Maecs schrieb:robert.vienna schrieb:Bravo, gewonnen! Der erste "Experte", der in einer Diskussion über Sicherheit und Gefahrenlage den coolen Macho spielt und andere Nutzer runtermacht.
Weder bin ich ein Experte, noch mache ich jemanden runter. Ich halte nur die Panikmache für deutlich übertrieben. Das Risiko zu sterben ist fast überall höher als von einem Löwen getötet zu werden. Das ganze Leben ist ein Risiko!
Böse ist es jedenfalls nicht gemeint!
LG
Man muß abwägen.
Mein Vater, vor 120 Jahren in Rehoboth geboren, wuchs in enger Nähe der Kalahari-Buschleute auf . Er verstand auch ihre Sprache.
Als Kinder waren wir häufig mit unseren Eltern im damaligen SWA unterwegs. Man schlief im Veld, die Erwachsenen im Zelt oder unter freiem Himmel, aus Sicherheitsgründen mußten wir als kleinere Kinder möglichst immer im Auto schlafen in Gegenden, wo man Leoparden vermuten konnte. Für ihn war der Leopard immer die Risikokatze für Kinder. Er hat Leoparden aufgezogen, und wußte, daß auch ein gezähmter Leopard ab einem gewissen Alter selbst für die Familie, in der er aufwuchs, zum Risiko wurde, und hat diese früh weggegeben bzw. weggeben müssen in Zoos etc.
Er kannte den Leoparden-Ruf und brachte uns bei, daß diese Raubtiere vom Feuer angelockt werden und sich immer welche in unmittelbarer Nähe befanden, indem sie ihm auf seine Rufe antworteten. Man sah sie nicht, man hörte sie.
Es gab immer wieder heftige verbale Auseinandersetzungen zwischen meinen Eltern wegen des Rufes durch meinen Vater, er argumentierte jedoch, daß er testen wolle, ob sie in unmittelbarer Umgebung des Standortes, oder weiter weg, seien.
Für ihn waren Löwen, Geparden und Hyänen nie das Risiko für den Menschen, aber Leoparden, besonders für Kinder.
In den vergangenen Jahren ist mir immer wieder aufgefallen, wie leichtsinnig Camper mit kleineren Kindern in Risikogebieten gecampt haben, besonders in Botswana. Wir haben Mitcamper mehrfach gewarnt. Vorfälle hat es in den vergangenen Jahren ja auch mehrere gegeben.
Zur Zeit laufen die Emotionen heiß wegen des ungewöhnlichen Löwenvorfalles, und so traurig es für die Betroffenen ist, das tatsächliche Risiko liegt jedoch woanders. Das sollte man begreifen. Raubkatze ist nicht gleich Raubkatze. Und der Leopard ist da wo man ihn nicht sieht. Nicht alles ist wie in KTP. Diese Sichtbarkeit von Leoparden ist neu, vermutlich entstanden daß sie sich an den Anblick von den vielen Besuchern gewöhnt haben. Genauso in der Etoschapfanne.
Wer kann sich noch erinnern an den Vorfall vor wenigen Jahren, wo ein Modell beim Drehen eines Werbefilms in NAM von einem zahmen Leoparden totgebissen wurde?