Reisebericht: Drei Wochen Äthiopien mit dem Rotel

Reisebericht 98 Antworten · 18,4k Aufrufe · gestartet 18. Jan. 2020 von CrocV
Themenstarter165 Beiträge · seit 201502. Feb. 2020 ·
Hallo Martina,

danke für diesen Tipp ! Hat geklappt. Alle Bilder sind geändert.
Und ich freue mich, das dir mein Bericht gefällt.
Nächstes Wochenende geht es weiter.

LG
Ralf
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 02. Feb. 2020
Themenstarter165 Beiträge · seit 201503. Feb. 2020 ·
Hi Picco,
wir hatten eine sehr engagierte, seit über einem Jahrzehnt "äthiopieninfizierte" deutsche Reiseleiterin. Die dazu auch noch Archäologie und Soziologie studiert hat.
Und einen deutschen Fahrer, der am Montag nach Ende unserer Tour ein Haus in Addis kaufen wollte !
Also zwei absolute Äthiopien-Liebhaber und Kenner.
Dazu noch einen äthiopischen Guide, der uns ebenfalls die ganze Tour begleitet hat und natürlich überall vor Ort noch lokale Guides.
Der Rest war dann nur noch Gedächtnisarbeit 🙄 und natürlich unterwegs Notizen, Notizen, Notizen. 😗
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
Themenstarter165 Beiträge · seit 201509. Feb. 2020 ·
30.11.2019 Auf zu neuen Höhen
Am Morgen verlassen wir Axum auf der B30 Richtung Westen. Als wir nach nach einiger Zeit die Stadt Shire erreichen, ist dort wegen einem Radrennen die Hauptdurchgangsstraße gesperrt. Wir müssen mit dem Rotel auf engen Nebenstraße durch die Stadt. Eine besondere Herausforderung sind dabei die teils sehr niedrig hängenden Stromleitungen über die Straße. Zu niedrig für unseren hohen LKW. Etliche Male müssen mit Besenstiel und ähnlichen Hilfsmitteln die stromführenden Leitungen angehoben werden, damit unser Fahrzeug langsam passieren kann. Wir können dabei das Leben in den Seitenstraßen ausgiebig beobachten.
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Fast bedauern wir es, als wir wieder die große Hauptstraße erreichen. Dann nähern wir uns der Schlucht des Flusses Tekeze erneut.
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Unser 1. Versuch, den Tekeze weiter östlich vor Mekele zu überqueren scheiterte ja wegen dem auf der Serpentine runter ins Tekeze-Tal verunglückten LKW, der unsere Umkehr und den anschießenden Gewaltmarsch nach Axum zur Folge hatte.
Wir halten oberhalb der Schlucht. Buschpause mit kombinierten Fotostopp. Wir können gut den weiteren Verlauf der Straße sehen, wie diese sich in Serpentinen in die Schlucht hinab windet.
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Aber wir können auch nochmals die traditionelle Shiruba-Frisur einer Frau bewundern, die zu Fuß entlang der Straße aus der Schlucht gelaufen kommt.
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Bei der Weiterfahrt sehen wir überall an den Hängen der Schlucht Weihrauchbäume stehen.
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Unten am Fluß angekommen, ist vor der Brücke ein Check-Point der Tigray-Police. Aber sie lassen uns problemlos passieren. Danach können wir uns wieder der schönen Landschaft widmen.
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Hier im Flusstal wachsen auch Baobabs.
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Danach fahren wir über lange Serpentinen erneut ins Hochland.
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Wieder traumhafte Panoramablicke auf die abessinische Bergwelt.
Aber leider holt uns hier auch die harte Realität ein. Wir passieren ein UN-Flüchtlingslager, in dem viele Flüchtlinge des langen Krieges mit Eritrea leben. Mittlerweile entstehen im Lager bereits viele feste Gebäude. Irgendwann wird darauf wohl eine richtige Stadt. Deren Bewohner aber weiterhin auf Lebensmittelhilfe angewiesen sind, da das umliegende Land niemals so viele Menschen ernähren könnte.
Auffällig viele Check-Points der Tigray-Police und des Militärs gibt es in der Gegend und verzögern immer wieder kurz unsere Weiterfahrt. In der Region sehen wir auch viele bewaffnete Zivilisten. Wir haben uns mittlerweile aber schon daran gewöhnt hier im Land überall Bewaffnete, auch Zivilisten, zu sehen. Wir verlassen jetzt die Tigray-Region und kommen wieder in die Amharen-Region.
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Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
Themenstarter165 Beiträge · seit 201509. Feb. 2020 ·
Kurz darauf machen wir Mittagspause in der kleinen Bergstadt Addi Arkay. Schon bei der Einfahrt sehen wir, das hier heute ein regionaler Markttag ist. Das Marktgelände am Ortseingang wimmelt vor Menschen und auch auf der Hauptstraße sind viele Fußgänger unterwegs. Wir halten an einem Lokal und setzen uns auf die Stühle vor dem Lokal, um das Treiben zu beobachten. Dazu trinken wir einen Kaffee.
Danach mischen meine Frau und ich uns unter die Menschen und laufen zum Markt.
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Dabei genießen wir, zwischen den Häusern hindurch, immer wieder den Blick auf die umliegende Bergwelt.
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Beim Markt angekommen haben wir schnell einige kleine Kinder als Begleitung. Sie rufen immer wieder etwas, was ich nicht verstehe. Auf deutsch antworte ich ihnen immer wieder lachend mit erhobenen Finger, das ich sicher bin, das ihr Schlingel uns hier veräppelt mit euren Rufen. Sie kreischen vor Begeisterung und toben immer wieder wild um uns herum, auch als wir die Hauptstraße zurück laufen. Wir wiederholen das Spiel immer wieder, bis wir zurück beim Lokal sind. Wir hatten dabei alle unseren Spaß und oh Wunder, keines der Kinder hat uns angebettelt. Der Spaß mit den lustigen Ferenji war ihnen genug. Fotos gibt es davon nicht, denn manche Bilder mache ich lieber mit dem Herz.

Nach der Pause geht unsere Fahrt durch die Bergwelt weiter.
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Am späten Nachmittag schraubt sich die von den Italienern während der Besatzungszeit gebaute Straße, abenteuerliche, immer enger und steiler werdende Serpentinen hoch durch die Semien Mountains Richtung Wolkefit-Pass auf 3.050 Meter.
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Als wir eine schmale Einbuchtung finden, machen wir eine kombinierte Busch- und Fotopause. Die Landschaft und Vegetation sind atemberaubend.
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Aufgrund der hohen Feuchte hier im Gebirge wächst ein dichter Bergwald. Aber dazwischen finden sich immer wieder auch Blüten, unter anderem von der abessinischen Rose.
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Aus der asphaltierten Straße ist eine schmale Piste geworden, die sich abenteuerlich an den Bergflanken direkt an tiefen Abgründen entlang schlängelt.
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(Im Bild rechts auf halber Höhe in der Steilwand verläuft die Piste.)

Als wir die Passhöhe erreicht haben, öffnet sich ein Hochplateau. Nach einiger Zeit erreichen wir die Stadt Debark auf 2.850 Metern. Von hier aus starten viele Trekkingtouren in die Semien Mountains. Im Hof des neu errichteten Jemala Hotels bauen wir unser Rotel auf. Die Betreiber des Hotels sind wirklich mit sehr viel Enthusiasmus um uns bemüht und so genießen wir hier einen schönen Abend mit gutem Essen. Die ganze Nacht hören wir die Gebetsgesänge des christlichen Gottesdienstes anlässlich des Marien-Feiertages.
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Themenstarter165 Beiträge · seit 201509. Feb. 2020 ·
01.12.2019 Gondar
Im ersten Morgenlicht kann ich längere Zeit zwei Erzraben vor am Nachbargebäude beobachten.
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Zwei unserer Nachtwächter wärmen sich auch im ersten Sonnenlicht.
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Nach dem Frühstück fahren wir über die Hochebene weiter Richtung Gondar.
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In der ländlich geprägten Region sehen wir immer wieder viele Gläubige in ihren weißen Festtagsgewändern auf dem Heimweg von den nächtlichen Andachten in den Kirchen aufgrund des Feiertages.
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Immer wieder beeindruckend: Die äthiopischen Baugerüste.
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Themenstarter165 Beiträge · seit 201509. Feb. 2020 ·
Nach gut 2 Stunden erreichen wir Gondar. Unser erstes Ziel ist die wegen ihrer Wandmalereien berühmte Kirche Debre Berhan Selassie. Die Malereien stammen aus dem 17 Jahrhundert und diese Kirche ist die einzige nicht von den Anhängern des Mahdi zerstörte Kirche in Gondar. Nach dem Fall von Karthoum 1885 kam es auch am Grenzgebiet zwischen Sudan und Äthiopien immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Mahdisten und Äthiopiern, die mal von der einen, mal von der anderen Seite ausgingen. 1887 eroberten die Mahdisten schließlich Stadt und Region Gondar für kurze Zeit. Hierbei kam es auch zur Zerstörung fast aller Kirchen.
Am Eingang der Kirche stehen bewaffnete Wachen.
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Die Kirche wird rund um die Uhr bewacht, da in den letzten Jahren von Moslems mehrere Brandanschläge auf diese verübt wurden. Wir werden wieder einer Leibesvisitation unterzogen und dürfen dann das von Mauern und Türmen umgebene Kirchengelände betreten.
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Mit unserem örtlichen Guide betreten wir die Kirche und staunen ob der Pracht und Vielzahl der Malereien. Alle vier Wände sowie die Decke sind komplett bemalt. Die Malereien wurden auf Stoffe/Leinwände aufgebracht und diese dann an die Wände geklebt.
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(Hier am unteren Absatz der Wand erkennt man dies gut)

Unser Guide erklärt uns die Bedeutung jedes einzelnen Bildes, während der anwesende Priester tief und fest auf seinem Stuhl halb sitzend, halb liegend schläft. Auch er hat die ganze Nacht hindurch aufgrund des Marien-Feiertages gebetet.
An der Stirnseite des Raumes ist zentral die heilige Dreifaltigkeit abgebildet, auf die während des Gottesdienstes die Priester schauen.
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Die Gläubigen stehen sich dabei, getrennt nach Männern und Frauen, im Raum gegenüber. Die Männer schauen dabei auf die Längsseite der Kirche mit den Abbildungen des Leben Jesu, während die Frauen auf die Wand mit den Darstellungen des Lebens der Maria blicken.
Bei den Malereien im Gondarstil sind böse bzw. unwissende oder ungläubige Menschen stets im Profil mit nur einem Auge dargestellt. So ist zum Beispiel beim letzten Abendmahls nur Judas so dargestellt.
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Wir sehen auf den Wänden unter anderem den abgeschlagenen Kopf von Johannes, der nach der äthiopischen Legende von Gott mit Flügeln versehen wurde und so noch Jahre weiter das Christentum verbreitete.
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Auf der Marienseite sehen wir den heiligen Thomas, der zur Zeit von Marias Tod in Indien weilte und so nicht persönlich bei ihrer Himmelfahrt anwesend sein konnte, auf einer von Gott gesandten Wolke, die in doch noch zu Marias Himmelfahrt trug.
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(Rechts oben Maria umringt von 5 Engeln und Thomas auf der Wolke.)

Wir hören auch, das sich laut der äthiopischen Version Maria bis zu ihrem 15. Lebensjahr in einer Klosterschule aufhielt und schwanger aus dem Kloster kam. Später soll sich Maria auch einige Zeit in Äthiopien aufgehalten haben.
Besonders beeindruckt die reich verzierte Decke, die komplett mit geflügelten Engelsköpfen bemalt ist.
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Weitere Eindrücke der Malereien, die alle vier Innenwände zieren. Leider konnte ich mir zur Bedeutung nicht alles merken, was wir unserem Guide in Gondar dazu erklärt bekamen. 🙁
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Themenstarter165 Beiträge · seit 201509. Feb. 2020 ·
Nach der Besichtigung fahren wir ins Zentrum zur Mittagspause. Meine Frau und ich mögen (wie fast immer) nicht im Lokal sitzen und laufen einige Zeit in einem großen Bogen durch die Straßen bis hin zu den Außenmauern des Gemp, den wir nachmittags besichtigen werden. Dann kaufen wir uns eine Flasche Wasser, machen es einigen äthiopischen Senioren nach und setzen uns auf eine Bank unter den Bäumen vor einem kleinen, parkähnlichen Restaurant mit Blick auf die Piassa mit dem Standbild von Kaiser Theodor II. (1818-1868), der heute aufgrund seines tragischen Kampfes gegen die Engländer als Nationalheld Äthiopiens gefeiert wird.
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Er war eine schillernde Persönlichkeit der äthiopischen Geschichte. Als Sohn eines Statthalters sollte er zunächst Priester werden, floh dann wegen einer blutigen Familienfehde in die Berge, wo er Anführer einer Räuberbande wurde. Später selbst zum Statthalter ernannt, besiegte er in rascher Folge etliche lokale Machthaber in der Region um Gondar und wurde schließlich 1855 selbst zum Kaiser von Äthiopien gekrönt. Er stabilisierte und modernisierte das Land und stemmte sich vehement gegen jede Einflussnahme seitens des Osmanischen Reiches oder Englands über Äthiopien. Als er 1862 in einem Schreiben die englische Königin um Beistand beim Kampf gegen die Osmanen bat, blieb dieses Schreiben unbeantwortet. Erbost über diese Missachtung seiner Person nahm er einige Europäer, darunter Missionare und Gesandte, als Geiseln. Die Engländer schickten letztlich ein Expeditionsheer zur Befreiung der Geiseln. Theodor verschanzte sich in der Bergfestung Magdala. Kurz vor der Erstürmung durch die Engländer nahm er sich das Leben, um der Schmach der Gefangennahme zu entgehen. Er wurde am Tag nach der Erstürmung mit allen Ehren beerdigt. Das Expeditionsheer zog sich mit den befreiten Geiseln zurück, nicht ohne alle ihnen hier in die Hände gefallenen Wertgegenstände des Kaiserhauses als Beute mit zu nehmen. Die Stücke befinden sich wohl noch heute in britischen Museen und deren Depots. Einer unserer lokalen Guides hat uns bei den Besichtigungen am Nachmittag auf die Frage, ob denn Gegenstände aus der Kaiserzeit Gondars erhalten seinen, nur lakonisch geantwortet: „Wissen wir nicht. Fragt mal die Engländer.“
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2024
Themenstarter165 Beiträge · seit 201509. Feb. 2020 ·
Nach der Mittagspause fahren wir die kurze Strecke zum Eingang des Gemp, des Palastbezirkes von Gondar. Nach Jahrhunderten erbitterter kriegerischer Konflikte, die auf die Zagwe-Dynastie mit ihrer Hauptstadt Lalibela folgten und die salomonischen Herrscher veranlassten ohne feste Residenzstadt durch das Reich zu ziehen um immer wieder vor Ort persönlich die politische Stabilität zu sichern, wurde von Kaiser Fasilidas (1632-1667) ab 1636 Gondar zur neuen Hauptstadt des Reiches ausgebaut. Im Jahrhundert vor Fasilidas war es den äthiopischen Kaisern, auch mit Hilfe der Portugiesen gelungen, den Griff der muslimischen Sultanate ( z.B. Sultan Adal in Region Harar) nach dem abessinischen Hochland nach langen, erbitterten Kämpfen abzuwehren. Infolge dieser verlustreichen Kämpfe waren beide Parteien so geschwächt, das aus Kenia eine große Expansionsbewegung der Oromo stattfinden konnte, welche sich im Süden, Osten und dem Zentrum des heutigen Äthiopiens ansiedelten.
Mit König Fasilidas begann eine neue Blütezeit Äthiopiens, die unter der Herrschaft seiner Familiendynastie bis zum Ende der Regierungszeit der Kaiserin Mentewab 1755 anhalten sollte und während derer nach und nach etliche Gebiete des heutigen Äthiopiens erobert wurden. Danach kam es aufgrund von Streitigkeiten und Rivalitäten in der Herrscherfamilie zu einem Jahrhundert der feudalen Zersplitterung, die dann eben von Theodor II. beendet wurde. In dieser Zeit musste das Kaiserreich weite Teile des Oromo-Gebietes wieder aufgeben und mehrere Königreiche der Oromo entstanden. Diese wurde dann erst Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts von Kaiser Menelik II. , den Helden von Adua, neu annektiert. Menelik II. war es auch, der weite Teile des heutigen Südens Äthiopiens mit der Region Kaffa und das Gebiet der Afar eroberte und so das heutige Staatsgebiet von Äthiopien entscheidend mitgestaltete.
Wir betreten durch das Wember-Tor den Palastbezirk, in dem die Herrscher im Lauf der Jahrhunderte nach und nach Palast um Palast hinzugefügt haben. Natürlich nicht ohne die übliche Leibesvisitation. Der Gemp wird von einer 900 Meter langen Stadtmauer mit 12 Türmen umschlossen. Sofort fällt der Blick des Besuchers auf das Schloss von Kaiser Fasilidas, das eher an eine trutzige schottische Burg erinnert.
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Über eine große Freitreppe steigen wir zum Eingang empor.
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Die Innenräume sind alle leer. Wir bewundern die Holzbalkendecke, die mit Rundbögen gestalteten Durchgänge, den offenen Kamin und die teils noch im Original vorhandenen schweren, eisenbeschlagenen Holztüren.
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Auch die Äthiopier identifizieren sich sehr mit der Geschichte ihres Landes - und machen Selfies im Königsschloss. 🙂
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(Der Schreiber dieses Reiseberichts musste dann auch noch für eine Selfie mit der junge Dame herhalten. Merke: Äthiopische Touris sind genauso fotoversessen wie wir. 😎 )

Daneben war einst ein Bau von Johannes I., von dem allerdings kaum noch etwas übrig geblieben ist. Als nächstes kommen wir zum Palast von Iyassu I. (1682-1706).
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Hier ist leider sowohl die Zwischendecke des einst mehrstöckigen Palastes wie auch das Dach des großen Saals zerstört.
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Im daneben liegenden kleineren Raum ist die Dachkonstruktion mit ihren Steinbögen aber noch vorhanden und lässt uns erahnen, wie eindrucksvoll dieser Palast einst war.
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Blick auf den seitliche Ausgang des kleineren Raumes des Palastes.
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Blick auf Rückseite das Schloss des Fasilidas.
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Rückseite des Palast von Iyassu I.
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Und beide Paläste nebeneinander. Rück- und Vorderansicht.
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Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 16. Feb. 2020
Themenstarter165 Beiträge · seit 201509. Feb. 2020 ·
Wir laufen einige Meter durch das parkartige Gelände und kommen zur Festhalle des Kaisers Dawid III. (1716-1721), von der ebenfalls nur noch die eindrucksvollen Außenmauern erhalten sind.
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Vorbei an den Löwenkäfigen, in den die Herrscher stets mehrere Exemplare des Königs der Tiere hielten kommen wir zum Sauna- und Badehaus.
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Der Wellness-Oase der damaligen Herrscher. Hier sind nur noch die Grundmauern und der unterirdische Teil mit den Feuerkammern für die Sauna erhalten. Weiter geht es zur sehr großen und langgezogenen Festhalle des Kaisers Bekaffa (1721-1730) und den daneben liegenden, ebenfalls sehr lang gezogenen Pferdeställen des royalen Gestüts.
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Rechts daneben liegt schließlich noch das Schloss der Kaiserin Mentewab (1730-1755).
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Quasi in der Mitte des Gemp umringt von den Palästen der Herrschen befinden sich noch zwei kleinere Bauten: Das kaiserliche Archiv und die Bibliothek.
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(Kaiserliches Archiv)
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(Links Bibliothek, rechts Schloss Fasilidas)

Zum Abschluss der Besichtigung kaufen wir bei einem Aufseher der Anlage zwei sehr schöne Ansichtskarten. Eine absolut erwähnenswerte Sache, denn Ansichtskarten sahen wir nur selten angeboten in den drei Wochen. Und wenn dann waren Karten mit schönen Motiven und guter Fotoqualität die absolute Ausnahme.

Mit einem letzten Blick auf das Schloss von Fasilidas verabschieden wir uns vom Gempp.
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Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
Themenstarter165 Beiträge · seit 201509. Feb. 2020 ·
Dann ging es mit dem Rotel weiter durch den Verkehr in Gondar zum „Bad des Fasilidas“.
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Hierbei handelt es sich wohl um einen Sommerpalast, der mitten in ein Wasserbecken gebaut wurde und heute malerisch von alten Bäumen mit mächtigen Wurzeln umringt daliegt. Als wir darauf zulaufen, bietet sich uns ein eindrucksvoller Anblick, denn dutzende große Vögel kreisen in der Thermik über dem Schloss.
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Der Bau wurde entweder von Kaiser Fasilidas oder seinem Enkel Iyassu I. erbaut. Das Wasserbecken wird heutzutage einmal im Jahr über einen kleinen Kanal mit Wasser aus dem nahen Fluss gefüllt. Was immerhin eine ganze Woche dauert. Und dann wird hier das Timkat-Fest gefeiert, in dem tausende Gläubige sich mit dem von den Priestern geweihten Wasser reinigen oder gleich ganz hineinspringen.
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Durch die mächtige Wurzeln der umstehenden Bäume, die teils über, teils durch die Umrandungsmauer wuchern, erhält das ganzen Areal das Flair eines vergessenen, verwunschenen Platzes.
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Da der Nachmittag bereits weit fortgeschritten ist, fahren wir durch Gondar über mehrere steile und sehr enge Spitzkehren hoch zu unserem Übernachtungsplatz beim Goha Hotel.
Das Goha Hotel liegt in traumhafter Lage über der Stadt. Neben einem Swimming Pool gibt es noch einen großen Springbrunnen mit leuchtendem Farbenspiel.
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Im letzten Abendlicht kreisen unzählige Vögel über der Stadt. Wir genießen diese traumhafte Aussicht zum Abschluss des heutigen Tages.
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Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
Themenstarter165 Beiträge · seit 201509. Feb. 2020 ·
2.12.2019 Fahrt zum Tana-See
Am Morgen verlassen wir Gondar in Richtung Tana-See. Vor uns auf der A3 fährt ein Konvoi völlig überfüllter Busse mit Fußballfans, die gestern ein Spiel in Gondar besucht haben. Ein unglaublicher Anblick, denn selbst auf den Dächern sitzen einige Fans und schwenken sogar Fahnen.
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Der Buskonvoi wird angeführt von einen Pickup, auf dessen Ladefläche etliche Bewaffnete sitzen. Ein Stück außerhalb der Stadt wird die Fahrt bei einem Check-Point gestoppt. Als wir uns an den Bussen vorbei quetschen, werden wir von den Uniformierten zum Glück durchgewunken. Wir sehen einen Soldaten an der Sperre etwas ratlos telefonieren. Klar, wenn sie jetzt all diese Fahrgästen in und auf den Bussen einzeln kontrollieren sollen, wird das zig Stunden dauern. Eine Entscheidung von oben muss her. Außerdem fällt uns auf, das auch die Busse auf den Dächern Bewaffnete als Begleitschutz dabei haben.
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Die Sicherheitslage in Äthiopien ist eben sehr volatil.

Danach geht es wieder durch eine ländlich geprägte Gegend. Viele Bauern ernten auf ihren Feldern.
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Oder bereiten die Äcker bereits für die nächste Aussaat vor.
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Am sogenannten Geierfelsen machen wir einen kurzen Fotostopp.
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Dann geht die Fahrt weiter. Wir merken langsam, das wir tiefer kommen. Die A3 verläuft hier parallel zum Tana-See, der auf 1.500 Meter liegt. Es ist deutlich wärmer und feuchter. Die Felder sind üppiger bewachsen.
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Gegen Mittag erreichen wir Bahir Dar am Südende des Sees. Hier machen wir Mittag in einem Restaurant. Die Gegend wirkt nicht besonders einladend, so das hier sogar unser Fahrer im Führerhaus des Rotel zurückbleibt. Sicher ist sicher.
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
Themenstarter165 Beiträge · seit 201509. Feb. 2020 ·
Nach der Mittagspause fahren wir zu den Tissisat-Wasserfällen. Nach wenigen Kilometern auf der B31 folgen 35 Kilometer Piste. Auf den ersten Kilometern der Piste geht es an einer permanenten Bebauung vorbei. Hier steht Hütte an Hütte. Uns kommt es vor wie die Außenbezirke der Stadt, in dem die neu ankommenden Menschen vom Land notgedrungen ihre Hütten gebaut haben. Hier haben wir wieder den Eindruck, das es nicht nur freundliche Blicke in unsere Richtung gibt. Erst nach und nach lockert sich die die Bebauung auf und wir kommen wieder an den für den ländlichen Bereich so typischen einzeln stehenden Gehöften vorbei.
Nach über einer Stunde Fahrt erreichen wir das Dorf Tissisat. Von hier aus laufen wir eine halbe Stunde zu den Wasserfällen. Zunächst geht es hinunter und auf einer sehr alten Steinbrücke über eine Schlucht.
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Danach führt der Pfad leicht ansteigend entlang eines Bergrückens bis zur Schlucht mit den Wasserfällen.
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Hier geht es auf einer Seilbrücke über die Schlucht und dann kann man bis an den Fuß der Fälle laufen.
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Seit für ein Kraftwerk ein Großteil des Wassers des Blauen Nils abgeleitet wird, sind die Fälle aber nur noch einen Bruchteil so mächtig wie früher. Dennoch genießen wir die schöne Wanderung und den Anblick des herab stürzenden Wassers.
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Nachdem wir zurück gelaufen sind, müssen wir einige Zeit warten, bis auch die letzten unserer Gruppe endlich den Weg zurück geschafft haben. In der Zeit wird unser Rotel von den einheimischen Kindern und Jugendlichen natürlich immer mehr umringt. Kugelschreiber, Wasserflaschen und und und. Die Kinder fragen nach allem.
Es ist schon recht spät als wir endlich die Rückfahrt starten können. Auf den letzten Kilometern der Piste kommen wir wieder an der dichteren Bebauung vorbei. Und die Stimmung ist nicht besser geworden. Ein kleines Mädchen wirft mit einer Handvoll Kiesel nach uns, ein Jugendlicher deutet einen Steinwurf an. Zum Glück hatte er doch keinen in der Hand. Zwei Jungs heben vor unserem näher kommenden Fahrzeug demonstrativ Steine von der Piste auf. Hier schaut unser Fahrer beim Vorbeifahren ganz genau aus dem Fenster und lässt die Jungen nicht aus den Augen. Es ist das einzige Mal auf dieser Reise, das ich mich persönlich etwas unwohl gefühlt habe. 🙁 So bin ich froh, als wir endlich die asphaltierte B31 erreichen und die Hütten hinter uns lassen.
Wenig später erreichen wir unser Hotel direkt am See. Es ist bereits dunkel, als wir im Garten neben dem Tana Hotel (Blue Nil Resort) unser Rotel aufbauen. Und ordentlich Mückenschutz auftragen.
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
Themenstarter165 Beiträge · seit 201509. Feb. 2020 ·
3.12.2019 Auf dem Tana-See
Früh morgens gehe ich auf Fotopirsch. Teils im Sitzen direkt vom Frühstückstisch aus. 😁
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Brillenweber ?
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Abessinische Drossel ?
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Palmtaube ?
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Graukopfspecht ?
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Waaliataube ?

Nach dem Frühstück fahren wir mit TukTuks zum Hafen. Dabei müssen wir (mal) wieder einen Umweg machen. Denn heute ist ein Feiertag zu Ehren von St. Georg und für die große Kirchenfeier wurden einige Straßen um die Kirche herum gesperrt.
Im Hafen wartet bereits unser Ausflugsboot auf uns. Etwa drei Stunden fahren wir nun über den See. Beobachten einzelne Fischer auf Papyrusbooten (Tankwa) sowie einzelne Pelikane oder eine ganz langsam vorbei ziehende Insel.
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Unser Ziel ist die Rundkirche Narga Selassie auf dem kleinen, der Insel Dek vorgelagerten, Inselchen Narga.
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Die Kirche wurde 1746 auf Befehl der Kaiserin Mentewab erbaut und enthält einige der schönsten Malereien des späten Gondar-Stils.
Der Priester empfängt uns, als wir das Gelände der Rundkirche betreten.
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Er erklärt uns, dass die Rundkirche 29 Säulen hat, die für die 29 Heiligen im Himmel stehen. Wieder ziehen wir unsere Schuhe aus. Und der Priester erklärt uns diesmal auch den Grund dafür: Gott habe Moses schließlich auch geheißen, barfuß zum Berg Sinai zu laufen, um die 10 Gebote zu erhalten.
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
Themenstarter165 Beiträge · seit 201509. Feb. 2020 ·
Die Kirche wird fast komplett von einem viereckigen Innenbau ausgefüllt, in dessen Inneren das Allerheiligste liegt, welches nur die Priester betreten dürfen. Die vier Seitenwände des Allerheiligsten sind außen prachtvoll bemalt und ein recht schmaler Rundweg führt uns zu allen vier Seiten.
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Auch hier bekommen wir wieder Bilder für Bilder erklärt von unserem lokalen Guide.
Wir sehen unter anderem Darstellungen von der Flucht aus Ägypten. Interessant ist, das die im Roten Meer versinkenden ägyptischen Soldaten Schusswaffen haben.
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Unter einem Marienbild ist liegend die den Bau stiftende Kaiserin Mentewab abgebildet.
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Und wir sehen auch eine seltene Abbildung der Maria, wie diese Jesus stillt.
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Interessant auch die bildliche Darstellung, wie Eva aus der Rippe Adams erschaffen wurde.
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(Ziemlich in der Bildmitte)

Natürlich darf auch der heilige Georg samt den heiligen Reitern nicht fehlen.
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Und auch Moses, der die 10 Gebote erhält.
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(Rechts oben)
Die Engel Gabriel und Michael stehen als Wächter am Eingang zum Allerheiligsten.
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Und auch König Fasilidas ist abgebildet: Einmal als Heiliger, einmal als Kaiser.
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Und noch eine Szene mit Maria im Bett nach dem ihr ein Giftbecher gereicht worden war. Wieder eine Erzählung aus der Zeit, als Maria sich in Äthiopien aufgehalten haben soll ?
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Die Versuchung Jesu.
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Die Bilder sind mehrere Meter hoch übereinander gemalt. Hier mal der Versuch, dies zu zeigen:
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Weitere Eindrücke der Malereien:
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Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 09. Feb. 2020
Themenstarter165 Beiträge · seit 201509. Feb. 2020 ·
Danach führt uns der Priester durch das Kirchengelände zu einem Haus. Auf dem Weg dorthin sehen wir riesigen Netze voller Spinnen in den Bäumen und Büschen über uns hängen. Ein etwas gruseliger Anblick, aber bestimmt hier am See wirkungsvolle Verbündete, um der Mücken Herr zu werden.
Der Priester holt aus der Hütte mehrere prachtvoll verzierte Kreuze.
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Und mehrere alte, in Ge´es geschriebenes Bücher, teils mit sehr schönen Bildern. Interessant ist, das immer wieder Worte im Text rot geschrieben sind. Dies sind die Worte, die im Gebet betont ausgesprochen werden.
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Zu guter Letzt holt er noch einen reich verzierten Säbel hervor. Ein Stiftungsgeschenk des Kaiserhauses.
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Danach machen wir uns auf die Rückfahrt mit unserem Boot.
Als wir die Küste erreichen, machen wir noch einen Abstecher in die Mündung des kleines Nil (kleiner Abbay), der neben rund 30 anderen Zuflüssen den Tana-See speist.
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Hier sehen wir nochmals Flusspferde, quasi erstmals echte NILpferde. 😉
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Unser Boot steuert nun direkt den Anleger unseres direkt am See liegenden Hotels an.
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Home, sweet Home 😎
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Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 09. Feb. 2020
Themenstarter165 Beiträge · seit 201509. Feb. 2020 ·
4.12.2019 Es geht langsam Richtung Addis
Heute geht es Richtung Süden bis Debre Markos. Die Fahrt am Morgen verläuft ereignislos. Zur Mittagspause setzen meine Frau und ich uns vor das Lokal und lassen uns einen Kaffee schmecken, genießen nochmals bewusst die Sonne und das Treiben auf der Straße vor uns.
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Einen weiteren Stopp am Nachmittag nutzt unser äthiopischer Guide, um für Kollegen mehrere Flaschen Schnaps einzukaufen, für den die Gegend hier berühmt ist.

Da Debre Markos wieder auf 2.400 Metern liegt, ist es sehr frisch. Die Jacken werden wieder hervorgeholt. Ich setze mich noch etwas auf die schmale Terrasse vor dem Shebel Hotel, um meine Notizen zu ergänzen. Hierbei komme ich mit einem älteren, offensichtlich recht vermögenden Äthiopier ins Gespräch. Wir tauschen die üblichen Fragen aus. Eben wie es einem geht, wie es der Familie geht etc. Dann erzählt er mir von einem alten äthiopisch-deutschen Projekt, das ich ja sicher kenne. Es sagt mir aber nichts. Bis mir klar wird, das er von der kommunistischen Zeit des Mengisto-Regimes spricht. Als das kommunistische Äthiopien auch enge Partnerschaften zur UDSSR und DDR unterhielt. Ich erkläre ihm, das ich aus dem westlichen Teil Deutschlands komme und daher über die vor der deutschen Wiedervereinigung im Osten erfolgten Projekte nichts weiß. Meinen Versuch, das Gespräch auf die aktuelle Lage in Äthiopien zu lenken, weicht er dann aber doch aus obwohl ich den Eindruck habe, das er im politischen oder militärischen Leben der Region eine Rolle spielen könnte oder ggf. im Mengisto-Regime gespielt hat ? Ja es gäbe wohl ein paar Probleme. Schließlich verabschieden er und sein Begleiter sich von mir. Informationen aus erster Hand sind hier wirklich schwer zu bekommen. Die meisten hier im Bericht geschilderten Informationen zur aktuellen Situation hat unsere sehr engagierte deutsche Reiseleiterin von ihren lokalen Kontaktleuten oder den Hotelangestellten erhalten. Zu denen sie in den 13 Jahren, die sie bereits Äthiopien bereist, einen vertrauensvollen und oft freundschaftlichen Kontakt aufgebaut hat.
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2024
Themenstarter165 Beiträge · seit 201516. Feb. 2020 ·
5.12.2019 Der Kreis schließt sich
Unser heutiges Ziel ist Addis. Der Kreis unserer Runde durch Äthiopien, besser Nordäthiopien schließt sich also. Wir starten nochmals eine Stunde früher. Frühstück also um 6, Abfahrt um 7 Uhr.
Wir fahren weiter auf der A3. Schon nach einer Stunde blicken wir auf die vor uns liegende mächtige Schlucht des Blauen Nil.
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In steilen Serpentinen geht nun die Fahrt von 2.400 Meter runter auf 1.000 Meter und nach Überquerung der Nilbrücke sofort wieder rauf auf 2.400 Meter.
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(Alte Nilbrücke)
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(Neue Nilbrücke)
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Uns zeigen sich nochmals tolle Ausblicke.
Gegen Mittag erreichen wir das Kloster Debre Libanos. Schon bei der Anfahrt merken wir, das unheimlich viele Fahrzeuge sich die schmale Zufahrtsstraße zum Kloster entlang drängen. Als wir ankommen, erfahren wir den Grund. Eine wichtige Persönlichkeit sei gestorben. Die Beerdigung findet hier statt und unglaublich viele Trauergäste sind dazu angereist, teils auch aus der Hauptstadt. Wir laufen in der Menschenmenge zum Eingang des Klosters.
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Der Mönch, der uns führen wird, meint wir werden erst das Museum besuchen. Bis dahin sei die Beerdigung soweit vorbei, das wir problemlos die Kirche besuchen können.
Im Museum herrscht natürlich wieder Fotografierverbot. Wir sehen wieder die üblichen Ausstellungsstücke, die hier allerdings alle jüngeren Datums sind. Kein Vergleich zu Axum oder gar Lalibela.
Als wir den Museumsbau seitlich der Kirche verlassen, sehen wir auf einem vertieften Platz neben der Kirche die zu Ende gehende Beerdigungszeremonie. Etliche kirchliche Würdenträger, Weihrauchträger und viele Trauergäste haben sich hier versammelt. Aus Respekt gehen wir in einiger Entfernung vorbei in Richtung Kirche.
Die Kirche ist ein moderner Bau mit großen Glasfenstern eines bekannten äthiopischen Künstlers.
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Immer noch sitzen viele Gläubige in der Kirche. Vorne liest ein Priester unter einem Baldachin vor.
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Rechts neben dem Baldachin befindet sich ein Bereich, der den Frauen vorbehalten ist.
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Vor der Kirche ziehen wir unter den neugierigen Blicken der sehr freundlichen Gläubigen wieder unsere Schuhe an.
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Auch auf dem Rückweg zu unserem Bus laufen wir wieder in der Menge der Trauernden.
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Wir erleben hier nochmals eindrucksvoll, wie die christlichen Zeremonien hier einen großen Teil der Lebenswelt dieser Menschen mitgestalten. Wie es in früheren Zeiten ja auch bei uns der Fall war.
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
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Als wir die schmale Zufahrt zum Kloster zurückfahren, sehen wir nach einigen Kilometern nochmals eine ganze Horde Dschelada. Wir halten an und genießen den Anblick eine kurze Zeit.
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Die folgenden drei Bilder entstanden als Serienbild innerhalb einer Sekunde:
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Und hier noch einige Bilder dazu:
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Das für die Mittagsrast geplante Restaurant ganz in der Nähe hatte leider geschlossen, so das wir weiterfahren und uns im nächsten Ort kurz an den Straßenständen mit Obst versorgen.
Durch diese kurze Mittagspause kommen wir zeitig im Einzugsbereich von Addis an und kommen ohne größeren Stau über den Entoto, einen der fünf Berge rings um die Hauptstadt ins Zentrum zum uns bereits bekannten Ghion-Hotel.
Hier heißt es jetzt, die Rotelkabine und auch den Fahrgastraum räumen und all unsere Habseligkeiten in unser Hotelzimmer schleppen. Zwei Hotelangestellte helfen uns zum Glück beim Tragen. Im Zimmer packen wir dann die Reisetaschen schon mal fertig für den Flug.
Und diesmal frieren wir nachts auch nicht, denn wir packen uns entsprechend warm ein. 😉
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0