Champagner8'702 Beiträge · seit 201003. Okt. 2019 · #161
Oha Sascha, da habt Ihr aber ganz schön abgeräumt auf der Bootstour (ich habe die unsrige von 2015 von der Nunda Lodge aus auch in bester Erinnerung, das ist ein Must-do,wenn man in dieser Region ist, finde ich).
Aber der Reihe nach:
H.Badger schrieb: Vor allem unsere Große – stolze Inhaberin des Seepferdchens – reagiert expressiv indigniert. 😉
😄 😄 😄 (Besonders lustig, wenn man sie kennt.... 😉 )
Ein WBNH 🤩 Dir ist schon klar, dass das was gaaaanz Besonderes ist?
Hier kann ich deine Tochter voll und ganz verstehen 😮
Eines der besten Fotos, die ich je von einem Trauerdongo gesehen habe: tolle Pose,tolles Licht!!!
Glückwunsch zu diesem meiner Meinung nach perfekten Tag!
maddy2'168 Beiträge · seit 200903. Okt. 2019 · #162
Hallo Sascha, So eine tolle Reise! Herzlichen Dank fuer's teilen! Und so tolle Sichtungen! Sables sind auch meine Lieblingsantilopen! Und wow! 🤩 ein White-backed Night Heron, der fehlt uns noch auf der Liste....
Auch dieser Vogel zeigt sich uns, widersetzt sich aber bisher der sicheren Bestimmung… (Hilfe durchaus erbeten… 😉 )
tigris769 Beiträge · seit 200703. Okt. 2019 · #163
Lieber Sascha,
was für ein toller Safaritag - erneut ein Riesendankeschön für Deinen Bericht. 🤪 Ich genieße es virtuell dabei zu sein und erfreue mich an Deinen Fotos und Deine Schilderungen. Die Schwimmärmel-Verweigerung Deiner GROSSEN kann ich sehr gut verstehen 😄
Da habt Ihr ja wirklich im schönsten Nachmittagslicht unglaubliche Sichtungen gehabt. Dann noch das Glück mit der privaten Bootstour und einem vogelbegeisterten Guide... Die Malachite-Kingfisher sind Dir doch trotz Bootswackelei ganz gut gelungen 😉 Und dann die vielen Antilopen - einfach nur schön!
Eine Frage zu Ndhovu: ich habe gerade gelesen, dass es dort nur eine einzige private Campsite geben soll. Hast Du da eventuell zufällig mal einen Blick drauf geworfen? Ich bin gerade am Anfang unserer Reiseplanung für den Caprivi und eifrig auf der Suche nach schönen Campsites.
Ich freu mich auf die nächsten Kapitel und wünsche Dir/Euch noch einen schönen Feiertag.
Liebe Grüße Simone
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
sphinx1'624 Beiträge · seit 201503. Okt. 2019 · #164
Hallo Sascha Auch bei Dir bin ich wieder auf dem aktuellen Stand und will zwischendurch mal wieder ein Danke schreiben. Euer Sichtungsglück ist einfach von Dauer. Und Danke für diesen Satz.
H.Badger schrieb: Den Opfern (dieser Masche) wegen ihres einlenkenden Verhaltens eine Mitschuld an dem zukünftigen Verhalten der Täter zu geben, halte ich, ganz unabhängig von der persönlichen Beteiligung in diesem Fall, generell aber für ziemlich problematisch...
Ich denke, man kann es sich so oft vornehmen wie man will, im entscheidenden Augenblick reagiert man nicht immer so cool, wie man es sich wünscht. Ich denke da an argentinische Polizisten (in gefühlt middle of nowhere), die mit unseren Pässen in der Hand uns süffisant klar machten, das wir diese vermutlich gerne wieder zurück hätten. Viele Grüße Elisabeth
Gabi-Muc2'192 Beiträge · seit 201604. Okt. 2019 · #165
Hallo Sascha,
ich bin weiterhin mit Feuereifer dabei. Tolle Sichtungen, die Ihr da vor die Linse bekommen habt. Mit den ganzen Nationalparks tue ich mich irgendwie schwer diese zuzuordnen. Ich habe zwar schon etliche Male die Karte studiert, aber ich weiß immer noch nicht so richtig wo welcher Park ist. Mal sehen ob es besser wird, wenn wir nächstes Jahr dort waren.
Mit der Malariaprophylaxe bin ich auch schon mal gespannt. Unsere Jungs sind mit 12 + 15 zwar schon älter als Eure Mädels, allerdings sind bei uns sonst keine Tabletten nötig (klopf auf Holz) und die Jungs haben damit keine Erfahrung. Gerade der Kleinere ist was Essen angeht sehr eigen und ich bin mal gespannt, ob er mir die so schluckt. Wie habt Ihr das denn gehändelt? Hattet Ihr bzw. die Mädels Nebenwirkungen?
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
Netti59847 Beiträge · seit 201504. Okt. 2019 · #166
Boah Sascha, jetzt kommt doch ein wenig Neid auf 😉 . Was für eine tolle Bootstour mit soooooo schönen Sichtungen. 🤩 🤩 Der Malachite Kingfisher war mein Traum, leider konnten wir ihn nicht entdecken und die Elefanten 🤩 🤩 🤩 das wäre...………… hach, einfach toll. Wie nah ward ihr an den Hippos dran? Das sieht ja gigantisch aus - überhaupt, eine richtig tolle Tour !!! Das eure "Große" trotz Seepferdchen die Schwimmflügel anziehen musste - ich kann ihren Unmut gut verstehen 😉
Herrlich eure Tour mitzuverfolgen - danke für die wunderschönen Fotos LG von der Netti
PS: Liebe Gabi Mit den ganzen Nationalparks tue ich mich irgendwie schwer diese zuzuordnen. Ich habe zwar schon etliche Male die Karte studiert, aber ich weiß immer noch nicht so richtig wo welcher Park ist. Mal sehen ob es besser wird, wenn wir nächstes Jahr dort waren. Musste grade herzhaft lachen, genauso erging mir das vor unserer Tour auch. Legt sich aber, wenn du vor Ort bist. So schwierig ist es gar nicht 😉 Freu dich auf die Parks LG Netti
Sehr schöne Wortwahl. Man kann es sich bildlich vorstellen.
Ganz besonders gut gefallen mir die Hippos auf dem Hochufer. Das ist eine wirklich ungewöhnliche Perspektive, die ich selbst bislang noch nicht erleben durfte.
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201606. Okt. 2019 · #168
Guten Abend zusammen, ich freue mich über eure Kommentare. Das motiviert ungemein beim RB-Schreiben!
@ Bele Liebe Bele, vielen Dank für das überaus nette Feedback. Wir freuen uns sehr darüber. Dass der WBNH eine nicht alltägliche Sichtung ist, war uns klar. Dass er so etwas Besonderes ist, haben wir erst jetzt erkannt - und freuen uns noch mehr über die Sichtung. Wir Banausen... 😉
@ Maddy Schön, dass die unsere Tour gefällt - wir haben sie auch sehr genossen. Es waren erfreulich viele Sable-Sichtungen dabei... 🙂 Vielen Dank für die Bestimmungshilfe - der Brownbul wollte mir seinen Namen einfach nicht nennen. 😉
@ Simone Vielen Dank für deine Zeilen, sie haben uns total gefreut. Ich habe in Ndhovu nicht genau auf die Campsites geachtet. Ich weiß, dass in unserer Anwesenheit ein Camper da war. Ganz am Ende der Anlage liegt der Campground. Er ist nicht sehr groß, aber ich weiß nicht, ob tatsächlich nur eine Partei zugelassen wird. Der Campground hat aber einen schönen Blick auf den Fluss und die Buffalo Core Area.
@ Elisabeth Schön, dass du weiterhin dabei bist - und vielen Dank für das bestärkende Feedback. Wir mögen uns nicht über unser Sichtungsglück beklagen - auch wenn (wie bei Peters aktuellem Bericht) ja immer noch mehr zu gehen scheint.
@ Gabi Vielen Dank für deinen Kommentar! Du wirst feststellen, dass es vor Ort nicht schwierig ist, die einzelnen (Teil-)Schutzgebiete zu finden. Zur Tablettenverabreichung: Wir haben für unsere Große die Tabletten in kleine Stückchen zerteilt und sie ihr mit viel Flüssigkeit oder in Nahrungsmittel eingearbeitet verabreicht. Beim Zerschneiden tritt jedoch Wirkstoff aus, diesen Staub hat sie dann vom Teller abgeleckt, so dass sie die volle Dosierung erhalten konnte... Oftmals brauchte es aber mehrere Anläufe, bis selbst Tablettenteile ihren Weg in die Speiseröhre gefunden haben. Freut euch drauf! 😛 Aber eure Jungs sind ja tatsächlich schon viel älter und da werdet ihr die Probleme wahrscheinlich gar nicht haben.
@ Netti Wir waren mit diesem Tag voll und ganz glücklich. Es war sicherlich einer der schönsten Tage der gesamten Tour, denn er hat uns die Tierwelt der Region in wunderbarer Breite vor Augen geführt. Dazu war der Tag außerdem total entspannt - eben ganz ohne Transferfahrten etc. Einfach schön. Zum Glück sind nicht alle Tage so, dann könnte man das Schöne ja gar nicht wahrnehmen... 😉 Von den Hippos waren wir übrigens vielleicht drei bis vier Meter entfernt. Zu nah dran - sagt meine Frau gerade.
@ Topobär Hallo Thomas, die Hippos von schräg unten zu sehen, war wirklich eine spannende Perspektive, die das Fotografen- und Kinderherz aus unterschiedlichen Gründen hat höher schlagen lassen.
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201606. Okt. 2019 · #169
13. Kapitel: Im Tiefsand 29.07.2019
Erneut wache ich als erster der Familie auf und verlasse leise das Zelt. Es ist bitterkalt und der Fluss liegt im Zwielicht des im ersten Ansatz anbrechenden Tages. Das nahe Grunzen der Flusspferde lenkt meine Schritte zum westlichen Ende der Lodge. Ich gehe die sanfte Uferböschung herab und stehe direkt am Flussufer. In zehn Metern Entfernung hält sich eine kleine Flusspferdgruppe auf und lässt immer wieder die Köpfe sehen, nur ihr Schnaufen durchbricht die morgendliche Stille. Auf einer nahen Flussinsel fressen im dichten Busch einige Büffel. Die Stimmung ist wunderbar friedlich.
Langsam geht die Sonne auf – ihre wärmenden Strahlen sind höchst willkommen.
Meine Familie möchte es heute etwas ruhiger angehen lassen und so fahre ich noch vor dem gemeinsamen Frühstück allein auf eine kurze Stippvisite in die Mahango Core Area.
Heute möchte ich die Pad zum Wasserloch fahren, die wir bisher noch nicht kennen. Die Anmeldung am Gate verläuft sehr schnell – wir haben gestern für drei Tage bezahlt und die Dame am Tor kennt mich bereits. Ich biege einige hundert Meter nach dem Tor nach rechts von der Transitstraße ab. Zuerst führt der Weg kurz durch eine offene Ebene, um dann aber ziemlich dauerhaft dichtes Buschland zu durchschneiden. Sichtungen halten sich heute früh sehr in Grenzen. Einzig eine ziemlich scheue Pferdeantilope lässt sich unweit der Straße ablichten.
Zwei Mal durchfahre ich auf dem Weg zum Wasserloch kleinere Tiefsandabschnitte, die das Auto kurz zum Schwimmen bringen, aber insgesamt ziemlich harmlos sind. Ein weiteres Mal – kurz vor Erreichen des Wasserlochs – muss eine etwas längere Tiefsandpassage überwunden werden, die heute früh aber auch ohne Probleme gemeistert werden kann.
Das Wasserloch selbst liegt auf einer kleinen Ebene, deren starke Beanspruchung durch Elefanten deutlich zu sehen ist. Hier wächst kein Strauch mehr, es herrscht braune Ödnis. Leider sind außer einigen Grünmeerkatzen hoch in den Bäumen keine Tiere anwesend und so kehre ich nach kurzer Wartezeit um – ich möchte ja pünktlich zum Frühstück bei meiner Familie in der Lodge sein.
Auf dem Rückweg scheint der Busch erwacht zu sein – vor allem begegne ich jetzt regelmäßig Elefanten, die sich aber durch den dichten Bewuchs, der hier herrscht, wirklich gelungener Aufnahmen verweigern. Daher zeige ich an dieser Stelle nur eines der recht verbuschten Bilder zur Illustration.
Auch Kudus lassen sich im schönen Morgenlicht beobachten.
Den Schluss macht ein (viel zu selten fotografierter) hübscher Impalabock.
Wenig später bin ich zurück auf Ndhovu und werde fröhlich von meinen Lieben begrüßt. Gemeinsam setzen wir uns zum gemütlichen Frühstück auf die Aussichtsterrasse und genießen den Ausblick und das gute Essen – so viele Eier wie im südlichen Afrika essen wir zuhause nie… So vergeht die Zeit wie im Fluge.
Wir spielen gemeinsam auf dem Lodgegelände und genießen die Umgebung. Für den Nachmittag buchen wir einen Ausflug in die Buffalo Core Area – man kann mit dem Boot direkt von der Lodge übersetzen und wird dann am anderen Ufer von einem Gamedrive-Wagen aufgesammelt. Da die Kinder keine rechte Lust haben, vorher nochmal rauszufahren, darf ich nochmals am späten Vormittag allein in den Mahango fahren.
Ich möchte dem Wasserloch eine zweite Chance geben und biege also erneut nach rechts ab. Kurz nach der Einbiegung treffe ich auf eine Herde Pferdeantilopen, die sich nah der Pad lange beobachten lässt. Hier entsteht mein bisheriges Roan-Lieblingsfoto.
Auch auf dem weiteren Weg lassen sich Pferdeantilopen sehen. Heute ist Roan-Tag.
Aufmerksam schaue ich nach links und rechts in den Busch und achte dabei wohl zu wenig auf die Straße. Waren die ersten zwei Tiefsandpassagen wieder kein Problem, so wird mir die dritte und ausgeprägteste zum Verhängnis – denn der Sand ist in der Wärme des Tages um einiges lockerer geworden… 😵
Ich bin für diesen Untergrund zu langsam und zögerlich unterwegs und werde immer langsamer… Dann steht das Auto still und mein Puls geht nach oben. Zum Glück kann ich den Wagen noch einmal durch ein Fahrmanöver befreien. Das bringt mich aber nur wenige Meter weiter und dann ist unglücklicherweise endgültig Schluss. Mitten auf der Tiefsandpassage kurz vor dem Wasserloch stecke ich fest. Blöd. 😣 Ich steige aus und sehe mir die Lage von außen an. So tief ist das Auto noch nicht eingesunken, es ist nicht hoffnungslos. Aber es wird wohl ein wenig dauern… Also zücke ich erstmal mein Handy, um meiner Frau zu sagen, dass sie sich keine Sorgen machen soll. Und was sehe ich: Kein Netz. Auch blöd – ziemlich blöd. 😣
Gut: Ich habe etwa zehn Liter Wasser dabei und auch genug Proviant. Von dieser Seite aus wird kein Problem entstehen. Und bestimmt kommen auch bald andere Fahrzeuge vorbei. Diese lassen aber tatsächlich auf sich warten – am späten Vormittag ist hier nicht viel los. 😵
Sandmatten haben wir keine mitbekommen und so lege ich eine Fahrhilfe aus einigen Ästen, als doch irgendwann ein weiteres Auto vorbeikommt. Der Fahrer gibt mir Anweisungen, aber meine Rampe hilft leider wenig. Stattdessen gräbt sich das Auto weiter ein, vor allem weil sich die Vorderräder nicht mitdrehen, was uns ein Rätsel ist – 4x4 ist einweisungsgemäß mittels Hebel im Innenraum nämlich aktiviert.
Es hilft nichts. Das andere Auto ist zu klein, um mich herausziehen zu können und der Fahrer will schauen, ob am Wasserloch jemand steht, der helfen könnte. Kurz darauf bin ich wieder allein.
Ich vertreibe mir die Zeit damit, den Landcruiser auszubuddeln, der mitgelieferte Klappspaten ist lächerlich klein und so sind meine Hände durch die kleinen spitze Steine im Sand bald ein wenig blutig. Ich beginne zu schwitzen und wenig später bin ich über und über mit Sand und Staub paniert. 😵 Nach und nach lerne ich, dass man den weggeschaufelten Sand in weitere Entfernung befördern sollte – und trotzdem rutscht immer wieder feiner Sand in die frisch ausgehobene Grube nach. Sisyphos lässt grüßen.
Irgendwann kommt ein Fahrzeug aus Richtung des Wasserlochs. Auch dieses kann vor Ort nicht helfen, aber ich kann von den Insassen zum Gate gefahren werden, um dort Bescheid zu geben und vor allem in der Lodge anzurufen. Gesagt – getan. Ich lasse also das Auto notgedrungen zurück und erreiche nach kurzer Fahrt das Gate, wo ich bei der netten Dame zu Canossa gehe. Wir können zum Glück mit ihrem Handy nach einigem Hin und Her die Lodge erreichen, denn mein Telefon hat auch hier kein Netz. Damit ist eine große Sorge aus der Welt. Die Dame verständigt einige Ranger, die mich nach einiger Wartezeit mit ihrem Pickup zum Auto zurückbringen. Die beiden jungen Frauen sind sehr zuversichtlich, dass sie den Wagen in kurzer Zeit befreit haben werden. An Ort und Stelle lassen sie erstmal viel Luft aus den Reifen und versuchen dann, den Wagen herauszufahren, so wie ich es vorher auch versucht habe. Leider haben auch sie wenig Erfolg. Immer weiter gräbt sich das Auto ein, immer wieder müssen wir buddeln. Das Spiel wiederholt sich einige Male. Insgesamt verschlechtert sich die Lage durch diese Manöver aber eher noch weiter. 😵 Dann machen wir einen Versuch, den Landcruiser mit ihrem Fahrzeug herauszuziehen. Leider scheitert auch dieser. 🙁 Eine der beiden Damen fährt schließlich zurück zum Gate, um Verstärkung zu holen. Ich bleibe mit der anderen Rangerin am Wagen – wir buddeln gemeinsam und setzen uns irgendwann in den Schlagschatten des Autos, um uns ein wenig zu unterhalten. Nach einer langen Zeit kommt die Verstärkung. Ein erfahrener Ranger schaut sich die Lage an und bemerkt recht bald, dass die Differentialsperre des Landcruisers nicht eingeschaltet ist – ich wusste leider gar nicht, dass man dies an den Vorderrädern tun kann / muss. Und auch keiner der anderen hatte diese Expertise. 😵 Hier hätte ich mir eine genauere Einführung bei Übernahme des Fahrzeugs gewünscht. Über den Einschalthebel im Inneren des Fahrzeugs hinaus wurde 4x4-technisch nichts Weiteres erläutert. Und in meinem Anfängertum habe ich natürlich auch nichts vermisst… 😊 Mit eingeschaltetem diff. lock hat der Landcruiser erkennbar mehr Grip. Wir buddeln und bauen erneut eine Rampe aus Zweigen und nach einigen dramatisch sandaufwirbelnden Versuchen ist das Auto tatsächlich frei und ich habe ganz weiche Knie (auch jetzt noch beim Schreiben...). Glücklich fallen wir uns in die Arme und jubeln gemeinsam. Ein schöner Moment der Gemeinschaft am Ende dieser Strapaze. 🙂 Bald fahren wir im Konvoi weiter zum Wasserloch, um dort zu wenden. Die am Morgen noch leere Ebene ist, als wir sie erreichen, kaum wiederzuerkennen, denn sie ist über und über mit Elefanten gefüllt. Ich empfinde die Situation durch meine Anspannung als recht bedrohlich und eigentlich möchte ich auch nur noch weg. Die Dickhäuter sind mir in meinem aktuellen Zustand einfach viel zu nah. Ich mache also einige wenige Aufnahmen zur Dokumentation. Für das Einfangen der Gesamtsituation habe ich leider nicht das passende Objektiv dabei.
Ich fahre alsbald hinter dem Rangerfahrzeug in Richtung Gate. Auf etwa halber Strecke kommt mir ein Fahrzeug entgegen, in dem ich meine Frau und die Kinder erkennen kann. Sie sind mit Lodgemanager Frank in den Park gefahren, um zu schauen, wie die Lage ist. Da seit meinem Anruf schon viel Zeit verstrichen ist, haben sie sich größere Sorgen gemacht.
Am Gate fallen wir uns in die Arme und eine riesige Anspannung fällt von mir ab. Erleichterung und Scham gehen eine besondere Paarung ein. Die letzten Stunden waren ein Abenteuer, das ich so bald nicht nochmal erleben muss (das aber seltsamerweise zu den Erlebnissen der Reise gehört, die wir am häufigsten in unserem Umfeld erzählen…).
Wir fahren kurz zum Rangerhauptquartier, das sich kurz vor dem Gate befindet. Ich bedanke mich ganz herzlich bei meinen Helfer*innen und wir verabschieden uns voneinander.
Die gesamte Aktion hat etwa vier Stunden gedauert – an den Gamedrive in die Buffalo Core Area am frühen Nachmittag ist nicht mehr zu denken. 🙁 Zum Glück nimmt mir das meine Familie nicht übel und ich werde von allen dreien sehr liebevoll aufgefangen. Die Kinder schenken mir kleine Spielzeuge zur Aufmunterung und ich stelle mich – endlich in der Lodge angekommen – unter die wohltuende Dusche. Ein kleiner Trost ist zudem eine Elefantenherde, die sich am gegenüberliegenden Ufer zeigt.
Nach einiger Zeit der Erholung verschieben wir den Buffalo Core Besuch auf den folgenden Morgen und beschließen den späten Nachmittag nochmal auf der Flussseite des Mahango zu verbringen. Ich muss auf jeden Fall heute noch einmal fahren, um meiner aufgekommenen Unsicherheit entgegenzuwirken und uns allen ist es wichtig, dass wir an diesem Tag noch ein paar positive Erlebnisse sammeln, die die Waage in ein gesünderes Gleichgewicht bringen. Und so brechen wir kurz nach 16 Uhr noch einmal zu einem kurzen Gamedrive auf…
YAYawa109 Beiträge · seit 201107. Okt. 2019 · #170
Hallo Sascha, allzugut konnte ich mich in deine Lage versetzen, hab ich doch jedes mal die Luft angehalten, als wir auch im Juli diese sandpassage durchfuhren. Gott sei dank immer ohne Probleme. Dafür haben wir aber am wasserloch auch immer nur ein paar Meerkatzen und nicht diese Riesen Elefantenherden gesehen. Ausgleichende Gerechtigkeit. Danke für deinen tollen Bericht und liebe Grüße Yawa
Hallo Sascha , auch wenn wir uns nicht festgefahren haben , kann ich deine Situation sehr gut nachvollziehen . Wir sind letztes Jahr von " unten " Richtung Wasserloch gefahren und die Strecke wurde immer sandiger und enger . Da es schon seht spät war , haben wir die 1. Gelegenheit genutzt , zur Hauptstraße zu fahren - sind also noch nicht mal am Wasserloch gewesen . ( nachzulesen in meinem RB ) . Das mit dem Erzählen von Missgeschicken kann ich so nur bestätigen - unsere Berichte vom diesjährigen Irlandurlaub beginnen immer mit den 2 Missgeschicken mit dem gemieteten WOMO und den Verlust meines Mannes bei Ankunft in Frankreich - wir mussten die Fähre verlassen und mein Mann war noch nicht im Auto . Er wurde von der Security aufgegriffen , Ausweis wurde abgenommen - wir keinen telef. Kontakt usw. Die " Familienzusammenführung " hat über 1 Stunde gedauert . Aaaaber wie sagt man so schön ? Wenn einer eine Reise tut …. Nun hoffe ich , daß der Nachmittag im Mahango euch nach dieser Aufregung entschädigt hat . Freue mich auf die Fortsetzung . LG Conny
Namibia zum 1.
Elefantenrunde
Abschied für immer
Auf neuen Wegen ins Kaokoveld (hummeldumm?")
[url//namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/306123-der-kreis-hat-sich-geschlossen-bot-nam.
Netti59847 Beiträge · seit 201507. Okt. 2019 · #172
Guten Morgen lieber Sascha, von DEM Erlebnis wirst du in den nächsten Jahren sprechen und es wird dir jedes mal ein Lächeln übers Gesicht huschen. 😉 Puuuhhh, ich hätte einen Herzkasper bekommen. Musste schmulzeln, als du deinen Proviant aufgezählt hast, beruhigt irgendwie, oder? 😁 Ja die Gegend ist nicht Ohne, wie schon geschrieben gab es auch bei uns die ein oder andere sandige Situation. Das sieht alles nicht so schwierig aus, aber einmal falsch gehandelt, schon ist es passiert. Zum Glück ist alles gut ausgegangen, sowas von gut 🤩 die riesige Herde am Wasserloch ............... das die zum Frühstück kommen, dass hättest du mir berichten müssen 😉 . Hach, klasse. Das du dafür keine Augen mehr hattest - ich kann´s verstehen. 😉
Ich jedenfalls bin jetzt wach 😉 und starte in die Woche LG Netti
Applegreen1'796 Beiträge · seit 201407. Okt. 2019 · #173
Hallo Sascha,
leider fehlt mir im Moment meistens die Zeit für das Forum und ich spicke nur gelegentlich mal rein. Und das dann auch meist nur überfliegend 😣 😗
Aber ich wollte mich ohnehin schon längst mal melden, was Euer Sichtungsglück betrifft 🤩 ! Da habt Ihr mal wieder ordentlich abgeräumt - soviel habe ich auf allen unseren Reisen ins südliche Afrika zusammen noch nicht auf die Festplatte gebannt.
Dein kleines Missgeschick im Tiefsand ist ja glücklicherweise gut ausgegangen 🤪 Zumindest scheint die Aussicht auf Hilfe in der Gegend nicht ganz so gering zu sein - und ich kann mir sehr lebhaft vorstellen, wie Dir da ganz alleine zumute war 😮
Aber dieses Erlebnis wird Dir sicherlich mindestens ebenso prägnant in Erinnerung bleiben, wie die schönste und spektalulärste Tiersichtung 😎
An dieser Stelle ein kurzes Zwischendurch-Danke für den Bericht 😘 !
Martina56573 Beiträge · seit 201407. Okt. 2019 · #174
Lieber Sascha,
welch ein Erlebnis im Mahango. Ich fühle mit Dir. In der Tat, ist die Strecke zum Wasserloch stellenweise tiefsandig.
Als wir kamen, rückten die Elis gerade ab. Wir haben jedoch lange Zeit an diesem Wasserloch verbracht. Di Lady am Eingang gab uns den Tipp, man solle Nachmittags hinfahren, dort gäbe es immer viele Giraffen. Vielleicht beim nächsten Mal 🙂
Zum Glück ist nichts weiter passiert und Du konntest Deine Familie wieder wohlbehalten in die Arme schließen.
Jetzt freue ich mich auf die Tour in den Buffalo Core NP.
Flash20101'425 Beiträge · seit 201507. Okt. 2019 · #175
Hallo Sascha,
Mensch, was machst du bloß für Sachen 😮 Gott sei Dank ist alles gut gegangen und zum Glück waren deine Mädels im Camp. Immerhin hast du jetzt eine Story, die du wahrscheinlich noch in einigen Jahren zum Besten geben kannst. Schade, dass ihr deswegen euren Nachmittagsausflug verpasst habt, aber das ist nach diesem Schreck-Erlebnis wohl eher zweitrangig.
Jetzt hoffe ich aber auch eine Pannenfreie Weiterfahrt 😎
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201608. Okt. 2019 · #176
Guten Morgen zusammen, vielen Dank für die rege Anteilnahme an diesem abenteuerlichen Tagesgeschehen.
@ Yawa Wenn ich mir aussuchen könnte, ob ich statt im Sand zu stecken auf die Elefantenherde verzichten müsste, wüsste ich, wofür ich mich entscheiden würde. 😉 Schön, dass du noch dabei bist!
@ Conny Das ist ja auch eine unschöne Geschichte, die du da berichtest! Gerade, wenn man keinen Telefonkontakt hat und nicht weiß, was los ist... Toll, dass ihr Leoparden im Caprivi gesehen habt - wir hatten in der Region leider kein Katzenglück.
@ Netti Das war wirklich keine vergnügungssteuerpflichtige Situationen, sie hat mir aber mal wieder vor Augen geführt, dass man tatsächlich in der Wildnis unterwegs ist mit allem drum und dran. Unter anderen Umständen wäre die Elefantenbegegnung sicher schöner gewesen...
@ Sabine Schön, dass du dich wieder meldest! Wir sind mit unserer Sichtungsfee zufrieden und werden sie erst in Kasane mit Konnis Bestechungstrunk dopen müssen. Aber wenn ich mir eure alten Berichte aus Etosha und Co ansehe, dann habt ihr doch auch eine ganz wunderbare Sichtungsbilanz!
@ Martina Ich habe die Strecke unterschätzt, da sie in den frühen Morgenstunden so gut zu befahren war. Und es kam erschwerend dazu, dass ich allein unterwegs war und kaum auf die Straße geachtet habe, da ich ja im Spotting-Modus war. Schön blöd. 😣 Aber du hast recht - zum Glück ist nichts passiert. Vor der Buffalo Core Area gehts heute erstmal zur Abschiedstour in den Mahango.
@ Laura Ich war auch sehr froh, dass die Kinder nicht dabei waren. Es war zwar blöd, dass wir nur so schwierig kommunizieren konnten, aber bei der Hitze so lange gemeinsam im Auto auszuhalten, das wäre weit unentspannter gewesen. Dass wir auf die Buffalo Core Area am Nachmittag verzichten mussten, hat mich schon gewurmt, da die Lodge den Ausflug explizit am Nachmittag empfiehlt - wahrscheinlich weil dann mehr Elefanten am Fluss sind. Aber tatsächlich hält sich der Elefantensichtungsdruck, wenn man in der Region unterwegs ist, ja glücklicherweise in Grenzen. 😉
Irgendwann heute gehts dann weiter mit der Abschiedsrunde durch die Mahango Core Area. Bis dahin alles Gute Sascha
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201608. Okt. 2019 · #177
Fortsetzung
Unser kurzer Nachmittagsgamedrive führt uns auf die Flussseite des Mahango. Auf die Pad zum Wasserloch habe ich aus naheliegenden Gründen wenig Lust… 😵
Die Flutebenen liegen am späten Nachmittag in einem schönen Licht und so freuen wir uns darüber, dass wir alsbald erneut auf die zwei Klunkerkraniche treffen. Auf den Turnouts fährt jetzt aber stets die Angst mit, sich erneut festzufahren. 😐 Glücklicherweise geschieht nichts dergleichen. 🙂
Sehr viel näher als die Kraniche präsentiert sich dieses Red-Billed Spurfowl.
Als wir unseren Weg vorbei an einigen im besten Gegenlicht stehenden Tsessebes fortsetzen, entdecken wir einen juvenilen African Harrier-Hawk (Gymnogene) in einem Baum. (Danke Bele!) Die Lichtverhältnisse sind nicht sehr gut, aber wir freuen uns (rückblickend) trotzdem über diese (unverhoffte) Erstsichtung.
Auf den Floodplains ist noch immer viel los. Viele White-Faced Whistling Ducks halten sich hier auf. Und auch Lechwe und unsere ersten Riedböcke dieser Tour lassen sich sehen.
Wir steigen aus dem Auto aus und genießen die Ruhe der uns umgebenden Natur, während unsere Kleine einmal mehr einschläft…
Der große Baobab liegt zu dieser Tageszeit in einem wunderschönen Licht.
Am nahen Picknickplatz treffen wir auf eine Pavianfamilie und genießen den Blick über den grünen Uferbewuchs. Ist das schön hier! Da sind die Strapazen der vergangenen Stunden bald vergessen.
Auf dem Rückweg treffen wir auf einige Büffel, die nah an der Pad grasen. So nah sind wir auf dieser Tour diesen Tieren noch nicht gekommen.
Ein juveniler Gaukler bildet den Abschluss unserer heutigen Vogelschar.
Und kurz vor der Ausfahrt aus dem Park lassen sich noch Zebras im goldenen Licht des ausklingenden Tages blicken. Schön.
Insgesamt verleben wir nochmal eine schöne Zeit im Mahango, die uns Lust darauf macht, irgendwann wieder hierher zurückzukehren.
Wir verabschieden uns von der Dame am Gate und steuern Ndhovu an. Einmal mehr genießen wir das Abendessen und ärgern uns mit den Malaria-Tabletten herum.
Dann geht es bald ins Zelt und es heißt: Gute Nacht.
Am nächsten Tag haben wir ein volles Programm: Am Vormittag holen wir den Gamedrive in der Buffalo Core Area nach, um danach gen Kongola zum Mukolo Camp zu fahren. Dort habe ich für 15 Uhr eine Bootstour auf dem Kwando gebucht. Darauf freuen wir uns schon sehr, haben wir doch im Vorfeld viel Gutes über die dort angebotenen Touren gehört.
Champagner8'702 Beiträge · seit 201008. Okt. 2019 · #178
H.Badger schrieb:
Hallo Sascha, nur kurz - ich hab noch gar nicht fertig gelesen: das ist kein Long-crested Eagle, sonder ein juveniler African Harrier Hawk (Höhlenweihe). Wenn es dich tröstet: auf diesen Greif warte ich schon lange!!
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201608. Okt. 2019 · #179
Hallo Bele, vielen Dank für die Korrektur - das erklärt, warum der Vogel nicht so ganz zu der Abbildung im Sasol passen wollte... 😉 Eine Gymnogene ist aber auch eine Erstsichtung für uns, daher bleibt die Freude uneingeschränkt erhalten. Vor allem, weil ein weiteres (adultes) Exemplar, das wir am Folgetag gesehen haben, sich einem Foto verweigert hat.
Champagner8'702 Beiträge · seit 201008. Okt. 2019 · #180
H.Badger schrieb:Hallo Bele, das erklärt, warum der Vogel nicht so ganz zu der Abbildung im Sasol passen wollte... 😉
Ja, manchmal widersetzen sie sich einfach, diese Biester 😄 😄 😄
Im letztem Kapitel hab' ich kräftig mitgeschwitzt - boah, genau die Situation, die man echt nicht brauchen kann 😣 . Wie schön, dass bei diesem Versuch alles glatt ging (unter Vermeidung des Wasserlochs 😉 ).
Vielen Dank 😘 für die schöne Ablenkung vom grauen und manchmal auch ärgerlichen Alltag 🙄 !