Buschstarren für Fortgeschrittene - Kruger 10.2025

Reisebericht 179 Antworten · 15,9k Aufrufe · gestartet 02. Nov. 2025 von H.Badger
Themenstarter1'833 Beiträge · seit 201619. Dez. 2025 ·
9. Teil: Ein "Fest" für die Sinne

Nachdem der Regen aufgehört hat und zumindest die erwachsenen Teile der Familie genug von der Siesta haben, geht es auf eine Nachmittagsrunde zu zweit.
Einen (selbst-)verliebten Bearded Woodpecker müssen wir deshalb leider von seinem Spiegelbild trennen.

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Da wir nach der morgendlichen Rumgurkerei nichts dem Zufall überlassen wollen, steuern wir die S100 an und setzen darauf, dass das Löwenrudel artgemäß noch an Ort und Stelle ist.
Einige wenige Autos markieren schon aus der Entfernung, dass unsere Wette aufgegangen ist. Und so stellen wir uns erneut dazu und sehen den Löwen beim Herumliegen zu.

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In unregelmäßigen Abständen lassen aufmerksame Antilopen Warnrufe vernehmen. Das sorgt dann wiederum bei den Raubkatzen für etwas mehr Fokus.

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Wie es bei der landläufigen Löwenbeobachtung üblich ist, das ist jedem fortgeschrittenen Buschstarrer bewusst, sind wir auch heute froh über jede Bewegung des Rudels, die über ein kurzes Kopfanheben hinausgeht. Und so klickt die Kamera vor allem immer dann, wenn eine der Katzen ein wenig durch die Gegend spaziert, beispielsweise um die Siesta der anderen Familienmitglieder nicht zu sehr durch ein zu nah verrichtetes Geschäft zu beeinträchtigen. All das wurde schon sehr viel mehr als einmal gesehen und fotografiert, ist aber immer wieder einfach schön.

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Auf der Rückfahrt zum Camp präsentiert sich als kleine Zugabe ein Swainsonfrankolin in sehr fotogener Weise.

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Es folgt ein nettes Abendessen im Camprestaurant und nach einer kleinen Pause steht auch schon der Nightdrive an. Unser weiblicher Guide begrüßt uns freundlich und stellt sich auf der Fahrt als eine kompetente und aufmerksame Führerin heraus.
Der LKW ist gut besetzt und steuert zuerst zielsicher die Löwen an der S100 an, deren Standort sich augenscheinlich herumgesprochen hat. Da wir die Katzen ja vor gar nicht so langer Zeit bei Tageslicht gesehen haben, wäre dies nicht unser erstes Ziel der Wahl gewesen und so sind wir auch nicht allzu enttäuscht, als die Grasfläche im Schein der Spotlights keine Löwen mehr beherbergt.

Wir rumpeln also unverrichteter Dinge weiter und können bald eine Weißschwanzmanguste beobachten. Was sind das doch für riesige Viecher, wenn man sie mit ihren Verwandten vergleicht! Leider gelingt wieder einmal kein vorzeigbares Foto der Sichtung. Das hat dieses Tier betreffend bei uns bereits Tradition.

Der LKW biegt gen Süden auf die Tarroad ab, die wir ohne nennenswerte Sichtung bis zum Sweni befahren. Dort lenkt die Fahrerin auf den Sweni-Loop und nach wenigen Kilometern werden wir eindringlich daran erinnert, was hier seit einiger Zeit herumliegt.
Plötzlich weht der Wind uns einen Geruch in die Nase, der krasser kaum sein könnte: Intensiv und mit widerlicher Süße kitzelt der Duft der Verwesung jede unserer Riechzellen. 🤢

Noch sehen wir nichts, aber der steigende Ekel-Pegel meldet klar zurück, dass wir in der „richtigen“ Richtung unterwegs sind – wir nähern uns dem toten Elefanten.
Als der Schein der Spotlights ihn aus der Dunkelheit befreit, sehen wir mit einer Mixtur aus Faszination und Widerwillen, dass der Körper unlängst aufgebrochen wurde. Das erklärt den infernalischen Gestank. Aus dem Riss in der Bauchdecke quillt Elefantengedärm und dessen Inhalt auf den staubigen Boden. Nicht nur die Kinder wenden ihren Blick ab.

Neben der Elefantenleiche liegen zwei mächtige Löwenkater und sind schwer damit beschäftigt, den Kadaver noch weiter aufzureißen und sich an dem vergehenden Fleisch gütlich zu tun. Während einer der Kater ein wahrer Koloss in seinen besten Jahren ist, wirkt sein Kompagnon wesentlich zarter und auffallend hell.

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Was ist das doch für ein intensives Geräusch, wenn sich die Zähne der Löwen in Haut und Muskeln des toten Tiers bohren, durch ruckhafte Bewegungen des Kopfes zerren und das Gewebe schließlich reißt. Es geht uns durch Mark und Bein.

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Die Löwen grunzen und knurren immer wieder, schlecken und schmatzen. Dazu der süße Geruch der Verwesung und die blutverschmierten Gesichter der Raubkatzen, die sich mehr als einmal intensiv blickend den leuchten Störenfrieden zuwenden. Für drei der fünf Sinne ist das ein unfassbar intensives Erlebnis.

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Dass die Löwen nur zwei Meter neben dem Truck liegen, trägt maßgeblich zur unmittelbaren Wucht der Szene bei. Während die Erwachsenen fasziniert beobachten, wird es für die Kinder zu viel. Sie schauen lieber nach unten und kuscheln sich aneinander.
Nach einer guten Viertelstunde, die wir bei diesem Schlachtfest in absoluter Dunkelheit verbracht haben, kehren wir – von den Rufen einer Scops Owl begleitet – nach Satara zurück.

Während die Kinder im Bett noch etwas lesen und sich von dem Erlebten ablenken, spazieren die Eltern gegen 23 Uhr noch einmal durch das Camp. Unsere Sichtungsfee scheint schließlich heute Abend einen Lauf zu haben.
Und tatsächlich: Wie bereits bei unserem letzten Besuch in Satara, so können wir auch heute in der Nähe der Rezeption einen Riesengalago in einem Baum entdecken. Mit tellerrunden Augen besieht uns das possierliche Tier von seiner Warte herab. Und wir sind selig, wieder diesem fantastischen Lebewesen gegenüberstehen zu dürfen. 🙂

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Als wir uns schon abgewendet haben, verlässt das behäbig wirkende Tier seinen Baum und flitzt erstaunlich schnell über den Boden in Richtung Shop. Es ist augenscheinlich, dass sich das Bushbaby auf der Erde wenig wohl fühlt.

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Wir schleichen schnell hinterdrein und können sehen, wie der Galago jede Aufstiegsmöglichkeit für sich nutzt. Sei es ein unbedacht abgestellter Einkaufswagen…

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… oder ein Begrenzungspfahl.

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Das Tier quasi auf Augenhöhe in Nahdistanz anschauen zu können, tröstet auch über die nicht vollständig scharfen Bilder hinweg, die hier ohne Zuhilfenahme unserer Lampe und aus freier und vor Aufregung etwas zittriger Hand im sparsamen Licht des Campempfangs entstehen.
Bald verzieht sich der Galago behände auf das Dach der Rezeption und wir lassen ihn ziehen.

Zufrieden – aber auch sehr erschöpft – fallen wir erst nach halb zwölf in unsere Betten. Besser gesagt: Wir haben es vor. Nachdem die Kinder zu Bett gebracht worden sind, schüttelt meine Frau nämlich zum Glück eines ihrer Kissen auf und schreckt dann plötzlich zurück. Auf dem weißen Bezug des unteren Kopfkissens sitzt ein tiefschwarzer Fleck, der sich schnell als kleiner Skorpion zu erkennen gibt. 🙄 Hätte meine Frau sich ohne Aufschüttel-Ritual ins Bett gelegt, wäre das Tier in Halshöhe gewesen und hätte im schlimmsten Fall in seiner Not zugestochen. Keine Ahnung, wie potent das Gift des kleinen Kerls war – unangenehm wäre es auf jeden Fall gewesen. 😣 Und auch die bloße Entdeckung holt uns zu dieser Stunde weit aus unserer Komfortzone heraus. Als erfahrener Spinnenretter aus diversen Kinderzimmern schnappe ich mir Glas und Papier, fange den Skorpion ein und setze ihn einige Meter von unserer Hütte entfernt unter einen Busch aus. Zuvor wird natürlich noch schnell ein Dokumentationsfoto geschossen.

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Das ist zum Glück nochmal gutgegangen und macht uns bewusst, wie nachlässig wir nach all den Jahren regelmäßigen Buschaufenthalts mal wieder geworden sind und wie schnell man durch die gute Infrastruktur des Kruger vergisst, dass man inmitten der Natur ist. Ab jetzt werden wir auf jeden Fall wieder unsere Schuhe ausschütteln und unter jedes Bett gucken, bevor wir uns zur Nacht legen. Ein lästiges, aber für uns nun wieder zwingendes Programm.
Und so leuchten wir jetzt erstmal unser Zimmer ab und schleichen dann zu den Kindern, um vorsichtig auch bei ihnen unter und in die Betten zu sehen, ohne sie dabei zu wecken.
Viel zu spät kehrt heute endlich Ruhe ein. Es war schon nach dem Nightdrive klar, dass die Kinder morgen nicht so früh ihre Betten verlassen möchten. Meine Frau verzichtet nach dem Skorpion-Erlebnis und einer daraus resultierenden sehr unruhigen Nacht auch und so werde ich am frühen Morgen allein aufstehen – und das wird mir trotz Safari-Sucht erstaunlich schwerfallen.
Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
zuletzt bearbeitet 19. Dez. 2025
2'522 Beiträge · seit 200919. Dez. 2025 ·
Lieber Sascha,

nun muss ich doch mal meinen Senf zu deinem gewohnt gut lesbaren und toll bebilderten Bericht abgeben.
Das Galago fehlt mir noch auf meiner nicht existierenden Sichtungsliste, außer zwei leuchtenden Augen hoch oben in einem Baum kann ich da noch nichts vorweisen.
Das Erlebnis mit dem Skorpion ist so ein Grund ( neben den lästigen Mosquitos ), weshalb ich jederzeit mein Zelt einem Chalet vorziehe. Da kann einem so etwas nicht passieren, sofern man immer konsequent die Zipper geschlossen hält.

Liebe Grüße an die gesamte Badger-Family,
Matthias
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
36 Beiträge · seit 202219. Dez. 2025 ·
Lieber Sascha,
danke für die tollen Eindrücken!
Ich habe definitiv gelernt, nach dem Essen noch eine Runde im Camp zu drehen und auf jeden Fall die Hütte vor dem Zubettgehen zu inspizieren. Skorpione gehören eindeutig nicht zu meinem engeren Freundeskreis! 😉

So ein Kadaver-Erlebnis hatte ich in Kenia, mega beeindruckend und definitiv unvergesslich.

Bin sehr gespannt, wie es bei euch weitergeht.

Liebe Grüße aus Berlin
Kirsten
4'539 Beiträge · seit 200720. Dez. 2025 ·
Guten Abend Ihr Lieben !

Euer Geruchserlebnis können wir gut nachvollziehen. Wir hatten es ähnlich auf Büffelbasis 😵
Sehr eindrückliche Bilder von den zwei prächtigen Löwen. 😎

Eure Schilderung von dem kleinen Scorpion schärft mir einmal wieder die Sinne! Und das ist gut so, denn mit der Zeit werden auch wir immer unvorsichtiger.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Carsten
Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowie Kenia, Bangkok Kambodscha, Marokko und Lofoten Vesteralen
zuletzt bearbeitet 20. Dez. 2025
Themenstarter1'833 Beiträge · seit 201622. Dez. 2025 ·
Guten Abend in die Runde!

@fotomatte
Lieber Matthias,
ich freue mich, dass du dich hier zu Wort meldest. Auch wenn die Vogelausbeute leider weit hinter unseren Erwartungen geblieben ist.
Das Skorpion-Erlebnis hat uns wieder wachsam werden lassen. Natürlich gab es keinen weiteren Fund in den nächsten Tagen. Gefühlt saß aber ab jetzt stets einer unter dem Kissen...

@coralbay
Hallo Kirsten,
nächtliche Spaziergänge durch die Camps gehören für uns zu den Highlights einer Kruger-Tour. Dieses Jahr lief es außer in Satara lange nicht so gut wie in vergangenen Jahren. Aber wenn man dann etwas entdeckt, ist es immer eine besondere Sichtung.

@ Casimodo
Lieber Carsten,
da bin ich ja sehr gespannt auf euer Kadaver-Erlebnis! Der Gestank "unseres" Elefanten war echt infernalisch! 😈

@ dergnagflow
Hallo Wolfgang,
danke für den Tipp! Das Leuchten der Skorpione war uns tatsächlich bekannt - was aber leider nicht dazu geführt hat, dass wir eine UV-Lampe im Gepäck hatten. Das wird sich beim nächsten Mal ändern... 😗

Einen schönen Vorweihnachts-Endspurt wünscht
Sascha
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Themenstarter1'833 Beiträge · seit 201623. Dez. 2025 ·
10. Teil: Casper

Heute ist tatsächlich ein Wecker nötig, um mich vor Sonnenaufgang aus dem Schlaf zu reißen. Als ich mich für eine frühmorgendliche Solo-Tour fertigmache, merke ich, dass mir die Skorpion-Nacht noch kräftig in den Knochen steckt. Die Vernunft rät dazu, ins Bett zurückzukehren. 😵 Die Hoffnung, dass am Elefantenkadaver noch Löwen aktiv sind, spricht jedoch eindeutig dagegen und setzt sich am Ende durch. 😎

Da ich nicht weiß, wie sehr sich die Löwensichtung in Satara bereits herumgesprochen hat, versuche ich, möglichst früh am noch geschlossenen Gate einzutreffen. Tatsächlich stehen trotzdem schon zwei Fahrzeuge vor mir in der Schlange. Minütlich wird diese aber hinter mir immer länger, so dass sich die angestrengte Eile nach dem Aufstehen durchaus gelohnt haben dürfte.

Als das Gate schließlich öffnet und die ersten paar hundert Meter zurückgelegt sind, wird klar, dass die beiden Fahrzeuge vor mir auch nicht von ungefähr so früh am Tor standen. Anders als viele Autos hinter mir, die auf die S100 oder gen Orpen abbiegen, fahren diese beiden stracks gen Süden und so biegen wir nach einer Weile zu dritt in den Sweni Loop ein.

Nach einigen Kilometern des eher unerfreulichen Konvoifahrens auf der engen Dirtroad erreichen wir unser Ziel. Die Überreste des Elefanten sind noch immer an Ort und Stelle und auch Löwen sind noch anwesend. Für drei Fahrzeuge ist hier locker genug Platz vorhanden und so sichert sich jeder eine wirklich gute Sicht auf das Geschehen.

Im schummrigen Licht des anbrechenden Tages traue ich meinen Augen kaum: Einer der zwei Kater, der mit dem Kadaver beschäftigt ist, hat ein schneeweißes Fell, das sich deutlich von dem Beige seines deutlich jünger wirkenden Kompagnons abhebt.
Es ist tatsächlich Casper, der legendäre weiße Löwe, dem ich hier in Nahdistanz gegenüberstehe. 🤩

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Der „weiße Geist des Kruger“ wirft intensive Blicke in meine Richtung und widmet sich dann wieder ganz den Überresten des Elefanten.

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Weiße Löwen sind in der Wildnis absolute Seltenheiten. Es wird berichtet, dass vielleicht rund ein Dutzend dieser Tiere derzeit in freier Natur lebt – allesamt im mittleren Kruger oder in angrenzenden Reservaten des Greater Kruger. Casper selbst wurde 2014 geboren und ist mit seinem stolzen Alter von elf Jahren bereits ein Löwen-Senior.
Seine weiße Fellfärbung wird durch Leuzismus verursacht. Das ist eine harmlose genetische Pigmentstörung, die zu einem teilweisen oder vollständigen Verlust der Pigmentierung führt, wodurch das Fell weiß erscheint; im Gegensatz zu Albinismus bleiben die Augen aber meist normal gefärbt. Bei Löwen wird Leuzismus rezessiv vererbt und ist damit sehr selten. Zu der Seltenheit trägt außerdem bei, dass weiße Löwen wegen ihrer Auffälligkeit in freier Natur nur selten sehr alt werden. Casper konnte sein hohes Alter wohl nur erreichen, weil er den Großteil seines Lebens in Begleitung seiner drei Brüder als dominante Löwen der Satara-Region verbracht hat. Heute haben andere Löwen die Rudelführung übernommen und von der vier Brüdern leben gegenwärtig nur noch zwei.

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Bald taucht die Morgensonne das Geschehen in ihr warmes Licht.

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Was in der kommenden Stunde folgt, gehört sicher zu den besten Beobachtungen dieses Kruger-Besuchs.

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Die beiden Löwen zerren an dem toten Elefanten herum und vergraben immer wieder ihre Köpfe tief in den Körper.

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Meine Blicke richten sich dabei vor allem auf den weißen Löwen.

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Irgendwann legt sich Casper im Schatten zur Ruhe. Der Appetit des jüngeren Löwen ist aber noch lange nicht gestillt.

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Nachdem ich von der Beobachtung gesättigt bin, überlasse ich meinen guten Platz gern nachrückenden Fahrzeugen, von denen sich über die Zeit naturgemäß eine ganze Menge angesammelt haben.

Bei der Abfahrt fällt mir in einigen Metern Entfernung ein dritter Löwe auf, der flach neben der Pad liegt. Lag er schon die ganze Zeit unbeweglich hier?

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Ich beschließe noch einen kurzen Abstecher auf die Orpenstraße zu machen, bevor ich nach Satara zurückkehre. Und auch dieser wird belohnt. In einiger Entfernung ruht ein weiterer Löwe.

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Was hätte ich mich an einem Tag mit Sichtungsflaute allein über diese Entdeckung gefreut. Das Erlebnis mit dem "weißen Geist des Kruger" stellt heute jedoch alles Weitere in den Schatten.

Frohe Weihnachten wünscht euch
Sascha
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zuletzt bearbeitet 23. Dez. 2025
406 Beiträge · seit 202123. Dez. 2025 ·
Ach Sascha, das hat mich sehr gefreut, dass es Casper noch gibt!

Haben wir ihn doch vor gut einem Jahr im Oktober 2024 in der Nähe von Satara gesehen, und ich finde auch, dass es eine besondere Sichtung ist! Schön, dass du ihn uns gezeigt hast (und dass du den Morgen den richtigen Weg genommen hast)!
Ja, ich lese bei dir auch immer gerne mit, sind wir doch auch große Krügerfans und werden bald wieder im Februar 26 dort sein.

Also, danke fürs Schreiben und ein schönes Weihnachtsfest auch dir und deiner Familie!
Claudia
796 Beiträge · seit 200726. Dez. 2025 ·
Lieber Sascha,

nun habe ich mich wieder auf dem neuesten Stand bei Deinem Bericht gebracht. Was hattet ihr doch weiterhin für schöne und ausgefallene Sichtungen! Besonders der Riesengalago und Casper, der weiße Löwe, begeistern mich. Der Krüger Park bietet wirklich eine großartige Artenvielfalt, wenn ich dies so lese. Da kann man auch zwischendurch mal ein wenig "in den Busch starren" wenn es trotzdem noch solch eine Ausbeute gibt. 😎 Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Schöne, entspannte Tage noch mit der Familie und einen baldigen guten Rusch!
Tina
Aktuell (von 2025): Sri Lanka 2.0: Birders Paradise - diesmal zu zweit https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/306027-sri-lanka-2-0-birders-paradise-diesmal-zu-zweit.html Sri Lanka 2024: Soloreise im Land der vielen Pfauen https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/304773-sri-lanka-2024-soloreise-im-land-der-vielen-pfauen.html Costa Rica 2023: Von Regenwaldfieber bis Tapirsuche https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303351-costa-rica-23-von-regenwaldfieber-bis-tapir-suche.html Uganda 2022: ohne Gorillas aber mit Chamäleons https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/301530-uganda-2022-ohne-gorillas-aber-mit-chamaeleons.html
8'742 Beiträge · seit 201026. Dez. 2025 ·
Im schummrigen Licht des anbrechenden Tages traue ich meinen Augen kaum: Einer der zwei Kater, der mit dem Kadaver beschäftigt ist, hat ein schneeweißes Fell, das sich deutlich von dem Beige seines deutlich jünger wirkenden Kompagnons abhebt.
Es ist tatsächlich Casper, der legendäre weiße Löwe, dem ich hier in Nahdistanz gegenüberstehe. 🤩
Der „weiße Geist des Kruger“ wirft intensive Blicke in meine Richtung und widmet sich dann wieder ganz den Überresten des Elefanten.
Sascha, sei mir bitte nicht böse, ich weiß, wie besonders diese Sichtung für dich ist, aber ich musste so sehr lachen, wie inbrünstig du erst über den "schneeweißen" Löwen schreibst - und dann schaut mich dieses Schmuddelkind an 😄 😄 😄

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Weiß ist relativ..... 😛

Noch kurz dazu:
Seine weiße Fellfärbung wird durch Leuzismus verursacht. Das ist eine harmlose genetische Pigmentstörung, die zu einem teilweisen oder vollständigen Verlust der Pigmentierung führt, wodurch das Fell weiß erscheint; im Gegensatz zu Albinismus bleiben die Augen aber meist normal gefärbt.
Ich finde, er hat schon andere Augen als die anderen Löwen, oder? Und er sieht wirklich ein bisschen wie ein "Geist" aus 🙄 .

Auf jeden Fall Glückwunsch zu dieser Sichtung - und noch einen schönen 2. Weihnachtsfeiertagabend!

Liebe Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 27. Dez. 2025
Themenstarter1'833 Beiträge · seit 201627. Dez. 2025 ·
@ clawi
Hallo Claudia,
wie schön, dass ihr Caspar im vergangenen Jahr auch beobachten konntet.
Schaut man sich sein Alter an, wird er wohl nicht mehr so lange im Kruger unterwegs sein...
Ich wünsche euch schonmal eine tolle Kruger-Reise im Februar!

@ tina76
Liebe Tina,
der Kruger steckt immer wieder voller Überraschungen. Die Artenvielfalt in diesem Schutzgebiet ist einer der riesigen Pluspunkte. Sieht man von den wüstenbewohnenden Tieren ab, kann man dort theoretisch fast alles sehen, was der südliche Kontinent zu bieten hat.
Die Galago-Begegnung in Satara gehört für uns dabei auf jeden Fall zu den Highlights der Tour.

@ Champagner
Liebe Bele,
jetzt musste ich aber laut lachen, als ich deinen Post las! 😄 😄
"Schmuddelkind" ist großartig!
Steck du aber erstmal deinen Kopf bis zum Anschlag in einen toten Elefanten... Dann reden wir nochmal... 😛 😛 😛

Herzlich grüßt
Sascha
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Themenstarter1'833 Beiträge · seit 201628. Dez. 2025 ·
11. Teil: After-Sunset-Drive

Am fortgeschrittenen Morgen haben wir unsere Siebensachen gepackt und verlassen Satara gen Norden. Zum ersten Mal heißt unser Ziel heute Olifants und wir sind gespannt auf dieses für uns neue Camp. Die Fahrt dorthin gestaltet sich weitestgehend sichtungsfrei. Je weiter wir nach Norden kommen, desto ausgedörrter präsentiert sich der Busch. Wir biegen von der Hauptpiste auf die Ngotso Weir Road ab und rumpeln durch rötlich-graue Landschaft, die bar jeden Tierlebens zu sein scheint. Der laublose Mopanebusch mutet Kilometer für Kilometer trostloser an. Auch am Ngotso Wehr finden wir nur wenig Wasser vor. Immerhin lassen sich hier ein Schwarzstorch und ein Graufischer entdecken.

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Der weitere Weg gen Olifants bleibt dann wieder sichtungsfrei.

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Das Camp selbst liegt mit seinem Ausblick auf den Fluss wirklich schön. Da unsere Hütte noch nicht bereit ist, essen wir im Restaurant. Landschaftlich ist das auf jeden Fall ein Höhepunkt auf einer Kruger-Tour.

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Familiengeeignete Unterkünfte sind in Olifants rar gesät. Wir haben die Kambako Hütte gebucht, die zwei Schlafzimmer über eine Außenküche miteinander verbindet.

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Hier wohnt es sich gut. Der schlagende Nachteil ist jedoch, dass die Hütte keinerlei Ausblick bietet, da sie inmitten des Camps liegt. Wir finden das aber so schlimm nicht, da wir vom Restaurant aus den Ausblick genießen können und so lange das Licht gut ist, sowieso unterwegs sein werden.

So richtig Lust auf weitere Gamedrives hat die ausgedörrte und tierlose Landschaft rund um das Camp uns nicht gemacht und so beschließen wir, einen geführten Sunst-Drive zu buchen, uns ein wenig Busch-Wind um die Nasen wehen zu lassen und einfach mal zu viert zu entspannen.

Die Ausfahrt findet auch hier auf einem großen Truck statt und beginnt so sichtungsarm wie unsere Anfahrt am Vormittag. Wenn sich überhaupt Tiere zeigen, so verhindert der dichte Mopanebusch gute Fotomöglichkeiten. Und so bleiben Elefant, Kudu und Co eben undokumentiert. Kein Problem. 😉

Wir freuen uns aber über unsere ersten Tageslichtfotos von Buschhasen. Gleich zwei Exemplare sitzen farblich gut getarnt am Straßenrand.

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Wir steuern die Brücke über den Olifants an, die das nördliche Ufer mit dem Balule-Camp verbindet. Bereits auf dem ersten Drittel der Brücke bieten sich schöne Ausblicke und unsere Fahrerin hält an und schaltet den Motor aus.
Wir lassen die Blicke über die Landschaft schweifen und freuen uns sehr über die Entdeckung eines Goldschnepfen-Pärchens. Bei den Painted Snipes sind es ausnahmsweise mal die Weibchen, die prächtiger daherkommen.

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Als unser Guide den LKW anlassen möchte, macht der Motor keinen Mucks. Auch die weiteren Versuche, das Gefährt wieder in Bewegung zu setzen, scheitern. Die Zündung bleibt stumm. 🤨 Schnell wird allen Insassen klar: Wir sitzen hier fest – immerhin mit Ausblick… 😮
Ein Blick auf das Mobiltelefon der Fahrerin offenbart, dass sie hier keine Netzabdeckung hat. Wir sollen bitte auf der Ladefläche ausharren, während sie ihr Gewehr präpariert und auf einen höherliegenden Punkt am Brückenkopf zumarschiert, um dort nach Empfang zu suchen.
Noch sind wir entspannt, denn wir haben genug Getränke dabei und auch das Licht wird immer schöner. Und überhaupt: Das Problem wird sicher bald gelöst sein. Und so sind es die kleinen Dinge, die wir in den nächsten Minuten wertschätzen.
Eine Pavianrotte marschiert durch das Flussbett. Die Wächter posieren auf Aussichtspunkten, während die anderen ihren Durst stillen oder etwas widerwillig durch das Wasser waten. Wären wir normal unterwegs gewesen, hätten wir uns für die Paviane sicher nicht so viel Zeit genommen.

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Und auch die Painted Snipes lassen sich wieder blicken.

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Irgendwann kehrt unsere Fahrerin zurück. Sie hat Kontakt mit dem Camp herstellen können. Es würden nun zwei Fahrzeuge geschickt werden, die uns zurück nach Olifants bringen sollen. Alles kein Problem.
Sie meint, dass es okay wäre, wenn wir nun aussteigen und in der Nähe des Trucks auf der Brücke bleiben würden.
Ich nutze den Ausgang, um einige Common Sandpiper zu fotografieren, die Station auf der Brücke machen.

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Die goldene Stunde vergeht, ohne dass ein Fahrzeug sich uns nähert. So weit sind wir doch gar nicht vom Camp entfernt… 😏
Während der blauen Stunde sehen wir eine Hyäne am Ufer entlangstreifen. Kurz danach spürt ein Mitfahrer älteren Semesters einen allzu menschlichen Drang und klettert unversehens ins Flussbett herab. Wir schauen ungläubig hinterher, lagern doch recht gut sichtbar einige Flusspferde hinter hohen Binsen. Genauso ungläubig wie deutlich beordert unsere Fahrerin den Ausbrecher zurück. Hier darf nur im Nahbereich gepinkelt werden… 🤪

Unsere Fahrerin berichtet, dass sie schon einmal mit Gästen unfreiwillig im Busch übernachten musste, weil ihr Fahrzeug nicht mehr wollte. Bei der Gelegenheit musste sie einen Büffel erlegen. Ist das Safarilatein? Glücklicherweise bekommen die Kinder nichts von dieser Perspektive mit… 😗

Als die Sonne schließlich untergegangen ist, nähert sich im Dämmerlicht ein PKW. Kein Gamedrive-Fahrzeug – viel zu wenige Sitzplätze… Es ist das Auto eines Mechanikers, der versuchen soll, den LKW wieder flott zu bekommen. Keine Ahnung, von woher der nun angereist ist… Es wird nun so fleißig wie vergeblich geschraubt. 😵 Aufregend wird es, als ein junger Elefantenbulle, der im Flussbett unterwegs ist, unsere Anwesenheit auf der Brücke nicht lustig findet und sich mit aufgestellten Ohren und schnellen Schritten nähert. Wir ziehen uns anweisungsgemäß auf die Ladefläche des LKW zurück, während Guide und Mechaniker laut rufend gegen das Fahrzeugblech schlagen, um den Elefanten davon zu überzeugen, kehrt zu machen. Zum Glück gelingt das. Spätestens jetzt haben unsere Kinder keine Lust mehr. 😣

Bald ist es stockfinster und wir warten und warten. Nach einer gefühlten Ewigkeit, die unsere Geduld durchaus auf die Probe stellt, nähert sich erst ein Landcruiser und Minuten später schließlich ein zweiter. Mit den freien Plätzen im Auto des Mechanikers dürfte das nun gerade so ausreichen, damit alle diesen Ort sicher verlassen können. Wir hatten schon überlegt, die älteren Insassen hier auszusetzen… 😗

Wir lassen den LKW allein in der Dunkelheit zurück, werden zu den Fahrzeugen eskortiert und fahren schließlich im Konvoi ins Camp. Dabei können wir flüchtige Blicke auf einige Springhasen werfen, die hüpfend im dichten Mopane unterwegs sind. Ein Foto will hier aber nicht gelingen. Die Beobachtung dieser possierlichen Tiere, die man weiter südlich im Kruger nicht zu sehen bekommt, ist für uns ein kleiner Ausgleich für die weitgehend ausgefallene Fahrt und macht auch die Kinder wieder etwas fröhlicher. Für die meisten von uns ist das eine Erstsichtung.

Erleichtert erreichen wir wenig später das Camp, erhalten das Versprechen, die Fahrt nachzuholen zu können und lassen den Abend im Camp-Restaurant ausklingen.

So hatten wir uns den entspannenden Sunset-Drive wahrlich nicht vorgestellt. TiA. 😎
Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
zuletzt bearbeitet 28. Dez. 2025
5'057 Beiträge · seit 201428. Dez. 2025 ·
So hatten wir uns den entspannenden Sunset-Drive wahrlich nicht vorgestellt. TiA. 😎
Hi Sacha,
das war ja mal ein abenteuerlicher Sunset-Drive!

Liebe Grüße - auch an deine Damen
Konni
Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html https://www.tickerfactory.com/ezt/d/4;10402;80/st/20261020/e/Namibia+%26+KTP+2026/dt/6/k/0145/event.png
8'742 Beiträge · seit 201028. Dez. 2025 ·
H.Badger schrieb:
Liebe Bele,
Steck du aber erstmal deinen Kopf bis zum Anschlag in einen toten Elefanten... Dann reden wir nochmal... 😛 😛 😛
Lieber Sascha, nichts liegt mir ferner 😛 😗 !

Euren Sunset-Drive fand ich recht spannend - das hätte durchaus langweiliger werden können 😎 . Warum Ihr aber überlegt habt, die älteren Mitfahrenden (ich fühle mich irgendwie angesprochen... 🙄 😮 🤩 😈 ) auszusetzen, das habe ich nicht verstanden 😐 . Ich hoffe jetzt auf jeden Fall, niemals mit dir zusammen einen Gamedrive zu machen 🤪 !

Schönen Abend und liebe Grüße!

Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 28. Dez. 2025
36 Beiträge · seit 202228. Dez. 2025 ·
Hallo Sascha,
Das klingt ja nach einem echten Abenteuer.
War eure Guide zufällig Vivian? Mit ihr waren wir unterwegs und hatten Luxus allein mit ihr zu sein.

Olifants ist mein Lieblingscamp, wir hatten zu dritt zwei Chalets mit best Riverview, das war schon genial.

Bin gespannt, wie es bei euch weitergeht. 🙂

Liebe Grüße
Kirsten
1'018 Beiträge · seit 202330. Dez. 2025 ·
Ihr Lieben,
eure Reise ist ja vielleich spannend und abenteuerlich. Ich roch die "inneren Werte" des toten Elefanten förmlich und hörte euer Herz klopfen, als euch der lebendige Eli mit schlechter Laune den Marsch geblasen hat. Dass die Löwen mit "Bratensaft" im Gesicht, verschiedenste Emotionen gleichzeitig auslösen, kann ich mir gut vorstellen. Und so eine fast- Übernachtung im Busch werdet ihr vermutlich euer Leben lang nicht mehr vergessen. Da wurde euch ordentlich Abenteuer für euer Geld geboten 😄
Vielen Dank für diesen fesselnden Bericht.
Liebe Grüße, Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023) Frühstück mit Giraffen – Mai 25 (Revidierte Version) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307120-fruehtsueck-mit-giraffen-mai-25-revidierte-version
207 Beiträge · seit 202330. Dez. 2025 ·
Hallo Sascha,
herzlichen Dank für diesen wunderschönen Reisebericht aus dem Krüger-Nationalpark.
Wir haben den Krüger NP 2013 besucht und waren ehrlich gesagt, sehr enttäuscht. Umso mehr bin ich von euren großartigen Sichtungen überrascht und verfolge deinen Reisebericht mit großer Begeisterung. Zu eurem abenteuerlichen und unfreiwillig langen Stopp auf der Brücke sage ich wie Shakira: „ …‘cause this is africa“
Wie schön, dass letztlich alles gut ausgegangen ist 🙂
Habt einen guten Start ins neue Jahr!
Liebe Grüße, Sabine
Themenstarter1'833 Beiträge · seit 201631. Dez. 2025 ·
Guten Abend in die Runde!

@ Daxiang
Liebe Konni,
oh ja! Diese Ausfahrt wird uns noch länger in Erinnerung bleiben. Die Ersatzausfahrt einige Tage später dagegen viel weniger.

@ Champagner
Liebe Bele,
ich bin froh, dass du meine nicht ernst gemeinte Behauptung mit entsprechendem Humor nimmst. Ich verspreche hiermit hoch und heilig, dass ich, wenn wir einmal gemeinsam auf Gamedrive sein sollten, dich nicht im Busch aussetzen werde. 🙂

@ Coralbay
Hallo Kirsten,
leider kann ich mich unhöflicherweise nicht mehr an ihren Namen erinnern. Sie war auf jeden Fall eine sehr angenehme Guide, die uns auch am nächsten Tag nochmal kenntnisreich und zugewandt durch den Busch begleitet hat.
Irgendwann möchte ich auch mal in so einem Best-View-Chalet wohnen. Aber die sind ja fast so schnell ausgebucht wie einige Camps im KTP...

@ Nacho
Hallo Silvia.
ich freue mich darüber, dass dich der Bericht so nah an die erlebten Situationen heranbringt. Schön, dass du dich gut unterhalten fühlst! 🙂

@ Makalani
Hallo Sabine,
sehr schön, dass dir unser Bericht gefällt!
Wie schade, dass euch der Kruger 2013 so enttäuscht hat. Bei uns hat er bisher eigentlich immer alle Erwartungen erfüllt. Wenn eben auch immer längere Durststrecken zu verzeichnen sind. Vielleicht gebt ihr dem Park irgendwann eine zweite Chance? Wir jedenfalls sind überzeugte Wiederholungstäter.

@ all
Ich wünsche euch einen guten Übergang ins neue Jahr und für 2026 alles Gute und natürlich wunderbare Reiseerlebnisse in Afrika oder anderswo auf der Welt.

Herzlich
Sascha
Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2025
Themenstarter1'833 Beiträge · seit 201602. Jan. 2026 ·
12. Teil: Weitgehend tote Hose rund um Olifants

Über diesen Tag gibt es so viel nicht zu berichten. Der Startschuss erfolgt zu Sonnenaufgang mit einer kleinen Vater-Tochter-Ausfahrt. Während unsere ältere Tochter und meine Frau noch tief und fest schlafen, drehen wir zu zweit im schönen Morgenlicht eine Runde durch den ausgedörrten Busch rund um das Camp.

Unser gestrandeter Safari-Truck steht noch immer an Ort und Stelle und blockt damit den Weg zum Wehr.

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Wir beschließen in Richtung Hauptstraße zu fahren und haben dabei leider nur wenige Sichtungen.
Zum Glück fühlt sich die Ausfahrt für unsere Tochter allein durch die exklusive Zweiersituation besonders an. Und so freut sie sich auch über Buschhörnchen, Zebras und vereinzelte Elefanten.

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Besonders hübsch findet sie die grazilen Steinböckchen, die hier immer wieder direkt an der Straße stehen.

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Das Highlight der Fahrt ist aber sowieso die Möglichkeit, dass sie auf den wenig befahrenden Pisten der Region für einige hundert Meter das Steuer unseres Wagens übernehmen darf. Mehr oder weniger souverän lenkt sie uns durch den Busch, während ich vorsichtig die Pedale des Busses bediene.

Wir fahren kurz im Camp für einen Boxenstopp vorbei. Die Tochter steigt aus. Meine Frau steigt zu. Und wieder drehen wir eine kurze und sichtungsarme Runde.
In die Fotoauswahl schafft es von dieser Ausfahrt nur ein White-fronted bee-eater und ein schöner Ausblick von einem Viewpoint auf den Fluss.

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Weitere Begegnungen – zum Beispiel einige Klippspringer – sind zu verbuscht oder überhaupt nicht vorhanden.

Nach unserer Rückkehr genießen wir ein ausgiebiges Restaurant-Frühstück mit bester Aussicht auf den Olifants River.
Heute wird die meiste Zeit des Tages im Camp entspannt, denn auch auf dem Sichtungsboard herrscht akuter Magnetmangel und der trockene Mopane-Busch motiviert uns alle vier nicht zu sehr zu ausgedehnten Rundfahrten.
Eine kurze Nachmittagsausfahrt, die ich gemeinsam mit meiner Frau unternehme, zeigt uns eine freigeräumte Brücke über den Olifants. Viel Wild lässt sich aber auch auf der anderen Flussseite nicht entdecken.
Wir freuen uns in Ermangelung von Alternativen über einige Zebras.

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Schließlich stoßen wir auf einer Lichtung auf drei müde Löwinnen. Damit hatten wir heute gar nicht mehr gerechnet.

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Wir stellen unser Auto ab und hoffen auf etwas Aktivität. Wir stehen bestimmt eine Stunde hier, ohne dass ein anderes Fahrzeug vorbeikommt. Das würde im südlichen Kruger eher nicht passieren. Während meine Frau irgendwann einschlummert, versuche ich die Löwen wachzustarren. Leider bleibt jede Bemühung in diese Richtung erfolglos.

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Auf der Rückfahrt zum Camp begegnet uns immerhin noch ein White-headed vulture – einer unserer Lieblingsgeier und keine ganz alltägliche Sichtung im Kruger.

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Nach dem Abendessen brechen meine Frau und ich zu einem Nightdrive auf, während die Kinder in der Hütte die Stellung halten. Unser Ziel für den heutigen Abend ist es, noch einmal etwas ausführlicher Springhasen beobachten zu können. Denn hierfür werden wir nur von Olifants aus Gelegenheit haben und damit ist dieser Nightdrive unsere letzte Chance.

Wir fahren mit der gleichen Guide heraus wie am Vortag. Der Truck macht heute Abend keinerlei Probleme und so rumpeln wir plangemäß und aufmerksam geführt durch die Nacht.
Nicht weit entfernt von einem der schönen Viewpoints auf den Olifants stoßen wir auf einen jungen Löwenkater, der etwas abseits der Pad döst. Laut Guide wurde er unlängst aus seinem Rudel geworfen und muss nun allein für sich sorgen.

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Während der Ausfahrt zeigen sich rund eine Handvoll Sharp-Greisböcke, die aber allesamt eher verbuscht daherkommen. Hier ein Belegfoto der Art, die hier ihr südlichstes Vorkommen im Nationalpark hat.

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Eine Begegnung mit einer African Wildcat bleibt ohne vorzeigbaren Fotobeweis. Bei den zahlreichen Buschhasen, die hier unterwegs sind, versuchen wir es gar nicht erst.

Gegen Ende der Fahrt steuert unsere Guide zielsicher unsere Schicksalsstelle an und erfüllt uns damit unseren Sichtungswunsch für diese Ausfahrt. Neben der Brücke tobt jetzt das Leben. In großer Zahl sind hier Springhasen unterwegs. Eine große Kolonie der nachtaktiven Nager hat die Uferbänke der Olifants weiträumig unterhöhlt. Das Beobachten der flinken Tiere fällt wesentlich leichter als das Fotografieren, denn die agilen Tiere sind ständig in Bewegung und entziehen sich mit flinken Sprüngen schnell unseren Lichtkegeln. Einige relativ scharfe Erinnerungsfotos gelingen zum Glück trotzdem und wir kehren sehr zufrieden damit ins Camp zurück.

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Morgen geht’s dann wieder zurück in den Süden.
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36 Beiträge · seit 202202. Jan. 2026 ·
Lieber Sascha,
ein gutes und reisereiches Jahr 2026!

Jipp, die Springhare mag ich auch total gerne, habe es bisher noch nie geschafft, einen auf ein Foto zu bannen. Da war ich immer zu langsam.

Bin gespannt, wie es bei euch weitergeht.
Die Sichtungen um Olifants waren bei mir vor zwei Jahren auch eher überschaubar, ich mag aber das Camp und die gesamte Umgebung total gerne. Da starre ich denn auch ganz gerne mal "nur" auf Büsche.

Liebe Grüße
Kirsten