TopobärThemenstarter5’490 Beiträge · seit 200922. Feb. 2023 ·
43. Tag (Sa. 29.01.2022) Masai Mara National Reserve 92km
Unser letzter Safaritag bricht an. In der Nacht hat es wieder geregnet und auch jetzt ist der Himmel noch bedeckt.
Unser Plan ist, heute noch einmal die Regionen zu besuchen, wo wir in den letzten Tagen die besten Tiersichtungen hatten. Wir beginnen mit den Plains südlich des Talek River.
Es dauert dann auch gar nicht lange, bis wir auf eine kleine Gruppe Löwen treffen. 2 Löwinnen mit 2 Cups. Die Kleinen sind genau in dem Alter, wo das Kräftemessen untereinander und die ersten spielerischen Jagdversuche beginnen. Es ist auch noch recht frisch, so dass die Katzen sehr aktiv sind. Bei Löwen ist das schon etwas Besonderes, trifft man sie doch überwiegend schlafend an. Eine ganze Weile begnügen sich die die Kleinen damit, sich gegenseitig zu jagen und zu kämpfen. Irgendwann wird das dann zu langweilig, so dass Mutter und Tante in die Spiele mit einbezogen werden. Die machen auch mit, sind aber nicht gerade zurückhaltend gegenüber dem Nachwuchs. Da gibt es hin und wieder schon einmal einen Schlag mit der Pranke, der die Cups ordentlich umhaut.
Über eine halbe Stunde lang können wir dieses Schauspiel ganz für uns allein genießen. Deshalb räumen wir auch gleich das Feld, als die ersten Safarifahrzeuge angefahren kommen.
Weiter geht es in Richtung Lookout Hill.
Hier treffen wir auf viele Giraffen. Kathrin ist ganz begeistert vom Nachwuchs.
Kurz danach gibt es schon wieder Löwen.
Direkt am Lookout Hill mein Spotting Highlight des Tages. Ich entdecke ein Paar Milchuhus in einem Baum. Beim Spotten von Katzen bin ich ziemlich gut, aber bei Eulen eine echte Niete. Deshalb bin ich so stolz die beiden Vögel entdeckt zu haben.
Östlich des Lookout Hill sehe ich in der Ferne ein größeres Tier in einem Baum. Da hoffe natürlich auf einen Leoparden. Beim Näherkommen muss ich dann aber feststellen, dass es sich lediglich um die Beute eines Leoparden handelt. Ein frisch gerissenes Thommy; noch nicht angefressen. Wir sind so auf die Beute im Baum fokussiert, dass wir fast den Jäger übersehen hätten. Der liegt direkt am Fuße des Baums. Eine ganze zeit lang warten wir darauf, dass der Leopard zu seiner Beute in den Baum springt – leider vergeblich.
In der Zwischenzeit sind wir nicht mehr allein. Als ich die Umgebung mit dem Fernglas absuche, entdecke ich nur wenige hundert Meter entfernt einen stattlichen Löwen. Dort steht niemand, weshalb wir beschließen die Position zu wechseln. Die ganze Erscheinung des Löwen deutet auf ein sehr ereignisreiches Leben hin.
Zur Mittagspause fahren wir zum Sandriver, wo wir gestern einen weiteren sehr schönen Pausenplatz entdeckt haben, den wir heute aufsuchen wollen. Eine schöne Wiese, durch Büsche und Bäume vom Weg abgeschirmt und mit schönem Blick auf eine weite Schleife des Sand River.
Hier kommt jetzt auch ein wenig die Sonne hinter den Wolken hervor. Das hält aber nicht lange an, denn um 15:00Uhr hören wir den ersten Donner und es kommen dunkle Gewitterwolken auf uns zu. Eigentlich wollten wir noch entlang des Sand River zu den Black Rocks fahren, verzichten aber angesichts der zu erwartenden Gewitter und beschließen auf kürzestem Weg zurück in Richtung Talek zu fahren. Am letzten Tag möchte ich kein Risiko eingehen, denn bei Regen sind viele Strecken der Mara innerhalb kürzester Zeit unpassierbar. Wir beschließen deshalb den direkten Weg zu nehmen.
Kurz hinter Sausage Tree Crossing holt uns der Regen ein. In Bereichen mit Black Cotton Soil ist der Wagen kaum noch zu beherrschen.
Zum Glück betrifft der Regen nur einen schmalen Streifen und weiter Richtung Talek ist es trocken geblieben. Hier herrscht sogar strahlender Sonnenschein. Wir beschließen deshalb noch eine Extrarunde zu drehen. As erstes finden wir unsere kleine Löwenfamilie von heute Morgen wieder. Diesmal ist auch noch der Vater mit dabei. Leider sind sie aber am anderen Ufer eines Baches und wir kommen nicht näher heran. Aktivität gibt es auch keine. Die Katzen sind tief und fest am Schlafen.
Nicht allzu weit entfernt treffen wir auf einen im Gebüsch liegenden Leoparden. Nach einigem Rangieren finde ich eine Lücke zwischen den Blättern und Zweigen, um das schöne Tier auf den Chip zu bannen.
Wir fahren durch eine große gemischte Herde, die sich weit über die Ebene verteilt hat.
Ganz in der Nähe liegt ein Gepard im Gras und beobachtet die potentielle Beute aufmerksam.
Alle drei Großkatzen innerhalb einer Stunde. Das war mal ein spektakulärer Abschied aus der Mara.
Heute sind wir schon etwas früher im Camp zurück, so dass wir noch im Hellen packen können.
Ein letztes Mal koche ich am Lagerfeuer. Es gibt Nudeln mit Speck, Zwiebeln & Pesto.
Für den Rückreisetag schreibe ich kein extra Kapitel. Der Flug geht erst am Abend, so dass wir stressfrei nach Nairobi zurückfahren können. Die Fahrzeugübergabe erfolgt ohne Beanstandungen und danach werden wir zum Flughafen gefahren. Der Rückflug wird von Air France durchgeführt. Das erste Mal, dass wir mit dieser Fluglinie fliegen. Der Service ist ausgezeichnet. Noch nie hatten wir so gutes Essen auf einem Flug. Zur Begrüßung gab es auch in der Economy Champagner und es wurde großzügig nachgeschenkt. Leider fiel unser Anschlussflug ab Paris aus, so dass wir bis zum Abend auf dem Flughafen festsaßen.
Champagner8’801 Beiträge · seit 201022. Feb. 2023 ·
Hallo Thomas,
auch wenn ich grünes Gras und bedeckten Himmel in Afrika nicht mag ( da kann ich ja gleich daheim bleiben 🤪 ) , finde ich dieses Foto ganz toll!
Und die Tatsache, dass Ihr vor lauter Beute den "Täter" beinahe übersehen habt, ist witzig 😄 .
Danke für diesen Bericht! Auch wenn mich - trotz Schopfadler 😎 - momentan nichts nach Ostafrika zieht, lese ich natürlich gerne deine Reiseberichte darüber 🙂 !
Das Beste kommt zuletzt! Wahnsinn was eure Adleraugen alles erspäht haben. So viele ausgezeichnete Sichtungen !!!!! Natürlich sind die Katzen babies meine Lieblinge. Zwei Leos und noch Geparden dazu. Einfach nur toll. Der Triangle ist schon super Safari Area. Ja, diesen Käfig auf dem Audi Camp Gelände kenne ich auch. Aber Gerti hatte selber gut gekocht b Besten Dank für dein Erzählen und die fantastic pics. Katrin
Vielen Dank für den schönen Bericht! Der Triangle ist halt schon eine Top-Destination! Hach...wird echt wieder Zeit für das kleine Afrika zwischendurch...
Hallo Topobär, herzlichen Dank für diesen schönen Bericht mit einem krönenden Abschluss! Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende, Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana
Flash20101’425 Beiträge · seit 201527. Feb. 2023 ·
Hallo Thomas,
pünktlich zu unserer bevorstehenden Kenia Reise stellst du deinen letzten Safari Tag ein - das ist doch Timing 😎 Unglaublich, was ihr alles als Selbstfahrer erlebt und gesehen habt und endlich erkenne ich auch mal eine Stelle wieder, nämlich eure Pause am Sand River. Genau dort hatten wir auch unsere Lunch Time, der Baum ist unverkennbar 🙂
Vielen Dank für die Vorfreude, die du mir bereitet hast mit deinem Bericht! Nächste Woche geht's endlich los!
fotomatte2’530 Beiträge · seit 200902. März 2023 ·
Hallo Thomas,
du hast meinen allergrößten Respekt, denn Selberfahren wäre für mich, abseits der exorbitanten Kosten einer Ostafrikasafari, ein Ausschlußkriterium. Da hätte ich einfach keinen Bock drauf. Umso besser, dass ich hier im trockenen und warmen Kämmerlein deinen tollen Bericht und die vielen guten Fotos genießen kann. Vielen Dank also für die Erstellung hier.
Hallo Thomas, mir geht’s wie Matthias 😗 Deshalb habe ich Euren RB auf dem Sofa verfolgt, die gemischten Eindrücke mit Interesse und Anteilnahme gelesen, die tollen Sichtungen genossen und vor allem Eure Unverdrossenheit bewundert, mit der Ihr auch die Mißlichkeiten souverän gemeistert habt.
fotomatte schrieb:...abseits der exorbitanten Kosten einer Ostafrikasafari,
Hmm...für meine erste Safari in Tansanias Norden (Arusha NP, Tarangire NP, Lake Manyara NP, Serengeti und Ngorongoro inkl. Wanderung vom Ngorongoro zum Lake Natron und Besteigung des Ol Doinyo Lengai) habe ich damals 1650$ plus rund 800$ für den Flug plus Trinkgelder bezahlt... Für die letzte Tour 10 Tage durch Uganda (ohne Sansibar-Teil) in Lodges mit Guide und Auto etwa 2200$ pro Person plus rund 800$ Flug und Trinkgeld bezahlt. Ob das im südlichen Afrika so viel günstiger ist als dass das Wort 'exorbitant' gerechtfertigt ist weiss ich nicht, würde mich aber wundern. Botswana als Camping-Gruppensafari war teurer...und der deutlich längere Flug dahin erst recht.
Jaja, ich merk noch dies und jenes, zum Beispiel dass ich fälschlicherweise 'pro Person' geschrieben habe. Hab nochmals nachgeschaut, der Gesammtpreis war etwas unter 2200$ offeriert, für zwei Personen inkl. VP und Luxuslodges und Guide und Auto mit Klimaanlage und Chimp-Tracking. Dann wärens bei Dir demnach etwa 2 Wochen Namibia. Natürlich ohne das nicht ganz billige Chimp-Tracking. Da merk ich doch gleich dass der Unterschied in finanzieller Hinsicht doch nicht so gross ist. 😎 Vielleicht wär Ostafrika doch mal was für einen Birder wie Dich 😉