Staub & Schlamm (Reisebericht Kenia 2021/2022)

Reisebericht 171 Antworten · 28,1k Aufrufe · gestartet 02. Feb. 2022 von Topobär
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200910. Aug. 2022 ·
21.Tag (07.01.2022)
Meru National Park – Samburu National Reserve
205km


Wir frühstücken gleich nach dem Aufstehen auf unserer Campsite und brechen direkt im Anschluss unser Camp hier ab.

Mein Fazit zum Meru National Park fällt nicht sehr positiv aus. Das Einzige, was uns wirklich überzeugt hat, ist die Campsite. Da kann man schöne Tage verbringen und sieht auch nicht viel weniger Tiere als auf den Gamedrives. Die sind auch der Grund, weshalb das Fazit so schlecht ausfällt. Die Möglichkeiten sind im Meru National Park derzeit extrem limitiert. Für die dichte Vegetation kann niemand etwas und das sieht in der Trockenzeit sicher auch ganz anders aus. Die zahlreichen unpassierbaren Wege sind aber extrem störend. Das habe ich in dem Ausmaß noch in keinem anderen Nationalpark in Afrika erlebt. Wir werden den Meru National Park erst wieder besuchen, wenn die Wegeinfrastruktur wieder in Ordnung gebracht wurde.

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Das Wetter zeigt sich an diesem Morgen nicht von seiner besten Seite. Es ist bedeckt und als wir losfahren fängt es an zu nieseln. Am Gate informieren wir die Ranger noch über unser Erlebnis mit dem nackten Mann am Vortag.

In den Bergen bis Meru hängen dichte Wolken und die Sichtweite beträgt teilweise unter 50m. Als wir die Berge verlassen, verschwinden auch die Wolken und wir fahren bei strahlendem Sonnenschein nach Meru hinein.

Als erstes kaufen wir in einem Agrarhandel Rattengift. Heute Nacht geht es unserem Mitfahrer an den Kragen.

Dann geht es weiter in das kleine Einkaufszentrum in Stadtmitte. In dem dortigen Supermarkt bekommen wir alles, was wir für die 4 Nächte im Samburu National Reserve brauchen.

Immer wieder werden wir von Fremden auf unser „fantastic car“ angesprochen. Häufig in den Nationalparks, aber auch heute auf dem Supermarktparkplatz. Wir haben auch auf der gesamten Reise kein vergleichbar gut ausgestattetes Safarifahrzeug gesehen. Inzwischen habe ich auch festgestellt, dass der Wagen ein verstellbares Fahrwerk hat, mit dem man den Wagen an die Straßenverhältnisse anpassen kann.

Als wir von den Hängen des Mount Kenia in die Ebene fahren, haben wir einen weiten Blick nach Norden auf unser Ziel für den heutigen Tag.

Um 15:00Uhr sind wir am Gate ins Samburu National Reserve. Hier gelten mal ganz andere Preise. 800US$ müssen wir bar auf den Tisch legen, denn Kreditkarten werden hier nicht akzeptiert.

Aber schon die ersten Meter im Park zeigen, dass sich der Preis lohnt. Die Landschaft ist herrlich. Eine Katastrophe ist dagegen das Wellblech auf der Hauptpiste. Die werden wir in den nächsten Tagen so weit wie nur möglich meiden.

Wir fahren direkt zur Public Campsite, um uns einen schönen Platz für die 4 Nächte im Park auszusuchen. Wir sind begeistert von der Campsite. Direkt am Ewaso Ngiro unter großen Bäumen gelegen, bietet die Campsite einen schönen Blick über den Fluss und ausreichend Schatten. Es ist bereits eine große Gruppe anwesend, aber wir finden einen schönen ruhigen Stellplatz am östlichen Ende der Campsite.

Am Abend machen wir noch einen kurzen Gamedrive am Fluss entlang. Als wir auf dem Weg zur Campsite waren, sahen wir jede Menge Elefanten am Fluss stehen, hielten aber nicht an. Wir wollten das lieber ganz in Ruhe auf dem Gamedrive genießen. Jetzt beim Gamedrive zeigt sich nur leider kein einziger Elefant. Wo sind die denn alle geblieben? Aber so ist die Natur, da kann man nichts planen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir in den nächsten Tagen noch reichlich Elefanten sehen werden. Schön ist die kleine Tour trotzdem.

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Noch weit vor Sonnenuntergang sind wir zurück auf der Campsite. Ich kaufe Feuerholz für die nächsten Abende. Mit dem Kochen warte ich aber noch, da es von grünen Meerkatzen wimmelt. Erst als alle Affen auf den Bäumen sind, packen wir unsere Lebensmittel aus, um mit dem Kochen zu beginnen. Es gibt scharfes Kokos-Curry mit Blumenkohl und Brokkoli.

Es ist schon dunkel, als eine weitere Gruppe auf der Campsite eintrifft. Die haben offensichtlich keine große Campingerfahrung und tun sich schwer Ihr Camp zu errichten. So haben wir beim essen auch noch ein Unterhaltungsprogramm. Später trifft dann sogar noch ein Overlander ein, der aber auf eine benachbarte Campsite ausweichen muss, da bei und alles voll ist. Wobei voll hier relativ zu sehen ist. Die nächsten Zelte stehen immerhin ca. 30m von uns entfernt. Dennoch ist es nach den 4 einsamen Nächte im Meru National Park schon fast ein Kulturschock.
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zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2022
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200924. Aug. 2022 ·
22.Tag (Sa. 08.01.2022)
Samburu National Reserve
56km


Heute wollen wir den Tag ganz dem Samburu National Reserve widmen. Wir starten früh und fahren zunächst durch die Berge im Hinterland des Parks. Wir umrundeten den zentralen Gebirgsstock. Weite Strecken lagen noch im Schatten der Berge. Hier leben vor allem Tiere, die etwas besser an die Trockenheit angepasst sind und deshalb nicht so sehr auf die Nähe des Flusses angewiesen sind. Dabei konnten wir auch schon die Tierarten entdecken, für die das Samburu National Reserve berühmt ist; die typischen Halbwüstenbewohner des nördlichen Kenia. Wir sahen Baisa-Oryx, Grevy-Zebra, Gerenuk und Somali-Strauß.

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Ausgerechnet als wir am Lowa Mara Viewpoint sind zieht eine Wolkenschicht über den Himmel. Ansonsten herrscht den ganzen Tag über Sonnenschein.

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Im Osten des Parks treffen wir dann auf den Fluss und fahren an ihm entlang zurück in Richtung Campsite. Dabei sehen wir zunächst überwiegend Vögel.

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Kurz vor den Campsite sehen wir in einiger Entfernung eine Elefantenherde beim Crossing des Flusses. Ein älteres Tier erkundet zunächst den Weg und erst dann folgt der Rest der Herde.

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Zurück auf der Campsite wurde erst einmal gegessen. Danach hatten wir dann reichlich Zeit bis zum Abendgamedrive. Die Campsite ist perfekt dazu geeignet den Tag dort zu verbringen. Viele große Schattenbäume und der Blick auf den Fluss werden nie langweilig. Ich nehme mir den E-Reader und einen Campingstuhl und setze mich direkt ans Ufer. Hin und wieder sehr ich am anderen Ufer Elefanten entlangwandern. Dort liegt das Buffalo Springs National Reserve. Über mir kann ich einen Specht bei der Arbeit hören, bin aber nicht in der Lage ihn zu entdecken. Affen sind heute nicht auf der Campsite, so dass es ein in jeder Hinsicht stressfreier Tag ist.

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Ein Blick auf den Giftköder zeigt Biss-Spuren.

Der Abendgamedrive wird von Elefanten dominiert. Nicht weit von der Campsite entfernt müssen wir uns einen Weg durch eine weit in den dichten Büschen verstreute Herde bahnen. Dicht verbuschte Gebiete mit Elefanten sind immer sehr spannend, da die grauen Riesen in solcher Umgebung erstaunlich gut getarnt sind und wir sie häufig erst deutlich später entdecken, als uns lieb ist. Immer wieder spannend, wenn man nicht weiß, ob man nach der nächsten Kurve plötzlich einem Elefanten Auge in Auge gegenübersteht. Zum Glück sind die Tiere hier sehr relaxt.

Dann kommen wir zum Fluss und sehen eine große Elefantenherde beim Crossing.

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Kurze Zeit später entdecken wir eine weitere große Herde am Ufer auf unserer Seite des Flusses. Wir finden einen guten Beobachtungsposten ganz in ihrer Nähe, wo wir mehr als eine Stunde lang die Tiere beobachten können. Bei Elefanten wird es nie langweilig. So gehören um Beispiel drei Babys zur Herde. Während zwei von ihnen die ganze Zeit miteinander am Toben sind, weicht das das dritte nie von der Seite seiner Mutter. So unterschiedlich sind die Charaktere der einzelnen Tiere. Als krönenden Abschluss sehen wir dann auch diese Herde den Fluss in Richtung Buffalo Springs überqueren. Uns fällt auf, dass alle Herden die wir bislang zum trinken am Fluss beobachtet haben, diesen im Anschluss auch überquert haben. Unabhängig davon, auf welcher Seite die Elefanten zum Fluss gekommen sind.

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Als die Elefanten am anderen Ufer verschwunden sind, fahren wir zurück zur Campsite. Unterwegs noch ein paar Stopps für andere Tiere. Nicht dass Ihr denkt, im Samburu gibt es nur Elefanten.

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Zurück auf der Campsite schaue ich im Wagen nach der Ratte und kann sie tot hinter dem Schubladensystem entdecken. Selbst im Tod verursacht das Mistvieh noch Arbeit. Noch ein letztes Mal alles aufbauen und diese Episode hat endlich ein Ende.

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Heute Abend bleibt die Küche kalt. Ich mache einen russischen Salat.

Sehr angenehm ist hier im Samburu National Reserve auch, dass es aufgrund des trockenen Klimas selbst nach Einbruch der Dunkelheit kaum Insekten gibt, die sich zum Licht der Lampen hingezogen fühlen.
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zuletzt bearbeitet 24. Aug. 2022
25 Beiträge · seit 201824. Aug. 2022 ·
Hallo,

lieben Dank für diesen wundervollen Reisebericht. Wir werden im vsl nächsten Jahr mit dem eigenen Auto in Kenia unterwegs sein, daher sind deine Berichte eine wunderbare Quelle der Vorbereitung!

Sabbat2023
1’835 Beiträge · seit 201524. Aug. 2022 ·
Wunderschöne Bilder vom Fluss mit Elefanten! Da scheint es euch deutlich besser zu gefallen als im Meru NP.
Wieviel Tage sind ideal dort zu campen und alle Gebiete, ich glaub es gibt drei? zu entdecken?
Wir hatten mal so nen Untermieter in Savuti aufgelesen aber er starb dann in Kasane beim Zustoßen der Schublade. Ich hab auch so eine eklige Foto….
Man liebt ja alle Tiere, aber Nager und Moskitos am wenigsten…
If life is a journey be sure to take the scenic road! Expedition Antarktis: https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299327-expedition-antarktis-mit-falklands-und-s-georgia.html Island In Herbstfarben https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299288-island-in-herbstfarben-september-2018.html Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/weitere-laender/299141-nordamerikanische-safari-und-landschaft-2019.html Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different. Juni 2018 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/tansania/295665-zweite-selbst-fahrer-tour-in-tansania-same-same-but-different.html Trip reports in English: Namibia and KTP 2016 http://safaritalk.net/topic/16959-self-drive-safari-tr-nam-sa-bots-nam/ Botswana 2016: http://safaritalk.net/topic/16985-self-drive-safari-tr-bots-nam-sa/ Tanzania 2015: http://safaritalk.net/topic/15256-self-drive-safari-through-northern-tz-parks-of-mara-crossings-and-lions-in-camp/ Nam-SA-Bots 2014: http://safaritalk.net/topic/14669-self-drive-safari-in-botswana-south-africa-and-namibiab/page
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200925. Aug. 2022 ·
Wir waren 4 Nächte und 3 volle Tage in Samburu. Zwei Tage haben wir in Samburu verbracht und einen sind wir ins Shaba Reserve gefahren. Buffalo Springs haben wir nicht besucht, da die Verbindungsbrücke zum Samburu gesperrt war und uns der Weg außen herum zu weit war, nur um am anderen Flussufer entlang zu fahren.

Eigentlich mag ich Ratten sehr gerne. Unserer Ratte ist letztendlich ihre Zerstörungswut zum Verhängnis geworden. Das war nicht mehr zu tolerieren. Kathrin hatte sogar noch versucht eine Lebendfalle zu finden. So etwas ist in Kenia aber nicht zu bekommen.
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Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200901. Sept. 2022 ·
23.Tag (So. 09.01.2022)
Samburu National Reserve – Shaba National National Reserve – Samburu National Reserve
191km


Mit dem Permit für das Samburu National Reserve hat man auch Zugang zum Shaba National Reserve und zum Buffalo Springs National Reserve. Buffalo Springs werden wir nicht besuchen, da die Brücke über den Fluss derzeit nicht passierbar ist und sich der weite Weg über Archers Post nicht lohnt, um vom gegenüber liegendem Ufer die gleiche Landschaft zu erleben. Wir nutzten dafür Möglichkeit, um heute das für uns noch unbekannte Shaba National Reserve zu erkunden.

Auch wenn unser heutiges Ziel das Shaba National Reserve ist, gestalten wir die Anreise durch Samburu dennoch als Gamedrive. Bislang hatten wir noch nichts entdeckt, da sehe ich aus dem Augenwinkel kurz einen kleinen runden Kopf, der sich ca. 300m von uns entfernt kurz aus dem Gras erhebt. Das sah nicht nach einer gewöhnlichen Sichtung aus. Ich scanne mit dem Fernglas den Bereich und kann dann tatsächlich eine Gepardin mit Nachwuchs an einem Riss erkennen. Der muss noch ganz frisch sein, denn Geparde jagen nur bei Tageslicht. Leider haben sich die Tiere eine sehr ungünstige Stelle zum Fressen gesucht. Was ich auch versuche, näher als 100m komme ich von keiner Seite an die Tiere heran. Trotzdem ein großartiges Erlebnis und wir lassen uns viel Zeit die kleine Familie zu beobachten.

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Das Beste ist, dass wir die ganze Zeit allein sind. Kein anderes Auto teilt mit uns dieses Erlebnis. Einmal fährt sogar ein Safarifahrzeug ganz in der Nähe vorbei, ohne dass der Guide die Geparde entdeckt.

Irgendwann müssen wir uns losreißen, denn wir haben noch einiges vor. Vorbei an den üblichen Halbwüstenbewohnern fahren wir zum Gate.

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Vom Gate des Samburu National Reserve sind es nur etwas mehr als 10km bis zum Gate des Shaba National Reserve. Das ist schnell erledigt.

Wir haben beschlossen eine große Runde durch Shaba zu fahren. Unser Gate liegt ganz im Westen des Parks und wir wollen durch das Hinterland bis an dessen östliches Ende fahren. Von dort soll es dann entlang des Ewaso Ngiro zurück zum Gate gehen.

Shaba ist wesentlich wilder als Samburu. Mehr Berge und anspruchsvollere Wege. Gerade im Hinterland geht es über weite Strecken nur in Schrittgeschwindigkeit über grobe Lavabrocken.

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Faszinierend sind die Quellen, welche immer wieder kleine Oasen in der ansonsten trockenen Landschaft bilden. Hier hat man auch die besten Chancen auf Tierbeobachtungen.

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Insgesamt sieht man mehr Tiere, als wir erwartet hätten. Dennoch nicht so viele, wie in Samburu und auch etwas scheuer.

Beim Rückweg entlang des Flusses müssen wir feststellen, dass die Piste im Osten leider nicht mehr existiert. Wir müssen erst ein paar Kilometer die zentrale Hauptpiste fahren, bevor wir zum Fluss abbiegen können.

Etwas oberhalb finden wir einen schönen Platz für unsere Mittagsrast.

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Der Ewaso Ngiro zeigt in Shaba einen ganz anderen Charakter als in Samburu. Während er in Samburu in einem weiten sandigen Bett durch die flache Landschaft mäandert, muss er sich in Shaba häufig in ein enges felsiges Bett zwängen.

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Wir schauen uns bei dieser Gelegenheit auch die Campsite von Shaba an. Diese befindet sich in traumhafter Lage direkt am Flussufer. Auch wenn es keinerlei Infrastruktur gibt, wollen wir hier bei unserem nächsten Besuch auf jeden Fall eine Nacht verbringen.

Uns hat das Shaba National Reserve sehr gut gefallen. Es ist wild und vor allem sehr einsam. Wir sind den ganzen Tag über keinem einzigen anderen Fahrzeug begegnet. Ein echter Geheimtipp. Von den oft erwähnten Rinderherden im Park konnten wir im Übrigen nichts entdecken.

Auf dem Rückweg durch Samburu halte ich nach den Geparden Ausschau und werde tatsächlich fündig. Sie haben sich nur ca. 1km von Ihrem Riss fortbewegt und ein schattiges Plätzchen zum Verdauen gesucht. Diesmal kommt man sehr nah an die Tiere heran. Dem entsprechend bleiben wir jetzt auch nicht allein.

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Beim Fotografieren aus der Dachluke passiert mir dann ein Missgeschick. Mir rutscht der Objektivdeckel aus der Hand und fällt neben das Auto. So wie der Toast immer auf die Marmeladenseite fällt, fällt der Objektivdeckel natürlich auf die Seite, an der die Geparde liegen. Würde ich aussteigen, um den Objektivdeckel einzusammeln, würde ich mit Sicherheit die Geparde verscheuchen und mir den Zorn aller Anwesenden zuziehen. Das kommt somit nicht in Frage, aber zum Glück lautet mein zweiter Name MacGyver. Wenn man ein Stokel ist, muss man halt öfters mal kreativ werden. Aus Kathrins Wanderstock und Tape baue ich mir eine Klebefalle, mit der ich den Objektivdeckel durchs Fenster einsammeln kann, ohne den Wagen zu verlassen. Die Geparde fühlen sich dadurch nicht gestört.

So gut es uns in Samburu und Shaba auch gefällt, gibt es doch eine Sache die gehörig nervt. Es ist in beiden Parks extrem staubig. Es gibt immer wieder Passagen mit Bulldust und je nach dem, wie der Wind steht, hat man den ganzen Dreck auch schnell im Auto. Es sind schließlich alle Fenster und die Dachluke beim Gamedrive offen. Obwohl wir den Wagen täglich ausfegen und auch regelmäßig feucht auswischen, sehen wir inzwischen entsprechend verbuscht aus.

Zurück auf unserer Campsite finden wir diese von einer Horde Meerkatzen besetzt. Da genießen wir lieber erst einmal in Ruhe den Sonnenuntergang und bauen das Camp erst auf, als sich die Affen in der Dämmerung auf Ihre Schlafbäume verzogen haben.

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Auch heute kommen in der Dunkelheit neue Camper an und bauen Ihre Zelte auf. Das wäre überhaupt nicht mein Ding. Mir ist es wichtig im Hellen auf einer neuen Campsite anzukommen. Ich will den Stellplatz sehen, auf dem ich mich häuslich einrichte.
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zuletzt bearbeitet 01. Sept. 2022
796 Beiträge · seit 200701. Sept. 2022 ·
Wunderbare Bilder von der wilden Flusslandschaft und von der Gepardenfamilie. Vielen Dank fürs Teilen. 🙂
In diesen Park muss ich auch unbedingt nochmal. Und der Campingplatz liegt ja wirklich traumhaft schön am Wasser! Leider sind mein Partner und meine Freundinnen überhaupt keine Camper. Somit muss ich mich wohl oder übel mit Lodges "begnügen". Naturnaher ist Camping auf jeden Fall. Auch wenn man da mal ab und zu ein paar Störenfriede wie Affen auf dem Platz oder einen unliebsamen Mitfahrer wie Ihr im Auto hat. 😉

Liebe Grüße
Tina
Aktuell (von 2025): Sri Lanka 2.0: Birders Paradise - diesmal zu zweit https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/306027-sri-lanka-2-0-birders-paradise-diesmal-zu-zweit.html Sri Lanka 2024: Soloreise im Land der vielen Pfauen https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/304773-sri-lanka-2024-soloreise-im-land-der-vielen-pfauen.html Costa Rica 2023: Von Regenwaldfieber bis Tapirsuche https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303351-costa-rica-23-von-regenwaldfieber-bis-tapir-suche.html Uganda 2022: ohne Gorillas aber mit Chamäleons https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/301530-uganda-2022-ohne-gorillas-aber-mit-chamaeleons.html
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200907. Sept. 2022 ·
24.Tag (Mo. 10.01.2022)
Samburu National Reserve
71km


Die ganze Nacht über haben wir am gegenüber liegenden Ufer Löwen brüllen gehört. Auch nach Sonnenaufgang geht es noch weiter.

Unseren letzten Tag in dieser Gegend wollen wir wieder ganz dem Samburu National Reserve widmen. Wir starten den Tag wieder im Hinterland. Hier hat man in den kühleren Morgenstunden die besten Chancen auf Tierbeobachtungen. Längere Zeit verbringen wir bei einer Gruppe Zwergmangusten, die sich in den ersten Sonnenstrahlen zur Nahrungssuche aufmacht.

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Am Aussichtspunkt haben wir heute bestes Wetter und einen weiten Blick über die Schwemmebenen am Ewaso Ngiro.

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Wir fahren im Hinterland so weit wie möglich Richtung Osten und dort an den Fluss, an dem entlang es dann wieder zurück zur Campsite geht. Tiere gibt es dabei alle paar Meter zu sehen.

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Zurück auf der Campsite gibt es ein spätes Frühstück und anschließend eine lange Siesta. Der Platz lädt zum Verweilen ein und es wird nie langweilig. Selbst bis zum späten Vormittag melden sich immer mal wieder die Löwen am anderen Ufer. Jetzt ist es wirklich sehr ärgerlich, dass die Brücke nicht passierbar ist. Mit der Brücke wären wir in 10min. in dem Gebiet wo die Löwen brüllen. Ohne Brücke würden wir 2h brauchen.

Die ganze Zeit über werden wir von den Meerkatzen aufmerksam beobachtet. Die Affen nutzen auch die kleinste Unaufmerksamkeit. So schaffen sie es, uns wieder eine Packung Kekse zu stibitzen. Mit der Zwille kann man Sie leider immer nur für kurze Zeit fernhalten.

Das die Campsite regelmäßig von Elefanten besucht wird, kann man gut an dem großen Schattenbaum unseres Stellplatzes erkennen. Der scheint von den Dickhäutern gerne genutzt zu werden, um sich daran zu reiben.

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Später setzen wir uns zum Lesen an den Fluss. Direkt vor uns ist ein Hagedasch auf Futtersuche und beglückt uns mit seinem lieblichen Gesang.

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Am Nachmittag geht es natürlich wieder auf die Pirsch. Nur rund einen Kilometer von unserer Campsite entfernt entdecken wir ein Rudel Löwen. Erst sehen wir nur zwei erwachsene Weibchen. Als wir den Wagen dann noch ein wenig weiter bewegen sehen wir, dass es sich um ein großes Rudel mit 5 Löwinnen und zahlreichen Jungtieren handelt.

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Eine Zeit lang stehen wir hier zusammen mit zwei weiteren Privatfahrzeugen, die meiste Zeit sind wir aber allein. Da die Löwen das tun, was sie meistens tun, nämlich schlafen, beschließen wir erst einmal weiterzufahren und später noch einmal vorbeizuschauen.
An diesem Nachmittag schaffe ich es endlich das Foto zu machen, welches ich mir mehr als alle anderen von Samburu erhofft hatte -ein auf den Hinterbeinen stehendes Gerenuk.

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Als wir uns auf dem Rückweg der Stelle nähern, wo die Löwen lagen, kommen uns diese schon entgegen. Sie scheinen schon auf Beutesuche zu sein. Da ist wohl der Hunger groß, dass sie schon so früh starten. Die erwachsenen Löwinnen gehen dabei voran und die Jungtiere folgen in einige Abstand, um bei der Jagd nicht zu stören.

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Als das Rudel in einem Bereich verschwindet, in dem wir nicht folgen können, fahren wir weiter und entdecken nicht weit entfernt zwei stattliche Löwenmännchen. Die beiden lassen jagen, wie es scheint.

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Kurz vor der Campsite zelebrieren wir am Fluss den Sundowner. Das kommt in Ostafrika leider häufig zu kurz.

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Auf der Campsite haben die Paviane die Meerkatzen abgelöst, verschwinden aber schnell auf ihre Schlafbäume. Diese Nacht liegen die ganz in unserer Nähe. Das verspricht Unterhaltung, denn bei den Pavianen gibt es auch nachts häufig lautstarke Auseinandersetzungen.

Zum Abendessen mache ich weiße Bohnen mit Speck, Zwiebeln und Tomaten.

Die Löwen führen diesen Abend ein lautstarkes Fernduell. Erst hören wir die beiden Löwen auf unserer Flussseite und dann wird direkt gegenüber unserer Campsite geantwortet. Wir sitzen genau dazwischen – was für ein Erlebnis.

Nachts patrouillieren immer Ranger entlang des Flusses und auf der Campsite. Alle sehr nett und zu einem Plausch aufgelegt. Zu Beginn Ihrer Schicht kommen Sie immer vorbei uns stellen sich namentlich vor. Heute erfahren wir bei dieser Gelegenheit, dass am späten Nachmittag eine Löwin auf der Campsite war.
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zuletzt bearbeitet 07. Sept. 2022
6’387 Beiträge · seit 201107. Sept. 2022 ·
Hoi Topo
Topobär schrieb:Direkt vor uns ist ein Hagedasch auf Futtersuche und beglückt uns mit seinem lieblichen Gesang.
🤩 😄 😄 😄
Der war gut! 😄 😄 😄

Mal ein 'Danke' für zwischendurch dass Du hier den Reisebericht schreibst... 😎
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
52 Beiträge · seit 202112. Sept. 2022 ·
Ich möchte mich auch mal herzlich bei dir für den tollen Reisebericht mit den wundervollen Fotos bedanken!
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200914. Sept. 2022 ·
25.Tag (Di. 11.01.2022)
Samburu National Reserve – Ol Pejeta Conservancy
181km


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Die Nacht über und bis in den Morgen haben wieder die Löwen am gegenüber liegendem Ufer gebrüllt. Die haben ein wirklich großes Mitteilungsbedürfnis.

Heute lassen wir uns Zeit. Wir frühstücken auf der Campsite und bei mir ist dringend eine Rasur fällig.

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Danach geht es dann zum Gate. Selbstverständlich nutzen wir diese letzte Gelegenheit für einen letzten kleinen Gamedrive. Dabei konnten wir ein weiteres Mal die kleine Gepardenfamilie entdecken.

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Ein Somali-Strauß auf Brautschau zeigt sich in kräftigem blau.

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Samburu hat uns sehr sehr gut gefallen. Diesen Park würden wir immer wieder in eine Keniareise einbauen. Durch das enge Wegenetz ist man auf den Gamedrives sehr flexibel und kann sich den Tieren nähern, ohne offroad zu fahren. Die Campsite ist ein Traum und es war nicht überlaufen, so dass man oft allein bei den Sichtungen stand. Von den immer wieder kritisierten Rinderherden im Park haben wir nicht ein einziges Tier gesehen.

Beim riesigen Obst- und Gemüsemarkt in Isiolo decken wir uns mit Frischwaren für die nächsten Tage ein.

Bei der Weiterfahrt entlang der Nordflanke des Mount Kenia haben wir die ganze Zeit freien Blick auf den Berg, der sich heute mal nicht hinter Wolken versteckt.

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Das Hochland nordwestlich des Mount Kenia zeigt sich überhaupt nicht so, wie man es von Afrika erwartet. Es erinnert mehr an europäische Berglandschaften. Ein krasser Kontrast zur Südost-Seite des Berges.

In Nanyuki finden wir einen sehr gut sortierten Supermarkt mit klasse Bakery & Butchery.

Bis Ol Pejeta ist es jetzt nicht mehr weit. Das private Schutzgebiet beginnt gleich hinter den Vororten von Nanyuki. Ol Pejeta ist voll durchorganisierter und hochprofessioneller Wildlife-Tourismus, wie ich es in dieser Qualität noch nicht in Afrika erlebt habe. Das hat das Niveau US-Amerikanischer Nationalparks.

Nach nur wenigen hundert Metern im Park steht ein Elefant als Begrüßungskomitee am Wegesrand. Da bin ich erst einmal vorsichtig. In mir unbekannten Gebieten muss ich immer erst einmal herausbekommen, wie die Stimmung unter den Dickhäutern ist. Da gibt es zum Teil riesige Unterschiede zwischen den Parks. Es stellt sich aber schnell heraus, dass die Elefanten von Ol Pejeta zu den sehr relaxten Exemplaren gehören.

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Unser erstes Ziel ist das Visitors-Center. Hier liegt auch das Morani Restaurant, wo wir uns einen kleinen Mittags-Snack gönnen. Nach der Stärkung besuchen wir das Visitors-Center und werden dort von einem Ranger angesprochen, ob wir auch den Nashornbullen Baraka besuchen wollen. Baraka ist durch Rangkämpfe mit Artgenossen erblindet und lebt jetzt in einem umzäunten Gehege unweit des Visitors-Centers. In Begleitung des Rangers können wir das Tier füttern und streicheln.

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Uns fallen die blutigen Striemen an den Flanken des Nashorns auf und der Ranger erklärt uns, dass Spitzmaulnashörner oftmals so sehr von Parasiten geplagt werden, dass sie sich bis aufs Blut an Büschen und Bäumen kratzen. Tatsächlich fällt uns bei den weiteren Sichtungen von Spitzmaulnashörnern im Laufe dieser Reise auf, dass so gut wie alle Tiere blutige Flanken haben.

Der Name Baraka ist in Kenia im Übrigen ein weit verbreiteter Vorname und auch der Vorname des US-Präsidenten Barack Obama leitet sich davon ab. Baraka ist das Swahili-Wort für Segen.

Bevor es auf den ersten Gamedrive geht, wollen wir uns unsere Campsite für die nächsten beiden Nächte ansehen. Die Ol Lerai Campsite ist ein Traum. Sie liegt einsam auf dem Hochufer über einer Flussschleife. Die Ausstattung besteht aus einem Plumpsklo, einem Wassertank und einem riesigen Berg Feuerholz. Was will man mehr?

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Zum Gamedrive fahren wir in die westlich des Flusses gelegene Wilderness Area von Ol Pejeta. Dieser Bereich ist nur für Allradfahrzeuge zugelassen.

Wir treffen auf eine Gruppe Elands. Normalerweise sind diese Antilopen sehr scheu und es ist schwierig sie zu beobachten. Nicht so in Ol Pejeta. Die Elands lassen sich nicht von uns stören. Es handelt sich um eine Gruppe Kühe, die von einem mächtigen alten Bullen begleitet wird. Dieser ist die ganze Zeit am Flehmen. Eine der Kühe scheint paarungsbereit zu sein.

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Die Landschaft in Ol Pejeta besteht überwiegend aus großen Grasebenen, den Plains. Dazwischen finden sich kleinere Wälder und verbuschtes Gelände. Die meisten Tiere finden sich auf den Plains. Hier tobt das Leben.

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An einem Wasserbehälter hat sich eine Herde Elefanten versammelt und bedient sich direkt an der Quelle. Das Wasser scheint besser zu schmecken als in den vielen Wasserlöchern. Mir ist schon häufiger aufgefallen, dass Elefanten am liebsten frisches klares Wasser trinken, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Dabei sind sie es selbst, die das Wasser am stärksten verunreinigen und verschlammen. Die kleineren Mitglieder der Herde stellen sich sogar auf die Hinterbeine, um an das frische Nass zu kommen.

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Kurz bevor die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, treffen wir auf einen riesigen Clan Hyänen. Dazu gehören auch zahlreiche Jungtiere. Wenn sie noch so flauschig sind, sind Hyänen echt niedlich.

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Zurück auf der Campsite, erwartet uns dort ein beeindruckendes Empfangskomitee. Im Umkreis von weniger als 100m stehen 3 der Big5. Elefant, Nashorn und Büffel. Wer weiß, vielleicht sind auch Löwe und Leopard in der Nähe und wir sehen sie nur nicht. Löwen hören wir nach Einbruch der Dämmerung zumindest brüllen. Während sich das Nashorn rasch verabschiedet, ist der Elefant noch lange Zeit in unserer Nähe.

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Zum Abendessen koche ich ein Gemüse-Ei Biryani.

Wir befinden uns hier auf rund 2.000m Höhe und da ist das abendliche Lagerfeuer nicht nur romantische Dekoration, sondern gerne angenommene Wärmequelle. Trotzdem ziehe ich mir erstmals auf dieser Reise eine lange Hose und eine dünne Jacke an.
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zuletzt bearbeitet 14. Sept. 2022
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200921. Sept. 2022 ·
26.Tag (Mi. 12.01.2022)
Ol Pejeta Conservancy
102km


Im Verhältnis zu den bisherigen Nächten im Tiefland war es hier auf 2000m Höhe sehr kalt. Das konnte man am Morgen auch an den vom Fluss aufsteigenden Nebelschwaden erkennen.

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Als wir aus dem Zelt kletterten, graste eine große Herde Büffel ganz in unserer Nähe. Das Klo befand sich genau in der Mitte zwischen dem Zelt und der Büffelherde. Nachdem man sich vorsichtig im Schutz von Büschen und Bäumen zum Klo geschlichen hatte, konnte man eine tolle Aussicht vom Thron genießen.

Wir starteten dann direkt in den Westteil des Reservates. Wie die Bezeichnung "Wilderness Area" schon sagt, ist hier alles etwas wilder und einsamer. Auf den Plains tobt das Leben, weshalb wir uns auch fast ausschließlich auf den weiten freien Flächen aufhielten.

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Katzen hatten wir auf dieser Reise schon reichlich gesehen, doch Hyänen und Schakale hatten sich bislang rar gemacht. Das sollte sich hier in Ol Pejeta komplett umkehren. Immer wieder sahen wir Schakale und jede Plain wurde von einem großen Clan Hyänen beherrscht. Löwen konnten wir dagegen nur nachts brüllen hören. Entdeckt haben wir sie nicht.

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Dann trafen wir auf unser erstes freilebendes Rhino hier in der Conservancy. Davon soll es auf Ol Pejeta angeblich jede Menge geben.

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Wenig später trafen wir auf eine einzelne Elefantenkuh mit ihrem noch sehr kleinen Kalb. Das war schon eine sehr ungewöhnliche Konstellation. Normalerweise trifft man Elefantenkühe nur in Herde. Solo sind nur die alten Bullen unterwegs.

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Die weiten Flächen und der Blick auf den alles beherrschenden Mount Kenia sind eine traumhafte Kulisse.

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Auf Frühstück hatten wir zugunsten des Gamedrives verzichtet. Dafür gönnen wir uns ein leckeres Mittagessen im Morani Restaurant. Hier gefällt es uns sehr gut. Man kann schön unter der Veranda oder im Freien sitzen und das Essen war echt lecker.
Die Zeit bis zum nachmittäglichen Gamedrive verbrachten auf unserer Campsite. Die liegt so schön, da wäre es eine Sünde nur zum Schlafen hierher zu kommen.

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Beim Blick auf den Fluss konnte ich einen Geländewagen der Ranger sehen, der ganz in der Nähe den Fluss durchquert. Das muss ich mir nachher mal näher ansehen, denn die Strecke über die Verbindungsbrücke zwischen Ost- und Westteil des Parks ist jedes Mal ein ziemlicher Umweg für uns. Tatsächlich finden wir eine gut passierbare Furt, die in den Karten aber nicht verzeichnet ist.

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Am Nachmittag zeigten sich vom Prinzip die gleichen Tierarten, wie am Vormittag, wobei wir jetzt allerdings auf Massen von Rhinos trafen. Wo hatten die sich bislang versteckt?

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Eine Besonderheit von Ol Pejeta ist, dass es sich nicht nur um ein Wildschutzgebiet handelt. Ol Pejeta war ursprünglich eine Rinderfarm und ist es noch immer. Hier wird praktisch gelebt, wie Wildtierschutz und Viehwirtschaft miteinander vereinbar sind. Die Rinderherden sind grundsätzlich nur in Begleitung von Hirten unterwegs, die für den Schutz der Viehs vor Raubtieren sorgen. Nachts kommen die Herden zum Schutz in umzäunte Areale. Immer wieder trifft man auf den Gamedrives auf diese Pferche und auf Viehtränken, die auch von den Wildtieren gerne genutzt werden. Interessant ist dabei, dass hier die Wildtiere keinerlei Scheu vor den Hirten und Ihren Herden zeigen. Oft stehen Wildtiere und Rinder beim Grasen dicht beieinander. Das habe ich in anderen Gebieten, wo Wildtiere und Nutzvieh aufeinander treffen noch nie erlebt.

Wir treffen auf eine Nashornkuh mit Kalb. Ihnen folgt ein Bulle, was der Kuh gar nicht gefällt. Immer wieder stellt sie sich dem Bullen entgegen.

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Der Gamedrive ist sehr tierreich. Hier in Ol Pejeta tobt das Leben. Es wird nicht eine Sekunde langweilig. Wir treffen die einzelne Elefantenkuh mit ihrem Kalb wieder. Auch der Artenreichtum lässt keine Wünsche offen. Auf einer Übersicht am Visitors-Center kann am sehen, dass quasi die gesamte ostafrikanische Tierwelt auf Ol Pejeta zu entdecken ist. Zumindest theoretisch, denn es ist kein Zoo und nicht alle Tiere lassen sich so einfach entdecken, wie die großen Grasfresser auf den Plains.

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Beim letzten Licht kommen wir auf unsere Campsite zurück.

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Wieder haben sich Elefanten auf der Wiese am Flussufer eingefunden. Den ganzen Abend über ist ein Kommen und Gehen.

Heute gibt es einen Eintopf mit grünen Bohnen und Kartoffeln.

Schon den ganzen Tag über ging ein kalter Wind. Solange die Sonne schien, war das kein Problem. Zum Teil war es sogar ganz angenehm kühlend. Jetzt nach Sonnenuntergang wird es aber schnell unangenehm frisch. Ein anständiges Lagerfeuer schafft Abhilfe.

Um 21:00Uhr werden wir zum Nightdrive abgeholt. Den hatten wir schon gleich beim Einchecken mit gebucht. Bislang hatten wir mit Nightdrives immer Glück. Heute wollte sich aber kein einziges nachtaktives Tier zeigen. Es war nicht so, dass wir keine Tiere gesehen haben. Ganz im Gegenteil. Es gab jede Menge Tiere, aber leider nur die Arten, die wir auch schon den ganzen Tag über gesehen haben. Dazu war es noch eiskalt. Da hätte ich den Abend lieber am Lagerfeuer verbracht, welches ich auch sofort nach unserer Rückkehr wieder entfache. Letztendlich war es nur eine Frage der Zeit, dass auch wir mal einen unergiebigen Nightdrive erleben. Wir waren bislang immer sehr verwöhnt mit den Erlebnissen auf den Nightdrives.

Jetzt in der Nacht zieht eine größere Gruppe Hippos fressend am Rand unserer Campsite entlang.
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zuletzt bearbeitet 21. Sept. 2022
1’525 Beiträge · seit 201121. Sept. 2022 ·
Guten Tag Thomas,

wir sind immer noch gerne dabei und schwelgen in Errinnerungen.....bevor wir uns auf die Mara konzentrierten,

und uns immer als Abschluss im Tsavo West FINCH HATTONS Camp niederliessen, wo wir damals Freunde hatten, haben

wir uns in Kenya auch überall etwas umgeschaut ( Ausnahme Lake Turkana : damals Shifta Unruhen) und freuen

uns über Deine aktuellen Eindrücke... 🙂 🙂 🙂

LG.................BMW
zuletzt bearbeitet 21. Sept. 2022
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200921. Sept. 2022 ·
Hallo BMW,

Masai Mara kommt auch noch. Da haben wir die letzten 11 Tage dieser Reise verbracht.

Lake Turkana steht auch bei uns ganz oben auf der Liste von Reisezielen in Afrika. Wir hoffen, dass es die Sicherheitslage bei unserer nächsten Keniareise zulässt.

Alles Gute
Thomas
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Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200928. Sept. 2022 ·
27. Tag (Do. 13.01.2022)
Ol Pejeta Conservancy – Aberdare National Park
216km


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Wir sind die graue Strecke gefahren

Auch diese Nacht war wieder sehr kühl.

Bevor wir uns auf den Weg in die Aberdares machen, steht erst noch ein letzter Gamedrive in Ol Pejeta an. Die meiste Zeit davon verbringen wir bei einem sehr großen Clan Hyänen. Hier ist immer etwas los. Es sind immer Tiere aktiv, während andere schlafen. Besonders niedlich sind die vielen Jungtiere. Die sehen schon sehr flauschig aus.

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Ol Pejeta hat uns sehr gut gefallen. Vor allem für Camper lohnt sich der Besuch. Solch tolle private Campsites habe ich bislang noch nirgendwo anders in Kenia gefunden.

Südlich von Nanyuki liegt das Restaurant Trout Tree. Eine Empfehlung hier aus dem Forum. Es ist zwar erst 11:00Uhr, als wir ankommen, aber das Restaurant hat bereits geöffnet und wir großen Hunger, sind wir doch ohne Frühstück gleich auf den Gamedrive gestartet. Wie der Name schon vermuten lässt, befindet sich das Restaurant in einem Baumhaus, umgeben von einer großen Forellenfarm. Wir gönnen uns beide je eine frische gegrillte Forelle. Sehr lecker! Auch wir können das Trout Tree uneingeschränkt empfehlen.

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Bis zum Aberdare National Park ist es von hier nicht mehr weit. Wir wollen am Treetops Gate in den Park, werden dort aber erst einmal abgewiesen und zum Headquarter geschickt, um dort eine Safari Card zu erwerben und den Eintritt zu bezahlen. Das ist das erste Mal, dass wir nicht am Gate unseren Eintritt bezahlen können und wird zum Glück auch das einzige Mal bleiben. Keine Ahnung, was dieser Umstand soll. Zum Glück ist das Headquarter nur wenige Kilometer entfernt und eine halbe Stunde später können wir endlich in den Park fahren.

Der Ranger am Gate macht uns noch auf zwei Strecken auf der Hochebene aufmerksam, die nicht passierbar sind. Das im Tiefland des Parks, dem so genannten Salient, die meisten Strecken nicht mehr befahrbar sind, hat er jedoch nicht erwähnt. Immer wieder müssen wir umdrehen und zahlreiche Strecken mehrfach fahren. Letztendlich kommen wir dadurch ziemlichen unter Zeitdruck, um unseren Übernachtungsplatz noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Unterm Strich müssen wir feststellen, dass einzig die direkte Strecke vom Treetops Gate über das Ruhurini Gate und weiter über die Hochebene zum Matubio Gate durchgängig befahrbar ist.

Ungeachtet dieser Umstände gefällt uns der Park sehr gut. Im dicht bewaldeten Salient gibt es immer wieder große mit Gras bewachsene Lichtungen. Dort lassen sich gut Tiere beobachten. In erster Linie Elefanten, Büffel und Antilopen. Auf einer dieser Lichtungen gibt es auch eine Picknickplatz.

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Aber auch am Wegesrand treffen wir immer wieder auf Tiere.

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Wenn man höher in die Berge fährt, erreicht man als nächstes in die Vegetationszone des Bambuswaldes. Hier sehen wir wiederholt Affen. Zunächst eine kleine Gruppe Diadem-Meerkatzen und dann eine große Gruppe Black and White Colobus an einer Salzlecke.

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Oben auf der Hochebene besteht die Landschaft überwiegend aus Hochmooren. Dazwischen immer wieder kleine Wälder aus knorrigen, mit Flechten behangenen, Bäumen.

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Wir erreichen die Hochebene im letzten Sonnenlicht. Schon bald verschwindet der Feuerball hinter dem Horizont und die Temperaturen sinken rapide.

Wir fahren auf schnellstem Weg zur Redbuck Campsite, wo wir die heutige Nacht verbringen wollen. Die Campsite ist sehr Basic, was vor allem auch für die Sanitäranlagen gilt. Der Boden ist extrem uneben. Mit Bodenzelt hat man hier keinen Spaß. Der Blick von der Campsite ist aber klasse.

Für die inzwischen herrschenden Temperaturen sind wir nicht optimal ausgerüstet. Ich ziehe alles, was ich an halbwegs warmen Klamotten habe, übereinander.

Das Feuerholz ist sehr feucht und produziert mehr Rauch als Wärme. Dazu kommt noch die ständig wechselnde Windrichtung, so dass man das Gefühl hat, der Rauch würde einen absichtlich verfolgen. Auf das Lagerfeuer zu verzichten ist bei den herrschenden Temperaturen aber auch keine Option.

Ich koche Nudeln mit Bolognese und Auberginen.
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zuletzt bearbeitet 28. Sept. 2022
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200905. Okt. 2022 ·
28.Tag (Fr. 14.01.2022)
Aberdare National Park – Lake Naivasha
135km


Die Nacht war eiskalt; unter 0°C. Am Morgen war auf allen Oberflächen Eis. Ich habe die Nacht aber recht gut überstanden. Da wir nur Sommerschlafsäcke dabei hatten, habe ich in meinen wärmsten Klamotten geschlafen und zusätzlich noch die Massai-Decken übergeworfen. Kathrin fand die zugegeben nicht mehr ganz frischen Massai-Decken nicht sauber genug und hat darauf verzichtet. Dem entsprechend hat Sie in der Nacht gefroren und kaum geschlafen.

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Wir warten sehnsüchtig darauf, dass die Sonne endlich über die Hügel steigt, denn noch ist es ungemütlich. Als die Sonne uns dann erreicht, wird es zum Glück schnell warm. Nur Kathrins Füße brauch noch lange, bis Sie endlich auftauen.

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Das Hochland der Aberdares ist sehr wasserreich und wir wollen heute ein paar kurze Wanderungen zu verschiedenen Wasserfällen machen. Als erstes geht es zum Chania Fall und anschließend zum Magura Fall.

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Als letztes laufen wir noch zum Aussichtspunkt oberhalb der Karuru Falls, die hier in 3 Stufen fast 300m in die Tiefe stürzen. Auf der gegenüber liegenden Talseite ist der Gura Fall zu sehen.

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Wiederholt sehen wir kurz Bongos. Die scheuen im Hochland lebenden Waldantilopen verschwinden aber schneller im Dickicht, als ich die Kamera zücken kann.

Wir verlassen den Nationalpark Richtung Westen durch das Matubio Gate. Die steile Abfahrt ist geteert, aber in der Ebene erwartet uns erst einmal die heftigste Holperpiste dieser Reise. Zum Glück nur 20km, dann haben wir wieder Asphalt unter den Rädern.
Im Rift Valley dann eine große Überraschung. In Kenia herrscht derzeit anscheinend verkehrte Welt. Bei unseren bisherigen Reisen haben wir immer das Rift Valley im frischen Grün erlebt und den Rest des Landes trocken. Diesmal ist fast ganz Kenia saftig grün und nur das Rift Valley vertrocknet.

Unser geplanter Übernachtungsplatz war die Campsite der Sanctuary Farm. Dort angekommen sind wir sehr enttäuscht von dem was wir sehen. Die Campsite ist ein staubiger Platz hinter den Pferdeställen, ohne Blick auf den See. Hier gefällt es uns überhaupt nicht und wir beschließen uns einen anderen Übernachtungsplatz zu suchen. Als wir verkünden, nicht bleiben zu wollen, bekommen wir unaufgefordert die Conservation Fee zurückerstattet. Damit hätten wir nicht gerechnet. Sehr positiv.

Bevor wir uns auf die Suche nach einem anderen Übernachtungsplatz machen, besuchen wir den Hells Gate National Park. Dieser Park hat uns bei unserem letzten Besuch sehr gut gefallen, aber diesmal ist es eine große Enttäuschung. Das liegt gar nicht einmal an der Trockenheit, auch wenn dadurch alles in tristes grau gehüllt ist. In den beeindruckenden Felswänden sehen wir sowohl Geier als auch Kletterer. Ich freue mich, dass mein Lieblingssport auch hier in Kenia zunehmend Anhänger findet.

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Unser Ziel sind die Schluchten rund um den Central Tower. Die habe ich als erstklassiges Gelände für einen kleinen Abenteuerspaziergang in Erinnerung. Am Parkplatz angekommen müssen wir leider feststellen, dass man hier nur noch mit Guide unterwegs sein darf. Ich habe keine grundsätzlichen Einwände gegen Guides, möchte sie aber nur in Anspruch nehmen, wenn ich sie auch tatsächlich brauche. Hier wäre das definitiv nicht der Fall und wir wären lieber unter uns als in ständiger Begleitung. Es geht uns dabei nicht ums Geld, sondern um selbständiges Erleben. Hier mit Guide herumlaufen, wo wir bei früheren Besuchen allein unterwegs waren, hat für uns keinen Reiz. Als Konsequenz verzichten wir auf die kleine Wanderung.

Als Alternativprogramm beschließen wir die Fumarolen im geothermischen Bereich des Parks zu besuchen und erleben unsere nächste Enttäuschung. Alle Fumarolen sind verschwunden; angeschlossen an das große Geothermiekraftwerk. Wo früher der Schlamm blubberte kommen jetzt Edelstahlröhren aus der Erde.

Früher als geplant verlassen wir den Park wieder und steuern das Fishermans Camp an. Dort hatten wir schon bei früheren Reisen übernachtet. Im Camp ist alles grün. Anscheinend werden die Pflanzen bewässert. Wir stehen auf einer Wiese mit direktem Blick auf den See. So schön hatten wir das gar nicht mehr in Erinnerung.

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Die Sanitäreinrichtungen lassen keine Wünsche offen.

Heute koche ich nicht, sondern wir gehen in das zum Camp gehörende Restaurant. Das Essen ist lecker, aber das Highlight sind die neben dem Restaurant grasenden Hippos. Aus diesem Grund ist die Campsite auch von einem Elektrozaun umgeben.

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zuletzt bearbeitet 05. Okt. 2022
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29.Tag (Sa. 15.01.2022)
Lake Naivasha – Lake Nakuru National Park
107km


In der Nacht muss ich für ein menschliches Bedürfnis das Zelt verlassen und stehe Auge in Auge einem Hippo gegenüber. Nur der Draht des Elektrozauns trennt uns. Ohne den Zaun könnte man, hier direkt am See, das Zelt nachts nicht verlassen.

An diesem Morgen schlafen wir aus. Geweckt werden wir von lautem Vogelgeschrei. Mit Schreiseeadler, Nilgans und Hagedasch ist hier im Camp alles versammelt, was in der Vogelwelt ordentlich Lärm machen kann. Das Zelt verlassen wir erst kurz nach Sonnenaufgang, so spät wie noch nie auf dieser Reise. Auch danach lassen wir uns Zeit, denn unser Boot nach Crescent Island startet erst um 10:00Uhr und wir haben bereits gestern alles organisiert. Wir genießen das Frühstück mit Blick auf den See. Ein toller Platz zum campen.

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Pünktlich starten wir mit dem von uns gecharterten Boot. Die Überfahrt von unserem Camp nach Crescent Island dauert 45min.

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Das besondere an Crescent Island ist, dass man dort unbegleitet zu Fuß unterwegs sein kann. Es gibt zwar reichlich Tiere, aber nicht die Big5. Die Tiere sind Menschen gewohnt und deshalb nicht scheu. Kathrin ist hin und weg, als Sie sich Ihren Lieblingstieren bis auf wenige Schritte nähern kann. Es ist eine ungewohnte Perspektive, aus nächster Nähe zu den Giraffen aufzuschauen.

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Der Eingang zu Crescent Island befindet sich an der Südspitze der Insel. Bis zur Nordspitze der Insel sind wir rund 1,5h unterwegs. Geplant war, dass uns unser Boot hier abholt, aber dass hat erst einmal nicht funktioniert. Da gab es wohl ein Missverständnis mit unserem Bootsführer. Ein anderer Bootsführer, der hier seine Gäste abholt, kennt aber unseren Kapitän und ruft Ihn an. Mit etwas Verspätung werden auch wir abgeholt.

Auf der Rückfahrt können wir dann wieder viele Wasservögel beobachten und ich versuche mich an Flugaufnahmen der tief fliegenden Kormorane.

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Es zieht immer mehr zu und am Ende wird die Rückfahrt zu einem Wettrennen gegen den Regen, dass wir knapp gewinnen.

Wir verlassen das Fischermans Camp und fahren erst einmal einkaufen. Der Foodplus in der Buffalo Mall von Naivasha hat eine sehr gute Auswahl.

Auf der Strecke nach Nakuru herrscht dichter Verkehr und dem entsprechend werden wir wiederholt Zeugen haarsträubender Überholmanöver. Da unsere Strecke nicht sehr weit ist, halte ich mich weitgehend zurück. Überholen bringt hier keinen großen Zeitgewinn.

Über das Lanet Gate erreichen wir den Lake Nakuru National Park. Der Wasserstand des Lake Nakuru ist wie bei vielen anderen Seen des Rift Valley in den letzten Jahren stark gestiegen. Viele Wege entlang des Sees sind nicht mehr befahrbar. An den meisten Stellen gibt es aber bereits alternative Streckenführungen. Die Nordufer ist jedoch komplett unpassierbar, so dass eine Umrundung des Sees derzeit nicht möglich ist.

Als wir den Park erreichen ist es bereits nach 17:00Uhr. Es hat komplett zugezogen und ein kräftiger Wind ist aufgekommen. Alles ist grau in grau. Dazu trägt auch der Umstand bei, dass es im Park extrem trocken ist. Durch den starken Wind ist viel Staub in der Luft. Wir verzichten deshalb auf einen Gamedrive und fahren direkt zur ganz im Süden gelegenen Makalia Falls Campsite.

Die Campsite ist gegenüber unserem letzten Besuch nicht wieder zu erkennen. Damals gab es nur ein paar heruntergekommene Plumpsklos. Jetzt stehen hier nagelneu errichtete Ablutions. Leider ist aber auch die Campsite derzeit sehr vertrocknet und staubig.

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Ein Warden bietet uns an, zwei Ladungen Feuerholz zu besorgen. Kathrin ist sehr vertrauensselig und bezahlt bereits nach der ersten Ladung, woraufhin von dem Typen erst einmal nichts mehr zu sehen ist. So bleibt es bei einem kleinen Lagerfeuer.

Heute koche ich einen Eintopf aus grünen Bohnen und Kartoffeln.

Wir wollen uns gerade bettfertig machen, da taucht der Warden zu unserer Überraschung mit der zweiten Ladung Feuerholz auf. Eine sehr merkwürdige Lieferzeit. Immerhin ist es bereits seit über 2h stockdunkel.
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zuletzt bearbeitet 12. Okt. 2022
87 Beiträge · seit 201212. Okt. 2022 ·
Vielen Dank für diesen tollen Bericht!!
Ich freue mich immer darauf.
Grüße aus Stuttgart
Ulrike
1’835 Beiträge · seit 201512. Okt. 2022 ·
Danke für den unterhaltsamen Bericht. Eure Reise war ja so von tiefen und hohen Eindrücken geprägt. Mal ist es gar nicht schön und dann wieder sehr schön. Aber so empfinde ich das Reisen in Afrika auch. Man weiß nie genau was auf einen zukommt und muss nehmen wie es ist. Alles nur pole pole.
Zuerst Enttäuschung dass sich der Warden mit dem Geld davon machte und dann doch Erleichterung dass er am Ende ehrlich war. Alles geht auf dieser Achterbahn!
So wird es jedenfalls nie langweilig!
Liebe Grüsse Von Katrin
If life is a journey be sure to take the scenic road! Expedition Antarktis: https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299327-expedition-antarktis-mit-falklands-und-s-georgia.html Island In Herbstfarben https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299288-island-in-herbstfarben-september-2018.html Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/weitere-laender/299141-nordamerikanische-safari-und-landschaft-2019.html Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different. Juni 2018 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/tansania/295665-zweite-selbst-fahrer-tour-in-tansania-same-same-but-different.html Trip reports in English: Namibia and KTP 2016 http://safaritalk.net/topic/16959-self-drive-safari-tr-nam-sa-bots-nam/ Botswana 2016: http://safaritalk.net/topic/16985-self-drive-safari-tr-bots-nam-sa/ Tanzania 2015: http://safaritalk.net/topic/15256-self-drive-safari-through-northern-tz-parks-of-mara-crossings-and-lions-in-camp/ Nam-SA-Bots 2014: http://safaritalk.net/topic/14669-self-drive-safari-in-botswana-south-africa-and-namibiab/page
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200919. Okt. 2022 ·
30. Tag (So. 16.01.2022)
Lake Nakuru National Park – Lake Baringo
203km


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Bevor wir zum Gamedrive aufbrechen, schauen wir kurz beim Makalia Fall vorbei. Der allgemeinen Dürre im Park entsprechend, tröpfelt nur ein dünnes Rinnsal in den Teich. Das haben wir auch schon ganz anders erlebt.

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Beim Gamedrive erkunden wir zunächst das Flachland südlich des Sees. Es ist sehr staubig und das Gras überall vertrocknet. Trotzdem sind viele Tiere zu sehen.

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Nicht weit von der Campsite entfernt treffen wir auf eine junge Nashornkuh. Zunächst noch weit entfernt, kommt sie dann direkt auf uns zu. Sie scheint neugierig zu sein. Langsam nähert sich das Tier bis auf wenige Meter unserem Auto, scheint letztendlich aber doch Angst vor der eigenen Courage zu bekommen und tritt die Flucht an.

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Nachdem der Tag sonnig begonnen hat, ist der Himmel inzwischen bedeckt. Das nimmt noch mehr Farbe aus der ohnehin schon graubraunen vertrockneten Landschaft. Ohne Sonne wirkt alles sehr trist.

Unweit des Sees entdecken wir ein im hohen Gras liegendes Löwenrudel.

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Östlich und westlich des Lake Nakuru und der südlich daran anschließenden Grasebenen erheben sich Hügelketten mit schönen Aussichtspunkten. Wir steuern zunächst die westliche Hügelkette mit dem Out of Africa Viewpoint und dem Baboon Cliff Viewpoint an.

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Von hier oben kann man gut erkennen, wie weit sich der See durch den angestiegenen Wasserspiegel ausgebreitet hat. Es stehen jetzt rund um den See unzählige abgestorbene Bäume im Wasser.

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Ein besonderer Ort zur Tierbeobachtung ist der neu aufgeschüttete Damm, welcher dass Überschwemmungsgebiet am südlichen Seeufer durchquert. Zum einen gibt es jede Menge Wasservögel zu sehen, wobei Flamingos nur noch in geringer Zahl vorkommen. Der gestiegene Wasserspiegel in Verbindung mit dem niedrigeren Salzgehalt haben den Lake Nakuru für diese Vögel unattraktiv gemacht. Der dominierende Vogel ist jetzt der Pelikan, welchen man früher nur im Nordteil bei den Süßwasserquellen gesehen hat. Inzwischen bevölkert er alle Bereiche des Sees.

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Auch die Wasser liebenden und zahlreich im Park vertretenen Büffel, sind vom Damm aus gut beim Baden zu beobachten.

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Zur Mittagspause fahren wir zum, auf der östlichen Hügelkette gelegenen, Lions Hill Viewpoint. Hier gibt es neu errichtete Sonnendächer, unter denen wir ausgiebig Mittagspause machen. Zwischendurch kommt auch wieder die Sonne zum Vorschein. Ein wirklich schöner Platz, den wir ganz für uns allein haben.

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Um 14:00Uhr verlassen wir den Park. Inzwischen hat es wieder zugezogen und es gehen vereinzelte starke Regenschauer nieder. So einen Schauer könnte unser Auto gut vertragen, ist es doch von einer dicken Staubschicht überzogen. Wie es das Schicksal will, trifft uns nur ein einziger Schauer und das genau in dem Moment, wo wir in Nakuru unter einem Tankstellendach stehend den Wagen betanken. Fünf Minuten gießt es in Strömen, aber als wir losfahren ist der Schauer schon weitergezogen. Der Wagen bleibt staubig.

Auf guter Asphaltstraße mit wenig Verkehr kommen wir zügig zum Lake Baringo. Wir befinden und genau auf der Wettergrenze. Im Westen schwere Regenwolken und im Osten strahlender Sonnenschein.

Wo genau wir heute übernachten können, war im Vorfeld nicht klar, da viele Unterkünfte durch die Fluten des Lake Baringo zerstört wurden. An diesem See ist der Wasserstand noch wesentlich stärker als am Lake Nakuru gestiegen. Die Menschen rund um den Lake Baringo haben aber nicht aufgegeben und so sind auch neue Unterkünfte entstanden, bzw. in Bau. Wir übernachten im Bushbaby Camp, welches auf Höhe des bekannten und leider abgesoffenen Roberts Camp liegt. Die Campsite des Bushbaby Camps ist bereits fertig und lässt keine Wünsche offen. Im hinteren Teil des Camps entstehen gerade Bungalows.

Das Wetter macht den ganzen Abend den Eindruck, als würde es jeden Moment anfangen zu regnen. Zu unserem Glück bleibt es jedoch trocken, so dass ich ohne Schwierigkeiten unser Abendessen kochen kann.
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zuletzt bearbeitet 19. Okt. 2022