H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201626. Sept. 2019 · #141
Hallo Ulrich,
schön, dass dir der Bericht gefällt. Auch als gesamte Familie müsst ihr für eure Kinder zwingend eine internationale Geburtsurkunde mitführen. Ggf. kommt ihr ohne diese in Deutschland erst gar nicht in das Flugzeug... Wenn man allein mit Kindern reist, braucht man zusätzlich noch die schriftliche Einverständniserklärung des anderen Elternteils.
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201626. Sept. 2019 · #142
11. Kapitel: Endlich Caprivi 27.07.2017
Den heutigen Tag lassen wir sehr ruhig angehen. Nach einer recht erholsamen Nacht zu viert im Doppelbett genießen wir erstmal unser Häuschen und seine schöne Umgebung. Die Kinder werden von der Farmhunden begrüßt und sind damit schonmal sehr zufrieden. Das Frühstück schmeckt uns gut und so langsam packen wir schließlich unsere Sachen zusammen, denn heute haben wir mit rund 400 Kilometern die längste Etappe unserer Reise zu absolvieren. Auf der Fahrt über das Farmgelände fällt uns die Sandigkeit der Pad viel weniger auf als am Vortag. Der Einfluss der Tagestemperatur auf die Beschaffenheit des Bodens ist doch enorm. Das werde ich in einigen Tagen noch leidvoll erfahren… 😣
Bald biegen wir wieder auf die B8 ein und los geht es gen Nord-Osten. Die Veterinärkontrolle ist in dieser Reiserichtung schnell durchfahren und schon haben wir das „andere“ Namibia erreicht. Vorbei an kleinen Dörfern, ihren Bewohnern und deren Vieh (Goat- bzw. Beef-Drive) fahren wir nach Rundu, wo wir eine kurze Rast einlegen. Dem Rummel der Stadt wollen wir aber bald wieder entfliehen und so setzen wir den Weg auf der B8 fort.
Haben zu Beginn der heutigen Fahrt die Dörfer eine gewisse Abwechslung für das Auge geboten, so ist der weitere Weg im Verlauf eher langweilig und wir sind froh, als wir am Nachmittag in Divundu eintreffen. Auch hier halten wir nur kurz an der Tankstelle für Diesel und ein Eis und biegen bald in Richtung der Ndhovu Safari Lodge ab.
Hmmm, was wünschen wir uns für die Tage im Caprivi? - Sable- und Roansichtungen stehen auf jeden Fall an erster Stelle. Von beiden Antilopenarten sind uns bei unserem letzten Aufenthalt keine wirklich schönen Aufnahmen gelungen. Und beide Arten haben wir seit zehn Jahren nicht mehr beobachten können. - Otter wären auch toll! - Einen Malachite Kingfisher würden wir auch gern wiedersehen, der ist schließlich unser Lieblingsvogel. - Und Fischuhus! Und Sitatungas! (um die Ansprüche an die Sichtungsfee etwas zu strapazieren… 😉 )
Nach etwa 20 Kilometern erreichen wir unser Ziel, an dem wir die nächsten drei Nächte verbringen werden. Vor zehn Jahren haben wir die Ndhovu Safari Lodge zum letzten Mal besucht und sind entsprechend gespannt. Seitdem hat sich in der Region einiges verändert – vor allem ist die ein oder andere Unterkunft dazugekommen… Ndhovu selbst ist auch etwas gewachsen – früher gab es hier (glaube ich) nur sechs feste Safarizelte. Heute hat sich die Zahl etwa verdoppelt, was die Lodge trotzdem noch klein und überschaubar sein lässt.
Die Zelte stehen in einer Reihe direkt am Ufer des Okavango und bieten von ihrer kleinen Veranda einen wunderbaren Ausblick auf den Fluss und die Buffalo Core Area, die sich am gegenüberliegenden Ufer erstreckt.
Und hier liegt meiner Ansicht nach auch ein enormer Pluspunkt dieser Lodge: Am anderen Ufer lassen sich in schöner Regelmäßigkeit spannende Tierbeobachtungen machen, während das Gate der Mahango Core Area am diesseitigen Ufer nur etwa vier Kilometer von der Lodge entfernt ist und man so innerhalb weniger Minuten im Park sein kann. Wir werden von Frank und Ralf, den neuen Besitzern der Lodge, sehr freundlich empfangen. Während wir auf die Aussichtsterrasse treten, sehen wir am gegenüberliegenden Ufer bereits eine kleine Herde Elefanten trinken. Ein schöner Willkommensgruß – nur leider ist die Kamera noch gut verstaut im Auto… 😵
Es ist kurz vor 16 Uhr und wir sind für weitere Aktivitäten an diesem Tag zu müde. Also beschließen wir, für den morgigen Tag eine Bootsfahrt am Nachmittag zu buchen und am Vormittag auf eigene Faust in die Mahango Core Area zu fahren. Heute bleiben wir einfach mal im Camp und lassen die Seele baumeln.
Wir genießen den Ausblick auf den Fluss und stromern auf den Wiesen der Lodge herum. Dabei gelingt immerhin ein Beweisfoto eines Goldbugpapageis – für uns eine Erstsichtung.
Dann erfrischen wir uns auf dem Aussichtsdeck und unterhalten uns ein wenig mit Ralf und Frank über ihr Leben auf der Lodge.
Als Beifang können wir einen Schreiseeadler bei der Jagd ablichten.
Als die Sonne schon hinter dem Horizont verschwindet, entdeckt unsere Große im Fluss schließlich zwei Otter, die meine Frau zum Glück noch schnell auf der Speicherkarte verewigen kann. 🙂 Damit ist ein Sichtungswunsch schonmal von der Liste gestrichen – auch wenn ich die Tiere nur vom Foto kenne. 😐
Das Abendessen wird gemeinsam mit dem Management und den anderen Gästen in der Lapa eingenommen. Von den Köchinnen wird die Mahlzeit zweisprachig vorgestellt. Vor- und Nachspeise werden serviert. Der Hauptgang erfolgt in Buffetform. Alles ist sehr schmackhaft und wird auf Porzellan gereicht, das die unterschiedlichen Vertreter der afrikanischen Fauna als Dekor trägt – das ist vor allem für unsere Kleine ein wichtiges Detail, denn sie möchte fortan nur noch von Tellern essen, auf denen entweder ihr Lieblingstier Oryx oder wenigstens einer ihrer Verwandten (Sable oder Roan) auftaucht. Und was uns dazu bringt, den Tellerstapel bei den Mahlzeiten immer wieder mit Engelsgeduld zu durchforsten… 🤪
Auch geht es nun so richtig los mit der Malariaprophylaxe (nachdem das auf Wildacker seltsamerweise problemlos gelaufen ist)… Man glaubt im Vorfeld gar nicht, wie klein man diese Tabletten schneiden kann und in welchen Nahrungsbestandteilen man Verstecke für deren Überreste suchen muss… Am Ende gelingt die Einnahme – die Prozedur weckt aber bereits Vorfreude auf die kommenden Abende… 😉
Gut gesättigt und erledigt von der langen Fahrt geht es bald ins Zelt. Wir machen die Schotten dicht, um die kalte Nachtluft so lange wie möglich auszusperren, übersehen dabei aber die geöffneten Klappen über den Moskitonetzen. Das werden wir gegen ein Uhr in der Nacht noch bereuen – denn es wird bitterkalt sein… 😵 Vorher genießen wir aber die Geräusche, die durch die Zeltplanen zu uns hineindringen. Ganz nah grasen Flusspferde – wir lauschen dem Grasrupfen und dem Grunzen der Tiere. Okavango – wie ist es schön wieder hier zu sein. 🙂
Martina56573 Beiträge · seit 201426. Sept. 2019 · #143
Lieber Sascha,
jetzt werden bei mir neuere Erinnerungen wach. 🙄 Hattet Ihr auch einen der renovierten Zelte? Mir ist die Zeit in der Lodge auch in sehr guter Erinnerung. Aber mit der Vogel-Ablichterei war ich nicht so erfolgreich, wie Du. 😁 Da muss ich noch ein wenig üben. Jetzt bin ich gespannt, was Ihr im Mahango so alles erlebt habt. Die zwei Game Drives dort sind mir auch in sehr guter Erinnerung. Die Vielfalt der Antilopen ist ja dort sensationell. 🤩
Ganz liebe Grüße und ich freue mich auf die Fortsetzung
Luigi15411 Beiträge · seit 201926. Sept. 2019 · #144
Guten Abend Sascha - Otter zu sehen, dann auch noch zu fotografieren - wirklich super; bei mir sind die immer nur vorbeigehuscht - da den Fotoapparat bereit zu halten, da gehört etwas dazu! Freue mich auf den Bericht vom Caprivi - für mich auch einer der schönsten Bereiche Namibias! Einen schönen Abend, Peter
Netti59847 Beiträge · seit 201527. Sept. 2019 · #145
Guten Morgen lieber Sascha,
hach endlich im Caprivi 🙂 es ist schön zu lesen, dass es euch nach dem gruseligen Erlebnis die Laune nicht verhagelt hat. Ich musste leicht grinsen, wie du über die Eintönigkeit der B8 berichtest. 😉 Hey deine Sichtungsfee bemüht sich redlich, die Liste abzuarbeiten. Was mir auffällt, dass der Okavango ein paar Kilometer weiter deutlich breiter ist, als an der Shametu Lodge. Schreiseeadler auf Beutefang - ok für mich ein Highlight, für dich mal eben so nebenher 😁 😁 und dann noch die Otter, ja ja mach nur so weiter 😉 😄 😄
Übrigens bin ich ganz bei deiner Tochter, ich würde auch nur von einem Oryx Teller essen oder 😗 😗 einen Elefantenteller wählen 😎
Danke für den super geschriebenen RB, es macht riesen Spaß mit euch zu touren. Bin richtig auf deine Ausflüge gespannt. Hau in die Tasten ................... LG und schönes Wochenende wünscht die Netti
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201628. Sept. 2019 · #146
Guten Morgen zusammen!
@ Martina Ndhovu war auf der Tour eine der schönsten Unterkünfte. Die Bäder der Zelte waren tatsächlich generalüberholt. Und es herrschte eine wirklich gute Atmosphäre, vom tollen Blick auf den Fluss ganz zu schweigen. Mahango fanden wir großartig - wie du es schreibst: Es herrscht ein Abwechslungsreichtum bei Antilopensichtungen, der schon seinesgleichen sucht.
@ Peter Ja, zum Glück war meine Frau sehr flott mit der Kamera und konnte die Otter noch festhalten. Ich habe sie ja leider gar nicht gesehen. 🙁 Wirklich gute Otterfotos sind uns in Afrika leider noch nie gelungen - dafür waren die Kerlchen stets zu schnell und die Lichtbedingungen zu schlecht. Da sind die Seeotter Nordamerikas schon wesentlich kooperativer...
@ Netti Was das Touren auf de B8 angeht, decken sich unsere Einschätzungen tatsächlich ziemlich. 😉 Der Fluss ist in Höhe der Lodge, die ja kurz vor dem Mahango liegt, tatsächlich schon recht breit. Das lässt ihn auf dieser Höhe zu einem guten Lebensraum für Flusspferde werden. Auf das Berichten über die Ausflüge in die Parks freue ich mich auch - wir haben im Unterschied zu euch zwar keine Löwen vor die Linse bekommen - aber waren trotzdem sehr zufrieden mit unseren Sichtungen.
Flori761 Beiträge · seit 201028. Sept. 2019 · #147
Hallo, Sascha ( und auch an alle Camper ),
in der Ndhovu Safari Lodge gibt es auch eine große schattige Campsite , am Ende des Geländes, mit Blick auf das gegenüberliegende Ufer. Dort war ständig etwas los. 🙂 Am ausgezeichneten Dinner konnten wir vier Camper auch teilnehmen - gemeinsam mit Frank, Ralf und den anderen Gästen.
Ich kann Ndhovu auch nur empfehlen.
Gruß Doro
~ Africa is a feeling ~
YAYawa109 Beiträge · seit 201128. Sept. 2019 · #148
Hallo Sascha, jetzt muss ich mich auch mal zu Wort melden. Wir waren 1998 das erste mal in Ndhovu und seitdem habe ich mir jedes mal zwei/drei Teile von dem schönen Geschirr gegönnt und wir freuen uns zu Hause jeden Tag über das Geschirr und denken gerne an Ndhovu. Um so mehr freut es uns, dass auch unter den neuen Besitzern die familiäre Athmosphäre erhalten bleibt. Vielen Dank für Deinen schönen Reisebericht, wir haben im Juli auch in etwa dieselbe Reise gemacht. Liebe Grüße Yawa
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201628. Sept. 2019 · #149
@ Flori Danke für die Ergänzungen! Darüber hinaus bietet die Lodge auch ein paar kleine Häuschen und ein Hausboot. Es ist wirklich ein ganz wunderbarer Ort.
@ Yawa Wow - 1998 - das ist ja schon eine ganze Zeit her! Da war es in der Region wahrscheinlich noch etwas anders. Ich wusste auch gar nicht, dass man das Geschirr in Ndhovu hätte käuflich erwerben können. Dann hätten wir bestimmt einen Oryx-Teller als Souvenir mitgenommen... Ich hoffe, ihr habt eure Reise im Juli in ähnlichem Maße genießen können wie wir!
Beste Grüße Sascha
PS: Morgen schaffe ich es wohl, ein neues Kapitel einzustellen.
Wir hatten für einen Mexiko Urlaub, wo auch viel Abzocke und Korruption herrscht, ein entsprechendes Formular dabei, dass der Polizist dann ausfüllen sollte. Darauf stand, dass man nichts sofort zahlen muss und man sollte den Namen des Polizisten notieren. In Yucatan wurden wir häufiger angehalten; mit dem paper fühlten wir uns vorbereitet. Gibt es sowas auch für Namibia? Was wäre passiert, wenn man sich doof stellt und einfach weiter gefahren wäre...?
Strelitzie2'847 Beiträge · seit 201129. Sept. 2019 · #151
Hallo Sascha,
nun bin ich Deinen Damen und Dir doch endlich hinterher gereist.... und es hat sich ja wieder mächtig „gelohnt“! Wow, was für Begegnungen – mein absoluter Favorit ist der wunderschöne Leo. Es macht wieder viel Freude, Euch zu begleiten, an Euren Kindern zu sehen, wie schnell die Zeit vergeht. Nun hoffe ich, dass so unschöne Begegnungen wie das unlautere Abkassieren sich nicht wiederholen.
Viele Grüße Christina
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201629. Sept. 2019 · #152
@ yvy Ein solches Papier gibt es meinem Kenntnisstand nach nicht. Einfach so weiterfahren wäre uns nicht eingefallen... Eine Verfolgungsjagd finde ich als Perspektive unattraktiv...
@ Strelitzie Liebe Christina, schön, dass du uns "nachgereist" bist! Der Leopard war tatsächlich ein besonderes Erlebnis. Ganz so große Tiefpunkte wie den Polizeistopp wird es nicht mehr geben, wenn auch lange nicht alles glattgehen wird...
Noch heute geht's hier weiter. Versprochen. Liebe Grüße Sascha
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201629. Sept. 2019 · #153
12. Kapitel: Antilopentag am Okavango 28.07.2019
Kurz vor Sonnenaufgang wache ich nach frösteliger Nacht auf und verlasse leise das Zelt, um im Camp auf Vogelpirsch zu gehen.
Dabei kommen mir im Licht des anbrechenden Tages vor allem Weißbrauenröteln vor die Linse.
Langsam geht am gegenüberliegenden Ufer die Sonne auf und taucht die Welt in ein wunderschönes Licht. In der friedlichen Morgenstimmung trinken einige Wasserböcke im Fluss. Es ist einfach herrlich. 🙂
Löffler fliegen vorbei.
In den Bäumen am Ufer sitzen Hartlaub’s Babbler, Little Bee-Eater und Burchell’s Starling und wärmen sich in der aufgehenden Sonne.
Nach und nach wird meine Familie wach und wir erkunden die Gegend gemeinsam. Vor allem von den ganz nahen Flusspferdspuren sind die Kinder tief beeindruckt. Bald machen wir uns auf zum gemeinsamen Frühstück auf der Aussichtsterrasse. Der Ausblick ist toll, das Essen ebenso.
Gut gesättigt brechen wir bald auf in die nahe Mahango Core Area – wir freuen uns auf den Besuch, hat der kleine Park uns doch vor zehn Jahren ganz besonders gut gefallen. Nach kurzer Anfahrt erreichen wir das Gate. Von einer netten Dame bekommen wir die (überschaubaren) Pads im Park erklärt. Für den heutigen Tag entschließen wir uns die Flussseite zu erkunden.
Gleich hinter der Abbiegung von de Transferstraße werden wir von einem Trupp Grünmeerkatzen empfangen.
Wenig später lässt sich eine junge Giraffe blicken.
Auf den Floodplains des Okavango ist eine Menge los – nur leider liegen sie in den Morgenstunden in sehr ungünstigem Gegenlicht und so ist es ein wenig anstrengend die zahlreichen Lechwes, Impalas, Warzenschweine, Flusspferde, Krokodile und Wasservögel zu beobachten. Auch wirklich schöne Fotos entstehen unter diesen Bedingungen nicht. Trotzdem ist es ganz toll zu sehen, wie hier das Leben tobt. 🙂
Wir fahren an einem kleineren Baobab vorbei und erreichen einmal mehr die Uferzone.
Hier steht ein großer Baobab, der wohl auf den Fotos aller Reisender verewigt ist, die den Park besuchen. Zu dieser Tageszeit lässt sich der Baum aber nur von der Flussseite aus sinnvoll fotografieren – gut, dass man hier das Auto verlassen kann.
Erneut sehen wir viele Lechwes auf den Floodplains. Und ganz nah an unserem Auto lässt sich eine Lesser Striped Swallow ablichten.
Nach kurzer Weiterfahrt können wir (zur Abwechslung einmal auf der richtigen Lichtseite) einige Zebras beobachten. Auch zeigen sich zu unserer großen Freude eine Tsessebe-Antilope und ein weiblicher Buschbock, der typisch für die in der Region vorkommenden Tiere, auffällig gemustert ist. Auch Büffel lassen sich sehen – sie sind aber im hohen Gras eher zu erahnen als wirklich zu erkennen – und so lassen wir die Kamera hier ruhen.
Im Ufergras in der Nähe des Kwetchi Picknickplatzes entdecken wir einen juvenilen Squacco Heron, für uns eine Erstsichtung.
Hier ist der Weg am Ufer an seinem Ende angelangt und man kann sich entscheiden, ob man auf der Transitstraße zurückfährt (auf der man laut der Dame am Tor wenig Sichtungen haben wird) oder ob man die gleiche Straße am Fluss zurückfährt, die man gekommen ist. Wir bleiben natürlich am Fluss. 🙂
Die Entscheidung ist richtig, denn bald sehen wir unsere ersten Pferdeantilopen. Leider ziehen sie sich bald zurück und die Sichtung erfolgt in schlechtem Licht… Wir freuen uns trotzdem.
Als wir schon auf den offenen Ebenen in der Nähe des Gates sind, sehen wir in recht großer Entfernung einen Sable-Bullen ziehen. Toll! Jetzt haben wir schon beide Wunschantilopen gesehen – zwar sind die Bedingungen noch ausbaufähig – aber immerhin! 😁
Überhaupt kommt uns jetzt viel Wild entgegen. Den Anfang macht eine Giraffe, gefolgt von einer Pferdeantilope und dann dem unverhofften Höhepunkt der Ausfahrt: Uns begegnet eine etwa dreißig Tiere zählende Rappenantilopenherde. Wir sind ganz aus dem Häuschen – genau so etwas haben wir uns gewünscht! Wir bleiben lange stehen und beobachten die langsam vorbeiziehenden Tiere begeistert. 😄
Kurz darauf können wir in weiter Ferne noch einige Elefanten und nochmal etwa zwölf Pferdeantilopen ausmachen.
Ein schöner Abschluss dieser wunderbaren Morgenausfahrt. Wir sind nach zehn Jahren Abstinenz wieder sehr begeistert vom Mahango! 🙂
Nach wunderbar kurzer Transferfahrt sind wir gegen Mittag in der Lodge zurück. Nach der Mittagspause wollen wir nochmal kurz in den Park zurückfahren (man wohnt ja schließlich quasi vor der Haustür...) und dann geht's am Spätnachmittag auch noch aufs Boot. Wir sind gespannt.
Hallo Sascha, wooow...... das war ja wirklich ein toller Antilopentag mit zauberhaften Aufnahmen. 🤩 Und auch die Lodge liegt sehr schön. Was mich auch immer mehr begeistert sind eure Vogelbilder. Ähhmm... ehrlich gesagt habe ich bis jetzt auf das fliegende Volk gar nicht so geachtet. Aber da hat es ja soooo hübsche Kerlchen und natürliche auch majestätische Herrschaften dabei, die von euch sehr schön in Szene gesetzt wurden. Das macht wirklich Lust beim nächsten Urlaub auch mal darauf zu achten. Ich hoffe dann schwer auf Hilfe von euch bei der Bestimmung 😗 Ich war schon froh als ich mal einen Wiedehopf gesehen habe und sogar wusste wie er heißt 🤪 Wünsche euch noch einen schönen Sonntagabend, Susanne
Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas Spiel!
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201630. Sept. 2019 · #155
Hallo Susanne, vielen Dank für deinen netten Kommentar! Wir haben die Vögel auch erst nach einigen Reisen in die Region für uns entdeckt und entwickeln immer mehr Spaß an deren Beobachtung und Fotografie. Wobei der Spaß an Vogelfotos bei uns auch durch eine Brennweitenaufrüstung gefördert worden ist. Was die Bestimmung angeht, stehen wir noch ziemlich am Anfang und lernen immer sehr viel von erfahrenen Birder*innen hier im Forum. Aber so langsam komme ich mit meinem Sasol auch schon ganz gut klar.
Champagner8'703 Beiträge · seit 201030. Sept. 2019 · #156
Hallo Sascha,
leicht fiebrig auf der Couch rumhängend bin ich jetzt trotzdem voller Begeisterung mit euch in den Caprivi weitergefahren! Diese Rappenantilopenherde ist genial - die würde ich zu gerne auch mal sehen. Wir hatten zwar ein paar 2017 dort, aber nicht in dieser Menge und vor allem waren die Mädels alle im Gebüsch.
Der Babbler-Blick ist köstlich, den übe ich für die Schule, man weiß nie, wann man den brauchen kann 😄 . Und das Fragezeichen beim Squacco Heron kannst du wegmachen.
Herzlichen Dank für die vielen schönen Impressionen und Erinnerungen 😘
Netti59847 Beiträge · seit 201501. Okt. 2019 · #158
Guten Morgen lieber Sascha, was für ein Vormittag im Mahango - tolle Sichtungen 🤩 Schon wieder ein etwas von der Wunschliste abgearbeitet, so soll es sein. Die Sable Antilopen sind wunderschöne Tiere und die Sichtung der Pferdeantilopen - einfach genial 🤩 Mir gefallen aber auch deine morgendlichen Eindrücke aus dem Camp. Freue mich auf die Touren am Nachmittag - hau rein 😉 LG von der Netti
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201601. Okt. 2019 · #159
@ Champagner Liebe Bele, ich hoffe, du fühlst dich schnell besser! Schön, dass dir die Eindrücke aus dem Mahango gefallen - die Sables waren auch für uns ein echtes Highlight. Verbuschte Exemplare haben wir aber auch noch zu bieten... Danke fürs Klären der Reiherunsicherheit!
@ Martina56 Liebe Martina, schön, dass der Bericht Erinnerungen und ein wenig Sehnsucht wecken kann. Aus diesen Gründen lese ich auch so gern RBs hier im Forum. Und ich könnte auch schon wieder los - aber ein wenig muss ich mich noch gedulden...
@ Netti59 Liebe Netti, der Vormittag im Mahango war wirklich produktiv und wir haben die Stunden sehr genossen. Überhaupt gehörten die Tage in der Ndhovu Lodge zu den schönsten der Reise.
@ all Ich hoffe, dass es morgen hier mit dem Nachmittag weitergehen kann...
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201603. Okt. 2019 · #160
Fortsetzung
Mittagszeit im Camp heißt auch immer Birding-Zeit. 🙂 Während sich die Kinder rund um unser Zelt austoben und auch wieder auf dem Landcruiser spielen, streifen die Eltern über das Lodgegelände und halten ihre Augen offen, um vielleicht einige Vögel zu entdecken. Wir entdecken einen Yellow-Bellied Greenbul und eine Laughing Dove.
Ein Black-Collared Barbet kühlt sich unter dem Rasensprenger ab. Über diese Sichtung freue ich mich besonders, da ich diesen Vogel zum ersten Mal entdecken kann.
Auch ein Terrestrial Brownbul zeigt sich uns.
Am frühen Nachmittag brechen wir noch einmal in Richtung Mahango auf. Die Kinder ruhen sich auf der Rückbank aus, unsere Kleine schläft bald ein. Wir entschließen uns, noch einmal zu den Floodplains zu fahren, denn zu dieser Tageszeit liegen sie in einem besseren Licht. Gleich am ersten Turnout können wir zwei Klunkerkraniche entdecken. Wir sind begeistert, handelt es sich bei der Begegnung doch um eine lange herbeigewünschte Erstsichtung! Schön ist, dass man hier das Auto verlassen darf und so kann ich mich den Kranichen vorsichtig ein wenig nähern.
Bald darauf kommt uns der erste fotografierbare (und etwas lädierte) Büffel dieser Reise entgegen.
Weitere halten sich auf den Floodplains auf. Dort sehen wir auch eine White-Faced Whistling Duck.
Da wir um 16 Uhr auf die Bootstour gehen wollen, drehen wir bald um und erleben kurz vor der Einbiegung auf die Transitstraße ein kleines Abschlusshighlight. Direkt neben der Pad äst im recht dichten Busch eine Rappenantilopenherde – wahrscheinlich sind es die Tiere von heute Morgen. Immer wieder können wir einzelne Tiere recht unverbuscht ablichten und freuen uns darüber. Mit so vielen Sables hatten wir im Vorfeld nicht gerechnet. 😁
Bald darauf sind wir zurück in der Lodge und es heißt „Bitte einsteigen!“. Die Kinder sind nach dem kurzen Gamedrive ausgeruht und freuen sich auf die Ausfahrt. Kurzer Unmut kommt auf, als die bösen Eltern darauf bestehen, dass der Nachwuchs zur Sicherheit Schwimmflügel anlegen soll. Vor allem unsere Große – stolze Inhaberin des Seepferdchens – reagiert expressiv indigniert. 😉
Heute Nachmittag haben wir Glück, denn wir sind die einzigen Gäste, die den Bootsausflug gebucht haben und so kommen wir ganz unverhofft in den Genuss einer privaten Tour. Bootsführer Michael ist schon seit langer Zeit auf der Lodge tätig. Wir sind uns gleich sympathisch und erzählen von gemeinsam Erlebnissen mit einem früheren Manager. Auch ist Michael sehr an der Vogelwelt des Okavango interessiert und reagiert erfreut, als wir ihm sagen, dass wir nicht nur auf die großen Tiere aus sind.
Die Fahrt beginnt mit der nicht alltäglichen Sichtung eines White-Backed Night Herons, der im dichten Schilf unweit des Anlegers versteckt ist. Die Fotosituation ist nicht gut, wir freuen uns trotzdem über den ein oder anderen Schnappschuss des scheuen Vogels.
Bald sehen wir die obligatorischen Krokodile, die immer wieder am Ufer dösen.
Der weit verbreitete Pied Kingfisher lässt nicht lange auf sich warten.
Ein Water Thick-Knee setzt den Reigen fort.
Auch Flusspferde lassen sich am Ufer sehen. Unserer Großen wird in der Nähe der Riesen ein wenig mulmig zumute…
Am Flussufer geht es auch abseits der Hippos lebendig zu. Wir freuen uns über Warzenschweine, einen prächtigen Buschbock und Wasserböcke.
White-Fronted Bee-Eater und der obligatorische Trauerdrongo lassen sich in den Uferbäumen sehen.
Und dann folgt für uns ein ornithologischer Höhepunkt. An der Uferböschung sitzt ein Malachite Kingfisher – der Vogel, den wir so sehr mögen und auf den wir uns so sehr gefreut hatten. Zwar hält er sich die meiste Zeit im Schatten auf, dafür können wir ihn über einen langen Zeitraum aus der Nähe beobachten. Das Fotografieren ist trotzdem nicht ganz einfach – zwar hält der Vogel still, aber das Boot schwankt schon recht stark und daran müssen wir uns erst gewöhnen.
Nach weiteren Krokodilen und einer Gabelracke (das Licht wird stetig schöner…) können wir entdecken, dass sich einige Elefanten dem Flussufer nähern. Toll!
Außerdem zeigen sich wieder Busch-, Wasserbock und Warzenschwein von ihrer mehr oder weniger ausgeprägten Schokoladenseite. 😉
Den Sonnenuntergang verbringen wir bei einer weiteren kleinen Elefantenherde, die am Fluss trinkt. Viel schöner kann so eine Flussfahrt nicht ausklingen.
Moment mal – kann sie doch: Denn hinter uns schwimmt ein Otter umher. Leider ist das Licht mal wieder schleckt, so dass nur Dokumentationsfotos entstehen können… Aber immerhin: Jetzt habe ich auch einen Otter gesehen!
Das Abendessen in der Lodge ist wieder sehr gut. Heute sind weit weniger Gäste anwesend und es herrscht eine schöne und ruhige Stimmung. Einzig die Malariaprophylaxezeremonie nervt zunehmend… 😛
Im Zelt sorgen wir heute für die kalte Nacht vor (wir sind ja lernfähig 😉 ). Wärmflaschen sorgen bei uns allen für eine weit bessere Nacht, die begleitet wird durch das regelmäßige und ganz nahe Rufen einer African Wood Owl, die wir aber leider nicht entdecken können.