Reisebericht

Vom KTP bis zum Etosha NP 2017 - the lion's share

von H.Badger · begonnen 17. Aug. 2017 · 39 Teile

Teil 117. Aug. 2017
Liebe Forengemeinde,

mit tonnenweise Fotos und Erinnerungen an wunderschöne Erlebnisse mit Mensch, Tier und Landschaft sind wir kürzlich von unserer nunmehr neunten Reise ins südlich der Sahara gelegene Afrika zurückgekehrt.
Damit der Alltag nicht gleich wieder vollends von uns Besitz ergreift, werden jetzt allabendlich fließig Bilder aussortiert und nach und nach wird an dieser Stelle wieder ein kleiner Bericht über unsere Reise entstehen - als Ort der Erinnerung und des erneuten Nacherlebens für uns. Aber natürlich freuen wir uns auch nicht zu knapp über das Interesse des ein oder anderen aus eurem Kreise... 😉

In diesem Jahr waren wir gute drei Wochen schwerpunktmäßig wieder in Namibia unterwegs, nachdem die letzten Jahre einen klaren Südafrikafokus hatten. Wir, das sind übrigens meine Frau und ich mitsamt unseren zwei Töchtern, die aktuell fünf und zwei Jahre alt sind und schon ein wenig Safarierfahrung mitbringen.
Endlich haben wir einmal wieder den Etosha Nationalpark besucht, der ein Highlight unserer allerersten Afrikareise gewesen ist, dem wir aber zuletzt 2013 einen Besuch abgestattet haben. Erstmals sollte in diesem Jahr auch der Westteil des Parks von uns besucht werden. Der zweite Schwerpunkt der Reise war der KTP, den wir im letzten Frühjahr kennen- und lieben gelernt hatten und den wir nun in einer ganz anderen Jahreszeit und Stimmung erleben wollten.
Als fahrbaren Untersatz hatten wir einmal mehr einen Kleinbus gebucht - dieses Jahr war es ein Toyota Quantum -, um den Kindern bei längeren Sitzzeiten an Wasserlöchern etc. ein wenig Auslauf- und Spielfläche bieten zu können. Auch das hat wieder gut funktioniert - auch wenn der Quantum das ein oder andere Mal an seine Grenzen geführt worden ist... Aber dazu später mehr.

Wie eigentlich immer, wenn wir nach Afrika reisen, so hatte auch dieser Trip wieder einen klaren Fokus auf Wildtierbeobachtung und wir haben, wie oben bereits angedeutet, einen großen Teil der Tage in zwei Nationalparks verbracht.

Der genaue Ablauf gestaltete sich dabei wie folgt:
25.07. Ankunft in Upington
26.07. und 27.07. Kgalagadi Transfrontier Park: Twee Rivieren
28.07. und 29.07. KTP: Nossob
30.07. und 31.07. KTP: Mata Mata
01.08. Mesosaurus Fossil Camp
02.08. Bastion Farmyard B&B Mariental
03.08. Immanuel Wilderness Lodge
04.08. Omaruru Game Lodge
05.08. Oppi Koppi Restcamp Kamanjab
06.08. Etosha: Dolomite
07.08. und 08.08. Etosha: Okaukuejo
09.08. und 10.08. Etosha: Halali
11.08. und 12.08. Etosha: Mushara Bush Camp
13.08. Omatozu Safari Camp

Spätestens morgen geht die Reise dann an dieser Stelle auch mit ersten Fotos los.
Wir freuen uns über viele interessierte MitfahrerInnen!

Liebe Grüße
Sascha und die restlichen drei Badgers

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Teil 218. Aug. 2017
25.07.2017

Die Anreise verläuft zum Glück unspektakulär - lang und anstrengend ist sie trotzdem. Die Kinder fliegen zum Glück nach wie vor gern - das Entertainmentprogramm an Bord tut sein Übriges. Der Service auf dem SAA-Flug nach Johannesburg ist sehr aufmerksam und an Schlaf ist glücklicherweise auch zu denken.
In Johannesburg haben wir einen kurzen Aufenthalt, der uns ein gemütliches Frühstück und ein ruhiges Ankommen auf afrikanischem Boden ermöglicht.
Dann geht es mit Airlink weiter gen Upington. Auch dieser kurze Flug verläuft planmäßig. Mit schönen Blicken über die unter uns liegende Trockenheit gleiten wir dahin und erreichen bald unser Ziel.

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Am Flughafen übernehmen wir unseren Toyota Quantum - nachdem wir im letzten Jahr mit einen VW-Bus unterwegs und damit auch sehr zufrieden waren, erstaunt uns die Größe unseres aktuellen Gefährts dann doch. Mit einem Mittelgang ausgestattet verspricht der Kleinbus maximale Bewegungsfreiheit im hinteren Bereich. Das erscheint uns für die Kinder als ideal. Auch die Sitzhöhe ist so gestaltet, dass die Kinder gut herausschauen werden können. Fahrer und Beifahrer sitzen aber so weit auseinander, dass wir schon jetzt ahnen, dass wir auf dem vor uns liegenden Wellblechpisten wohl nur mit stark erhobener Stimme Unterhaltungen werden führen können.

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Das Auto ist in einem guten Zustand. Wir lassen uns kurz erklären, wo sich das Reserverad befindet und wie man es aus seiner Halterung lösen kann - man lernt schließlich aus Fehlern vergangener Reisen. Leider prüfen wir das Pannenwerkzeug nur oberflächlich...
Dann der erste kleine Schreck: Es wurde nur ein Kindersitz geliefert, bestellt waren natürlich zwei, aber das System hat auf dem Weg von Europa nach Afrika wohl einen unterschlagen. Das passiert anscheinend öfter. Am Standort Upington ist dann leider auch kein zweiter vorhanden. Man verspricht uns mit afrikanischer Gelassenheit aber, dass bis zum nächsten Morgen Abhilfe geschaffen und ein Sitz aus Kimberley herangeschafft sein wird. Der arme Fahrer...
Dann folgt das jedes Jahr wieder lästige Ritual des Einbauens des vorhandenen Sitzes. Wieder kann uns aus versicherungstechnischen Gründen niemand mit Rat und Tat zur Seite stehen und wieder rätseln wir vor uns hin - denn leider ist die auf dem Sitz befindliche Einbauanleitung an entscheidenden Stellen abgerissen... Nach einigem Hin und Her haben wir eine befriedigende Lösung gefunden, die zwar dem europäischen Sicherheitsdenken nur schwerlich genügt, aber ihren Dienst trotzdem tun muss.
Unsere kleine Tochter bezieht den Sitz, unsere Große müssen wir mangels Alternativen einfach so anschnallen - bis nach Upington ist es ja zum Glück nicht sehr weit.

Wir fahren zu unserer Unterkunft, die wir im Rahmen unserer ersten KTP-Reise bereits bewohnt haben: Le Must River Residence. Die direkte Lage am Orange River hat uns schon im letzten Jahr sehr gut gefallen. Außerdem verfügt das Haus über einen sehr schönen Garten direkt am Fluss und geräumige und gepflegte Zimmer. Ein rundum schöner Ort, um anzukommen also.

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Wir machen eine Pause im Garten und lassen den Kindern Zeit, um ihrem Bewegungsdrang nachzugehen, der in den letzten Stunden schließlich arg eingeschränkt wurde.

Anschließend fahren wir zur Kalahari Mall, um uns für die Selbstversorgertage im KTP mit allen nötigen Dingen einzudecken. Nach einem zügigen Großeinkauf im Superspar, erwerben wir noch ein Spotlight zur Wildbeobachtung, das uns auch als leistungsstarke Taschenlampe gute Dienste erweisen wird und essen als Tagesausklang wie im letzten Jahr bei Ocean Basket, während die Kinder auf mechanischen Pferden in der Halle der Mall herumreiten.

Erledigt von der langen Anreise und den Vorbereitungen des heutigen Tages fallen wir nach unserer Rückkehr in unsere Herberge bald in die Betten.
Teil 318. Aug. 2017
26.07.2017

Nach dem Aufstehen stellen wir fest, dass der fehlende Kindersitz bereits geliefert worden ist. Uns fällt ein Stein vom Herzen, denn heute wollen wir schließlich Upington in Richtung KTP verlassen. Und die vor uns liegende lange Transferstrecke sollte unsere Große doch in einem Kindersitz hinter sich bringen...

So früh am Morgen liegt der Oranje malerisch im Nebel.

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Nach einem gemütlichen und sehr guten Frühstück (auch dies ein Grund, aus dem wir wieder hier Quartier bezogen haben), baue ich den neuen Sitz erfreulich zügig ein. Auch unser Gepäck ist durch das große Platzangebot des Quantums schnell verstaut. Es kann also los gehen!

Auf geteerter Straße geht es rund 250 Kilometer gen Norden. Wir kommen gut voran und sehen - ganz anders als im Vorjahr - leider recht regelmäßig überfahrene Tiere am Straßenrand liegen: afrikanische Wildkatzen, Kapfüchse und vor allem Löffelhunde. Das sind traurige Anblicke.

In Askham machen wir einen kurzen Tankstopp und erreichen mittags Twee Rivieren.

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Die Einreiseformalitäten an den verschiedenen Schaltern gehen schnell vor Statten und bald sind wir wieder stolze Wildcard-Besitzer. Denn die Tageseintritte für die Woche, die wir im Park wohnen werden, wären in Summe für unsere Familie höher als der Jahresbeitrag für die Wildcard.

Wir beziehen das Chalet Nr. 25. Es liegt ganz am Rand des Camps und damit sehr ruhig. Das gefällt uns. Außerdem ist es für sechs Personen ausgelegt und bietet uns neben einem Aufenthaltsraum mit voll ausgestatteter Küche und Esstisch noch zwei abgeschlossene Schlafzimmer (mit den obligatorischen Fledermausmitbewohnern...). Richtig viel Platz also zum Herumtollen für die Kleinen.

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Nach einer kurzen Rast beschließen wir, einen Nachmittagsgamedrive zu machen und fahren voller Vorfreude in den Park. Was uns wohl als erstes begegnen wird? Wir tippen auf Springböcke oder Oryx und behalten recht.

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Wir entscheiden uns für eine Tour ins Auob-Tal, da die dortigen Wasserlöcher besser im Nachmittags- und Abendlicht liegen als die Wasserstellen im Nossob-Tal.
Nach der wie gewohnt sichtungsfreien Fahrt über die Dünenstraße erreichen wir das Flusstal und erblicken gleich unter einem der ersten Bäume einen faul vor sich hindösenden Löwenkater. Verschlafen heißt uns seine Majestät in seinem Königreich willkommen. Ein schöner Auftakt!

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Da wir hier in der nächsten Zeit nich viel Aktivität erwarten können, fahren wir weiter und statten den verschiedenen Wasserstellen bis Auchterlonie einen Besuch ab. Es zeigen sich uns viele Springböcke, Oryx und einige Kuhantilopen und Riesentrappen. Das Licht ist erstaunlich harsch, was das Fotographieren nicht gerade erleichtert.

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Dem Blick einer Oryx folgend können wir am gegenüberliegenden Ufer ein Stachelschwein ausmachen, das sich aber schnell zurückzieht. Das ist für uns eine Erstsichtung, über die wir uns sehr freuen. Und dann auch noch bei Tageslicht!

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(Man könnte es leicht für einen Busch halten...)

Im schöner werdenden Licht des späten Nachmittags fahren wir zurück. Unser Löwe liegt noch immer unverändert an Ort und Stelle, der Schatten ist aber gewandert und er ist nun deutlich fotogener.

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Kurz vor Twee Rivieren entdecken wir in einem großen Baum zum Abschluss unserer ersten Ausfahrt noch einen Milchuhu, den wir bis zum Toresschluss beobachten.

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Wir beschließen heute im Restaurant des Camps zu essen. Eine gute Wahl, denn die Kinder verspeisen mit großen Appetit ihre Schnitzel und das von uns georderte Oryxfilet und der Gemüseteller sind sehr schmackhaft.

Unter dem unwahrscheinlich schönen Sternenhimmel Afrikas spazieren wir zurück zu unserer Hütte. Für die Kinder eine abenteuerliche Nachtwanderung mit Stirnlampen.
Während eine Fledermaus traditionell über unseren Köpfen ihre Bahnen zieht, schlafen wir ein.
KTP - wir sind wieder da.
Teil 421. Aug. 2017
27.07.2017

Gemeinsam brechen wir in der Frühe zu einer Ausfahrt ins Nossob-Tal auf. Es ist noch richtig frisch draußen - in unserer Hütte war es dank dicker Decken und Klimaanlage (Twee Rivieren hat als einziges Camp 24h lang Strom) dagegen schön warm.
Mit der bereits weitestgehend aufgegangenen Sonne steigen wir ins Auto. Das Gate öffnet um 7.30 Uhr, erst im August wird die Öffnung auf 7 Uhr vorverlegt. Das hat zur Folge, dass es bereits vollständig hell ist, als wir das Camp verlassen können.
Als erstes statten wir dem Milchuhubaum vom Vorabend einen Besuch ab, der nur wenige Meter hinter der Campausfahrt direkt an der Wasserstelle steht. Der Vogel ist zuhause und blickt uns unter müden rosa Augenlidern an.

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Die weitere Fahrt gen Norden verläuft dann eher ruhig.
Als kleinen (im wahrsten Sinne des Wortes) Höhepunkt entdecken wir eine Elefantenspitzmaus beim morgendlichen Sonnenbad. Es ist für uns das erste Mal, dass wir ein solches Tier entdecken und fotographieren können. Entsprechend ist die Freude groß.

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Die weitere Fahrt führt uns unter anderem vorbei an Borstenhörnchen, Springböcken, Oryx und einigen Schakalen, von denen einer gerade mit seinem Frühstück beschäftigt ist und sichtlich große Mühe hat, das fette Nagetier zu verschlingen, was interessante Beobachtungen ermöglicht.

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(hier sind wir uns unsicher, was wir fotographiert haben)

Am späten Vormittag sind wir zurück in Twee Rivieren und machen eine Mittagsrast.
Teil 521. Aug. 2017
Weil ich lange Pausen in Nationalparkcamps nicht gut aushalten kann, darf ich gegen Mittag zu einer kurzen Fahrt allein aufbrechen. Der Rest der Familie ruht sich noch ein wenig in der Hütte aus und macht dann das Camp unsicher.
Ich fahre nur wenige Kilometer aus dem Camp heraus und entdecke bald auf dem Dünenkamm und damit natürlich in recht weiter Entfernung einen Erdmännchenclan. Ich bleibe stehen und beobachte lange mit dem Fernglas. Erdmännchen zu entdecken, war schließlich einer der zentralen Wünsche für diese Reise, da die Tierchen sich (wegen der großen Hitze) bei unserem letzten Aufenthalt im KTP absolut rar gemacht hatten.

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Bald fahre ich zurück und sammele den Rest der Familie ein.
Nach einer Stippvisite beim noch immer müden Milchuhu versuchen wir die Erdmännchen wiederzufinden, was uns aber leider nicht gelingen will. Am Wasserloch Samevloeiing fotographieren wir noch einen Habicht. Ansonsten herrscht hier Leere.

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Also fahren wir ins Auobtal und versuchen dort unser Glück für diesen Nachmittag.
Und was soll ich sagen - schon bald treffen wir auch dort auf Erdmännchen. Dieses Mal jedoch sogar nah an der Straße und emsig mit der Nahrungssuche beschäftigt. Es freut mich, dass nun auch die anderen Famlienmitglieder in den Genuss der quirligen Gesellen kommen. Lange lassen uns die Tiere an ihrem Alltagsgeschäft teilhaben, bis sie schließlich unter unserem Auto hinweg die Straße queren und im dichten Gebüsch unsichtbar werden. Über diese Sichtung freuen wir uns sehr, deshalb folgen jetzt auch einige Bilder...

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Die weitere Fahrt führt uns vorbei an den typischeren Flussbettbewohnern. Für einige rastende Strauße und später für Artgenossen im schönen Abendlicht wird noch einmal die Kamera gezückt. Auch einen Kudubullen entdecken wir das erste Mal im KTP.

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Den Abend lassen wir wiederum im Restaurant des Camps ausklingen. Die Kinder bleiben beim bewährten Schnitzel und die Erwachsenen lassen sich von Elandsteak und Cordon Bleu verwöhnen. Es ist erstaunlich, wie sehr uns die Küche in diesem staatlichen Restcamp (vor allem auch, wenn man sie mit Etoshas Küchen vergleicht...) überzeugt.

Durch die sternenklare Nacht geht es im Schein der Taschenlampen zurück zu unserer Hütte, wo wir bereits unsere Sachen zusammenpacken, schließlich wollen wir morgen mit Gateöffnung zu der langen und in unserer Erinnerung durchaus beschwerlichen Fahrt nach Nossob aufbrechen.
Teil 622. Aug. 2017
28.07.20117

Es gelingt uns ein recht früher Aufbruch. Bereits bevor die Kinder erwachen, haben wir ein Frühstück für unterwegs bereitet und den Großteil des Gepäcks im Bus verstaut. Und so durchfahren wir um 8 Uhr das Gate und verlassen Twee Rivieren. Als wir im letzten Frühjahr die gleiche Strecke gefahren sind, haben wir sie als durchaus anstrengend empfunden: Sie ist ersteinmal einfach ziemlich lang und dazu noch im weiter nördlichen Nossobtal von bescheidener Straßenqualität (Wellblech!). Die Herausforderung teilweise tiefer Pfützen wird sich in diesem Jahr aber sicher nicht stellen. Tiersichtungen hatten wir damals keine nennenswerten. Daher sind wir gespannt, was uns in diesem Jahr auf dieser Strecke erwarten wird...
Schon wenige Kilometer hinter dem Wasserloch Samevloeiing wird der "keine-Sichtungs-Bann" durchbrochen. Meine Frau erspäht mit Adleraugen Bewegungen im Gras und wir machen zwei Löffelhunde aus, die wir lange im Morgenlicht beobachten, bevor wir die Fahrt fortsetzen. Dabei lässt sich aber nur ein Teil des Pärchens von uns ablichten, der andere ist stets im hohen Gras oder hinter Gebüsch eher zu erahnen.

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Die Wasserstellen an der Straße sind meist verwaist. Einzig einen Lannerfalken können wir ein wenig bei erfolglosen Jagdversuchen beobachten.

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Dafür sehen wir aber zwischendurch immer wieder verschiedene Tiere in der Nähe unserer Fahrbahn.
Den Anfang machen einige Erdmännchen, die in einiger Distanz ihrer Nahrungssuche nachgehen. Kurz darauf erfreuen wir uns an zwei Schakalen, die sich recht fotogen in Szene setzen.

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Als nächster kleiner Höhepunkt dieser bisher sehr schönen Fahrt begegnen wir einer Oryxherde, was an sich nicht wirklich spektakulär ist. Zwei Bullen jedoch liefern sich einen beeindruckenden Kampf: Sie schieben sich mit ihrer ganzen Kraft durch ihre Arena, verkeilen sich mit ihren langen Hörnern ineinander und wirbeln dabei viel Staub auf. Ihr heftiges Schnauben und das Knallen der Hörner beim Aufprall sorgt für eine passende akustische Untermalung dieses beeindruckenden Kräftemessens.

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Etwas weiter nördlich stehen zwei Autos am Straßenrand, was im KTP bereits auf eine "besondere" Sichtung hindeuten kann. Und tatsächlich liegt direkt neben der Pad ein vollgefressener Löwenkater im Schatten eines Baumes. Im Gebüsch ist noch die vordere Hälfte einer Oryx zur erkennen. Zuerst präsentiert er uns nur seine flache Rückseite. Da wir einige Geduld mitbringen, haben wir Glück und seine Majestät lässt sich dazu herab, uns einiger Blicke zu würdigen.

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Am Wasserloch Kij Kij ist dann eine Menge los. Ein Treffen verschiedener Antilopenarten findet statt. Besonders freuen wir uns über den anwesenden imposanten Elandbullen.

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Teil 722. Aug. 2017
Am Picknickplatz Dikbaardskolk machen wir eine kleine Rast und beobachten die dort ansässige Mäusegesellschaft.

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Dann ist erst einmal Schluss mit Tierbeobachtung. Das Gras wird deutlich höher, die Straße enger und hohlwegartiger. Trotz unserer durch den Quantum bedingten Höhe, haben wir nicht mehr ständig freie Sicht. Außerdem wird der Zustand der Straße deutlich schlechter. Fieses Wellblech wechselt sich mit Tiefsandpassagen ab, über die wir eher gleiten als fahren und auf denen wir keinesfalls zum Stehen kommen möchten... Daher bindet hier das Fahren einen großen Teil unserer Kraft und Aufmerksamkeit und wir beginnen außerhalb der Wasserstellen (die jedoch auch wegen der herrschenden Mittagszeit recht einsam sind) erst wieder mit der Suche nach Tieren, als wir uns dem Nossob Camp nähern.
Kurz vor dem Camp entdecken wir dann auch im hier sehr breiten und offenen Flussbett insgesamt sieben (!) Löffelhunde, die auf Nahrungssuche ihrer Wege ziehen.

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Zufrieden und erschöpft erreichen wir das Camp, das uns im letzten Jahr durch die Hitze und die fehlende Möglichkeit der Klimatisierung einiges abverlangt hatte.

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Wir beziehen das Häuschen 10A, das direkt am Wasserloch liegt und viel großzügiger ist, als der Reihenhausteil aus dem letzten Jahr. Es gibt eine große Küche und zwei abgeschlossene Schlafzimmer und (Trommelwirbel!) eine Klimaanlage. Das ist allein psychisch schon sehr entspannend.

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Wir werfen einen kurzen Blick auf das verwaiste Wasserloch und beobachten vom Campzaun aus zwei weitere Löffelhunde, die aber recht fotoscheu sind und ihr Gesicht gern hinter Gras verstecken...

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Die neuen Riverfrontchalets sind fast fertig. Sie werden die Unterkunftskapazität des Camps stark erhöhen und den verschlafenen Charakter Nossobs bestimmt etwas verändern. Obwohl die Häuser sehr schön sind, finden wir das schade.

Nach einer längeren Spiel- und Camperkundungspause mit Rotbauchwürgerbeobachtung fahren wir auf eine kurze Nachmittagsausfahrt nach Norden.
Dabei sehen wir als erneuten Höhepunkt einige weitere Löffelhunde. Erstaunlich, wie viele dieser Kerle heute hier unterwegs sind...

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(Bestimmungshilfe ist willkommen...)
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Nach unserer Rückkehr lassen wir den Tag am Wasserloch des Camps ausklingen und beobachten dabei Schakale, einen Gaukler und einen jungen Kudubullen.

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Danach machen wir ein Lagerfeuer an unserem Häuschen und essen zu Abend. Als die Kinder im Bett sind, gehen wir abwechselnd zur nun beleuteten Wasserstelle. Es zeigen sich erneut Schabrackenschakale und später (und leider allesamt nicht im Lichtkegel der Wasserlochbeleuchtung) eine Wildkatze, ein Springhase und zwei Löwen, die immer wieder brüllend durch das Flusstal ziehen, aber leider wohl keinen Durst haben.

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Kaum sind auch wir Erwachsenen im Bett und freuen uns darüber, dass wir vor der Abschaltung des Stroms unser Schlafzimmer dank der Klimaanlage etwas aufheizen konnten, wird unsere kleine Tochter unruhig und übergibt sich. Wir versorgen sie und sind besorgt. Trotz unserer gut ausgestatteten Reiseapotheke können wir in der Abgeschiedenheit des KTP gut und gerne auf eine Erkrankung unserer Kinder verzichten... Wir hoffen, dass sie nur das Abendessen nicht vertragen hat und verbringen eine unruhige Nacht...
Teil 824. Aug. 2017
29.07.2017

Die Nacht ist nach dem anfänglichen Aufreger zwar etwas kurz, verläuft aber zum Glück ruhig. Wir sind noch einmal mit dem Schrecken davongekommen - es handelt sich um keinen Infekt.
Morgens ist die Kleine aber doch noch sehr matschig - meine Frau entscheidet sich daher, mit ihr im Camp zu bleiben und gemeinsam mit unserer Großen breche ich zu einer kurzen Runde am frühen Morgen auf.
Nach einem Blick auf das verlassene Wasserloch des Camps steigen wir in unseren Bus und verlassen Nossob gen Süden - wir wollen einfach nur die Runde um das Wasserloch Marie se draii fahren.
Bis dahin kommen wir aber gar nicht, denn nur wenige Kilometer vom Camp entfernt, sehen wir bereits drei Autos stehen. Was die wohl beobachten?
Als wir näherkommen, können wir im hohen Gras in einiger Entfernung vier Geparden ausmachen, die wild miteinander spielen. Wir beobachten ganz gespannt. Aus fotografischer Sicht findet das Ganze in absolutem Gegenlicht statt - die Bedingungen könnten kaum schwieriger sein. Daher entstehen auch keine wirklich überzeugenden Bilder, die die Stimmung dieser Szenerie treffend einfangen. Erst als die Sonne etwas höher steigt, sind mehr als verschwommene Schattenrisse zu erkennen.
Die Katzen sind total übermütig. Immer wieder jagen sie einander und springen sich gegenseitig auf den Rücken. Es ist ein Gewühl von schlagenden Tatzen und peitschenden Schwänzen. Interessiert beobachtet ein Schakal das Geschehen. Als die Brüder ihn bemerken, kommt es zu einer kurzen Jadgszene: Einer der Geparden nimmt den Schakal ins Visier und stürmt los.
Der Schakal seinerseits prescht los und es kommt zu einer kurzen intensiven Verfolgungsjagd, die der Gepard nach einigen hundert Metern aber abbricht.

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Nach langer Beobachtungszeit ziehen sich die vier endgültig ins hohe Gras des Flussbetts zurück und werden nach kurzer Zeit unsichtbar. Wir fahren zufrieden zurück und erzählen von unseren Erlebnissen. Ich bin ganz froh, als wir dabei von einem quietschfidelen kleinen Mädchen empfangen werden, das die Strapazen der letzten Nacht hinter sich gelassen hat.

Nach einem kurzen und einfachen Frühstück in der Hütte - meist belassen wir es bei ein wenig Toastbrot und Cornflakes - versuchen wir, die Geparden gemeinsam erneut zu entdecken.
Am alten Ort werden wir nicht fündig, aber kurz nach der Abzweigung nach Marie se draii sehen wir die Katzen tatsächlich wieder. Insgesamt sind es fünf Geparde - eine Mutter mit vier schon ziemlich großen Jungtieren. Sie ziehen gemeinsam zielstrebig weit entfernt im Flusstal umher und wir begleiten sie für eine ganze Weile, bis sie sich schließlich gemeinsam um einen abgestorbenen Baum im Schatten gruppieren und kaum mehr zu sehen sind. Wir glauben, dass die Gepardenfamilie so erst einmal verbleiben wird und beschließen, am Nachmittag noch einmal wiederzukommen.

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Wir rasten und spielen dann für einige Zeit im Camp. Die Kinder genießen es, sich auszutoben und im Sand des Camps großflächige Zeichnungen anzulegen. Solche Ruhepausen sind elementar. Im Shop versorgen wir uns mit dem Nötigsten, mehr gibt das Sortiment auch nicht her.

Nach einem Blick auf das Sichtungsbrett entscheiden wir uns für den früheren Nachmittag einen Abstecher nach Norden zu machen.

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Diese Fahrt wird uns lange in Erinnerung bleiben, auch wenn wir gar nicht weit kommen werden.
Bereits einige Kilometer hinter dem Tor des Camps kommt uns mit hoher Geschwindigkeit ein Auto mit schlingerndem Trailer auf der sehr engen Fahrbahn entgegen. Dummerweise befinden wir uns gerade auf einem tiefsandigen Straßenabschnitt, auf dem ich eigentlich nicht zu langsam fahren möchte. Es bleiben jetzt aber nur Sekunden, um eine Wahl zu treffen. Entweder ich bleibe stehen und lasse den Entgegenkommenden vorbei, oder wir fahren auf ihn zu und riskieren, dass uns der immer wieder ausbrechende Anhänger erwischt. Ich entscheide mich für ersteres und bringe unser Auto in sicherem Abstand zum Stehen. Der Andere reduziert seine Geschwindigkeit nicht und fährt Dank winkend flott an uns vorbei.
Als ich weiterfahren will, passiert genau das, was wir befürchtet haben. Trotz reduzierten Reifendrucks mag sich unser heckangetriebener Quantum nicht mehr vom Fleck bewegen. Einige aus fehlender Erfahrung geborene Lenk- und Rangierversuche verschlimmern die Ausgangslage noch weiter. Wir stecken als fest.
Schnell beruhigen wir uns damit, dass wir genug zu essen und zu trinken für uns vier an Bord haben und versuchen, auch für die Kinder, ganz ruhig zu bleiben. Diese jedoch finden nichts Schlimmes an der Situation und beschäftigen sich mit Tiptoi und Co.
Nach einiger Zeit des Wartens kommt ein Auto an uns vorbei. Nach kurzem Austausch versprechen die Insassen uns, im Camp Bescheid zu sagen, damit jemand kommt, der uns aus unserer Lage befreien kann.
Dann ist wieder warten angesagt. Zum Glück ist Nossob nur wenige Kilometer entfernt.
Nach einiger Zeit kommt unser Helferauto zurück und teilt uns mit, dass derzeit alle in Frage kommenden Wagen der Ranger im Einsatz seien und wir uns noch gedulden müssten. Schade, aber so ist das nunmal - wir üben uns in Geduld.
Nach weiteren gut dreißig Minuten kommt dann aber doch schon die Erlösung. Zwei Campmitarbeiter kommen in einem Wagen vorbei und graben uns mit den Händen aus. Wir lassen fast die gesamte Luft aus den Reifen und schieben das Auto mit vereinter Kraft aus seinem Sandgefängnis. Nachdem wir uns ausgiebig für die wunderbare Hilfe bedankt haben, kehren wir um und fahren zurück ins Camp, um uns von dem Schrecken zu erholen, neue Kraft zu tanken und das Auto wieder fit zu machen.
Den Tiefsand in der Trockenzeit hatten wir wirklich unterschätzt - hier wäre ein Allradfahrzeug wirklich die bessere Wahl, denn mit diesem Erlebnis ist erstmal die gefühlte Sicherheit weg und ich habe immer wieder Sorge, auf offener Strecke zum Stehen zu kommen...
Wir sind aber total froh, dass das Erlebnis zu glimpflich und auch so zügig abgelaufen ist.

Nach einiger Erholungszeit beschließen wir dann aber doch, noch einmal zu den Geparden zu fahren, um nachzusehen, ob sie noch an Ort und Stelle sind. Wir fahren bis zur Wasserstelle Marie se draii und sehen dort schon einige Autos stehen - ein gutes Zeichen für die Anwesenheit der fünf Geparden.
Tatsächlich sind sie da und haben in der Zwischenzeit einen Springbock gerissen, den sie weit ab von der Straße im Schatten eines Baumes verzehren. Zu weit weg für gute Aufnahmen...

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Aber so ein Springbockriss macht durstig und so treten die Geparden nach einiger Zeit nach und nach aus dem Schatten des Baums und kommen zur Wasserstelle, wo wir schon auf sie warten. Ab jetzt lasse ich einfach unsere Bilder sprechen. 🙂

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Nach langer Zeit des Trinkens queren die fünf die Straße und verschwinden im hohen Gras. Wir sind ganz euphorisiert und der Schrecken des frühen Nachmittags ist ersteinmal vergangen.
Teil 924. Aug. 2017
Glücklich fahren wir zurück ins Camp.

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Dort lassen wir den Abend erneut nach einem gemeinsamen Essen abwechselnd am beleuchteten Wasserloch ausklingen.

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Was für ein toller Gepardentag! Gute Nacht!
Morgen geht es quer durch den Park nach Mata Mata.
Teil 1025. Aug. 2017
30.07.2017

Heute verlassen wir Nossob in Richtung Mata Mata. Entsprechend lang ist die Tagesetappe.
Wir versuchen, möglichst früh loszukommen und begnügen uns mit einem kargen Frühstück.

Unsere erste Sichtung des Tages ist ein Grader, der langsam und sorgfältig die Wellblechpisten glättet. Den Traktor zu überholen, ist bei der Enge der Straße gar nicht so einfach.

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Kurz hinter Cheleka kommt uns mitten im Flussbett dann ein junger Löwenkater entgegen. Durch das hohe Gras ist es gar nicht so leicht, ihn im Blick zu behalten. Wir tippen darauf, dass er auf dem Weg zur Wasserstelle ist und beschließen umzudrehen und unser Glück zu versuchen.
Am Wasserloch warten wir auf das Eintreffen des Löwens und beobachten dabei einige Kudus und Oryx. Und es dauert und dauert... Gerade weil wir heute noch so viel Strecke schaffen müssen, ist das Warten nicht gänzlich entspannt. Aber verpassen wollen wir den Löwen auch nicht. Aber was ist, wenn er gar nicht kommt?
Nach einiger Zeit schält er sich jedoch aus den Büschen und wir können ihn dabei beobachten, wie er zum Bohrloch schreitet, seinen Durst stillt und danach entspannt das Weite sucht.

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Zufrieden mit dieser morgendlichen Löwensichtung fahren wir weiter.
Nur wenige Kilometer weiter südlich entdecken wir zwei Geparde, die bereits den Schutz des Schattens in der Mitte des Flussbetts aufgesucht haben. Hier länger zu verweilen und auf eine günstige Verlagerung der Katzen zu hoffen, wagen wir nicht und so fahren wir bald weiter gen Dikbaardskolk, wo wir eine kleine Rast einlegen und erneut auf Vogel- und Mäusepirsch gehen.

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Die Dünenstraße, die das Nossobbett mit dem Auobbett verbindet, ist in diesem Jahr noch stark von Gras umgegeben. Landschaftlich schön ist die Strecke absolut, Tiersichtungen betreffend ist genausowenig für uns zu holen wie im vergangenen Jahr. An den Wasserstellen lassen sich nur einige Oryx blicken. Schön ist aber, dass wir einen Schwarzkopfreiher entdecken, der uns in unserer Fotosammlung noch fehlt.

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Für 60 Kilometer geht es auf und ab über die Kalaharidünen, dann weitet sich das Tal des Auob vor unseren Augen.
Wir fahren nach Norden in Richtung Mata Mata und begegnen bald am Straßenrand zwei Schlankmangusten, die uns drollig betrachten und über deren extreme Rotfärbung wir uns wundern.
An den Wasserlöchern der Gegend herrscht wenig Betrieb - es ist Mittagszeit. Einzig einige Springböcke und Oryx lassen sich sehen und ein wunderschöner Bienenfresser.

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Dann geschieht wieder ein Zwischenfall: Vor uns auf der Straße ist ein Wagen mit Anhänger liegengeblieben. Wir halten hinter ihm an und nutzen nicht die alternative Umfahrung, die es an dieser Stelle der Straße gegeben hätte. Das stellt sich als Fehler heraus, denn das Gespann vor uns steckt im Sand fest und da wir angehalten haben, tun wir es ihm nun gleich... Ärgerlich. Dass der vor uns Festsitzende in einigen hundert Metern Entfernung Löwen auf dem Dünenkamm beobachtet hat, entspannt die Lage nicht gerade.
Glücklicherweise ist gerade recht viel Betrieb auf der Straße und so halten diverse andere Autos an und versuchen zu helfen. Zwei junge Männer aus SA haben ein gutes Schleppseil dabei und so können sie uns an unserer Anhängekupplung rückwärts aus dem Schlamassel ziehen. Wir sind wieder sehr dankbar.

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Nach diesem Intermezzo geht es dann störungs- und sichtungsfrei weiter bis ins Camp, wo wir unser geräumiges Riverfrontchalet beziehen und uns erst einmal ausbreiten. Die Kinder tollen auf den Betten herum und wir genießen den wunderbaren Blick von der Terrasse auf das Auobbett. Dann gehen wir im Shop des Camps einkaufen, erstaunlicherweise gibt es hier mehr Souvenierartikel als Lebensmittel.

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Erst am späten Nachmittag brechen wir noch einmal zu einer kurzen gemeinsamen Ausfahrt auf. Die Sanderlebnisse haben unsere Fahrmotivation etwas getrübt. Wir hoffen darauf, nur Tiere zu sichten, wenn wir festen Boden unter den Reifen haben... Bei einer schönen Sichtung nicht halten zu können, fänden wir schade. Neben einem Löwen zu halten und dann nicht mehr losfahren zu können, wäre jedoch die sicherlich noch unattraktivere Variante...

Die Wasserstellen sind noch immer unbesetzt und so fahren wir in die Nähe unserer zweiten Sandbegegnung und suchen die Dünenkämme ab. Tatsächlich sind die angekündigten Löwen noch dort. Im dichten Gebüsch können wir mindestens zwei Löwinnen ausmachen.

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Den Sonnenuntergang und Abend verbringen wir gemeinsam auf der Terrasse und grillen über dem offenen Feuer. Die Stille, der Sternenhimmel, die kühle Luft - all das ist auch heute Abend wieder verzaubernd.

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Teil 1127. Aug. 2017
31.07.2017 - Teil 1

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht im bequemen und großzügigen Chalet fahren wir zur Toröffnung um 7.30 Uhr in den Park. Die recht späte Öffnungszeit lässt uns zwar nicht den Sonnenaufgang auf der Piste erleben, sorgt aber dafür, dass wir recht entspannt pünktlich gemeinsam loskommen.

Nur wenige Kilometer hinter der Abzweigung zum KTC stehen unsere Tiefsandretter von gestern am Straßenrand. Sie haben weit entfernt auf dem gegenüberliegenden Dünenkamm einen Löwen ausgemacht. Er ist wirklich nur schwer zu erkennen - wir wären mit hoher Wahrscheinlichkeit vorbeigefahren.

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Nach einem kurzen Plausch fahren wir weiter.
Direkt am Straßenrand sitzt bald ein junger Gaukler, der sich in der Morgensonne aufplustert und sein Federkleid pflegt. Dabei überschätzt er seinen Gleichgewichtssinn etwas, kommt ins Straucheln und plumpst von seinem Ast. Kurz vor dem Aufprall kann er sich zum Glück fangen und macht sich als Tiefflieger aus dem Staub.

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Kurz darauf kommt uns im Flussbett als Höhepunkt dieser frühen Ausfahrt schließlich ein kleines Löwenrudel entgegen. Ein prächtiger schwarzmähniger Kater, zwei Löwinnen und zwei schon etwas ältere Jungtiere. Wir freuen uns total. Es ist immer wieder ein ganz tolles Erlebnis, Löwen aktiv zu erleben. Meistens ist einem ja eher das Gegenteil vergönnt...

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Ganz entspannt ziehen sie ihres Weges und kommen schließlich der Straße ganz nah. Sie queren und sind dann glücklicherweise auf der richtigen "Lichtseite" unterwegs.

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Wir beobachten und begleiten die Gruppe für eine längere Zeit, teilweise sind sie so nah am Auto, dass man nur die Hand herausstrecken müsste, um sie zu streicheln...
Das ist auch für die Kinder beeindruckend, die sich vor allem über die beiden Kleinen freuen.
Schön ist auch, dass zu keiner Zeit wirklich viele andere Autos anwesend sind, so ist läuft diese Sichtung ganz entspannt für alle Beteiligten ab.

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Nachdem die Löwen direkt vor uns wieder die Straße gequert haben und sich wieder in die Mitte des Flusstals bewegen, verabschieden wir uns von ihnen und setzen unsere Morgenausfahrt gen Süden weiter fort.

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Teil 1229. Aug. 2017
Fortsetzung 31.07.2017

Nachdem wir das Löwenrudel verlassen haben und weiter gen Süden fahren, treffen wir zuerst auf eine schöne Gabelracke. Wir mögen diese Vögel mit ihrer Farbenpracht sehr und so freuen wir uns über dieses Exemplar, das dankenswerterweise für einige Fotos stillhält.

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Am Wasserloch Dalkeith steht eine Springbockherde. Wir schalten die Motor aus und genießen die friedliche Stimmung.

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Am vierzehnten Bohrloch treffen wir dann endlich auf Giraffen. Das sind die Lieblingstiere unserer Großen und entsprechend wurden sie gestern vermisst, denn mit ihnen hatten wir in dieser Gegend sicher gerechnet.
Jetzt freuen sich beide Mädchen total und beobachten die Tiere begeistert beim Fressen und in der Sonne rumstehen.
Wenig später können wir noch zwei Schwarzkopfreiher entdecken.

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Ansonsten verläuft die Fahrt ruhig, die Löwen haben sich endgültig verzogen, so dass wir sie auf der Rückfahrt nach Mata Mata nicht mehr entdecken können. Dafür stoppen wir kurz zum Abschied bei einigen Gnus.

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Es folgt dann eine lange Mittagspause, in der wir im Camp spielen und uns ausruhen. Unsere Mädchen erklären eines der Schlafzimmer zum Spielzimmer und verwandeln das Doppelbett in eine Bühne für Theater- und Zirkusvorstellungen. Nachdem fleißig geprobt wurde, dürfen die Eltern als Premierenpublikum die Vorstellung genießen.

Eine kurze gemeinsame Nachmittagsausfahrt bleibt dann leider weitgehend sichtungsfrei.
Wir müssen aber auch bereits um kurz vor 17 Uhr wieder im Camp sein, denn ich habe heute einen Sunsetdrive bei der Parkverwaltung gebucht. 🙂
Meine Frau und die Kinder erforschen in meiner Abwesenheit den Campingplatz und lassen sich von einigen Südafrikanern ihre ausgeklügelten Campingsysteme vorführen.
Ich gehe zum Camp-Büro und treffe dort den heutigen Guide, der uns sehr nett und kenntnisreich durch den frühen Abend leiten wird. Außer mir fährt noch ein älteres Ehepaar aus SA mit, das wir im KTC abholen. Ich habe also eine ganze Reihe im offenen Wagen für mich allein und richte mich gemütlich ein.
Die Ausfahrt wird ganz wunderbar und übertrifft meine Erwartungen weit.
Im Licht des späten Nachmittags fängt es mit einigen Vögeln, darunter Gabelracke, black-shouldered kite und zwei Sekretäre (im Baum!) an.

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Unser Guide hält an einem riesigen Siedelwebernest und erklärt die Bauweise und -dauer, sowie die WG mit dem Zwergfalken und Bedrohungen durch Kapkobras und Honigdachse.
Danach biegen wir von der offziellen Straße ab und fahren eine Schleife direkt durch das Flussbett, beäugt von Gnus und Oryx.

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Inzwischen herrscht Zwielicht und wir kommen direkt an einem Erdmännchenbau vorbei. Ein Bewohner mustert uns neugierig und posiert bereitswillig für einige Fotos, bevor er unter die Erde verschwindet. Ich freue mich total über diese sehr nahe Begegnung.

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Weiter geht die Fahrt vorbei an zwei Löffelhunden auf Nahrungssuche.

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Wir fahren bis auf die Höhe der Wasserstelle Craig Lockhart. Dort sehen wir uns den Sonnenuntergang an und treffen auf eine Wildkatze.

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Nachdem es jetzt stockdunkel ist, erwacht das Flussbett plötzlich in erstaunlicher Weise zum Leben.
Den Anfang macht eine Weißgesichtohreule (für mich eine Erstsichtung!).

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Danach entdecken wir noch einige Löffelhunde (ohne Foto) und schließlich einen jagenden Kapfuchs ganz nah an der Straße. Von diesem kleinen agilen Kerl bin ich total begeistert.

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Die weitere Fahrt lässt uns noch vier weitere Wildkatzen erahnen - allesamt jedoch gut getarnt oder weit weg von der Fahrbahn.

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Teil 1329. Aug. 2017
Bald darauf erkennen wir in einem Baum große Augen. Ein Fleckenuhupaar sitzt direkt an der Straße und lässt seine dumpfen Rufe vernehmen. Diese Vögel sind einfach wunderschön!

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Nicht weit entfernt in einem weiteren Baum leuchten erneut Augen. Eine Kleinfleckenginsterkatze! Sie klettert umher und beginnt dann, sich zu putzen. Wow! Ich bin hin und weg. Bisher haben sich meine Sichtungen dieser kleinen Katzen immer auf Sekundenbruchteile beschränkt, nie war auch nur an ein gelingendes Foto zu denken. Dieses Exemplar lässt sich aber von unserer Anwesenheit überhaupt nicht stören und so können wir sie einige Minuten in ihrem Leben begleiten und sie auf der Speicherkarte verewigen. Ich bin sehr glücklich!

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Zum Abschluss der Fahrt treffen wir noch einmal auf einen Kapfuchs.

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Nach der Rückkehr ins Camp unterhalte ich mich noch einige Zeit mit dem Guide und danke ihm herzlich für diese kenntnisreiche und sehr umsichtige Fahrt. Ich hätte nie damit gerechnet auf einer einzigen Tour so viele verschiedene Tiere beobachten zu können, entsprechend froh kehre ich zu meiner Familie zurück.

In der Hütte wird gerade vorgelesen: "Matilda" von Roald Dahl und "Bobo Siebenschläfer". Ich geselle mich dazu und wir verbringen einen schönen letzten Abend im KTP, beäugt von einem Gecko als Hausgenossen.

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Kaum zu glauben, morgen werden wir uns vom KTP verabschieden müssen und nach Namibia einreisen. Wir beschließen, den frühen Morgen auf jeden Fall noch im Park zu verbringen, denn der KTP hat sein volles Sucht- und Sehnsuchtpotential auch in diesem Jahr wieder entfalten können.
Teil 1430. Aug. 2017
01.08.2017

Heute beginnt ein neuer Monat und so werden auch die Toröffnungszeiten des KTP angepasst. Wir können also bereits um 7.00 Uhr das Camp verlassen und zu unserer letzten und kurzen ( 🙁 ) Ausfahrt in den Park aufbrechen.
Weit müssen wir aber nicht fahren: Im Zwielicht entdecken wir ein recht großes Löwenrudel, das aus drei Löwinnen, einem Kater, zwei etwas älteren und drei noch ziemlich kleinen Löwenkindern besteht. Zuerst trinken sie und dann ziehen sie weiter das Flusstal hinauf. Wir stellen den Motor ab und beobachten die Tiere lange und glücklich. Mit so vielen Löwen hatten wir zu dieser Jahreszeit wirklich nicht gerechnet.

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Langsam sammeln sich immer mehr Fahrzeuge an und wir beschließen noch etwas weiter nach Süden zu fahren.
Ganz entspannt genießen wir den Sonnenaufgang bei Dalkeith, wir sind nun weit und breit die einzigen Menschen.

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Bis zum vierzehnten Bohrloch wollen wir noch fahren und dann nach Mata Mata zurückkehren, wir haben schließlich noch eine ganze Strecke vor uns, bis wir unser neues Quartier erreicht haben werden.
Auf dem Weg beobachten wir einen Braunkopfliest (?) und den uns schon bekannten juvenilen Gaukler.

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Auf der Rückfahrt zum Camp geraten wir dann in einen Stau, der den Vergleich mit einer Teerstraßenverstopfung im Kruger nicht zu scheuen braucht. Die Löwin mit dem kleinen Nachwuchs ist auf der Pad unterwegs und es herrscht reges Drängeln und Rangieren. Die nächsten Minuten werden einfach nur anstrengend und nervig - vor allem für mich als Fahrer, der auf keinen Fall erneut steckenbleiben möchte... Und so können wir diese Sichtung nicht wirklich genießen und sind ganz froh, als die Löwin ins Flusstal abbiegt und verschwindet.

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Wir rechnen uns aus, dass die Löwen bald das Flusstal nahe Mata Mata kreuzen werden, stellen uns in die Senke und warten. Bald sehen wir das Rudel dann auch. In einiger Entfernung ziehen sie durch das Flusstal in Richtung der Dünen.

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Kurz vor dem Camp sehen wir bereits einige Vertreter des Rudels auf dem Dünenkamm liegen. Wehmütig richten sich unsere Abschiedsblicke auf die weit entfernt lagernden Katzen.

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Zurück in Mata Mata vertreten wir uns die Beine auf dem Campingplatz, verabschieden uns von den ansässigen Borstenhörnchen und Tokos und rüsten unsere Fotoausrüstung um.

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Schlussendlich tanken wir und erhöhen den Reifendruck, bevor wir den KTP in Richtung Namibia endgültig verlassen.

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Der Grenzübertritt verläuft recht schnell. Wir füllen die nötigen Papiere aus und zahlen die Straßennutzungsgebühr. Derweil toben die Kinder durch die Bürostube und werden von den Beamten amüsiert belächelt oder ignoriert. Nach vielleicht 20 Minuten sind wir wieder im Auto und setzen unseren Weg in Richtung Mesosaurus Fossil Camp fort.

Schon mit dem Blick in den Rückspiegel stellen sich erste Gefühle der Sehnsucht ein. Der KTP hat uns auch in diesem Jahr, zu dieser völlig anderen Jahreszeit, wieder verzaubert. Die weitgehende Einsamkeit, die Stille, die wunderbaren Tierbegegnungen, all das hat uns erneut fasziniert und wir sind uns sicher, dass wir dieses Fleckchen Erde nicht das letzte Mal besucht haben wollen. (Ich nehme mir insgeheim vor, meinen nächsten runden Geburtstag hier zu verbringen... 😉 )

Jetzt aber den Blick nach vorn gerichtet: Namibia, wir kommen!
Ich lade euch weiterhin ein, uns zu begleiten...
Teil 1531. Aug. 2017
Fortsetzung 01.08.2017

Endlich wieder namibischer Boden unter den Füßen respektive Reifen...
Unser heutiges Etappenziel ist das Mesosaurus Fossil Camp nahe Keetmanshoop, das wir schon seit langer Zeit einmal kennen lernen wollen. Irgendwie hat sich das aber nie ergeben. Deshalb freuen wir uns umso mehr über unseren diesjährigen Aufenthalt bei den Steenkamps.

Auf den ersten Kilometern genießen wir die schöne Kalaharilandschaft, sind aber schon hier etwas überracht, dass die Straße viel rauer und wellblechiger ist, als wir sie in Erinnerung hatten. Alles gut machbar, aber auf die Dauer doch anstrengend. Und das bleibt auch über weite Teile so.
Wir kommen an der Stelle vorbei, wo sich vor knapp zwei Wochen ein schlimmer Unfall ereignet hat - die Scherben liegen noch immer als stumme Zeugen auf der Straße. Dies gemahnt uns einmal mehr daran, umsichtig und vor allem nicht so schnell zu fahren. Vor besonders uneinsehbaren Kuppen, von denen es auf dem Weg eine große Zahl gibt, benutze ich lieber die Hupe, um uns potentiell entgegenkommenden Fahrzeugen anzukündigen...

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Als wir schließlich am Mesosaurus Camp ankommen, sind wir alle ganz schön geschafft.
Herzlich werden wir von Seniorchef Giel empfangen. Zwischen ihm und unseren Töchtern springt gleich ein Funke über - man erkennt den erfahrenen Großvater.
Voller Elan führt er uns zu unserer Hütte und erläutert uns alle Annehmlichkeiten der liebevoll in Eigenarbeit gestalteten Unterkunft.
Die urige Hütte und ihre Einrichtung gefallen uns auf den ersten Blick. Schön ist auch, dass das Camp so klein ist - es gibt nur etwa fünf feste Unterkünfte und der Campground ist weit entfernt. Etwas schade ist einzig, dass die Hütten recht nah an der Durchgangsstraße liegen, da aber fast kein Verkehr herrscht, ist dies leicht zu verschmerzen.

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Wir verabreden, dass wir heute Nachmittag noch an der Fossilientour teilnehmen möchten und verabschieden uns erstmal, um uns einzurichten und den Kindern ihren Auslauf zu gewähren, die mit allerlei Küchenutensilien bewaffnet sogleich die Hütte unsicher machen.

Gemeinsam mit einem südafrikanischen und einem deutschen Paar brechen wir mit Giel zu den Fossilien des Mesosaurus auf, die sein Sohn vor knapp dreißig Jahren zufällig auf dem Farmgelände entdeckt hat.
Die Tour wird von Giel äußerst kurzweilig und kenntnisreich gestaltet, sodass auch unsere Kleinen ganz fasziniert von den Urzeitzeugnissen sind. Die Qualität der Fossilienfunde trägt natürlich ihren Teil dazu bei. Wir erfahren viele interessante Details über die vermutete Lebensweise des Mesosaurus und die Gestalt seines Biotops, das ganz anders als die heutige Landschaft es vermuten lassen würde, ein weitläufiges Sumpfgebiet war.

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Nachdem wir verschiedene Fossilienfundstellen besucht haben, fahren wir gemeinsam zu einer Ansammlung von Köcherbäumen, die sich malerisch inmitten von Doleritgestein verteilt.
Giel trommelt eindrucksvoll auf einem der Steintürme und unsere Töchtern eifern ihm fröhlich nach.
Anschließend verabschiedet er sich von uns und wir bleiben bis zum Sonnenuntergang in dieser wunderschönen Umgebung, wandern zwischen den Köcherbäumen umher und erklettern den ein oder anderen Felsen. Die Stimmung ist ganz wunderbar und wir genießen das Farbenspiel in der untergehenden Sonne.

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Als es noch nicht ganz dunkel ist, brechen wir auf, damit wir den Weg über das Farmgelände noch sicher finden und nicht Opfer der ganz schön tiefen Schlaglöcher werden.
Vor uns flitzen immer wieder Klippschliefer durch die Gegend und ein Löffelhund verabschiedet uns in die Nacht und beugt damit KTP-Entzugserscheinungen vor. 🙂

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In der Hütte angekommen, machen wir uns zum Abendessen bereit, das in einem Essraum am Rand des Camps gereicht wird.
Vom Schein eines großen Feuers werden wir schon aus der Ferne begrüßt, wir gruppieren uns um die Feuerstelle und genießen die Wärme der Flammen in der klaren Nacht. Wir scheinen die einzigen Gäste zu sein.
Nach einiger Zeit kommen der Juniorchef Hendrik mitsamt Sohn in ihrem Pickup gefahren und bringen uns das im Farmhaus bereitete Abendessen vorbei. Auf dem Feuer werden dazu verschiedene Lammteile frisch gegrillt - alles von der eigenen Farm und wahnsinnig lecker. Gut, dass wir Mesosaurus mitsamt Abendessen und Frühstück gebucht haben - hier hätten wir sonst etwas verpasst.
Wir gönnen uns eine Flasche Rotwein und lassen den Abend bei interessanten Gesprächen über die aktuellen Entwicklungen in Namibia und die Bildungsbiographien von Farmsprösslingen ausklingen.
Dann geht es zurück in die gemütliche Hütte und es wird sich in die Decken gekuschelt, gespannt darauf, wie sich die nächtlichen Temperaturen in dieser doch recht luftig gestalteten Unterkunft auswirken werden...
Teil 1601. Sept. 2017
02.08.2017

Die Nacht wird kalt - sehr kalt.
Jeder von uns ist fest in sein Bett gekuschelt, die Vielzahl von Decken tut ihren Dienst, aber im Gesicht spürt man die Kälte immer noch sehr gut...
Trotzdem schlafen die Kinder erfreulich gut und es fällt uns allen leicht, heute etwas länger in den Betten zu bleiben.
Sobald die wärmende Sonne aufgegangen ist, treten wir aus der Hütte und lassen unseren Blick über die Weite der Landschaft schweifen - bemerken dabei aber sogleich einen merkwürdigen Schiefstand unseres Quantums...
Ein Gang um das Fahrzeug zeigt dann schnell, dass alle Luft aus dem fahrerseitigen Vorderreifen entwichen ist, die holperige Farmfahrt am gestrigen Nachmittag oder auch die schlechte Piste, die uns vom KTP hierher geführt hat, fordert ihren Tribut.
Einen so entspannten Platten hatten wir in Namibia jedoch noch nie - wir haben keine Eile und stecken nicht mitten im Nirgendwo fest. Guter Dinge sehe ich also dem Reifenwechsel entgegen. Schnell ist das Reserverad von der Unterseite des Busses abgeschraubt und ich will mich daran machen, den Wagenheber anzusetzen. Dabei fällt jedoch schnell auf, dass dieser nicht komplett ist. Beim Zusammenstecken der Teile wird die das Gestänge abschließende Kurbel vermisst... So wird das Aufbocken nicht funktionieren... 😣
Jetzt ist es erst recht gut, dass die Luft auf dem Campgelände entwichen ist, auf offener Straße hätten wir jetzt ein Problem.
Beim wirklich guten Frühstück sagen wir Hendrik bescheid und er holt sogleich einen Wagenheber von der Farm. Gemeinsam wechseln wir in Windeseile das Rad. Zu zweit geht das Ganze wirklich zügig.
Merke: Auch den Wagenheber bei Übernahme des Mietwagens genau kontrollieren... 😈

Weil wir nicht zu weit ohne Ersatzreifen fahren wollen, beschließen wir, einen Stopp in Keetmanshoop einzulegen.
Wir finden schnell eine Reifenwerkstatt, wo uns schnell und überraschend kostengünstig geholfen und der kaputte Reifen geflickt wird. Unsere Kinder finden den Halt überaus spannend und erklären die Werkstatt zum Spielplatz.

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Bei einen Autoteilehändler erstehen wir außerdem einen neuen Wagenheber, um so im Fall der Fälle handlungsfähig zu sein.

Der Rest des Tages ist dann schnell erzählt, denn heute ist ein lupenreiner Fahrtag, der uns bis nach Mariental führen wird - und zwar über die geteerte B1, die landschaftlich in diesen Breiten recht wenig zu bieten hat. Und so entstehen auch keine nennenswerten Fotos. Dafür kommen wir schnell voran, was für die Kinder eine gute Sache ist, wobei anfallende Überholmanöver etc. für mich durchaus anstrengend sind.

Am Nachmittag kommen wir an unserem heutigen Ziel an, dem Bastion Farmyard B&B, das etwas nördlich von Mariental abseits der B1 liegt.
Das Gelände der Unterkunft ist sehr gepflegt und auch die Zimmer sind - auf sehr unafrikanische Weise - recht hübsch und vor allem überaus sauber. Einzig eine Vielzahl von Ge- und Verbotsschildern, die innerhalb und außerhalb des Zimmers hängt, erweckt bei uns den Eindruck, dass man am Ende des Tages doch nicht ganz so herzlich willkommen ist. Hier wird sich unseres Erachtens manchmal ein wenig im Ton vergriffen bzw. übertrieben.

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Die Besitzerin betreibt neben den Gästezimmern einen kleinen Laden mit allerhand Kulinarischem und Kitsch sowie ein Café auf dem Gelände. Wir genießen dort wirklich schmackhafte selbstgebackene Kuchen und entspannen von der Fahrt. Die Kinder toben sich auf den weitläufigen Rasenflächen aus und freuen sich über den gut gepflegten kleinen Spielplatz mit Schaukeln und verschiedenen Klettermöglichkeiten, der sich auf dem Gelände befindet und den Tageshöhepunkt für die beiden darstellt.
So vergeht ein entspannter und unspektakulärer Nachmittag.
Da die Unterkunft kein Abendessen anbietet, kochen wir in der praktisch eingerichteten Gemeinschaftsküche des B&B Nudeln, die wir noch aus unserem KTP-Bestand haben.
Während das Nudelwasser kocht, spielen wir in dem kleinen Raum verstecken und unsere Mädchen haben einen Riesenspaß dabei.

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Zufrieden schlüpfen wir alsbald in unsere sehr bequemen Betten und sehen entspannt der Nacht entgegen.
Teil 1704. Sept. 2017
03.08.2017

Heute ist ein ausgesprochener Fahrtag.
Nach einem gemütlichen Frühstück im schönen Speiseraum des Bastion Farmyard B&B, spielen unsere Töchter noch einmal ausgiebig auf dem Spielplatz, während wir unser Gepäck verladen.
Die heutige Etappe führt uns zur Immanuel Wilderness Lodge, die etwas nördlich von Windhoek gelegen ist und die wir als Zwischenstation sehr schätzen.

Da die Strecke über die geteerte B1 verläuft, gehen wir davon aus, recht zügig voranzukommen und beschließen, den Vormittag am nahen Hardap Dam zu verbringen, der nur sieben Kilometer von unserem B&B entfernt ist.

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Schnell erreichen wir unser Ziel, werfen einen ersten Blick auf den Stausee und bezahlen unsere Eintrittsgebühr.
Wir beschließen eine Ausfahrt in den Wildpark zu machen. Die Einfahrt über die Staumauer ist gesperrt und so müssen wir einen nicht ausgeschilderten Umweg nehmen, der aber dank der Beschreibung des Gatepersonals recht gut zu finden ist.

Die Straßenverhältnisse im Gamepark sind jedoch dergestalt, dass es wenig Freude macht, nach Tieren Ausschau zu halten. Vor allem kurz nach dem Tor führt uns der Weg über steile Auf- und Abfahrten, die mit ziemlich dicken Steinen und tiefen Schlaglöchern übersäht sind. Dafür ist unser Auto nicht ausgelegt und ich gebe im Schritttempo mein bestes...

Die Straße führt durch recht dichtes Buschland und da es keine Karte des Parks gibt und die vorhandenen Ausschilderungen recht kryptisch oder kaum lesbar sind, fahren wir einfach drauf los und vertrauen auf unseren Orientierungssinn.
Immer wieder sehen wir Springböcke und Oryx. Ab und an auch einen Wasserbock. Aber sobald wir uns näher, flüchtet das Wild in schnellem Tempo vor uns. Daher verzichten wir auch auf Fotos und versuchen die Beobachtungen ohne den Blick durch den Sucher zu genießen.
Wir kommen irgendwann zum Seeufer und biegen dort anscheinend falsch ab, denn der Weg wird immer enger und sandiger. Nach kurzer Zeit werden wir - zu unserem Glück, denn der Weg wird immer schlechter - von zwei Rangern angehalten, die uns freundlich darauf hinweisen, dass wir auf den offiziellen Wegen bleiben müssen. Uns ist gar nicht aufgefallen, dass dies keiner ist... Hier hätten ein Schild oder ein paar Steine oder Äste als Wegblockade sicher für mehr Klarheit sorgen können. Zum Glück gelingt es uns ohne festzufahren wieder auf steinigeres Terrain zu gelangen.
Nach diesem Erlebnis beschließen wir zurück zum Ausgang zu fahren. Zu schlecht ist die Straßenqualität und die Beschilderung - wir haben keine Lust, uns hier zu verfahren oder gar steckenzubleiben. Dafür sind wir heute auch einfach zu schlecht vorbereitet. Für einen kleinen entspannten Abstecher eignet sich der Hardap-Gamepark unserer Ansicht daher nur sehr eingeschränkt und wir sind ganz froh, als wir ihn wieder verlassen haben und unseren Weg gen Windhoek fortsetzen.

Nach einer längeren Tank- und Eispause in Rehoboth wird die Landschaft, die die B1 durchschneidet sehenswerter. Immer mehr kleine Berge kommen in unseren Blick und kündigen das Khomas Hochland an.
Windhoek passieren wir schnell treffen dann bald auf die Endlosbaustelle nördlich der Stadt, in deren Nähe die Immanul Wilderness Lodge liegt, die wir am frühen Nachmittag erreichen.
Es gibt sicherlich malerischere Lagen, aber die Herberge überzeugt durch schöne Zimmer, einen wunderbaren Garten mit Pool und allerlei Getier und vor allem durch die Kochkünste des Chefs, auf die wir uns schon richtig freuen.

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Wir werden freundlich begrüßt und beziehen unser Zimmer, das die Kinder vor allem wegen der kleinen Galerie sofort großartig finden.
Den Nachmittag verbringen wir geruhsam im Garten der Lodge, die Kinder planschen im Pool und beobachten die kleine Springbockherde und die niedliche Pantherschildkrötennachzucht.

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So vergehen gemütliche Stunden, bis die Sonne untergeht und wir zum Abendessen ins Restaurant gehen.

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Dies überzeugt uns einmal mehr mit seiner schönen Stimmung - alles ist in gedämpftes Licht getaucht. Zuvorkommend werden wir von der Chefin Sabine bedient, die sich auch wunderbar die Bedürfnisse unserer Töchter kümmert.
Vor allem aber das Menü ist wieder ganz ausgezeichnet und wird sich - erwartungsgemäß - als das beste Essen auf dieser Reise herausstellen.

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Mit gut gefülltem Bauch geht es dann zufrieden und entspannt in die Betten.

Morgen fahren wir zur Omaruru-Gamelodge - dann gibt es auch wieder mehr Fotos und auch mehr (und durchaus Ambivalentes) zu erzählen in diesem Reisebericht.
Teil 1805. Sept. 2017
04.08.2017

Nach einem ausgiebigen und guten Frühstück mit Wurstplatte vom lokalen Wild und namibischem Käse packen wir unsere Sachen zusammen und lassen die Kinder noch einmal intensiv die Schaukel und das Trampolin der Lodge bespielen.
Dann geht es erneut in die Sitze unseres Busses und wir verlassen die Immanuel Wilderness Lodge, die wir sicher nicht zum letzten Mal besucht haben werden. Hier ist es einfach zu lecker.

Die Fahrt nach Omaruru verläuft recht zügig. Im beschaulichen Ort selbst tanken wir und kaufen neuen Proviant ein. Dann geht es in die etwas südlich gelegene Lodge, die wir bereits am späten Vormittag erreichen. Wir haben im Vorfeld einiges über diese Unterkunft gelesen, die wir vor allem für unsere Kinder ausgewählt hatten, und sind gespannt, wie unser Urteil am Ende ausfallen wird.

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Bereits auf dem Parkplatz kommt uns eine halbwüchsige Giraffe entgegen. Wie wir erfahren, handelt es sich um eine Handaufzucht, die auf dem Lodgegelände lebt und sehr an Menschen gewöhnt ist. Die Kinder sind von dieser nahen Begegnung ganz begeistert.

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Die Häuschen der Lodge gruppieren sich innerhalb eines sehr gepflegten und grünen Gartens um eine große Wasserstelle, die ziemlich künstlich wirkt, da sie vollständig entbuscht ist und von verschiedenen Futterstellen und -podesten umgeben ist. Insgesamt vermittelt die Anlage einen freundlichen und sauberen, aber auch artifiziellen Eindruck.
Den Kindern gefällt es auf Anhieb gut - sie erkunden die Anlage mit großem Interesse und rücken den ansässigen Katzen auf den Pelz und beobachten fasziniert die Flaschenfütterung eines Springbockkitzes.

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Als wir unsere Hütte bezogen haben - auch diese ist nett eingerichtet und hat einen schönen Außenbereich mit Blick auf die Wasserstelle, an der sich einige Elenantilopen eigefunden haben - steht plötzlich eine Dame in unserer Tür.
Was für eine Überraschung! Es ist Eva von der Agentur, über die wir die Unterkünfte in Namibia haben buchen lassen. Sie ist extra aus Swakopmund nach Omaruru gereist, um uns kennenzulernen und den Tag mit uns zu verbringen. Nach dem netten Mailkontakt, den wir im Vorfeld hatten, freuen wir uns über die gemeinsame Zeit. Auch die Kinder haben sofort einen guten Draht zu ihr, was Entspannung für die Eltern verspricht... 😉

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Eva, unsere Große und ich nehmen als einzige Teilnehmer am Gamedrive der Lodge teil. Meine Frau und die Kleine bleiben im Garten der Lodge, da die Ausfahrt zu lange dauern wird und wir vor allem wegen der Begegnung mit den Elefanten skeptisch sind, ob das für unsere Kleine das Richtige ist. Im Nachhinein war dies die absolut richtige Entscheidung.

Das Gelände der Lodge ist in zwei verschieden große Teile unterteilt. Im kleineren Gebiet liegt die Lodge selbst und es wird von diversen Antilopenarten und zwei Breitmaulnashörnern bewohnt.
Das größere Gebiet liegt davon abgetrennt auf der anderen Seite der Zufahrtsstraße und beherbergt unter anderem auch eine Elefantenherde, deren Sichtung garantiert ist, da sie angefüttert wird... Ob das eine gute Idee ist, wagen wir zu bezweifeln.

Die Fahrt führt zuerst in das Elefantengebiet und vorbei an Giraffen und Warzenschweinen.
Dann brechen auch bald die Elefanten aus dem Busch, haben sie doch das herankommende Fahrzeug gehört und erwarten ihr tägliches Futter.
Der Guide wirft Heuballen auf den Boden in der Nähe des Fahrzeugs und die Elefanten beginnen in nächster Nähe zu fressen. So nah wollten wir Elefanten eigentlich nicht unbedingt kommen. Ein mulmiges Gefühl macht sich breit - wir vertrauen aber auf die Erfahrung des Guides.

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Bald wird es dann aber wirklich kritisch: Die Elefanten scheinen daran gewöhnt zu sein, auch direkt aus dem Auto gefüttert zu werden und so strecken sie bald ihre Rüssel hinein und beginnen rabiat mit der Futtersuche. Dabei bekommen wir ihre harten, feuchten und wahnsinnig kräftigen Rüssel zu spüren - vor allem für unsere Große ist das schockierend und sie beginnt zu schreien und will nur noch weg. Auch ich fühle mich in dieser Situation völlig überfordert.
Zum Glück zögert der Guide nicht allzu lange und bricht die Fütterung ab. Als wir die Elefanten hinter uns gelassen haben, beruhigt sich unsere Große zum Glück schnell wieder...
Ein solches Erlebnis brauchen wir bestimmt nicht noch einmal und hätten wir vorher gewusst, wie sich die Elefantenbegegnung abspielen wird, hätten wir auf die Ausfahrt sicher verzichtet.

Die weitere Fahrt auf dem kleinen Lodgegelände versöhnt dann etwas, weil sie ruhig vor sich geht und uns an diversen heimischen und weniger heimischen Tieren vorbeiführt. Neben Springböcken, Giraffen, Impalas, Kudus und Zebras gibt es hier z.B. auch Weißschwanzgnus und Blessböcke zu sehen. Die Tiere leben hier zwar "frei", jedoch lässt sich ein gewisser Zoocharakter auch auf dem Drive nicht verleugnen
Während der Fahrt treffen wir auch auf die zwei Breitmaulnashörner der Lodge, die sich friedlich von uns beobachten lassen. Die Tiere werden regelmäßig enthornt, um Wilderrei vorzubeugen, leider hat sich bei dem Bullen das Horn dabei entzündet und scheint nun nicht mehr nachzuwachsen.

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Eine absolute Zooerfahrung ist dann der die Fahrt abschließende Besuch bei den zwei Flusspferden, die hier so gar nicht hinpassen wollen. Dass die Tiere in einem kleinen Gehege nebst Aussichtsplattform leben, ist das I-Tüpfelchen des Artifiziellen. Wobei gesagt werden muss, dass der Guide uns erzählte, dass die Tiere zu ihrem eigenen Schutz in diesem Gehege untergebracht sind, da in der Vergangenheit wohl Flusspferde von den Breitmaulnashörner im Zuge der Revierverteidigung getötet worden sind...

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Bis auf das Elefantenerlebnis hat die Fahrt unserer Tochter gut gefallen. Wenn man ansonsten keine Gelegenheit hat, die afrikanische Tierwelt im Rahmen einer Reise zu erleben, mag es auch für Erwachsene eine sinnvolle Aktivität sein. Ich habe die Begegnung mit den Breitmaulnashörnern natürlich auch genossen, konnte aber selten vergessen, wie wenig das Erlebte mit dem "echten" Busch zu tun hat.

Am späten Nachmittag bietet die Lodge schließlich noch eine Raubkatzenfütterung an - ja, es gibt hier auch einen Geparden und einen Leoparden.
Ursprünglich waren es mehrere Geparden, die in einem mittelgroßen Gehege gehalten werden, aber vor kurzer Zeit sind wohl zwei verstorben, bei einem der beiden war wohl ein Schlangenbiss die Ursache.
Über das Gatter wird Fleisch geworfen und nach einiger Zeit kommt die verbliebene Katze angelaufen, schnappt sich ein Stück und verzieht sich in den dichten Busch. Drum herum stehen Touristen mit Cocktails in der Hand, die launige Kommentare von sich geben... 😵

Dann geht es im Gänsemarsch zu Leopardengehege. Dieses besteht aus einem umzäunten Freibereich, dessen Größe ich nicht abschätzen kann, und einem kleinen Schaugehege, in dem die Fütterung stattfindet.

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Gemeinsam mit einem Freiwilligen lockt / treibt der Guide den Leoparden in das Schaugehege, indem immer wieder laut "Leo" gerufen wird. 🙄 Ist die Katze ersteinmal drin, wird schnell eine Falltür heruntergelassen, damit sich der Leopard nicht mehr zurückziehen kann. Das gefällt dem Tier gar nicht und so wird es aggressiv und springt immer wieder gegen die Gitter des Käfigs. Einen Leoparden derart verängstigt und aufgewühlt zu sehen, ist kein schönes Erlebnis und wir fragen uns, was das hier soll und warum man ein Tier so vorführen muss.
Als der Guide dann den Zugang zu einer kleinen Höhle innerhalb des Schaugeheges öffnet, ist der Leopard sofort darin verschwunden. Das Tier tut uns einfach nur leid. Kopfschüttelnd gehen wir in unsere Hütte und erklären unseren Töchtern Sinn und Unsinn solcher Haltungen. 😵

Das Abendessen wiederum ist von wirklich guter Qualität und man sitzt in dem Restaurant direkt am Wasserloch sehr nett.
Kaum ist Dinnerzeit, wird auch rund um das (beleuchtete) Wasserloch ausgiebig Heu verteilt, um das Wild anzulocken, das dann auch in großer Zahl erscheint. Teilweise kommen die Tiere bis an die Absperrung des Restaurants (da auch dort angefüttert wird) und lassen sich sogar berühren. Das ist auf seine ganz eigene Art eindrucksvoll, hat mit Wildtierbeobachtung aber nicht mehr viel zu tun.


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Den Abend lassen wir gemeinsam mit einer Flasche Wein auf der Terrasse unserer Hütte bei netten Gesprächen ausklingen.

Die Lodge ist als gepflegte Anlage mit sehr nettem Service und gutem Essen und einigen recht authentischen Tier-Naherfahrungen ein schöner Ort. Auch die gemeinsamen Stunden mit Eva lassen uns den Tag in guter Erinnerung behalten und den Kindern haben die Begegnungen mit den Handaufzuchten und die Blicke auf das Wasserloch mit der Vielzahl von Tieren wirklich gut gefallen.
Der übertriebene (und auch unnötige) Zoocharakter und die damit einhergehende Künstlichkeit, die ausufernden (und auch nicht immer vernünftigen) Anfütterungen und vor allem die wirklich unschöne Leopardenfütterung werfen jedoch einen Schatten auf diesen Aufenthalt. Hier ist das Wildtier zu sehr ungeschminkter Marketingfaktor - das haben wir so noch nirgends in dieser Deutlichkeit bei unseren Reisen in der Region erlebt.
Teil 1907. Sept. 2017
05.08.2017

Früh am Morgen wohne ich mit unseren Töchtern noch einmal der Flaschenfütterung des kleinen Springbocks bei.

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Danach treffen wir uns alle mit Eva zum Frühstück - es gibt riesige Omelettes, die uns noch als Wegzehrung für unsere Tagesetappe dienen werden, da es unmöglich scheint, sie in Gänze an Ort und Stelle zu verzehren.
Dann heißt es Abschied nehmen von Eva. Für sie geht es zurück gen Swakopmund und unsere heutige Fahrt führt uns nach Kamanjab. Nach unserem eigentlich ja recht kurzem Zusammensein kommt es uns so vor, als ob wir uns schon viel länger kennen würden...

Unser Weg führt uns vor allem über Teer und ist entsprechend entspannt (in der Region ist recht wenig Verkehr) und unspektakulär.
In Outjo machen wir eine kurze Rast und erreichen am frühen Nachmittag unser Ziel: das Oppi Koppi Restcamp, das am Ortsrand von Kamanjab liegt.

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Wir steuern die große Bar an, deren Eingang von einem ausgestopften Pavian bewacht wird. Drinnen empfängt uns eine urige Atmosphäre, wobei die Anzahl der an der Wand hängenden Trophäen für unseren Geschmack wohl etwas zu hoch ist (beinahe jede Antilopenspezies der Region findet sich hier) und ein Elefantenrüssel, der auch darunter ist, schon ein wenig irritiert. Leider haben wir es versäumt, hier Fotos zu machen.
Hinter der Bar erstreckt sich ein recht schöner Innenhof mit Pool und einer Reihe von Essplätzen, wo auch wir heute zu Abend essen möchten.

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Wir werden nett begrüßt und alsbald zu unserem Zimmer geleitet - gut, dass wir im Vorfeld reserviert haben, denn das ganze Camp ist restlos ausgebucht.
Wir bewohnen ein Familienzimmer ganz am Ende des Geländes, das im Vergleich zu den meisten Häuschen des Camps, die neueren Datums zu sein scheinen, schon ziemlich in die Jahre gekommen ist. Es ist zwar alles vorhanden: Tisch, Stühle und vier Betten. Aber eben in höchst einfacher Ausführung. Schön ist anders, aber wir können mit der Zweckmäßigkeit, die wir hier vorfinden, gut leben.
Das Camp bietet dabei sehr viel Auslauf, so dass sich unsere Kinder den Nachmittag über wunderbar amüsieren.
Später machen wir noch einen kleinen Spaziergang ins höchst überschaubare Zentrum von Kamanjab. Außer in einer Bar, in der das samstägliche Leben tobt, sind die Straßen wie ausgestorben...

Den Abend verbringen wir im Hof des Restaurant- bzw. Barbereichs. Das angebotene Essen ist wirklich lecker und landestypisch fleischlastig und ohne viel Brimborium bereitet. Wir genießen es sehr.

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Eine Besonderheit des Camps ist, dass am Rande des Hofs, oberhalb der Begrenzungsmauer, eine kleine Futterstelle angelegt ist, die nach Einbruch der Dunkelheit mit Gemüse- und Obstresten gefüllt wird und nachtaktives Wild anlocken soll.
Oppi Koppi ist bekannt dafür, dass man hier recht gut und sicher Stachelschweine und Ginsterkatzen nach Einbruch der Nacht beobachten kann. Das war auch einer der Gründe dafür, dass wir uns für diese Unterkunft entschieden hatten, denn noch nie war uns bisher die Sichtung eines Stachelschweins vergönnt gewesen (und von der Tagessichtung im KTP konnten wir ja zur Zeit der Reiseplanung noch nichts wissen...).
Etwas enttäuscht sind wir dann schon, als uns erzählt wird, dass am Vorabend nur Klippschliefer gesichtet worden sind.
Wir haben heute aber mehr Glück: Recht bald zeigt sich eine Ginsterkatze im Schein der Beleuchtung.

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Einige Zeit später nähert sich dann auch noch ein Stachelschwein! Es benötigt viele Anläufe, bis es seine Scheu überwunden hat und wirklich gut zu sehen ist. Immer wieder zieht es sich schnell in den Schatten der Felsen zurück.
Ganz gespannt beobachten wir das Tier und freuen uns, es aus relativ naher Distanz zu erleben und auf unseren Speicherkarten verewigen zu können. Dass auch hier angefüttert wird, stört uns nicht so sehr, da es in weit weniger großem und professionellem Rahmen geschieht und die angelockten Tiere - anders als viele in Omaruru - ihre natürliche Scheu nicht gänzlich abgelegt haben.

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Zufrieden gehen wir in die Betten - auch unsere Kinder sind ganz hin und weg von dem Stachelschwein und seinen enormen Ausmaßen. Beide werden noch lange von dieser Tierbegegnung erzählen.

Morgen geht es dann die rund 70 Kilometer nach Norden zum Galton Gate.
Etosha - wir freuen uns auf dich!
Teil 2010. Sept. 2017
06.08.2017

Nach einer guten Nacht geht es für uns zum Frühstück in die Bar des Oppi Koppi Camps. Hier herrscht bereits eine ganze Menge Trubel - man merkt, dass das Camp voll besetzt ist. Das Frühstück selbst ist nichts Besonderes, aber man wird satt.
Schön ist der Blick in den Hof, in dem am heutigen Morgen eine ganze Reihe Vögel in den Bäumen sitzen - vor allem über die große Schar von Rosenköpfchen freuen wir uns sehr, da sie uns noch nie zuvor so nah vor die Linse gekommen sind.

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Gut gesättigt packen wir unsere Sachen und begeben uns auf den Weg zum Galton Gate.
Endlich geht es für uns wieder in den Etosha Nationalpark. Es ist unser nunmehr vierter Besuch. Gleich beim ersten Mal haben wir uns in den Park, seine Weite und natürlich seine Bewohner verliebt, haben es genossen, den Blick über die flirrende Weite der Pfanne schweifen zu lassen und die Abende an den beleuchteten Wasserlöchern ausklingen zu lassen. Nun wollen wir unserem Nachwuchs das erste Mal Etosha zeigen und sind natürlich total gespannt, wie der Park auf unsere Töchter wirken wird und darauf, wie der Westen des Parks auch uns gefallen wird, denn dieser Teil gehört zu dem wenigen echten Neuland dieser Reise.

In Kamanjab tanken wir noch einmal auf, denn unsere nächste Tankmöglichkeit wird erst wieder in Okaukuejo sein und daher müssen wir auch die Pirschfahrten im Westteil des Parks benzintechnisch gut planen.
Die Fahrt gen Galton Gate zieht sich ein wenig, zuerst führt die Straße eine ganze Weile an Farmland vorbei, dann schließlich verdoppelt sich die Höhe der Zäune am Straßenrand und wir fahren an Nationalparkgebiet vorbei. Nur selten treffen wir auf der Straße auf ein anderes Fahrzeug. Am späten Vormittag sind wir dann endlich angekommen.

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Am Gate wird unser Bus von zwei Polizisten unter die Lupe genommen und wir werden gefragt, ob wir Waffen oder eine Drohne dabeihaben würden. Danach betreten wir das Turmzimmer, um uns zu registrieren. Die anwesende Dame stellt uns unser Permit aus. Unsere Reisepässe will sie jedoch weder sehen, noch will sie sie gar einscannen.
Wir werden ins Verwaltungsgebäude geschickt, um die Parkgebühren zu zahlen. Die dort wartende Dame erklärt uns, dass das Kartenlesegerät defekt sei und wir den Betrag für die sechs Tage, die vor uns liegen, nur bar zahlen könnten. Soviel Geld haben wir aber nicht dabei... Zum Glück meint sie dann aber, dass wir in diesem Fall auch erst in Okaukuejo zahlen könnten und so verlassen wir unverrichteter Dinge das Gebäude und besteigen unser Gefährt.

Voller Vorfreude folgen wir der sich windenden Dirtroad in den Busch.
Dieser ist weit trockener und wesentlich lichter, als wir erwartet hatten, denn wir sind nach der guten Regenzeit dieses Jahres davon ausgegangen, dass das Gras auch Anfang August noch viel höher stünde. Dies ist aber nicht der Fall - im Gegenteil: In weiten Teilen wirkt die Landschaft extrem ausgedörrt und entsprechend wenig Gras- und Blattfresser sind zu sehen. Es dauert eine ganze Weile, bis wir unsere erste Sichtung haben: Ein einsamer Springbock sitzt etwas weiter entfernt im Busch. Fotografiert wird er dabei nicht.
Überhaupt sehen wir in dieser Region kaum Tiere abseits der Wasserlöcher. In ihrer Nähe jedoch dann umso mehr... Wir sind zwar von unseren letzten Besuchen im Etosha große Tieransammlungen am Wasser gewohnt, aber was sich unseren Augen hier zeigt, beeindruckt uns zutiefst. Hunderte Zebras, dazwischen Giraffen und anderes Wild bevölkern die kargen Ebenen um das begehrte Nass. Und so freuen wir uns bei Renostervlei vor allem über die unzähligen Hartmanns Bergzebras, die wir noch nie zuvor so aus der Nähe beobachten konnten.

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Nachdem wir ausgiebig beobachtet haben, setzen wir unsere Fahrt gen Norden fort, immer stärker wird die Landschaft östlich der Straße jetzt von kleinen Dolomitbergen geprägt.
Auf der Zufahrtsstraße zum Wasserloch Rateldraf kommen uns zwei Autos entgegen - ein sicheres Zeichen dafür, dass hier wahrscheinlich nicht viel zu sehen sein wird. Wir erleben jedoch ein Lehrstück des Safarigrundgesetzes "right time - right place", denn kaum erreichen wir die Wasserstelle, tritt ein prächtiger Löwe aus dem dichten Busch auf die Lichtung. Zur Mittagszeit hätten wir mit einer solchen Sichtung überhaupt nicht gerechnet. Wir freuen uns natürlich total - auf dem ersten Gamedrive in Etosha gleich einen aktiven Löwen zu sehen, übertrifft unsere Erwartungen.
Der Kater schreitet an seiner potentiellen Beute langsam vorbei und wird dabei aufmerksam von Zebra, Oryx und uns beäugt. Er interessiert sich jedoch nur vage für die anwesenden Herbivoren und natürlich noch weniger für die Omnivoren in der Blechkiste.

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Langsam spaziert er zur ummauerten Pumpstation des Wasserlochs und setzt zum Sprung an. Die Kraft des Tieres verblüfft uns.

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Für kurze Zeit verschwindet er hinter dem Mauerring, kommt aber bald wieder hervor und setzt seinen Weg fort. Weit entfernt legt er sich dann unter einen Baum im Schatten zur Ruhe. Wir nehmen uns vor, am Nachmittag noch einmal hier vorbeizuschauen.

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Weil wir jetzt wieder vollständig im Gamedrivemodus sind, beschließen wir noch einen Abstecher zum Wasserloch Klippan zu machen, bevor wir zum Dolomite Camp fahren und dort einchecken und eine ausgedehnte Mittagsrast einlegen wollen.
Die Straße nach Klippan führt schnell heraus aus dem stark bebuschten Land und auf eine schöne offene Grasebene, auf der sich jedoch leider kein Tier blicken lässt. Erst nahe der Wasserstelle treffen wir auf ein immenses Wildgewimmel: Wieder stehen hier hunderte Zebras. Auch lassen sich viele Oryx, Giraffen und einige Kuhantilopen sehen. Und wir treffen hier auf die ersten wilden Elefanten dieser Reise und erfreuen uns an dem immer wieder beeindruckenden Schauspiel, wenn ein Dickhäuter sich seinen Weg durch die Massen anderer Savannentiere bahnt.

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Wir verbringen einige Zeit am Wasserloch und machen uns dann auf den Weg zum Dolomite Camp.

Fortsetzung folgt.
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