take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201223. Nov. 2021 ·
Tag 8: 15.10.2021 – Unser Weg zur White Lady Campsite
Kein Sonnenaufgang heute morgen, stattdessen ziehen die Nebel der Küste über die Bergketten. Es sind nur 12°C.
Dies sind definitiv nicht unsere Temperaturen. Ohne Frühstück fahren wir Richtung Norden bis wir wieder das Messum Flussbett erreichen.
Die Fahrt durch das Flussbett ist wunderschön für alle, die viel Nichts lieben.
Doch bei genauem Hinsehen ist es nicht viel Nichts, sondern hier gibt es blühende Pflanzen, Welwitchias und natürlich auch kleine Tiere und Vögel.
Wir sind rundum gllücklich und suchen uns in der wärmenden Sonne einen Platz zum Frühstücken.
Bei unserer Weiterfahrt sehen wir mitten im Nirgendwo ein Haus. Die Rückansicht sieht nach Baustelle aus,
als wir näher kommen, das Haus durch die Straße umrunden, sehen wir einen gepflegten Garten.
Natürlich halten wir an. Jürgen steigt ganz ungezwungen aus dem Auto, um ein Foto zu machen und lässt die Fahrertür geöffnet. Ich sehe nur noch einen der kleinen Hund auf das Auto zu rennen und mit einem Satz sitzt er auf dem Fahrersitz. 🤩 Ich glaube der Kleine war genau so erschrocken wie ich. Er - weil ich nicht sein erhofftes Herrchen war - und ich weil plötzlich ein fremder Hund neben mir sitzt und ich noch nicht weiß, ob er gut gelaunt ist. 😉 Jedenfalls verlässt er nach seinem Irrtum und ein paar auffordernden Worten von Jürgen wieder das Fahrzeug.
An diesem Haus, das mitten im Nirgendwo steht und auf dessen Zufahrt Steine mit biblischen Botschaften beschrieben sind, sind wir bei unserer Tour 2017 schon einmal vorbeigekommen.
Damals war es des Grund für mein Kopfkino.
Und hier ein Bild von 2017. Hier hat sich viel getan.
Unserer Weg zum Ugab Viewpoint führt uns an dem Selltlement der Small Miners vorbei. Unglaublich, welche Erdbewegungen hier von Menschen von Hand gemacht werden.
Der Weg zum Viewpoint ist zwar beschwerlich, hat sich aber wieder einmal gelohnt. Unglaublich schön ist der Blick über das Ugab Valley und den Doros Krater.
Auf der Rückfahrt vom Viewpoint haben Jürgen und ich noch eine kleine Diskussion. Er möchte im Small Miner Settlement anhalten - ich nicht. Nicht weil ich etwa Angst hätte, ich frage mich nur, über was soll ich mich mit diesen hart arbeitenden Menschen unterhalten?!
Also fahren wir weiter, halten in Uis an, um zu tanken, kaufen einem Straßenhändler ein paar Seine ab (die wir eigentlich nicht brauchen) und setzen unsere Fahrt zur Brandberg White Lady Lodge Campsite fort.
Es sind nur wenige Campsites belegt und wir können uns eine aussuchen. Wir entscheiden und für eine Campsite mit großem Schattenbaum.
Die Campsites sind sehr gepflegt. Jede Campsite hat eine Feuerstelle und Spüleinrichtung. Dusche und WC sind immer für 2-3 Campsites … das ist vollkommen ok .
Der Pool kann auch von Campern benutzt werden – haben wir jedoch nicht gemacht.
Den Abend verbringen wir gemütlich auf unserer Campsite -allerdings nicht in der gewohnten Ruhe. Heute werden wir in den Abend gesungen. Eine Gruppe von Damara-Sängern singt für uns afrikanische Lieder (ähnlich den Vocals). Die Lebensfreude, die die Gruppe ausstrahlt ist sagenhaft. Wir sind total beseelt und ruhen in uns selbst.
Anschließen können wir, wenn wir möchten, einen Obolus für diese Darbietung in eine Mütze legen. Haben wir natürlich gemacht. 😁
Dies war wieder ein so schöner Tag mit einem - für mich - sehr ergreifendem Ende.
Old Women1’545 Beiträge · seit 201323. Nov. 2021 ·
Hallo Dagmar, vielen Dank für die Wahnsinns-Fotos. Wann immer ich Freunden, die noch niemals in Namibia waren, Fotos mit diesen Landschaften zeige, halten die mich für völlig verrückt, dort Urlaub zu machen. "Öde", "staubig", "viel zu einsam", "viel zu trocken", all diese Attribute stimmen natürlich, aber wenn man einmal inmitten dieser Landschaft gestanden/gefahren hat/ist, erst dann kann man die Faszination solcher Landschaften begreifen. Diese Farben, diese unendliche Weite, das muss man einfach gesehen haben, um es zu lieben. Großes Kino, Dagmar!
Solche Aufnahmen gelingen nur, wenn eine tiefe Verbundenheit vorhanden ist. Man spürt durch die Fotos förmlich Eure Liebe für das Land.
LG Logi
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201223. Nov. 2021 ·
@ Old women
vielen Dank für die Wahnsinns-Fotos.
Liebe Beate, vielen Dank für das Lob 😊
Wann immer ich Freunden, die noch niemals in Namibia waren, Fotos mit diesen Landschaften zeige, halten die mich für völlig verrückt,
Das geht uns auch so. Doch gibt es für uns nichts Schöneres als das Gefühl "der einzige Mensch" auf diesem Planeten zu sein und das auch noch in solch einer fantastischen Umgebung. Der Tiere wegen, waren wir auch schon in Botswana, doch die Landschaft von Namibia ist einzigartig.
@ Daxiang
mit etwas Verspätung bin ich auch noch schnell zugestiegen
Hallo Konni, herzlich willkommen.
@ Logi
Solche Aufnahmen gelingen nur, wenn eine tiefe Verbundenheit vorhanden ist. Man spürt durch die Fotos förmlich Eure Liebe für das Land.
Liebe Logi, dein Kommentar hat mich fast zu Tränen gerührt. Vielen Dank dafür. Genau so ist es. Es ist eine Liebe, eine Sehnsucht, die schwer zu beschreiben ist. Wer es nicht erlebt hat, kann es nicht verstehen. Entweder du verliebst dich in Namibia oder nicht ... uns hat es seit unserem ersten Besuch in seinen Bann gezogen.
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201223. Nov. 2021 ·
Tag 9: 16.10.2012 – Nicht unser Tag Heute
Dabei beginnt er eigentlich sehr schön!
Wir verlassen die Brandberg White Lady Campsite auf einem Two Spoor Weg Richtung Norden. Der Weg führt uns an einer Farm vorbei auf eine schöne Hochebene. Es gibt die ein oder andere tiefsandige Stelle.
Wir kommen von der „Rückseite“ nach Madisa , und fahren dort auf die D2612.
Unser heutiges Ziel ist die Fahrt durch den Upper Huab.
Achtung, ab jetzt wird es textlastig.
11.00 Uhr Weil wir noch etwas aus dem Auto benötigen, halten wir gegenüber der Einfahrt zum Upper Huab Trail an. Doch was für ein Schock! Die Hecktür lässt sich nicht mehr öffnen. Es hat den Anschein, dass sie sich von innen verriegelt hat. In der Nähe steht eine „Big 3“ Abfalltonne. Diese haben einen Metallgestell, damit sie entleert werden können. Jürgen fährt unseren Landy rückwärts bis knapp an die Tonne. Dann klappen wir das Dachzelt auf. Nun klettert er mit Hilfe des Metallgestells auf den Ersatzreifen, öffnet die Reisverschlüsse und klettert durch das nun offene “Fenster“ des Dachzeltes in den Innenraum.
Das Schloss hängt nur noch an einer Schraube. Jürgen gelingt es die Tür zu öffnen und repariert nun das Schloss so, dass es sowohl von innen als auch von außen butterleicht zu öffnen ist. (Gut wenn man einen Mann hat, der technisch versiert ist). Für diese Aktion benötigen wir 1 Std. (Der Feinschliff der Türreparatur erfolgt später in Camp Aussicht)
Ca 12.00 Uhr Endlich können wir in Upper Huab fahren. Anfangs ist der Weg sehr breit und geschottert, wirklich einfach zu fahren. Dann kommen wir an einen wunderschönen Platz. Ruhig fast paradiesisch. Umgeben von Bergen ein kleiner See.
Während wir das erst mal genießen, schaue ich schon mal nach einer Furt zur Durchquerung der Wasserpassage. Und werde fündig.
Der Untergrund ist fest und wir kommen gut durch. Das gleiche Spiel wiederholt sich noch 4-5 mal.
Nun wird die Wegführung allerdings etwas undurchsichtig. Wir fahren verschiedene Trails, kehren um, suchen nach anderen Trails. Letztendlich stehen wir vor einer Durchfahrt, die etwas „tricky“ aussieht, heißt die Ausfahrt ist schon ziemlich verfahren und schlammig. Da das Wasser, wenn man die trübe Brühe so nennen kann, aber nicht sehr tief ist, wagen wir die Durchfahrt …. und bleiben stecken !!!
Es ist 13.30 Uhr - also noch genügend Zeit, um uns aus dem Schlamassel zu befreien.
- Wir versuchen es mit der Untersetzung -- ohne Erfolg - Dann buddeln wir in ca 20 m Entfernung ein etwa 1,50 m tiefen und 1 m im Durchmesser breites Loch in den Sand. Eine Sisyphusarbeit, da der Sand vom Rand immer wieder nachrutscht. Wir rollen gemeinsam einen schweren Stein die Anhöhe hoch bis zu dem Loch Dann rollen wir den Ersatzreifen hoch und lassen ihn in die Mitte fallen. Befestigen das Seil der Winch an dem Reifen, legen den schweren Stein darauf, füllen wieder alles mit Sand auf und verfestigen es mit unseren Füßen. Nun starten wir die Winch - Ergebnis: ganz langsam kommen Stein und Ersatzrad aus dem Sand. Das Fahrzeug bewegt sich keinen mm.
- Als nächstes buddeln wir den Schlamm unter dem Auto weg. Doch dieses sitzt in der Mitte auf. Abgerutscht in eine tiefe Fahrspur.
16.15 Uhr Wir brauchen Hilfe, denn hier kommen wir alleine nicht mehr raus. Ich schaue mal zufällig auf die Uhr des Handys und wir stellen fest, es ist Samstag 16.30 Uhr. Na Prima! 🤩
Mittels Satphone erreichen wir Bianca von Savanna. Sie will nachschauen, wen sie in der Umgebung findet, der uns noch heute hier rausholen kann und will dann nochmals zurückrufen. Worst case scenario wäre – eine Nacht hier im Dachzelt zu übernachten.
Wir setzen uns zur kurzen Erholung in unser Fahrzeug. Als ich in den Seitenspiegel blicke … traue ich meinen Augen nicht … das steht ein Fahrzeug hinter uns. „Das ging aber schnell mit der Hilfe“ war mein erster Gedanke.
Wir steigen aus – immer schön durch den Schlamm. Es ist ein Fahrzeug der Doro Nawas Wilderness Lodge. Und die fahren genau diese Strecke zum Sundowner mit ihren Gästen! Glück muss der Mensch haben. 🤪
Der Fahrerguide lässt seine Gäste aussteigen und will sein Fahrzeug durch eine andere Furt fahren und uns von vorne rausziehen. Mein erster Gedanke: Wie blöd waren wir denn, dass wir diese Furt nicht gesehen haben.
Er fährt also los …. und …. bleibt stecken. Nun stecken wir hier mit 2 Autos fest. 🤩
Seine Gäste: eine Familie – der Vater so um die 60, mit 2 Töchtern, einem Schwiegersohn und 2 Kindern (7 und + 8 Jahre) Zumindest die Frauen und die Kinder waren von diesem „Abenteuer“ sehr angetan und fanden es besser als die Sundownerfahrt.
Zwischenzeitlich meldet sich Bianca und ich teile ihr die Situation mit. Da nun Rettung von der Lodge angefordert wurde, versichere ich ihr mich bei ihr zu melden, sobald wir „gerettet“ sind.
18.00 Uhr Die Rettungsmannschaft der Lodge kommt mit 2 Fahrzeugen.
Zuerst versuchen sie das Lodge-Fahrzeug rauszuziehen – ohne Erfolg. Jetzt kommt der Hi-Lift Jack zum Einsatz, die beiden Hinterräder werden einzeln hochgebockt und Steine untergelegt – dann nach ca ½ Stunde ist das Fahrzeug frei.
18.30 Uhr So langsam geht es Richtung Sonnenuntergang. Der 1. Versuch uns rauszuziehen scheitert.
Auch hier der Einsatz des Hi-Lift Jacks und der Unterbau mit vielen Steinen.
Dann der Versuch uns mit 2 Fahrzeugen rauszuziehen. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit sind wir alle sehr gespannt. Und siehe da, unser Fahrzeug bewegt sich. Unter dem Applaus der Anwesenden sind auch wir aus dem Schlamassel befreit und „gerettet“. Es ist Punkt 19.00 Uhr.
Wir fahren ca. 100 m zurück zu einer trockenen Stelle und beschließen heute Nacht hier zu bleiben. Natürlich gibt es ein dickes Trinkgeld für die Helfer! Gemeinsam trinken wir noch ein kühles Bier auf diese Aktion und dann fahren unsere „Retter“ zurück.
Wir genehmigen uns jetzt erstmal eine ausgiebige Dusche, um uns von dem Schlamm zu befreien.
Anschließen kochen wir noch Nudeln mit Thunfisch-Tomaten-Soße und lassen uns müde und erschöpft von der vielen Buddelei in unsere Schlafsäcke im Dachzelt fallen.
Anmerkung: Fantastisch ist, dass keiner der Helfer fragt: „Wie konntet ihr nur…..? „ Nein, die Situation ist so und dann wird geholfen.
Natürlich haben wir einen Fehler gemacht und die Situation falsch eingeschätzt – keine Frage. Jedoch war diese Situation in keinster weise lebensbedrohend. Im schlimmsten Fall, hätten wir hier für 1 oder 2 Tage gestanden. Genügend Wasser und Essen hatten wir dabei.
Und so abseits von den beaten tracks waren wir gar nicht, wenn sogar Fahrzeuge einer Lodge diesen Weg nehmen. 😕 Warum schildere ich dies: Natürlich hätte ich diesen Teil einfach weglassen können. Aber ich möchte insbesondere Neulinge auch dafür sensibilisieren, dass wenn man solche Strecken fährt, a) so etwas passieren kann und b) ein Sat Phone wichtig ist und unter Umständen lebensrettend ist.
Auch sind die Hinweise einiger Formis, die schwierige Strecken mit „easy“ beschreiben immer mit Vorsicht zu genießen. Die Strecke, die gestern noch easy war, kann in 1, 2 oder mehreren Wochen eben nicht mehr easy sein.
Und zum Schluss: Bitte keine besserwisserischen Kommentare. Wir fahren schon seit vielen Jahren durch Namibia und das südl. Afrika und können Gefahren einschätzen. Diese Fehler können passieren und wie wir gesehen haben nicht nur uns.
take-off schrieb: .... Er fährt also los …. und …. bleibt stecken. Nun stecken wir hier mit 2 Autos fest. 🤩 ...
Da braucht sich niemand Vorwürfe zu machen, wenn selbst die Profis, die das quasi 5x in der Woche machen, stecken bleiben.
Und für die beiden Kids war das sicherlich das Highlight des Urlaubs. Glaub mal, was die als erstes in der Schule erzählen. Mit so einer Story kann kein Elefant mithalten. 😛
Na, auf so ein Erlebnis mag man sicherlich gerne verzichten. 🙁 Aber gut wenn ein Satphone an Bord ist - für so einen "Notfall". Aber Ihr hattet ja viel Glück das so etwas auch "Berufsfahrern" durchaus passieren kann. 😉 In der Tat die Bereitschaft zur Hilfe - ohne viele Fragen - ist schon etwas ganz besonderes!
Danke fürs Teilen Eures "Abenteuers".
Versuche noch auf Tracks4Africa Eure Strecke - nach Verlassen der Spitzkoppe - nachzuvollziehen. 🙁 Magst Du diese teilen? Gerne per PN oder hier im Forum.
Freue mich auf die Fortsetzung Deines RB. 😁
Gesunde Grüsse Gerhard
Namibia 1998/2002/2005/12-2020 & 05+06/2021
Namibia/Botswana/Vic-Falls 1987/1995/2017
Namibia 1980 (u. a. 2 Monate auf einer Rinderfarm nördl. Okahandja)
das bestätigt uns mal wieder darin, dass wir lieber übervorsichtig sind, als allzu "wirdschonklappen". Danke, dass Ihr die Episode nicht weggelassen habt. Spannend, und ein wenig augenöffnend.
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201224. Nov. 2021 ·
Unser kleines Missgeschick 😉 scheint ja viele zu interessieren. Vielen Dank auch an alle Mitleser und Danke Button Drücker
@Logi
Und für die beiden Kids war das sicherlich das Highlight des Urlaubs.
Genau so war es. Die beiden waren ganz begeistert und haben uns auch schon dort gesagt, dass dies viel besser ist als die Sundowner Fahrt.
@mika 1606
In der Tat die Bereitschaft zur Hilfe - ohne viele Fragen - ist schon etwas ganz besonderes!
That is Africa --- und deshalb lieben wir es unter anderem auch.
Versuche noch auf Tracks4Africa Eure Strecke - nach Verlassen der Spitzkoppe - nachzuvollziehen. 🙁 Magst Du diese teilen?
Bei Interesse gebe ich natürlich immer gerne unsere geplante Route bekannt. Sie müsste in etwa so gewesen sein. Es gab so viele Two Spoor Wege, dass wir nicht immer sicher waren, ob noch auf der geplanten Strecke.
Gerhard, wenn du noch Fragen hast, einfach melden.
@TinuHH Moin Martin - irgendwie gefällt mir das norddeutsche "Moin"
Spannend, und ein wenig augenöffnend.
Augenöffnend sollte es sein, für alle, die zu blauäugig zu so einer Fahrt aufbrechen. Ich gebe zu, wir lieben das kalkulierbare Risiko, das Entdecken abseits der "normalen" Wege, sonst würden wir keinen Landcruiser mieten. Jedoch sind wir nicht draufgängerisch. Hier hatten wir die Situation einfach falsch eingeschätzt.
jetzt habe ich Euren richtig schönen Bericht in einem rutsch gelesen! Ganz tolle Bilder! So eine ähnliche Tour schwebt uns in der nächsten Zeit auch mal vor.
Warum schildere ich dies: Natürlich hätte ich diesen Teil einfach weglassen können. Aber ich möchte insbesondere Neulinge auch dafür sensibilisieren, dass wenn man solche Strecken fährt, a) so etwas passieren kann und b) ein Sat Phone wichtig ist und unter Umständen lebensrettend ist.
Auch sind die Hinweise einiger Formis, die schwierige Strecken mit „easy“ beschreiben immer mit Vorsicht zu genießen. Die Strecke, die gestern noch easy war, kann in 1, 2 oder mehreren Wochen eben nicht mehr easy sein.
Euer Missgeschick hast Du wie ich finde extrem sachlich beschrieben ! Ihr seid ja wirklich erfahren in solchen Touren. Und Euer Fazit dazu finde ich auf den Punkt passend! Respekt 😎
ich lese deinen Bericht mit großem Interesse. Euer kleines Schlammabenteuer haben wir fast genau so erlebt. Auch wir haben versucht, uns an einem vergrabenem Reserverad aus dem Matsch zu ziehen. Leider ist dies, wie auch bei euch, kläglich gescheitert. Bei uns war es 2018 im Bereich des Kuiseb-Deltas (sehr, sehr einsame Gegend, in die man eigentlich nicht fahren darf), der Schlamm und das Auto, sahen aus wie bei euch. Auch bei uns fing die Dämmerung an und wir wollten gerade das Sat-Phone auspacken, da wurde uns unerwartet von zwei Tourguides geholfen. Einer hat bei der Aktion seinen Wagen versenkt und ich habe leider bis heute keine Ahnung ob er ihn da heil rausbekommen hat. Alles was ich noch an Bargeld und kaltem Bier hatte, habe ich Ihnen gegeben und wir haben uns mit Dränen in den Augen bei Ihnen bedankt. Es gab auch bei uns, kein einziges Wort des Vorwurfes und das Helfen schien für Sie selbstverständlich. In Deutschland ist man bei der ganzen Hektik und dem anonymen Gewusel, so ein verhalten nicht mehr gewohnt. Leider. Das Schildern dieser Situationen ist wichtig, damit man merkt, dass man in Namibia auch in ungewohnte und unangenehme Situationen kommen kann. Die Mitnahme eines Sat-Phones empfehle ich sehr.
für so ein Foto wäre ich auch mal in die "Pfütze" gefahren !!! 🤩 🙂 🤩
Spaß beiseite: was für eine Geschichte. Unglaublich, und ich finde, Ihr habt das wirklich super hinbekommen. Ich kann da nur meinen Hut ziehen und mit allem Ernst, der mir zur Verfügung steht Euch sagen: RESPEKT.
Euere Touren sind so schön, und ich beneide Euch immer auch für die vielen schönen Bilder. Einsamkeit - einfach nur toll. Und in Deinem Bericht schreibst Du:
Gut wenn man einen Mann hat, der technisch versiert ist.
Ja, da habt Ihr wirklich Glück, dass Jürgen die Technik im Griff hat. Allein das wäre bei Schorschine und mir schon das K.O. Kriterium, denn zwei linke Hände kann man in solchen Phasen nicht gebrauchen.
Was mir dann aber besonders gut gefällt, dass Du das so herrlich beschreibst. Ein bisschen mit Humor, dazu die nötige Ernsthaftikeit, einfach nur perfekt!
Ich hoffe, die Reise geht jetzt wieder im Normalzustand weiter. 🙂
da habt ihr die Situation erlebt vor der wir am allermeisten Horror haben 🤩 Im Sand festfahren ist dagegen ja der reinste Kindergeburtstag 😉 Ob wir da so besonnen geblieben wären... wer weiß. Ihr habt das auf jeden Fall gut gemeistert 🙂 Ich hatte schon überlegt ob wir auf unserer Tour im April/Mai überhaupt das SAT-Telefon mitnehmen nachdem wir jetzt Richtersveld gestrichen haben 😗 Aber es steht ja auch die Gegend vom Doros- und Messum Krater auf dem Programm... gut dass ihr durch eure Schilderung nochmal den Denkprozess angeregt habt 😉 🙂
Wir fahren auf jeden Fall weiter mit und hoffen dass es das einzige Missgeschick bleibt
uff, das war ja ein Abenteuer und zum Glück ist alles gut ausgegangen. Danke dass du diesen Vorfall auch beschrieben hast. Wir hatten dieses Jahr einige Probleme mit dem Fahrzeug (u.a. Batterie) und konnten nicht unsere geplante Route fahren. Die Unterstützung durch den Fahrzeugvermieter war nicht zufriedenstellend. Zum Glück versteht mein Partner auch ziemlich viel von der Mechanik eines Fahrzeuges und ein Sat.Telefon ist sicher auch wichtig, wenn man nur mit einem Fahrzeug unterwegs war. P.S. Auf der Campsite White Lady hat es uns auch gut gefallen.
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201226. Nov. 2021 ·
Liebe Formis, ich danke euch für die Kommentare zu unserem "Missgeschick"
@ casimodo Hallo Carsten vielen Dank, dass du dabei bist. Ich hoffe, wir lesen auch bald einen Reisebericht über eure letzte Reise. 😗
.... Euer Fazit dazu finde ich auf den Punkt passend! Respekt
Danke dir. Mit einem solchen Fazit kann man entweder einen Shitstorm von entüstetenden Formis auslösen oder auch positve Resonanz. Jedoch ist mir dies mit fortgeschrittenem Alter egal. Es wird zu oft nur von einfachen Wasserquerungen und sonstigen kleinen Abenteuern berichtet, wobei sich immer alles easy anhört. (Ich schließe mich hierbei nicht aus.) Es kann aber auch anders ausgehen und genau dies wollte und will ich hiermit zum Ausdruck bringen.
@ Dillinger
Auch wir haben versucht, uns an einem vergrabenem Reserverad aus dem Matsch zu ziehen. Leider ist dies, wie auch bei euch, kläglich gescheitert.
Hallo Markus, ich frage mich inzwischen, ob diese Vorgehensweise nicht eine Mär ist. Natürlich versucht man alles. Nüchtern betrachtet hat das Fahrzeug ein Gewicht von ca. 1.5 Tonnen ... und die ziehen sich nicht so leicht, bzw. gar nicht aus dem Schlamm. Aber schön zu hören, dass es euch auch schon so ergangen ist. 😉
@ bayern schorch
für so ein Foto wäre ich auch mal in die "Pfütze" gefahren !!!
... für ein gutes Foto gebe ich alles 😄 😄
Euere Touren sind so schön, und ich beneide Euch immer auch für die vielen schönen Bilder. Einsamkeit - einfach nur toll.
Einsamkeit (im Sinne von weiter Landschaft) - genau das ist es, was wir wollen. Und hier ist Namibia mit seinen Weiten, seiner grandiosen Natur natürlich der perfekte Platz für uns. Was nicht heißt, dass wir Menschen nicht mögen.
@ panther
Im Sand festfahren ist dagegen ja der reinste Kindergeburtstag
Das unterscheibe ich zu 100 %
Bezügl. Satphone
... gut dass ihr durch eure Schilderung nochmal den Denkprozess angeregt habt 😉
Wisst ihr, hier hat jeder seine eigene Philosophie. Wir nehmen es liebe einmal "umsonst" mit, wissen aber dass wir im Falle eines Falles auf der sicheren Seite sind. Wir haben uns 2019 kurzfristig ein Satphone gekauft, da bei unserem Autovermieter kein Satphone mehr zur Verfügung stand. Auf unserer Tour 2019 hätten wir es nicht gebraucht, aber dieses Jahr waren wir mehr als froh, es dabei zu haben. Letztendlich ist es eine Art Lebensversicherung. Brauchst du es nicht, war der Betrag umsonst. Brauchst du es, ist es goldwert.
@regsal
... und ein Sat.Telefon ist sicher auch wichtig, wenn man nur mit einem Fahrzeug unterwegs war.
Das kommt immer darauf an, in welchen Regionen man unterwegs ist.
@ Annick Willkommen an Bord.
Und zur Beruhigung aller, war dies unser einziges "Missgeschick" auf dieser Reise.
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201226. Nov. 2021 ·
Tag 10 und 11: 16. / 17.10.2021 - Hoanib
16.10.21 Wir sind heute schon früh wach und schon um 7.30 Uhr abfahrbereit. Von unserem Übernachtungsplatz geht es jetzt wieder zurück auf die C39. Das heißt aber auch, dass wir noch 4-5 Wasserdurchfahrten vor uns haben, bevor wir wieder auf die Schotterstraße kommen. Bei der ersten Durchfahrt sind wir schon fast übervorsichtig … naja, so ein Tag prägt. Alles geht aber gut und für uns hat sich, zumindest für dieses Jahr 😉 , der Upper Huab Trail erledigt.
Wir befinden uns dann auf der C43 und beschließen, nicht in die Palmwag Day Visitors Area zu fahren um dort zu übernachten, sondern gleich zum Elephant Song Camp im Hoanib zu fahren.
Ich kann es gar nicht glauben … am 16.10. habe ich nur 5 Bilder gemacht. Davon 1 unscharfe Giraffe und 4 unscharfe Vögel. Daher keine Bilder hier.
Wir fahren also über Sesfontein in den Hoanib. An dem Toll Gate werden wir gefragt, wo wir übernachten und wie viele Nächte wir bleiben. Wo wir übernachten, wissen wir eigentlich noch nicht. Ich sage aber mal Elephant Song Camp.
Die Parkfee beträgt 100 N$ pro Person und 100 N$ für das Auto pro Tag. Das sind also für 2 Tage gerade mal 600 N$. Daher kann ich auch nicht verstehen, dass diese Gate von manchen Touris gerne umfahren wird … wenn ich in Deutschland mit 2 Personen 2 Tage in einen Tierpark gehe, bezahle ich ein vielfaches und sehe eingesperrte Tiere.
Wir zahlen die Fee für 2 Tage und fahren zum Elephant Song Camp . Wir lieben die Landschaft, die „Wildnis“ und „Unberührtheit“ der Trockenflüsse (Hoanib, Ganamub, Obias).
Seit der Neuerrichtung der Elephant Song Campsites sind wir nun zum 2.Mal hier. Wir haben beschlossen, dass wenn immer wir wir 2 Nächte im Hoanib bleiben, wir eine Nacht in Elephant Song campen und eine Nacht wild campen. Warum? Weil wir die Anstrengung das Camp hier am Laufen zu halten einfach unterstützen möchten. Denn wir möchten noch öfters in diese wundervolle Landschaft.
Wir kommen also ohne Reservierung an und haben wieder Glück. Abgesehen von Campsite 1( auf der einer Gruppe nach uns aufschlägt) können wir wählen. Wir entscheiden uns wieder für Nr. 4, ganz links außen.
Der Blick in die Ebene gefällt uns. Hier das einzige Foto dieses Tages. (und dies ist noch nichtmals gut)
Heute fahren wir auch nicht mehr weiter. Denn es ist Waschtag angesagt. Der Schlamm muss nun auch noch aus den Kleidern. Es weht wie auch schon bei unserm letzten Besuch hier ein starker Wind. Nachteil: das Kochen ist schwierig. Vorteil: die Wäsche trocknet schnell.
Trotz der Windverhältnisse schaffen wir es ein gutes Essen zu zubereiten. Es gibt Kudu-Filet, Bratkartoffeln und Apfel-Lauch-Salat.
17.10.21
Gegen 8.30 Uhr brechen wir in grober Richtung Amspoort auf.
Natürlich finden wir wieder Tracks, die vom Hauptweg abzweigen. Es ist noch immer sehr windig und die Luft ist mit Sand gefüllt.
Es zeigen sich nur wenige Tiere.
Und die wundervolle Landschaft des Hoanib.
Insgeheim hoffe ich natürlich, dass wir wieder Wüstenelefanten finden. Für uns ist schon das Entdecken der Tiere ein Highlight.
Und dann … wir können unser Glück kaum fassen, entdecken wir sie in noch weiter Ferne. Natürlich finden wir auch einen Weg zu ihnen.
Mutter mit Baby
Und hier die ganze Familie. 7 Wüstenelefanten. Jetzt sind wir wieder im 7. Afrika-Himmel.
Wir können ihrem Weg autotechnisch nicht ganz folgen. Es gibt ja auch noch andere Tiere hier.
Irgendwo in einem Seitental machen wir mal Siesta.
Um dann …. wieder auf „unsere“ Elefanten-Familie zu treffen.
Es scheint, als würden die Elefanten ganz langsam gehen. Aber in Echtzeit ist das Tempo schon beachtlich. Schritt für Schritt, Tritt für Tritt, stets voran. Irgendwie sind wir immer hinter ihnen.
Hier hilft nur eins ... überholen. Nachdem wir die Truppe schon eine Weile begleitet haben, wissen wir, dass sie schon sehr relaxt sind. Und so fahren wir im Abstand von etwa 2m ganz langsam an ihnen vorbei. Die Elefanten haben uns während des Überholmanövers keines Blickes gewürdigt.
Und nun von vorne.
Wir verlassen unsere Truppe, um kurz darauf nochmals auf 2 Einzelgänger zu treffen. Wegen der Lichtverhältnisse diese in S/W.
Wir sind total happy und müssen uns nun langsam Richtung Übernachtungsplatzsuche machen. Zwischendurch die jungen Oryx Antilopen mit noch braunem Feöö
Noch ein letzter Blick auf die grandiose Landschaft,
und ein Abschiedsgruß einer einsamen Giraffe.
Es ist 16.30 Uhr, wir biegen in den Obias ab und halten Ausschau nach einem schönen Übernachtungsplatz. Diesen haben wir in wunderschönem Nichts gefunden.
Wir finden den Mond …
fangen ihn auf …
und genießen einen wunderschönen Sonnenuntergang in dieser Einsamkeit.