Die Blütezeit in Namaqualand! Wann ist die eigentlich?......und wo?
So oft haben wir uns bereits obige Fragen gestellt, recherchiert, eine optimale Zeit gemeint gefunden zu haben um dann vor Ort doch enttäuscht zu werden.
Dieses Mal soll das anders werden!
Als Verehrer des Afrikaans Dichters C. Louis Leipoldt war unsere Reise durch den Westen Südafrikas für mich schon eine Wanderung auf dessen Spuren. Sohn des Hantams, ist er Zeit Lebens seiner geliebten Gegend verbunden geblieben und hat immer wieder großartige Poesie zu Land und Leute hervor gebracht. Ich denke beispielsweise an die Gedichte; Oom Gert vertel; Boggom en Voertsek; Op my ou Ramkietjie; Padang oder ´n Handvol Gruis….. Letztere 2 Gedichte enthalten die wohl besten mir bekannten, präzisen auf den Punkt gebrachten Beschreibungen der so prekären, kostbaren…so einzigartigen Gegend…..
Dort heißt es:
"´n Handvol gruis uit die Hantam – My liewe, lekker Hantam-wyk! ´n Handvol Gruis en gedroogte blare Waboom-blare, ghnarrabos-blare! Arm was ek gister, en nou is ek ryk.“
Wir nehmen uns viel Zeit, kosten die Gegend mit allen Sinnen aus und;…..überall ist Leipoldt…..! Ich sehe, rieche, höre, spüre die Gegend, die Pflanzen, die Menschen durch und in seinen Zeilen gleisend intensiv….anders als je zuvor…..ja, er hat absolut recht; „Dis Padang hier“…..!
Unsere Reiseroute:
1) Von Pretoria über Rustenburg, Lichtenburg und Vryburg zur „Red Sands lodge“, ca. 15 km westlich von Kuruman. (1 Nacht) 2) Red Sands über Upington nach Keimoes zur „Ikaia river lodge“, direkt am Oranje campen. (1 Nacht) 3) Ikaia über Kenhardt, Calvinia und Nieuwoudtville zum „Brandkop“ camp an der Loeriesfontein Strasse. (1 Nacht) 4) Brandkop über Nieuwoudtville und Doringsbos zum „Kliphuis“ camping Platz im Biedouwtal. (2 Nächte) 5) Kliphuis über den Pakhuis Pass und Clanwilliam nach „Algeria“ in den Cederbergen. (2 Nächte) 6) Algeria über Clanwilliam und Vanrhynsdorp nach „Garsland“ bei Nieuwoudtville. (3 Nächte) 7) Garsland nach „Die Anker“ in Doringbaai. (1 Nacht) 8) Doringbaai über Brand se Baai und Groenrivier zum „Kwass“ camp direkt an der Küste im Namaqualand national park. (2 Nächte) 9) Kwass camp nach „Korrelkoringbaai“ camp. (2 Nächte) 10) Korrelkoringbaai nach „Skilpad“. (3 Nächte) 11) Skilpad nach „Goegab“ bei Springbok. (2 Nächte) 12) Goegab über Steinkopf, Port Nolloth und Alexanderbaai nach „Sendelingsdrift“. (1 Nacht) 13) Sendelingsdrift nach „De Hoop“. (2 Nächte) 14) De Hoop nach „Kokerboomkloof“. (3 Nächte) 15) Kokerboomkloof nach „Gannakouriep“. (3 Nächte) 16) Gannakouriep über Helskloof und Lekkersing nach „Dessert Rose“ in Springbok. (1 Nacht) 17) Dessert Rose über Keimoes nach Kenhardt. (1 Nacht) 18) Kenhardt über Keimoes und Upington nach „Red Sands lodge“. (1 Nacht) 19) Red Sands über Vryburg, Lichtenburg und Rustenburg nach Pretoria.
Als Einstieg Mal 3 Sonnenuntergänge vom 7., 8. und 9. September bei Skilpad.....
.....und, ja, "Dis Padang hier".....!
Vorbemerkungen: Wir waren vom 24. August bis zum 25. September 32 Tage und 31 Nächte in einem Ford Ranger double cab mit Bodenzelt unterwegs und sind in dieser Zeit ca. 5200 km gefahren.
Alle im Bericht gezeigten Bilder sind in jpeg aufgenommen und nicht nachträglich bearbeitet um die Eindrücke möglichst realistisch wieder zu geben. Einige, vor allem von kleinen Tieren und Pflanzen, sind digital vergrößert. Die Bilder sind (mühesam) aus der Gesamtzahl der ca. 7600 Aufnahmen "herausgeklaubt"!
Bitte bei gedämpftem Licht betrachten, da einige Bilder absichtlich etwas unterbelichtet sind!
Teil 216. Okt. 2022
Wir fliegen mit Swiss von Düsseldorf über Zürich nach Johannesburg. Der Flug ist angenehm….wie soll ich sagen…..„unspektakulär“!
Gepäck ist zügig (und vollständig!) da und wir sind schon bald auf dem Weg zum Vermieter (Bushtrackers) in Centurion. Wir bekommen einen nagelneuen (6000 km auf dem Tacho) Ford Ranger double cab und fahren zu unseren Freunden in Pretoria. Der nächste Tag wird mit „Ankommen“, Vorbereitungen, Einkauf usw. verbracht. Wir schauen uns noch im Garten um.....
.....Unsere ersten "Tiersichtungen" sind allerdings etwas anders als wir uns das vorgestellt hatten!
Wir decken uns vom Baum im Garten unserer Freunde noch gut mit „Munition“ für den (wie sich herausstellen soll) allabendlichen GAT ein.
Teil 317. Okt. 2022
Am zweiten Tag nach der Ankunft fahren wir dann mit einem anderen Ehepaar, also in 2 Fahrzeugen zu viert, über Rustenburg und Lichtenburg zur Red Sands Lodge ca. 15 km westlich von Kuruman los. Red Sands ist eine wirklich empfehlenswerte Lodge/Camping Platz für einen Zwischenstopp. Die Lodge ist in einem kleinen Wildreservat (mit Giraffen, Zebras, Springböcke usw.) gelegen, sehr gepflegt und richtig „heile Welt“ im Vergleich mit einiges was man unterwegs so sieht! Ein wirklich unerwartetes Kleinod!
Zu Abend essen wir Kudu Filet mit Pfeffersoße und diversen Beilagen. Es schmeckt hervorragend und kostet, zusammen mit Nachtisch, Wein und diversen anderen Getränken, umgerechnet ca. 60 Euro für 4 Personen…..wir sind schwer beeindruckt! Auch das Frühstücksbüffet lässt nichts zu wünschen übrig so, dass wir am nächsten Tag gut ausgeruht und rundum zufrieden abreisen und über Upington zur Ikaia Lodge in Keimoes fahren.
[Hauptgebäude der Ikaia Lodge]
Ikaia ist an der R27 nach Kenhardt, direkt am Oranje 2 (2. von insgesamt 3 Flussarmen) gelegen, eigentlich sehr schön, mit (fast englischem) Rasen und ansonsten viel Potential…..aber…..eben…..“Potential“! Der Service ist lahm, nicht besonders freundlich, das Personal ist desinteressiert, scheint irgendwie neben sich zu stehen. Abends fahren wir noch auf einen Sundowner-GAT auf den Tierberg, dem Hausberg von Keimoes, auf einer Insel mitten im Oranje.....
[Im rechten Hintergrund ist die Solarthermie-Anlage zu sehen]
.....und gehen anschließend in der Oranjerus Lodge, direkt am Oranje auf Kanoneiland essen.
[Sonnenuntergang direkt von der überm Wasser liegende Varandah der Oranjerus Lodge]
Wie Tag und Nacht! Beim nächsten Besuch werden wir auf jeden Fall in Oranjerus übernachten! Alle Vorurteile bezüglich Ikaia werden am nächsten Morgen fest zementiert indem wir, obwohl wir allein im Restaurant sitzen, 45 Minuten auf unser Frühstück warten müssen!
Nach einem, dann doch reichhaltigem Frühstück fahren wir auf der R27 über Kenhardt (nett aussehendes, aufgeräumtes Dorf) nach Brandvlei wo wir kurz in ein uriges Lokal einkehren.
Teil 417. Okt. 2022
Calvinia liegt (wie auch Nieuwoudtville) mitten im Hantam und ich spüre die Faszination die Leipoldt für diese Gegend empfunden hat. Von Brandvlei im Osten kommend fährt man über einen Bergkamm zwischen den Roggeveld Bergen im Süden und den Hantamsberg im Norden. In weiter Ferne im Westen liegt Calvinia in einer endlos erscheinenden, zwischen Hantams- und Roggeveldberge aufgespannten Ebene die wunderschön mit Blumen bedeckt ist! Es ist unser erstes richtiges Blumenerlebnis der Reise!
[Roggeveld Berge im Hintergrund - Blick nach SSO]
Calvinia ist ein größerer Ort wo wir uns mit Lebensmittel und Getränken eindecken und in eine Trekker- Parade hinein geraten die offensichtlich irgendwie mit dem an diesem Wochenende stattfindendem Fleischfest(?!) zusammen hängt. Überall riecht es nach braai, an allen Ecken und Enden wird Fleisch, oftmals auch Schaf, zubereitet und zum Kauf angeboten…..es ist offensichtlich ein Highlight im jährlichen Veranstaltungskalender der Gegend!
[Calvinia in "Vleisfees" - Stimmung!]
Über Nieuwoudtville geht es dann nach Brandkop (ca. 30 km von Nieuwoudtville an der R357 Richtung Loeriesfontein gelegen), unser nächster Zwischenstopp Richtung Süden. Brandkop ist sehr, sehr abgelegen und sehr, sehr einfach! Anmelden tut man sich bei einer Farm ca. 5 km entfernt. Vor Ort ist ein kleines, sehr einfaches, aber durchaus funktionierendes wasch-/dusch-/Klo-Häuschen und Campingplatz-Nischen im Busch-/Weideland. Sonst nichts; kein Mensch; keine weiteren Camper! Wir sind zunächst ein wenig verunsichert…..ist dies der Campingplatz!? Dann gewöhnen wir uns an diese unerwartete Einsamkeit und Schlichtheit und verbringen einen sehr gemütlichen Abend mit Speis (oder doch Spieß? 😄 ) (Sossaties, Gemüse, Salat) und Trank (GAT und Wein) und in ausgezeichneter Gesellschaft!
[Abendstimmung von Brandkop Richtung Hantamsberg]
[Primitiv.....aber funktional!]
[Campingplatz 3]
[Na, was starrst du mich so an!?]
[Angriff.....!]
[Auaaaaaa!.....Das ist aber ein "knallharter" Konkurrent!]
Am nächsten Morgen geht es ganz früh zum nahe gelegenen Kokerboom-Wald der wirklich beeindruckend ist. Es hat auch viele Pflanzen…..meist klein, genügsam, aber wenn man sich die Mühe macht und sucht, genau hinschaut, findet man immer wieder erstaunliche, wunderbar angepasste Pflanzen und Tiere.
Teil 517. Okt. 2022
Wir verabschieden uns vom Kokerboom-Wald und fahren über Nieuwoudtville auf der R27 wieder in Richtung Calvinia um dann aber auf die R364 Richtung Clanwilliam zu wechseln. Die Landschaft ist Teils abwechslungsreich, Teils flach und eintönig, allerdings nimmt die Blumendichte deutlich zu so, dass wir glauben auf der richtigen Spur zu sein.
Es wird immer bergiger, einige kleinere Pässe sind zu durchqueren wobei alles noch PKW tauglich bleibt. Ca. 40 km vor Clanwilliam fahren wir bei Hoek se Berg nach links ins Biedouwtal.
Der Weg wird deutlich schlechter und spätestens jetzt sind wir schon froh nicht in einem normalen PKW zu sitzen! Dann kommt der Paukenschlag; wir runden eine Kurve nach links und das Tal öffnet sich vor uns und wir sehen nur Blumen, Blumen, Blumen! Es verschlägt uns schier den Atem. So etwas haben wir noch nie irgendwo annähernd so extrem gesehen!
Nachdem wir einige Stunden im Blumenmeer herumirren fahren wir zu unser Camp für die nächsten 2 Nächte am „Kliphuis“ Farmhaus. Der Platz ist rund ums Haus auf schönem Rasen unter lichten Bäumen gelegen, die Waschräume sind primitiv aber alles funktioniert. Die Vogelwelt ist gut vertreten und wir haben die Gelegenheit Kapwebervögel bei „der Arbeit/Brautschau“ zu beobachten. Die bunten Männchen bauen fleißig und werden laut und „zittrig“ wenn ein, eher unscheinbares Weibchen in der Nähe ist…..sehr interessant! Man fragt sich indes ob ein Webervogel mit besonderer Beobachtungsgabe das auch bei uns Homo Sapiens beobachtet!?
[Weibchen in sicht!.....gut aussehen!]
[Bauen, bauen bauen.....und.....ja, das Bild ist richtig herum!]
[Weibchen in Sicht!.....aufplüstern und gut ausschauen!]
[Bauen, bauen, bauen!]
[Das lässt mich alles kalt.....was "die Gelben" da so treiben!]
Teil 618. Okt. 2022
Wir nehmen, zufrieden und immer noch etwas euphorisch ob der „Blumen Sichtungen“ des Tages, ein GAT und machen ein kleines Braai mit der ausgezeichneten Boerewors des „Calvinia Vleishuis“, dazu gibt es einen großen Salat und kalten Sauvignon Blanc der Orange River Cellars (in Keimoes vor Ort erworben).
Am nächsten Tag fahren wir noch ein wenig im Biedouw Tal weiter, der Weg wird durchaus anspruchsvoll, die Blumendichte nimmt dafür aber eher ab.
Daher fahren wir nach ca. 25 km wieder zurück und noch einmal Richtung Pass um sicher zu stellen, dass wir Gestern nicht nur geträumt haben!
[Egal wie man herein-zoomt, es bleiben immer genau so viele Blumen, Blumen, Blumen!]
Am nächsten Morgen lassen wir uns Zeit und fahren dann die kurze Strecke zur R364 zurück und auf dieser Richtung Pakhuis Pass und Clanwilliam. Die Gegend ist äußerst schroff und wild zerklüftet. In der Passhöhe stoßen wir durch puren Zufall auf das Grab von C. Louis Leipoldt, an einer Stelle die er sich bestimmt als letzte Ruhestätte gewünscht hätte! Wir zitieren noch einige schöne Zeilen aus seinen Gedichten aus dem Gedächtnis und fahren, jeder mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, weiter.
Danach geht es kurvenreich Bergab Richtung Clanwilliam, eine relativ aufgeräumt aussehende Kleinstadt, wunderschön an den westlichen Hängen des Cederberg gelegen.
[Clanwilliam] Wir tanken und fahren weiter zum heutigen Ziel, Algeria. Zunächst fahren wir auf der N7 Richtung Kapstadt, dann aber nach ca. 20 km nach links in die Cederberge hinein. Es ist einfach wunderschön und schnell kommen wir nach Algeria, eine Art Oase in einem engen Tal an einem kleinen Bergfluß.
[Brücke über den Olifantsrivier]
[Nieuwoudtspass - Passhöhe]
Wir bauen unser Camp auf und machen noch einen Spaziergang im herrlichen Licht des späten Nachmittags.
Ein frischer Wind kommt auf, es wird richtig kalt. Wir kleiden uns entsprechend, machen noch ein Braai und gehen relativ früh ins Bett.
[Ich denke die Kälte ist gut zu "sehen"!]
Teil 719. Okt. 2022
Ja, wir gehen früh ins Bett, denn es ist extrem kalt und windig und wir haben am nächsten Tag eine schöne Bergtour vor! Der Wind legt sich noch vor Mitternacht und es erwartet uns ein schöner, sonniger Tag. Wir fahren von Algeria im Tal weiter nach oben und über den Sederbergpas weiter Richtung Süden zur Cederberg Wines. Dort bekommen wir ein Permit für die Bergtour und fahren anschließend auf einem schroffen Weg ein gutes Stück nach Westen, an der Cederberg Observatory (Sternwarte) vorbei und zum Ende des Weges für den man auf jeden Fall ein robustes Auto mit hoher Bodenfreiheit braucht. Wir stellen die Autos ab und machen uns auf den Weg durch eine herrliche, wild zerklüftete Berglandschaft. Die Gedanken schweifen und mir geht ein leichtes Schmunzeln über die Lippen beim gedanklichen Vergleich der um uns herum liegenden Landschaft mit den großen Mitteldeutschen Highlights wie Externsteine oder die Sächsische Schweiz…..die würden gleich mehrfach in die uns unmittelbar umgebenden Landschaft verschwinden und sich in keiner Weise hervorheben!.....und hier?…..keine Pommes Buden, Restaurants, gepflasterte Wege, Pferdekutschen und Menschenmengen! Verrückt wie verschieden die Wichtung dieser Dinge sein kann!? Wir sehen um uns herum eine faszinierende Bio- sowie Geologie.
[Protea.....während und nach der "best by date"!]
[Morgentau a la Cederberg!]
Rätsel: Wie bildet sich ein solcher Kreis von groben Kieseln im feinen Sandstein?
[Die namensgebende Pflanze.....ein Ceder Baum]
[Detail der Blätter/Nadeln des Ceder Baums]
Wir erreichen die Passhöhe, schauen noch einmal ins Tal, aus dem wir gerade mühsam aufgestiegen sind.....
.....drehen uns um und schauen auf eine neue Welt und auf das Ziel unserer Tour.....
Teil 819. Okt. 2022
Das Malteser Kreuz!
Die ca. 30 m hohe, beeindruckende Formation steht in einem Hochtal, mit dem höchsten Berg der Cederberg, dem Sneeuberg pittoresk im Hintergrund drapiert. Allerdings, kein Zeichen von „Sneeu“, zumindest nicht um diese Jahreszeit! Wir genießen die Landschaft, machen viele Bilder, essen und trinken noch etwas und treten den Rückweg an.
[Hinten links im Bild sieht man den kleinen Parkplatz mit unseren Autos]
Rätsel: Was für eine Echse ist dies?
An der Farm (Cederberg wines) angekommen erkundigen wir uns wegen Weinprobe bzw. der Brauerei? Leider gibt es keine Weinprobe, wir könnten aber gerne das Bier probieren. Also schauen wir uns die verschiedenen Sorten an und…..da ist er wieder! Leipoldt ist all-präsent! Die Prämiumsorten sind ein „Blonde Ale“ und ein IPA und heißen „Boggom bzw. Voertsek“! Leider gibt es „Voertsek“ in dem kleinen Laden gerade nicht, so geben wir uns mit jeweils einem „Boggom“ zufrieden und spiegeln im Gedanken unseren Tag in den Zeilen des gleichnamigen Gedichts; "Boggom en Voertsek“ von C. Louis Leipold….(Groot Verseboek; Herausg.: D.J. Opperman)
Boggom en Voertsek het saam gelewe Waar die Hantam-berge pryk En die dun kapok in die naglug swewe As die wind die biesies stryk.
Boggom en Voertsek het saam geswerwe Waar die boegoe-bossies bloei En die harde klip, deur die ys gekerwe In die oerou tyd, nog groei.
Boggom en Voertsek het saam gesanik In die aand teen die vollemaan: Sluit ek my oë vandag, dan waan ek Ek kan hulle taal verstaan.
Boggom en Voertsek het saam gesterwe, Waar die Hantam-wêreld strek. Daar's niks as die storie om oor te erwe, En niks om daaruit te trek.
Wunderbare Poesie!
Teil 920. Okt. 2022
Wir fahren zurück nach Algeria. Der Wind nimmt stark zu so, dass wir uns für ein sehr frühes Braai entscheiden. Auch gut so, denn aus dem starken Wind wird ein ausgewachsener Sturm. Eins unserer Zelte reißt sich los und verabschiedet sich in Richtung Busch, wo wir es dann herausfischen und zum Standort zurück zerren. Zusätzliche Heringe werden angebracht und mit großen Steinen beschwert. Der Platz ist direkt unter sehr großen, uralten Eukalyptus Bäumen gelegen so, dass wir bis zum Morgengrauen immer wieder vom Einschlag abgebrochener Äste geweckt werden! Es ist schon ein ungutes Gefühl, der rauen Natur dermaßen schutzlos ausgesetzt zu sein. Aber, alles geht gut aus, es graut der Morgen (nicht dem Morgen, wie bei Dieter Krebs!), 3 offensichtlich verschreckte Parks Board Angestellte kommen vorbei, erkundigen sich ob alles bei uns OK sei und geben uns noch mit, dass der jetzt doch abnehmende Sturm der schlimmste in mindestens 10 Jahren gewesen sei! Wir packen zusammen, essen und trinken dabei noch eine Kleinigkeit und fahren über Clanwilliam und Vanrhynsdorp zur nächsten Station; Garsland in der Nähe von Nieuwoudtville. In Vanrhynsdorp fahren wir noch zum „The Shop“, die beste Adresse für Pies in Vanrhynsdorp (ich meine sogar zumindest in der ganzen Kap!). Diese Bäckerei/Laden/Restaurant ist am Parkplatz der Caltex Tankstelle an der van Riebeeck Strasse gelegen, mit offener Backstube wo man gut sieht wie die Köstlichkeiten zubereitet werden. Wir genehmigen uns alle ein „Game Pie“…..Hmmmmm…..lecker!!! Wir kommen wieder raus und ich merke, dass unser rechter Hinterreifen vollkommen platt ist! Wir schauen uns unentschlossen um, denn keiner von uns hat nun wirklich Lust hier und jetzt reifen zu wechseln! Irgendeinem fällt dabei ein Schild mit der Aufschrift „Jan Tyres“ auf der anderen Straßenseite auf und ich bin schon unterwegs…..zu Fuß, denn der Reifen ist dermaßen platt, dass ich mich nicht traue auch nur 200 m darauf zu fahren. Jan, ein typischer Farmerssohn aus der Gegend (1,90 lang und mindestens halb so breit, mit Händen wie Bärentatzen) begrüßt mich freundlich und meint er könne uns helfen, aber wir müssten 15 Minuten warten, denn sein „Bakkie“ mit dem Kompressor sei gerade auf einer Farm in der Nähe. Wenig später kommt der bei uns an, parkt neben uns und wir merken, dass gut die halbe Ladefläche des Bakkie mit riesigem, uraltem, ein-zylinder Motor voll ist! Der Motor startet, laut und „rußig“ und pumpt unseren Reifen in 30 Sekunden auf! Ich fahre zu Jan rüber, der findet das Loch schnell (mittig in der Lauffläche…..sieht aus wie eine Schraube die aber nicht mehr im Reifen steckt). Ich schmunzle ein wenig, sage zu Jan; „gib es doch zu, du legst dort drüben Schrauben aus um das Geschäft zu beflügeln“. Er schaut mich direkt an und sagt, ohne mit der Wimper zu zucken; „Nein, ich bezahle jemand dafür“! Wir lachen herzlich und fahren weiter Richtung Nieuwoudtville. Es geht gerade voraus, über die bei Botaniker sehr berühmte „Knersvlakte“ wo wohl ein Großteil der Steinpflanzenarten dieser Welt beherbergt sein sollen! Es ist kalt, windig und neblig und wir haben es eilig, daher fahren wir zügig den spektakulären Vanrhynspas (813 Höhenmeter!) hoch und kurz zum Einkaufen nach Nieuwoudtville hinein. In Nieuwoudtville fahren wir noch zur sehr schön in Blumen eingebetteten N.G. Kerk und zum Kirchengemeinde-/Informationszentrum um uns zu informieren.
[.....Falls jemand noch eine Unterkunft suchen sollte.....!]
[Es werden im Gemeindezentrum Gegend-typische, eklig süße Pfannekuchen angeboten.....]
[Ja, eben das Zentrum des Hantam.....]
Dann geht es wieder auf der gleichen Strasse ca. 5 km zurück zu unserem Quartier der nächsten 3 Nächte, Garsland. Garsland ist ein ehemaliges Farm Haus, umgeben von einem schönen Naturgarten, Weinreben und viel flaches Land! Es stehen 5 Schlafzimmer, Küche und ein großes Wohnzimmer mit riesigem Kamin zur Verfügung. Gemütlich, aber nicht protzig…..alles ist sauber und funktioniert einwandfrei.
Wir freuen uns besonders auf diese Station, da weitere Freunde hier zu uns stoßen und wir die nächsten 9 Tage zu sechst in 3 Fahrzeugen unterwegs sein werden. Wir merken, dass die Wanduhr im Wohnzimmer steht und stetig 18 vor 6 anzeigt. Das finden wir sehr praktisch, denn egal wann man von einem Ausflug zurück kehrt, es ist immer beste Sundowner/GAT- Zeit!
[Wird bei uns ein geflügeltes Wort, auch lange nach Garsland: "Wie spät ist es?"; "Na, 18 vor 6 natürlich!"]
Am nächsten Tag geht es zur Farm Matjiesfontein, ein Zentrum der Namaqualand-Blüte!
[Was nun Herr Schäfer?]
[Die Käferdichte!.....das muss ein Landesrekord sein!]
Teil 1021. Okt. 2022
Wir fahren, wie im Rausch kreuz und quer durch das Farmgelände, sehen wunderbare Pflanzen und Insekten, die meisten für uns zum ersten Mal.
[Wozu die Pflanze das wohl tut?]
[So schön.....so vergänglich!]
[Die Straße zum/im Paradies!]
[Blume [i]an Mensch.....]
Teil 1122. Okt. 2022
[In Weiß, gibt es aber durchaus auch .....] [.....in Orange!]
[Vom Winde verweht!]
[Kleintier.....einmal gut definiert.....] [.....oder aber auch als "Rätselbild" gut getarnt!]
[Nicht von dieser Welt.....wie ich finde!]
[Was für eine Melange!]
[Das alte Gemäuer von Matjiesfontein]
Am späten Nachmittag reißen wir uns von der Wunderwelt die Matjiesfontein ist (zumindest zu dieser Jahreszeit) los und fahren nochmal zum Garten der die N.G. Kerk umgibt. Hier kommen wir mit einem sehr engagierten Botaniker ins Gespräch der uns bereitwillig auf eine kurze Tour durch „seinen“ Garten mit nimmt. Er zeigt uns eine gut getarnte aber wunderschöne Pflanze und meint diese sei eine der „kostbarsten Kostbarkeiten“ überhaupt…..es würde nur noch wenige Exemplare geben, ganze 5 in seinem Garten…..und es ist sozusagen sein Garten, denn es stellt sich heraus, dass es sich um den Pfarrer der N.G. Gemeinde handelt!
[Ein botanisches Kleinod!]
Wir fahren nach Garsland zurück, sehen uns noch ein wenig im Garten um.....
[.....Wo ist es wohl am leckersten/lohnendsten?.....] [Ahhhhhhh.....HIER!]
.....nehmen unsere all-abendliche „Malaria Prophylaxe“, machen ein riesiges Feuer in der wirklich großen Feuerstelle im Wohnzimmer und ein Braai in einer Ecke dieser, während in der anderen noch ein gemütliches Feuer lodert. Dazu gibt es Orange River Cellars (ORC) Sauvignon Blanc, einen KWV Shiraz und zum Ausklang noch einen schönen Muscadel, ebenfalls von ORC. Wir lassen den Tag Revue passieren. Die unglaubliche Schönheit und extreme Komplexität der (pflanzlichen sowie tierischen) Lebewesen die uns begegnet sind verschlägt uns schier den Atem. Wir versuchen immer wieder diese Vielfalt und Verzahnung der Natur mit den bisher dazu zur Verfügung stehenden ca. 3 Milliarden Jahre Evolution in Einklang zu bringen. Hierbei realisieren wir, dass dieses Vorhaben in etwa der Frage entspricht; „Was ergibt Null mal Unendlich?“ Die Mathematiker unter uns werden wissen, dass es hierauf keine definitive Antwort gibt! Wir merken, dass genau dies ein Kernproblem dieser Vorstellung ist. Bei der Evolution geht es jeweils zwar nur um winzige Veränderungen (ca. Null), dafür aber um eine, für uns Menschen absolut nicht vorstellbaren Zeit (ca. Unendlich)! Noch ein Gläschen Wein und wir merken, dass wir dabei sind die Frage aller Fragen, ja, die zu „Life, the Universe and everything“ (Danke Douglas!) nach zu gehen. Klar, die Antwort ist 42, aber geht das auch ein bischen weniger prägnant? Ja, wir kommen da tatsächlich weiter…..aber…..dazu später mehr…..
Teil 1222. Okt. 2022
Am nächsten Tag fahren wir wieder auf der Straße von Nieuwoudtville nach Süden in Richtung Matjiesfontein, dann aber zur Farm de Hoop/Boereplaas. Obwohl diese nur wenige km von Matjiesfontein entfernt liegt ist die Vegetation deutlich unterschiedlich. Mehr als die Hälfte der Pflanzen die wir hier sehen kommen nicht auf Matjiesfontein vor. Dies liegt wohl an der deutlich anderen Geographie. Es gibt einige Granit/Dolerit Koppies auf de Hoop und dies scheint eine ganz andere Pflanzenwelt zu begünstigen.
[Anscheinend ein "Langzeitparker"!]
[Keine rote Erde, sondern eine ganz feine rote Flechte]
[Jede kleinste Nische wird genutzt]
[Genau so interessant und wunderbar wie die Pflanzenwelt sind die Kleintiere die auf und von ihr leben]
Teil 1323. Okt. 2022
Wie am vorherigen Tag kosten wir auch diesen Tag noch voll aus, nehmen uns sehr viel Zeit bei der Fahrt um den ausgeschilderten Rundweg.
[Pollentransporter!]
[Namaqua- Skilpad]
Am vorigen Tag hatten wir auf dem Weg zwischen Nieuwoudtville und Matjiesfontein ein Schild zum „glacial pavement“ gesehen und wollen uns den anschauen. Wir parken in der kleinen Parkbucht am Straßenrand und gehen ca. 200 m zu einer horizontal liegenden Felsplatte die eindrucksvolle Längskerben aufweist die von einem Gletscher (in der Dwyka-Zeit) vor 300 Mio Jahre verursacht worden sind. Das Ganze ist sehr beeindruckend, auch wegen der Tier- und Pflanzenwelt die wir hier als unerwartete Zugabe sehen.
[Die "Kratzspuren" des Gletscherschrunds, die sich über ca. 200 m strecken, sind sehr gut zu sehen und eindeutig Gletscheraktivität zu zuordnen]
[Was für ein Kleinod! Ich stehe dort und realisiere, dass jede 10 Quadratmeter, willkürlich hier ausgestochen, das Highlight eines jeden mitteleuropäischen Herbariums wäre!]
[Etwas unerwartet, am hellen Nachmittag!?]
[.....und dann kommen diese Blumen "angeflogen"! .....oder sind das doch die berühmt berüchtigten "Büffelblumen"? (Käpt´n Blaubär lässt grüßen)]
[Ja, da kann man sich aber auch wirklich wohl fühlen!]
In Garsland schauen wir uns ein letztes Mal im schönen Garten um und bereiten uns geistig und physisch auf die morgige Abreise vor.
[Rooibos Tee Strauch]
[Rooibos Tee.....Detail]
[Was für einen Abschied.....Danke Garsland!]
Teil 1425. Jan. 2023
Da wir an diesem Tag lediglich die 120 km nach Doringbaai fahren wollen, lassen wir uns Zeit und fahren wieder über die R27 nach Vanrhynsdorp wo wir uns zum Brunch noch Einmal ein Pie an der Caltex Tankstelle gönnen. (wir müssen ja für Zuhause „voressen“, da es diese Spezialität soweit uns bekannt, nirgendwo in Deutschland und wenn, dann sicherlich nicht in dieser Qualität, gibt!)
[Passhöhe Vanrhynspass mit Sicht über die riesige "Knersvlakte"]
Dann fahren wir noch zum von der Eigentümerin von Garsland empfohlenen Museum, „Old Jail“. Es lohnt sich wirklich und ist eine gelungene Melange von Museum, Gärtnerei (es gibt Pflanzen, vor allem Sukkulente, aus der Gegend) und „Gesamtkunstwerk“ die uns außerordentlich gut gefällt!
[.....nur für Wolfgang - Bike Africa - such dir ein schickes Modell aus!]
[Ja, dies war tatsächlich ein Gefängnis.....]
[Wozu das wohl mal gebraucht wurde.....?]
Da es im Namaqua-Park keine Einkaufsmöglichkeiten gibt decken wir uns in Vanrhynsdorp noch mit allem ein was das „Camping-Herz“ begehrt und fahren über die R362 weiter zum kleinen Ort Doringbaai wo wir nachmittags ankommen, unsere Zimmer im „Die Anker“ beziehen und uns noch ein wenig umschauen.
[Das "Anker" war nicht schlecht, wir würden uns aber beim nächsten Mal (wenn es dies geben sollte!?) in die Thorn Bay accommodation einquartieren!]
Teil 1525. Jan. 2023
Am frühen Abend gehen wir dann in die Fryers Cove Winery wo wir ein ordentliches Abendessen (gut, aber nicht besonders) begleitet vom hauseigenen Sauvignon Blanc zu uns nehmen.
[.....und hier werden sie gezüchtet.....die Abalone.....]
[Der Wein ist tatsächlich nicht schlecht.....aber.....SOOOO gut nun auch wieder nicht!]
[Die Leitungen führen frisches Meerwasser für die Abalone-Zucht]
[Schön.....pittoresk-gammelig!]
[Diamanten-Bagger! Mit der großen Pumpe an Deck wird Kies vom Meeresboden angesaugt!]
Wir genießen noch den späten Nachmittag und lassen uns auf dem Weg zurück zur Herberge viel Zeit.
[Im fernen Hintergrund eines der mehrere Km langen Züge die Eisenerz von Sishen nach Saldanha bringen]
Am nächsten Morgen genießen wir noch die frühe Morgenstund am Meer.....
[Die pittoreske kleine Bucht mit Leuchtturm, Weinkeller und Abalone Zucht]
Teil 1626. Jan. 2023
Nach einem (reichhaltigen) Frühstück fahren wir wieder auf der R362 Richtung Lutzville und weiter nach Blinkwaterbaai. Hier endet die gute Straße und es geht auf tiefsandiger, teilweise Tweespoorpad weiter. Spätestens jetzt werden gute Bodenfreiheit, 4x4 und ca. 1 Bar Luftdruck zu „nicht optionale“ Eigenschaften eines Fahrzeugs!
Nach kurzer Fahrt kommen wir zur Mündung des Soutriviers wo (namensgerecht) salz aus flachen Lagunen gewonnen wird…..der Atlantik liefert das Salzwasser, die Sonne macht die Verdunstungsarbeit und der Schaufelradlader erledigt den Rest…..fertig ist die Laube!
[Salzgewinnung!.....Der Atlantik liefert das Salz.....die Sonne die Verdampfungsenergie.....!]
Wir wühlen uns, immer in Strandnähe langsam (die Landschaft, Flora und Fauna sind überwältigend, daher halten wir sehr häufig!) Richtung Norden und kommen zum Parkeingang bei Groenrivier. Hier gibt es Unterkünfte aber keine nennenswerte Einkaufsmöglichkeit. Der Ranger sagt (Nein, befiehlt!) uns noch eindrücklich, dass wir mit Unterdruck fahren sollen. Damit nicht genug; er kontrolliert dies sogar noch!
Vom Groenrivier Parkeingang aus sind es nur noch wenige, langsame, durch Tiefsand und häufigen Fotostops abgebremste Kilometer zum Camp für die nächsten 2 Nächte…..Kwass se Baai!
[Tiefsandpiste direkt am Meer.....schöner gehts nimmer!]
[Überbleibsel eines (gescheiterten) Diamantenbaggers!]
[Sukkulenten gibt es in vielen Formen.....auch, wie hier.....in "unbeschreiblich SCHÖN".....]
[Unser Lager bei Kwass se Baai. Der "Steinkreis" des Nachbarplatzes ist im linken Hintergrund gut zu sehen]
Wir sind gerade beim Aufbau unseres Zeltlagers an der Ostseite des Steinkreises das jeden Campingplatz im Park kennzeichnet, als wir einen merkwürdigen, skurrilen „Leipoldt-Flashback“ erleben dürfen…..! Ein offiziell aussehender „Bakkie“ fährt auf uns zu und hält direkt an unserem Campingplatz. Wir überlegen noch ob wir irgendwas am Parkeingang vergessen oder irgendein Vergehen auf der Fahrt begangen hatten? Es fällt uns nichts ein und schon steigt ein älterer Herr aus dem Fahrzeug aus und kommt auf uns zu. Wir sprechen mit unseren Freunden Englisch. Der Herr hält inne, sieht sich unentschlossen in unserer Runde um und fragt höflich ob jemand Afrikaans spricht und für ihn übersetzen könne? Wir lachen herzlich und fragen ihn, auf Afrikaans, was ihn zu uns bringt?
Er stellt sich als „Gert Sarrisam“ vor, sagt er sei Sohn Namaqualands, Schriftsteller und das er uns gerne seine Bücher näherbringen bzw. verkaufen würde. Schon holt er aus dem Bakkie aus einer Kiste drei Bücher heraus…..Autor; Gert Sarrisam…..Geschichten (angeblich wahre) aus Namaqualand!
Er meint er würde diesen „Vertriebsweg“ wählen, weil die Leute die solche Campingtouren unternehmen auch solche seien die Verbundenheit mit Land und Leute empfinden…..eigentlich naheliegend wie wir finden! Wir kaufen ihn also jeweils drei Bücher ab, in denen er auch noch brav eine Widmung schreibt, bedanken uns und er fährt weiter…..wahrscheinlich zum nächsten (von vielen) Campingplatz…..
Eben wieder Mal Leipoldt…..“Oom Gert vertel“!
[Die 10-12 Campingplätze, mit jeweils 1-4 Stellplätze, zwischen Groenrivier und der nördlichen Parkgrenze liegen alle sehr nahe am Meer, meist mit guter Sicht auf eine Bucht oder Felsformationen und bieten alle einen „Steinkreis“ mit ca. 6-7 Meter Durchmesser und ca. 1,5 m Höhe mit einem (ca. 2 m breiten) Eingang an der Nordost-Seite. In der Mitte ist ein gemauerter Braaiplatz. Dazu kommt noch ein Steinhäuschen mit gut funktionierender (gute, windgetriebene Abluftpumpe!) Toilette. Wir fanden, dass ein Aufbau der Zelte an der Ostseite, außerhalb des Kreises sinnvoll ist, da der Wind eigentlich immer aus südwestlicher bis nordwestlicher Richtung kommt. Zusätzlich lassen sich noch Nord- und Südseiten mit den Fahrzeugen relativ gut abdecken.]
Der Tag klingt mit Sundowner, passenden Sonnenuntergang und zünftigem Braai aus!
Teil 1726. Jan. 2023
Am nächsten Morgen ist es kalt und seeeehr windig! Noch ist es auszuhalten, aber der Wetterbericht lässt für die nächsten Tage nichts Gutes ahnen! Wir genießen also den Tag mit allen Sinnen…..machen lange Entdeckungstouren an der Küste entlang und kommen aus dem Staunen über Vielfalt und Komplexität des Paradieses das uns umgibt nicht mehr heraus. Es treibt uns immer wieder um, dass diese unglaubliche biologische Welt durch den einfachen, zweistufigen (die zufällige Mutation gefolgt durch (sehr unzufälligen) natürliche Selektion), evolutionären Prozess zu Stande gekommen ist?!
[Ich denke man "sieht" die Kälte.....]
[Eines meiner Lieblingsbilder der Reise!]
[Der Gneis ist gut an den dem Gestein durchziehenden Streifen zu erkennen]
Am Strand sehe ich dann noch einen angespülten Walhai 😄 !
Am späten Nachmittag kommt eine riesige Wetterfront vom Nordwesten auf uns zu und wir ahnen schlimmes! Die Zelte werden wetterfest gemacht indem die Heringe mit großen Steinen beschwert werden und die Positionen der Autos der erwarteten Windrichtung entsprechend angepasst werden…… .....Dann geht es ganz heftig los…..ein wenig Regen, aber insbesondere ein unglaublicher Sturm!
Ein Sundowner ist nicht denkbar, zumindest nicht außerhalb des Schutzes der Autos! Das gleiche gilt für Braai oder irgendwie im Freien oder in dem Steinkreis ein Abendessen zuzubereiten! Also setzen wir uns, warm eingepackt, jeweils zu zweit in unsere 3 Autos und schauen dem wilden Treiben bei G&T, Wein, Snacks und einem schönen ORC Muscadel zu. Jeder hat einen Beitrag…..ich renne von Wagen zu Wagen und „serviere“ G&T und Muscadel, ein anderer versorgt uns mit Käse, Cracker, Biltong, Trockenfrüchte usw. Es ist so heftig, dass wir beschließen unsere Campingtour abzubrechen und am nächsten Tag feste Unterkunft in Hondeklipbaai zu suchen!
So verbringen wir einen, im Nachhinein, doch sehr netten Abend…..sehen sozusagen wie im Autokino den Film; „Weltuntergang im Paradies!“ durch die Windschutzscheibe, bei Speis und Trank!
Teil 1827. Jan. 2023
Am nächsten Morgen ist das Wetter zwar deutlich besser; die Wolken haben sich verzogen, aber es windet noch sehr stark und es ist weiterhin kalt. Wir kochen im Klohäuschen Wasser für Kaffee und Tee…..nur so geht die Flamme nicht aus!
Das Wetter wird immer besser so, dass wir nach einem ergiebigen Frühstück noch an den Strand gehen und u.a. die Symptome des Sturms fotografisch dokumentieren.
[Der Wind/Sturm hat meterhohe Algenschaumteppiche "geschlagen"]
[Algenschaum [i]an Gneis!]
[Riesiger, gut ausgebildeter Feldspat-Kristall]
[Mitunter sieht das Wetter wieder durchaus bedrohlich aus.....es wird insgesamt aber laufend besser]
[Gneis.....wie aus dem Geologie-Handbuch. Den "Dalí-Elefanten" in der rechten Bildmitte habe ich erst Zuhause, beim Sortieren der Bilder gesehen!.....Ja, der gute Salvador ist schon rumgekommen!]
[Der "Salzgewinnungsprozess" von [i]Soutrivier in Miniatur.....]
[Die Schätze des Meeres.....weit auf dem Wege ins Jenseits!]
[So verbreitet sich diese Pflanze.....sie schickt "Späher" aus und schlägt dann an geeigneter Stelle Wurzeln]
[Muscheln im ewigen Kreislauf zwischen Flut..... [attachment=413811]116-2.JPG .....und Ebbe!]
Das Wetter wird immer besser, wir tauen auf und die "dunklen Wolken der Verzweiflung", die uns zum Entschluss geführt hatten, eine feste Unterkunft zu suchen, lösen sich in der sonnigen Freundlichkeit des Tages auf! Kurzum.....wir verwerfen die Idee in Hondeklipbaai eine feste Unterkunft zu suchen und fahren die 10-15 km weiter zu unserem nächsten, geplanten und gebuchten Campingplatz; Koringkorrelbaai!
Teil 1927. Jan. 2023
Wieder lassen wir uns viel Zeit, da wir heute nur ca. 10-15 km zu fahren haben. Diese kurze Strecke ist tiefsandig und zieht sich, durch unzählige Stopps verlängert, doch zeitlich so in die Länge, dass wir erst am späten Vormittag ankommen.
["Shongololo" Friedhof!]
Auf dem Weg besichtigen wir auch alle Stellplätze zwischen Kwass se Baai und Koringkorrelbaai und staunen nicht schlecht als wir tatsächlich aufgestellte Dachzelte sehen!!! Wir können uns nicht wirklich vorstellen, die letzte Nacht in einem Dachzelt zu verbringen und denken, dass die armen Besitzer/Mieter einen Großteil der Nacht im Fahrzeug verbracht haben müssen! Nur eins der 4 Stellplätze (Steinkreise) ist bereits belegt. Wir suchen uns einen Platz aus, der uns „wettertechnisch“ am günstigsten erscheint und stellen unsere Zelte wieder eng außen an der Ostseite der Steinwand auf…..gebrannte Kinder, eben!
[Unser Stellplatz bei Koringkorrelbaai.....alle 3 Zelte an der Ostseite des Steinkreises!]
Nach einem kurzen Mittagessen streifen wir durch die Gegend und finden wieder unzählige biologische wie geologische Kleinode und wunderschöne Land/See-schaften.
[Bis zum ausgewachsenen Nilkrokodil fehlt wohl noch ein bischen.....]
Es ist interessant zu sehen, wie der Algenschaum altert! der frische Schaum ist Hellweiß, wird dann aber zunehmend "oxidiert" und färbt sich immer dunkler bis zu einem Dunkelgrau!]
[Impressionen..... .....einer immer noch "wütenden" See..... .....die den Schaum aufschlägt und..... .....immer wieder an die Felsen schleudert!]
Teil 2027. Jan. 2023
Es ist interessant, ja, zeitweise sogar rührend, wie sich die harten Geschöpfe dieser Gegend jede noch so unscheinbare und unwirtlich erscheinende Nische zu eigen machen und dann noch so strahlend und, wenn man es nicht besser wüsste, lebensfroh daher kommen!
[Meerestrauben]
[Jeder noch so kleiner Spalt wird genutzt!]
[Wenn auch nicht ganz so üppig wie im Biedouw-Tal, eine wahre Blumenpracht]
[Diese Pflanzen strahlen eine lebendige Frische aus]
[Ein wahres Schlaraffenland für diese grünen "Leuchtkäfer"!]
[Ja, wir sind hier letztendlich am südliche Ausläufer der Skelettküste!]
[Dieser Käfer muss Geographie studiert haben! Südamerika hat er schon gut hinbekommen (komplett mit La Plata Mündung!), aber, wo ist Afrika?.....und warum kommt Australien da vom Osten angerauscht?]
[Diese bereits von Wind und Wetter stark bearbeiteten Schneckenhäuser sind so einzigartig und strahlen eine solche Vergänglichkeit aus!.....ich finde sie viel schöner als die intakten Vorgänger!]
.....und, dann kommt noch ein sehr schöner Sonnenuntergang hinter dem riesigen, zu Fels gewordenen "See-Elefanten", bei immer noch stürmischer See.....wir genießen dazu einen großen, dafür aber schwachen, G&T.