Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201904. Mai 2022 ·
Reisetag 56 (26. September 2021) – St. Lucia – Durban
Die Tage in und um St. Lucia haben uns enorm viel Freude bereitet und wundervolle Momente beschert. Wir haben viel entdecken können und – trotz der Wetterkapriolen – großartige Sichtungen genossen. Die Zeit in der Kingfisher Lodge ist so schnell vergangen, drei Tage sind hier sicherlich keiner zu viel. An diesem Vormittag heißt es nun wieder Abschied nehmen, wir werden Richtung Durban weiterreisen und am Weg dorthin unsere Tochter und eine Meeresbiologin, die ebenfalls hier im Hotel gewohnt hat, am Flughafen abliefern. Die junge Forscherin, die am Weg zurück nach Kapstadt ist, ist froh, dass wir sie ein Stück mitnehmen können, so erspart sie sich Geld für ein Taxi. Ich bin natürlich traurig, dass uns unsere „Kleine“ verlässt – wer weiß, wie oft sie uns noch auf einer Reise begleiten wird… Nach dem Frühstück brechen wir auf, denn wir sollen gegen 11:00 Uhr am Internationalen Flughafen von Durban sein, der am Weg in die Stadt neben der N2 liegt und sehr gut erreichbar ist. Wir veranschlagen rund 2,5 Stunden Fahrzeit für die etwas mehr als 200 km. Der Abschied von St. Lucia fällt und schwer – also Augen zu und durch… Auf dem Weg Richtung Durban kommen wir gut voran, unterwegs halten wir nur einmal kurz, um die Toiletten aufzusuchen. Ziemlich genau um 11:00 Uhr kommen wir am Flughafen an – auch hier bringen wir den Abschied schnell hinter uns, denn wir wissen, dass es nicht leichter wird!
Für uns geht es weiter in die Stadt Durban, wo wir direkt am Zentrum im Protea Hotel „The Edward“ einchecken. Das Hotel liegt direkt am Strand, an der sogenannten „Goldenen Meile“. Es ist nicht unser erster Aufenthalt hier, wir freuen uns auf einen angenehmen Nachmittag. Durban ist sicher nicht meine Lieblingsstadt in Südafrika, ich habe immer ein etwas mulmiges Gefühl in dieser Stadt. Auch die schweren Ausschreitungen wenige Wochen vor unserem Aufenthalt haben nicht dazu beigetragen, dass wir uns hier sicherer fühlen. Wir haben viel überlegt, wo wir einen Zwischenstopp am Weg in die Drakensberge einlegen sollten, uns dann aber doch für Durban entschieden. Am Abend und vor allem dann auch am darauffolgenden Morgen spazieren wir kurz durch die Stadt. Speziell am Strand vor dem Hotel, wo sich auch die „Funworld“ befindet, ist es sehr schön.
Wir sehen viele Surfer, die unmittelbar im Zentrum der Stadt auf die „richtige Welle“ warten.
Das moderne Fußballstadion, das zur WM 2010 errichtet worden war, bestimmt die Stadtansicht.
Kurz geht es auch ins Stadtzentrum selbst, wo wir das unserer Meinung nach gelungene Gemisch zwischen moderner und historischer Architektur bestaunen.
Dieser Reisetag ist bildertechnisch eher kurz, aber wir haben den Fotoapparat nicht so oft gezückt. Das Abendessen haben wir im Ocean Basket in Strandnähe eingenommen – das Fischgericht war in Ordnung, nicht mehr und nicht weniger. Das Flair in diesem Restaurant haben wir leider nicht gefunden...
Gefahrene Tageskilometer: 272 km
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201904. Mai 2022 ·
Reisetage 57 und 58 (27. und 28. September 2021) – Drakensberge (Giants Castle)
Die Angestellten im Hotel in Durban sind extrem nett und bemüht, das Hotel ist sehr sauber und das Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen – trotzdem sind wir froh, wieder „aufs Land“ fahren zu können, die Stadt hinter uns zu lassen. Wir haben heute keine Eile, denn der Frühverkehr in und rund um Durban würde uns ohnehin stoppen… Gegen 09:00 Uhr verlassen wir das Hotel und fahren durch die Stadt auf die N3, jene Autobahn, die in den letzten Wochen für traurige Schlagzeilen gesorgt hat, die stellenweise gesperrt war und entlang derer die schwersten Auseinandersetzungen zu verzeichnen waren. Die Straße ist heute wieder voll mit LKW’s, die sich die teilweise steilen Hügel hinaufquälen. Wer aus Durban weg will, der muss, sofern man in nördliche Richtung fährt, auch durch die Berge! Die N3 ist eine der Hauptverbindungen des Landes, viele Güter, die über den Hafen von Durban umgeschlagen werden, passieren dieses Nadelöhr.
Wir kommen gut voran, nur in der Stadt selbst ist es mitunter etwas mühsam. Bis nach Pietermaritzburg sind wir etwa 70 Minuten unterwegs. Immer wieder sehen wir die Spuren der Verwüstung, ein oder zwei ausgebrannte Supermärkte sehen wir sogar von der Autobahn aus. Wir fühlen uns überhaupt nicht wohl, obwohl inzwischen längst wieder Ruhe eingekehrt ist. Bei Mooi River legen wir an einer Raststätte eine kurze Pause ein, trinken einen Cafe und vertreten uns die Füße. Über Estcourt geht es schließlich weiter in das Giants Castle Game Reserve, wo wir für zwei Nächte reserviert haben. Das Giants Castle Camp liegt dabei auf am Rand eines Felsplateaus und bietet sich geradezu an, um von hier aus ausgedehnte Wanderungen zu unternehmen. Bereits am Weg in das Resort stoppen wir, um einen Felsenbussard (Jackal Buzzard) abzulichten.
Von Weitem sieht man die herrliche Landschaft der Drakensberge, wir können es kaum erwarten, anzukommen. Das Tiefdruckgebiet der vergangenen Tage, dessen Ausläufer auch wir immer wieder zu spüren bekommen haben, hat dazu geführt, dass die höchsten Gipfel schneebedeckt sind.
Wir sind in einem Teil des uKhahlamba-Drakensberg Parks unterwegs, der seit 2000 in der UNESCO-Welterbeliste eingetragen ist. Das knapp 2500 km² große Schutzgebiet reicht auch in das benachbarte Lesotho hinein. Das Camp besteht aus zahlreichen Chalets, die in sehr reizvoller Umgebung stehen und komfortable eingerichtet sind. Dazu zählt auch ein offener Kamin…
Wir unternehmen von unserem Chalet aus einige wunderbare Wanderungen, unter anderem zu einer nicht allzu weit entfernten Felsformation, in der zahlreiche Felszeichnungen zu sehen sind. Hier gibt es auch ein Display, das das Leben der San in den Bergen beleuchtet. Um zu dieser Felsformation zu gelangen, wandert man auch entlang eines malerischen Baches, an dessen Ufern zahllose Zuckerbüsche stehen, in denen sich Malachit-Nektarvögel (Malachite Sunbird) tummeln.
Von der Aussichtsplattform vor dem Restaurant aus genießt man einen herrlichen Blick auf die Drakensberge und die sich davor ausbreitenden, tief eingeschnittenen Täler.
Wir haben einen vollen Tag, um nach Herzenslust zu wandern – was wir in dieser unglaublichen Szenerie natürlich auch machen. Mehr als sieben Stunden sind wir am Stück unterwegs und können uns einfach nicht sattsehen. Die Wanderwege verlaufen, nachdem man den ersten Anstieg geschafft hat, überwiegend durch leicht welliges Gelände. Zu dieser langen Wanderung schleppe ich mein schweres Teleobjektiv nicht mit - ein großer Fehler, wie sich später herausstellen sollte, denn die über uns kreisenden Geier sind so nur schwer auszumachen...
An der Rezeption des Camps erhält man gute Tipps, zudem sind die Einstiege zu den einzelnen Routen gut ausgeschildert. Wir treffen während eines ganzen Tages praktisch kaum andere Wanderer, sind also auf uns allein gestellt.
Von einzelnen kleineren Kuppen, die den Plateaus aufgesetzt sind, genießt man herrliche Ausblicke, die auch weit in das Vorland Richtung Osten reichen.
Die meisten Wanderungen sind als „Rundwege“ angelegt, man muss also keine Strecke zweimal laufen – das ist natürlich auch ein erheblicher Vorteil. Außerdem gibt es Wanderungen in allen Schwierigkeitsgraden und Längen, das Wegenetz ist tatsächlich unheimlich weitläufig.
Welch wunderschöne Landschaft! Dort zu wandern, muss Vergnügen pur sein!
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201905. Mai 2022 ·
Hallo rik.m - da kann ich dich nur bestätigen: ein Wandergenuss, der hier wartet! Traumhafte Landschaft, einfach nur staunen und genießen! Schön, dass du mitliest! Beste Grüße Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201905. Mai 2022 ·
Reisetage 59 und 60 (29. und 30. September 2021) – Drakensberge (Cathedral Peak)
Ein Aufenthalt von zwei Nächten ist eigentlich zu kurz, denn vor Ort kann man dann lediglich einen einzigen vollen Tag genießen, der andere Tag besteht ja aus Anreise, einchecken und einer gewissen Orientierungsphase. Wir müssen nun also auch das Giants Castle Gebiet schon wieder verlassen, wir hätten hier sicher noch die eine oder andere Wanderung gefunden – vor allem bei diesem grandiosen Wetter… Nach dem Frühstück fahren wir also wieder zurück in östliche Richtung, um über Winterton zum Cathedral Peak Hotel zu gelangen. Die Fahrstrecke ist nur kurz, wir haben nur knapp 100 km vor uns. Das Frühstück schmeckt in den Bergen immer besonders gut, zudem bei dieser Aussicht…
Fazit Giants Castle Resort: Sehr schön gelegene Chalets, deren Inneneinrichtung schon etwas in die Jahre gekommen ist; ein eigener offener Kamin sorgt gerade in den kühlen Monaten für wohlige Atmosphäre. Sehr bemühte Mitarbeiter*innen, die mit hervorragender Ortskenntnis Wanderungen für jeden Schwierigkeitsgrad zusammenstellen können. Sehr gut ausgeschildertes Wegenetz. Hier würden wir sofort wieder einige Zeit verbringen wollen, wir haben die Zeit sehr genossen.
Bereits während der Anfahrt zum Cathedral Peak Hotel bleiben wir mehrfach stehen und genießen die traumhafte Umgebung. Die vielen kleinen Dörfer, die oft nur aus wenigen Häusern oder vielleicht auch nur aus einem einzigen Kraal bestehen, liegen weit zerstreut vor einer spektakulären Kulisse.
Das Cathedral Peak Hotel könnte schöner nicht vor den markanten Bergen stehen. Die recht große Hotelanlage gliedert sich in mehrere Zimmertrakte, die nicht alle mit dem Haupthaus direkt verbunden sind. Rundum gibt es alle möglichen Annehmlichkeiten, darunter auch einen großen Pool, einen Tennisplatz oder eine Pferdekoppel.
Der markante Gipfel des Cathedral Peak ist von den meisten Bereichen des Hotels gut auszunehmen, selbst von der Bar aus kann man die Traumkulisse sehen.
Das Besondere an diesem Hotel ist sicherlich die tatsächlich unglaublich gelungene Einbindung in die Umgebung, überall Blütenpflanzen und dementsprechend auch viele Vögel…
Allein die zahlreichen Flaschenbürstenbüsche (Callistemon – Zylinderputzer) sind es wert, dass man genauer hinsieht. Hier turnen Kapbrillenvögel (Cape White-eye) genauso herum wie Gurney’s Honigfresser (Gurney’s Sugarbird) oder der Doppelband Nektarvogel (Greater Double-collared Sunbird).
Es gibt rund um das Hotel aber zahllose weitere Blütenpflanzen, darunter auch die Zuckerbüsche (Protea). Sogar Zitronen werden angepflanzt.
Auch auf anderen blühenden Büschen sehen wir eine große Zahl an Kapbrillenvögel, Doppelband Nektarvögel und weitere Gurney’s Honigfresser.
Zudem entdecken wir bei unseren Spaziergängen auch noch einen Fahlflügelstar (Red-winged Starling), einen Flötenwürger (Southern Boubou), einen Wiedehopf (African Hoopoe), eine Kaprötel (Cape Robin-Chat), einen Termitenschmätzer (Ant-eating Chat) und eine Erdschrott Drossel (Groundscraper Thrush).
Natürlich kann man auch in der Region Cathedral Peak wunderbare Wanderungen unternehmen, so sind wir unter anderem zu einem kleinen Wasserfall spaziert und haben dabei in einem kleinen Teich ein Kammblässhuhn (Red-knobbed Coot) beobachtet.
Die Umgebung ist äußerst reizvoll, wir sind richtiggehend begeistert. In den Büschen fallen immer wieder die Wellenastrilde (Common Waxbill) auf.
Außerdem sehen wir eine ganze Reihe von Buschböcken, manche während der Wanderungen, andere direkt am Hotel. Auf einem von ihnen sitzt ein Fahlflügelstar.
Unmittelbar am Hotel sucht ein Kapweber (Cape Weaver) nach Baumaterial für sein Nest und ein weiblicher Doppelband Nektarvogel stillt seinen Hunger.
Am späteren Nachmittag des zweiten Besuchstages ziehen plötzlich wieder hohe Wolkentürme über den Bergen auf – wir ahnen nichts Gutes…
Das Abendessen im Cathedral Peak Hotel ist eine besondere Angelegenheit: Die Gäste fahren speziell zu besonderen Anlässen hierher, um dieses Buffet zu genießen, das tatsächlich seinesgleichen sucht. Auch mir fallen nicht viele Plätze ein, wo wir so gut gegessen haben! Die Auswahl und die Qualität der Speisen sind überragend.
Hallo Peter, mal wieder Zeit für ein ausgeschriebenes DANKE für deine Einblicke in eine mir noch völlig unbekannte Ecke ... grandiose Landschaften, traumhafte Kulisse - das würde wird uns sicher sehr gefallen! Viele Grüße Ingrid
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201906. Mai 2022 ·
Vielen Dank, liebe Ingrid - das freut mich sehr! Wenn ihr diese Ecke auch mal auf eurem Radar habt, dann erwarten euch tatsächlich unglaublich schöne Landschaften, die Drakensberge sind einfach nur wundervoll! Super, dass dich mein Bericht interessiert. Ich wünsche dir ein erholsames WE, glG Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201909. Mai 2022 ·
Reisetage 61 und 62 (1. und 2. Oktober 2021) – Drakensberge (Witsishoek – Amphitheater)
Auch die wunderbaren Tage im Cathedral Peak Hotel sind viel zu rasch vergangen, zudem neigt sich der zweite Teil meiner „einzigartigen Reise“ sehr rasch seinem Ende zu… Wir haben noch einen Stopp in den Drakensbergen vor uns, das berühmte Amphitheater wollen wir natürlich auch noch kennenlernen. Die meisten Bilder der Drakensberge, die man aus dem Internet kennt, stammen aus dieser nördlichen Region, hier sollen die Felsformationen am schönsten sein.
Leider hat sich das Wetter während der letzten Nacht wieder eingetrübt, teils heftiger Regen ist auf uns niedergeprasselt. Jetzt am Morgen ist es wieder einigermaßen ok, wir können unser Auto einräumen, ohne einen Schirm zu benötigen. In dieser Höhe wird es zudem relativ schnell kalt, wenn die sich die Sonne nicht zeigt.
Wir genießen das ausgezeichnete Frühstück und machen uns schließlich gegen 09:00 Uhr auf den Weg zurück nach Winterton. Kurz vor Winterton fallen uns die zahlreichen Hahnschweifwidas (Long-tailed Widowbird) auf, die hier herumflattern. Mit ihren langen Federn haben diese prächtigen Vögel ein ganz eigentümliches Flugbild. Wir stoppen das Auto und versuchen den Tieren möglichst nahe zu kommen, was mehr schlecht als recht gelingt, vor allem versinke ich dabei fast im Morast…
Die Tiere sitzen auf den Halmen am Rand eines kleinen Teiches, flattern aber sofort auf, sobald man ihnen zu nahe kommt. Vor allem im „Langstreckenflug“ geben sie ein ganz spezielles Bild ab.
Immer wieder versuche ich den Tieren nachzugehen, mich anzupirschen, der Erfolg will sich aber nicht so richtig einstellen.
Dennoch sind wir von der Schönheit dieser Vögel beeindruckt. In einem nahen Teich schwimmen zudem zahlreiche Weißrücken-Pfeifgänse (White-backed Duck), doch auch sie meinen es nicht sonderlich gut mit uns…
Kurz nördlich von Winterton setzt der Regen wieder ein, er begleitet uns auch entlang des großen Sterkfontein-Damms. Die Wolken hängen sehr tief und wir sehen kaum etwas von der an sich sehr schönen Landschaft, die weiter entfernten Drakensberge sind natürlich überhaupt nicht auszunehmen. Entlang der Strecke gibt es zudem kein offenes Cafe, wir versuchen mehrfach kurz anzuhalten, aber alles ist offenbar geschlossen. So fahren wir weiter über die inzwischen sehr große Stadt Phuthaditjhaba, die sich lang die Hänge der Vorgebirge der Drakensberge hinaufzieht. Wir klettern viele Höhenmeter hinauf bis zur Witsishoek-Mountainlodge, die das Ziel für die kommenden beiden Nächte ist.
Die Lodge liegt an sich sehr schön, der Rundblick ist grandios – nur eben nicht heute, denn es schüttet wie aus Eimern… Wir überlegen, direkt weiter nach Clarens zu fahren, doch auch dort soll das Wetter im Moment nicht viel besser sein. Also entschließen wir uns zum Bleiben und setzten uns in das Restaurant, wo wir zumindest den offenen Kamin genießen können – bis nasses Holz nachgelegt wird und sich der gesamte Raum schlagartig in ein dichtes Nebelgrau legt – zudem stinkt es fürchterlich… Wir flüchten in unser Zimmer, das etwas entfernt liegt und verbringen den restlichen Nachmittag mit Lesen. Am Abend geht es nochmals zurück zum Restaurant, das Abendessen ist einfach, aber durchaus in Ordnung. Die Crew ist sehr um uns bemüht, es sind insgesamt knapp zehn Gäste anwesend.
Am nächsten Morgen ist es einigermaßen trocken, während der Nacht hat es weiter heftig geschüttet. Wir wollen keinesfalls einen weiteren Tag nur herumliegen, entscheiden uns also, in die Berge aufzubrechen. Nach einem kurzen Frühstück fahren wir von der Lodge hinauf zum Parkplatz des Sentinel Peaks – allein diese Fahrt ist bereits Abenteuer pur. Hier ist Allradantrieb unbedingt erforderlich, um die ausgeschwemmte und schwer beschädigte Piste, die sich die Berge hochwindet, befahren zu können. Wir nehmen einen Ranger mit, der sich zu Fuß auf den Weg in die Berge gemacht hat.
Die Witsishoek Mountain Lodge liegt selbst auf 2280 m über dem Meeresspiegel und ist die höchstgelegene Lodge im Bereich der nördlichen Drakensberge, der Parkplatz zum Sentinel Peak liegt nochmals rund 300 m höher. Von hier aus kann man zahlreiche Wanderungen unternehmen, so auch auf den 3166 m hohen Sentinel Peak, den man über montierte Eisenleitern erreicht oder zu den Tugela-Fällen, die mehr als 900 m in die Tiefe stürzen und zu den höchsten Wasserfällen der Erde gehören. An einen Aufstieg zum Gipfel ist heute nicht zu denken, das Gestein ist viel zu rutschig, zudem wissen wir nicht, wann die nächste Regenfront eintreffen wird. Wir entscheiden uns dazu, vom Parkplatz zum Aussichtspunkt auf das berühmte Amphitheater aufzusteigen – hier führt ein gut angelegter Weg hin, da können wir nicht viel falsch machen. Die Wolken hängen mal tiefer, dann reißen wieder größere Lücken auf und die Sonne dringt durch – wir sind insgesamt froh, überhaupt etwas unternehmen zu können und genießen die Wanderung.
Wie schön muss diese Ecke Südafrikas sein, wenn man hier freie Sicht genießt?
Bald sehen wir den Parkplatz und die Ranger-Station, wo man auch das Permit löst, weiter hinter uns liegen.
Vom Aussichtspunkt auf das Amphitheater ist anfangs nicht viel zu sehen, nur die Konturen der umliegenden Felswände hebt sich ab.
Langsam ziehen aber auch hier die Wolkenschleier ab, wie in einem Theater öffnet sich der Vorhang…
Es scheint sogar etwas wie blauer Himmel durch…
Mehr als wir am Morgen erwarten konnten – wir können die unermessliche Schönheit dieses Gebietes zumindest erahnen… Von hier kehren wir langsam aber sicher wieder Richtung Parkplatz zurück, ein weiterer Aufstieg wäre zu gefährlich!
Erstaunt sind wir darüber, dass es selbst in so großer Höhe und bei derartig niedrigen Temperaturen Schlangen gibt…
Nach einer rund dreistündigen Bewegungstherapie mit einigen schönen Ausblicken kehren wir zum Auto zurück, rechtzeitig vor dem nächsten Regenguss… Den restlichen Nachmittag und den Abend verbringen wir wieder im Restaurant beim Kartenspiel – wir nehmen uns vor, in den nächsten Jahren nochmals hierher zurückzukehren, wir haben noch keinen Frieden mit dieser Landschaft geschlossen…
Durch die Wolken sind ja sehr stimmungsvolle Aufnahmen vom Amphitheater enstanden ....
Liebe Grüße
Makra
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201910. Mai 2022 ·
Danke, Makra, so kann man das auch sehen... Es ist immer eine Frage, wie voll man ein Glas sieht. Du hast aber recht, es hätte definitiv viel schlimmer kommen können! Danke, dass du mich begleitest. glG Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201910. Mai 2022 ·
Reisetage 63 und 64 (3. und 4. Oktober 2021) – Drakensberge – Golden Gate NP – Clarens – Johannesburg OR Tambo
Fast eine Woche waren wir jetzt in den Drakensbergen unterwegs – keinen einzigen Tag zu viel, wie wir meinen. Diese wilde Berglandschaft gehört sicherlich zu den ganz großen Naturwundern Südafrikas und bietet noch wesentlich mehr, Das heißt, wir müssen irgendwann hierher zurückkehren… Leider gibt es so viele Orte, die wir noch besuchen möchten, vielleicht ist ein Menschenleben auch einfach nur zur kurz?!
Fazit Wisishoek Mountain Lodge: Bei gutem Wetter sicher ein Paradies – allein die Lage am Fuß des berühmten Amphitheaters der Drakensberge sucht ihresgleichen – im Regen vermisst man hier einiges… Zunächst sind die Zimmer sehr unterschiedlich, es gibt neue Räume und Zimmer, die leider schon sehr in die Jahre gekommen sind. Auch der Bereich rund um das Restaurant könnte eine Renovierung vertragen. Man weiß natürlich, dass es rundum nichts Besseres (vor allem Bequemeres) gibt – hier ist man wandertechnisch mitten im Geschehen. Wir würden – angesichts der fehlenden Alternativen – auch wieder kommen, aber berauschend war es nicht…
Auch am Morgen unserer Abreise hängen die Wolken noch tief, zeitweise tropft es wenig und die Straße ist schon sehr rutschig, als wir uns auf den Weg Richtung Clarens machen. Für den heutigen Tag haben wir den Golden Gate NP am Programm, der nicht weit entfernt liegt. Zurück geht es wieder über den unaussprechlichen Ort Phuthaditjhaba, in dem uns auffällt, dass es zahllose Bestattungsunternehmen gibt – der Beschilderung nach sind es mindestens zehn, die uns auffallen… Die Stadt scheint total aus den Fugen geraten, überall wird verkauft und gehandelt, wir bleiben aber nicht stehen, wir fühlen uns hier nicht sonderlich wohl, es ist entlang der Hauptstraße auch extrem schmutzig, überall liegt Müll herum. Wir folgen zunächst der R57 in nördliche Richtung und zweigen schließlich auf die R712 ab, die uns durch den Golden Gate NP direkt zu unserem heutigen Tagesziel nach Clarens bringt. Die Fahrstrecke ist mir rund 80 km extrem kurz, wir kommen zudem zügig voran, weil kaum Fotomöglichkeiten bestehen. Da die Wettervorhersage für den kommenden Tag wesentlich günstiger ist, entscheiden wir uns, etwas umzudisponieren: Wir fahren heute auf direktem Weg nach Clarens und am kommenden Tag, auf dem Weg nach Johannesburg, nochmals durch den Golden Gate NP – ein kleiner Umweg, der sich aber lohen sollte.
Kurz vor Clarens merken wir aber, dass tatsächlich eine Wetterbesserung einsetzt – wir sind zumindest für den kommenden Tag frohen Mutes! Die Wolkendecke steigt immer höher und die Nebelschwaden über der in gelb- und beige-Tönen scheinenden Landschaft geben auch ein interessantes Bild ab…
Clarens ist ein sehr netter, kleiner Ort. Eigentlich spielt sich dort alles rund einen großen, freien, zentralen Platz ab. Rundum gibt es viele wirklich gute Cafes, Restaurants und Souvenirläden. Es werden lokale Produkte – von Käse bis hin zu hervorragender Schokolade angeboten. Wir fühlen uns rundum wohl – es ist zumindest für meine Frau so etwas wie der letzte Urlaubstag. Das Abendessen nehmen wir im Restaurant des Hotels „Il Castello“ ein, in dem wir auch wohnen. Das Haus liegt am Ortsrand in ruhiger Lage, wir sind begeistert von den wunderschönen und großen Zimmern. Die gesamte Hotelanlage versprüht etwas mediterranes Flair, das Abendessen und das Frühstück sind ausgezeichnet!
Ab dem späteren Nachmittag scheint auch schon wieder die Sonne, das nächste Tiefdruckgebiet dürfte sich endgültig verzogen haben… Am Morgen stehen wir eher zeitig auf, sind wieder einmal die Ersten beim Frühstück. Der Umweg durch den Golden Gate NP ist kilometermäßig im vertretbaren Rahmen, da der Rückflug meiner Frau erst am Abend von Johannesburg startet, haben wir auch ausreichend Zeit. Clarens liegt praktisch direkt am Eingang in den Golden Gate NP, der für seine bizarren Sandsteinformationen berühmt ist. Der Park ist vielleicht das Highlight im Free State. Um die herrlichen Farben der Sandsteinformationen voll auskosten zu können, sollte man eher in den späteren Nachmittagsstunden unterwegs sein – das schaffen wir heute aber definitiv nicht mehr – wir können nicht alles haben…
Die Felsen leuchten aber auch in den Morgenstunden, wir haben nur das eine kleine Problem, dass wir gegen die Sonne fahren und uns etwas schwer tun, die richtigen „Fotostopps“ zu finden.
Wir bleiben überwiegend an der Hauptstraße, es gäbe hier eine ganze Reihe von Abzweigungen, die weiter hinein in den Park führen. Da wir aber keine Zeit haben, etwa zu Buschmann-Felszeichnungen zu wandern, begnügen wir uns mit dem, was sich so an herrlicher Landschaft vor uns ausbreitet. Wir sind fasziniert vom Gegensatz, gestern sind wir noch durch eine monotone, braun-gelbe Landschaft gefahren, heute leuchtet sie in allen Farben.
Einen Abstecher von der Hauptstraße aus unternehmen wir jedoch, wir fahren Richtung „Vulture-Hide“ hoch in die Berge. Hier gäbe es einen Birdhide, an dem für die Kap- und Bartgeier Kadaver ausgelegt werden. Die Landschaft hier heroben ist äußerst eindrucksvoll, es wäre toll, hier wandern zu können.
Im Hintergrund sehen wir die markanten Gipfel des Amphitheaters der Drakensberge – fast ohne Wolken… wir sollten nicht jammern, denn wir hatten wunderschöne Momente während unserer Reise!
Sogar einige der hier grasenden Zebras sind so nahe an der Straße, dass sich Aufnahmen lohnen… Eine Herde Weißschwanzgnus und Blessböcke ist leider sehr weit entfernt.
Wir sind tatsächlich begeistert, diesen Nationalpark noch in so herrlichem Licht erleben zu dürfen.
Durch eine kleine Schlucht geht es weiter Richtung östlichem Parkeingang.
Sogar einen Hagedasch-Ibis (Hadada Ibis) sehen wir noch auf einer Wiese.
Wir fahren weiter bis zur Kreuzung mit der R57, der wir nun über Kestell Richtung Norden folgen. Die R714 bringt uns dann auf die N3, die uns direkt nach Johannesburg führt. Wir sind auf dieser Strecke mitten im nahezu unbewohnten Hochland unterwegs und sind verblüfft darüber, dass gelegentlich noch Schnee-Reste von der durchgezogenen Schlechtwetterfront neben der Straße liegen. Die N3 bringt uns direkt zur R24, die zum Flughafen OR Tambo führt – da kenne ich mich inzwischen aus… Für uns geht es zunächst zum Mietwagenunternehmen, wo ich das Auto zurückgebe. Ein Fahrer von Bushlore bringt uns zum Flughafen, wo meine Frau für den Rückflug nach Europa eincheckt und ich meinen PCR-Test ablege, den ich benötige, um am folgenden Tag in Namibia einreisen zu dürfen. PCR-Tests werden am Flughafen direkt abgenommen, der Rücklauf erfolgt innerhalb von längstens 12 Stunden und ein ausgedrucktes Testergebnis kann ich am nächsten Tag vor dem Einchecken direkt hier am Flughafen abholen – ein Top-Service, der da angeboten wird! Die Testung zieht sich leider etwas hin, da einige Passagiere nach Amsterdam auch zum Test müssen – sie benötigen das Ergebnis innerhalb von nur zwei Stunden, um noch mitfliegen zu können… Nach dem Test fahre ich mit dem Hotelshuttle zum Garden Court OR Tambo, wo ich wieder einmal für eine Nacht einchecke… Auch das ist inzwischen Routine. Das Abendessen nehme ich wieder im Irish Pub des Hotels ein, so wie schon während der vorangegangenen Übernachtungen.
Damit ist der zweite Teil meiner „außergewöhnlichen Reise“ zu Ende!
Hallo Peter vielen Dank für deinen Teil KZN/Drakensberge, den ich sehr genossen habe. Obwohl das Wetter nicht immer mitgemacht hat. Doch bei 100 Tagen kanns nicht immer schön sein. 🙂 Vielleicht gibts noch etwas Namibia zu lesen in den nächsten Tagen? Sonst verabschiede ich mich zwischenzeitlich. Wir fliegen nächste Woche nach Südafrika. Wir hören/lesen/sehen uns im Juli wieder.
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201910. Mai 2022 ·
Hallo! Ich wünsche euch eine ganz tolle Reise in Südafrika!!! Viel Spaß und kommt gesund wieder - ich schreibe inzwischen ein paar Zeilen zu Namibia! Alles Gute, Peter
Tolle Bilder der Drakensberge. Als wir dort waren, war alles Wolkenverhangen und Regen. Wir haben so gut wie nichts von der tollen Bergwelt gesehen. Ich musste echt ein paar Tränchen verdrücken, denn ich hatte mich so darauf gefreut und dann mehrere Tage schlechtes Wetter.
Hallo Peter, jetzt bin ich bei Deinem Bericht wieder auf dem Laufenden - besonders amüsant fand ich die "Flugshow" der Hahnschweifwidas. Auch Deine Landschaftsaufnahmen sind - trotz oder vielleicht gerade wegen des nicht "günstigen" Wetters einfach toll. Hier könnte man direkt Skulpturen hineinsehen...
Nun freue ich mich auf Deine Erfahrungen in Namibia. Herzliche Grüße nach Wien Friederike
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201910. Mai 2022 ·
Danke, Gabriele für deinen Beitrag - freut mich natürlich, dass dich die Bilder ansprechen. Das ist sehr schade, dass ihr nur schlechtes Wetter hattet in den Drakensbergen, ich weiß, wie groß der Unterschied ist... Ich hoffe ihr habt nochmals die Gelegenheit die wunderbare Landschaft auch bei gutem Licht zu erleben. Beste Grüße, Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201910. Mai 2022 ·
Vielen Dank, Friederike für deine Rückmeldung! Erst jetzt sehe ich mir die eigenartigen Formationen genauer an - da kann man tatsächlich einiges darin erkennen - die Natur ist ein hervorragender "Baumeister". Morgen geht's dann in meinem Bericht mit Namibia weiter, auch da hatten wir einige sehr schöne Erlebnisse... glG Peter
Wir haben 3 Nächte im Golden Gate in den Log Cabins im Highlands Mountain Retreat mit fantastischer Sicht und herrlichem Wetter verbracht. Abends und nachts war es verdammt kalt, leider auch morgens im Bad. Da hat die Wärme des offenen Kamins nicht hingereicht. Das Holz dafür wurde täglich kostenlos gebracht. Von dem Park waren wir total begeistert.
Liebe Grüße
Makra
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201911. Mai 2022 ·
Guten Morgen! Drei Nächte in diesem Park, das ist eine gute Entscheidung - meiner Meinung nach einer der am meisten unterschätzten NP's des Landes. Es gibt hier sooo viel zu tun, wir werden sicher auch mal länger dort bleiben, haben mit dem Amphitheater ohnehin eine Rechnung offen 😄 Das Highland Mountain Retreat schaut sehr schön aus - danke für den Tipp! alles Gute, Peter
Luigi15 schrieb:Danke, Gabriele für deinen Beitrag - freut mich natürlich, dass dich die Bilder ansprechen. Das ist sehr schade, dass ihr nur schlechtes Wetter hattet in den Drakensbergen, ich weiß, wie groß der Unterschied ist... Ich hoffe ihr habt nochmals die Gelegenheit die wunderbare Landschaft auch bei gutem Licht zu erleben. Beste Grüße, Peter
Das hoffe ich auch, das wir nochmals dahin kommen werden. Jetzt ist im Herbst zum ersten Mal Namibia gebucht.