Flash20101'425 Beiträge · seit 201504. Okt. 2017 ·
Lieber Sascha,
nein, du hast nicht zu viel versprochen - drei der Big Five's an einer Wasserstelle, toll 🤩 Und das "Dreihorn" ist ja auch eine besondere Sichtung und die Falbkatze erst.... Genau aus diesem Grund lieben wir dieses Wasserloche ebenfalls sehr, weil dort oft andere Tierarten zu beobachten sind als in Okaukuejo. Übrigens soll ich dir von meiner Mutter ausrichten, dass auch sie deinen Bericht mit großem Interesse verfolgt und super findet!
H.BadgerThemenstarter1'825 Beiträge · seit 201604. Okt. 2017 ·
@ Sasa Danke für dein Bedauern! Wir haben auch arg mit unserer Sichtungsfee geschimpft! 😉 Ganz ernsthaft: Wir sind einmal mehr zutiefst dankbar dafür, was wir auf dieser Reise alles erleben durften.
Und was das gemeinsame Buchen angeht: Bereist doch 2018 einfach das Kaokoveld und 2019 dann den Caprivi - dann können wir uns dort gern wieder treffen und gemeinsam auf die Fotopirsch gehen... 😉
@ Laura Schön, dass du zufrieden bist. 😉 Besonders schön, dass auch deine langjährige Reisepartnerin mitliest. Herzlich willkommen, Petra! Schön, dass dir unsere Tour gefällt!
H.BadgerThemenstarter1'825 Beiträge · seit 201604. Okt. 2017 ·
11.08.2017
Heute heißt es Abschied nehmen von Halali und den Nächten innerhalb des Etosha Nationalparks. 🙁 Wir sind allesamt früh wach und so schaffen wir es, zur Öffnung der Tore in den Park aufzubrechen. Unser Weg führt uns schnurstracks nach Rietfontein (wohin auch sonst? 😉 ), um zu schauen, was das Wasserloch am heutigen Morgen für uns bereit hält. Und wir werden wieder nicht enttäuscht! 🙂 Zwar etwas weiter entfernt, aber immer noch in guter Beobachtungsdistanz, tummelt sich ein Tüpfelhyänenclan umringt von zahlreichen Schakalen. Wir zählen insgesamt acht Hyänen unterschiedlichen Alters, die sich lebhaft mit den Überresten eines Zebras beschäftigen.
Lange sind wir die einzigen Beobachter der Szenerie und genießen die Zeit mit den Hyänen sehr. Ankommende Fahrzeuge fahren stets wieder recht schnell weiter - anscheinend ist ihnen die Sichtung nicht spektakulär genug. Wir sind da anderer Meinung. Nachdem sich der Clan immer weiter ins hohe Gras zurückzieht, beschließen aber auch wir weiterzufahren und unser Glück auf den Grasebenen um Salvadora und Chartisaub zu versuchen.
Direkt am Wasserloch Salvadora, das allein schon wegen seiner wunderschönen Lage direkt am Pfannenrand und einem malerischen Postkartenbaum einen Besuch wert ist, entdecken wir unser morgendliches Highlight. 😁
Ein stattlicher Löwenkater und eine Löwin haben sich von ihrem Rudel absentiert, um sich ungestört der Sicherung des Nachwuchses widmen zu können. Direkt neben der Straße lassen sie sich dabei netterweise von uns beobachten. 🙂
Das raue und unbändig kräftige Ende des Geschlechtsakts ist dabei immer wieder ein wirklich zutiefst faszinierender Anblick. 🤩
Das Pärchen zieht langsam in Richtung Pfanne und legt dabei immer wieder längere Verschnaufpausen ein.
Ab und an kommt es zu erneuten Paarungen.
Als sich die beiden hinter dichten Büschen niederlassen, nehmen wir dies zum Anlass, um uns zu verabschieden und nach Halali zurückzukehren, das wir kurz nach neun Uhr und hochzufrieden erreichen. Netterweise dürfen wir noch ins Restaurant, um zu frühstücken, obschon die Frühstückszeit eigentlich vorbei ist. Das freut vor allem die Kinder ungemein. Mit gut gefüllten Mägen packen wir unsere Sachen und beladen den Bus. Nach einer kurzen Visite am Moringa-Wasserloch, an dem sich gerade zwei Habichtsadler (Danke Bele!) zum Trinken niedergealssen haben, verabschieden wir uns endgültig von Halali. Wir werden sicher wiederkommen!
Die weitere Fahrt gen Osten verläuft recht unspektakulär. Immer wieder halten wir kurz für Zebras und Impalas und genießen einfach die sich langsam dem Ende zuneigende Zeit im Park.
An der Wasserstelle Klein Namutoni treffen wir gegen Mittag schließlich noch auf einen einsamen Elefantenbullen, der uns zum Abschied alsbald sein Hinterteil zuwendet.
Bald darauf verlassen wir den Nationalpark und steuern das etwa acht Kilometer entfernte Mushara Bush Camp an. Wie ungewohnt es doch ist, nach einer knappen Woche mit einer höheren Geschwindigkeit als 30 oder 40 km/h unterwegs zu sein...
War ja fast zu erwarten, dass die Löwen euch auch noch beim Geschlechtsakt zuschauen lassen... Ich glaub es einfach nicht... 😗 Naja, also falls ihr nächstes Jahr in der Gegend sein solltet... Wir sind im Juli im KTP und bitten zumindest um ein "Löwchen" egal welchen Geschlechts... Vielleicht mögt ihr eure Fee da einfach mal zu uns schicken... 😄
H.BadgerThemenstarter1'825 Beiträge · seit 201605. Okt. 2017 ·
@ Bele Es freut mich, dass dir die Bilder gefallen. Die beiden Löwen haben es uns aber auch wirklich leicht gemacht. Danke nochmal für die Richtigstellung der Adler!
@ Bianca Im KTP muss der Zufall euch schon böse mitspielen, damit ihr keinen Löwen irgendwie zu Gesicht bekommt. Ich wäre da ganz zuversichtlich. Und nach dem gegenwärtigen Stand unserer Urlaubsplanung hat unsere afrikanische Sichtungsfee im Juli noch nichts vor und wird (gegen garantierte Rückgabe) gern verliehen. 😉
@ Sabine Schön, dass du noch dabei bist. Die Reise stand tatsächlich unter einem sehr löwenfreundlichen Stern. Beim Schreiben des Berichts wird mir das wieder in aller Deutlichkeit bewusst. Dir drücke ich die Daumen, dass ihr beim nächsten Etosha-Aufenthalt auch oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort seid - anderswo hat das bei euch ja auch schon oft geklappt!
Liebe Grüße Sascha
PS: Heute geht es noch nicht weiter - der Tag war zu lang...
H.BadgerThemenstarter1'825 Beiträge · seit 201606. Okt. 2017 ·
11.08.2017 (Fortsetzung)
Nach kurzer Fahrt erreichen wir das Tor zum Mushara Bush Camp. Bereits zwei Mal haben wir in den vergangenen Jahren in der Mushara Lodge übernachtet und unseren Aufenthalt dort immer sehr genossen. Umso gespannter sind wir, ob das Bush Camp da mithalten kann.
Der Weg zur Lodge ist nach dem Passieren des Tores nicht sehr weit. Das finden wir schonmal gut, denn es verkürzt die Anfahrt zum Etosha, die wir ja noch einige Male hinter uns bringen möchten.
Auf einem kleinen Parkplatz lassen wir unser Auto stehen und betreten das eigentliche Lodgegelände, das von einer großen Lapa dominiert wird, die in einem schönen Garten mit Pool und Spielplatz liegt. Hier gibt es keinen Mangel an Platz und alles ist sehr gepflegt. Der erste Eindruck überzeugt also schon.
Ganz herzlich werden wir mit hausgemachter Limonade empfangen und nehmen auf den bequemen Sofas der Lapa Platz - für die Kinder gibt es kleine Liegestühle, die sie sofort begeistert in Besitz nehmen. Man begrüßt uns als Wiederholungstäter und wir sind wieder verblüfft darüber, dass die Datenbank der Lodge so gut gepflegt wird - unser letzter Besuch in der Mushara Lodge war schließlich im Jahr 2013. Nach dem zügigen Erledigen der Formalitäten begleitet uns ein Angestellter mit Gepäckkarren zu unserem Bus und verlädt die Koffer. Auch die Kinder dürfen auf dem Gefährt Platz nehmen und sind entsprechend zufrieden. Über die schmalen Wege der Anlage geht es an der Lapa vorbei zu den Zelten des Camps. Diese liegen in einigem (nicht sehr großem) Abstand voneinander im Busch verstreut.
Die Innenausstattung ist - wie wir es von Mushara gewohnt sind - sehr stilvoll und gepflegt. Ein großes Doppelbett unter Moskitonetzhimmel, für die Kinder eine ausgezogene Schlafcouch und ein offener Badezimmerbereich. Auch heißt uns ein Obstkorb und eine kleine personalisierte Karte als Rückkehrer willkommen - über solche Details freue ich mich sehr.
Den frühen Nachmittag verbringen wir auf dem Gelände des Camps und erkunden den Spielplatz und den Pool. Wir sind zufrieden, dass wir mit dem Bushcamp eine wirklich auf unsere Bedürfnisse ausgerichtete Unterkunft gefunden haben. Auch die Frage, ob die Kinder ein spezielles Kindermenü am Abend bevorzugen würden, spricht Bände über die bewusste Ausrichtung des Camps.
Gegen 15.30 Uhr wollen wir noch zu einer kurze Rundfahrt in den Park aufbrechen und können die Kinder nur schwer dazu motivieren - zu gut gefällt es ihnen im Camp. So fällt der Nachmittagsausflug heute etwas kürzer aus.
Als erstes Wasserloch fahren wir Klein Namutoni an und werden von einigen Giraffen begrüßt.
Dann geht es nach Chudop - unserer Lieblingswasserstelle in dieser Gegend, haben wir doch hier schon zahlreiche Tiere gesehen, darunter einen badenden Hyänenclan und einige Elenantilopen. Heute Nachmittag ist hier aber eher wenig los. Einzig ein Schabrackenschakal lässt sich beim Trinken beobachten.
Das Licht des Spätnachmittags wird immer besser, als wir durch das Grasland zurück gen Namutoni fahren. In dieser Stimmung können wir nicht widerstehen und verewigen noch einmal die "üblichen Verdächtigen".
Als letzte Station der heutigen Runde steuern wir noch einmal Klein Namutoni an und erleben dort einen wunderbaren Tagesausklang, denn dieses Wasserloch hat bestes Abendlicht. Und so freuen wir uns sehr, als sich eine kleine Elefantenherde nähert und von Giraffen und Kudus aufmerksam beäugt wird.
Wie sehr ich dieses Licht doch mag... 😁 Diese Stimmung kurz vor Sonnenuntergang ist für mich immer wieder einer der Höhepunkte auf einer Afrikareise. Und die Erinnerung daran weckt Sehnsucht.
Bald brechen wir in Richtung Gate auf und erreichen es kurz vor Toresschluss. Im Dämmerlicht geht es flugs zurück ins Bush Camp. Dort erwartet uns nach einer kurzen Verschnaufpause auch schon das köstliche Abendessen, das in einem Teil der Lapa eingenommen wird, der nun mit Zeltwänden von der Kälte abgeschirmt ist. Es brennen draußen und drinnen offene Feuer, auf den Tischen stehen Kerzen - eine wirklich schöne Stimmung, die von gutem Essen und aufmerksamem Service noch komplettiert wird. Das Bush-Camp gefällt uns wirklich gut.
Nach dem Essen geht es zurück ins Zelt und nach der üblichen Abendprozedur dann auch schon in die Betten. Gute Nacht!
jetzt kann ich auch nicht mehr anders, als mich zu Wort zu melden - lese ja still und heimlich mit. Aber euer Sichtungsglück ist wirklich unverschämt unfassbar 😮 🤩 😮 😮
Gut, dass wir keine Ansprüche gestellt haben, denn das ist ja wohl ganz großes Kino. Sehr sehr schöne Fotos sind dir da gelungen. Bin begeistert und schleiche weiter im Hintergrund mit 😉 😁
H.BadgerThemenstarter1'825 Beiträge · seit 201606. Okt. 2017 ·
Hallo Netti,
schön, dass du uns noch begleitest! Ihr habt ja auch eine schöne Zeit im Etosha gehabt. Zu gern würde ich den Park auch noch einmal das erste Mal erleben... Es freut mich, dass dir die Fotos gefallen - es sind jedoch bei weitem nicht nur meine. Für einen nicht zu unterschätzenden Teil der gelungenen Aufnahmen ist meine Frau verantwortlich. Und auch Sie freut sich über das Lob. Liebe Grüße Sascha
Old Women1'543 Beiträge · seit 201307. Okt. 2017 ·
Hallo Sascha,
auch von mir an dieser Stelle einmal wieder ein herzliches "Dankeschön" für den tollen Bericht. Selbst Mutter von 2 Töchtern finde ich eure Art, mit 2 kleinen Kindern so eine Reise zu unternehmen immer wieder faszinierend. Ein sehr kindgerechtes Programm. Aber glaube mir: "besser" wird es mit den Kids nie, nur anders. Du wirst schon sehen 😗 . Also genießt die Zeit, wo die Kids fast alles, was Papa und Mama mit ihnen unternehmen, toll finden. Das wird sich noch ändern 😗 , anders wäre es nämlich seltsam. Besonders deine "beleuchteten" Tiere im Etosha haben mir einmal wieder ausnehmend gut gefallen. Nur mehr davon. Und zu eurer Sichtungsfee sag ich jetzt besser mal gar nichts. Es sei euch alles gegönnt, nur ein paar Katzen möchten wir nächstes Jahr aber auch sehen. Es ist dann die 4. Reise, und da stände es uns doch auch einmal zu 😉 .
H.BadgerThemenstarter1'825 Beiträge · seit 201608. Okt. 2017 ·
Hallo Beate,
schön, dass dir der Bericht und die Wasserlochbilder gefallen. Tatsächlich genießen unsere Kinder die gemeinsame Ferienzeit mit uns derzeit natürlich sehr - da wird es in einigen Jahren bestimmt andere Situationen geben, da hast du sicher recht. Wobei auch unsere Große bereits jetzt einige Male lieber in ihre Bücher vergraben blieb, als Zebras, Löwen und Co ausdauernd zu betrachten... Zum kindgerechten Programm: Sagen wir mal so, wir bemühen uns und versuchen es für die Kinder möglichst angenehm zu gestalten, was die Wahl des Autos und der Unterkünfte angeht. Aber uns ist bewusst, dass unsere Reisen in Afrika ein Urlaub mit Kindern und weniger ein Urlaub für Kinder sind. Den machen wir dann zum Ausgleich in Holland. 😉
Ich wünsche euch für euren nächsten Trip die verdienten Katzensichtungen! Aber wolltet ihr nicht nach Alaska? (Wenn ja - und wenn du diesbezüglich einige Tipps und Erfahrungen hören willst - melde dich ruhig bei mir, wir waren vor einigen Jahren dort und im Yukon und haben es sehr genossen)
Old Women1'543 Beiträge · seit 201308. Okt. 2017 ·
Hallo Sascha,
danke dir für dein Feedback. 2019 wollen wir nach Alaska. Geplant ist von Vancouver hoch bis Anchorage und dann nach Katmai und ab in den Denali. Wahrscheinlich ab Vancouver mit dem Schiff hoch wegen des Glacier NP. Ein Schiff mit soviel Touristen ist so gar nicht meins, da Massenveranstaltung, aber anders kommt man da wohl nicht hin. Ab Anchorage dann natürlich mit dem Mietwagen. 2018 haben wir ja folgende Route vor und bis auf die Nationalparks und die Flüge auch schon komplett gebucht: https://www.namibia-forum.ch/forum/27-routen/293082-suedafrika-ktp-september-oktober-2018-hilfe.html. Jetzt verstehst du sicherlich meinen berechtigten Wunsch nach Katzensichtungen, denn wenn nicht im KTP, wo denn dann?????
H.BadgerThemenstarter1'825 Beiträge · seit 201608. Okt. 2017 ·
@ Beate
Eure Tourplanung für 2018 habe ich gar nicht wahrgenommen, da waren wir schon im Urlaub. Eine gute Woche KTP ist aber auf jeden Fall ein schöner Grund zur Vorfreude und da wird es mit den Katzen bestimmt auch klappen! Für das Walegucken am Ende der Reise empfehle ich euch - neben dem Gucken von der Küste - einen Rundflug über die Walker Bay zu machen - das sind ganz unvergessliche Eindrücke von diesen wunderbaren Tieren in ganzer Größe. Wir haben das 2013 mit Evan Austin (African Wings) gemacht und es nicht bereut. Was Alaska angeht: Plant im Denali genug Zeit ein, sodass ihr nicht nur eine Bustour machen könnt Mehrere Tage Aufenthalt lohnen sich. Ich würde euch zudem die lange Route bis zum Wonder Lake empfehlen. Katmai ist auch ganz großartig, dort sind wir bei rauestem Wetter zwischen Bären und Wölfen gewandert... Haines ist für eure Planung wahrscheinlich etwas ab vom Schuss, aber die Gegend um das Städtchen hat uns damals mit am besten gefallen - u.a. Grizzlys satt.
H.BadgerThemenstarter1'825 Beiträge · seit 201609. Okt. 2017 ·
12.08.2017
Im Morgengrauen stehen wir auf und begeben uns zum Frühstück, das - ähnlich wie das Abendessen - von ganz ausgezeichneter Qualität ist. Neben frischen Eier in allen möglichen Variationen gbit es beispielsweise hausgemachte Müslimischungen, die ganz wunderbar schmecken. Trotzdem mischt sich etwas Wehmut in die Frühstücksidylle - heute bricht unser letzter voller Tag im Etosha an... 🙁 Aber immerhin: Noch ist es nicht vorbei!
Frisch gestärkt brechen wir dann auch bald in Richtung Nationalpark auf. Am Gate ist wenig los und so können wir recht zügig passieren. Trotzdem nerven die acht Kilometer bis zum Gate und auch die geteerte Straße bis Namutoni etwas, da sie durch tiefen Busch führt und sich ziemlich hinzieht. Wir überlegen, ob wir beim nächsten Besuch dem Fort als Übernachtungsort mal eine Chance geben sollten...
Als erstes Ziel steuern wir Klein Namutoni an. Da dort aber Leere herrscht, fahren wir bald weiter gen Chudop. Diese Entscheidung stellt sich als genau richtig heraus und so ist unsere erste nennens- und fotografierenswerte Sichtung am heutigen Tage einmal mehr ein stattlicher Löwenkater. 🤩 Liegt er zu Anfang noch müde am Wasserloch herum, steht er bald auf, streckt sich, gähnt und schreitet majestätisch in Richtung des Dickichts. Dann hält er noch inne, um ausdauernd zu brüllen. Was für eine schöne Begrüßung! Wir sind schon wieder hin und weg. Und auch die Kinder können es gar nicht glauben, dass schon wieder ein Löwe vor unserem Auto herumläuft. 😄
Als der Löwe sich schließlich verzogen hat, verbringen wir noch einige Zeit bei Chudop, aber es nähern sich keine weiteren Tiere. Und so brechen wir auf, um die Wasserlöcher Klein und Groß Okevi zu besuchen.
Die Gegend scheint heute Morgen recht einsam zu sein. Wir sehen zeitweise mehr Autos als Tiere. Am Wasserloch Koinachas trinken dann einige Zebras, was wir zum Anlass für einen längeren Beobachtungsstopp nehmen.
Bevor wir den Park endgültig verlassen, wollen wir auch diese in den letzten Tagen viel gesehenen Tiere noch einmal ganz bewusst genießen - die Bilder, Geräusche und Gerüche.
Bei Klein Okevi treffen wir dann auf zwei Sekretäre. So nah und fotogen hatten wir diese Vögel im Rahmen dieser Reise noch nicht erleben dürfen und so freuen wir uns sehr über die Begegnung.
Langsam rückt die Mittagszeit näher und wir entscheiden uns dafür, zurück ins Bush Camp zu fahren und dort eine lange Pause zu machen. Vorher fahren wir noch Fort Namutoni an, um das Gebäude unseren Kindern zu zeigen und ihnen ein Eis zu kaufen, das es zur Enttäuschung unserer Kleinen aber leider nicht gibt. Zwar ist der (für uns) neue Laden des Camps sehr großzügig in seinen Abmessungen, aber die meisten Regale sind leer. So kaufen wir zwei kleine Chipstüten als Trostpflaster...
Kurz schauen wir noch beim noch immer verwaisten Klein Namutoni vorbei und fahren leider sichtungsfrei den Dik Dik Drive ab. Am Ende lichten wir mangels Alternativen noch einen Graumlärmvogel ab.
Auf der Teerstraße gen Gate winkt uns ein Elefantenbulle zum Abschied.
Dann verlassen wir den Park mit leichter Wehmut, denn dies sollte unser vorletzter gemeinsamer Gamedrive gewesen sein.
Im Bushcamp wird dann ausdauernd Ball auf der Wiese gespielt, der Spielplatz beklettert und der Pool unsicher gemacht. Die Kinder genießen diesen Teil des Tages in vollen Zügen. Von ihrer Seite aus könnten wir den restlichen Tag locker im Camp verbringen - aber das schaffe ich dann doch nicht.
H.BadgerThemenstarter1'825 Beiträge · seit 201610. Okt. 2017 ·
12.08.2017 (Fortsetzung)
Und so stehen wir gegen 15.30 Uhr erneut am Gate zum Etosha und beginnen unseren letzten gemeinsamen Gamedrive dieser Reise - wie immer gespannt, was uns heute wieder alles begegnen wird.
Kurz vor Klein Namutoni begegnet uns ein Dik Dik. 🙂 Erst versteckt es sich tief im Busch. Langsam kommt es aber an den Straßenrand und lässt sich von uns in seiner ganzen filigranen Schönheit bewundern.
Am Wasserloch selbst ist derzeit wenig los und so fahren wir bald weiter gen Chudop, wo wir aber heute auch kein Glück haben. Wir setzen die Runde in Richtung Koinachas fort und treffen in der Nähe der Wasserstelle ein Spitzmaulnashorn an, das gerade gebadet hat und nun wieder seines Weges zieht. Leider lässt es sich nicht dazu herab, aus dem totalen Gegenlicht der Spätnachmittagssonne zu treten und so entstehen an dieser Stelle nur reine Beweisfotos dieses enthornten Genossen. Eines davon sei trotzdem an dieser Stelle gezeigt.
An einem malerisch platzierten Singhabicht vorbei geht die Reise erneut nach Klein Namutoni. Dort ist gerade ein richtiger Dik Dik Auflauf und so sehen wir in kurzen Abständen fünf Exemplare der kleinen Antilopen.
Am Wasserloch selbst haben sich einige Giraffen zum Trinken eingefunden.
Nach einer kurzen Pause im Fort Namutoni zieht es uns noch einmal zum Tagesabschluss nach Chudop. Dort herrscht leider noch immer wenig Betrieb und so beschließen wir zu warten. Die Geduld wird mit dem Erscheinen eines alten Elefantenbullen belohnt, der sich lautlos dem Wasser nähert. Auge in Auge mit diesem wunderschönen Giganten genießen wir die letzten Augenblicke im Etosha.
Auf dem Rückweg zum Gate können wir uns einen kleinen Abstecher zu Klein Namutoni natürlich nicht verkneifen.
Voller schöner Eindrücke und einer guten Portion Wehmut erreichen wir das Tor und reihen uns in die Schlange der Wartenden ein. Nach der obligatorischen Frage nach mitgeführten Drohnen dürfen wir den Park verlassen und das Mushara Bush Camp ansteuern, das wir mit dem Untergang der Sonne erreichen. Hier genießen wir wieder ein sehr leckeres Abendessen in schöner Atmosphäre und ziehen uns dann in unser Zelt zurück, in dem nun ausdauernd Geschichten vorgelesen werden. Und so bricht unsere vorletzte Nacht auf afrikanischem Boden an: Solche Momente sind immer höchst ambivalent - einerseits erinnert man sich voller Dankbarkeit und Glück an das, was hinter einem liegt, andererseits ist die Endlichkeit der Reise langsam eine kaum mehr zu verdrängende Tatsache.
H.BadgerThemenstarter1'825 Beiträge · seit 201611. Okt. 2017 ·
@ Bele
Vielen Dank für das Fotolob! Bei den tollen Vögeln, die du auf eurer letzten Tour vor die Linse bekommen hast, musst du aber wirklich nicht auf den Sekretär neidisch sein. 😁
H.BadgerThemenstarter1'825 Beiträge · seit 201611. Okt. 2017 ·
13..08.2017
Im Laufe des vergangenen Abends macht mir meine Frau noch ein schönes Geschenk: Ich darf noch einmal zu einer frühen Morgenpirsch in den Etosha aufbrechen, während sie mit den Kindern im Camp bleiben möchte. Dieses liebe Angebot nehme ich natürlich nur allzu gern an und so geht es für mich zum Sonnenaufgang des 13.08. noch einmal allein zurück zum Tor, während meine Frau und die Mädchen noch etwas schlafen und sich für die lange gemeinsame Fahrstrecke wappnen, die heute noch auf uns zukommen wird. Nach dem Aufstehen spielt meine Familie also im Camp, frühstückt gemütlich und packt liebenswürdigerweise auch bereits unsere Sachen zusammen. Und ich darf heute noch einmal Etosha genießen. Wie ist die Freude groß! 🙂
Auf der langen Strecke zwischen Tor und Namutoni entdecke ich in den Baumwipfeln plötzlich einige Pelikane. Diese Vögel hätte ich zu dieser Jahreszeit hier nicht erwartet und so bin ich von der Sichtung sehr überrascht. Wovon sich die Tiere derzeit ernähren, bleibt mir schleierhaft. Ob irgendwo in den Pfannen noch Wasser steht?
Ein kurzer Stopp an Klein Namutoni bleibt leider sichtungslos und so versuche ich bei Chudop noch einmal mein Glück. Und tatsächlich: Auch heute bleibt der Park mir die beinahe tägliche Dosis Löwen nicht schuldig. 🙂 Zwei Kater liegen unweit des Parkareals und werfen sich und ihrem Umfeld müde Blicke zu - mehr Aktivität ist leider nicht zu vermelden. Mehr Bewegung zeigt ein Waffenkiebitz, der nah am Auto seine Runden dreht.
Lange bleibe ich bei den beiden Katern und genieße ihre Nähe - es werden schließlich für einige Zeit die letzten freilebenden Löwen sein, die mein Auge erblicken wird. Irgendwann reiße ich mich los - ich will schließlich nicht zu spät zurück ins Camp kommen und muss auch noch meinen Tageseintritt in Namutoni bezahlen.
Auf dem Weg dorthin begegnet mir eine Abschieds-Gabelracke.
Außerdem beobachte ich ein Rangerteam dabei, wie es eine Enthornungsaktion eines Spitzmaulnashorns durchführt. Die Tiere werden im Busch von einem Helikopter aus lokalisiert und betäubt. Schließlich fahren Jeeps zum Ort des Geschehens und das Enthornen beginnt. Schade, dass so etwas in der heutigen Zeit nötig zu sein scheint.
Bald darauf verlasse ich Etosha endgültig und bin bei allem Abschiedsweh sehr glücklich. Was für tolle Tage durften wir hier doch erleben! 😁
Ich fahre zurück zum Bushcamp und treffe meine Famlie an der Lapa. Sie haben mir etwas vom Frühstück abgezwackt und so kann ich auch noch schnell meinen Hunger stillen. Nachdem wir noch etwas mit dem Ball herumgetobt sind, machen wir uns ans Bepacken des Busses und verabschieden uns wenig später vom Mushara Bushcamp, das wir als eine der schönsten Unterkünfte der Reise empfunden haben. Für uns heißt es wahrscheinlich: Einmal Mushara - immer Mushara.
Die heutige Nacht verbringen wir im Omatozu Safari Camp. Bis dorthin gilt es rund 400 Kilometer auf der Teerstraße hinter uns zu bringen. Die Fahrt verläuft - gesäumt von einigen Warzenschweinen, Pavianen und Geschwindigkeitskontrollstellen - ereignislos und so erreichen wir am späteren Nachmittag schließlich Omatozu.
Kurz vor dem Tor sehen wir dann unseren ersten Karakal - eine Sichtung, die uns traurig stimmt.
Das Omatozu Camp liegt inmitten der typischen Buschlandschaft, weit ab von der Straße.
Es besteht nur aus vier Safarizelten - die rustikal eingerichtet sind und über eine gut ausgestattetes Bad verfügen - und einem kleinen Campground.
Die Besitzer und die Angestellten sind allesamt total nett und heißen uns herzlich willkommen. Wir genießen die Intimität dieser kleinen Herberge sehr. Man kann auf dem Farmgelände gegen Gebühr eine Rundfahrt im eigenen Auto machen (worauf wir heute verzichten - wir saßen lange genug im Wagen...) oder auf ausgeschilderten Wanderwegen das Areal erkunden. Wir beschließen einen kleineren Abschnitt eines der Wege gemeinsam mit den Kindern zu laufen und genießen die Stille und die schöne Abendsonne. Unsere Töchter suchen nach Tierspuren und sind begeistert von der Größe eines Giraffenhufs. Auch entdecken sie einen Termitenhügel und sammeln einige Stachelschweinstacheln ein - ein schönes Souvenir. Ein wirklich schöner Spaziergang und ruhiger Ausklang einer ereignisreichen Reise.
Das Abendessen wird in einem kleinen halboffenen Speisezimmer eingenommen. Auch hier finden wir die Übersichtlichkeit der Herberge sehr wohltuend. Das Essen ist sehr schmackhaft - sowohl das servierte Rindersteak als auch die Vor- und Nachspeisen wissen zu überzeugen. Nachdem wir uns ins Zelt zurückgezogen haben, bringen wir die Kinder ins Bett und sortieren im Anschluss unsere Sachen für die am nächsten Tag anstehende Rückreise. Die Fotoausrüstung wird verstaut - ein sicheres Indiz dafür, dass Afrika 2017 für uns bald ein Ende haben wird.
14.08.2017
Nach einem guten Frühstück geht es auch schon wieder auf die Straße. Am frühen Nachmittag hebt unser SAA-Flug gen Johannesburg ab und es sind noch ein paar Kilometer zu absolvieren. Einen kleinen Zwischenhalt machen wir in Okahandja und besuchen dort erstmals den Holzschnitzermarkt, der uns aber mit seiner Basaratmosphäre völlig überfordert. Es wird wohl auch unser letzter Besuch gewesen sein...
Danach geht es schnurstracks zum Flughafen. Dort wird unser treuer Wagen abgegeben und das Gepäck nach ewigem Schlangestehen (irgendwann werden wir als Familie nach vorne gebeten) abgegeben.
Die Flüge und der kurze Zwischenstopp in Johannesburg verlaufen glücklicherweise ereignislos und so landen wir am Morgen des 14.08. gesund und munter in Frankfurt und treten die Heimreise an - ziemlich erschöpft und richtig glücklich mit der hinter uns liegenden Tour. Auch nach dem neunten Mal hat uns das Virus nicht losgelassen - im Gegenteil, die Entzugserscheinungen sind schon jetzt - bei Beendigung dieses Berichts - wieder sehr spürbar. Und auch die Kinder gucken immer wieder gern die Fotos an und spielen mit Schleich-Oryx und Co Safari.
Und so werden wir - wenn alles gut geht - das südliche Afrika auch in absehbarer Zeit wiedersehen: Nachdem wir den nächsten Sommerurlaub zwar afrikafremdgehen wollen und Sri Lanka bereisen, planen wir bereits unser zehntes Afrika-Reisejubiläum im Herbst 2018 im Kruger zu verbringen - zwei Wochen ganz gemütlich und intensiv. Mal sehen, was draus wird.
Ich bedanke mich an dieser Stelle schon einmal für euer Interesse an meinen Schilderungen und Bebilderungen. Auch und vor allem für die vielen schönen Kommentare und natürlich auch das Drücken des Buttons. Ich habe mich immer darüber gefreut, ein Feedback zu erhalten. Und jetzt freue ich mich aber auch darauf, das Lager zu wechseln und selbst wieder vermehrt euren Berichten folgen zu können.
Applegreen1'796 Beiträge · seit 201411. Okt. 2017 ·
Lieber Sascha und Badger-Damen,
meinen ganz herzlichen Dank für diesen wunderbar geschriebenen und bebilderten Reisebericht 🙂
Die Sichtungsfee war Euch auch diesmal wieder mehr als hold gestimmt - Ihr könnt Sie uns ja vielleicht für unsere nächste Tour im Februar ausleihen - wir behandeln sie auch wirklich gut 😛
Ich habe Euch sehr gerne wieder auf Eurer Reise begleitet. Besonders gefällt mir, wie Ihr Eure Liebe zu Afrika und der Natur Euren Mädels auf eine sehr entspannte und einfühlsame Art weitergebt. Ihr schafft es ganz offensichtlich eine gute Balance zwischen den Bedürfnissen der Eltern und Kinder zu halten.
Auf jeden Fall beneide ich Euch (im positiven Sinne) um diese Art des Reisens mit Euren Mädels - wir haben es mit unserem Sohn leider erst wieder auf diesen schönen Kontinent geschafft, als er schon erwachsen war.
Ich wünsche Euch eine wunderbare Reise nach Sri Lanka und im nächsten Herbst in den Kruger. Dann werden wir hoffentlich wieder einen Reisebericht von Euch zu lesen bekommen!
Bis dahin wünsche ich Euch alles Gute und eine tolle Zeit!