Reisebericht Zimbabwe Juni/Juli 2024

Reisebericht 55 Antworten · 5'625 Aufrufe · gestartet 28. Dez. 2024 von Alibaba
Themenstarter70 Beiträge · seit 201328. Dez. 2024 · #1
Hallo,

in diesem Forum sind wir schon länger angemeldet, waren oft stille „Mitfahrer“ und haben für unsere Reisen ins südliche Afrika (Botswana 2014, 2016 und 2018, Südafrika 2017 und Namibia 2019) viele wertvolle Hinweise erhalten.
Jetzt wollen wir davon ein bisschen etwas zurückgeben und fangen mit einem Reisebericht über Zimbabwe an, da hier deutlich weniger Informationen im Vergleich zu Namibia, Botswana und Südafrika vorhanden sind. Und zugleich möchten wir zugegebenermaßen Werbung für dieses wundervolle Land machen, welches uns sehr ans Herzen gewachsen ist.
Wir, das sind Harald und Silke aus der Nähe von München. Seit Ende 2023 sind wir in Rente und haben deshalb endlich mehr Zeit zu reisen. 2018 haben wir uns einen Iveco Daily 4x4 gekauft, den wir in den Jahren 2019 bis 2021 selbst auf- und ausgebaut (ausgenommen der Leerkabine) und dann dieses Jahr im April nach Südafrika verschifft haben.
Dort sind wir Anfang Mai gestartet und dann langsam die Ostküste Richtung Zimbabwe hochgefahren. Hier durften wir wunderschöne 7 Wochen erleben.
Zuerst ein kurzes Fazit und allgemeine Informationen über Zimbabwe, dann folgt der Reisebericht:
Wir haben einen überaus positiven Eindruck von diesem Land. Auffallend sind sofort die Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Menschen, egal ob arm oder reich, schwarz oder weiß. Man kommt mit jedem leicht ins Gespräch, die Leute sind sehr interessiert, immer freundlich, immer nett. Interessant ist auch, dass sich jeder Beamte, Ranger, Polizist ... immer zuerst mit Namen vorstellt, die Leute sind sehr höflich. Leider ist in Zimbabwe der Wohlstand sehr ungleichmäßig verteilt, es gibt viel Armut, die meisten Menschen leben unter einfachsten Bedingungen. Oft sahen wir, dass die Frauen das Wasser noch von zentralen Punkten holten und nach Hause trugen. Durchschnittseinkommen: 150 US-Dollar pro Monat. Monatseinkommen einer Reinigungskraft: 50 US-Dollar. Trotzdem ist alles hier teuer, teurer als in Deutschland. Wie die Leute das Stemmen, ist uns ein Rätsel.
Apropos Geld: Wir hatten US-Dollar dabei, und das war gut so. Aber die Akzeptanz von Kreditkarten war deutlich höher als erwartet: geschätzt 50 % aller Supermärkte, 80 % aller Lodges und Nationalparks und vielleicht 40 % der Tankstellen akzeptierten VISA oder MASTER. Probleme gibt es aber gelegentlich mit schwachen Mobilfunkverbindungen oder Stromausfällen, dann geht nichts mehr. In Tankstellen mit Kreditkartenakzeptanz wird man deshalb meistens vorm Tankvorgang gefragt, ob man zur Not auch in bar bezahlen könnte, sonst bekommt man keinen Sprit.
Bezüglich Kriminalität, wir haben uns in Zimbabwe immer sicher gefühlt. Es gab viele Polizeikontrollen (im besiedelten Land im Schnitt 5 pro Tag), aber die meisten haben uns durchgewunken. Wenn wir hin und wieder anhalten mussten, war immer alles ok und freundlich. Gelegentlich wurden wir von Polizisten gefragt, was wir ihnen aus Deutschland mitgebracht hatten, und unsere Antwort „Gute Laune“ oder „unsere Liebe zu Afrika“ wurde immer akzeptiert. Manchmal gaben wir etwas Trinkwasser ab (wir haben einen 150 Liter Tank). Manchmal wollten die Polizisten auch unser Fahrzeug inspizieren, aber das war ausnahmslos der persönlichen Neugierde geschuldet, wie so ein „rollendes Heim“ von innen aussieht. Und dann wurden fasziniert alle Kollegen hinzugeholt, um sich unsere Wasserhähne – aus denen auch Wasser kommt – anzusehen.
Auffallend sind auch die vielen Schulen - und Schüler, auch in den abgelegensten Ecken. Und so gut wie jeder spricht Englisch, man merkt Englisch ist die offizielle Amtssprache. Es scheint so, dass jeder Erwachsene ein Handy hat. Das Mobilfunknetzt ist einigermaßen flächendeckend ausgebaut, aber die Datenübertragungsgeschwindigkeit ist (trotz 3G oder 4G) oft sehr langsam, und am Abend hat man oft gar kein Netz mehr. Vermutlich zu viele Nutzer. WLan, wenn vorhanden, ebenfalls sehr schwach.
Die Straßen sind oft abenteuerlich, von den Pisten ganz zu schweigen. Ein robustes Auto, am besten mit viel Bodenfreiheit, ist ein Muss.
Essen gehen in Zimbabwe heißt Fleisch essen, nur sehr selten werden fleischlose Alternativen angeboten, dafür sind die Portionen eher klein, vor allem, wenn man den Preis berücksichtigt. Wir hatten nach dem Essen öfters noch Hunger. Beim Frühstück wird man in der Regel satt, deshalb haben wir mittags schon mal ein Frühstück bestellt (mit Eier nach Wahl, Avocado, Grilltomate, Bohnen, Speck, evtl. Würstl und Toast).
Campsites: wir haben immer auf Campsites übernachtet, auch um mit den Zimbabwern in Kontakt zu kommen. Die meisten Campsites haben einen Ward, der sich rührend um die Gäste kümmert, neben der Reinigung der Ablutions auch Lagerfeuer macht, den Donkey-Ofen anheizt, Asche entsorgt usw.. Die Campsites haben mit der App iOverlander gefunden, persönliche Empfehlungen von Zimbabwern haben die Auswahl erleichtert.
Die meisten sanitären Anlagen (auch in Restaurants) sind – sagen wir mal positiv „so lala“. Manchmal waren wir schon froh, dass wir unser eigenes Badezimmer dabeihatten.
Die Nationalparks sind mittlerweile gut erschlossen, die Camps nicht eingezäunt, wie in Botswana. Die Tiere sind meistens relaxt, wenn auch noch nicht so sehr an Menschen gewöhnt wie im Kruger NP oder in Botswana. Nur im Gonarezhou waren die Elefanten teilweise angespannt.
In jedem Fall ziehen wir ein uneingeschränkt positives Fazit. Die Freundlichkeit und Zuvorkommenheit der Zimbabwer macht alle eventuellen Nachteile bei weitem wett. Sehr empfehlenswert.

Zimbabwe 2024
Unsere Reiseroute im Überblick:
Beitbridge – Bulawayo - Matobo Hills – Naletale Ruins – Great Zimbabwe - Gonarezhou NP - Save Valley Conservancy – Mutare – Honda Valley – Nyamapanda – Harare – Mana Pools – Kariba See – Hwange NP – Pandamatenga

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16.06.2024
Heute sind wir von Südafrika nach Zimbabwe übergewechselt, über den Grenzübergang Beitbridge, der einen zweifelhaften Ruf bezüglich Bürokratismus besitzt. Wir haben es in 2 1/4 Stunden geschafft, und waren auch richtig happy darüber. Vielleicht ging es so (relativ) schnell, weil Sonntag war. Für alle, die mit dem eigenen Fahrzeug einreisen wollen: wir hatten ein TIP (Temporary Import Permission) und das Carnet. Carnet alleine wollten sie an der Grenze nicht machen (obwohl es wohl möglich sein sollte), und TIP alleine wäre wesentlich teurer. In Kombination mit dem Carnet kostet das TIP und die Fahrzeugeinfuhr nichts. Auch bei der Verlängerung nach 30 Tagen (VISA und TIP) fielen keine weiteren Kosten an. So spart man ca. 100 Dollar.
Endlich im Land gings dann weiter auf der eintönigen "Autobahn": stellenweise nur Schotter, stellenweise so schmal, dass zwei LKWs nicht aneinander vorbeifahren können - einer muss von der Straße, viele tiefe Schlaglöcher - aber dafür Mautpflichtig. Auf den Schotterpassagen wird die Sicht manchmal dürftig, wir haben hier nur ein gemächliches Tempo vorgelegt.

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Es geht in Richtung Norden zu den Matobo Hills, wo wir morgen ankommen wollen. Am Nachmittag beziehen wir die nette Campsite „Gwanda Urban“, mit direktem Zugang zur Bar. Der Barzugang nutzt nur nichts, wir sind die einzigen Gäste, die Bar ist geschlossen.

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zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2024
1 Beiträge · seit 202428. Dez. 2024 · #2
Hallo,
ich freue mich schon auf den kompletten Bericht. Wir sind aktuell am Überlegen, ob wir im Juni nach Simbabwe gehen sollen und ich bin mir sicher, dass wir aus deinem Bericht das ein oder andere mitnehmen werde, was unsere Entscheidung in die eine oder andere Richtung beeinflussen wird. 🙂

Viele Grüße!
62 Beiträge · seit 201929. Dez. 2024 · #3
Hallo zusammen
Da reise ich auch gerne mit, Zimbabwe interessiert uns ebenfalls sehr, wir planen für 2026 eine längere Tour kombiniert mit Zambia.
Vielen Dank für den aufschlussreichen Einstieg, der viel über die Bedingungen verrät 🙂
Ich freue mich darauf, wie es weitergeht.
Liebe Grüsse aus der Schwriz
Vanessa
Themenstarter70 Beiträge · seit 201331. Dez. 2024 · #4
17.06.2024 Worldview Campsite

Heute gehts weiter zum Matobo Nationalpark. Unterwegs kaufen wir noch ein (in der zweitgrößten Stadt Zimbabwes, Bulawayo), es gibt ein gutes Angebot, aber wesentlich teurer als in Südafrika, viele Artikel auch teurer als in Deutschland. Mittags gibt’s einen Snack in Brooks Cafe and Deli, sehr empfehlenswert, mit WLan (einmal Avocado-Toast mit pochiertem Ei und einmal Pfeffersteak-Kuchen mit Pommes). Danach holen wir noch eine SIM-Karte (14 Dollar für 10 GB). Anschließend lassen wir - absolut problemlos dank unseres Adapters - gleich nebenan noch die Gasflasche der Außenküche auffüllen und fahren dann weiter zur World-View Campsite. Die ist wunderschön, nicht nur die Aussicht, auch die Campsite selbst ist top. Die Besitzer, Kerry und Andre, kommen jeden Abend vorbei und fragen, ob alles ok ist. Wir verlängern spontan um 2 weitere Nächte.

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zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2024
Themenstarter70 Beiträge · seit 201331. Dez. 2024 · #5
18.06.2024 Frühstück mit Giraffen

Heute Morgen sitzen wir beim Frühstücken in unserem Truck (draußen hat es nur 12 Grad), da läuft plötzlich ganz gemütlich eine Giraffe an unserem Panoramafenster vorbei. Später folgen noch ein paar Gnus. Da schmeckt es gleich nochmal besser.

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Ansonsten gibt es heute einen Update Tag mit den üblichen Beschäftigungen (Waschen, Fotos sichern, Wartung, Brot backen, ….). Am Nachmittag machen wir eine Wanderung, tolle Felsen und Bäume im schönen Abendlicht.

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Irgendwann in der Nacht scheppert es plötzlich heftig, jemand macht sich an den Mülltonnen zu schaffen. Ich denke sofort an einen Honigdachs, stürze aus dem Auto und laufe zu den Mülltonnen. Dort sehe ich mich im Schein der Taschenlampe einem Buschschwein gegenüber. Nach einigen Momenten gegenseitigen intensiven Anstarrens, ziehen wir uns beide langsam zurück.
zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2024
Themenstarter70 Beiträge · seit 201331. Dez. 2024 · #6
19.06.2024 Matobo NP
Am Morgen gehts wieder früh raus, in den "Whovi Game Park", der Teil des Matopo NP, in dem die Wildtiere sind. Es ist noch ein Stück zu fahren, wir sind im 7 Uhr am Gate, aber niemand ist da. Das Büro in dem man die Tickets kaufen kann öffnet erst zwischen halb acht und acht, auch wenn auf einem Schild steht "Gate Times 6 am to 6 pm". Na ja, dann haben wir wenigstens Zeit zum Frühstück, auch ohne Wasserloch. Dafür gibt’s Klippschliefer direkt am Gate. Im Park selbst gehts offroadig zur Sache, es hatte wohl im April heftige Regenschauer und die Pisten sehen entsprechend aus (es gibt nicht so viele Besucher, gestern ein Auto und heute wir). Das Ganze flankiert mit viel "Gartenarbeit", trotzdem hat unser Truck ein paar neue Busch-Tattoos bekommen.

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Der Lohn der Mühe sind ein paar Hippos an einem Wasserloch und zwei Gruppen von Breitmaulnashörnern, aber letztere laufen leider gleich weg. Das hatten wir auch in den vergangenen Jahren schon öfters: je einsamer die Gegend, desto scheuer die Wildtiere - sie sind nicht an Touristen gewöhnt. Leider sind die Viewpoints und Hides alle ziemlich verfallen. Seit Corona ist der Tourismus ziemlich eingebrochen, die Infrastruktur muss erst wieder hergestellt werden.

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Mittags wechseln wir in die "Central und Northern Wilderness Area", die erinnert ein wenig an den Mapunguwe NP in Südafrika, traumhaft schöne Landschaft aber leider wenig Tiere. Hier befindet sich auch das Grab von Cecil Rhodes, eine schillernde Persönlichkeit die Rhodesien gegründet hatte, das heutige Zimbabwe. Er hat sich definitiv ein sehr schönes Plätzchen für seine letzte Ruhe ausgesucht.

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Weiter gehts zur Nswatugi Cave, in der sehr schön erhaltene Felsmalereien zu sehen sind, welche auf 6000 bis 10000 Jahre zurück in die Steinzeit datiert werden. Nicht umsonst ist der Park UNESCO Weltkulturerbe.

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zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2024
Themenstarter70 Beiträge · seit 201331. Dez. 2024 · #7
20.06.2024 Bulawayo, Southern Cross Estates

Heute geht es wieder zurück nach Bulawayo, doch zuerst laufen wir zum Balance Rock rauf, (ist auf dem Gelände vom Farmhouse), wo wir wieder mal eine tolle Aussicht haben. Man hat echt Angst die Felskugel anzufassen, nicht dass sie runterfällt.... .

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Wir fragen Andre vom Farmhouse, wo dieser krasse Preisunterschied zwischen Südafrika und Zimbabwe herkommt. Ein anderer Anwesender (er leitet das Waisenhaus vom Ort) erklärt uns, dass zuerst mal alles importiert wird, das heißt da kommen schon mal 30 % drauf. Und dann scheint Zimbabwe ein schlimmeres Bürokratiemonster als Deutschland zu sein, und alles kostet. Er erzählt, für den Grillplatz im Garten muss man eine Abgabe zahlen. Oder dass es eine Firma in Bulawayo gibt, die Stühle herstellt. Kauft man die in Zimbabwe, kostet ein Stuhl 52 Dollar. Den gleichen Stuhl aus der gleichen Firma gibts in Südafrika für 11,50 Dollar!

Wir kaufen in Bulawayo Lebensmittel ein und tanken nochmal.

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Harald verträgt die Malariaprophylaxe (Malarone) nicht so gut, er bekommt davon Bauchbeschwerden (eine Mischung aus Hunger und Sodbrennen, aber auch direkt nach dem Essen, es ist also kein Hunger). Deshalb war er heute in der Apotheke und hat sich hier eine lokale Malariaprophylaxe für die nächsten 16 Wochen ! für 2 Dollar ! gekauft.

Dann fahren zum Übernachten in die Southern Cross Estates Campsite. Das verkürzt den morgigen langen Fahrtag, und wir haben so Zeit zum Brotbacken (hier haben wir Strom am Platz). Die Damen vom Platz sind so nett und waschen unsere Bettwäsche über Nacht, sogar kostenfrei 🙂. Dafür statten wir am Abend dem Restaurant einen Besuch ab und essen gut.

Am Abend fragen wir dann eine befreundete Apothekerin in Deutschland nach dem Wirkstoff des neuen Malariamedikamentes, und die Antwort ist eindeutig: nicht einnehmen, ganz üble Nebenwirkungen, in Europa auch nicht zugelassen. Also bleibts bei Malarone. Die DTG schreibt darüber, Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden und Übelkeit sollten nach ein paar Tagen besser werden. Harald beschließt, dass gilt auch für seine Beschwerden. Im worst case wird er deutlich zunehmen – wegen dem andauernden Hungergefühl. (Anmerkung nach dem Ende der Reise: das Sodbrennen war nach 2 Wochen weg, der „Malarone-Hunger“ ist geblieben, es gab keine Gewichtszunahme).
zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2024
392 Beiträge · seit 200801. Jan. 2025 · #8
Vielen Dank!

Gerne folge ich deinem Bericht… planen wir doch evtl. im November selbst nach ZIM zu reisen und hoffe einige gute Infos.

Ihr schreibt die Sicherheitslage ist zur Zeit okay. 2008 hatten wir einen kurzen Besuch der Victoria Fälle von der Chobe Safari Lodge organisiert. Die Wasserfälle sind toll aber ich fand die Situation und Versorgungslage vor Ort sehr deprimierend. Ich erinnere mich, dass Händler mit ihren Waren aus dem 'Gebüsch gesprungen' kamen . Hat sich das geändert?
Camperreise in die tasmanische Wildnis https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/306857-camperreise-in-die-tasmanische-wildnis.html?start=0 Mora, Mora unterwegs auf Madagaskar https://www.namibia-forum.ch/forum/164-diverses/306553-mora-mora-langsam-langsam-auf-nord-madagaskar.html
zuletzt bearbeitet 01. Jan. 2025
608 Beiträge · seit 202001. Jan. 2025 · #9
Wow, die Felsformationen sind genial! Genau nach meinem Geschmack! Leider werde ich aber nie dorthin kommen - das Malariarisiko schreckt mich ab, Prophylaxe mag ich nicht nehmen... So reise ich gerne virtuell mit!
Themenstarter70 Beiträge · seit 201301. Jan. 2025 · #10
fahrinurlaub schrieb:Vielen Dank!

Gerne folge ich deinem Bericht… planen wir doch evtl. im November selbst nach ZIM zu reisen und hoffe einige gute Infos.

Ihr schreibt die Sicherheitslage ist zur Zeit okay. 2008 hatten wir einen kurzen Besuch der Victoria Fälle von der Chobe Safari Lodge organisiert. Die Wasserfälle sind toll aber ich fand die Situation und Versorgungslage vor Ort sehr deprimierend. Ich erinnere mich, dass Händler mit ihren Waren aus dem 'Gebüsch gesprungen' kamen . Hat sich das geändert?
Hallo,
wir waren 2016 schon an den Victoria Fällen und haben sie dieses mal ausgelassen. Deshalb können wir auch nichts über die Versorgungslage dort sagen. Aber im übrigen Land gab es diesbezüglich wenig Probleme.
Händler gab es natürlich bei den touristischen Zielen, aber die waren nicht aufdringlich.

Viele Grüße, Harald
Themenstarter70 Beiträge · seit 201302. Jan. 2025 · #11
21.06.2024 Naletale Ruinen

In der Früh müssen wir noch warten bis unsere Bettwäsche (fast) fertig getrocknet ist, dann geht's los zu den Naletale Ruinen. Bei der Gelegenheit können wir uns gleich schon an die typischen kleineren Landstraßen von Zimbabwe gewöhnen, und an den Umstand, dass es keinerlei Beschilderung gibt.

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Diesmal zahlt es sich aus, dass wir die einzigen Touristen sind. Dzingayi, der Parkwächter, der hier auf Touristen wartet und die Eintrittsgelder in Empfang nimmt, geht mit uns zum Monument hinauf und erklärt alles sehr gut, wir bekommen eine Privatführung. Wir reden und reden, am Anfang über das Monument, später über die Familie und zum Schluss über Politik. Und natürlich über den FC Bayern, er ist glühender Fan und verfolgt alle Spiele der Bundesliga. Wir lernen, dass die Schule in Zimbabwe 11 Jahre dauert, danach kann man noch 4-6 Jahre aufs College oder die Universität gehen. Man geht mit 60 in Rente oder mit 55 Jahren in Vorruhestand - aber nur wenn man es sich leisten kann. Dzingayi ist sehr gebildet, kennt sich gut aus in Kräuterkunde und erklärt uns, für welches Leiden man welche Pflanzen zur Behandlung nehmen kann. Er hat eine fundierte (unserer Meinung nach zutreffende) Meinung über die Deutschen, die Amerikaner und die Chinesen und auch zum Ukraine-Krieg. Es war ein schöner, kurzweiliger Nachmittag. Dzingayi erlaubt uns am Parkplatz zu übernachten (wir sind sowieso die einzigen Besucher).

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22.06.2024 Great Zimbabwe

Heute haben wir einen langen anstrengenden Fahrtag nach Great Zimbabwe. Die Straßen sind leider nicht immer gut, viele Schlaglöcher, eine lange Umleitung. Hier werden die Straßenarbeiten immer auf sehr langen Strecken ausgeführt, so muss der Verkehr oft viele Kilometer auf eine extra angelegten Behelfspiste ausweichen. Wir steigen an der Campsite vom Great Zimbabwe Hotel ab, die haben relativ gutes Wlan und wir können uns den neuen Zimbabwe-Reiseführer runterladen.
Am Abend sitzen wir noch lange mit Ramona und Lukas zusammen, Overlander aus der Schweiz, welche über die Westroute auf Achse hierhergekommen sind, und tauschen uns aus.

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zuletzt bearbeitet 02. Jan. 2025
Themenstarter70 Beiträge · seit 201302. Jan. 2025 · #12
23.06.2024 "Dzimba Dza Mabwe"

bedeutet "Häuser aus Stein" und ist der Ursprung des Namen Zimbabwes, in den das frühere Rhodesien nach der Revolution umbenannt wurde.
Heute Vormittag hat es geregnet (mehr getröpfelt, viel zu wenig für das ausgetrocknete Land), wir haben die Zeit für Video-Calls mit der Familie genutzt. Am frühen Nachmittag ziehen wir zu Fuß los, es ist nur ein knapper Kilometer zum Eintrittsgate von Great Zimbabwe. Great Zimbabwe ist das bedeutendste Monument des südl. Afrikas, steht an zweiter Stelle von Gesamt-Afrika (nach den ägyptischen Pyramiden) und ist Weltkulturerbe. Das Volk der Kalanga herrschte hier von ca. 1100 bis 1450 n.C. in 8 Generationen über ein Reich, dass vom heutigen Botswana bis nach Mosambik reichte. Man trieb damals nachgewiesenermaßen schon Handel mit China (Porzellan) und Arabien (Schmuck), welche gegen Tierfelle, Elfenbein und Metalle getauscht wurden. Es wurde Eisen, Kupfer, Zinn und Gold gewonnen und geschmolzen, von letzterem 24 Tonnen pro Jahr. Wir nehmen uns einen Führer, der zwar nicht so mitteilsam wie Dzingayi ist, aber den kulturellen Part hat er richtig gut drauf. Während wir durch enge Gassen und über steile Treppen wandern, lernen und erfahren wir wieder viel.

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Themenstarter70 Beiträge · seit 201304. Jan. 2025 · #13
24.09.2024 Nahe Chiredzi
Unser nächstes Ziel ist der Gonarezhou Nationalpark, ganz im Südosten des Landes. Da es als Tagestour relativ weit ist, und wir zwischendrin auch noch Einkaufen, Tanken usw. müssen, beschließen wir kurz vorm Park zu übernachten. Das ist auch gut so, es regnet in der Früh, wir haben wieder ewig lange Baustellen, und die Lehmpisten sind jetzt teilweise extrem rutschig. Letztendlich wie bei uns (Süddeutschland) bei Glatteis. Und genau wie bei uns bleiben dann an den Steigungen die LKW's hängen, stehen quer und nichts geht mehr. Aber anders als bei uns glauben die meisten Fahrer das nicht, und am Schluss gibt es auf dieser Seife ein wildes Drängeln, wer als nächster fahren darf.

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Wir halten uns zurück, wir haben Zeit. Gegen Mittag hört es auf zu regnen, am Straßenrand bieten Händler Alltagswaren an.

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In der Nähe von Chiredzi finden wir dann einen Übernachtungsplatz im Hippo Valley Country Club. Silke hat einen Flashback. Obwohl sie dafür viel zu jung ist, kommt sie sich vor, wie bei "Dirty Dancing"...😅😅. Die dazugehörige Campsite ist zur Zeit zwar wegen Umbau geschlossen, aber wir dürfen vor einer "Villa" (ein Schlafzimmer 20 qm plus Bad) parken und das Bad benutzen.

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Licht geht zwar nicht (wir haben ja Stirnlampen), aber dafür läuft das Wasser von 16 bis 9 Uhr, in der Dusche allerdings nur das brühend heiße, kein kaltes Wasser zum Zumischen. Die Wäsche lassen wir waschen, und bei den aufgerufenen Preisen springen wir sogar über unseren Schatten und fördern Schwarzarbeit.

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Apropos schwarz: Leider müssen wir uns bereits um 16:30 in unseren Truck zurückziehen, es regnet wieder .... diesmal Ruß! Diese Gegend ist ein großes Anbaugebiet für Zuckerrohr, und wenn die Felder (von Hand mit der Sichel) abgeerntet sind, werden die übriggebliebenen Stoppeln noch abgebrannt.
Karen, die Managerin des Country Clubs ist nebenbei noch Schlangenfängerin: sie erzählt uns, vor 2 Tagen hat sie 35 Minuten mit einer 2,1 m langen schwarzen Mamba gekämpft, die von den nahen Zuckerrohrfeldern aufs Clubgelände gekommen ist. Selbstredend wurde die Mamba an einem sicheren Platz wieder unversehrt ausgesetzt. Wenn wir Glück haben, kommt sie nochmal und steht Modell für ein Foto?
Am Abend wollen wir in den Club zum Essen gehen, die nächsten Tage werden wir keinerlei Versorgungsmöglichkeiten (Restaurants, Geschäfte, Tankstellen, ....) mehr haben. Leider haben wir uns zu früh gefreut. Seit dem späten Nachmittag ist der Strom ausgefallen, die Küche bleibt kalt.
zuletzt bearbeitet 04. Jan. 2025
Themenstarter70 Beiträge · seit 201304. Jan. 2025 · #14
25.06.2024 Gonarezhou NP - Chipinda Pools

In der Früh holen wir unsere Wäsche ab (wie erwartet noch nass) und kommen mit den Frauen, die uns die Wäsche gemacht haben, ins Gespräch. Sie verdienen 50 Dollar pro Monat! Zum Vergleich: Supermarktpreise auf Niveau Deutschland oder leicht darüber, Benzin/Diesel ca. 1,65 Dollar / Liter, Schulgeld für die Kinder. Wir fragen sie, wie das geht, sie zucken die Schultern und meinen, es muss gehen. Man hat mehrere Jobs.
Als wir kurz nach acht fahren, gibt es schon wieder keinen Strom. Danach kaufen wir in Chiredzi ein, unsere Vorräte müssen für 5 Tage reichen. Noch schnell zum Auftanken und dann geht es weiter zum Gonarezhou Nationalpark. Am Gate buchen wir die Campsites für unseren geplanten Aufenthalt. Als Walk-In-Customers erhalten wir reduzierte Preise und zahlen 355 Dollar für vier Nächte (drei Nächte im Chipinda Camp und eine Nacht im Mutamagwenzi Camp). Wer jetzt meint, das ist teuer, muss berücksichtigen, was alles eingeschlossen ist 😉 : fließend kaltes Wasser am Platz, der Ablution Block (immer für 2 Campsites) ist nur 100 m entfernt, dort gibts sogar begrenzt solargeheiztes Wasser. Und das Highlight: kein störender Zaun, der die Tierwelt von uns fernhält. Wer hat in seinem Viele-Sterne-Hotel schon den Sound von Hippos die ganze Nacht? Oder das Brüllen (und gelegentlichen Besuch) von Löwen? Hyänen sollen sogar regelmäßig auf ein Schwätzchen vorbeikommen. Nur die Uferböschung ist zu steil für die Krokodile, die werden uns wohl nicht besuchen. Die letzte Nacht im Mutamagwenzi Camp ist etwas teurer, weil es ein Exklusiv-Camp ist: die ganze Campsite hat nur einen einzigen Stellplatz, den haben jetzt wir. Dafür gibt’s kein Wasser.

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Am späten Nachmittag machen wir noch eine Pirsch zum Chivalilla View Point. Wenig Tiere, aber eine schöne Aussicht auf den fast trockenen Fluss Runde und auf die rauchenden Schlote der Zuckerindustrie im nahen Chiredzi. Und unterwegs finden wir sogar einen Punkt mit Mobilfunk. Am Abend kochen wir unser karges Buschmahl und lauschen den Stimmen der Wildnis, Hippos, Elefanten und Impalas.

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zuletzt bearbeitet 04. Jan. 2025
Themenstarter70 Beiträge · seit 201307. Jan. 2025 · #15
26.06.2024 Ausflug zu den Chilojo Cliffs
Heute Nacht um 2 Uhr werden wir wach. Büsche knacksen und krachen, aber wir sehen nichts. Aber es kann ohnehin nur ein Elefant sein, der sich sein Nachtmahl von den Büschen reißt, sonst bewegen sich ja auch die großen Tiere ziemlich lautlos. In der Früh prüfen wir die Spurenlage: ja, es war ein Elefant der sich durchs Camp gefressen hat, er ist direkt am unserem Truck vorbei geschlichen zu den Büschen im Hintergrund.
Dann brechen wir auf zu einem Viewpoint an den Chilojo Klippen. Unterwegs gibt’s viel Tiere zu sehen (Elefanten, Paviane, Wasserböcke, Impalas, Buschhörnchen, Schakale, Kudus, Nyalas, Warzenschweine, Zebras, Gnus, Rappenantilopen, Büffel, Hornraben, Hammerköpfe, Geier, Buschhörnchen, Rot- und Gelbschnabeltokos, Mangusten, Helmperlhühner, Weißstirnspint, Krokodile, …), besonders freuen wir uns über Rappenantilopen an der Furt durch den Fluss Runde oder ein paar schöne Vögel.

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Hammerkopf

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Hier sind wir nicht ganz sicher, ist das ein Seneglkibitz?

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Rotschnabeltoko

Kurz vorm Ziel sehen wir einen Elefantenkadaver, der gerade von den Geiern hart umkämpft wird.

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Die Aussicht vom Viewpoint ist atemberaubend, der lange 5 Stunden Drive (für 55 km, nur Hinweg) hat sich gelohnt.

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Beim Zurückfahren sehen wir mehrere Elefantenherden, das Vorbeifahren ist nicht immer einfach. Sie zeigen uns zum Teil Drohgebärden. Die Tiere sind wesentlich angespannter als z.B. im Kruger NP oder in Botswana, verständlich wenn man die Vergangenheit vom Gonarezhou NP kennt. Heute ein Vorbild Nationalpark, war er lange Zeit ein Eldorado für Wilderer. Und Elefanten haben nicht nur ein langes Gedächtnis, sie geben ihr Wissen auch an die nächste Generation weiter. Am Abend wird Boerewurst gegrillt und wieder bekommen wir Besuch von einem Elefanten. Um 8 Uhr ziehen wir uns in unser Domizil zurück, einen ggf. nervösen oder nachtragenden Elefanten im Dunkeln wollen wir vermeiden.
zuletzt bearbeitet 08. Jan. 2025
Themenstarter70 Beiträge · seit 201307. Jan. 2025 · #16
27.06.2024 „Löwentag“
Auch heute früh wird als erstes die Spurenlage geprüft. Und tatsächlich, in der Nacht hatten wir außer dem Elefanten noch weiteren Besuch. Wir finden weitere Spuren, nur ca. 1,5 m von unserem Fahrzeug entfernt. Es sieht aus wie Löwenspuren, aber so groß? (Unser Spurenbestimmungsbuch sagt Löwenspuren sind 12-13 cm groß, die hier sind 14-15 cm). Wir haben Glück, ein Parkranger kommt vorbei. Und er bestätigt unsere Annahme. Wir hatten heute Nacht Besuch von einem Löwen, wie es aussieht ein riesiges Männchen. Und wir haben es verschlafen .... 😴. Müssen wir wohl die nächste Nacht aufbleiben und auf der Lauer liegen.
Gestern war ein langer Tag, deshalb lassen wir es heute ruhig angehen und bleiben am Vormittag im Camp. Putzen, waschen, Fotos sichern und andere Tätigkeiten stehen an. Mittags fängt es leicht zum Regnen an, und wir fahren zum nahegelegenen Massasanya Damm, dort wollen wir Mittagessen und hoffen, dass sich Tiere zeigen. Gestern wurde hier ein Leopard gesichtet. Schon bei der Anfahrt sehen wir viele Geier kreisen. Und tatsächlich, ca. 5 km vom Camp entfernt wieder ein toter Elefant. Und direkt davor eine Löwin, die ihn bewacht. Ein Löwe kommt selten allein, also suchen wir die Gegend ab und werden tatsächlich fündig. Eine weiter Löwin und ein junges Männchen auf der anderen Wegseite. Am Anfang noch etwas versteckt, aber jeder bringt sich mal in Fotoposition. Wir essen in Löwengesellschaft, und bleiben ca. 3 Stunden. Zweimal kommt kurz ein Auto vorbei, aber die fahren schnell wieder, so genießen wir die Löwenbeobachtung ziemlich exklusiv (und dürfen wir heute Nacht doch wieder schlafen). Rings herum werden die Geier immer mehr, irgendwann zählen wir 48 Stück. Aber sie trauen sich nicht an den Elefanten, solange die Löwen da sind.

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Am Abend kochen wir draußen, aber dann fängt es wieder leicht zu regnen an und wir ziehen uns in unseren Truck zurück.
392 Beiträge · seit 200807. Jan. 2025 · #17
Alibaba schrieb:
Als Walk-In-Customers erhalten wir reduzierte Preise und zahlen 355 Dollar für vier Nächte (drei Nächte im Chipinda Camp und eine Nacht im Mutamagwenzi Camp). Wer jetzt meint, das ist teuer, muss berücksichtigen, was alles eingeschlossen ist 😉 : fließend kaltes Wasser am Platz, der Ablution Block (immer für 2 Campsites) ist nur 100 m entfernt, dort gibts sogar begrenzt solargeheiztes Wasser. Und das Highlight: kein störender Zaun, der die Tierwelt von uns fernhält.

Ist da alles inklusive, oder kommen dann noch die Eintrittspreise für den NP dazu? Was würde denn ein vorgebuchter Platz kosten? Würde mir gerne ein Bild machen wieviel so eine Reise kostet. Vielen Dank für den Bericht.

Die Preise sind ja extrem angestiegen. 2008 haben wir in Botswana im Chobe… 12 Euro p.P Eintritt, 5 Euro fürs Auto und 6 Euro Camping gezahlt.
Camperreise in die tasmanische Wildnis https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/306857-camperreise-in-die-tasmanische-wildnis.html?start=0 Mora, Mora unterwegs auf Madagaskar https://www.namibia-forum.ch/forum/164-diverses/306553-mora-mora-langsam-langsam-auf-nord-madagaskar.html
zuletzt bearbeitet 07. Jan. 2025
Themenstarter70 Beiträge · seit 201308. Jan. 2025 · #18
Hallo,

anbei die Preisliste von 2024. Vermutlich wird das bei Vorausbuchung auch verlangt, wissen wir aber nicht sicher. Wir mussten die Minimum Charge nicht bezahlen.

📎 Gonarezhou-2024Rates-International.pdf


Und bezüglich Botswana: wir mussten 2014 schon 50 US$ pro Person nur für Camping in Savuti bezahlen, zuzüglich Parkeintritt und Fahrzeug.

Viele Grüße, Harald
Themenstarter70 Beiträge · seit 201308. Jan. 2025 · #19
28.06.2024 Mutamagwenzi Campsite
Heute früh finden wir keine Spuren, also kein nächtlicher Besuch. Wir brechen kurz nach Sonnenaufgang nochmal zum Massasany Damm auf, um dort zu frühstücken. Die Löwen sind weg, jetzt fressen die Geier am Elefantenkadaver.

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Dann gehts weiter, wieder zu den Chilojo Cliffs, diesmal der untere Viewpoint. Wieder eine traumhaft schöne Landschaft, nur die Tiere machen sich etwas rar. Kurz danach queren wir wieder den Fluss Runde, diesmal ist es eine sandige Furt, aber kein Problem. Weiter gehts südlich der Runde zu unserem Wilderness Camp. Leider immer mehr in den Mopane Wald, der einem die Sicht versperrt. Plötzlich eine extrem steile und ruppige Abfahrt durch ein ausgetrocknetes Bachbett, und drüben geht’s extrem steil wieder hoch. Das Ganze garniert mit fußballgroßen Steinen auf der Abfahrt, und viel Sand drüben rauf. Wir glauben zwar, dass wir das mit Untersetzung und gesperrten Differentialen schaffen würden, aber eine extreme Schinderei fürs Material wäre es sicher. So beschließen wir uns einen anderen Weg zu suchen, und folgen einem Track, der in die richtige Himmelsrichtung geht. Alles nicht ganz einfach, das Navi zeigt keinen Weg, und auch unsere 4 verschiedenen Landkarten nur weiße Flecken. Zum Glück gibts den Fluss und Himmelsrichtungen. Nach einiger Zeit treffen wir wieder auf unsere Originalroute (unter Umgehung der beschriebenen Schlucht) und sehen, von dieser Seite ist der Weg mit Steinen gesperrt. Also die richtige Entscheidung getroffen.

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Dann treffen wir auf eine große Elefantenherde, die uns schon aus ca. 100 m Entfernung deutlich signalisiert, dass hier jetzt kein Durchkommen ist. Und das auf der einzigen schmalen Piste weit und breit. Während wir noch überlegen, was wir jetzt machen sollen, werden die Tiere immer aufgeregter. Wir deeskalieren, der Rückwärtsgang wird bemüht. Eigentlich eine gute Zeit zum Mittagessen 😗 . Wir fahren ein paar hundert Meter rückwärts, parken "fluchtbereit", und essen zur Sicherheit in der Fahrerkabine. Nach einer guten halben Stunde machen wir einen neuen Anlauf, genaue Blicke nach links und rechts, die Luft ist rein, kein Elefant mehr zu sehen. Weiter gehts durch den Mopanewald, bis wir unser Camp erreichen. Kurz vorher treffen wir noch drei Zimbabwer, wir erkundigen uns, ob der von uns angedachte Weg weiter zum Mahenye Gate der Richtige ist, sie bestätigen uns das. Im Camp werden 40 l Diesel nachgefüllt, dann lassen wir den Tag ausklingen. Plötzlich, lautes, aufgeregtes Trompeten, dann das Krachen von brechenden Zweigen. Ziemlich aufgeregte Elefanten, es hört sich ganz nah an, aber wir sehen sie nicht. Obwohl wir gerade ein Lagerfeuer angezündet haben, fühlen wir uns nicht besonders wohl. Wir sehnen uns schon nach den entspannten Elefanten von Botswana. Darauf trinken wir einen Amarula.
zuletzt bearbeitet 08. Jan. 2025
Themenstarter70 Beiträge · seit 201308. Jan. 2025 · #20
29.06.2024 Gayiseni Camp
Was für ein traumhaft schöner Tag. Nach dem wir aufgebrochen sind, öffnet sich die Landschaft, kein Mopanedickicht mehr, dafür ein lichter Wald von Baobabs. Die letzte Durchfurtung des Flusses Runde hat mehr Wasser (ca. 50 cm), und ist deutlich tiefsandiger, ist aber kein Problem für uns. Wir sehen viele Tiere, einfach nur unglaublich schön.

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Unterwegs machen wir noch einen Abstecher zur Tembwahata Pan, da gibt es Picknick Plätze (Plumpsklo, Betontische und -bänke). Was für ein Bild. Hunderte von Tieren, Hippos, Vögel, Krokodile, Antilopen ... auf der Pan. Wir können uns nicht sattsehen und wollen gar nicht weiterfahren.

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5 km weiter, am Exit Gate verhandeln wir mit den Rangern und hängen noch einen Tag dran. Dann fahren wir zurück zu Tembwahata Pan, doch auf unserem Picknickplatz steht bereits ein Auto. Es sind Pam, Dave und ihr Sohn Sebastian, die Zimbabwer, die wir gestern Abend nach dem Weg fragten. Wir sind willkommen und stellen uns dazu. Zunächst bestimmen wir ca. 2 Stunden lang Vögel, die auf der Pan nach Nahrung suchen. Plötzlich kommen wieder Elefanten, eine Gruppe von 14 Tieren, einschließlich 2 Kleine. Sie beäugen uns, aber entscheiden offensichtlich, dass wir keine Bedrohung darstellen. Dann kommen 2 weitere Gruppen Elefanten, am Schluss zählen wir mehr als 45 Tiere. Darunter 2 große Bullen, die langsam immer näher zu uns kommen (30-40 Meter) und uns unentwegt beobachten. Aber schlussendlich erhalten wir auch von ihnen die Erlaubnis, zu bleiben. Was für ein magischer Moment. Und wir haben unseren Frieden mit den Gonarezhou Elefanten wieder geschlossen.

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Nach 16 Uhr brechen wir von der Pan auf und suchen unser Camp, wieder ein Wilderness Camp (Gayiseni Camp). Für die 11 km brauchen wir genau eine Stunde - mit viel Gartenarbeit. Jetzt wissen wir auch, was der Ranger mit „the camp is under renovation“ gemeint hat: die Zufahrt ist zugewachsen (auch für normal große Geländewagen) und die Pit Toilette verfallen. Durch den extra Tag mit wenig Fahren und im Schatten geparkt, wird der Strom knapp, müssen wir halt kalt duschen, aber was solls, hier ist es einfach zu schön, wir mussten bleiben.
zuletzt bearbeitet 08. Jan. 2025