BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201617. Okt. 2024 ·
Bushtruckers schrieb:Diese Golden Monkeys sind einfach goldig! Aber der Weg dahin...
😄 😎
Bushtruckers schrieb:ich habe gleich einen Spezialisten angefragt - ich kann es nicht haben, wenn ich von etwas nicht weiss, was es ist
Das ist sehr praktisch für mich und das Forum! 🙂 1000 Dank für die fachkundigen Ergänzungen, das ist wirklich interessant und ich wäre weder darauf gekommen, dass das Chamäleon "speziell" ist, noch, dass ich nicht einen einfach sehr groß geratenen Regenwurm vor mir hatte.
Ich habe beides bei den entsprechenden Fotos ergänzt.
Eure Bilder sind wieder klasse und Eure Reise erinnert uns an unseren Uganda-Besuch während der Corona-Zeit im Sommer 21.
Die Golden Monkey's haben wir auch besucht, auch wenn uns nicht so gute Bilder gelungen sind. Ich musste damals auch noch 2 Nächte mehr verplanen, weil die Flüge 2 Tage früher starteten. Nachdem nicht die ganze Reise umgeschoben werden sollte, planten wir die 2 Nächte in Mahinga ein. Leider haben wir uns damals gegen das Gorilla-Tracking im Mahinga entschieden und waren "nur" im Bwindi. Das war auch toll, aber es tut mir immer noch leid, dass wir das zweite Gorilla-Tracking nicht gemacht haben. Aber vielleicht plane ich irgendwann nochmal eine Uganda-Reise ein. Gorilla und Schimpansen sind doch etwas besonderes.
Erstmal fahre ich aber weiter auf Eurer Reise mit.
LG Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
Bushtruckers1’589 Beiträge · seit 201417. Okt. 2024 ·
Hallo Betti
rausduefteln mache ich sehr gerne! Was nicht in meinem Buechern ist, finde ich durch die Spezialisten raus.
Wenn ich etwas hier nicht sehe, dann hast Du ja meine Mail Adresse.
Dir und St. vielen Dank fuer den echt super Bericht, den ich mit grossem Genuss verschlinge.
Liebe Gruesse Elvira
Safaris in Ostafrika
Bush Trucker Tours
www.bushtrucker.ch
Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201618. Okt. 2024 ·
Hallo ihr Lieben,
Gabi-Muc schrieb:Ich musste damals auch noch 2 Nächte mehr verplanen, weil die Flüge 2 Tage früher starteten.
Ach guck, das scheint ja fast die Regel zu sein... Bei uns lag es an der Routenänderung, aber zudem auch daran, dass wir zwei Tage früher fliegen mussten, weil der ursprüngliche Flug gestrichen wurde.
Gabi-Muc schrieb:es tut mir immer noch leid, dass wir das zweite Gorilla-Tracking nicht gemacht haben. Aber vielleicht plane ich irgendwann nochmal eine Uganda-Reise ein. Gorilla und Schimpansen sind doch etwas besonderes.
Das stimmt. 🙂 Aber man kann ja zum Glück wirklich nochmal hin.
Gabi-Muc schrieb:Erstmal fahre ich aber weiter auf Eurer Reise mit.
🤪
Bushtruckers schrieb:vielen Dank fuer den echt super Bericht, den ich mit grossem Genuss verschlinge.
Das freut mich sehr, Elvira! Vielen Dank.
Liebe Grüße, das nächste Kapitel ist fast fertig. Betti
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201618. Okt. 2024 ·
16.1.24: Wiedersehen am Lake Mburo
Wir reisten häppchenweise vom Westen des Landes in Richtung der Hauptstadt Kampala zurück. An diesem Tag kamen wir unserem Ausgangspunkt ein ganzes Stück näher, als wir vom Lake Bunyonyi zum Lake Mburo National Park fuhren, den wir erst wenige Tage zuvor verlassen hatten. Was hatten wir nicht alles binnen dieser kurzen Zeit erlebt.
Als wir Peter nach dem Frühstück trafen, hatte er erstmals seit Tagen kurze Hosen angezogen und wir wunderten uns, denn zuletzt war es morgens und abends ziemlich frisch gewesen. Doch das änderte sich nun zusehends, als wir aus den Bergen und Hügeln ins Flachland zurückkehrten. Es war angenehm warm und die Sonne schien.
Marabu mit Mitteilungsstau
Long-crested eagle
European bee-eater
Die Fahrt wurde wieder zur Birding-Tour, Peter fuhr extra langsam und ein ums andere Mal stiegen wir aus, um die Vögel möglichst aus der Nähe zu erwischen. Das gelang mal mehr, mal weniger gut, machte uns aber wie immer großen Spaß.
Yellow-throated Longclaw
Turmfalke (Merci Bele)
Thomas und ich hatten schon einige Tage zuvor von anderen Reisenden einen Tipp für eine Unterkunft in Entebbe bekommen, auf deren Gelände sich regelmäßig Turacos und ein Palm-nut Vulture tummeln sollten. Wir fanden, das klang sehr gut und dass unser Bedarf in dieser Hinsicht keineswegs gedeckt sei. Wir riefen also bei unserer Agentur an und fragten, ob wir kurzfristig vom eigentlich gebuchten Pineapple Guest House (das sicher auch eine gute Wahl gewesen wäre) auf das ViaVia Entebbe umschwenken könnten. Nach einer halben Stunde kam der Rückruf: Ja, das ging. Ohne Umbuchungskosten, ohne größeren Aufwand, einmal mehr beeindruckte mich die Flexibilität, der wir hier begegneten.
Auch Peter telefonierte und das ziemlich lang, beides war eher ungewöhnlich und er entschuldigte sich. Seine Tochter bekam neuerdings einen fiesen Ausschlag und juckende Blasen beim Wäschewaschen, an dieser mühsamen Arbeit waren sowohl seine Frau als auch alle seine Kinder egal welcher Altersklasse beteiligt.
Ich mochte mir kaum ausmalen, welche Berge die Großfamilie wohl täglich per Handwäsche bewältigen musste, Thomas schlug Handschuhe vor im Kampf gegen die offensichtliche Allergie, ich fragte nach der Möglichkeit einer Waschmaschine. Die sind natürlich in Uganda purer Luxus und auch kostspieliger als ich dachte, mehrere Hundert Euro schon für ein gebrauchtes Exemplar, puh.
Das Thema beschäftigte uns eine Weile und ich kam zu dem Schluss, dass ich meine Waschmaschine liebte und mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen konnte. Peter glaubte mir gern, dass sie - wie von mir behauptet - "lifechanging" sein könnte, sein Problem löste das aber noch nicht.
Schließlich fuhren wir wieder durch das kleine Sumpfgebiet auf dem Weg zum Lake Mburo National Park, ...
... und als wir am Gate parkten, um die Formalitäten zu erledigen, entdeckte ich in einem Baum ein winziges Tier, dessen Konstruktion mich sehr beeindruckte - eine Gelbflügelfledermaus.
Wir rollten durch den Park und waren pünktlich zum hervorragenden Mittagessen zurück in der Mihingo Lodge, einem unserer Lieblingsplätze auf dieser Reise.
Es war toll, wieder hier zu sein, die Mitarbeiter begrüßten uns überschwänglich und Topi, die ihren freien Tag hatte, kam sogar eigens vorbei, um Hallo zu sagen. Wir fühlten uns sofort wieder pudelwohl.
Wir zogen nicht in dasselbe Zelt oben auf dem Felsen, sondern in eins weiter unten inmitten des Dickichts. Auch hier gefiel es uns gut, das andere war aber noch herausragender gewesen mit dem weiten Blick und der exponierten Lage. Aber wir waren ja auch nur für eine Nacht da und das andere Zelt eben besetzt.
Am Nachmittag fuhren wir mit Peter in den Park. Eine schöne, entspannte Ausfahrt und der letzte richtige Gamedrive dieser Reise.
Striped kingfisher
Wieder waren kaum andere Autos unterwegs. Wir nahmen uns Zeit, blieben lange stehen, wenn uns etwas gefiel und ließen uns nach den intensiven Erlebnissen der vergangenen Tage einfach treiben.
Auch die Rothschild-Giraffen fanden wir wieder, ein schöner Abschluss unserer Safaris in Uganda.
Greater Bue-eared Starling (Danke Elvira!)
Am Abend war das Essen erneut fantastisch, der Chef weiß einfach, wie es geht. Wir quatschten mit anderen Gästen und genossen in vollen Zügen, noch einmal hier zu sein.
Auf dem steilen Weg hinunter zum Zelt scheuchten wir in dem kleinen Wäldchen unbeabsichtigt eine Eule auf, die im Baum direkt vor unserer Tür gehockt hatte. Das Insektenkonzert war inmitten des Buschs viel heftiger als oben auf dem Felsen, ein Schlaflied, das ich mir besser nicht vorstellen konnte - ganz schön laut und doch beruhigend.
Champagner8’787 Beiträge · seit 201019. Okt. 2024 ·
Guten Morgen Betti, ich will gerade gar nichts zu eurem tollen Bericht schreiben, weil mir leider die Zeit und die Muße fehlt, um mich so richtig darauf einzulassen (kommt aber bestimmt bald 🙂 ), aber beim Überfliegen mit dem Kaffeebecher in der Hand bin ich darüber gestolpert:
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201619. Okt. 2024 ·
Good morning ihr Lieben,
picco schrieb:...ich dann so aus der Wäsche schau...
😄 😉
picco schrieb:Und wieder mal ein kleines 'Danke' für zwischendurch!
Und ein dickes Danke zurück!
Champagner schrieb:Das sieht mir eher nach einem Turmfalken aus!
Au man, Bele, vielen Dank, nun fällt es mir auch wie Schuppen und so... Hm, das ist nun schon eine etwas peinliche Unwissenheit meinerseits... 😊 Merci!
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201622. Okt. 2024 ·
17.1.24: Schlemmen wie die Könige
Die Baboons weckten uns am Morgen. Es gibt schlechtere Wecker. Allerdings war es noch sehr früh, dabei hatten wir eigentlich Zeit. Es stand nur der letzte Streckenabschnitt unserer Reise an. Es ging knapp 230 Kilometer zurück nach Kampala.
Das Frühstück in der Mihingo Lodge ist wie alle Mahlzeiten an diesem Ort ein echtes Highlight. Dennoch war ich wie immer viel früher fertig als Thomas, der sich noch einen Kaffee nachgoss, und hatte Hummeln im Hintern. Ich lief ein wenig auf dem Felsplateau herum, vor allem die Zelte hier oben liegen traumhaft und auch die Nachbarn gefielen mir außerordentlich gut.
Einige Klippspringer waren ebenfalls beim Frühstücken und schauten skeptisch, als sie mich mit der Kamera entdeckten. Ich mag diese hübschen Antilopen mit ihren großen Augen und dem Spitzentanz.
Der Abschied fiel uns schwer, als wir schließlich vom Berg hinunter und zu Peter ins Auto kletterten. Unser Permit für den Lake Mburo Nationalpark war abgelaufen, doch Peter machte aus der Fahrt durch die Umgebung einen kleinen Gamedrive. Elands, Büffel, Zebras und das Vieh der Dorfbewohner teilen sich hier einträchtig die Weideflächen, das Gebiet gehörte einst zum Nationalpark, immerhin, eingezäunt ist es an dieser Stelle nicht und die Tiere können frei umherziehen.
Wieder hing viel Feuchtigkeit in der Luft, in den vergangenen Tagen war das Wetter insgesamt trüber geworden, auch wenn am Mittag fast immer die Sonne schien.
Die durch die in den vergangenen Monaten ungewöhnlich häufigen und auch heftigen Regenfälle entstandenen Sümpfe waren für die Wasservögel buchstäblich ein gefundenes Fressen.
Und auch die Menschen machten sich das viele Wasser zunutze. Zurück auf der Straße nach Kampala, sahen wir sie überall ihre Autos und Boda-Bodas in dem seichten Wasser der Sümpfe waschen. Das ist natürlich eine Katastrophe, aber woher sollen sie das wissen? Ich musste an meinen Vater denken, der jahrzehntelang verlässlich wie ein Uhrwerk an jedem Sonntagmorgen den Wagen auf dem Hof fein säuberlich eingeschäumt und gewaschen hatte. Was ihm damals zu einer unverrückbaren Routine geworden war, ist heute aus gutem Grund verboten.
Wir fuhren vorbei an den vielen Straßenständen, die Fisch sowie kunstvoll gestapeltes Obst und Gemüse anboten, ...
... und erreichten nach etwa zwei Dritteln der Strecke den Äquator. Rund um die Linie, die Nord- und Südhalbkugel teilt, haben sich Bars, Restaurants und Souvenirshops angesiedelt. Eine kleine Demonstration mit einer Blumenblüte, die sich auf der einen Hälfte nach links, auf der anderen nach rechts und direkt auf dem Äquator gar nicht im Sog einer nach unten offenen Wasserschüssel um ihre eigene Achse drehte, war überraschend anschaulich und interessant.
Dann setzten wir uns vor ein uriges Restaurant, Peter hatte am Vortag unser Okay für ein weiteres traditionelles Mittagessen eingeholt. Wir wussten nicht, was uns erwartete, und Peter machte es spannend.
Wir bekamen Schälchen mit einem Päckchen darin, das wir nun öffnen sollten. Das war gar nicht so leicht, denn das kunstvoll gewickelte Gebilde war kochend heiß.
Luwombo, so erklärte uns Peter, ist in Uganda nicht einfach nur ein Essen, sondern ein ganz besonderer Leckerbissen - ein traditionelles Gericht für Könige und zu besonderen Anlässe. Die einzigartige Zubereitung ist aufwändig, allein das Dämpfen des Eintopfes auf dem Holzkohleofen dauert sechs Stunden. Peter hatte daher schon am Vortag telefonisch vorbestellt.
Dadurch, dass die Zutaten und die Sauce in ein Bananenblatt gewickelt und dann gegart werden, gehen keine Nährstoffe verloren, Luwombo gilt daher als besonders gesund. Mein Päckchen enthielt ein Stew mit Nüssen und Pilzen, Thomas hatte Pilze und Fisch. Ich hätte noch ein wenig Salz und Pfeffer vertragen können, doch Gewürze haben in Uganda keine Tradition, weil es sie früher schlichtweg nicht gab.
Wir beide mochten unser Luwombo sehr gern und wussten seine besondere Rolle zu schätzen, benötigten aber nach dem bereits üppigen Frühstück die Hilfe von Peter, um die Teller blank zu putzen. Er musste sich bestimmt schon mehr überwinden in seinem Leben als in diesem Moment.
Peter erklärt das Nationalgericht Luwombo auf seinem Youtube-Kanal. Bei 18.02 Minuten kommen wir ins Spiel und verbrennen uns ein wenig die Finger. 😉
Pappsatt machten wir uns wieder auf den Weg, und ich döste auf der Rückbank vor mich hin. Typischer Fall von Fresskoma. Was egal war, denn wir näherten uns der Hauptstadt und steckten zusehends in dichtem Verkehr. Peter hatte sich allerdings vorab informiert, welche Brücken und Straßen möglicherweise gesperrt sein würden. Das kann jederzeit passieren und gegebenenfalls Stunden kosten. Wir kamen wie schon zu Beginn der Tour ziemlich gut durch.
Am Nachmittag rollten wir auf den Hof des ViaVia Entebbe, das nur wenige Kilometer vom Boma Guesthouse entfernt liegt, unserer ersten Bleibe zum Auftakt der Reise. Das Zimmer im ViaVia war schlicht, aber sehr ausreichend, der Garten, in dem auch Zeltunterkünfte gemietet werden können, einfach nur herrlich.
Viel Grün, hohe Bäume und statt eines Pools ein kleiner See. An dessen Ufer wuchsen einige Palme - und wie erhofft fand sich auch relativ schnell der Palm-nut Vulture ein, von dem uns andere Reisende unterwegs erzählt hatten. Er ist nicht immer, aber wohl gern und häufig hier.
Wir setzten uns ins Kaffee inmitten des Gartens, das gleichzeitig Restaurant und Bar ist. Ein lässiger, gemütlicher Ort, viele junge Leute, aber nicht nur, später kamen viele in Kampala lebende Expats zum Essen hierher. Ein sicheres Indiz für Qualität, und wenn wir nicht schon so viel gegessen hätten in den Stunden zuvor, wäre es nicht nur bei der Kleinigkeit geblieben, mit der wir zumindest kulinarisch diesen Tag abschlossen.
Kurz vor der Dämmerung kamen die Riesenturakos, wir hatten darauf gehofft, sie aber um ein Haar verpasst, ein aufmerksamer Mitarbeiter machte uns auf die Vögel aufmerksam, die über uns durch die Bäume turnten.
Auch der Geier schaute noch einmal vorbei. Das gefiel uns alles richtig gut, und als wir da so gechillt an diesem lauen Sommerabend unter bunten Lichterketten saßen, stießen wir an auf diese Reise, unsere Erlebnisse, vor allem aber darauf, dass alles so perfekt geklappt hatte.
Was schon nach Abschied klingt, war noch keiner, denn eine letzte Aktivität stand am nächsten Morgen an. Mit ihr schloss sich der Kreis, und wir freuten uns darauf.
Liebe Betti! Jetzt ist dein Reisebericht fast fertig und endlich habe ich es geschafft, alles nachzulesen - irgendwie hatte ich den ganzen Sommer über kaum Zeit und 4 Wochen Urlaub auf Vancouver Island und Umgebung waren auch noch dabei. Trotzdem will ich mich hier nun noch ganz herzlich bei dir bedanken. Eine wunderbare Reise habt ihr da gemacht und eure Bilder sind wie immer allererste Sahne!!! Am meisten habe ich mich über das "virtuelle" Wiedersehen mit Mark von den Mgahinga Gorillas gefreut, den wie 2022 auch besucht haben - schön, dass es der Gruppe gut geht! Also nochmals - vielen Dank für den kurzweiligen Bericht mit den wunderschönen Fotos! Herzliche Grüße aus Bayern, Kathrin
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201627. Okt. 2024 ·
Hallo liebe Kathrin,
Katma1722 schrieb:4 Wochen Urlaub auf Vancouver Island und Umgebung waren auch noch dabei.
Wow, einfach toll!!!
Katma1722 schrieb:Eine wunderbare Reise habt ihr da gemacht und eure Bilder sind wie immer allererste Sahne!!!
Vielen lieben Dank für das Bilderlob! Uns hat die Reise auch richtig gut gefallen.
Katma1722 schrieb:Am meisten habe ich mich über das "virtuelle" Wiedersehen mit Mark von den Mgahinga Gorillas gefreut, den wie 2022 auch besucht haben - schön, dass es der Gruppe gut geht!
🙂
Morgen geht es weiter und dann ja auch langsam dem Ende zu.
Bis dahin liebe Grüße und einen schönen Sonntag, Betti
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201628. Okt. 2024 ·
18.1.24: Abschied von Schuhschnabel, Turako und Co.
An unserem letzten Morgen in Uganda fiel das Frühstück unter den hohen Bäumen des ViaVia etwas hastig aus, denn ein letztes Mal ging es für uns in den Mabamba Swamp. Einige Affen leisteten uns im Garten Gesellschaft.
Tantalus Monkey
Noch einmal tuckerten wir über den Viktoriasee und wechselten dann in ein kleines Boot, unser Guide war diesmal eine junge Frau. Auch bei diesem Besuch tat sich die Sonne schwer, und kaum hatten wir Mabamba erreicht, begann es zu tröpfeln. Peter hatte geistesgegenwärtig eine blaue Plane aus dem Auto mitgenommen, unter der wir uns nun zusammenkauerten. Eine helle Freude war das alles nicht.
Wir fuhren auf direktem Weg zu einem Schuhschnabel, der am frühen Morgen eingeflogen war. Mittlerweile hatte ich einen etwas geübteren Blick und sah ihn schon aus der Ferne auf seinen staksigen Beinen in der Landschaft stehen, allerdings auch drei Boote, in denen für meinen Geschmack viel zu viel Bewegung und Geplauder war.
Wir hielten in großer Distanz, ein akzeptabler Platz war ohnehin nicht frei. Als die Bootsinsassen, die alle zusammen einer größeren Reisegruppen angehörten, nun auch noch unter großem Gekicher und mit wenig Geschick mit ihren riesigen Planen zum Schutz gegen den Regen herumwedelten, ahnte ich Böses. Der Vogel hatte unseren viel zu lauten Artgenossen bereits den Rücken zugekehrt - er würde wohl bald die Flucht ergreifen.
Das wollten wir keinesfalls noch einmal sehen, die Szenerie behagte uns ganz und gar nicht. Ich sprach kurz mit Thomas und drehte mich dann zu Peter um, der hinter mit saß, und signalisierte ihm: Das war's. Wir wollten weg.
Peter flüsterte nun lange und intensiv mit dem Guide, und ich fragte mich schon, warum wir nicht einfach fuhren, da erklärte er uns ihre Gedanken. Sie sagte, sie kenne solche Gruppen, sie seien immer in Eile und verfügten über wenig Geduld. Da sie schon eine Viertelstunde da seien, würden sie sicher gleich weiterziehen, und dann wären wir allein mit dem hungrigen Vogel, der offenkundig fischen wolle.
Hm. Wir überlegten und gaben uns schließlich noch 15 Minuten, doch so lange mussten wir nicht warten. Die Gruppe machte sich auf den Weg. Endlich Ruhe. Puh.
Wir fuhren nicht frontal, sondern in einem Bogen seitlich an den Vogel heran. Wenn wir still wären, würde er in unsere Richtung kommen, prognostizierte der Guide. Sie hatte auch damit Recht und imponierte mir immer mehr.
Das Tier schritt langsam durch das hohe Gras und bis zur Wasserkante. Es war so still, wir hörten jede Fliege und jede Libelle, die über das Wasser flog. Es war herrlich, und der Regen hatte auch gestoppt.
Wir alle genossen dieses tolle Schauspiel, auch Peter und sein Kumpel Herbert, der für Peters Youtube-Kanal filmte. Es dauerte nicht lang, da startete der Schuhschnabel die ersten Jagdversuche.
Blitzschnell tauchte er ab und wieder hervor. Dass er so flink sein kann hatten wir diesem Vogel, der sonst immer eher in Zeitlupe unterwegs gewesen war, gar nicht zugetraut. Der erste Versuch ging noch daneben,...
...aber schon beim zweiten bewies er sein großes Geschick.
Nur kurz zappelte der Lungfish in seinem riesigen Schnabel, dann hatte er ihn schon ratzeputz verschluckt.
Wir waren schon eine ganze Weile im Sumpf und dachten, dass wir nun sicher zurückfahren würden. Doch alle an Bord waren so begeistert von dieser tollen Situation und Beobachtung, dass wir einfach noch blieben. Das Licht wurde etwas besser, und am Ende verbrachten wir fast eineinhalb Stunden als einziges Boot beim Shoebill. Uns wurde es keine Minute zu lang.
Der Vogel hatte sich mittlerweile direkt an die kleine Wasserstraße gestellt, über die wir zuvor gekommen waren. Der Weg war nun damit tabu, dumm war nur, es gab keinen anderen.
Also mussten wir uns Meter für Meter durch die Farne schieben, eine mühsame Arbeit vor allem für den Bootsführer, der uns mit einem langen Stab aus der Misere bugsierte. Jenseits des Schilfs beobachteten wir, wie der Schuhschnabel einen weiteren Fisch aus dem Wasser zog. Er war wirklich ein beeindruckender und erfolgreicher Jäger.
Auf dem Weg zurück zum größeren Boot fragte ich Peter, worüber er da eingangs so eindringlich mit dem Guide geflüstert habe. Er lachte. Er habe ihr erklärt, dass wenn wir den Vogel stören und er vor uns davonfliegt, "Betti will kill me".
Naja, ganz so drastisch würde ich das sicher nicht ausdrücken. Aber wir hatten uns in den gemeinsamen drei Wochen schon ziemlich gut kennen- und auch schätzen gelernt. Noch nie war Peter mit Gästen so lang unterwegs gewesen wie mit uns. Wir hatten uns gegenseitig sehr ins Herz geschlossen.
Zurück im ViaVia luden wir Peter und Herbert zum Mittagessen ein. Peter schwärmte von den Rolex, die es hier auf der Karte gab und die seiner Meinung nach perfekt gemacht waren. Ich liebte weiterhin meinen obligatorischen Masala Chai. Danach bat er uns um ein "Review"-Gespräch, was hatte uns gefallen, was nicht, was müsste Uganda anders oder besser machen, um den Tourismus weiter anzukurbeln.
Wir hatten ausschließlich positive Anmerkungen - bis auf zwei allerdings sehr wesentliche Ausnahmen. Wir wussten, das Thema Sicherheit beschäftigte nach den Terror-Attacken längst nicht nur uns. Und natürlich fanden wir, dass Uganda seine queer-feindliche Gesetzgebung unbedingt überdenken und ändern müsse, an der sich viele potenzielle Gäste stießen. Peter schaute ein wenig unglücklich. Wir alle wussten, da ist zumindest mit dieser Regierung wohl nichts zu machen.
Dann hieß es Abschied nehmen, denn Peter konnte uns abends nicht zum Flughafen bringen, er hatte schon am nächsten Morgen eine neue Tour. Er ist ein gefragter Mann - für uns nur allzu nachvollziehbar.
Wir befreiten Peter, den kleinen handgeschnitzten Holzgorilla, aus dem kuscheligen Handschuhfach, er würde mit uns die lange Reise nach Deutschland antreten. Der echte Peter übergab mir außerdem ein kleines Tütchen, das meine heißgeliebte superscharfe Chilisauce sowie schwarzen Tee aus Uganda und eine Gewürzmischung enthielt, beides würde in Kombination mit Milch den Masala Chai ergeben, der mein täglicher Begleiter geworden war.
Als wir ihm das Kuvert mit dem Trinkgeld überreichten, sagte ich eher instinktiv: "I can see a washing machine". Über das Thema hatten wir uns unterwegs intensiv unterhalten. Die Summe sollte wohl ausreichen, wir rechneten allerdings nicht wirklich damit, dass er das Geld in eine Waschmaschine investieren würde, und es war natürlich seine Entscheidung. Wir wussten, er will sich als Tour-Guide und - Manager selbstständig machen. Und das bedeutet erst einmal hohe Kosten.
Wenige Wochen nach unserer Rückkehr erhielten wir allerdings eine WhatsApp, und wir sahen auf einem Foto Peter und seine Frau in einem Geschäft mit vielen großen Pappkartons. Wir überlegten kurz, bis der Groschen fiel: "Sie haben eine Waschmaschine gekauft", rief ich aufgeregt, und Thomas fragte nach, ob das tatsächlich stimmte.
Wir lagen nicht nur richtig, sondern bekamen am Abend noch eine weitere Nachricht, nachdem Familie Mugogo die Maschine eingeweiht und gemeinsam fasziniert beobachtet hatte, wie sie reibungslos ihren Dienst tat. Sie hätten nie gedacht, wie leicht so eine schwere Arbeit fallen könne und wie viel Zeit sie nun für andere Dinge besser nutzen könnten, schrieb Peter. Wir freuten uns mit ihm und seiner großen Familie und tun das heute noch, wann immer wir daran denken.
Den Rest unseres letzten Tages in Uganda verbrachten wir im Garten, der uns mit seinen vielen Vögeln erneut begeisterte.
Der Palmgeier fand sich am Nachmittag auf seinem Lieblingsplatz auf der gegenüberliegenden Seite des Sees ein und auch die Turakos kamen am frühen Abend wieder vorbei.
Darunter war zu unserer großen Begeisterung auch ein Rossturako-Pärchen, diese Vögel hatten wir auf der gesamten Reise noch nicht zu Gesicht bekommen.
Leider war es schon sehr dunkel, wir freuten uns dennoch, dass wir sie auf dem letzten Meter noch sehen durften. Ein Mitarbeiter hatte uns netterweise auf sie aufmerksam gemacht. Wir hätten sie glatt übersehen, obwohl sie direkt in den Baumkronen über unseren Köpfen saßen und ich sogar immer wieder Ausschau gehalten hatte.
Schließlich packten wir unsere Sachen zusammen, parkten sie vorne an der Rezeption und setzten uns dann ins Gartenrestaurant. Das war am Freitagabend besonders gut besucht, eine entspannte Atmosphäre mit leckeren Getränken und tollen Gesprächen, es war leicht, sich hier wohl zu fühlen.
Schließlich mussten wir gehen, das Taxi kam. Der junge Fahrer erzählte uns auf dem kurzen Weg zum Flughafen von seinen Hoffnungen auf ein neues und gerechteres Uganda. Wir wünschen ihm, dass seine Träume wahr werden und die vieler Menschen in Uganda, vor allem der Jüngeren; und dass auf den Diktator Museveni eine echte Demokratie folgt. Wie schwierig, wenn nicht gar unmöglich das ist, zeigt die Dokumentation über den Rapper und Politiker Bobi Wine, der sich dem langjährigen Präsidenten und Unterdrücker bei den Präsidentschaftswahlen 2021 entgegenstellte.
Wir beide waren am nächsten Tag in unserer Welt zurück, die so anders ist als die in Uganda. Wir waren froh, diese Reise trotz anfänglicher Bedenken gemacht zu haben, sie war eine außerordentliche Erfahrung und ein voller Erfolg, nicht zuletzt dank Peter.
Vielen lieben Dank, dass ihr diese Tour mit uns gedanklich wiederholt und uns begleitet habt! Es hat mir riesigen Spaß gemacht und unsere Erlebnisse wiederaufleben lassen. Für diese Möglichkeit und den Austausch mit euch anderen Afrika-Verrückten bin ich immer wieder dankbar. Es folgt noch das abschließende Fazit.
ich bin euch hinterher gehechelt und nun pünktlich zum Ende der tollen Reise auf dem neusten Stand. Neben den Begegnungen mit den Gorillas und Schimpansen hat mich besonders euer Vogelfeuerwerk, mit dem Schuhschnabel als Hauptdarsteller begeistert.
Guten Morgen, liebe Betti, wie immer bin ich hellauf begeistert von Bild und Ton - ähm: Schrift! Neben allen anderen: Was für tolle Schuhschnabelportraits!!!!! Ganz besonders sentimental wurde ich beim Anblick der Rossturakos, den Vögeln, „die beim Fliegen immer so rot werden“ (Zitat 1987 Kivu-See)…. Herzliche Grüße Friederike
Ihr Lieben, vielen Dank für den ausführlichen Bericht und die tollen Fotos. 😘 Wir sind vor einer guten Woche aus Uganda zurückgekehrt 😘 und hatten eine ähnlich tolle Tour wie ihr. Ich bin noch ganz begeistert von unserer 3. Ugandareise. Wir hatten ein Riesenglück mit dem Wetter und konnten die Regenhosen- und Jacken im Koffer lassen. Für uns war es eher eine Tour in ein Kinderheim, als eine Tour zu vielen Vögeln. Dennoch haben wir viele Vögel und andere Tiere genossen und natürlich die Mihingo Lodge mit ihrem hervorragenden Essen. Wir waren u.a. mehrere Tage auf Kluges Guestfarm und auch das war ein echtes Verwöhnprogramm für unsere Mägen! Sicherlich wird es auch für euch ein weiteres Mal Uganda geben, genießt all eure tollen Erinnerungen! 😗
Hallo Betti, herzlichen Dank, dass wir euch auf dieser ganz besonderen Reise begleiten durften! Die Sichtung mit dem Schuhschnabel war ein schöner Abschluss. Ich werde wohl nie nach Uganda reisen, deshalb habe ich die virtuelle Reise besonders genossen. Dass sich euer Guide dank euch eine Waschmaschine gekauft hat finde ich grossartig! Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
Ach, seufz! Schon vorbei! 🙁 Der aus dem Bild fliegende Purple Heron ist mein Lieblingsfoto im letzten Beitrag, trotz all der tollen Fotos vom Shoebill, um die ich euch sehr beneide. Gut, dass dieser nicht weg geflogen ist, sonst gäbe es jetzt einen Guide weniger in Uganda. 😗 Vielen Dank für diesen - wieder mal - tollen Bericht mit unübertroffenen Fotos! LG aus HH Karsten
auch wenn ich mich kaum zu Wort gemeldet habe - das war wieder mal ein Reisebericht der EXTRAKLASSE! Habt ganz vielen Dank für diese super Unterhaltung. Ich war immer mit dabei und ich war begeistert.
Bei uns liegt ein fertiger Uganda-Touren-Plan schon seit Jahren in der Schublade - geschafft haben wir es bis heute nicht. Wahrscheinlich wird das auch nichts mehr, irgendwie fühlen wir (speziell ich) uns nicht mehr sooooo fit, um solch eine strapaziöse Reise auf uns zu nehmen.
Stellt Euch vor, wir waren im August / September auf den Lofoten. Genial, einfach nur traumhaft! Mal schauen, ob´s für Afrika mal wieder reicht. Uganda wohl eher nicht, aber der Caprivi, der würde uns nochmal anmachen.
Liebe Grüße zu Euch Beiden. Wir haben Euch in Büsnau letztes Jahr kennengelernt und Ihr seid zwei gaaaaanz gaaaanz Nette!
Deinen Reisebericht habe ich erst vor einigen Tagen entdeckt, habe mich dann festgelesen und natürlich immer wieder eure fantastisch schönen Bilder bestaunt und genossen. Ein herzliches Danke und ein elefantendickes Kompliment von mir für diesen tollen Bericht aus dem zentralen Afrika.
durch deinen Bericht habe auch ich den Mut gefasst und werde im nächsten Jahr eine sehr ähnliche Tour mit dem gleichen Anbieter fahren. Sicher werde ich hier im Laufe der Zeit immer wieder nochmal nachlesen wie es sein wird und die Details planen. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Reise mit euch ...