27.09. Rückreise nach SAAußer dem Lärm von der Fernstraße, der jedoch geringer als bei den Chinhoyi Caves war, hören wir nur gegen Morgen das Läuten von Kuhglocken, Hühnergegacker und das übliche Vogelkonzert.
Wir stehen um 5:20 h auf, dennoch ist es schon kurz nach 6:30 h, als wir uns auf den Weg zur Grenze machen.

Ist das gelb blühende Gewächs eine Engelstrompete? Thevetia peruviana

Hinter Tod‘s Guest House ist die Straße recht schlecht mit vielen Schlaglöchern. Nach 30 km passieren wir die erste und einzige Polizeikontrolle heute.
Die Straße parallel zur Bahnstrecke ist von sehr wechselhafter Qualität. Der Verkehr ist noch nicht stark ausgeprägt. Rechts und links der Straße wachsen hauptsächlich Dornensträucher. Häufig sind Esel am Straßenrand, ab und zu Rinder oder Ziegen.

Die Stände, an denen Orangen verkauft werden, sind von Müll umgeben. 😐

Wir kommen an einer größeren zerstreuten Ansiedlung vorbei und sehen Schulkinder an der Straße entlang gelaufen.
Auf dem Weg zur Grenze sehen wir öfters Fahrradfahrer . Ca 15 km vor Beitbridge nehmen auch die Baobabs zu.
einzige Mautstelle zwischen Tod's Guesthouse und Grenze Leider funktioniert das Telefonieren wieder nicht, so kann ich Mr. Mpofu von der Cross Border Assistance nicht erreichen. Daher schicke ich ihm eine SMS, in der Hoffnung, dass er sie bald liest.

An der Grenze steht keiner von der Tourism Authority bereit, was jedoch nicht weiter schlimm ist, denn in weniger als 20 Minuten haben wir alle Formalitäten auf der simbabwischen Seite selbst erledigt. 🙂
Dann beginnt die Prozedur in Südafrika. Ich frage einen Officer, der mich zu dem großen Gebäude schickt. An den Schaltern im Gebäude stehen die Leute in langen Schlangen an. Damit wir uns nicht umsonst anstellen, erkundige ich mich, hier sagt man uns wiederum, dass wir uns unter den Schattendächern anstellen müssen. Dort sind die Warteschlangen noch länger. Sie führen zu mehreren Schaltern im Außenbereich. Ich spreche mit einem weißen Pärchen, sie gehen an den Schalter ran und haben Glück, dass ihre Pässe bevorzugt abgestempelt werden, da sie über 60 Jahre alt sind. Nach einem Blick des Angestellten in unsere Pässe werden wir angewiesen, uns am Ende der Reihe unter den Schattendächern anzustellen.
Ich bekomme noch mit, wie eine Angestellte einem Schwarzen in der Warteschlange sagt, er bräuchte nicht mehr hier zu warten, er käme heute nicht mehr an die Reihe. Ich komme mir vor wie in einem schlechten Film oder eher wie in einem Alptraum 🤢 . Uns spricht zum wiederholten Male ein Schleuser an, auf den wir uns schließlich einlassen, da nicht absehbar ist, ob wir heute überhaupt noch abgefertigt würden. Er versucht, nicht offensichtlich mit uns zu sprechen und gibt uns zu verstehen, dass wir ihm in den Abfertigungsbereich für Lkws folgen sollen.
Vermutlich durch die Worte der Angestellten reagieren wir kopflos, denn wir händigen ihm auf sein Drängen unsere Pässe aus 😈 und warten hinter einem Container, während er am selben Container vorne den Schalter aufsucht. Während wir auf seine Rückkehr warten, verfluchen wir uns, wie wir so leichtsinnig sein konnten, ihm unsere Pässe auszuhändigen, denn jetzt hat er uns in der Hand und kann mehr als die 500 Rand verlangen, die wir ihm bereits gegeben haben. Ob er tatsächlich was für uns macht, bezweifeln wir, denn wir können nicht beobachten, was am Schalter passiert. Als er zurückkommt, sollen wir uns mit den Menschen, die anscheinend vorher unter den Schattendächern anstanden und nun in unsere Richtung laufen, mit in die Warteschlange vor einem Gebäude einreihen. Es ist das gleiche Gebäude wie bei unserer Ausreise aus Südafrika. Zwei schwarze Frauen zicken etwas rum, weil sie der Meinung sind, dass wir uns hinten anstellen müssten, aber wir ignorieren sie. Dieses Mal kommen wir schon dem ersten Schwung in die lagerartige Halle. Abschließend müssen wir uns noch einen Stempel vom Customs holen, dann sind nach knapp 1,5 h auch die südafrikanischen Formalitäten - und wir - erledigt. Wenigstens ist der Officer, der uns den Gatepass abnimmt, ist gut gelaunt und freundlich.
Mental nach den Strapazen an der Grenze erschöpft, machen wir nach einer Weile eine Pause, um etwas zu essen und einen Kaffee zu trinken.


Auf der Weiterfahrt ärgert Christian sich, dass die gut aussehenden Gem Squash nur am anderen Straßenrand verkauft werden und wir nicht gehalten haben. Nun ist die Gelegenheit vorbei, oder doch nicht?
Als wieder Stände am Straßenrand sind, halten wir, aber die vermeintlichen Gem Squash stellen sich als Avocados heraus. 😄

Wir passieren eine furchtbare Unfallstelle, in der ein Lkw und zwei Pkws verwickelt sind. Ein Pkw liegt zum Teil unter dem LKW, der andere Pkw steht total kaputt am Straßenrand, ob da jemand überlebt hat? Wenigstens sind sowohl Ambulanz als auch Polizei schon vor Ort.
Der Unfall macht uns ganz betroffen. Jetzt sind wir dankbar, dass der Grenzübertritt länger gedauert hat, vielleicht wären wir sonst auch in den Unfall beteiligt gewesen. Uns kommen die nächsten zwanzig Minuten weitere Krankenwagen, mehrere Polizeiautos, ein Fahrzeug der Feuerwehr sowie Kastenwagen mit Warnblinkanlage entgegen. Was genau das für Fahrzeuge sind und ob sie in Zusammenhang mit dem Unfall angefordert wurden, erschließt sich uns nicht.
In Louis Trichardt tanken wir und kaufen bei Pick’n’Pay ein.
Da bleiben wir doch lieber bei Burenwurst 😛
Während Christian an der Kasse ansteht, gehe ich zum bottle store. Ich wundere mich, dass es solange bei ihm dauert. Als Christian endlich zum bottle store kommt, erzählt er mir, was ihm passiert ist:
„Als ich an der Kasse an der Reihe war, ertönte eine Klingel an der Kasse. Ich dachte zuerst, dass es ein Fehler an der Kasse sei. Ich wunderte mich zwar, dass die Kassiererin auf die Burenwurst zeigte und meinte, diese sei lecker. Dann kam die Geschäftsleitung und nahm mich mit. Ich wäre als „winner“ ausgewählt worden: mein Gewinn zwei Kilo Burenwurst. Ich musste mich an eine Pappfigur, wo nur mein Kopf und meine Arme rausschauten, hinstellen und bekam eine 2 kg Packung Burenwurst in die Hand gedrückt. Dann wurden von mir Fotos gemacht.“ Leider hat er kein Foto mit seinem Handy machen lassen.
Bei der Mall of the North fahren wir von der N 1 ab, da wir auf Toilette müssen. Die Parkwächterin ist nicht begeistert, sie möchte, dass Christian das Fahrzeug umstellt, weil er den Weg ein klein wenig blockiert. Ich vertröste sie, als ich zurückkomme, und er auch noch geht. Dafür geben wir ihr ein gutes Trinkgeld, und sie ist zufrieden. 🙂
An der Nylstrom-Mautstelle dauert es eine Weile, bis wir durch sind, da unsere Angestellte immer abwechselnd einen von unserer Seite und einen aus der Gegenrichtung abkassiert.
Wir verlassen die N 1 und weiter geht es auf de R 101, dem Nylsvley Nature Reserve entgegen. Wir freuen uns, dass wir gut in der Zeit liegen und somit die letzten zwei Nächte wie erhofft im Reserve verbringen können.
Brücke über die N 1
kurz vorm Nylsvley Nature ReserveUm 15:30 h erreichen wir das Nylsvley Nature Reserve.


Das größere Chalet (Heron House) ist nicht mehr frei, so nehmen wir Duck’s Dens für unsere letzten zwei Nächte. Leider liegt unser Chalet Nr. 1 zurückgesetzt am Zaun zum Restaurant, so dass die Vogelbeobachtung wahrscheinlich nicht so ergiebig wie von den anderen beiden Chalets ausfällt. Das Chalet ist an einigen Stellen renovierungsbedürftig. Im Bad wäre eine Handtuchstange nützlich, und der Haken müsste wieder festgeschraubt werden. Dennoch fühlen wir uns wohl, außerdem sollte man bei einem Preis von 630 Rand / Nacht nicht zu hohe Ansprüche stellen.




Nachdem wir das Auto ausgeräumt haben, setzen wir uns auf die Terrasse. Nicht so schön sind die vielen Ameisen, aber das ist schließlich Natur 😉 . In der Ferne hören wir Donnergrollen. Da wir noch Holz benötigen, fragen wir eine junge Frau aus dem Nachbarchalet. Im Laufe des Gesprächs stellt sich heraus, dass sie hier früher gearbeitet hat und nun zu Besuch ist. Sie erklärt uns den Weg zum nahe gelegenen Tante-Emma-Laden. Als wir dorthin fahren, sehen wir Blitze am Horizont.

Sieht nicht gerade einladend aus, aber wir bekommen zwei Säcke Holz. 😎
Während wir einen Sundowner genießen, fängt es an zu nieseln, die Blitze nehmen zu.


Dann wird der Regen so stark, dass wir reingehen. Der Strom fällt aus, und die batteriebetriebene Lampe, die wir beim Einchecken bekommen haben, kommt zum Einsatz. Nach ca. einer ¾ h geht der Strom wieder an. Da der Regen so gut wie aufgehört hat und es nur noch in der Ferne blitzt, fangen wir an zu grillen. Ein Schakal heult. Die Nachbarn fahren zum x-ten Mal runter, um Alkohol zu holen. Das Wiedersehen muss wohl begossen werden. Christian schenkt den Nachbarn eine Teil der Würste von seinem Gewinn, damit sie nicht nur Flüssiges im Magen haben 😄 .
Unser Essen können wir leider nicht in Ruhe genießen, denn es fängt wieder stärker an zu regnen. Das Wetterleuchten ist sehr stark, aber wie immer faszinierend.
Nach dem Duschen und Abwaschen hat der Regen ein Einsehen und lässt uns den restlichen Abend noch auf der Terrasse verbringen. Erst weit nach Safari-Midnight geht es ins Bett.
Tageskilometer: 475
ÜN: Nylsvley Nature Reserve, Duck’s Dens Nr. 1