buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201814. Okt. 2022 · #1
Die Blütezeit in Namaqualand! Wann ist die eigentlich?......und wo?
So oft haben wir uns bereits obige Fragen gestellt, recherchiert, eine optimale Zeit gemeint gefunden zu haben um dann vor Ort doch enttäuscht zu werden.
Dieses Mal soll das anders werden!
Als Verehrer des Afrikaans Dichters C. Louis Leipoldt war unsere Reise durch den Westen Südafrikas für mich schon eine Wanderung auf dessen Spuren. Sohn des Hantams, ist er Zeit Lebens seiner geliebten Gegend verbunden geblieben und hat immer wieder großartige Poesie zu Land und Leute hervor gebracht. Ich denke beispielsweise an die Gedichte; Oom Gert vertel; Boggom en Voertsek; Op my ou Ramkietjie; Padang oder ´n Handvol Gruis….. Letztere 2 Gedichte enthalten die wohl besten mir bekannten, präzisen auf den Punkt gebrachten Beschreibungen der so prekären, kostbaren…so einzigartigen Gegend…..
Dort heißt es:
"´n Handvol gruis uit die Hantam – My liewe, lekker Hantam-wyk! ´n Handvol Gruis en gedroogte blare Waboom-blare, ghnarrabos-blare! Arm was ek gister, en nou is ek ryk.“
Wir nehmen uns viel Zeit, kosten die Gegend mit allen Sinnen aus und;…..überall ist Leipoldt…..! Ich sehe, rieche, höre, spüre die Gegend, die Pflanzen, die Menschen durch und in seinen Zeilen gleisend intensiv….anders als je zuvor…..ja, er hat absolut recht; „Dis Padang hier“…..!
Unsere Reiseroute:
1) Von Pretoria über Rustenburg, Lichtenburg und Vryburg zur „Red Sands lodge“, ca. 15 km westlich von Kuruman. (1 Nacht) 2) Red Sands über Upington nach Keimoes zur „Ikaia river lodge“, direkt am Oranje campen. (1 Nacht) 3) Ikaia über Kenhardt, Calvinia und Nieuwoudtville zum „Brandkop“ camp an der Loeriesfontein Strasse. (1 Nacht) 4) Brandkop über Nieuwoudtville und Doringsbos zum „Kliphuis“ camping Platz im Biedouwtal. (2 Nächte) 5) Kliphuis über den Pakhuis Pass und Clanwilliam nach „Algeria“ in den Cederbergen. (2 Nächte) 6) Algeria über Clanwilliam und Vanrhynsdorp nach „Garsland“ bei Nieuwoudtville. (3 Nächte) 7) Garsland nach „Die Anker“ in Doringbaai. (1 Nacht) 8) Doringbaai über Brand se Baai und Groenrivier zum „Kwass“ camp direkt an der Küste im Namaqualand national park. (2 Nächte) 9) Kwass camp nach „Korrelkoringbaai“ camp. (2 Nächte) 10) Korrelkoringbaai nach „Skilpad“. (3 Nächte) 11) Skilpad nach „Goegab“ bei Springbok. (2 Nächte) 12) Goegab über Steinkopf, Port Nolloth und Alexanderbaai nach „Sendelingsdrift“. (1 Nacht) 13) Sendelingsdrift nach „De Hoop“. (2 Nächte) 14) De Hoop nach „Kokerboomkloof“. (3 Nächte) 15) Kokerboomkloof nach „Gannakouriep“. (3 Nächte) 16) Gannakouriep über Helskloof und Lekkersing nach „Dessert Rose“ in Springbok. (1 Nacht) 17) Dessert Rose über Keimoes nach Kenhardt. (1 Nacht) 18) Kenhardt über Keimoes und Upington nach „Red Sands lodge“. (1 Nacht) 19) Red Sands über Vryburg, Lichtenburg und Rustenburg nach Pretoria.
Als Einstieg Mal 3 Sonnenuntergänge vom 7., 8. und 9. September bei Skilpad.....
.....und, ja, "Dis Padang hier".....!
Vorbemerkungen: Wir waren vom 24. August bis zum 25. September 32 Tage und 31 Nächte in einem Ford Ranger double cab mit Bodenzelt unterwegs und sind in dieser Zeit ca. 5200 km gefahren.
Alle im Bericht gezeigten Bilder sind in jpeg aufgenommen und nicht nachträglich bearbeitet um die Eindrücke möglichst realistisch wieder zu geben. Einige, vor allem von kleinen Tieren und Pflanzen, sind digital vergrößert. Die Bilder sind (mühesam) aus der Gesamtzahl der ca. 7600 Aufnahmen "herausgeklaubt"!
Bitte bei gedämpftem Licht betrachten, da einige Bilder absichtlich etwas unterbelichtet sind!
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201816. Okt. 2022 · #2
Wir fliegen mit Swiss von Düsseldorf über Zürich nach Johannesburg. Der Flug ist angenehm….wie soll ich sagen…..„unspektakulär“!
Gepäck ist zügig (und vollständig!) da und wir sind schon bald auf dem Weg zum Vermieter (Bushtrackers) in Centurion. Wir bekommen einen nagelneuen (6000 km auf dem Tacho) Ford Ranger double cab und fahren zu unseren Freunden in Pretoria. Der nächste Tag wird mit „Ankommen“, Vorbereitungen, Einkauf usw. verbracht. Wir schauen uns noch im Garten um.....
.....Unsere ersten "Tiersichtungen" sind allerdings etwas anders als wir uns das vorgestellt hatten!
Wir decken uns vom Baum im Garten unserer Freunde noch gut mit „Munition“ für den (wie sich herausstellen soll) allabendlichen GAT ein.
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201817. Okt. 2022 · #3
Am zweiten Tag nach der Ankunft fahren wir dann mit einem anderen Ehepaar, also in 2 Fahrzeugen zu viert, über Rustenburg und Lichtenburg zur Red Sands Lodge ca. 15 km westlich von Kuruman los. Red Sands ist eine wirklich empfehlenswerte Lodge/Camping Platz für einen Zwischenstopp. Die Lodge ist in einem kleinen Wildreservat (mit Giraffen, Zebras, Springböcke usw.) gelegen, sehr gepflegt und richtig „heile Welt“ im Vergleich mit einiges was man unterwegs so sieht! Ein wirklich unerwartetes Kleinod!
Zu Abend essen wir Kudu Filet mit Pfeffersoße und diversen Beilagen. Es schmeckt hervorragend und kostet, zusammen mit Nachtisch, Wein und diversen anderen Getränken, umgerechnet ca. 60 Euro für 4 Personen…..wir sind schwer beeindruckt! Auch das Frühstücksbüffet lässt nichts zu wünschen übrig so, dass wir am nächsten Tag gut ausgeruht und rundum zufrieden abreisen und über Upington zur Ikaia Lodge in Keimoes fahren.
[Hauptgebäude der Ikaia Lodge]
Ikaia ist an der R27 nach Kenhardt, direkt am Oranje 2 (2. von insgesamt 3 Flussarmen) gelegen, eigentlich sehr schön, mit (fast englischem) Rasen und ansonsten viel Potential…..aber…..eben…..“Potential“! Der Service ist lahm, nicht besonders freundlich, das Personal ist desinteressiert, scheint irgendwie neben sich zu stehen. Abends fahren wir noch auf einen Sundowner-GAT auf den Tierberg, dem Hausberg von Keimoes, auf einer Insel mitten im Oranje.....
[Im rechten Hintergrund ist die Solarthermie-Anlage zu sehen]
.....und gehen anschließend in der Oranjerus Lodge, direkt am Oranje auf Kanoneiland essen.
[Sonnenuntergang direkt von der überm Wasser liegende Varandah der Oranjerus Lodge]
Wie Tag und Nacht! Beim nächsten Besuch werden wir auf jeden Fall in Oranjerus übernachten! Alle Vorurteile bezüglich Ikaia werden am nächsten Morgen fest zementiert indem wir, obwohl wir allein im Restaurant sitzen, 45 Minuten auf unser Frühstück warten müssen!
Nach einem, dann doch reichhaltigem Frühstück fahren wir auf der R27 über Kenhardt (nett aussehendes, aufgeräumtes Dorf) nach Brandvlei wo wir kurz in ein uriges Lokal einkehren.
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
Deine Einstiegs-Sonnenuntergangs -Fotos könnten von Jean Solombre sein - toll !
Liebe Grüße
Makra
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201817. Okt. 2022 · #5
Calvinia liegt (wie auch Nieuwoudtville) mitten im Hantam und ich spüre die Faszination die Leipoldt für diese Gegend empfunden hat. Von Brandvlei im Osten kommend fährt man über einen Bergkamm zwischen den Roggeveld Bergen im Süden und den Hantamsberg im Norden. In weiter Ferne im Westen liegt Calvinia in einer endlos erscheinenden, zwischen Hantams- und Roggeveldberge aufgespannten Ebene die wunderschön mit Blumen bedeckt ist! Es ist unser erstes richtiges Blumenerlebnis der Reise!
[Roggeveld Berge im Hintergrund - Blick nach SSO]
Calvinia ist ein größerer Ort wo wir uns mit Lebensmittel und Getränken eindecken und in eine Trekker- Parade hinein geraten die offensichtlich irgendwie mit dem an diesem Wochenende stattfindendem Fleischfest(?!) zusammen hängt. Überall riecht es nach braai, an allen Ecken und Enden wird Fleisch, oftmals auch Schaf, zubereitet und zum Kauf angeboten…..es ist offensichtlich ein Highlight im jährlichen Veranstaltungskalender der Gegend!
[Calvinia in "Vleisfees" - Stimmung!]
Über Nieuwoudtville geht es dann nach Brandkop (ca. 30 km von Nieuwoudtville an der R357 Richtung Loeriesfontein gelegen), unser nächster Zwischenstopp Richtung Süden. Brandkop ist sehr, sehr abgelegen und sehr, sehr einfach! Anmelden tut man sich bei einer Farm ca. 5 km entfernt. Vor Ort ist ein kleines, sehr einfaches, aber durchaus funktionierendes wasch-/dusch-/Klo-Häuschen und Campingplatz-Nischen im Busch-/Weideland. Sonst nichts; kein Mensch; keine weiteren Camper! Wir sind zunächst ein wenig verunsichert…..ist dies der Campingplatz!? Dann gewöhnen wir uns an diese unerwartete Einsamkeit und Schlichtheit und verbringen einen sehr gemütlichen Abend mit Speis (oder doch Spieß? 😄 ) (Sossaties, Gemüse, Salat) und Trank (GAT und Wein) und in ausgezeichneter Gesellschaft!
[Abendstimmung von Brandkop Richtung Hantamsberg]
[Primitiv.....aber funktional!]
[Campingplatz 3]
[Na, was starrst du mich so an!?]
[Angriff.....!]
[Auaaaaaa!.....Das ist aber ein "knallharter" Konkurrent!]
Am nächsten Morgen geht es ganz früh zum nahe gelegenen Kokerboom-Wald der wirklich beeindruckend ist. Es hat auch viele Pflanzen…..meist klein, genügsam, aber wenn man sich die Mühe macht und sucht, genau hinschaut, findet man immer wieder erstaunliche, wunderbar angepasste Pflanzen und Tiere.
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
wie schön, dass es einen Reisebericht gibt, die Bilder bisher sind schon beeindruckend und mitreißend. Ihr seid genau an dem Tag zurückgekommen, an dem ich gestartet bin. 😁
Ich freue mich auf mehr und fahre virtuell mit euch durch eine Gegend, die ich noch gar nicht kenne. Ich bin daher umso gespannter.
Herzliche Grüße Karin 😘
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
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franzicke2'085 Beiträge · seit 201217. Okt. 2022 · #7
Hallo buskos, wie schön, dass ihr von dieser Ecke mal berichtet! Es wird noch eine Weile dauern, aber wenn die Anreise mal nicht mehr so weit und vor allem auch etwas flexibler ist, dann will ich genau da hin!!! Wenn ich's beim Überfliegen eurer Stationen richtig gesehen habe, wart ihr fast ausschließlich als Camper unterwegs ... wie kalt waren denn die Nächte so? Zumindest seid ihr wohl ohne Frostbeulen zurückgekommen ... Viele Grüße Ingrid
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201817. Okt. 2022 · #8
Wir verabschieden uns vom Kokerboom-Wald und fahren über Nieuwoudtville auf der R27 wieder in Richtung Calvinia um dann aber auf die R364 Richtung Clanwilliam zu wechseln. Die Landschaft ist Teils abwechslungsreich, Teils flach und eintönig, allerdings nimmt die Blumendichte deutlich zu so, dass wir glauben auf der richtigen Spur zu sein.
Es wird immer bergiger, einige kleinere Pässe sind zu durchqueren wobei alles noch PKW tauglich bleibt. Ca. 40 km vor Clanwilliam fahren wir bei Hoek se Berg nach links ins Biedouwtal.
Der Weg wird deutlich schlechter und spätestens jetzt sind wir schon froh nicht in einem normalen PKW zu sitzen! Dann kommt der Paukenschlag; wir runden eine Kurve nach links und das Tal öffnet sich vor uns und wir sehen nur Blumen, Blumen, Blumen! Es verschlägt uns schier den Atem. So etwas haben wir noch nie irgendwo annähernd so extrem gesehen!
Nachdem wir einige Stunden im Blumenmeer herumirren fahren wir zu unser Camp für die nächsten 2 Nächte am „Kliphuis“ Farmhaus. Der Platz ist rund ums Haus auf schönem Rasen unter lichten Bäumen gelegen, die Waschräume sind primitiv aber alles funktioniert. Die Vogelwelt ist gut vertreten und wir haben die Gelegenheit Kapwebervögel bei „der Arbeit/Brautschau“ zu beobachten. Die bunten Männchen bauen fleißig und werden laut und „zittrig“ wenn ein, eher unscheinbares Weibchen in der Nähe ist…..sehr interessant! Man fragt sich indes ob ein Webervogel mit besonderer Beobachtungsgabe das auch bei uns Homo Sapiens beobachtet!?
[Weibchen in sicht!.....gut aussehen!]
[Bauen, bauen bauen.....und.....ja, das Bild ist richtig herum!]
[Weibchen in Sicht!.....aufplüstern und gut ausschauen!]
[Bauen, bauen, bauen!]
[Das lässt mich alles kalt.....was "die Gelben" da so treiben!]
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buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201818. Okt. 2022 · #9
Wir nehmen, zufrieden und immer noch etwas euphorisch ob der „Blumen Sichtungen“ des Tages, ein GAT und machen ein kleines Braai mit der ausgezeichneten Boerewors des „Calvinia Vleishuis“, dazu gibt es einen großen Salat und kalten Sauvignon Blanc der Orange River Cellars (in Keimoes vor Ort erworben).
Am nächsten Tag fahren wir noch ein wenig im Biedouw Tal weiter, der Weg wird durchaus anspruchsvoll, die Blumendichte nimmt dafür aber eher ab.
Daher fahren wir nach ca. 25 km wieder zurück und noch einmal Richtung Pass um sicher zu stellen, dass wir Gestern nicht nur geträumt haben!
[Egal wie man herein-zoomt, es bleiben immer genau so viele Blumen, Blumen, Blumen!]
Am nächsten Morgen lassen wir uns Zeit und fahren dann die kurze Strecke zur R364 zurück und auf dieser Richtung Pakhuis Pass und Clanwilliam. Die Gegend ist äußerst schroff und wild zerklüftet. In der Passhöhe stoßen wir durch puren Zufall auf das Grab von C. Louis Leipoldt, an einer Stelle die er sich bestimmt als letzte Ruhestätte gewünscht hätte! Wir zitieren noch einige schöne Zeilen aus seinen Gedichten aus dem Gedächtnis und fahren, jeder mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, weiter.
Danach geht es kurvenreich Bergab Richtung Clanwilliam, eine relativ aufgeräumt aussehende Kleinstadt, wunderschön an den westlichen Hängen des Cederberg gelegen.
[Clanwilliam] Wir tanken und fahren weiter zum heutigen Ziel, Algeria. Zunächst fahren wir auf der N7 Richtung Kapstadt, dann aber nach ca. 20 km nach links in die Cederberge hinein. Es ist einfach wunderschön und schnell kommen wir nach Algeria, eine Art Oase in einem engen Tal an einem kleinen Bergfluß.
[Brücke über den Olifantsrivier]
[Nieuwoudtspass - Passhöhe]
Wir bauen unser Camp auf und machen noch einen Spaziergang im herrlichen Licht des späten Nachmittags.
Ein frischer Wind kommt auf, es wird richtig kalt. Wir kleiden uns entsprechend, machen noch ein Braai und gehen relativ früh ins Bett.
[Ich denke die Kälte ist gut zu "sehen"!]
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buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201819. Okt. 2022 · #11
Ja, wir gehen früh ins Bett, denn es ist extrem kalt und windig und wir haben am nächsten Tag eine schöne Bergtour vor! Der Wind legt sich noch vor Mitternacht und es erwartet uns ein schöner, sonniger Tag. Wir fahren von Algeria im Tal weiter nach oben und über den Sederbergpas weiter Richtung Süden zur Cederberg Wines. Dort bekommen wir ein Permit für die Bergtour und fahren anschließend auf einem schroffen Weg ein gutes Stück nach Westen, an der Cederberg Observatory (Sternwarte) vorbei und zum Ende des Weges für den man auf jeden Fall ein robustes Auto mit hoher Bodenfreiheit braucht. Wir stellen die Autos ab und machen uns auf den Weg durch eine herrliche, wild zerklüftete Berglandschaft. Die Gedanken schweifen und mir geht ein leichtes Schmunzeln über die Lippen beim gedanklichen Vergleich der um uns herum liegenden Landschaft mit den großen Mitteldeutschen Highlights wie Externsteine oder die Sächsische Schweiz…..die würden gleich mehrfach in die uns unmittelbar umgebenden Landschaft verschwinden und sich in keiner Weise hervorheben!.....und hier?…..keine Pommes Buden, Restaurants, gepflasterte Wege, Pferdekutschen und Menschenmengen! Verrückt wie verschieden die Wichtung dieser Dinge sein kann!? Wir sehen um uns herum eine faszinierende Bio- sowie Geologie.
[Protea.....während und nach der "best by date"!]
[Morgentau a la Cederberg!]
Rätsel: Wie bildet sich ein solcher Kreis von groben Kieseln im feinen Sandstein?
[Die namensgebende Pflanze.....ein Ceder Baum]
[Detail der Blätter/Nadeln des Ceder Baums]
Wir erreichen die Passhöhe, schauen noch einmal ins Tal, aus dem wir gerade mühsam aufgestiegen sind.....
.....drehen uns um und schauen auf eine neue Welt und auf das Ziel unserer Tour.....
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201819. Okt. 2022 · #12
Das Malteser Kreuz!
Die ca. 30 m hohe, beeindruckende Formation steht in einem Hochtal, mit dem höchsten Berg der Cederberg, dem Sneeuberg pittoresk im Hintergrund drapiert. Allerdings, kein Zeichen von „Sneeu“, zumindest nicht um diese Jahreszeit! Wir genießen die Landschaft, machen viele Bilder, essen und trinken noch etwas und treten den Rückweg an.
[Hinten links im Bild sieht man den kleinen Parkplatz mit unseren Autos]
Rätsel: Was für eine Echse ist dies?
An der Farm (Cederberg wines) angekommen erkundigen wir uns wegen Weinprobe bzw. der Brauerei? Leider gibt es keine Weinprobe, wir könnten aber gerne das Bier probieren. Also schauen wir uns die verschiedenen Sorten an und…..da ist er wieder! Leipoldt ist all-präsent! Die Prämiumsorten sind ein „Blonde Ale“ und ein IPA und heißen „Boggom bzw. Voertsek“! Leider gibt es „Voertsek“ in dem kleinen Laden gerade nicht, so geben wir uns mit jeweils einem „Boggom“ zufrieden und spiegeln im Gedanken unseren Tag in den Zeilen des gleichnamigen Gedichts; "Boggom en Voertsek“ von C. Louis Leipold….(Groot Verseboek; Herausg.: D.J. Opperman)
Boggom en Voertsek het saam gelewe Waar die Hantam-berge pryk En die dun kapok in die naglug swewe As die wind die biesies stryk.
Boggom en Voertsek het saam geswerwe Waar die boegoe-bossies bloei En die harde klip, deur die ys gekerwe In die oerou tyd, nog groei.
Boggom en Voertsek het saam gesanik In die aand teen die vollemaan: Sluit ek my oë vandag, dan waan ek Ek kan hulle taal verstaan.
Boggom en Voertsek het saam gesterwe, Waar die Hantam-wêreld strek. Daar's niks as die storie om oor te erwe, En niks om daaruit te trek.
Wunderbare Poesie!
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
Wunderbare Poesie und wunderbare Bilder - die Cederberge sind auch für uns ein Traumziel
Liebe Grüße
Makra
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201820. Okt. 2022 · #14
Wir fahren zurück nach Algeria. Der Wind nimmt stark zu so, dass wir uns für ein sehr frühes Braai entscheiden. Auch gut so, denn aus dem starken Wind wird ein ausgewachsener Sturm. Eins unserer Zelte reißt sich los und verabschiedet sich in Richtung Busch, wo wir es dann herausfischen und zum Standort zurück zerren. Zusätzliche Heringe werden angebracht und mit großen Steinen beschwert. Der Platz ist direkt unter sehr großen, uralten Eukalyptus Bäumen gelegen so, dass wir bis zum Morgengrauen immer wieder vom Einschlag abgebrochener Äste geweckt werden! Es ist schon ein ungutes Gefühl, der rauen Natur dermaßen schutzlos ausgesetzt zu sein. Aber, alles geht gut aus, es graut der Morgen (nicht dem Morgen, wie bei Dieter Krebs!), 3 offensichtlich verschreckte Parks Board Angestellte kommen vorbei, erkundigen sich ob alles bei uns OK sei und geben uns noch mit, dass der jetzt doch abnehmende Sturm der schlimmste in mindestens 10 Jahren gewesen sei! Wir packen zusammen, essen und trinken dabei noch eine Kleinigkeit und fahren über Clanwilliam und Vanrhynsdorp zur nächsten Station; Garsland in der Nähe von Nieuwoudtville. In Vanrhynsdorp fahren wir noch zum „The Shop“, die beste Adresse für Pies in Vanrhynsdorp (ich meine sogar zumindest in der ganzen Kap!). Diese Bäckerei/Laden/Restaurant ist am Parkplatz der Caltex Tankstelle an der van Riebeeck Strasse gelegen, mit offener Backstube wo man gut sieht wie die Köstlichkeiten zubereitet werden. Wir genehmigen uns alle ein „Game Pie“…..Hmmmmm…..lecker!!! Wir kommen wieder raus und ich merke, dass unser rechter Hinterreifen vollkommen platt ist! Wir schauen uns unentschlossen um, denn keiner von uns hat nun wirklich Lust hier und jetzt reifen zu wechseln! Irgendeinem fällt dabei ein Schild mit der Aufschrift „Jan Tyres“ auf der anderen Straßenseite auf und ich bin schon unterwegs…..zu Fuß, denn der Reifen ist dermaßen platt, dass ich mich nicht traue auch nur 200 m darauf zu fahren. Jan, ein typischer Farmerssohn aus der Gegend (1,90 lang und mindestens halb so breit, mit Händen wie Bärentatzen) begrüßt mich freundlich und meint er könne uns helfen, aber wir müssten 15 Minuten warten, denn sein „Bakkie“ mit dem Kompressor sei gerade auf einer Farm in der Nähe. Wenig später kommt der bei uns an, parkt neben uns und wir merken, dass gut die halbe Ladefläche des Bakkie mit riesigem, uraltem, ein-zylinder Motor voll ist! Der Motor startet, laut und „rußig“ und pumpt unseren Reifen in 30 Sekunden auf! Ich fahre zu Jan rüber, der findet das Loch schnell (mittig in der Lauffläche…..sieht aus wie eine Schraube die aber nicht mehr im Reifen steckt). Ich schmunzle ein wenig, sage zu Jan; „gib es doch zu, du legst dort drüben Schrauben aus um das Geschäft zu beflügeln“. Er schaut mich direkt an und sagt, ohne mit der Wimper zu zucken; „Nein, ich bezahle jemand dafür“! Wir lachen herzlich und fahren weiter Richtung Nieuwoudtville. Es geht gerade voraus, über die bei Botaniker sehr berühmte „Knersvlakte“ wo wohl ein Großteil der Steinpflanzenarten dieser Welt beherbergt sein sollen! Es ist kalt, windig und neblig und wir haben es eilig, daher fahren wir zügig den spektakulären Vanrhynspas (813 Höhenmeter!) hoch und kurz zum Einkaufen nach Nieuwoudtville hinein. In Nieuwoudtville fahren wir noch zur sehr schön in Blumen eingebetteten N.G. Kerk und zum Kirchengemeinde-/Informationszentrum um uns zu informieren.
[.....Falls jemand noch eine Unterkunft suchen sollte.....!]
[Es werden im Gemeindezentrum Gegend-typische, eklig süße Pfannekuchen angeboten.....]
[Ja, eben das Zentrum des Hantam.....]
Dann geht es wieder auf der gleichen Strasse ca. 5 km zurück zu unserem Quartier der nächsten 3 Nächte, Garsland. Garsland ist ein ehemaliges Farm Haus, umgeben von einem schönen Naturgarten, Weinreben und viel flaches Land! Es stehen 5 Schlafzimmer, Küche und ein großes Wohnzimmer mit riesigem Kamin zur Verfügung. Gemütlich, aber nicht protzig…..alles ist sauber und funktioniert einwandfrei.
Wir freuen uns besonders auf diese Station, da weitere Freunde hier zu uns stoßen und wir die nächsten 9 Tage zu sechst in 3 Fahrzeugen unterwegs sein werden. Wir merken, dass die Wanduhr im Wohnzimmer steht und stetig 18 vor 6 anzeigt. Das finden wir sehr praktisch, denn egal wann man von einem Ausflug zurück kehrt, es ist immer beste Sundowner/GAT- Zeit!
[Wird bei uns ein geflügeltes Wort, auch lange nach Garsland: "Wie spät ist es?"; "Na, 18 vor 6 natürlich!"]
Am nächsten Tag geht es zur Farm Matjiesfontein, ein Zentrum der Namaqualand-Blüte!
[Was nun Herr Schäfer?]
[Die Käferdichte!.....das muss ein Landesrekord sein!]
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buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201821. Okt. 2022 · #15
Wir fahren, wie im Rausch kreuz und quer durch das Farmgelände, sehen wunderbare Pflanzen und Insekten, die meisten für uns zum ersten Mal.
[Wozu die Pflanze das wohl tut?]
[So schön.....so vergänglich!]
[Die Straße zum/im Paradies!]
[Blume [i]an Mensch.....]
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buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201822. Okt. 2022 · #16
[In Weiß, gibt es aber durchaus auch .....] [.....in Orange!]
[Vom Winde verweht!]
[Kleintier.....einmal gut definiert.....] [.....oder aber auch als "Rätselbild" gut getarnt!]
[Nicht von dieser Welt.....wie ich finde!]
[Was für eine Melange!]
[Das alte Gemäuer von Matjiesfontein]
Am späten Nachmittag reißen wir uns von der Wunderwelt die Matjiesfontein ist (zumindest zu dieser Jahreszeit) los und fahren nochmal zum Garten der die N.G. Kerk umgibt. Hier kommen wir mit einem sehr engagierten Botaniker ins Gespräch der uns bereitwillig auf eine kurze Tour durch „seinen“ Garten mit nimmt. Er zeigt uns eine gut getarnte aber wunderschöne Pflanze und meint diese sei eine der „kostbarsten Kostbarkeiten“ überhaupt…..es würde nur noch wenige Exemplare geben, ganze 5 in seinem Garten…..und es ist sozusagen sein Garten, denn es stellt sich heraus, dass es sich um den Pfarrer der N.G. Gemeinde handelt!
[Ein botanisches Kleinod!]
Wir fahren nach Garsland zurück, sehen uns noch ein wenig im Garten um.....
[.....Wo ist es wohl am leckersten/lohnendsten?.....] [Ahhhhhhh.....HIER!]
.....nehmen unsere all-abendliche „Malaria Prophylaxe“, machen ein riesiges Feuer in der wirklich großen Feuerstelle im Wohnzimmer und ein Braai in einer Ecke dieser, während in der anderen noch ein gemütliches Feuer lodert. Dazu gibt es Orange River Cellars (ORC) Sauvignon Blanc, einen KWV Shiraz und zum Ausklang noch einen schönen Muscadel, ebenfalls von ORC. Wir lassen den Tag Revue passieren. Die unglaubliche Schönheit und extreme Komplexität der (pflanzlichen sowie tierischen) Lebewesen die uns begegnet sind verschlägt uns schier den Atem. Wir versuchen immer wieder diese Vielfalt und Verzahnung der Natur mit den bisher dazu zur Verfügung stehenden ca. 3 Milliarden Jahre Evolution in Einklang zu bringen. Hierbei realisieren wir, dass dieses Vorhaben in etwa der Frage entspricht; „Was ergibt Null mal Unendlich?“ Die Mathematiker unter uns werden wissen, dass es hierauf keine definitive Antwort gibt! Wir merken, dass genau dies ein Kernproblem dieser Vorstellung ist. Bei der Evolution geht es jeweils zwar nur um winzige Veränderungen (ca. Null), dafür aber um eine, für uns Menschen absolut nicht vorstellbaren Zeit (ca. Unendlich)! Noch ein Gläschen Wein und wir merken, dass wir dabei sind die Frage aller Fragen, ja, die zu „Life, the Universe and everything“ (Danke Douglas!) nach zu gehen. Klar, die Antwort ist 42, aber geht das auch ein bischen weniger prägnant? Ja, wir kommen da tatsächlich weiter…..aber…..dazu später mehr…..
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La Leona2'779 Beiträge · seit 200722. Okt. 2022 · #17
Lieber busko Welche Pracht! Ich bin sprachlos ob dem Farbenspiel und den Formen. Wir waren einmal zum Beginn der Blütezeit im Richtersveld. Aber bei euren Fotos verschlägt es mir die Sprache. Welches Glück ihr hattet! Unbeschreiblich schön. Vielen Dank auch für die detaillierte Reiseroute und die Bewertung der Unterkünfte. In einigen davon waren wir schon, andere sind neue wertvolle Tipps. Sollte SAA ihre Ankündingung einer eventuell direkten Route zwischen Kapstadt- Sao Paulo umsetzen wäre die Namaqua Blüte unser allererstes Reiseziel. Cheers LL
Gruss Leona
casimodo4'528 Beiträge · seit 200722. Okt. 2022 · #18
Liebe Buskos,
ganz herzlichen Dank für diesen tollen Reisebericht und die phantastischen Bilder von der Vielfalt der Blumenpracht! Wir waren vor vielen Jahren Mal im Namaquland und damals sehr von der Artenvielfalt überrascht! Auf den meisten Bildern im Netz sieht man ja hauptsächlich die Daisies.
Ich bin weiter begeistert dabei und freue mich auf die Fortsetzung!
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201822. Okt. 2022 · #19
Am nächsten Tag fahren wir wieder auf der Straße von Nieuwoudtville nach Süden in Richtung Matjiesfontein, dann aber zur Farm de Hoop/Boereplaas. Obwohl diese nur wenige km von Matjiesfontein entfernt liegt ist die Vegetation deutlich unterschiedlich. Mehr als die Hälfte der Pflanzen die wir hier sehen kommen nicht auf Matjiesfontein vor. Dies liegt wohl an der deutlich anderen Geographie. Es gibt einige Granit/Dolerit Koppies auf de Hoop und dies scheint eine ganz andere Pflanzenwelt zu begünstigen.
[Anscheinend ein "Langzeitparker"!]
[Keine rote Erde, sondern eine ganz feine rote Flechte]
[Jede kleinste Nische wird genutzt]
[Genau so interessant und wunderbar wie die Pflanzenwelt sind die Kleintiere die auf und von ihr leben]
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
TAtacitus1'127 Beiträge · seit 202223. Okt. 2022 · #20
Vielen herzlichen Dank für den Bericht, eine Wohltat 🙂!!!! Und noch ein Hinweis zum "Langzeitparker". Das ist/war mE höchstwahrscheinlich ein Chevy Thriftmaster Pickup, der so aussah