den Smog, ausgelöst durch die Brände 11/2024 miterlebt, zum Glück "nur" in der Nacht, die wir im Flughafen von Delhi verbracht haben. Der Rauchgeruch war auch im Gebäude fast unerträglich. 2,5 Wochen später hatten wir strahlend blauen Himmel. Nebel und Smog gibt es im Winter, wenn die kalte Luft vom Himalaya kommt und die Abgase nicht weg können. Windstille tut das übrige....Das betrifft auch zum Beispiel Agra. Aber wer zum Beispiel zum Dewali und zum Pushkarfest will, muss da halt durch 😗 .
Reiseberichte/ Fotos im Namibiaforum: Namibia, 2x Kenia, Äthiopien/Djibouti, Südafrika, Marokko, Ecuador Festland Reiseberichte/Fotos in Ingrids Forum: Baja California, Delta und Krüger, Simbabwe, Réunion, Ecuador/Galapagos, 2x Indien, Milos/Santorini, Kanada "Viele sagen, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo´s am schönsten ist." Das Känguruh
zuletzt bearbeitet 15. Mai 2025
8 Beiträge · seit 202016. Mai 2025 ·
Hallo Sascha,

wie beim Treffen in Bonn versprochen lese ich diesmal nicht nur still und heimlich mit, sondern werde mich bemühen auch etwas zu schreiben.
Auf jeden Fall bin ich von eurem ersten Tag genauso erschlagen wie ihr es sicherlich ward. Randvoll mit ungewohnten Eindrücken. Toll- ich bin sehr gespannt auf diese mir unbekannte Land!
Liebe Grüße Nicole
2007 Südafrika/2009 Südafrika/ 2011 Botswana/ 2014 Namibia und Botswana/ 2016 Namibia/ 2019 Namibia und Botswana/ 2022 Südafrika/ 2023 Namibia
Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201617. Mai 2025 ·
Guten Morgen!

@Tina76
Liebe Tina,
landschaftlich hat es uns am und im Corbett-NP von allen Stationen unserer Tour am besten gefallen. Auch im April ist es dort ein wenig grün und so erscheint die Szenerie etwas lieblicher als anderenorts. Und auch die Berge haben hier ihren Reiz. Unser Hotel bot eine Aussichtsterrasse über den Fluss. Der Kosi ist im April aber nur ein Rinnsal. Nach dem Monsun ist das sicher ein ganz anderer Anblick. Bei uns waren es mehr Steine als Fluss.

@sphinx
Liebe Elisabeth,
wie schön, dass du mitliest!
Mal sehen, ob ich euch als alten Hasen noch ein paar neue Eindrücke spendieren kann.
Für uns jedenfalls hat unsere Ersttätertour durchaus den Wunsch nach einer Rückkehr nach Indien gepflanzt. Es gibt noch so viel zu sehen! Und Kanha und Co interessieren uns natürlich auch.
Aber bezüglich der Preise hast du natürlich absolut recht. Es ist schon bemerkenswert, was man als Ausländer für eine Privat-Pirschfahrt hinblättern muss. Das steht schon in einem gewissen Gegensatz zu Unterkunft und Verpflegung.

@ Nisoka
Hallo Nicole,
das freut mich aber, dass du dich hier meldest!
Das Forumstreffen habe ich in sehr guter Erinnerung. Ein echt schöner Abend!
Der erste Tag war wirklich sehr dicht. Und die Fülle der Eindrücke war die ganzen zwei Wochen dauerhaft hoch. Der ein oder andere Ruhetag wäre da sicher nicht schlecht gewesen, um Neues sacken lassen zu können. Aber zwei Wochen Osterferien sind eben nur 14 Tage lang... 😉

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende und freue mich über euer Interesse!

Herzlich
Sascha
Website: www.picturesgonewild.de Aktuell im Forum: Madagaskar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307123-der-achte-kontinent-madagaskar-2026 SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201619. Mai 2025 ·
3.Kapitel: Erste Morgensafari im Corbett-Nationalpark

Unbarmherzig schrillt der Handywecker durch das noch stockdunkle Zimmer. Okay – es ist kurz vor fünf und damit Zeit aufzustehen. Wir sind schließlich im Urlaub. Zuerst unterziehen sich die Erwachsenen einer Katzenwäsche, dann werden die Kinder geweckt. Das ist schon etwas brutal. Unsere Siebensachen haben wir zum Glück bereits am Vorabend gepackt: Fleecejacken für die ganz frühen Stunden liegen bereit, die Kameras sowieso und dazu noch eine Tasche mit Snacks und feuchten Outdoor-Handtüchern, die Wunder wirken, wenn man sie sich in der Tageshitze um die Handgelenke legt oder um den Nacken breitet.

Kurz vor halb sechs marschieren wir gut bepackt zum Rezeptionsgebäude. Dort wartet bereits unser Gypsi auf uns – das sind in Indien die Geländewagen-Modelle, mit denen die Privatsafaris durchgeführt werden. Hinter dem Fahrer- und Beifahrersitz befinden sich zwei Sitzbänke für jeweils drei eher schlanke Personen. Ein Dach gibt es nicht. Alles ist äußerst offen. Alternativ hätte man (etwas preiswerter) auch eine Canter-Safari buchen können. Diese findet dann gemeinsam mit rund zwanzig anderen Leuten auf der umgebauten Ladefläche eines LKW statt. Canter haben wir erst in Ranthambhore gesehen und sind rückblickend äußerst froh, nicht diese Art des Gamedrives gebucht zu haben… 😗

Wir werden heute und morgen auf unseren insgesamt vier Ausfahrten immer denselben Fahrer haben. Dazu kommt noch ein Forest-Guide, der bei jeder Safari wechseln wird. Fahrer und Guide sind motiviert bei der Sache, CB sowieso.
Im Zwielicht des anbrechenden Tages nehmen die Damen in der ersten Sitzreihe Platz, CB und ich besetzen die Rückbank. Diese Konstellation werden wir die ganze Zeit über beibehalten.

Einige Kilometer gilt es zurückzulegen, bis wir das Gate erreichen, das zu der uns für den heutigen Morgen zugewiesenen Zone des Nationalparks führen wird. Wir werden die nächsten Stunden in der Dhela-Zone verbringen, die eine Mischung aus dichtem Wald und offener Graslandschaft bereithält.

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Am Tor ist bei unserer Ankunft noch nicht viel los. Insgesamt werden vielleicht zehn Autos mit uns gemeinsam zu früher Stunde einfahren. Das hatten wir uns viel rummeliger vorgestellt. Wir müssen unsere Pässe vorzeigen, alle Daten werden mit unserer Buchung abgeglichen, die schon einige Monate zurückliegt. In Indien ist Safari eine stark regulierte Angelegenheit. In jedem Zeitfenster – also morgens oder nachmittags – darf nur eine klar begrenzte Autoanzahl in den Park einfahren. Je Zone sind das vielleicht zwanzig Fahrzeuge. Es ist dabei streng untersagt, die zugewiesene Zone zu verlassen oder länger als erlaubt im Park zu bleiben. Die Autos im Corbett sind allesamt getrackt. Den Fahrern drohen bei Missachtung der Regeln empfindliche Strafen. Ein positiver Effekt dieser Strenge ist natürlich, dass die Tierwelt nicht über Gebühr belästigt wird. Wagenburgen von dreißig oder mehr Autos wird man hier zum Glück vergeblich suchen.

Als das Tor sich öffnet, steigt unser Forest-Guide hinzu und die Fahrt in den indischen Dschungel beginnt. Was sind wir gespannt!
Bereits auf der Zufahrtsstraße haben wir im noch schummerigen Licht unsere ersten Sichtungen.

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Indian Grey Hornbill (Indienhornvogel)


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Grey Francolin (Wachtelfrankolin)

Nach vielleicht zwei Kilometern Fahrt sind aus dem dichten Bewuchs, der sich rechts und links der Straße befindet, deutliche Warnrufe zu hören. Hier sind es wohl Axishirsche, die laut schnauben und damit auf die Präsenz eines Tigers hinweisen. Da der Dschungel äußerst dschungelig ist, sind diese akustischen Indikatoren beim Auffinden von Tigern elementar. Mehr als wenige Meter kann man selten ins Dickicht blicken. Solange ein Tiger in Bewegung ist, werden die Warnrufe anhalten und dabei – so die Hoffnung – die Richtung preisgeben, in die die Raubkatze zieht. Immer wenn solche Rufe erschallen – entweder aus den Kehlen der Axishirsche oder von Sambarhirschen oder Languren ausgestoßen – wird das Auto gestoppt und es wird gewartet und in die dichte Vegetation gestarrt. Das verlangt durchaus Geduld und diese wird auch längst nicht immer belohnt.
Heute früh ist es aber anders, denn bereits nach kurzer Zeit kreuzt tatsächlich ein Tiger in mittlerer Entfernung hinter unserem Auto den Weg. So schnell wie er kam, ist er jedoch auch wieder im Dickicht verschwunden. Leider hat die Katze es augenscheinlich richtig eilig. Und an ein Foto ist leider gar nicht zu denken. Wie schade!

Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, denn der Tiger scheint eine Richtung eingeschlagen zu haben, in der ein weiterer Waldweg liegt. Diesen steuern wir nun an und warten. Die warnenden Hirsche bleiben aktiv und tatsächlich zeigt sich der Tiger nach einigen Minuten erneut beim Queren des Wegs – nur leider taucht er weiter entfernt auf als gedacht und ist wieder mit enormer Geschwindigkeit unterwegs. So entsteht auch hier nur unscharfes Bildmaterial, das nicht mal als Sichtungsbeweis taugen will. Das Fotografenherz blutet etwas, während wir von der ersten Tigersichtung eigentlich euphorisiert sein sollten. Der Forest-Guide meint, dass es sich bei der Tigerin, die wir kurz gesehen haben, um eine der scheuen Katzen des Corbett handelt. Schon wenige Autos seien ihr nicht geheuer und so meide sie die Wege, die durch den Park führen. Aber immerhin: Noch keine Stunde auf Safari und eine erste Tiger-Sekunden-Sichtung.

Wir verlassen den dichten Wald und fahren durch offenes Grasland. Der Forest-Guide kennt einen Nistbaum von Brahma-Käuzen. Diesen steuern wir nun an – CB weiß schließlich, dass wir große Eulenfreunde sind. Auch das ist ein Vorteil von Privatausfahrten. Denn Canter-Safaris sind die ganze Zeit über eigentlich nur auf Tigersuche unterwegs und für anderes Wildlife – dabei gar Vögel – wird kaum gehalten.
Wir genießen im schönen Morgenlicht ausgiebig den Blick auf den kleinen Brahmakauz. Wieder eine neue Eulenart auf der Liste!

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Nach langer Eulenbetrachtung umkreisen wir das Grasfeld und hören dabei erneut Warnrufe. Da diese grob aus der Laufrichtung unserer flotten Tigerin kommen, warten wir. Die Rufe sind dieses Mal richtig nah, aber leider will sich die Katze nicht zeigen. Wahrscheinlich sieht sie uns aus dem Dickicht heraus und zieht es vor, im Verborgenen zu bleiben. Irgendwann verstummen die Rufe und wir machen uns wieder auf den Weg. Schade.

Dafür kommt uns kurz nach der Weiterfahrt ein Goldschakal entgegen. Ein schönes Tier!

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Und wenig später treffen wir auf unsere ersten asiatischen Elefanten seit 2018. Eine kleine Familiengruppe ist an einer Wasserstelle unterwegs. Einige Kühe und Jungtiere lassen sich beim Trinken und Herumstromern beobachten.

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Als eine junge Kuh übermütig auf den Weg spaziert, genießen wir eine richtig schöne Beobachtung.

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Im schönsten Sonnenlicht können wir alsbald einige Brahminy-Starlings (Pagodenstar) entdecken. Das Schöne am Birden in unbekannten Gefilden ist, dass sich Erstsichtung an Erstsichtung reiht.

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Später zeigt sich uns noch ein riesiger Elefantenbulle. Leider ist das Licht hier nicht optimal. Und so langsam wird es auch richtig heiß.

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Eine Rhesusmakake mit Jungtier kreuzt unseren Weg.

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Und dann warten wir – zum Glück im Schatten der dichten Bäume – einmal mehr an einer Tiger-Verdachtsstelle, ohne dass sich der Tiger zeigen möchte. Dafür zeigt uns CB aber einen Asiatischen Paradiesschnäpper in seiner ganzen Pracht, der sich unweit von uns flink durch die Bäume bewegt, zu unserem Glück aber bald für lange Augenblicke malerisch verharrt. Eine so schöne Beobachtung war uns bezüglich seines afrikanischen Vetters trotz vieler Reisen noch nicht vergönnt. Entsprechend erfreut ist das Fotografenherz, auch wenn der Tiger noch auf der Speicherkarte fehlt.

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Bald ist es an der Zeit, den Park zu verlassen – wie gesagt: Die Zeiten werden genau kontrolliert. Auf der Teerstraße, die hinausführt, begegnet uns noch ein Bankivahuhn als Abschiedssichtung. Erneut ein wirklich schöner Vogel.

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Und das war sie auch schon: Unsere erste Safari in Indien. Ein Tiger, kein Foto. Aber es folgen ja noch einige Chancen. Dafür aber Elefanten, ein Goldschakal und jede Menge uns begeisternder Vögel. Kein schlechter Start.

Durch die Hitze des Vormittags fahren wir zurück ins Hotel. Der Fahrtwind ist bei diesen Temperaturen sehr willkommen.
Im River Edge Resort wartet ein gutes Frühstück auf uns, die Betten rufen nach dem frühen Aufstehen lautstark und laden zu einer Siesta ein. Und natürlich möchte auch der Pool ausgiebig genutzt werden.

Am Nachmittag geht es zurück in den Park. Wir werden die Jhirna-Zone erkunden.
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zuletzt bearbeitet 19. Mai 2025
Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201620. Mai 2025 ·
4. Kapitel: Ein Nachmittag in der Jhirna-Zone

Die Stunden zwischen den Gamedrives haben wir gut genutzt. Neben einem leichten Mittagessen (sehr lecker – aber: Wer soll so viel essen?) und Poolzeit kam auch das Birding auf dem Hotelgelände nicht zu kurz.

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Gangesbrillenvogel (Oriental White-eye)

Gegen 14.30 Uhr ist unsere Pause aber vorbei. Der Gypsy wartet an der Einfahrt zum Hotel und voller freudiger Erwartungen nehmen wir die angestammten Plätze ein. Der Weg führt uns heute Nachmittag zum selben Eingangstor wie am frühen Morgen. Um die Jhirna-Zone zu erreichen, muss man die Hauptpiste der Dhela-Zone bis zu ihrem Ende fahren.
Am Gate ist wieder erstaunlich wenig los. Es sind mehr Graue Languren als Jeeps vor Ort.

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Nach einem kurzen Stopp am Brahmakauz-Baum, dessen Bewohner sich aber nachvollziehbarerweise in den Schatten zurückgezogen hat, erreichen wir bald den Zugang zur Jhirna-Zone.

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Heute Nachmittag werden wir oft ganz allein über die Pisten des Parks fahren. Die wenigen Autos, die mit uns in die Zone einfahren, verteilen sich nach kurzer Zeit. Das ist schonmal schön.
Weniger schön ist, dass sich die Sichtungen während der Ausfahrt in Grenzen halten werden. Wenn ich mich recht erinnere, gab es während der nun anbrechenden gut zweieinhalb Stunden nicht mal Alarm-Call-Stopps.

Die Jhirna-Zone besteht mehrheitlich aus schönem, aber eben auch sehr dichtem Dschungel. Da freut man sich, wenn mal ein Spotted Deer in einem lichteren Bereich unterwegs ist.

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Unterbrochen wird der dichte Bewuchs durch einige Flussbetten. Hier hat man naturgemäß einen weiteren Blick und es ergibt sich sogleich die schöne Sichtung eines stattlichen Elefantenbullens.

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Lange halten wir oberhalb einer steilen Böschung und beobachten vielerlei Vögel. In einiger Entfernung sitzen Schneegeier (Himalayan Vulture) am gegenüberliegenden Felsen.

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Viel näher sind wir aber einer Kolonie von Blauschwanzspinten (Blue-tailed Bee-eater), unter sie sich auch ein Bronzescheitel-Smaragdspint (Green Bee-eater) gemischt hat.

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Hier gelingen schöne Beobachtungen.

Ein Haubenschlangenadler (Crested Serpent Eagle) lässt sich auch blicken.

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Und es kommt zu einer gegenseitigen Beobachtung zwischen uns und Rhesusaffen. Hier pulsiert das Leben und die Landschaft ist absolut malerisch. Richtig schön.

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In einem anderen Flussschleife steht ein weiterer Elefantenbulle. In Punkto Elefanten wird der Corbett NP seinem Ruf gerecht.

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Weiter geht es durch dichte Vegetation mit wenig bis gar keinen Sichtungen. Wenn ein Tier nicht auf oder direkt neben dem Weg steht (und es keine Warnrufe gibt), würde man wahrscheinlich achtlos vorbeifahren. 😵

Erst an einem kleinen Wasserloch sehen wir wieder tierisches Leben.

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Ein Bronzescheitel-Smaragdspint (Green Bee-eater)

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Eine Pfauendame

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Und ein Weißhaubenhäherling (White-crested Laughingthrush), den ich mit seinem ausgeprägten weißen Schopf sehr sehenswert finde. Einer meiner Lieblingsvögel aus dem Corbett.

Nach einer längeren Weile treffen wir auch auf Säugetiere. Zwei Muntjaks sind im Gehölz neben der Piste unterwegs, dabei aber nur schwer zu fotografieren. Erst als sie den Weg queren, gelingt ein buschfreies Foto des Weibchens.

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Der Rest der Fahrt in der Jhirna-Zone verläuft ereignislos und in mir beginnt es sich langsam einzudunkeln. Tiere sehen wir wenige – und wenn, dann sind sie hinter Ästen verborgen. Und auch die Vogelwelt fliegt gern schnell weiter, wenn wir unser Auto stoppen. 🙁
Ein kleiner Höhepunkt ist da die Sichtung von zwei Doppelhornvögeln (Great Hornbill), auch wenn sich die beeindruckend riesigen Vögel wenig fotogen präsentieren mögen. Aber hier ist zum Glück eine Wunschsichtung erfüllt, die sich auf Basis unseres eigens erstandenen Vogelbestimmungsbuchs ergeben hat.

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Als letzter nennenswerter Vogel zeigt sich uns ein Schwarzstorch weit oben im Wipfel eines großen Baums.

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Als wir den Rückweg über die Dhela-Zone antreten, kommt es unverhofft dann doch noch zu einigen schönen Sichtungen.
Auf der Piste sind ein paar Elefanten unterwegs. Da hier erstmal kein Weiterkommen ist, können wir ganz entspannt beobachten, wie eine große Kuh genüsslich einen Busch zerlegt.

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Als es schließlich weitergeht, halten wir noch bei einigen kapitalen Axishirschen und können gegenüber in einer Senke den zweiten Goldschakal des heutigen Tages beobachten.

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Ein schöner Sonnenuntergang beschließt unseren heutigen Safaritag.

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Trotz dieser malerischen Szenerie kann ich nicht verhehlen, dass ich etwas enttäuscht bin. Und so hadere und grummele ich auf der Rückfahrt in mich hinein. 😵 Irgendwie hatte ich ziemlich falsche Erwartungen und auch darüber ärgere ich mich, denn ich bin ja kein Safari-Neuling mehr. 😗 Aber der vermaledeite Tiger-Sichtungsdruck ist leider deutlich spürbar und konnte durch die Sekundensichtungen am Morgen nicht erkennbar gelindert werden. Das verleidet mir die Freude an den kleinen Dingen. Und ich ärgere mich schon wieder über mich. Denn auch nicht auf jeder Drei-Stunden-Runde durch Etosha, Kruger und Co würde ich davon ausgehen, dass sich Löwen oder gar Leoparden in fotogensten Posen zeigen. Aber hier in Indien erwarte ich irgendwie, dass die Tiger nur so auf der Straße oder an jeder Wasserstelle liegen. Und das ist in Anbetracht der überschaubaren Gesamtzahl dieser Tiere von weniger als 3700 Tieren im ganzen Land wahrlich wenig wahrscheinlich. Und wenn dazu noch der dichte Dschungel mit seiner begrenzten Sichtweite kommt… Ich weiß auch nicht: Jedenfalls grummele ich darüber nach, warum die Tigersuche bei anderen (oder in diversen Reiseberichten) so einfach aussieht und bei uns noch nicht richtig erfolgreich war. Was bleibt, ist erstmal ein schales Gefühl. Eigentlich blöd, wenn man bedenkt, dass wir erst einen Safaritag hinter uns haben. Aber in der Situation selbst erschien mir das alles jedenfalls höchst ungerecht zu sein und erst im Rückblick kann ich altersweise darüber schmunzeln.

Das Abendessen ist wie am Vortag fantastisch und bald geht es in Richtung Betten. Mitten in der Nacht werden wir von lautem Getöse aus dem Schlaf gerissen. Ein mächtiges Gewitter tobt direkt über unseren Köpfen. Es blitzt und donnert in schneller Taktung. Dazu fällt ein sintflutartiger Regen, dass es nur so rauscht. Damit hatten wir im trocken-heißen April Indiens überhaupt nicht gerechnet und so hoffen wir, als wir uns wieder in die Betten kuscheln, dass das Gewitter bis zum frühen Morgen weitergezogen sein wird – sonst wird die Ausfahrt so ganz ohne Dach eine ziemlich nasse Angelegenheit… 😣
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zuletzt bearbeitet 20. Mai 2025
5’062 Beiträge · seit 201420. Mai 2025 ·
Hi Sascha,

wie ich schon vermutet habe, hat euch auch in Indien das Sichtungsglück nicht verlassen! Vielen Dank fürs Zeigen der tollen Fotos!

Liebe Grüße
Konni
Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html https://www.tickerfactory.com/ezt/d/4;10402;80/st/20261020/e/Namibia+%26+KTP+2026/dt/6/k/0145/event.png
796 Beiträge · seit 200720. Mai 2025 ·
Lieber Sascha,

danke für die schönen Eindrücke von Eurem ersten Safari-Tag! Wenn auch (bisher noch) ohne Tigerfotos und nur mit Sekundentigersichtungen, war das doch eine tolle Ausbeute. Vor allem die Vielzahl an unterschiedlichen Vögeln begeistert mich. Interessant, dass Ihr im Norden Indiens hauptsächlich ganz andere Vögel abgelichtet habt, als weiter unten in Sri Lanka vorkommen. Das lässt auch mich auf viele Neusichtungen bei unserer Indien-Tour nächstes Jahr hoffen. Ich bin schon sehr gespannt, wie es die nächsten Tage weiter geht!

War es denn ansonsten im dachlosen Safarifahrzeug bei den Temperaturen einigermaßen erträglich? Das kenne ich so gar nicht.

Liebe Grüße
Tina
Aktuell (von 2025): Sri Lanka 2.0: Birders Paradise - diesmal zu zweit https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/306027-sri-lanka-2-0-birders-paradise-diesmal-zu-zweit.html Sri Lanka 2024: Soloreise im Land der vielen Pfauen https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/304773-sri-lanka-2024-soloreise-im-land-der-vielen-pfauen.html Costa Rica 2023: Von Regenwaldfieber bis Tapirsuche https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303351-costa-rica-23-von-regenwaldfieber-bis-tapir-suche.html Uganda 2022: ohne Gorillas aber mit Chamäleons https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/301530-uganda-2022-ohne-gorillas-aber-mit-chamaeleons.html
zuletzt bearbeitet 20. Mai 2025
8’057 Beiträge · seit 200821. Mai 2025 ·
Hallo Sascha,

Echt tolle Eindrücke!

Die Vogel Bilder sind klasse.

Danke für's teilen.

Schönen Tag
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
8’796 Beiträge · seit 201022. Mai 2025 ·
Guten Morgen Sascha,

ich kann mir gut vorstellen (und habs ja auch ein bisschen halblive mmitbekommen), wie frustriert man bei solch zähen Gamedrives sein kann.

Im Bericht sieht man dann (fast) immer nur die schönen Momente und denkt, so schlimm war es doch gar nicht.... 😕 ?!

Trotzdem beneide ich dich um die Neusichtungen der teilweise recht witzig aussehenden Vögel - wer braucht denn da schon Tiger? 😗 😎

Liebe Grüße von Bele (und danke fürs Berichten natürlich, es fällt sicher nicht leicht, solch - aus Sicht eines Tigersuchenden - schwierige Kapitel zu schreiben und dabei dann auch noch so viel Selbstreflexion zu betreiben....).
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 22. Mai 2025
Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201623. Mai 2025 ·
Wie schön, dass sich hier so viele von euch zu Wort melden! 🙂 🙂 🙂

@ Daxiang
Liebe Konni,
wenn ich die Fotos ansehe, erfreue ich mich auch an der Vielfalt und bin zufrieden. Unterwegs war ich an dieser Stelle gar nicht so sehr überzeugt, dass uns das Sichtungsglück nicht verlassen hat...
Schön, dass du weiter dabei bist!

@casimodo
Lieber Carsten,
2007 waren wir auch noch voll auf Säugetiere eingestellt und haben Vögel kaum wahrgenommen. Das wird sehr deutlich, wenn wir uns die damaligen Fotos aus Namibia und Co ansehen...
Was ist es doch für eine Bereicherung, den Fokus auf die Vogelwelt auszuweiten! Und wenn man einmal angefangen hat, kann man gar nicht mehr aufhören...
Ich wünsche euch eine tolle Zeit im hohen Norden und dort auch das ein oder andere wunderbare Vogel-Sighting!

@ Tina76
Liebe Tina,
das ist das Wunderbare an neuen Zielen: Ständig hat man Erstsichtungen! 😛
Das werdet ihr sicher auch genießen.
Der dachlose Gypsy war im schattigen Wald kein Problem. Wenn man aber in der prallen Sonne für eine Stunde an einer Sichtung steht oder auf einen Tiger wartet und hofft, kann das im April schon ziemlich heiß werden. Man braucht eine gute Sonnencreme und auf jeden Fall Hüte. Wir hatten immer nasse Outdoor-Handtücher zur Kühlung dabei und vier kleine Regenschirme, um Schatten zu generieren. Die haben wir aber nur im Ausnahmefall benutzt.
Euch beiden eine gute Reise! Ich bin gespannt auf euren Bericht und die Geier!

@ Annick
Hallo Annick,
wie schön, dass du als vielgereiste Abenteuerin auch dabei bist!
Danke für das Fotolob!

@ Bele
Liebe Bele,
du schreibst:
"Trotzdem beneide ich dich um die Neusichtungen der teilweise recht witzig aussehenden Vögel - wer braucht denn da schon Tiger?"
Die klare Antwort zu diesem Zeitpunkt der Reise: ICH!!! 😉
So schön die Vögel waren, sie konnten den Sichtungswunsch nicht wirklich lindern. Und es wäre auch zu blöd gewesen, wenn es am Ende bei unserer Sekunden-Morgensichtung geblieben wäre. Für meine Psyche und Entspannung wäre es gut gewesen, wenn es früher mit einer Sichtung geklappt hätte.
Zwischenzeitlich hatte ich auf der Reise darüber nachgedacht, einem möglichen Reisebericht den Titel "Unsere Sichtungsfee spricht leider kein Hindi" zu geben. Der war dann am Ende zum Glück aber doch nicht mehr passend. 😄

Danke allen fürs Mitlesen und Button-Drücken!

Herzlich
Sascha
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zuletzt bearbeitet 23. Mai 2025