AlibabaThemenstarter70 Beiträge · seit 201316. Jan. 2025 · #41
14.07.2024 Kariba See - Warthogs-Camp
Eine letzte Pirschrunde, schon in Richtung Gate, zum Teil tiefsandig, aber kein Problem für uns. Wir machen noch ein paar schöne Sichtungen.
Buschhörnchen
Nach guten 3 Stunden sind wir wieder auf der Teerstraße. Hier wartet schon die TseTse-Fliegen Kontrolle auf uns (und alle anderen Fahrzeuge, die vom Grenzübergang Chirundu her, also aus Sambia kommen). Der Posten kommt mit einem kleinen Schmetterlingsnetz und einer Spraydose und inspiziert unsere Fahrerkabine. Er sprüht kurz hintern Fahrersitz, dann dürfen wir weiter. In die Wohnkabine schaut er nicht rein, obwohl er sogar sagt, wir hätten einen schönen Camper. Andererseits, der Ranger am Gate sagte uns schon bei der Hinfahrt, zurzeit gibt es wenig bis keine TseTse-Fliegen. Wäre interessant, was die TseTse-Kontrolle macht, wenn Saison für die TseTse's ist? Alle mit dem Schmetterlingsnetz fangen? Von Makuti gehts auf einer passablen Teerstraße weiter nach Karibi. Kurz vor dem Ort liegt das Warthogs Camp, welches wir für heute (und wahrscheinlich auch morgen) ausgesucht haben. Wir erfahren, dass hier regelmäßig Elefanten, Zebras und Hippos zu Besuch kommen, und speziell den letzten Elefantenbesuch sieht man an den frisch abgebrochenen Ästen. Hier hat es WLAN, wir gehen zur Rezeption, um unsere Emails zu checken. Da sehen wir sie schon kommen, eine große Gruppe von mindestens 33, wahrscheinlich eher 40 Elefanten nähert sich dem Camp.
Dann beschließt ein Bulle die angepflanzten Topfblumen zu verköstigen, und spült das Ganze dann noch mit einem kräftigen Schluck aus dem Pool runter. Nur meine Fotografiererei taugt ihm nicht, er schüttelt Kopf, Rüssel und Ohren und weist mich auf seine Persönlichkeitsrechte am Bild hin.
Später am Abend, als wir gerade unsere Handtücher aus dem Truck holen, kommen zuerst die Zebras, und dann nochmal zwei Elefantenbullen. Wie sollen wir da vor lauter Elefanten zuschauen zum Duschen gehen? Jetzt fangen die beiden auch noch neben unserem Truck zum Rangeln an, hoffentlich macht keiner einen plötzlichen Ausfallschritt .... . Plötzlich wird es ernster, junge Bäume müssen dran glauben, das ganze 5 m neben uns. Dann jagt der eine den anderen um unser Fahrzeug rum, linke Seite, hinten, rechte Seite, das Ganze auf Tuchfühlung (wir haben heute noch einen schönen Stoßzahnkratzer am Heck). Zum Glück hatten wir das große Fenster schon zugemacht und unseren Außentisch weggepackt, sonst hätten wir vermutlich beides nicht mehr. Man passt immer auf, dass man die grauen Riesen nicht ärgert, aber dass die neben dem Auto zu kämpfen beginnen, das hatten wir bisher noch nicht am Schirm. Und wir finden es jetzt auch nicht mehr lustig. Vor lauter Adrenalin haben wir auch noch das Fotografieren verpasst. Endlich ziehen sie ab, nichts wie unter die Dusche, irgendwie sind wir doch ins Schwitzen gekommen. Die für heute Nacht angekündigten Hippos bekommen Kampfverbot! Nach der ganzen Aufregung gehen wir zum Abendessen ins Campsite Restaurant und genießen ein Glas Rotwein zur Beruhigung. Aber als wir dann in unser rollendes Heim zurückkehren wollen, entscheiden wir uns umzudrehen und bestellen ein zweites Glas …. .
Wahnsinn, da haben die von der Campsite ja nicht zu viel versprochen mit den Elefanten und Hippo-Besuchen. 😮 Das wäre mir aber auch der Spaß vergangen, bei kämpfenden Elefanten direkt neben dem eigenen Fahrzeug. Gut, dass es nur ein Kratzer am Auto war und nichts Schlimmeres. Und dann noch das Hippo im Dunkeln daneben. Verständlich, dass Ihr da lieber noch ein zweites Glas Wein bestellt und nicht zurückgegangen seid...Man scheint gefährlich zu leben als Camper in dieser Region. 😎 Da habt Ihr auf jeden Fall was erlebt unterwegs und auch die Bilder aus dem Mana Pools NP fand ich sehr schön.
AlibabaThemenstarter70 Beiträge · seit 201316. Jan. 2025 · #43
Hallo Tina,
Danke fürs Mitreisen. Ja, es wird spannend weitergehen die nächsten Tage.
Viele Grüße, Harald
AlibabaThemenstarter70 Beiträge · seit 201317. Jan. 2025 · #44
15.07.2024 Heute ganz unspektakulär Wäsche waschen, putzen, Brot backen, Wasser auffüllen, Einkaufen, Reifendruck kontrollieren, Durchatmen und auf Elefanten warten - kein Einziger kam. Vielleicht kommen die Hippos ja noch auf ein Schwätzchen vorbei?
16.07.2024 Wir sitzen im Restaurant und überlegen, ob wir jetzt weiterreisen, oder noch hier bleiben. Die Vor- und Nachteile dieses Platzes: Auf der Haben-Seite: + nettes Personal und Betreiber + Bar und Restaurant + vernünftige Sanitäranlagen + meistes WLAN an der Rezeption + gutes Wasser + regelmäßig Wildlife Besuch + angenehme Temperaturen: tagsüber 30, nachts ca. 15 Grad Weniger gut: - viele Moskitos (aber die beißen nur einen von uns beiden) - manchmal kann man nicht zum Fahrzeug, wenn das mal wieder von Hippos oder Elefanten belagert wird 😉, wie jetzt gerade, während wir schreiben .... Unterm Strich ein sehr guter Platz. Wir beschließen hier noch 2 Tage "Urlaub" zu machen und verlängern spontan. Als wir verspätet (wegen des Elefantenbesuchs) zu unserem Truck zurückkommen, sind die Kühe mit ihren Jungen abgezogen. Wir packen mal wieder unsere Utensilien zum Duschen zusammen. Aber schon wieder kommt eine Gruppe von Bullen, die kommen anscheinend immer nach den Kühen. Einer von denen will partout zu uns ins Auto rein, er schlabbert mit seinem Rüssel an der Scheibe, an der Dachluke, und an den Wänden rum, dann fängt er an unseren Truck sanft zu schaukeln. Jetzt kommt ein zweiter, der will auch noch rein, keine Ahnung wo sich die alle hinsetzen wollen? Das Spiel dauert ewig lange 45 Minuten, in der Zwischenzeit multiplizieren sich unsere grauen Haare.
Uns ist mittlerweile die Ursache der Elefantenliebe eingefallen. Eigentlich sind wir davon ausgegangen, dass sie unsere Orangen im Kühlschrank nicht riechen können, und Äpfel oder Avocado (nicht im Kühlschrank) keinen so großen Reiz ausüben, offensichtlich eine krasse Fehleinschätzung. Oder sie wollten wirklich nur kuscheln??? Jetzt sitzen wir wieder im Restaurant (wir wollten heute selber kochen, aber haben es uns anders überlegt .... ). Und wir hören sie schon wieder trompeten, scheint so, die nächste Gruppe kommt. Jedenfalls haben wir jetzt all unser Obst und Gemüse ins Restaurant zur Aufbewahrung gebracht, die sind den Nervenkitzel besser gewohnt. Diesmal haben wir zumindest fotografiert und gefilmt, jedenfalls den ersten Elefanten, solange das Licht ausreichend war.
Um den Sachverhalt nochmals ganz klarzustellen: die Elefanten waren nie aggressiv. Trotzdem hatten wir gehörige Angst. Nicht so sehr um uns, mehr davor, dass sie den „Büchsenöffner“ auspacken, um an die Orangen zu kommen. Sie hätten unser Fahrzeug leicht umwerfen oder irreparabel beschädigen können. Aber ganz klar waren wir selbst schuld an ihrem Verhalten. Südfrüchte sind nun mal der absolute Leckerbissen für Elefanten, und wenn man sich in der Wohnstube von Elefanten aufhält, sollte man dessen immer gegenwärtig sein.
AlibabaThemenstarter70 Beiträge · seit 201319. Jan. 2025 · #45
17.07.2024 Kariba See Warthogs-Camp Bei Tageslicht machen wir erst mal eine Schadensaufnahme. Die Stoßzähne von unseren abendlichen Besuchern haben uns auf der linken Seite der Kabine ein paar neue Kratzer beschert, aber nichts Kritisches (und überhaupt, wer hat schon Elefanten-Tattoos auf seinem Fahrzeug?). Die zwei Handtücher, die auf der Wäscheleine hingen, müssen wir nochmals waschen (weil die mit ihrem Rüssel auch alles antapsen müssen). Danach backen wir nochmal Brot. Die Filterpatronen der Wasserfilter werden ausgebaut, man soll sie alle 8 Wochen einmal durchtrocknen. Wir legen sie zum Trocknen auf das Markisendach, welches an jedem Zeltplatz zur Schattenspende aufgebaut ist (die Elefanten haben die höheren Bäume weggefressen). Als wir gerade beim Mittagessen sitzen, kommt eine Windböe, hebt das Markisendach an und beide (Keramik-)Filter liegen am Boden. Einer ist gebrochen, der andere scheint noch ok zu sein. Beide kaputt wäre ein Problem gewesen, da wir nur einen Ersatzfilter dabeihaben. Nochmal Glück gehabt. Am Nachmittag fahren wir noch ein paar Aussichtspunkte (Lake View und Staumauer) an. Als wir wieder zurück im Camp sind, ziehen die Elefanten gerade wieder ab.
AlibabaThemenstarter70 Beiträge · seit 201319. Jan. 2025 · #46
18.07.2024 Karibasee - Fähre "Sea Lion" Um uns die wegen des schlechten Straßenzustandes berühmt-berüchtigte Karoi-Binga-Straße zu sparen, haben wir uns heute zum Hochzeitstag die Fähre über den Kariba-See gegönnt. Sie fährt von Kariba nach Mlibizi, einmal den ganzen Stausee lang, ca. 280 km lang. Somit sparen wir uns eine Strecke von ca. 400 km (oder mindestens 16 Stunden) auf Achse. Außerdem gibts auf der Fähre keine Elefanten, die an unsere restlichen Äpfel wollen 😉. Theoretisch passen bis zu 15 PKW's in die Fähre, und zusätzlich können 3 hohe Autos hinten auf der Rampe stehen bleiben. Aber mit uns an Bord sind nur noch zwei französische Ehepaare, die ebenfalls mit Reisemobilen 8 Monate im südlichen Afrika unterwegs sind.
Immer wieder geht die Schiffsroute an Inseln und am Festland vorbei, wir können in der Ferne einige Tiere sehen. Es ist ein entspannter, ruhiger Tag ohne Stress und wir kommen trotzdem voran! An Bord haben wir Vollpension, und trotz des Kantinencharakters schmeckt das Essen besser als in den meisten Restaurants.
AlibabaThemenstarter70 Beiträge · seit 201319. Jan. 2025 · #47
19.07.2024 Gwango Heritage Resort Campsite Die Nacht ist - sagen wir mal besonders. Im Aufenthaltsraum sind Klappstühle, die man zu einer Liege umbauen kann, und auch Matratzen. Alles schön mit Frottee-Stoff bezogen, vermutlich derselbe seit dem Kauf der Matratzen. Also nicht sehr einladend. Dann kommen auch noch Moskitos .... . Wir beschließen, in unserem Truck zu schlafen. Das Problem: wir stehen auf der 20 Grad schrägen Rampe. Ein Versuch bringt den Beweis: wir kullern raus. Also schieben wir unter die vordere Matratze unsere keilförmigen Rückenlehnen, jetzt liegen wir in einem "V" und rollen beide zur Mitte, es heißt kuscheln (jetzt, wo es in der Nacht kaum noch unter 20 Grad abkühlt). Aber so funktioniert es. Die Abgase, die ins Fahrzeuginnere ziehen, helfen uns in die Bewusstlosigkeit. Am Morgen gibts wieder ein sehr gutes Frühstück, mit zwei Stunden Verspätung treffen wir dann in Mlibizi ein. Die großen Autos über die schmale Rampe rückwärts runter vom Boot ist nochmal ein kleiner Akt, aber um 10:30 sind wir wieder unterwegs, Richtung Hwange Nationalpark.
Die Straße beweist, was wir uns gestern erspart haben: zwar eine Teerstraße, aber für 75 km brauchen wir mehr als 3 Stunden. An einem kleinen Markt wird nochmal eingekauft, und in der Nähe des Hwange Maingates finden wir eine schöne Campsite. Kaum brutzeln die ersten Crepes in der Pfanne, die mit Tomaten und Feta gefüllt werden sollen, kommen die ersten Elefanten .... Zum Glück sind die nicht an unseren Tomaten oder den Äpfeln im Kühlschrank interessiert, die zieht's zum Pool - Durst!
AlibabaThemenstarter70 Beiträge · seit 201321. Jan. 2025 · #48
20.07.2024 Painted Dog Conservation Center Nahe dem Haupteingang zum Hwange Nationalpark, ca. 10 km von unserer Campsite entfernt, befindet sich eine Auffangstation für verletze Wildhunde, das "Painted Dog Conservation Center“, das wir unbedingt besuchen wollten.
Dort werden verletzte oder verwaiste Wildhunde wieder aufgepäppelt und dann - soweit möglich - wieder ausgewildert. Zurzeit haben sie 2 Hündinnen in Pflege, eine ist schon 6 Jahre hier, nach einer Löwenattacke hat sie eine angebrochene Wirbelsäule, kann den Kopf nicht mehr gerade halten, deshalb kann sie nicht mehr ausgewildert werden. Die andere ist noch jung, sie kam als Welpe im Februar hierher, ihre Eltern fielen Fallensteller zum Opfer. Jetzt ist sie bereit zum Auswildern, aber es muss noch ein passendes Rudel gefunden werden, alleine hat ein Wildhund keine Überlebenschancen. Im Visitor Center gibt es viele Information über Wildhunde. Es ist schon deprimierend zu hören, wie viele von ihnen direkt oder indirekt durch den Menschen getötet werden. Sehr oft durch Fallen, wobei das Ziel der Fallensteller nicht die Wildhunde sind, sondern Antilopen, Büffel, Zebras usw., des Fleisches wegen. Wildhunde sind sozusagen der Collateral-Schaden. Das Hauptproblem ist sicher der schwindende Lebensraum dieser schönen Tiere, verschärft durch den Straßenverkehr, der auch viele Opfer fordert. Trotz (oder wegen?) aller Bemühungen der engagierten Ranger hier vor Ort, bleibt der Bestand im Hwange Nationalpark bei ca. 200 - 220 Tieren gleichbleibend.
Zurück in der Campsite bemerken wir ein Problem mit unserem Truck, das hintere Differential verliert etwas Öl. Nicht viel, aber wir nehmen das natürlich ernst. Es wird wohl demnächst ein Werkstattbesuch fällig werden. Zumindest "nur" ein mechanischer Schaden, aber den passenden Simmerring (Wellendichtring) aufzutreiben, wird wahrscheinlich auch nicht ganz einfach werden.
Am Abend gehen wir ins Restaurant vom Campsite Resort, ein nettes Ambiente, aber hungrig sind wir anschließend immer noch.
AlibabaThemenstarter70 Beiträge · seit 201321. Jan. 2025 · #49
21.07.2024 Gwango Heritage Resort Campsite – Ruhetag Zuerst müssen wir uns jetzt um unser Differential kümmern. Gestern haben wir noch nach Werkstätten recherchiert, und hier auf der Campsite nach Empfehlungen gefragt. Wir müssen wohl die ca. 90 km nach Hwange fahren, eine Kleinstadt mit 40 000 Einwohnern. Sollten wir da nichts finden, können wir immer noch nach Victoria Falls weiterfahren (nochmal 90 km), da haben wir zwei gute bewertete Werkstätten gefunden, oder von dort weiter nach Kazungula/Kasane (Botswana). Da aber heute Sonntag ist, und die meisten Werkstätten ohnehin geschlossen haben, bleiben wir noch einen Tag hier und genießen das schöne Camp. Diesmal ist es ein echter Ruhetag. Mittags wird die Grillpfanne rausgeholt und nochmals gegrillt (wir hatten noch eingefrorenes Steak aus Südafrika, und nach Botswana dürfen wir ohnehin kein Fleisch, keine Milchprodukte, kein Obst und kein Gemüse einführen). Am Nachmittag gehen wir nochmal zum Pool, machen Updates an den Notebooks (soweit möglich bei extrem langsamem und immer wieder unterbrochenem Internet) und beobachten "Poolwürmer". https://youtube.com/shorts/VJNb9uqZ87U
AlibabaThemenstarter70 Beiträge · seit 201321. Jan. 2025 · #50
22.07.2024 Hwange National Park - Sinamatella Camp Um 2 Uhr nachts knackst und kracht es im Gebüsch, die Elefanten kommen und futtern genüsslich die Äste von den umliegenden Bäumen. Nach einer 3/4 Stunde ist der Spuk vorbei und wir können weiterschlafen. Am Morgen fahren wir wie geplant nach Hwange. Leider ist die empfohlene Werkstatt geschlossen, wir suchen weiter, finden aber nicht viel. Endlich ein Baumaschinen-Handel, aber dessen Mechaniker ist wegen einem Notfall in Victoria Falls. Aber gegenüber ist ein Reifenhändler, der kann uns vielleicht helfen. Der Reifenhändler hat wieder einen Nachbarn, der will sich der Sache annehmen. Nach einem Telefonat wird relativ schnell klar, den neuen Simmerring kann keiner besorgen. Zwischenzeitlich prüfen wir den Ölstand im Differential, und die positive Überraschung, es fehlt kein Öl, der Verlust ist sehr gering. Jetzt fahren wir zurück zum Reifenhändler, der hat nämlich das passende Getriebeöl auf Lager (importiert aus Deutschland), wir kaufen 5 Liter. Jetzt können wir zumindest selbst Öl nachfüllen, wenn der Ölverlust größer werden sollte. Bis Kasane muss es das tun, dann sehen wir weiter. Mittlerweile ist es 15:30 Uhr, jetzt fahren wir noch Richtung Sinamatella Camp im Hwange Nationalpark. Eigentlich wollen wir am Gate übernachten, aber die Ranger telefonieren noch mit dem Camp und meinen, wir sollen noch dorthin fahren. Das Camp macht auf uns einen traurigen Eindruck, die Chalets sind zum Teil verfallen und wir sind die einzigen Gäste. Aber welche freudige Überraschung: sie haben extra für uns schon den Donkey-Ofen angeheizt und ein Lagerfeuer auf unserem Stellplatz brennt auch schon. Welch ein Service! Wir lassen den Abend am Lagerfeuer ausklingen und freuen uns auf die Pirsch morgen.
AlibabaThemenstarter70 Beiträge · seit 201323. Jan. 2025 · #51
23.07.2024 Hwange National Park - Sinamatella Camp Heute Nacht werden wir mehrmals geweckt .... von Löwengebrüll. Wir schätzen unter Berücksichtigung der Windrichtung waren die Löwen ca. 2-3 km entfernt. In der Früh fahren wir zur Rezeption und bezahlen (gestern Abend war Power off) und pirschen dann los. Am Anfang ist es noch etwas mau, aber dann werden die Sichtungen ständig besser. Am Mandavu Dam (mit großer Wasserstelle) gibts Frühstück und wir haben viel Zeit, die Tiere beim Kommen und Gehen zu beobachten.
Blaustirn-Blatthühnchen
Schlangenhalsvogel
Stelzenläufer
Buschschliefer
Dann fahren wir weiter zum Masuma Dam (auch mit Wasserstelle). Dort erzählen uns andere Gäste, dass kaum einen Kilometer weiter 2 Löwen unterm Baum schlafen, und wir natürlich gleich los. Und da liegen sie dann auch, hatten wohl eine anstrengende Nacht.
Wir bleiben 1,5 Stunden und beobachten sie, dann fahren wir zurück zum Masuma Dam zum Mittagessen. Auch hier bleiben wir einige Zeit an der Wasserstelle.
Südliche Zwergmanguste
Graureiher
Als wir uns auf den Rückweg machen, ist es bereits 15 Uhr. Der gewählte Rückweg führt über den Lukosi River Loop, wir sehen vor allem Elefanten und Giraffen. Um ca. 17 Uhr kommen wir wieder in Sinamatella an. Zu unserer Überraschung sind weitere Gäste eingetroffen, eine Schweitzer Familie mit 3 Kindern. Und später kommt noch ein Auto mit 2 Spaniern, einer Bolivianerin und einer Italienerin. Richtig Rush Hour jetzt.
AlibabaThemenstarter70 Beiträge · seit 201323. Jan. 2025 · #52
24.07.2024 Hwange Nationalpark - Robin's Camp Im Tal unter uns (ca. 350 m entfernt) hören wir schon in aller Früh einen Löwen, der sich langsam - aber brüllend - vorbei bewegt. Trotz vereinter "Fernglasbemühungen" (die Campsite Nachbarn und ein Ranger) finden wir ihn nicht. Dann gehts wieder zum Mandavu Dam zum Frühstücken, diesmal sehen wir aber leider nicht mehr so viele Tiere wie gestern. Wir fahren weiter Richtung Robin's Camp. Am Deetema Dam Picknick Platz mit Wasserloch ändert sich unser Sichtungsglück vollständig, Tiere im Überfluss, Elefanten, Giraffen, Zebras, eine Löwin, die seltenen Pferdeantilopen und viele mehr. Welch ein schönes Wasserloch.
Löwin am rechten Bildrand
Senegaltaube
Angola Schmetterlingsfink
Braundrossling
Flötenwürger
Pferdeantilopen
Nach dreieinhalb Stunden Pause geht's weiter. Wir sehen wieder Elefanten über Elefanten, heute waren es bestimmt schon zwischen 200 und 300 von den grauen Riesen. Am Spätnachmittag erreichen wir Robins Camp und buchen 2 Nächte. Es ist herausragend, wie freundlich wir hier empfangen werden, gefühlt wie Lodge Gäste die 3 Wochen gebucht haben. Alles wird uns ganz genau erklärt (Restaurant, Aufenthaltsraum, Sichtungstafel, Feuerstelle ….), wir fühlen uns hier sehr willkommen. Neben der obligatorischen Warnung vor diebischen Pavianen, werden wir hier auch vor einem diebischen Honey Badger gewarnt, der nachts die Campsite unsicher machen soll - wir freuen uns schon drauf!
AlibabaThemenstarter70 Beiträge · seit 201324. Jan. 2025 · #53
25.07.2024 Hwange Nationalpark - Robin's Camp Tag 2 Nachts, 01:30 Uhr, wir hören draußen Geräusche. Vorsichtig öffnen wir die Rollos, und da ist der Honey Badger, wie angekündigt. Er hat ein altes Ölfass, welches als Mülleimer dient, (nicht unser Müll, wir waren ja vorgewarnt) umgeworfen und macht sich jetzt über den Inhalt her, unter anderem einen großen Markknochen (welche Camping-Mahlzeit oder welches Grillfleisch beinhaltet so einen großen Markknochen???). Irgendwann wird ihm unsere Fotografiererei zu dumm, er verdrückt sich mit dem Knochen und wir gehen wieder ins Bett.
Nach dem Frühstück brechen wir auf zur (fotografischen) Löwenjagd. Gestern Abend haben wir noch erfahren, dass die letzten 3 Tagen ein Rudel mit 2 Männchen, 3 Weibchen und 3 Babylöwen in der Gegend gesichtet wurden. Am ersten Tag alle zusammen, die beiden folgenden Tage die Männchen woanders als die Familie. Wir suchen den ganzen Tag, fahren sogar sehr selten befahrene und zugewachsene Pisten, haben aber kein Glück.
Dann treffen wir einen Guide mit seinen Kunden, der sucht auch und meint, am Big Tom Wasserloch wären sie gesehen worden. Da waren wir schon in der Früh, aber wir fahren gemeinsam nochmal hin. Hier finden wir zwar eine große Spinne in der Toilette, aber immer noch keine Löwen.
Plötzlich verliert der Guide sein Hinterrad (alle Radmuttern verloren, ein Radbolzen gerissen, ein Radbolzen verbogen), aber das ist schnell repariert. Es gibt an einem Auto ja genügend Radmuttern, und ein Rad hält auch mit 4 statt 5 Muttern. Nach 20 Minuten gehts weiter, aber auch gemeinsam haben wir kein Glück. Er fährt dann in ein anderes Camp, wir zurück nach Robin's Camp. Hier stellt sich heraus, alle (Selbstfahrer, Guides, Kunden) haben die Löwen gesucht, und keiner hat sie gefunden (das beruhigt ein wenig). Wir hören, der Tag war generell schlecht, kaum Tiere zu sehen. Zum Glück können wir das nicht bestätigen (knapp 100 Elefanten, Raubadler, Kudus, Warzenschweine, eine dicke fette Spinne, Riedböcke, Impalas, Rot- und Gelbschnabeltokos, Zebramangusten, Buschhörnchen, Strauße, Helmperlhühner, Schakale, Zebras, Giraffen, Pferdeantilopen, Hippos, Krokodile, Swainsonfrankoline, …..).
Am Abend gönnen wir uns ein Dinner im Restaurant, zum Nachtisch gibts Apple Crumble, den konnte man am Nachmittag schon von weitem riechen, da war die Entscheidung schon vorprogrammiert.
AlibabaThemenstarter70 Beiträge · seit 201324. Jan. 2025 · #54
26.07.2024 Abschied von Zimbabwe Als wir gestern Abend vom Restaurant zurückgingen, haben wir unseren Freund Honey Badger wieder getroffen. Diesmal hat er an einem Loch gegraben, wir wissen nicht, was er da suchte. Auf alle Fälle meinte er, dass sei sein Loch und wir sollen uns gefälligst selbst eines suchen.
Es geht Richtung Botswana. Der Grenzübergang Pandamatenga, ein kleiner Grenzposten an der Hunters Road bietet sich an. Dort soll es recht relaxt zugehen, nicht so stressig wie in Beitbridge (unsere Einreise) oder in Victoria Falls, wo täglich Massen von Bussen mit Tagesgästen abgefertigt werden. Während der Fahrt bekommt man fast Zweifel, dass es hier zu einem Grenzübergang geht. Die Piste wird immer schmäler, keine anderen Autos, dafür viel Wildlife.
Dann kommt die Grenze. Der Immigration Beamte kommt gleich raus zu uns und begrüßt uns freundlich. Wir machen Smalltalk, dann die Immigration. Er erzählt uns, im Schnitt kommt ein Auto pro Tag, aber heute sind wir schon das zweite Auto (es ist jetzt Mittag). 2023 waren es total 399 Fahrzeuge. Dann ruft er den Kollegen vom Zoll an, der sich um unser Carnet de Passage und unser TIP kümmern soll. Der kommt gleich darauf (die Beamten wohnen in der Nähe und sind sozusagen Stand-by). Ruckzuck werden wir sehr professionell abgefertigt, und wir hatten schon Angst, es könnte Probleme mit dem Carnet geben. Dann rüber auf die Botswana Seite. Hier gibt es nur eine Beamtin, die in Personalunion Immigration und Zoll wahrnimmt. Auch hier werden wir - einschließlich Carnet - sehr schnell und professionell abgefertigt. Bevor wir endgültig einreisen dürfen, kommt noch die Veterinär-Kontrolle und inspiziert unser Auto, vor allem den Kühlschrank (es dürfen kein Fleisch, Obst, Gemüse oder Milchprodukte eingeführt werden). Unsere offene Milchtüte, zwei Zwiebeln und halbe Knoblauchknolle beanstandet sie nicht. Dann sind wir in Botswana, und unser Zimbabwe Reisebericht endet hier.
Wir hoffen, er hilft euch bei einer Reise nach Zimbabwe, oder bringt euch auf die Idee zu einer Zimbabwe Reise. Dieses schöne Land hat Besucher und ein wenig mehr Tourismus verdient.
Alibaba schrieb:25.06.2024 Gonarezhou NP - Chipinda Pools Am Gate buchen wir die Campsites für unseren geplanten Aufenthalt. Als Walk-In-Customers erhalten wir reduzierte Preise und zahlen 355 Dollar für vier Nächte (drei Nächte im Chipinda Camp und eine Nacht im Mutamagwenzi Camp).
Wir haben uns von Youtube und eurem Reisebericht inspiriert gefühlt, sodass wir nun an der Planung für unsere Zimbabwe Reise Ende September sitzen. Wir haben leider deutlich weniger Zeit als ihr, aber es ist für uns total spannend, eure Reise hier nachzulesen!
Ich habe nun die ersten Campsites angefragt, und die Preise für 2025 sind noch ein Stück weiter angestiegen, sodass ich mich frage, ob die Walk-In Variante nicht eine bessere Option wäre. Wie war es bei euch mit der Verfügbarkeit der Campsites? Hattet ihr Auswahlmöglichkeiten bei der Exclusive Site, oder habt ihr das genommen, was noch da war?
Wir planen aktuell 1-2 Nächte in Chipinda Pools und 3 Nächte auf Exclusive Sites aufgeteilt. Directors Camp ist für unsere Daten schon ausgebucht, sodass ich etwas im Zwiespalt bin ob wir die Sites lieber fest buchen und dann die 180 USD/Nacht hinblättern, oder es darauf ankommen lassen, ggf. aber nicht die Sites bekommen, die wir möchten.
Bei Chipinda Pools gehe ich irgendwie davon aus, dass das auch als Walk-In klappt, wobei die auch nur 9 Sites haben. Wie schätzt ihr da die Lage ein? Als kleine Reisegruppe mit nur 2 Personen fallen die Campsites bei diesem Preismodell schon ziemlich ins Gewicht, aber ich kann das Risiko nicht abschätzen, am Ende ohne Campsite dazustehen.
AlibabaThemenstarter70 Beiträge · seit 201329. Jan. 2025 · #56
Hallo Akanae,
Von den Exclusive Sites waren deutlich mehr als die Hälfte ausgebucht, hier mussten wir nehmen was wir noch bekamen. Direkt an den Cliffs war zum Beispiel nichts mehr frei, was wir sehr schade fanden. Das nächste mal würden wir hier vorbuchen.
Chipinda Pools war besser, während unseres Aufenthaltes waren nie mehr als 4 belegt. Es kann natürlich auch sein, das im September mehr los ist als im Juni.
Das Risiko ohne Campsite dazustehen, würden wir für die Exklusive Sites definitiv hoch einstufen. Für Chipinda Pools ist die Entscheidung schwierig. Wird wahrscheinlich gut gehen, ist aber nicht sicher.