Schönes, armes Simbabwe // Reise April-Mai 2018

Reisebericht 74 Antworten · 12,4k Aufrufe · gestartet 28. Dez. 2020 von Klaudi
4'382 Beiträge · seit 201517. Feb. 2021 · #61
Klaudi - wunderschöne Fotos, großes Seufzen meinerseits........
Über diese Anmerkung
Der weltbester Fahrer fühlt sich mal wieder bestätigt in seiner Einschätzung, dass die weltbeste Navigatorin keine gescheite Ordnung halten kann. Und dagegen ist gar nix zu sagen. 😉
habe ich laut gelacht! Bei uns müßte ich allerdings ein Wort umtauschen:
"Der weltbeste Fahrer fühlt sich mal wieder bestätigt in seiner Einschätzung, dass die weltschlechteste Navigatorin keine gescheite Ordnung halten kann............"
Viele Grüße
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
1'835 Beiträge · seit 201518. Feb. 2021 · #63
Danke, Klaudi, sehr schön dass die andern Parteien den Platz mit euch teilen. Ist ja auch gar nicht selbstverständlich.
Ich interessiere mich sehr für den Hwange, da er bei uns für nächstes Jahr auf dem Plan steht. Schade dass so viele Gebäude verlottert sind. Also meinst du es sei besser die Hides nicht vorher zu reservieren ?
Danke, Katrin
If life is a journey be sure to take the scenic road! Expedition Antarktis: https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299327-expedition-antarktis-mit-falklands-und-s-georgia.html Island In Herbstfarben https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299288-island-in-herbstfarben-september-2018.html Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/weitere-laender/299141-nordamerikanische-safari-und-landschaft-2019.html Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different. Juni 2018 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/tansania/295665-zweite-selbst-fahrer-tour-in-tansania-same-same-but-different.html Trip reports in English: Namibia and KTP 2016 http://safaritalk.net/topic/16959-self-drive-safari-tr-nam-sa-bots-nam/ Botswana 2016: http://safaritalk.net/topic/16985-self-drive-safari-tr-bots-nam-sa/ Tanzania 2015: http://safaritalk.net/topic/15256-self-drive-safari-through-northern-tz-parks-of-mara-crossings-and-lions-in-camp/ Nam-SA-Bots 2014: http://safaritalk.net/topic/14669-self-drive-safari-in-botswana-south-africa-and-namibiab/page
1'564 Beiträge · seit 200618. Feb. 2021 · #64
Hi Klaudia,
Wieder sehr schöne Bilder und Motive!!
Frauen haben da wohl einen besonderen Blick für. 🙂
Weiter so.

LG Hermann
Themenstarter373 Beiträge · seit 201219. Feb. 2021 · #65
CuF schrieb:
"Der weltbeste Fahrer fühlt sich mal wieder bestätigt in seiner Einschätzung, dass die weltschlechteste Navigatorin keine gescheite Ordnung halten kann............"
Hallo Friederike,
das hat nun mich zum Lachen gebracht 😄

@ Nadine 3112
Hallo Nadine,
diese Schlange ist uns sehr oft in Simbabwe begegnet. Laut Zugvogel hier aus dem Forum handelt es sich um eine Spotted Bush Snake. Sie ist ungefährlich und sieht sehr schön aus.

@ Sadie
Hallo Katrin,
schwer zu sagen, ob man die Hides oder Special Campsites vorher reservieren soll oder nicht. Es hängt halt immer davon ab, wie die Nachfrage ist. Zu unserer Reisezeit war der Park ziemlich leer und doch waren alle Übernachtungsplätze außerhalb der Main Camps belegt. Wir hatten Glück, dass der Australier mit uns geteilt hat. Hätten wir in der Nähe des Hauptcamps noch einen Hide bekommen, wären wir länger im Park geblieben. Wenn wir das nächste Mal den Hwange besuchen, werden wir auf jeden Fall vorher reservieren, auch wenn es teurer ist. Aber das Übernachten im Park außerhalb der Maincamps ist einfach mehr unser Ding.

@ Hermann
Lieber Hermann,
bei euch mag das vielleicht stimmen 😄 - Conny hat ganz objektiv gesehen ein sehr gutes Foto-Auge. Bei uns ist das nicht so eindeutig: manchmal staune ich sehr, welche Objekte Helmut auswählt und dann sehr schöne Fotos macht. So hat halt jeder seine Stärken (und Schwächen 😉 ).

VG Klaudi
Themenstarter373 Beiträge · seit 201221. Feb. 2021 · #66
Samstag, 5. April 2018

Den ganzen Vormittag verbringen wir auf der Aussichtsplattform. Es kommt uns nichts Spektakuläres vor die Linse, aber die friedliche Stimmung, die über dem See liegt, zieht uns ganz in ihren Bann.

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Wir haben übrigens per Funk in Sinamatella anfragen lassen, ob wir noch eine Nacht bleiben können. Das wurde bestätigt, aber leider müssen wir zum Bezahlen noch einmal dorthin zurück. Das erledigen wir um die Mittagszeit (um die Mittagszeit ... die spinnen, die Touristen), fahren also auf direktem Weg nach Sinamatella. Dort angekommen, trauen wir unseren Augen nicht: Waren wir gestern hier fast alleine, wuseln heute Himmel und Menschen um die Reception herum. Zwei große LKW des Militärs haben ihre Ladungen in den Park entlassen, und diese erkunden nun Sinamatella. Während ich bezahle, wird Helmut von den Militärkadetten zum Fotoshooting gebeten. Jeder möchte sein persönliches Foto mit einem weißen Touristen bekommen.

Später, wieder zurück am Masuma Dam, wir sitzen unter’m Schattendach, überfällt die ganze Horde auch diesen friedlichen Ort.

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Nun bin ich ihr „Opfer“, jeder möchte ein Foto zusammen mit mir haben. Die ersten sind noch scheu, aber als das Eis gebrochen ist, gibt es kein Halten mehr. Fast alle legen ihren Arm um mich, manche legen verwegen ihren Kopf an meinen, und ein junger Mann bittet mich um ein „Face to Face“ Foto. Viele junge Männer haben dem Alkohol schon ordentlich zugesprochen und können nicht mehr sicher auf den Beinen stehen. Nach einer guten halben Stunde ist der Spuk vorbei, ein Offizier, bewaffnet mit einer Maschinenpistole, gibt das Signal zum Aufbruch. Alle klettern zurück auf die Ladeflächen der LKW und ab geht die wilde Fahrt zurück.

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Den Abend verbringen wir gemeinsam mit Quiet und Knowledge auf der Aussichtsplattform. Wir haben die beiden zum Essen eingeladen, um uns für ihre Gastfreundschaft zu bedanken. Die beiden scannen den ganzen Tag die Umgebung ab und informieren ihre Gäste sofort, wenn es etwas Besonderes zu sehen gibt. Auch ansonsten sind sie bemüht, das Wenige, was der Platz zu bieten hat, in ordentlichem Zustand zu erhalten. Wir verleben einen netten und lustigen Abend, und als die beiden merken, dass der Alkohol ihre Zungen lähmt, ziehen sie sich in ihre Hütte zurück. Wir bleiben noch sitzen und werden prompt belohnt. Eine große Herde Elefanten kommt zum Baden an den See. Sie sind völlig ohne Scheu und kommen auf Tuchfühlung. Nur der geschickten Konstruktion der Plattform ist es zu verdanken, dass wir uns dennoch sicher fühlen und so dem Spektakel ungestört zusehen können. Erst um 22 Uhr, für uns schon später als Mitternacht 😉 , lösen wir uns und klettern ins Zelt. Das Geplantsche geht noch lange weiter und jedes Mal, wenn wir nachts wach werden, hören wir Elefanten im Wasser.
Themenstarter373 Beiträge · seit 201224. Feb. 2021 · #67
Sonntag, 6. Mai 2018

Während des Frühstücks gibt es Löwen-Alarm. Quiet und Knowledge haben die Katzen am anderen Ufer entdeckt und geben sofort Bescheid.

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Leider sind sie weit entfernt und wir können sie nur durch’s Glas beobachten. Die Fotos dienen nur zu „Beweiszwecken“. Schweren Herzens entschließen wir uns, wie geplant in Richtung Main Camp aufzubrechen.

Je weiter wir nach Osten kommen, umso mehr weicht der lichte Mopanewald offenerem Grasland.

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Auch die Naturstraße ist den Resten der alten Asphaltstraße nach Victoria Falls gewichen. Beides ist schlecht zu fahren, aber der Asphalt verleitet öfter zu der Annahme, es sei doch besser auf ihm, bis man wieder vor den Kratern ausgewachsener Schlaglöcher abrupt abbremsen muss.

An der Guvalala Platform machen wir Rast und können große Gruppen Zebras und Giraffen beobachten. Leider ist das Licht um die Mittagszeit zu grell, um gute Fotos zu schießen.

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Ein Stück weiter, an der Nyamandlhovu Platform,

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picken Kronenkraniche im Gras. Es sind die ersten, die wir in diesem Urlaub sehen und entsprechend glücklich ist die Beifahrerin.

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Das Main Camp macht auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck.

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Erst bei näherem Hinsehen entdeckt man auch hier Spuren des Verfalls. So sind auf der riesigen Campsite die verschiedenen Sanitärblocks von außen in gutem Zustand. Öffnet man aber die Tür, oh weh … In einem einzigen Block funktioniert die Wasserversorgung, und demzufolge wird dieser von den 3 Partien, die hier campen, gemeinsam genutzt.

Am Nachmittag fahren wir nochmal in den Park ein, der uns um das Main Camp herum landschaftlich sehr gut gefällt. Auch hier gibt es aber – jahreszeitlich bedingt – sehr wenig Tiere zu beobachten.

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So entschließen wir uns, noch einmal zur Nyamandlhovu Platform zu fahren, um wenigstens die schöne Abendstimmung genießen zu können.

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Denkste, Puppe: eine französische Familie hat die Plattform fest im Griff und zelebriert nach bester französischer Tradition ein Picknick. Die Kinder haben ihren Spaß, matschen mit dem Essen herum, tollen miteinander, dass der Bretterboden kracht, und scheren sich um die wenigen Tiere, die an‘s Wasserloch kommen, einen feuchten Dreck. 😈 Die Eltern ihrerseits sprechen den mitgebrachten alkoholischen Getränken kräftig zu. Vielleicht müssen sie sich ob ihrer ungezogenen Blagen die Welt schön trinken … 😉

Also ziehen wir noch eine letzte Schleife durch den Park und beenden unsere magere Ausfahrt mit einem Besuch des Wasserlochs Balla Balla. 😗

Die Nacht ist jedenfalls ruhig, wenn man mal vom Geheule der Hyänen absieht. Und, ach ja, ein Leopard soll um uns herumgeschlichen sein, so erzählt man uns jedenfalls am nächsten Morgen.
zuletzt bearbeitet 24. Feb. 2021
2'319 Beiträge · seit 201124. Feb. 2021 · #68
Ach Klaudi, welche schönen Erinnerungen Du mir mit Deinen Bildern bescherst.

I love Hwange National Park.

Liebe Grüße vom Alm
Themenstarter373 Beiträge · seit 201226. Feb. 2021 · #69
Montag, 7. Mai 2018

Nach den zwei schönen Tagen am Masuma Dam können uns das Main Camp und vor allem seine zurzeit begrenzte Tierwelt nicht so recht begeistern. Die ’private campsites’ im Park sind leider belegt und deshalb entschließen wir uns spontan, heute schon weiter zu reisen. Als ein mögliches Ziel steht auf unserem Plan der Matobo Nationalpark, und den steuern wir nun an. Auf bester Asphaltstraße geht es zurück nach Bulawayo, wo wir noch einmal zum Tanken stoppen. Während der Fahrt haben es uns die alten Busse wieder besonders angetan.

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Etwa 30 km südlich der Stadt erahnen wir, was uns erwartet. Die Landschaft, die sich vor uns erstreckt, ist übersät mit überdimensionalen, gerundeten Felsenformationen in hellem, leicht rötlichem Stein. 10 km weiter, wir sind völlig überwältigt von den grandiosen Ausblicken, haben wir die Nationalparkgrenze erreicht, biegen aber vorher rechts ab, um uns die Unterkunft „The Farmhouse“ anzuschauen.

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Der Reiseführer empfiehlt sie, aber, gebranntes Kind scheut ja bekanntlich das Feuer, oder, besser gesagt, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Schon bei der Einfahrt in die Anlage schwinden unsere Bedenken: The Farmhouse war ganz früher mal eines, aber nun ist das schöne alte Gebäude Reception und Restaurant einer kleinen Hotelanlage mit Bungalows, eingebettet in diese herrliche Felsenlandschaft.

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Alles tiptop gepflegt und frisch gestrichen, der Garten grünt und blüht. Auch hier gibt es eine Originalkopie in schwarz von Butler James, die uns freundlich begrüßt, uns mit ihrem allergrößten Bedauern mitteilt, dass die Madam zurzeit nicht anwesend sei. Aber er wolle mal schauen, ob er den Chef finden kann, der wisse sicherlich, ob noch was frei sei.

Natürlich ist noch was frei, oder besser gesagt, fast alles ist noch frei. Nur dass der Chef das nicht so deutlich sagen möchte, denn auch er tut so, als wäre Simbabwe immer noch das Reiseland Nr. 1 für die Südafrikaner. Wie wir später erfahren, war er im früheren Leben der Boss des Hwange Nationalparks. Auch ihn hat man aus dem Amt gejagt und durch – so zumindest seine Sicht – eine schwarze Pfeife ersetzt. Vor ein paar Jahren hat er dann The Farmhouse gekauft und nun versuchen er und seine Frau, das schöne Anwesen zu betreiben, auch wenn sie vom Gastgewerbe keinen Schimmer haben. Aber die Bungalows sind schön, wir fühlen uns sofort wohl und beschließen spontan, eine zweite Nacht zu bleiben, auch wenn das bedeutet, dass wir übermorgen einen kleinen Gewaltritt bis Südafrika hinlegen müssen.


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Am späten Nachmittag erklimmen wir die hohen Felsen direkt hinter unserem Häuschen.

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Der Aufstieg ist zwar gut ausgeschildert, aber wir müssen ganz schön klettern über glatte, sehr steile Felsplatten, unter Schlingpflanzen hindurch, über hohe Steine. Kurz vor dem „Gipfel“ wartet eine steile Stahlleiter auf ihre Bezwingung, aber dann sind wir endlich oben.

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Mannomann, was für ein Ausblick. Soweit wir schauen können, liegen überdimensionale Steinformationen vor uns, eingebettet in grüne Wälder. Kette liegt hinter Kette, am Horizont verschwinden sie im Abenddunst. Ein Traum in grün und gelb-orange.


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Das warme Licht der untergehenden Sonne verstärkt alle Farben und wir fotografieren uns beide in einen regelrechten Rausch. Wie gut, dass wir nach einer Stunde absteigen müssen, denn die Dunkelheit naht und das Dinner im Restaurant ruft.
zuletzt bearbeitet 26. Feb. 2021
Themenstarter373 Beiträge · seit 201203. März 2021 · #70
Dienstag, 8. Mai 2018

Der heutige Tag soll ganz den Matobo Hills gewidmet sein. Direkt nach dem Frühstück fahren wir los, zuerst in den westlichen Teil, den Whovi Gamepark.

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Wir suchen das Parkoffice, um den Eintritt zu bezahlen, und finden es endlich in einem Rohbau-artigen Gebäude, in dem die Parkverwaltung aber offensichtlich schon jahrelang ansässig ist. Auf rauhem Betonboden stehen die alten Möbel, die Wände in unverputztem Schwemmstein gemauert, Fenster Fehlanzeige. Aber ein PC steht auf dem Schreibtisch und er scheint auch zu funktionieren. Die nette Rangerin trägt das ungastliche Ambiente mit Würde.

Die Einfahrt in den Park gestaltet sich schwierig, denn das riedgedeckte Einfahrtstor ist viel zu niedrig für den Cruiser,

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und schon wollen wir den Whovi schlabbern und zum Matobo NP wechseln, als eine dienstbeflissene Schlagbaum-Bewacherin uns darauf hinweist, dass sie für die großen Fahrzeuge extra morgens den Schlagbaum nebenan für die Umfahrung geöffnet hat. Wir sollen mal ruhig zurückfahren und dann einfach rechts abbiegen, dann kämen wir in den Park. 😎 Ihr sollt wissen, dass im Whovi einige NH leben, die einerseits sehr aufwändig vor Wilderern geschützt werden, andererseits aber – wie wir nun erfahren - frei zugänglich sind. Noch Fragen?

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Die NH sehen wir nicht, auch anderes Wild ist Mangelware, aber die Landschaft des Parks ist umwerfend. Der Park ist bestückt mit steilen Hügeln, dicht bewachsen mit großen Büschen und Bäumen, und ist durchsetzt mit den außergewöhnlichsten Sandsteinformationen. Es sieht so aus, als wenn Riesen in grauer Vorzeit Steine und Bauklötze aufeinander gestapelt hätten.

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Mitten im Park liegen sehr malerisch einige größere Seen.

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Die Piste windet sich durch schmale Täler und über steile Bergpfade. Nach jeder Kurve ergeben sich neue Perspektiven, mal abwärts ins grüne Tal, mal auf die felsigen Höhenrücken.
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Gegen Mittag wechseln wir in den östlichen Teil, den eigentlichen Matobo Nationalpark. Die Landschaft wird immer spektakulärer, soll heißen, die Felsformationen werden immer großartiger.

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An einem aufgestauten Fluss, dem sogenannten Maleme Dam, queren wir die Staumauer

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und haben von dort einen Blick in das zurzeit trockene Bett des Abflusses.
Die roten Flusskiesel hier haben einen Durchmessenr von bis zu 5 Metern und liegen dick übereinandergeschichtet im engen Bett.

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Auf der ungenutzten Campsite am See machen wir Mittagspause und stellen zufrieden fest, dass unsere Entscheidung, im Farmhouse zu übernachten, die richtige war. Die Campsite, ebenfalls im Verfall befindlich, ist Tummelplatz für die angelnde Bevölkerung des Umlandes. Und wer weiß, was hier nachts passiert … 😮


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Vom Maleme Dam ist es nicht mehr weit zum Herzstück des Parks, dem Aussichtspunkt „World’s View“, wo sich auch das Grab von Cecile Rhodes befindet.

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Nach dem Bezahlen einer zusätzlichen Besichtigungsgebühr dürfen wir den kurzen, steilen Aufstieg über glatte Felsen angehen.

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Vom höchsten Punkt hat man, wie der Name schon sagt, wirklich einen Blick auf die Welt. Im 360°-Panorama liegt die grüne Berglandschaft mit ihren ungewöhnlichen Felsformationen zu unseren Füßen. Der Wahnsinn, wenn man mal vom schlechten Licht um die Mittagszeit absieht.

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Dass die Simbabwer das Grab von Cecil Rhodes und einigen seiner Mitstreiter sowie ein großes Denkmal für die im Kampf um die weiße Besiedlung des Landes Gefallenen nicht geschleift sondern für die Nachwelt erhalten haben, verwundert uns zuerst. Andererseits bieten die Sehenswürdigkeiten eine gute Gelegenheit, Einnahmen zu erzielen. Uns jedenfalls hat der grandiose Ausblick von dort oben sehr gut gefallen, auf die Grabplatten hätten wir auch verzichten können.


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Den Sonnenuntergang erleben wir wieder auf dem Hausberg neben unserem kleinen Cottage.

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Heute sind wir mutiger und steigen erst im allerletzen Licht ab. Was für ein toller Tag!
zuletzt bearbeitet 03. März 2021
Themenstarter373 Beiträge · seit 201215. März 2021 · #71
Mittwoch, 9. Mai 2018

Unser letzter Tag in Simbabwe. Ein letztes üppiges Frühstück, serviert von Butler James, und ab nach Süden. Erst noch einige Kilometer schmale Asphaltstraße, danach beginnen 70 km schlecht zu fahrender Erdstraße. Was die Navigatorin sich wohl immer bei der Streckenführung denkt?

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Naja, zeitlich ist die Strecke mal wieder keine Abkürzung, aber auf diesen Straßen bekommt man einen Einblick ins wahre Leben.

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Ab Erreichen der A6 wird es besser. Auf guter Asphaltstraße geht es stetig nach Südost in Richtung Grenzübergang Beitbridge. Die Landschaft entlang der Straße bietet wenig Attraktives, hier in den Lowlands regnet es weniger und die Böden sind sandig. Und so sieht es trocken und ein wenig trostlos aus.

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Gegen 10 Uhr versuche ich per WhatsApp Kontakt mit einer Kollegin von Anesu aufzunehmen, damit sie uns über die Grenze bringt. Wieder klappt dieser Service schnell und zuverlässig, und als wir um 12:45 Uhr in Beitbridge einrollen, wartet die sehr attraktive Ruvimbo schon am Straßenrand. Die Ausreise geht ratzfatz, nach 10 Minuten rollen wir schon zum südafrikanischen Grenzposten.

Hier geht es dann so langsam und umständlich, wie wir es eigentlich für die andere Seite erwartet hatten. Zuerst suchen wir eine Weile nach dem Schalter für die Passkontrolle, denn sie ist ausgelagert in einen Container, von Beschilderung weit und breit keine Spur. Vor den Schaltern lange Schlangen, wir reihen uns ein, schleppend, sehr schleppend geht es voran. Auch hier arbeitet man mit Scannern für Fingerabdrücke, leider funktionieren die Geräte nicht zuverlässig und lassen den Computer des ohnehin überforderten Grenzbeamten hin und wieder abstürzen. Nach einer halben Stunde bin ich endlich dran, muss mich anschnauzen lassen, ich solle die Finger gefälligst in der richtigen Reihenfolge auflegen usw. Aber Augen zu und durch. Helmut erwischt es dann bös: beim Scan seiner Fingerabdrücke schmiert der Computer vollends ab, der Grenzer verliert fast die Beherrschung und weiß nicht mehr weiter. Nach etwa einer halben Stunde kommt die Rettung in Person eines IT-Spezialisten, der in Windeseile das System neu startet und wieder auf Trab bringt. Nächste Station: Zollformalitäten für das Auto. Welch ein Kontrast, der Zöllner lächelt freundlich, fragt nur, ob das Auto eine SA-Zulassung hat und haut mir einen Stempel in die Papiere. Um 14:30 Uhr sind wir endlich fertig und schlängeln uns bei der Ausfahrt aus dem Grenzbereich durch die Fahrzeugschlangen, die auf die Abfertigung warten.

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Wir haben es eilig, denn vor Sonnenuntergang wollen wir noch unsere letzte Station des Urlaubs, Leshiba Wilderness, erreichen. Wieder geht es durch die Soutpans-Berge Richtung Louis Trichard (oder Makhado, je nachdem, welcher Ethnie man angehört). An den Steilstrecken quälen sich die voll beladenen LKW mühsam die Steigungen hinauf. Die Schlangen dahinter sind endlos, die Überholversuche der Hasardeure sehenswert. Um 16:00 Uhr sind wir in Louis Trichard, von hier soll es noch eine Stunde dauern bis nach Leshiba. Die R522, die uns nach Westen führt, gaukelt uns vor, sie sei eine gute Straße, aber ab dem Stadtrand reiht sich Schlagloch an Schlagloch. So sind wir froh, endlich auf Schotter zu gelangen, da weiß man wenigstens, was man hat. 12 km geht es jetzt stetig bergan auf immer schlechter werdender Naturstraße. Die letzten 4 km haben es besonders in sich, steil, ausgefahren, alle 100 m quert eine tiefe Abwasserrinne. Kein Wunder, dass die Lodge anbietet, das Auto vor dem letzten Anstieg stehen zu lassen und sich abholen zu lassen. Das geht natürlich gegen unsere Ehre, sind wir doch mit dem Cruiser unterwegs! 😎 Am schweren Eisentor zur Wilderness Area noch schnell den Code ins dicke Schloss eingegeben, und wir sind endlich angekommen. Ein Hochtal, umgeben von grünen Bergen, erstreckt sich in west-östlicher Richtung. Große Grasflächen, Büsche, kleine Wäldchen. Und dazwischen eingetupft Giraffen, Antilopen, Breitmaulnashörner – idyllisch wie im Bilderbuch.


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Nach weiteren 3 Kilometern erreichen wir die Lodge und beziehen unser Chalet. Die Anlage ist im Stil der früher hier ansässigen Ethnie gestaltet, das heißt rostroter Putz begegnet uns innen und außen, überall stehen Figuren, Skulpturen, Fabelwesen. Unser Chalet liegt am Hang mit Blick auf die großen Grasflächen im Tal, bietet sehr großzügig Küche mit Essbereich, großes Schlafzimmer, Innen- und Außenbad mit Wanne und Dusche, mehrere Außenterrassen. Ob wir soviel Luxus nach den Wochen im Zelt überhaupt verkraften können?

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Sehr dekorativ grast eine kleine Gruppe Breitmaulnashörner direkt am kleinen Wasserloch vor unserer Küchenterrasse.


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Unser Blick auf all das ist allerdings durch die Strapazen des Tages ein wenig getrübt. Noch schnell eine Dusche und dann geht es auch schon zum Dinner.

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Die noch halbvolle Weinflasche nehmen wir mit zurück ins Chalet, aber selbst für einen Absacker sind wir zu müde.
zuletzt bearbeitet 15. März 2021
4'382 Beiträge · seit 201516. März 2021 · #72
Aufseufzendes Dankeschön
von
Friederike
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1'564 Beiträge · seit 200618. März 2021 · #73
Hi Klaudi,
Klasse!!!
Ich hoffe das wir uns mit eben so schönen Fotos revanchieren können.
Schreiben ist ja nicht so unser Ding und da kommen wir sowieso nicht
an Dich ran!! 🙁

Liebe Grüße
Hermann
Gast23. Apr. 2021 · #74
Danke nochmals an die Klaudis für den schönen Bericht.
Ich habe zugewartet, ob noch ein „Schlusswort“ kommt. Nachdem das nicht so zu sein scheint, man also nicht mehr stören kann, unten noch eine kleine Zeitreise und die mehrfach erwähnten Inselberge.
Diese „Inselberge“ bzw. Kopjes mit den glatten Formen, überall von Matopo bis Great Zimbawe, sind mE kein „Sandstein“. Sie bestehen mE aus Granit oder Ähnlichem. Also hartes, kristallines Gestein, das viel witterungsbeständiger als anderes Gestein ist und übrig bleibt, wenn die Umgebung durch Verwitterung schon längst in Sand und Sedimente verwandelt wurde. Granit ist sehr witterungsbeständig, so dass das von euch fotografierte Kopje noch genauso ausschaut wie auf meinem ca 45 Jahre alten Bild (links), und in ein paar hundert Jahren wird man auch noch keine großen Unterschied bemerken.
Klaudi19752018.png

Aber die Bananenpflanzung schaut jetzt mehr nach Agrobusiness aus als früher. In der Gegend wurden auch noch Tabak und Kaffee angebaut, letzteres nur an den Hängen.
Und dann noch einen Tipp für den nächsten Besuch in Great Zimbabwe, nachdem euch die Aussicht vom Worlds View in Matobo so gefallen hat. Nicht weit von dort geht es bergauf zur Morgenster Mission und von dort weiter bergauf kommt man zu einem, wie vielerorts genannten „worlds view“, mit schönem Blick über Kopjes und Inselberge. So naturbelassen, wie auf dem alten Bild, wird die Landschaft nicht mehr sein, aber es lohnt sich durchaus, als Abstecher von den Ruinen.
worldsview.jpg

Und wenn man die Samalema Schlucht am Nuanetsi bis zum Ende und hinter ins Flache geht, hat man einen guten Blick zurück in die Schlucht hinein. Diese alten Bilder sind zwar schleißig, geben aber einen Eindruck.

Nuanetsi1.jpg


Nuanetsi2.jpg
zuletzt bearbeitet 23. Apr. 2021
Gast23. Apr. 2021 · #75
Und dann noch ein paar Tipps für Lesestoff im www zur vor- bis post kolonialen Geschichte Rhodesiens/Zimbabwes bei über Reiseführer hinausreichendem Interesse.
Der Zimbabwe Field Guide
https://zimfieldguide.com/
ist so gut strukturiert, dass man sich gleich zurechtfindet. Ein Schmankerl nach dem anderen über die Entdeckungsgeschichte des südlichen Afrikas. Baines, Moodie, Selous, Hunters Road …. und alles was ein Nostalgikerherz begehrt. Auch mit vielen Informationen über die Kulturgeschichte zu den Trockensteinbauten, von welcher Great Zimbabwe nur die spektakulärste ist. Es gibt viel mehr davon, siehe hier
https://zimfieldguide.com/ruins
Vor Jahren bin ich auf eine Auflistung von in 100 Jahren Kolonialgeschichte identifizierten aber noch nicht professionell freigelegten Fundstätten gestoßen. Es waren Dutzende, die wohl jetzt nur mehr Geschichte in doppelten Sinn und vergessen sind, weil das Land in den letzten Jahrzehnten mit Anderem beschäftigt war.
Das hier
http://rhodesianheritage.blogspot.com/
ist ein etwas unübersichtliches Sammelsurium von Dokumenten, alten Zeitungsartikeln, Postkarten, Reisebeschreibungen, Geschichte der Nationalparks, seeehr viel Militärhistorisches, von WWII bis „bush war“ in den 1970ern. Alles natürlich „rhodesisch, patriotisch“ geprägt, man muss das einfach als Zeitdokumente hinnehmen. Geschichte ist nicht nur Geschichtsbücher, sondern auch Authentisches, so versteht man den „Zeitgeist“, auch wenn er nicht mehr unserer ist …. man muss das einfach als Zeitreise sehen.
Jedenfalls erfährt man auch den Preis von Chateau Margaux bei Vic Falls Hotel um 1928
http://rhodesianheritage.blogspot.com/2013/12/the-victoria-falls-hotel-menu-january.html

Und wer etwas über den Zeitgeist während der „Gründung“ Rhodesiens durch Rhodes erfahren möchte, sollte dieses lesen
Trooper Peter Halket of Mashonaland,
von Olive Schreiner (bitte gxxglen)
Schreiner war „Sekretärin und Gefährtin“ von Cecile Rhodes, später Gegnerin, Frauenrechtlerin und Aktivistin gegen den Kolonialismus der Marke Rhodes. Mit diesem Buch, eigentlich Büchlein, hat sie sich politisch und erst Recht als Frau und Feministin einiges getraut in dieser Zeit.
Grüße, Werner
zuletzt bearbeitet 23. Apr. 2021