.jpg)
Social distancing mit Gorillas – Lockdown im Dschungel

In einer Zeit, in der die Welt im nächsten Supermarkt an den Regalen für Nudeln und Klopapier endet, gilt es weiterzusehen auf ein paar verschwindende Horizonte.
Aufgrund des aktuellen, gewaltsamen Überfalls auf eine Zivilisten begleitende Gruppe von Nationalpark- Rangern freue ich mich über jeden, der diesen Bericht liest und ein wenig Geld locker machen kann für die Unterstützung von Mitforikern angeschobenen Hilfsprojekte Kanyaruchinya Primary School oder Gorilladoctors.
Eine Zumutung und aktueller Reisebericht von einer Reise Ende Dezember 2019 zu den Berggorillas in der Demokratischen Republik Congo.
„Social distancing“ und Kontaktkontrollen wurde ja schon immer beim Besuch von Berggorillas angewandt und haben eine Erfolgsgeschichte zur Arterhaltung ausgelöst:

Der Bestand der im Virunga-Vulkan-Gebiet lebenden Tiere hat sich dadurch in den letzten drei Jahrzehnten auf über 600 Exemplare mehr als verdoppelt. Insgesamt gibt es jetzt wieder mehr als 1.000 freilebende Berggorillas.

Die Kombination aus länderübergreifenden Absprachen für aufwendige Schutzbemühungen, Integration von Nichtregierungsorganisationen, Veterinärbegleitung und hochpreisigem Tourismus mit Investitionen in Gemeinschaftsprojekte vor Ort und medialer Öffentlichkeit sind die Grundsteine für die erfolgreichen Bemühungen nachhaltig dieses Habitat zu schützen.

Die frühen Begegnungen von Menschen und Menschenaffen waren nicht immer so harmonisch. Immerhin hat der Berggorilla einen deutschen Nachnamen.
Wie ist es dazu gekommen?
In einer Zeit, als es Deutsche Bananen gab und der Kilimanjaro der höchste Berg Deutschlands war, führte der Verbindungsoffizier zum ruandischen König, Hauptmann Friedrich Robert von Beringe, eine Expedition durch, um einen der Virunga-Vulkane zu besteigen. Mit dabei war Chefarzt Dr Engeland, der eigentlich in einem Lungensanatorium in den Usambara Bergen in Wugiri stationiert war, 5 Askaris und die notwendigen Träger.
Am 17. Oktober 1902 starteten sie und es kam zu einer ersten Begegnung, die Beringe im Deutschen Kolonialblatt mit folgenden Worten schildert: „Von unserem Lager aus erblickten wir eine Herde schwarzer, großer Affen, welche versuchten, den höchsten Gipfel des Vulkans zu erklettern. Von diesen Affen gelang es uns, zwei große Tiere zur Strecke zu liefern, welche mit großem Gepolter in eine nach Nordosten sich öffnende Kraterschlucht abstürzten. Nach fünfstündiger, anstrengender Arbeit gelang es uns, ein Tier angeseilt heraufzuholen.“ Es handelte sich um einen männlichen, großen, menschenähnlichen Affen mit einer Körperlänge von 1,5 m und einem Gewicht von mehr als 200 Pfund. Er hatte keine Brustbehaarung, aber riesige Hände und Füße. „Es war mir leider nicht möglich, die Gattung des Affen zu bestimmen“, bedauerte der Hauptmann. Denn wegen der Größe des Tieres konnte es nach seiner Ansicht kein Schimpanse sein, und das Vorkommen von – aus dem Flachland bekannten – Gorillas im Gebiet um die ostafrikanischen Seen war bis dahin „nicht festgestellt worden“. Robert von Beringe beschloss deshalb, seinen Fund zur Untersuchung an das Zoologische Museum in Berlin zu schicken. Zwar wurden die Haut und eine Hand des Affen auf der Rückreise nach Usumbura von einer Hyäne gefressen. Doch anhand des Schädel und eines Teils des Skelettes, die unversehrt in Berlin ankamen - und heute noch dort im Museum für Naturkunde ausgestellt sind - , klassifizierte der am Museum tätige Professor Paul Matschie (1861–1926) das Tier als neue Gorilla-Art, die er nach ihrem Entdecker Gorilla beringei nannte.

Baam!Baam! So ging Forschung damals und es war noch ein langer Weg vom ausschließlichen Wert als Jagdtrophäen zu einem Forschungsobjekt von Dian Fossey, von "King Kong" zu den "sanften Riesen".
Eine DVD des Enkels von Hauptmann Beringe auf den Spuren seines Großvaters und zur Geschichte des sich entwickelnden Naturschutzes im Virunga Vulkangebiet kann hier eingesehen, geliehen und gekauft werden.
oder für ANNICK auf französisch hier.

... wird fortgesetzt mit Start in Kigali
.jpg)























































































