Dein Bericht kommt wie gerufen. Vielen Dank dafür und wenn ich darf, möchte ich mich gerne irgendwo noch reinquetschen. Mit Klaudi hatte ich vor längerer Zeit auch schon mal Kontakt, da mir ihr Bericht sehr sehr gut gefallen hat. Prima, dass das alles so super mit Euch geklappt hat. Jetzt freue ich mich auf viele Erlebnisse - es wird, so denke ich, nicht langweilig mit Euch! 🙂
Herzliche Grüße der bayern schorsch, der längst schon mal wieder in die Mara möchte
Was dein Schlangenadler betrifft, bin ich - wie Sascha - auch für einen Raubadler. Dein Bienenfresser ist so klein, da es ein Zwergspint ist und der Geier ist ein Kappengeier.
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201530. Nov. 2021 ·
Guten Abend zusammen 🙂
@Mabe Ja genau, wir waren nur in der Mara unterwegs.
@bayern schorsch Wie schön, dass du auch mit dabei bist 🙂 Ist wirklich toll, was über dieses Forum für tolle Verbindungen entstehen!
@H.Badger Danke lieber Sascha, da gehe ich mit - kannte den Adler, bringe nur die Namen oft noch durcheinander 🙂
@Daxiang Auch dir vielen Dank liebe Konni! Stimmt, den Kappengeier hatte ich in deinem Bericht gesehen! Gut zu wissen, dann habe ich ja immer noch keinen normal großen Bienenfresser gesehen, die waren nämlich alle so mini, die ich vor die Linse bekommen habe.
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201501. Dez. 2021 ·
Kapitel 3 - Flecken satt
Petra ist wie immer schon lange vor mir wach und genießt ihren Kaffee im Dunkeln auf der Terrasse. Man hört Hyänen und ein bisschen unheimlich ist es ihr heute noch. Die Hyänenrufe zaubern mir schon nach dem Aufwachen als erstes ein Lächeln ins Gesicht. Aber eins weiß ich jetzt schon: Diese gewöhnungsbedürftige Kombi aus einer dicken Kolter zwischen zwei losen Bettlaken werde ich nach dem Urlaub bestimmt nicht vermissen 😄 Sowas von umständlich... Egal, die Savanne ruft, dafür würde ich sogar im Auto schlafen.
Vorne im Loungebereich des Camps wartet Klaudia schon auf uns und es gibt noch einen Kaffee bevor George das "Go" gibt. Es dämmert bereits ein wenig und frisch ist es auch. Wir sind sehr gespannt, was George heute Morgen für uns auf dem Programm hat!
Als allererstes lernen wir die "stinky bridge" (wie ich sie von nun an nur noch nenne) kennen, die für uns eine sehr gute Orientierung darstellen wird, wenn man schon sonst nicht weiß, wo man gerade herumfährt.
Unweit der Brücke steuert George einen Hyänenbau an. Ich weiß, was jetzt kommt!!!! Vor einigen Tagen hatte George etwas gaaanz Entzückendes in seinem Whatsapp-Status. "Das möchte ich bitte auch", schrieb ich ihm und so verzückt uns nun dieser liebenswerte Hyänennachwuchs! (Das Licht ist noch grottig, aber filmen klappte super)
Langsam taucht die Sonne am Horizont auf und es wirkt alles so friedlich. Dieser Moment ist ganz für uns alleine und vor lauter Glück laufen mir heimlich Freudentränen über die Wangen. Es ist gerade einfach nur perfekt.
Wenn es nach mir ginge, könnte ich noch Stunden hier stehen bleiben und diesen goldigen, dicken, trotteligen Moppes beobachten (also den aller kleinsten von ihnen). Für mich gibt es in der Tierwelt tatsächlich nichts süßeres als so eine kleine Hyäne! ....das waren übrigens die ersten Flecken für heute 😉
Ich gebe irgendwann nach und wir fahren weiter. Unterwegs begegnen wir einem Straußenmann - das meine Lieben, ist der einzige Vogel, bei dem ich mir mit der Bestimmung zu 100% sicher bin 😄 Da wir ihm recht nahe kommen, sehen Petra und ich zum ersten Mal richtig, wie so ein männlicher Strauß kackt. Und was da währenddessen aus seiner Kloake herauslugt. Danach entscheide ich für mich, dass ich Strauße jetzt irgendwie eklig finde.... 😵
Schon bald nähern wir uns einem Kadaver, dessen Müllmänner tatsächlich den Seitenhieb "sabbernde, dreckige Aasfresser" verdient hätten - wenn ich Hyänen nicht so toll fände! Die anderen machen mich darauf aufmerksam, dass dies der Kadaver von gestern sei und wir auf der anderen Seite des Flusslaufs stehen würden. Ich verabschiede mich endgültig von meinem Orientierungssinn...
Im wunderschönen (Ironie) Gegenlicht erleben wir hier einige Zeit, was bei Hyänen die Rangordnung bedeutet. Es wird gekrischen und gekichert und ich liebe diese Laute einfach!
Hier sieht man, wie heftig das Gegenlicht war. Die Bilder sind nur dank Nachbearbeitung vorzeigbar geworden 😛
Ein Stück weiter dümpelt eine ganze Herde Hippos im Wasser.
Und hier haben wir unseren ersten Kingfisher 🙂 (da finde ich übrigens den englischen Namen schöner)
Und unser erstes Krokodil muss auch festgehalten werden!
Weiter geht es an einem sehr bebuschten Flusslauf entlang. Wir sind uns ziemlich sicher, dass George auf Leopardensuche ist. Er lässt sich bei sowas ja fast nie in die Karten schauen. Rückblickend weiß ich mittlerweile, dass dies das Gebiet von Kaboso ist, einer berühmten Leopardin.
Währenddessen bekommen wir aber viele Gelegenheiten, die verschiedensten Tiere zu beobachten. Es ist toll, wenn man mal nicht selbst alles absuchen muss, sondern sich ganz auf jemanden verlassen kann.
Ein Glanzstar, der seinem Namen alle Ehre macht!
Gaukler hatte ich mir auch gewünscht!
Was bin ich?
Ist das eine normale Gabelracke oder auch wieder irgendwas anderes?
Um 9 Uhr halten wir an einem wunderschönen Plätzchen für unser erstes Frühstück in der Mara. Mit Blick auf Gnus und Impalas schmeckt das Lunchpaket gleich noch besser.
Nach dieser ausgiebigen Frühstückspause setzen wir unsere Suche fort. Was suchen wir eigentlich jetzt? Viel Steppenwild, Mangusten und einige Vögel kreuzen unseren Weg.
Keine Ahnung, ob das jetzt wieder ein Zwergspint ist oder tatsächlich ein großer Bienenfresser...
Plötzlich fährt George schnurstracks auf einen Baum zu. Da wird doch nicht? - Nöö, keine Flecken, aber DER Grund für Flecken irgendwo hier in der Nähe!
George vermutet, dass der Leopard sich irgendwo unten am Flusslauf aufhält und vor heute Nachmittag nicht zu seiner Beute zurück kehrt. Leider bleibt unsere Suche erfolgslos.
Bevor wir aber zur Mittagspause ins Camp zurückkehren, suchen wir noch ein paar Büsche ab. Plötzlich entdecke ich etwas, wovon ich denke, es sei Plasiktmüll. Nein, es sind einfach Blumen, die dort unter einem Busch blühen und aussehen, wie Plastikdeko im russischen Stil.
Kurz vor dem Camp entdecken wir noch einen Vertreter unserer Wunschliste: Einen Hornraben - nein, gleich zwei! So groß sind die?! Ganz schön beachtlich...
Im Camp angekommen ziehen mehr und mehr Wolken auf. Ob das heute mal was wird mit einem Sonnenuntergang? Haha, wenn wir wüssten.... Für einen Sonnenuntergang hätten wir ja gar keine Zeit gehabt! 🤩
die kleinen Hyänen sind ja süss. Da hätte ich es auch stundenlang aushalten können!
Deine Plastikdeko Blumen im russischen Stil sind übrigens Blutblumen und gehören zu den Amaryllisgewächsen. Habe vor langer Zeit mal eine Knolle gekauft und die blüht nun jeden Sommer bei uns auf der Terrasse.
...das waren übrigens die ersten Flecken für heute 😉
Bin schon ganz gespannt wann die Zweiten kommen und freue mich auf die Fortsetzung.
Hallo Laura, ein kleines Danke zwischendurch. Ich muss mich jetzt etwas weiter aus dem Fenster lehnen, da meine Bestimmungsbücher alle in HH sind (abgesehen von "Vögel auf den kanarischen Inseln"), aber ich denke, dass dein Bee-eater wieder ein Little Bee-eater ist (der blaue Lidschatten ist verräterisch), die Gabelracke (scheußlich, diese deutschen Namen) ein Lilac-breasted Roller und der Kingfisher ein Grey-headed. LG aus Puerto, Karsten
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201502. Dez. 2021 ·
Hallo zusammen 🙂
@Daxiang Vielen Dank auch für die Pflanzenbestimmung, interessant zu wissen! Mein Corona Hobby ist ja mittlerweile meine große Sammlung an Grünpflanzen, aber speziell eher Philodendren und Alocasien. Ich hatte tatsächlich auch kurz mal Amaryllis vermutet. Beim Greifvogel ist es ja auch nochmal schwerer, da es wohl ein Jungtier ist. Flecken kommen noch einige 🤩
@KarstenB super, vielen Dank! Jetzt habe ich mal ein gutes Indiz mit dem blauen Lidschatten 😁
@CuF Na, immer noch am Rätseln? 😄 da kommt noch der ein oder andere Adler...
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201502. Dez. 2021 ·
Kapitel 3 Fortsetzung
Nach einer kurzen Mittagspause geht es um 15 Uhr wieder raus aus dem Camp. Weit kommen wir allerdings nicht. Nach vielleicht 5 Fahrminuten treffen wir auf Geparden-Mama Kuleta mit ihren Cubs. Unsere allerersten wilden Geparden! Viel Action kann man hier natürlich nicht erwarten, aber wir genießen ihre Nähe sehr!
Ihr könnt euch denken, was unser nächstes Ziel ist oder? Klaro, der Leo-Baum!
Leider ist der oder die Verursacherin noch immer nicht in Sicht. Also wird noch einmal alles abgesucht. Wieder erfolgslos. Dann tuckern wir halt so vor uns hin, ohne das Gebiet zu weit zu verlassen. Falls sich etwas tut am Baum, so wird George es erfahren.
Den kenne ich - ein Gleitaar! Davon werden uns noch einige begegnen.
Grey-headed Kingfisher, wie ich mittlerweile weiß 🙂 Danke Carsten und Friederike!
Wir begegnen einer großen Gruppe Paviane, die in allen Altersklassen vertreten sind. Endlich können wir auch mal Paviane fotografieren, die in Namibia extrem scheu sind. In der Mara sind sie allerdings auch sehr vorsichtig, vor allem wenn man den Fotoapparat ansetzt. Scheint für sie sehr bedrohlich zu wirken.
Während wir schmunzelnd beobachten, wie der größte Macho unter ihnen sich genüsslich lausen lässt, hält ein Auto neben uns und George hält ein kurzes Schwätzchen. Einen schnellen Funkspruch später heißt es nur "Hold on!". Aaahja, anscheinend tut sich Fleckentechnisch etwas... Als wir am Flusslauf in der Nähe des Baumes ankommen, sehen wir schon von Weitem die wunderschöne Leoparden-Dame Fig im Gras sitzen. Sie ruft ihren Sohn Faulu zu sich und wirkt nervös. An den Autos liegt es nicht, die nehmen die Tiere hier fast nicht wahr.
Jetzt erkennen wir den Grund - Hyänenalarm! Fig schickt ihren Sohn sofort wieder ins Flussbett in Deckung und bleibt sehr ruhig bei der streunenden Hyäne um sie herum.
Nach ein paar Minuten setzt sie sich in Bewegung und nun erfahren wir, wie immer diese tollen Perspektiven entstehen. George weiß genau, wo er den Landi zu positionieren hat. Natürlich hat sich die Sichtung bereits herumgesprochen und so rangieren doch sehr viele Autos um die schöne Fig, die sich aber absolut nicht beirren lässt.
Recht früh kommen wir ihr aber zuvor und fahren zu ihrem Baum, da George genau weiß, dass sie jetzt fressen wird. Somit haben wir eine der besten Positionen, da jeder, der danach kommt, sich ordentlich einreiht. Ringsherum lauern auch schon zwei Hyänen. Jetzt haben wir einige Minuten Zeit, die Kameras richtig einzustellen (nein, zu diesem Zeitpunkt war es mit meiner immer noch nicht optimal). Dann betritt die Jägerin die Bühne. Mit einer gekonnten Leichtigkeit, wie ich sie noch nicht mal von meinen Katzen kenne, schwingt sie sich nach oben, bringt ihre Beute nochmal in eine sicherere Position und fängt an, ihr das Fell auszurupfen.
Hier zeigt sich wieder Petras und mein perfektes Zusammenspiel - ich filme, sie knipst in Serienaufnahme!
Sagte ich nicht, dass wir für einen Sonnenuntergang ohnehin keine Zeit gehabt hätten? Hier ist nun der Grund! Wir beobachten interessiert, wie sie beim Fressen vorgeht und z.B. die Teile der Gedärme so geschickt "auslutscht", dass der Inhalt herunterfällt. Dabei fällt sogar etwas für die Hyänen ab.
Kurz nach Sonnenuntergang ist das Licht zu schlecht für Fotos und wir beobachten nur noch fasziniert. Dann müssen wir uns allerdings langsam losreißen, da es auch für uns langsam zu dunkel wird und wir erreichen ohne weitere Zwischenfälle um kurz nach 19 Uhr das Camp. Jetzt braucht's aber wirklich Alkohol! Wenn ich mich recht erinnere, trinkt sogar Petra heute Hochprozentiges 😄 Wir drei stoßen auf einen mehr als erfolgreichen Tag an und kriegen von George die Anweisung: Morgen früh 5:15 Uhr Abfahrt. Na, das wird eine kurze Nacht!
Liebe Laura, was für ein schönes und intensives Leopardensighting! Und es freut mich für euch, dass ihr auch eure ersten wilden Geparden beobachten konntet. Die Mara ist schon ein besonderer Ort, an dem wir viel zu lange nicht mehr waren. Dein Bericht macht jedenfalls Lust auf eine Rückkehr in nicht allzu ferner Zukunft.
Herzliche Grüße vom Schreibtisch (und vielen Dank für die willkommene Ablenkung!) Sascha
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201506. Dez. 2021 ·
Dankeschön ihr zwei 🙂
Mal schauen, wie ich es heute Abend schaffe, den neuen Laptop einzurichten, dann macht das Schreiben noch mehr Spaß und es folgt hoffentlich das nächste Kapitel.
Bis dahin, einen schönen Nikolaus-Tag und viele Grüße vom neuesten Familienmitglied Ferdi
vielen Dank für den beeindruckenden Beginn des Reiseberichtes. Auch ich habe vor einem Jahr den Kenia-Bericht von Klaudia mit Begeisterung verschlungen und auch detaillierte Infos von ihr per PM bekommen. Irgendwann hoffe ich doch, dass Kenia/Tansania bei uns wieder einmal am Programm stehen wird 😉.
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201508. Dez. 2021 ·
Kapitel 4 Auf der Suche nach den Big 5
Petras Nacht endet, wenn ich mich recht erinnere, um kurz vor 4 Uhr Ich korrigiere, Petra besteht auf 3:45 Uhr 😄 Denn erst ab dieser Uhrzeit wird der Strom im Camp wieder angestellt und sie kann sich mit ihrem kleinen Tauchsieder ihren ersten Kaffee kochen.
Pünktlich um 5:15 Uhr verlassen wir gefühlt mitten in der Nacht das Camp. Nun heißt es erstmal Strecke gut machen. Da wird auch nicht für eine Löwin und schon gar nicht für eine Hyäne in der Dunkelheit gehalten. Heute fahren wir zum Sand River und damit zur Grenze nach Tansania.
Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, da höre ich mit einem Ohr, dass wir auf Serval-Suche sind. Irgendwie rödelt es in mir.... "Nein, bitte nicht in diesem schlechten Licht!" 😄 Ja, da wird jemand immer anspruchsvoller... Aber unsere Suche wird nicht von Erfolg gekrönt.
Wir erleben einen wunderschönen Sonnaufgang vor einer malerischen Kulisse von weiter Savanne gekrönt mit kontrastreichen Zebras. Leider aber auch wieder mit wolkenbedecktem Himmel.
Dafür sehen wir endlich auch mal Elandantilopen, die wir in Namibia nie auf ein Foto bekommen haben, weil sie so scheu sind. Scheu sind sie tatsächlich auch in Kenia, aber mit einem gewissen Abstand kann man sie gut ablichten und sie flüchten nicht direkt.
Vor uns liegt nun der berühmte Lookout, von wo aus man einen atemberaubenden Blick über die Mara hat! Wir sind schwer beeindruckt. Mich fasziniert momentan am meisten, Afrika endlich auch mal grün zu erleben und damit einen tollen Kontrast zur Tierwelt zu haben. Eine Sache trübt den Ausblick leider und das ist (zum Glück) eine absolute Ausnahme, die wir hier erleben. Bilder dazu erspare ich euch, aber eine Ecke hier oben gleicht einer Müllhalde. Masken, Reste von Lunch Paketen und Klopapier...
Als wir an einem kleinen Flusslauf vorbei kommen, liegen zwei Junglöwen wie gemalt im Gras im schönsten Morgenlicht. Als hätte man sie bestellt! Nachdem wir tolle Bilder aufnehmen konnten, erklärt uns George, dass sie vor Kurzem ihre Mutter verloren hätten und in einem Alter seien, in dem sie durchaus in der Lage wären, selbst zu jagen und zu überleben. Aber die beiden erwartet trotzdem eine ungewisse Zukunft.
Den ganzen Morgen schon befinden wir uns übrigens auf Nashorn-Pirsch. George erklärt uns, dass in der Mara momentan 27 Spitzmaulnashörner plus 2 Kälber leben und diese nur früh morgens oder vor Sonnenuntergang ihr Dickicht verlassen. Ich kann so offen darüber schreiben, denn hier ist Wilderei laut George absolut kein Thema. Dieses Vergehen wird aufs Härteste bestraft und das schreckt ab. Außerdem bräuchte es hier ortskundige Leute und dafür halten die Mara-Fahrer zu stark zusammen. Für uns wäre es nun kein Weltuntergang, wenn wir keins finden würden, wir haben schon etliche in Namibia bewundern dürfen, aber wenn George sich etwas in den Kopf gesetzt hat, ist er erst zufrieden, wenn er uns das auch zeigen kann. Trotzdem gehen wir erstmal leer aus bei der Suche.
Dafür hat die Mara aber nebenbei so viel Schönes zu bieten! Es müssen nicht immer die Großen 5 sein. Naja, zumindest ein Vertreter posiert hier sehr schön für uns 🙂 somit wären wir bei 2/5.
Ein Gelbkehlpieper - danke Konni 🙂
Welchen Kingfisher habe ich hier erwischt? Bzw. ist es überhaupt einer? Graufischer-Weibchen - danke liebe Konni 🙂
Dieses interessant gezeichnete Zebra erwische ich gerade noch als George schon wieder aufs Gas tritt, daher mehr ein Beweisfoto.
An einem idyllischen kleinen Gewässer neben einem massiven Leberwurstbaum ist es um 8:30 Uhr Zeit für's Frühstück. Nicht sehr weit entfernt beobachten einige Elandantilopen skeptisch unser Treiben. Für mich einer der schönsten Frühstücksplätze während des Urlaubs.
Weiter folgen wir dem malerischen kleinen Flusslauf - keine Ahnung, ob es jeweils die selben sind oder immer andere, meine Orientierung hat sich schon wenige Kilometer nach dem Camp in die Dunkelheit verabschiedet. Jedenfalls könnte das hier durchaus wieder Leopardengebiet sein. Und wir werden tatsächlich nicht enttäuscht! Auf der gegenüberliegenden Seite ruht sich ein halbwüchsiger Leo unter einem schattigen Busch aus. Ein anderes Auto macht uns freundlicherweise Platz und so können wir die Pole-Position einnehmen. Der kleine Kerl trägt den Namen Roho und ist der Sohn von Lorian. Von ihr ist nichts zu sehen, aber wir konzentrieren uns ohnehin erstmal auf den Jüngling.
Nach einer Weile reißen wir uns los, denn George möchte gerne Mama Lorian suchen. Die Suche zieht sich am Flusslauf entlang und so können wir auch ein wenig birdern und entdecken unsere ersten Reedböcke.
Petra hat's noch nicht ganz ausgesprochen, dass sie sich auch mal einen Waran wünscht, da ruft uns George von vorne zu, dass da ein Lizard im Gras herum streunt. Ich drehe mich zu Petra um: "Kannst du dir bitte öfter mal was wünschen?!" 😄 Wahnsinn, unser erster Waran! Und kurz darauf folgt schon der nächste!
Um 10:45 Uhr erreichen wir den Grenzstein, der Kenia und Tansania trennt. Die "richtige" Grenze, meint George, bilde allerdings der Sand River und die paar Meter zwischen Stein und Fluss wären sozusagen Niemandsland. Egal, wir können jetzt erzählen, dass wir auch tansanischen Boden betreten haben - genau genommen müsste man dafür jetzt 14 Tage in Quarantäne...
Links ein "T" für Tansania, rechts ein "K" für Kenia. Dazwischen verläuft die Grenze.
Am Ufer des Sand River begegnen wir vielen Geiern und einem Marabu, können aber leider nicht den Grund für diesen Auflauf ausmachen. Der Sand River an sich ist an den meisten Stellen auch gar nicht tief. Die berühmten Crossings, die man in TV-Dokus sieht, sind meist vom berühmten Mara-Fluss. Keine Ahnung, warum ich bis zu diesem Tag abgespeichert hatte, der Mara würde die Grenze zu Tansania bilden...
Einige Gnus, viele Zebras und noch mehr Büffel tummeln sich hier außerdem an den Ufern.
An einer sicheren Stelle machen wir eine kleine Pause und lassen diese wunderschöne Landschaft auf uns wirken.
Auf der Weiterfahrt sehen wir gerade noch ein paar Büffel, die kurz zuvor den seichten Fluss durchquert haben müssen. Einer von ihnen bleibt zurück und es dauert nur ein paar Sekunden, bis wir entsetzt den Grund erkennen. Er hat vermutlich ein gebrochenes Rückgrat und kommt nicht mehr richtig auf die Beine. Wahrscheinlich das Werk eines Löwen, meint George. Hiervon machen wir keine Bilder und fahren weiter. Die Natur wird das hoffentlich schnell regeln.
Unser erster Mähnenlöwe in der Mara ist alles andere als kundenorientiert und liegt flach in einem kaum einsehbaren Busch, nicht alles, dass er noch schnarcht. Hier muss man George mal wieder für seine Adler-Augen loben! Für ein Bild reicht's aber nicht.
Auch einen weit entfernten Elefanten im Flussbett fangen wir nur mit den Augen, nicht mit den Kameras ein. Aber hey, damit wären wir ja schon bei 4/5 🤩
Neben unserer ersten Leoparden-Schildkröte
...stehen jetzt wieder Vögel auf dem Programm!
Ein junger "Was bin ich"- Greifvogel Vermutlich ein junger Augur Bussard - vielen Dank Konni! Auch eine Erstsichtung 🙂
Der Hammerkopp stand auch ganz oben auf meiner Liste! Seine Nester wiegen bis zu 50 Kilo und werden nur einmal zum Brüten benutzt. Danach bauen sie wieder ein neues.
Und wir können diese wunderschönen Haubenkraniche bestaunen!
Ja, dieser Kandidat gehört auch zum Birdern 😄 Er balzt eifrig um zwei Weibchen herum (sagt man bei Straußen eigentlich auch Henne?!).
Um 13:30 Uhr steuern wir zum Lunch einen wunderschönen Leberwurstbaum an und picknicken auf dem Boden. Man, ist das schön hier!