3 Wochen Rundreise ohne Etosha ?

13 Antworten · 1'455 Aufrufe · gestartet 13. März 2025 von Patwaterman
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Themenstarter2 Beiträge · seit 202513. März 2025 · #1
Hallo,
und erstmal vielen Dank für dieses tolle Forum und Eure hilfreichen Beiträge.
Wir befinden uns gerade im frühen Planungsstadium für unsere erste Namibia-Rundreise für 2026 und ich bin ernsthaft am Überlegen, ob wir Etosha dabei weglassen sollen. Ich hoffe dabei, durch Euer Wissen und Erfahrungen eine bessere Entscheidungsgrundlage zu bekommen.
Kurz zum Hintergrund meiner Frage: Wir sind insgesamt zu fünft, neben meiner Frau und mir unsere 3 - teils erwachsenen - Kinder, und wir sind recht Road-Trip-erfahren (mehrmals in USA, Kanada, Südafrika), jedoch noch nie in Namibia. Wir haben auf unseren bisherigen Trips festgestellt, dass wir mindestens 2 Übernachtungen pro location möchten, nur in Ausnahmefällen (z.B. unmittelbar nach / vor Flug) geht auch mal nur eine Übernachtung.
Für unsere Route nehmen wir uns den "Klassiker" vor, d.h. Windhoek - Namib / Sossusvlei - Swakopmund - Erongo - Damaraland - Etosha (???) - Windhoek
Obwohl wir 3 Wochen haben werden, wird das aber mit unseren Vorstellungen irgendwie recht eng und vielleicht doch zu stressig, und Etosha ist halt schon ein ziemlicher Ritt und nimmt viel Zeit in Anspruch.
In Südafrika haben wir Private Game Reserves schätzen gelernt, die individuell waren und bei denen man exclusive Game Drives hatte und sich nicht - wie z.B. im Krüger Park - die Strasse mit Hunderten von Selbstfahrern teilen musste (und entsprechenden Fahrzeugansammlungen bei einem Löwenrudel oder bei einem Leoparden).
Deshalb meine Frage an Euch: ist Etosha auf einer solchen Rundreise ein Muss oder gibt es auch gute Private Game Reserves, bei denen man ähnliche Wildtierbeobachtungen erleben kann und die noch mehr auf der "Route" liegen würden ? Ich bin da für alle Meinungen oder Anregungen offen, vielleicht sollten wir ja auch anstelle von Etosha lieber auf das Damaraland verzichten ? (wobei mich dort die Unterkünfte wie das Mowani Mountain Camp oder Camp Kipwe schon sehr reizen würden...)
Freue mich auf Eure Ansichten, vorab schon mal vielen Dank
Liebe Grüße, Patrick
33,1k Beiträge · seit 200613. März 2025 · #2
Hi Patrick,
Deshalb meine Frage an Euch: ist Etosha auf einer solchen Rundreise ein Muss oder gibt es auch gute Private Game Reserves, bei denen man ähnliche Wildtierbeobachtungen erleben kann und die noch mehr auf der "Route" liegen würden ? Ich bin da für alle Meinungen oder Anregungen offen, vielleicht sollten wir ja auch anstelle von Etosha lieber auf das Damaraland verzichten ? (wobei mich dort die Unterkünfte wie das Mowani Mountain Camp oder Camp Kipwe schon sehr reizen würden...)
Ich halte Etosha für einen Ersttäter schon für ein Muss. Es gibt aber durchaus auch Wildtierfarmen (Mount Etjo, Okonjima, Onguma etc). Ob die mehr auf Eurer Strecke liegen, würde ich aber verneinen. Wenn ihr eh im Damaraland seid, dann seid ihr praktisch schon was in Etosha (Westeingang) und könnte dort 3-4 Nächte verbringen.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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2'610 Beiträge · seit 200713. März 2025 · #3
Hallo Patrick,

auch wenn ich mich hier nicht als Etosha Fan oute, würde ich dir doch zu ein paar Nächten dort raten. Es ist schon ein Erlebnis, wenn man noch nie dort war. Ich kenne den Krüger nicht, aber so schlimm ist es dort sicher nicht, obwohl man Etosha natürlich nicht mit privaten Game Reserve vergleichen kann. Aber letztendlich ist es wie immer im Leben, was dem einen gefällt, findet der andere scheußlich.

LG
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
112 Beiträge · seit 202413. März 2025 · #4
Ich gebe mal meinen Senf dazu, auch wenn unsere Reise noch bevorsteht und ich somit auch keine wirklichen Erfahrungswerte habe;-)

Wir haben uns entschieden in Okutala einzuquartieren (schätzungsweise 45-60 Min vom Etosha entfernt). Dort kannst Du auch auf jeden Fall Game Drives buchen und auch Game Drives in den Etosha buchen, wenn ihr nicht selbst reinfahren wollt.

Okutala hat auf jeden Fall Nashörner, wohl auch Elefanten; Raubkatzen anscheinend nicht mehr. Am Wasserloch ist quasi ein ebenerdiger Viewpoint ("Sunken Hide") in einer Art Holz-Kabuff, so dass du wirklich sehr nah an die Tiere auch rankommst.

Eine wohl nahezu handzahme Giraffe gibts dort auch noch.
Insgesamt werden die Tiere dort wohl schätzungsweise weniger "wild" sein als direkt im Etosha.

Ich muss aber auch hinzufügen, dass wir uns vor allem aus sentimentalen Gründen für Okutala entschieden haben, da meine Frau dort vor Ewigkeiten mal ein Volontariat gemacht hat und wir ein wenig davor abgeschreckt waren mit dutzenden von Menschen an Wasserlöchern in den Camps zu hocken (wir mögen halt keine Menschenmassen).

Ob wir damit die richtige Entscheidung getroffen haben, kann ich dir noch nicht sagen - Aber vielleicht hiflt es dir ja ein wenig bei eurer Entscheidungsfindung:-)
zuletzt bearbeitet 13. März 2025
925 Beiträge · seit 201613. März 2025 · #5
Hallo,

meine Meinung: Etosha ist kein "Muss", Namibia bietet auch ohne Etosha verdammt viel. Namibia lebt viel mehr von einzigartiger Landschaft und ausgewählten Beobachtungen einzelner Tierarten. PGR wie in Südafrika suchst du in Namibia mehr oder weniger vergeblich. Ja, es gibt Okonjima, Mount Etjo, Onguma etc. Aber das ist meiner Erkenntnis nach weder was Luxus, (je nach dem vermeintliche) Exklusivität noch Tierdichte/Vielfalt und Größe/Authentizität angeht, mit Südafrika zu vergleichen. Macht euch da also nicht zu viele Hofffnungen.

Ich würde es einfach so sehen: wenn euch die Beobachtung von "echtem" Wildlife nicht so wichtig ist, lasst Etosha guten Gewissens weg und gönnt euch in einer der genannten Locations gepamperte "Schein-Wildnis" (oder verzichtet auch darauf). Viele Reisende (wir auch) waren schon Wochen in Namibia ohne Etosha zu besuchen. Wenn ihr schon gerne Elefanten, Löwen, Nashörner etc. sehen möchtet, würde ich Etosha und dem Selbstfahren eine Chance geben. Etosha kann bisweilen so voll wirken wie manche Ecken im Kruger, die Gesamtzahl der Besucher ist dennoch deutlich geringer und die Chance auf Staus/Massenansammlungen ist deutlich geringer.
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
33,1k Beiträge · seit 200613. März 2025 · #6
OFF TOPIC
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Ja, es gibt Okonjima, Mount Etjo, Onguma etc. Aber das ist meiner Erkenntnis nach weder was Luxus, (je nach dem vermeintliche) Exklusivität noch Tierdichte/Vielfalt und Größe/Authentizität angeht, mit Südafrika zu vergleichen. Macht euch da also nicht zu viele Hofffnungen.
Dem würde ich widersprechen. Die meisten namibischen Wildfarmen/Privaten Schutzgebiete sind um ein vielfaches größer als die in Südafrika und haben meist nur eine (mal auch zwei oder drei) Unterkünfte. Wenn ich mir da die 25+ in Sabi angucke, das auch noch kleiner ist als z. B. Erindi oder Sandfontein, überkommt mich der Graus 😉 Aber die subjektiven Eindrücke (natürlich auch meinerseits), Erwartungen und Wünsche sind eben unterschiedlich. Dennoch halte ich Etosha bei 3 Wochen für durchaus sinnvoll, wenn man nicht gerade nur auf Landschaft abfährt.

Viele Grüße
Christian
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33,1k Beiträge · seit 200613. März 2025 · #7
Hi Patrick,

noch ein Nachtrag zu meinem Post vorhin. Schau Dir nochmal die "Standard"-Ersttätertouren an. Da siehst Du, was gut in 3 Wochen möglich ist: https://www.namibia-forum.ch/forum/7-routen/289845-ersttaetertouren-so-sehen-sie-aus.html (soll heißen, Du musst nicht auf Damaraland verzichten, nur weil Du Etosha machst...)

Viele Grüße
Christian
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22 Beiträge · seit 202513. März 2025 · #8
Hallo Patrick,

sollten Wildtierbeobachtungen für Euch keinen hohen Stellenwert haben, könnt Ihr Etosha weglassen. Namibia hat ja noch viel viel mehr zu bieten.
Ich kann Eure Bedenken gut verstehen, ich mag es auch nicht, eine Reise mit zu vielen Destinationen "vollzustopfen" und bin auch "allergisch" gegen 1-Nacht-Aufenthalte.

Ich persönlich würde aber auf kleinere private Reservate álá Okonjima abraten. Das ist aber nur meine persönliche Meinung. Bei mir kommt da halt meist eher "Zoo-Feeling" als "Afrika-Feeling" auf.
Sprich: Wenn Tiere, dann im Etosha. Sonst halt lieber ein paar Nächte in anderen Destinationen mehr einbauen um den Stressfaktor zu verringern. Und sollte es mal eine zweite Reise geben, könnt Ihr Etosha immer noch nachholen oder bspw. in Richtung Caprivi gehen.

Wie aber schon angemerkt, halte ich das Einbauen von Etosha bei 3 Wochen für gut möglich, ohne viel Hetzerei und Kompromisse.

Gruß
Stefan
64 Beiträge · seit 202313. März 2025 · #9
Etosha und Namibia ist so ähnlich wie Eiffelturm und Paris: beim ersten Besuch ein Muss, danach verzichtbar. Ich bin zwar kein Fan des Etosha, man sollte ihn aber zumindest mal gesehen haben.

Gruß
Ralf
768 Beiträge · seit 201713. März 2025 · #10
Hallo, auch ich empfehle euch den Etosha unbedingt miteinzubeziehen. Am besten auch ein, zwei Nächte direkt im Park. Viel Spass bei der weiteren Planung.
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
987 Beiträge · seit 202313. März 2025 · #11
Hallo Patrick,
wir waren 2022 in Mount Etjo. Die Lodge hat uns nicht gefallen. Aber das Reservat war das Schönste auf unserer Namibia Reise und allein deshalb würde ich die Lodge auch ein zweites Mal in Kauf nehmen. Wir hatten einen privaten Game Drive gebucht und verhältnismäßig viele Tiere für die Jahreszeit (März) gesehen. Nicht empfehlenswert finde ich dort die Löwenfütterung.

Für den Etosha hatten wir aus Mangel an Erfahrung und weil ich dieses Forum noch nicht kannte, nur zwei Nächte in der Vreugde Guest Farm gebucht. Die Farm empfehle ich wärmstens, wenn ihr nicht im Park übernachten möchtet. Sie liegt nah am Anderson Gate.
Bei zwei Nächten hatten wir nur einen ganzen Tag vor Ort. Wir hatten ebenfalls einen privaten Drive gebucht. Leider hat es an diesem Tag dermaßen sintflutartig geregnet, dass wir abbrechen mussten.
Falls ihr euch für den Park entscheidet, empfehle ich deshalb mindestens drei Nächte, damit es euch nicht so geht wie uns und ein Regentag euren Abstecher dann tatsächlich versaut.

Ob der Etosha Park für euch lohnenswerter wird als ein privates Reservat, hängt vielleicht auch von eurer Reisezeit ab. Im März waren unsere Tiersichtungen während der ganzen Reise überschaubar. Ich gehe davon aus, dass man um diese Jahreszeit in einem Reservat leichter die Tiere findet, unter anderem auch deshalb, weil die Guides besser darin geschult sind Tiere zu finden und weil die Fläche auf der sie suchen müssen entsprechend kleiner ist als der Etosha.

Was euch persönlich mehr zusagt, findet ihr letztlich nur heraus, wenn ihr es ausprobiert und mal reinschnuppert in den Etosha. Probiert es doch mal mit drei Nächten. Wenn es euch nicht so gut gefällt, sind es nur drei Nächte, wenn es euch so geht wie uns, sind nur zwei Nächte verschenkte Zeit.

Liebe Grüße,
Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
240 Beiträge · seit 201913. März 2025 · #12
Für mich persönlich ist der Etosha ein schöner Park und ich mag ihn. Ich war zweimal dort. Das erste Mal im Zuge der klassischen Namibia - Rundreise und später dann nochmal 2020 für 5 Tage. Warum mag ich diesen Park? Aus Sicht eines Tierfotografen bieten die Wasserlöcher sehr gute Anlaufpunkte für die Tiere und damit auch für den Fotografen. Speziell außerhalb der Regenzeit müssen die Tiere halt zum Trinken an die Wasserlöcher. Das heißt nicht, dass man unterwegs nichts sieht, die Chancen am Wasserloch sind aber größer. Ich habe bei beiden Reisen ziemlich tolle Erlebnisse mit Wildtieren gehabt, die ich so nicht missen möchte.

Warum verstehe ich, dass viele mit dem Etosha nicht so viel anfangen können? Zum einem ist er sehr gut besucht, und in der Ferienzeit wahrscheinlich auch überlaufen, was eigentlich auch nicht mein Fall ist. Ich hatte das Glück, dass bei beiden Reisen die Besucherzahlen sich in Grenzen gehalten haben. Und für gute Sichtungen muss man Geduld und Glück haben. Wer ein Wasserloch nach den anderen anfährt, kann Glück haben und viel sehen, aber auch Pech haben, weil nichts da ist. Viele Tiere kommen eben nur kurz zum Trinken vorbei und verschwinden dann eben auch wieder schnell. Man braucht eben Geduld und teilweise auch Glück. Ich bin 2h an einem Wasserloch gestanden und habe gewartet. Mal mit Erfolg, mal auch ohne Erfolg. Wer diese Geduld und Zeit nicht hat, für den kann der Etosha eben auch frustrierend sein.

Aber um es ganz klar zu sagen, das ist meine subjektiver Wertung, die davon geprägt ist, dass ich in den Etosha bin um Tierfotografie zu betreiben. Und das ist halt nicht jedermans Ding.

Ich denke schon, dass man den Etosha besuchen sollte, allein schon um diese karge Landschaft zu sehen, in der es die Tiere geschafft haben sich anzupassen. Angeblich gibt es im Etosha auch die größte Gepardenpopulation (habe ich nicht nachprüfen könne, verlasse mich da auf die Aussage eines Rangers). Aber die Schlawiner sind aber auch scheu und schwer zu finden 🙂.

Wenn es dich interesiert in der Fußzeile findest du die Links zu meinen Reiseberichten "Namibia 2013" und "5 Tage Etosha 2020". Vielleicht hilft es dir den Etosha besser einzuschätzen.
Namibia 2013 | Mosamik,Südafrika 2016 | Botswana, Namibia 2019 | 5 Tage Etosha Dez. 2020 | USA 2024 Wale, Vulkane, Geysire | Kruger Dez 2025 | Honduras/Roatan März 2026 Tipps Fotografie
zuletzt bearbeitet 13. März 2025
Themenstarter2 Beiträge · seit 202514. März 2025 · #13
Herzlichen Dank für Eure schnellen und hilfreichen Antworten. Wir werden das auf jeden Fall in unsere weitere Planung miteinbeziehen. Mal schauen, welche exakte Route dann am Ende bei rauskommt. 😉
Viele Grüße, Patrick
zuletzt bearbeitet 14. März 2025
145 Beiträge · seit 201714. März 2025 · #14
Zum Thema Etosha:
Wenn du selbstbestimmt herumfahren und selber entscheiden willst, wie lange du irgendwo beobachtest, dann bekommt du das quasi nur in Etosha (oder in den anderen Nationalparks). Auf den privaten Farmen darf man nur selten selber fahren, sondern muss geführte Game Drives buchen.
zuletzt bearbeitet 14. März 2025