Reisebericht

Savanna - extra dry: Etosha, Caprivi, Chobe 2019

von H.Badger · begonnen 08. Aug. 2019 · 37 Teile

Über diesen Reisebericht

Wir reisen im Juli und August 2019 als Familie zu viert mit einem gemieteten Landcruiser durch Namibia und Botswana – eine kleine Wiederholung unserer Reise von vor zehn Jahren. Eine extreme Dürre prägt diesmal das Bild: In Etosha finden wir weite, graslose Ebenen und ausgetrocknete Wasserlöcher vor, dazwischen aber immer wieder Löwenrudel, mehrere Leoparden und zwei jagende Honigdachse.

Im Caprivi wird es grüner. Am Okavango bei Mahango beobachten wir Herden von Pferde- und Rappenantilopen aus nächster Nähe und zwei lang ersehnte Klunkerkraniche; auf einer sandigen Piste bleiben wir dort für vier Stunden im Tiefsand stecken, bis uns Ranger befreien. Auf zwei Bootstouren am Kwando begegnen wir gleich mehrfach einer scheuen Sitatunga und unserem Lieblingsvogel, dem Malachit-Eisvogel.

Am Chobe erleben wir beides: überfüllte Konvois aus Gamedrive-Fahrzeugen und an ruhigeren Tagen gleich zwei Leoparden aus wenigen Metern Entfernung, der letzte davon am Abschiedsmorgen kurz vor dem Rückflug. Bei einer Bootstour reißt mitten auf dem Fluss der Steuerriemen, und ein fremdes Boot muss uns zurückschleppen. Ein Tagesausflug zu den durch die Dürre nur noch spärlich strömenden Victoriafällen führt uns einmal per Helikopter über die Schlucht. Trotz der Dürre nehmen wir eine erlebnisreiche und dankbare Reise mit nach Hause.

Reisezeitraum
16. Juli bis 6. August 2019 (rund drei Wochen)
Länder
Namibia, Botswana; Tagesausflug zu den Victoriafällen in Simbabwe
Gruppe
Familie zu viert: Eltern und zwei Töchter (damals vier und sieben Jahre alt)
Reiseart
Selbstfahrer mit eigenem Mietfahrzeug in Namibia und im Caprivi; die letzten vier Nächte am Chobe (Botswana) sowie der Tagesausflug zu den Victoriafällen waren geführt
Fahrzeug
gemieteter Toyota Landcruiser (Namvic, Upgrade vom gebuchten Hilux DC)
Veranstalter
individuell organisiert; Aktivitäten am Chobe über die Agentur Nkwe gebucht
Unterkunftsart
Gästefarmen, Lodges und Zeltcamps, NWR-Rastlager in Etosha, Gästehaus in Kasane
Route
Windhoek – Immanuel Wilderness Lodge – Weaver's Rock Guestfarm – Etosha-Nationalpark (Okaukuejo, Halali, Namutoni) – Wildacker Guestfarm – Ndhovu Safari Lodge (Mahango/Buffalo Core) – Mukolo Camp am Kwando (Mudumu-Nationalpark) – Kasane/Chobe-Nationalpark – Tagesausflug Victoriafälle (Simbabwe)
Fahrstrecke
keine Gesamtkilometer im Bericht belegt; längste Etappe rund 400 km (Wildacker–Ndhovu)
Flug/Anreise
Frankfurt–Johannesburg–Windhoek und zurück Kasane–Johannesburg–Frankfurt mit South African Airways
Besonderheit
Reise während der extremen Dürre 2019 im südlichen Afrika, mit deutlichen Auswirkungen auf Landschaft und Wildbeobachtungen
Gebiete
Etosha-Nationalpark · Caprivi · Bwabwata-Nationalpark · Mudumu-Nationalpark · Chobe-Nationalpark · Victoriafälle
Orte
Okaukuejo · Halali · Namutoni · Kongola · Kasane
Unterkünfte
Immanuel Wilderness Lodge · Ndhovu Safari Lodge · Mukolo Camp · Bophirimo African Sunsets Guesthouse
Reiseart
Selbstfahrer · Familienreise mit Kindern
Bedingungen
Dürre · Ausgetrocknete Wasserlöcher · Tiefsandpiste · Wellblechpiste
Natur
Löwen · Leoparden · Honigdachs · Erdwolf · Pferdeantilope · Rappenantilope · Sitatunga · Klunkerkranich · Malachit-Eisvogel · Buschbaby
Teil 108. Aug. 2019
Savanna – extra dry: Etosha, Caprivi, Chobe 2019

Prolog

Liebe Forengemeinde,
nach gut drei Wochen in Namibia und Botswana sind wir wieder zurück in heimatlichen Gefilden. (Wo aber ist die Heimat der Seele?)
Einmal mehr hatten wir eine schöne und ereignisreiche Zeit im südlichen Afrika. Dabei waren einige Dinge so, wie wir sie aus den vergangenen Jahren bereits kannten und liebten und andere Dinge waren – nun ja – anders.

Erstmal das Bekannte.

Wir waren auch in diesem Jahr als Familie unterwegs. Das heißt in unserem Fall, dass meine Frau und ich die vorderen Sitze unseres fahrbaren Untersatzes belegt haben und unsere zwei Töchter auf der Rückbank Platz genommen haben. Die beiden waren zum Zeitpunkt der Tour vier und sieben Jahre alt und sind bereits alte Häsinnen im Bereisen des südlichen Afrikas. Das macht viele Dinge sehr einfach, führt aber auch zu präpubertären Ermüdungserscheinungen im Bereich der Tierbeobachtung… 😉

Die geplante Reise sollte eine kleine Renaissance unserer „Verlobungsreise“ aus dem Jahr 2009 werden. Viele der Stationen haben wir also vor zehn Jahren (und teilweise auch dazwischen) bereits besucht und waren sehr gespannt, was sich in der Zwischenzeit verändert hat (kleiner Spoiler: primär das Besucheraufkommen und auch die Entwicklung des Preisgefüges…).
Das Delta – in dem die eigentliche Verlobung damals stattfand 🙂 – haben wir im Rahmen dieser Tour aber ausgelassen: Kosten und Kinder sprachen gegen den Besuch. Überhaupt war es dieses Mal gar nicht so einfach Unterkünfte für uns vier zu finden. Wir buchten im Oktober/November letzten Jahres und mussten teilweise größere Flexibilität zeigen. So war es schwierig, in und um Etosha Unterkunft für uns vier zu finden, was sich vor Ort wegen erkennbarer Leerstände und spontaner Umbuchungsmöglichkeiten als seltsam erwiesen hat… (Kontingentierungen sei Dank… 😠 ) Und auch Kasane und die Kwando-Region waren gar nicht so einfach.

Um aber nicht mit Details zu verwirren oder sich in ihnen zu verlieren, bevor die gesamte Route dem geneigten Lesenden bekannt ist, hier die Reise im nummerierten Schnelldurchlauf.

1. Flug von Frankfurt über Johannesburg nach Windhoek mit SAA
2. Ankommen in Windhoek (Immanuel Wilderness Lodge) 1Ü
3. Auf dem Weg in den Etosha NP (Weaver’s Rock Guestfarm) 1Ü
4. Etosha (Okaukuejo, Etosha Safari Camp, Halali, Namutoni) insgesamt 7Ü
5. Auf dem Weg in den Caprivi (Wildacker Guestfarm) 1Ü
6. Am Okavango: Mahango Core und Buffalo Core (Ndhovu Safari Lodge) 3Ü
7. Am Kwando: Bootstouren und Mudumu NP (Mukolo Camp) 2Ü
8. An der Chobe-Riverfront (African Sunset Cottages) 4Ü
9. Rückflug von Kasane über Johannesburg nach Frankfurt mit SAA

Wir haben die Tour ganz bewusst als one-way-Variante geplant, um lange Fahrstrecken (für die Kinder, aber auch für uns: der Trans-Caprivi-Highway ist jetzt nicht soo spannend… 😗 ) so selten wie möglich absolvieren zu müssen – und am Ende der Reise keine ewigen antiklimaktischen Transfertage nach Windhoek zu haben. (Das hatten wir 2009 so, als wir von Maun über Ghanzi und Gobabis bis Windhoek gefahren sind…)

Und nun das Neue. Das sind im Wesentlichen drei Punkte.

Erstens: Während wir in den letzten Jahren stets mit einem Kleinbus unterwegs waren, haben wir in diesem Jahr erstmals ein Allradfahrzeug gemietet. Ursprünglich wollten wir einen Toyota Hilux DC haben. Aber irgendetwas ist bei der Anmietung beim Autovermieter Namvic schief gegangen und so haben wir ein Upgrade auf einen Landcruiser bekommen, mit dem wir für die Tour unmaßgeblich überausgestattet waren. 😉 Ein echter alter Haudegen, den ich euch im ersten Kapitel des RB noch etwas näher vorstellen werde. Nach einigen Startschwierigkeiten haben wir eine recht innige Beziehung zu dem Monstrum entwickeln können…

Zweitens: Die Kinder und wir haben in diesem Jahr eine Malariaprophylaxe gemacht. Zum Glück ohne jede Nebenwirkung – außer dass das Abendessen wegen aufkommenden Tablettenverweigerungsritualen teilweise etwas anstrengender ausgefallen ist, als wir es uns gewünscht hätten. 😉 Aber das ist ein vergleichsweise niedriger Preis. Mücken hatte es seltsamerweise vor allem auf Wildacker (dort scheinen sie im nahen Wassertank zu brüten). Einige wenige sind uns aber auch im Caprivi und viele abends an der Riverfront des Chobe begegnet.

Drittens: Savanna – extra dry. Die titelgebende Dürre. Bereits im Vorfeld der Reise haben wir die Lage in Namibia besorgt verfolgt. Was sich uns schließlich gezeigt hat, hat uns als langjährige Trockenzeitreisende immer wieder traurig gemacht. So wenig Gras auf den Farmen nördlich von Windhoek, die Erzählungen über die notwendige Reduzierung der Vieh- und Wildbestände. Die graslosen und lebensfeindlichen Mondlandschaften um Okaukuejo. Der sehr niedrige Wasserstand im Okavango und vor allem im Kwando. Orte, die man liebt, so leiden zu sehen – das war nicht immer leicht. Und es war Juli – noch eine lange Durststrecke bis zur hoffentlich (!) ergiebigen nächsten Regenzeit.

Trotz der Dürre hatten wir eine schöne und oft beeindruckende Zeit in Namibia und Botswana. Wir haben nette Menschen getroffen, herzliche Gastfreundschaft erfahren, allerlei (teilweise dusselige) Missgeschicke gemeistert und viele schöne Erlebnisse mit der geliebten Fauna der Region haben dürfen. Auch in dieser Reise stand die Beobachtung und Fotografie der Tierwelt in Etosha, Caprivi und Chobe klar im Vordergrund – entsprechend viele Bilder sind entstanden. Der Abwechslungsreichtum war dabei wirklich enorm. Neunzehn Antilopenarten konnten wir im Verlauf der Reise ablichten. Nur das Birding, auf das wir uns sehr gefreut hatten, ist etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die extreme Trockenheit und der damit verbundene Nahrungsmangel hat uns hier nicht in die Karten gespielt – vor allem im Etosha hatte es außerhalb der Restcamps vor allem nur noch Schildraben und Krähen.

In den kommenden Tagen werden wir unsere rund 8000 mitgebrachten Fotos sichten und hoffentlich extrem ausdünnen, um euch dann gern mit auf die Reise durch Etosha und Caprivi bis an die Ufer des Chobe mitzunehmen.
Wie immer freuen wir uns über zahlreiche bekannte und neue Mitfahrende und über eure Kommentare, die das Reiseberichtschreiben neben der Möglichkeit des eigenen Nacherlebens der Tour so schön und wertvoll machen.

Nach diesem textlastigen Präludium geht es also in einigen Tagen mit dem ersten richtigen Kapitel los. Ich werde versuchen, in regelmäßigen (und nicht zu weit auseinanderliegenden) Abständen weitere Tage einzustellen.

Bis dahin herzliche Grüße!
Sascha
Teil 211. Aug. 2019
1. Kapitel: Rückkehr ins südliche Afrika oder „Meet the Beast“
16. und 17.7.2019


(Eine kleine Anmerkung vorneweg: Wegen erhöhter physischer und psychischer Belastung entstehen an diesem Tag kaum Fotos – daher die folgende Bleiwüste…)

Einige Tage haben wir mal wieder damit zugebracht, fleißig das Gepäck für uns vier zu schnüren. Kleidung für warme Tage und kalte Nächte, allerlei Taschen- und Stirnlampen und sonstiges Safarigeraffel, eine maximal umfassende Reiseapotheke. Spielzeuge und Bücher, damit den lieben Kleinen nicht langweilig werden wird. Zu diesem Zweck außerdem zwei mp3-Spieler – randvoll bepackt mit Hörspielen und der Lieblingsmusik des Nachwuchses (bei langen Transferfahrten Gold wert). Natürlich auch noch die umfangreiche Fotoausrüstung, die allein einen Rucksack nebst Objektivtasche füllt. Alles in allem werden drei Koffer randvoll gefüllt und zwei Rucksäcke geschultert. Trotz mehrjähriger Erfahrung ist das Packen immer wieder eine durchaus anstrengende und zeitraubende Angelegenheit, aber das Ziel vor Augen stärkt die Motivation…

Am Nachmittag des 16. Juli wird dann entspannt der Zug gen Frankfurt bestiegen – das reservierte Kinderabteil macht die Fahrt einmal mehr sehr komfortabel.

Am Flughafen angekommen, toben sich die Kinder vor dem langen Flug noch einmal auf dem Spielplatz richtig aus. Wir essen noch gemütlich zu Abend und bald geht es dann auch schon los: Um 20.45 Uhr startet unsere SAA-Maschine gen Johannesburg.

Der Nachtflug verläuft ohne große Ereignisse – so ist es gut. Die Kinder nutzen zuerst begeistert das Entertainmentprogramm und schlafen dann recht gut bis zum frühen Morgen. Mein Kopfhöreranschluss ist aber leider defekt und ich kann auch nicht wirklich gut schlafen – so dauert dieser Flug für mich eine gefühlte Ewigkeit… 😵

In Johannesburg haben wir am frühen Morgen knapp zwei Stunden Zeit zum Umsteigen in unser Flugzeug nach Windhoek. Da unser Interkontinentalflug aber etwas verspätet landet, gestaltet sich der Transit etwas stressig, denn an der Passkontrolle im Transferbereich des O.R. Tambo ist leider eine ganze Menge los… 😣

Zum Glück schaffen wir unseren Flieger nach Namibia nach dem ein oder anderen Schweißausbruch noch pünktlich und landen nach knapp zwei Stunden gegen 11.30 Uhr im sonnigen Windhoek. Bereits als uns der warme Wind und die trockene Luft auf der Flugzeugtreppe empfangen und sich unsere Lungenflügel füllen, fühlt sich das wie ein Heimkommen an: Schön, dass wir wieder da sind. 😁

Wir lassen uns viel Zeit auf dem Weg zum Flughafengebäude. Nach dem Stress in Johannesburg wollen wir es ruhig angehen lassen. Die Einreisehalle ist daher sehr gut gefüllt, als wir sie schließlich betreten. In aller Ruhe füllen wir die nötigen Formulare aus und werden schließlich zu unserer Überraschung als Familie mit kleinen Kindern in eine kurze Schlange ganz am Rand des Raumes gebeten. So erfolgt die Einreise doch noch schnell und unkompliziert. 🙂

Nachdem wir das Gepäck abgeholt haben, treffen wir in der Halle des Flughafens auf Otto, einen Mitarbeiter der Mietwagenfirma Namvic, der uns freundlich willkommen heißt.
Er fährt uns zur Namvic-Zentrale, die sich zwischen dem Flughafen und Windhoek befindet. Unterwegs erklärt er uns schonmal die Mietbedingungen und einige Funktionen unseres zukünftigen Autos. Nach der langen Flugnacht finde ich das ziemlich fordernd…

Wir fahren durch die staubtrockene Landschaft und bekommen erste Eindrücke von der herrschenden Dürre. Alles ist noch karger, als wir es aus vergangenen Trockenzeiten kannten. Wir freuen uns über erste Warzenschweine und Paviane. Für Fotos fehlt aber die Energie…

In der Namvic-Zentrale werden wir gleich zu unserem Landcruiser geführt.

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Wir sind von der Größe und Anmutung des Fahrzeugs zuerst im durchaus negativen Sinn beeindruckt. Ein Gefühl der Überforderung stellt sich in unseren müden Köpfen ein, als die Ausstattung präsentiert, die teilweise sehr schwergängigen Schlösser der Gepäckklappen ausprobiert (für jedes der vier Schlösser ein anderer Schlüssel!) und die Funktionsweise des Wagenhebers erprobt werden. Nach der langen Anreise ist das gerade echt ziemlich viel Input… 🙄

Der Innenraum des Landcruisers ist schon sehr in die Jahre gekommen – die Sitze sind zerschlissen, einige Dichtungen sind durch Klebeband ersetzt worden… Es gibt keinen Drehzahlmesser oder andere Instrumente, die man aus modernen Fahrzeugen gewohnt ist. Was uns jetzt noch irritiert, wird uns in einigen Tagen aber nicht einmal mehr auffallen… 😉

Es werden uns außerdem die Funktionsweise der zwei Tanks und des Allradgetriebes erläutert – bei diesen beiden durchaus wichtigen Aspekten werden wir jedoch leider mit fehlerhaften Informationen versorgt, was sich in den folgenden Tagen noch negativ bemerkbar machen wird… 😈

Der obligatorische Einbau der Kindersitze ist dann mal wieder ein Abenteuer für sich. Der Sitz unserer Kleinen gibt sich erst geschlagen, als wir ihn gemeinsam mit den Namvic-Mitarbeitern mit einer großen Anzahl Kabelbindern fixieren…

Unser Gepäck findet locker Platz im riesigen Laderaum und auch wir richten uns im großzügigen (und dabei so schlichten) Doublecab häuslich ein.

Nach gut eineinhalb Stunden in der frühnachmittäglichen Hitze verlassen wir das Namvic-Gelände endlich in Richtung Windhoek. Die ersten Kilometer mit dem Cruiser sind tatsächlich gewöhnungsbedürftig, was Beschleunigung, Geräuschpegel und die Härte der Schaltung anbetrifft… Aber der Wagen bietet einen fantastischen Überblick für alle vier Insassen, den wir bald sehr zu schätzen wissen werden.

Im Checkers in Klein Windhoek machen wir unseren Grundlageneinkauf und werden dabei von einem Parkwächter ziemlich unangenehm bedrängt – er verlangt einen viel zu hohen Betrag für den Parkplatz und ist nicht amüsiert, als wir uns mit dem Supermarktpersonal absprechen, um zu klären, ob diese Gebühren wirklich von Stadtseite aus erhoben werden, wie von ihm behauptet… 😐

Genervt und ziemlich am Ende unserer Kräfte durchfahren wir Windhoek vorbei an der Christuskirche in Richtung Norden zur Immanuel Wilderness Lodge, die wir immer wieder gern besuchen.
Am späten Nachmittag erreichen wir die Lodge nach straßenausbaubedingten Irritationen aufgrund fehlender Beschilderung. Endlich!

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Wir werden wie immer sehr freundlich begrüßt und beziehen unsere Zimmer – entgegen der Reservierung haben wir zwei Doppelzimmer bekommen und nicht das von uns so geschätzte Familienzimmer. Wir arrangieren uns damit und verbrauchen dabei letzte Kraftreserven.

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Das Abendessen – der Hauptgrund für unsere wiederholten Besuche dieser Lodge – setzt den überaus anstrengenden eineinhalb Tagen, die hinter uns liegen, einen sehr versöhnlichen Endpunkt. Es ist wie immer vorzüglich und die aufmerksamen Gastgeber haben uns den Tisch besonders liebevoll dekoriert – schließlich haben wir heute unseren Hochzeitstag.

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Total erschöpft und wohlig gesättigt fallen wir bald in einen tiefen und erholsamen Schlaf. Die größten Anstrengungen liegen (so hoffen wir) hinter uns – jetzt kann unser elfter Afrikaurlaub richtig beginnen…
Teil 314. Aug. 2019
2. Kapitel: Es geht gen Norden.
18.07.2019


Nach einer guten Portion Schlaf sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Die strahlende Sonne am tiefblauen Himmel über Namibia begrüßt uns und weckt Energie und Lust auf den neuen Tag.

Wir genießen das gute Frühstück auf Immanuel. Hier gibt es neben den fast überall gereichten frischen Eiervariationen eine Auswahl wirklich ausgezeichneter namibischer Wurst- und Käsesorten. Vor allem was letztere angeht, wird es mit Abstand das beste sein, was wir in den kommenden Wochen vorfinden werden. Auch die frisch gebackenen Brötchen sind ganz hervorragend – ein wirklich schöner und gemütlicher Start in den Tag.

Da wir heute nur etwa 230 Kilometer bis zu unserer nächsten Unterkunft zurücklegen müssen (und auch keine Gamedrives anstehen), lassen wir es ganz gemütlich angehen. Wir spazieren über das kleine und ziemlich ausgedörrte Lodgegelände, freuen uns über den Pantherschildkrötennachwuchs im Gehege und beobachten die ansässigen Springböcke und Vögel, die unseren Weg kreuzen. Unsere ersten Tierfotos des Jahres entstehen.

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Immer wieder schön anzusehen sind besonders die Angola-Schmetterlingsfinken mit ihrer prächtigen blauen Brust.

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Kurz nach 10 Uhr packen wir unsere Sachen zusammen und verabschieden uns von unseren Gastgebern.
Heute geht es stracks nach Norden auf der B 1 – keine übermäßig spannende Strecke. Wir kommen gut voran, nur ein Schwertransporter, der mit Tempo 30 unterwegs ist und eine lange Autoschlange hinter sich herzieht, bremst uns etwas aus. Der Landcruiser erreicht bei 100 km/h sein Wohlfühllimit – so müssen wir uns kaum um die Übertretung der erlaubten Geschwindigkeit Gedanken machen. Kurz vor der Abbiegung auf die C 22 gen Okakarara schalten wir auf den zweiten Tank um, da wir irritiert darüber sind, dass sich die Tankanzeige die gesamte Fahrt über nicht verändert hat…

Wir müssen nur wenige Kilometer auf der C 22 fahren, bis wir auf der rechten Seite die Zufahrt zur Weaver’s Rock Guestfarm ausmachen können. Die Anfahrt gestaltet sich recht abenteuerlich: Der Weg ist in keinem besonders guten Zustand und es liegt immer wieder einiges an Geröll herum. Wir sind froh, dass wir ein Auto mit großer Bodenfreiheit haben – mit einem Toyota Corolla (mit dem wir auf unseren ersten Namibiatouren unterwegs waren) würden wir diese Zufahrt nur ungern fahren müssen.

Einige Kilometer geht es in Richtung des Hausberges durch karges Buschland zu den Gebäuden der Gästefarm.

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Eine schöne Lapa mit Pool grenzt an Pferdekoppeln und Gerätehof. Daneben schließen sich – verteilt über ein recht weitläufiges Gelände – das hübsche Farmhaus, die Campsites und schließlich die vier Bungalows an, von denen wir einen bewohnen werden. Alles hier ist sehr übersichtlich und fernab vom großen Touristenrummel. Schön.

Als wir vor der Lapa aussteigen, bemerken wir, dass Diesel aus unserem Tankdeckel herausströmt! Was ist denn hier los? Ich schalte auf den ersten Tank um und der Dieselstrom ebbt ab. Wir sind irritiert und besorgt wegen eines vermeintlichen Lecks. Wir rufen bei unserer Mietwagenfirma an und werden zum Glück schnell aufgeklärt, dass wohl ein Bedienungsfehler vorliegt. Denn der Knopf, von dem wir annahmen, dass er zwischen den zwei Tanks des Landcruisers hin und her schaltet, setzt tatsächlich eine Pumpe in Betrieb, die den Treibstoff aus dem zweiten Tank in den ersten pumpt und diesen so schließlich zum Überlaufen bringt. Wir sind froh über diese einfache Erklärung und Lösung des Problems, aber gleichzeitig auch etwas ärgerlich darüber, dass uns die Funktionsweise der zwei Tanks bei der Wagenübernahme falsch erklärt worden ist. Wir hätten gern darauf verzichtet, den Boden mit Diesel zu kontaminieren… 😈

Nach diesem kleinen Schreck geht es erstmal daran anzukommen und sich häuslich einzurichten. Unser Bungalow ist zweckmäßig mit einem Doppel- und einem Stockbett eingerichtet und bietet von seiner Terrasse einen schönen Ausblick auf den Busch. Warmwasser wird stilecht mittels Donkey zubereitet.

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Wir spazieren über das Gelände und die Kinder beklettern begeistert das Dach des Landcruisers – everywhere is a playground.
Wir entdecken viele Vögel, darunter Riesenglanzstare und Bienenfresser, die sich aber allesamt nicht sehr fotogen zeigen – entweder sitzen sie verbuscht im Schatten oder sie fliegen auf, sobald wir uns ihnen nähern.

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(Familiar Chat - Danke, Matthias! 🙂 )


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Auch ein Trauerdrongo hält länger still und lässt sich ablichten.

Besonders aber freuen wir uns über die Begegnung mit einem Damara-Dikdik, das in der Nähe unseres Bungalows äst. Vorsichtig nähern wir uns der kleinen Antilope und beobachten sie aus geringer Distanz bei ihrem Tagewerk.

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Nachdem sich das Dikdik zurückgezogen hat und die Kinder sich auf dem Gepäckträger des Autodachs ausgetobt haben, buchen wir in der Lapa eine Sundownerfahrt über das Farmgelände, um unsere Ankunft im Busch in vollen Zügen zu genießen.

Die Fahrt wird auf einem sehr alten Landcruiser durchgeführt, dessen Ladefläche mit einer kleinen Sitzbank ausgestattet ist. Zwei Farmhunde begleiten uns zur Begeisterung der Kinder auf der Fahrt, einer von ihnen besteigt als Passagier die Motorhaube des Gefährts und genießt sichtlich den Fahrtwind.

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Der andere – schon ganz alte – Hund springt unter Aufbietung seiner ganzen Kraft auf die Ladefläche, um es sich dann auf unseren Jacken und Rucksäcken bequem zu machen…
Wir werden zu den Rinderherden gefahren, deren Bestand wegen der Dürre reduziert werden musste. Um die Tiere zu versorgen, muss bereits zugefüttert werden, denn auch in der Waterbergregion gibt es kaum Gras.
Sichtungstechnisch verläuft die Fahrt über das Farmgelände unspektakulär, die hier ansässigen Wildtiere zeigen sich kaum. Wir können einen Buschhausen ausmachen und sehen in weiterer Entfernung einige Kuhantilopen. Auch dieser Mangel an sichtbarem Wild mag dürrebedingt sein.

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Trotzdem genießen wir die rumpelige Fahrt durch das Buschland sehr. Wir atmen tief die saubere Luft ein und freuen uns über das immer weicher werdende Licht des späten Nachmittags.
Zum Sonnenuntergang steigen wir auf einen Hügel, von dem man einen schönen Rundumblick über die umgebende Landschaft bis zum fernen Waterberg hat.
Bei kühlen Getränken – die Kinder lieben Grapetizer, ich bevorzuge mein Savanna Dry – genießen die Eltern den malerischen Tagesausklang und die Kinder die Anwesenheit der zutraulichen Farmhunde. Das sind schöne Momente für alle vier.

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Im letzten Licht des Tages geht es schließlich zurück zum Farmhaus - der Motorhaubenhund sitzt schon bereit.
Das Abendessen wird mit allen Gästen gemeinsam in der Lapa eingenommen. Es herrscht eine angenehme Atmosphäre mit netten Gesprächen und das Essen – es gibt als Hauptgang Oryx-Gulasch – ist sehr lecker.
Im Licht unserer Stirnlampen geht es gut gesättigt schließlich bald zurück in unsere Hütte und nach kurzer Zeit heißt es dann auch schon „Gute Nacht, Namibia“.

Morgen wird uns die Reise weiter in den Etosha Nationalpark führen. Wir sind schon sehr gespannt, was uns dort erwarten wird – auch wenn die Dürre und deren Auswirkungen die Vorfreude etwas dämpfen. Werden wir – wie in den vergangenen Jahren – wieder viele Tiere beobachten und fotografieren können? Oder sind große Teile des Wilds vom Rand der Pfanne auf Grund des herrschenden Nahrungsmangels abgewandert? Die nächsten Tage werden uns Antworten auf diese Fragen geben.
Teil 416. Aug. 2019
3. Kapitel: Der große weiße Platz (Teil 1)
19.07.2019

Die Nacht war wieder ruhig und erholsam und wir werden nach dem Aufwachen erneut vom Strahlen der Morgensonne empfangen.
Gemütlich geht es zum Frühstück, das sich im Vergleich zu anderen Unterkünften eher einfach gestaltet – so werden heute z.B. keine Eiervariationen angeboten. Schlimm finden wir das aber nicht.

Auch heute lassen wir uns Zeit und packen gemütlich unseren Kram zusammen, um dann am späten Morgen gen Outjo aufzubrechen, wo wir vor unserer Woche im Etosha noch einmal volltanken und einkaufen wollen.
Gegen 12 Uhr erreichen wir das Städtchen und kehren erstmal in der Outjo Bakery zum Mittagessen ein. Wir werden sehr freundlich bedient und die Qualität der bestellten Speisen ist wirklich überaus gut. Hier würden wir jederzeit wieder eine Rast machen.
Überhaupt geht es in Outjos Zentrum sehr entspannt zu. Auf dem Parkplatz werden wir völlig in Ruhe gelassen und der Einkauf im Superspar verläuft zügig – die große Auswahl an Waren hilft dabei, der Mangelverwaltung in den Shops der Rastlager im Etosha vorzubeugen.

Dann geht es auf der C38 schnurgerade nach Norden zum Andersson Gate, das wir um 14.30 Uhr erreichen.
Wir sind gespannt, was uns in der kommenden Woche im Nationalpark erwarten wird und ganz aufgeregt, als wir nach der Registrierung am Gate aufbrechen dürfen. Welche Tiere werden uns als erste begegnen? Wie wird die Landschaft aussehen?

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Kurz nach dem Gate biegen wir zum nahen Wasserloch Ombika ab und bekommen einen ersten Eindruck der graslosen Ödnis, die uns in weiten Teilen des Parks erwarten wird. Überall sind nackte Erde oder Gestein zu sehen – es ist extrem staubig. Diese ersten Eindrücke dämpfen die Wiedersehensfreude stark. Wir konnten uns zwar in etwa denken, was uns erwarten wird, aber es dann mit eigenen Augen zu sehen, ist etwas ganz Anderes.
Eine einzelne Giraffe hält sich in der Nähe der Wasserstelle auf. Unsere Große ist zufrieden: Sie hat ihr Lieblingstier als erste Sichtung des Tages bereits auf der Haben-Seite. Die Wasserstelle selbst scheint ausgetrocknet zu sein – denn auch bei Besuchen in den nächsten Tagen findet sich hier fast kein Wild.

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Wir drehen um und nehmen die Teerstraße nach Okaukuejo. Rechts und links fällt das fehlende Gras überall ins Auge. Belaubte Mopanebüsche bietet dem Auge zwar etwas Abwechslung, aber auch sie können die am Boden herrschende Kargheit nicht verbergen. Solche Eindrücke hatten wir nicht einmal, als wir vor einigen Jahren im Oktober dem Etosha besucht haben. Und jetzt ist Mitte Juli!
Wo kein Gras ist, ist wenig Wild. Nach dieser Devise gestaltet sich der weitere Weg ins Rastlager, das wir entsprechend zügig erreichen.

Weit weniger zügig läuft es an der Rezeption ab. Wir müssen uns in recht lange Schlangen einreihen und erkunden währenddessen schonmal abwechselnd die nähere Umgebung und besuchen das Wasserloch.
Okaukuejo steht in recht krassem Kontrast zu dem das Camp umgebenden ausgedörrten und von weißer Farbe dominierten Land. Innerhalb der Mauern des Rastlagers wird bewässert und entsprechend grün präsentiert sich die Anlage. Aus diesem Grund treffen wir auf unseren kleinen Streifzügen auf eine vielfältige Vogelschar, die vom Schildraben über Gelbschnabeltokos und Weißscheitelwürger bis hin zu schönen Rotbauchwürgern reicht.

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Am Wasserloch selbst sind einige Zebras anwesend. Die Tiere haben einen weiten Weg zwischen der Wasserstelle und verbleibenden Weideflächen zurückzulegen. Die Umgebung des Wasserlochs gleicht bis zum den Blick begrenzenden Busch einer Mondlandschaft.

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Beim Einchecken erhalten wir ein Upgrade auf ein kleines Chalet mit zwei Zimmern. Als wir gebucht hatten, war nur ein Doppelzimmer frei. Diese Umbuchung nehmen wir gern in Kauf und finden ein gepflegtes kleines Häuschen vor, in dem wir gern die Nacht verbringen. Schade, dass es nur eine sein wird, denn am Folgetag war zur Buchungszeit nichts in Okaukuejo mehr zu bekommen.

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Wir entschließen uns, den späten Nachmittag für eine kleine Ausfahrt zu den Wasserstellen Nebrowni, Gemsbokflakte und Olifantsbad. An diesen drei Wasserlöchern hatten wir bei den letzten Besuchen eigentlich immer schöne Sichtungen.
Und auch in diesem Jahr, in dem so Vieles anders ist, werden wir nicht enttäuscht.

Als wir Nebrowni erreichen, können wir leicht einen riesigen Elefantenbullen erspähen, der im Wasserloch seine nachmittägliche Dusche nimmt. Den weißen Riesen dabei zu beobachten, ist ein wunderbares Erlebnis, das uns von der umgebenden Ödnis ablenkt.

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Als sich der Elefant verabschiedet, rumpeln wir weiter gen Gemsbokflakte. Dabei ist „rumpeln“ ganz bewusst gewählt, denn die Pad ist in einem unterirdischen Zustand und teilweise trotz der Federung des Landcruisers nicht mit Freude zu befahren – erst als wir in Namutoni sind, werden sich die Grader des privat finanzierten Straßensanierungsprojekts in Bewegung setzen.
Auch fahren viele Mitreisende mit sehr hoher Geschwindigkeit, wohl um über das Wellblech zu „fliegen“. Dass in Etosha 60 km/h erlaubt sind, erscheint uns überhöht. Manch einer hält sich augenscheinlich aber nicht einmal an diese großzügige Begrenzung und so wird gestaubt, was das Zeug hält – zum Leidwesen der Flora in Straßennähe, die von einer dicken Staubschicht überzogen ist. Man kommt sich vor wie in einem Schwarzweißfilm… 🙁

Zwischen den Wasserstellen ist wenig zu entdecken – es fehlt einfach an Nahrung auf den offenen Ebenen. Einige Springböcke sind natürlich präsent und wir sehen erstaunlich viele Strauße. Aber ansonsten fahren wir kilometerlang durch tierlose Ödnis.

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In der Nähe von Gemsbokflakte erblicken wir dann ganz erfreut ein S.N., das schnurstracks auf die Wasserstelle zuhält. Zuerst begleiten wir es langsam und machen einige Bilder.

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Dann entschließen wir uns, am Wasserloch auf das Tier zu warten. Währenddessen vertreiben wir uns die Zeit mit der Beobachtung einer quirligen Fuchsmanguste.

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Leider geht unsere Rechnung nicht auf, denn kurz vorm Überqueren der Pad wird dem Dickhäuter von zwei Lodgefahrzeugen der Weg abgeschnitten – sie stellen sich dem Tier tatsächlich genau in den Weg. Das N. ist sichtlich irritiert und zieht sich in den nahen dichten Busch zurück und kommt auch nicht mehr darauf hervor. Schade. 😐

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Für Olifantsbad ist es schon zu spät und so fahren wir den gleichen Weg zurück, den wir gekommen sind.
Bei Nebrowni ist abgesehen von dieser South African Shelduck (?) nichts los.

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Im stetig schöner werdenden Licht begegnen wir zu unserer Freude ganz nah an der Pad noch einem weiteren S.N., das friedlich äst.

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Mit zwei S.N.-Sichtungen auf dieser ersten kleinen Ausfahrt sind wir mehr als zufrieden, denn um Okaukuejo haben wir bisher noch nie diese Tiere bei Tageslicht entdecken können und uns immer schon darüber gewundert, woher sie nach Sonnenuntergang plötzlich in so großer Zahl zum Trinken erscheinen… 😉

Auch ein Schabrackenschakal lässt sich sehen.

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Kurz vor Toresschluss um 18.30 Uhr erreichen wir Okaukuejo und freuen uns auf einen hoffentlich sichtungsreichen Abend am dortigen Wasserloch.
Teil 519. Aug. 2019
3. Kapitel: Der große weiße Platz (Teil 2)
19.07.2019

Zum Sonnenuntergang erreichen wir – nachdem wir den Kindern im spartanisch ausgestatteten Shop ein Eis gekauft haben – das Wasserloch und machen es uns auf einer Bank bequem. Einige Giraffen sind jenseits der Mauer anwesend, eine Acacia Rat (Baummaus) zeigt sich auf der Umfriedung.

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Dann bleibt es lange Zeit sehr ruhig. Wir gehen mit den Kindern in unsere Hütte und kochen uns Nudeln mit Hilfe des Wasserkochers…
Als die Kinder auf ihrem Matratzenlager liegen, gehen meine Frau und ich abwechselnd zum Wasserloch. Vor unseren Augen findet einmal mehr das gewohnte Wasserlochtheater mit Elefanten, zahleichen S.N. und einigen Hyänen und Schakalen statt, das uns immer wieder in dieses Camp zurückkehren lässt. Wobei anzumerken ist, dass die Atmosphäre am Wasserloch zumeist sehr konzentriert und respektvoll war. Einzig eine Overlandergruppe ließ es sich nicht nehmen, die nächtliche Stille durch ihr Grölen zu punktieren.

Wir genießen beide diesen Abend sehr und schlafen für afrikanische Verhältnisse spät mit Bildern von trinkenden Dickhäutern und Hyänen, die den folgenden ähneln, im Kopf ein. Ein Abend in Okaukuejo ist für uns immer wieder schön.

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Teil 621. Aug. 2019
4. Kapitel: Keine Weide
20.07.2019


Erst um 7.30 Uhr öffnet das Gate. Das hat Vor- und Nachteile für uns. Ein Vorteil ist, dass wir es recht bequem schaffen, um halb acht als Familie zu einer gemeinsamen Morgenrunde aufzubrechen. Ein Nachteil ist, dass die Morgendämmerung bereits gegen 7 Uhr einsetzt und man in der halben Stunde des erfahrungsgemäß sichtungsgünstigen Zwielichts noch im Camp gefangen ist. Dass das Frühstück nur bis halb zehn gereicht wird, limitiert den Morgendrive außerdem nach hinten heraus etwas, da wir es mit den Kindern nicht geschafft haben, schon vor Toresöffnung zu essen und auch kein Frühstückspaket schnüren wollten.

Heute beschließen wir unser Glück in Richtung Okondeka zu versuchen. Von Laura (Flash2010) haben wir im Vorfeld gehört, dass in der Gegend keine Weide mehr vorhanden sein soll. Das hat sie dann wohl gemeinsam mit den Ebenen östlich von Okaukuejo, die wir am Vortag erkundet haben. 😕

Ohne große Erwartungen fahren wir also los und treffen zu unserer Freude ziemlich bald auf zwei junge Tüpfelhyänen, die vor dem Eingang eines unter der Straße verlaufenden Rohres die wärmenden Strahlen der aufgehenden Sonne genießen. Wir stellen den Motor ab und verweilen bei den beiden Tieren, die immer mutiger und neugieriger werden und sich bald in ihrer ganzen Niedlichkeit zeigen.

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Zufrieden mit dieser ersten Sichtung des Tages setzen wir unseren Weg gen Okondeka fort. Alles um uns herum ist weiß und völlig ausgedörrt. Entsprechend wenig lebendiges Wild lässt sich blicken.

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(ein alter Bekannter aus Lauras Bericht...)

Bei Okondeka entdecken wir in einiger Entfernung dann drei Löwinnen, die sich leider im herrlichsten Gegenlicht aufhalten. Wir beobachten die drei Damen eine Weile, bis sie sich erheben und in Richtung Pfanne abziehen.

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Da die Frühstückszeit drängt, drehen wir um und fahren wieder in Richtung Okaukuejo. In der Nähe des Airstrips erblicken wir in einiger Entfernung noch ein S.N., das stracks nach Norden zieht. Wir fragen uns, was der „browser“ sich in dieser blattlosen Umgebung erhofft.

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Kurz vor Toresschluss um 9.30 Uhr erreichen wir das Restaurant im Rastlager. Das Personal ist freundlich und hetzt uns ob der fortgeschrittenen Uhrzeit nicht. Wir können also noch in Ruhe frühstücken und uns für den weiteren Tag stärken.
Da wir noch nicht gleich wieder mit den Kindern ins Auto steigen wollen, machen wir einen kleinen Spaziergang zum Wasserloch. Unterwegs begegnen uns wieder einige Vögel, darunter Akaziendrosseln, Rotbauchwürger und Trauerdrongos.

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Eine weitere Zwischenstation machen wir an einer Borstenhörnchenkolonie, die vor allem von unserer Kleinen mit Begeisterung beobachtet wird.

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Am Wasserloch selbst geht es sowohl auf Seiten der Menschen, als auch auf Seiten der Tiere recht ruhig zu. Es bieten sich uns die altbekannten und doch immer wieder schönen Blicke auf Springböcke, Zebras und Kudus, die jedoch nicht in so großen Zahlen anwesend sind, wie wir es aus „normalen“ Trockenzeiten kennen. Im „Wasserlochbaum“ thront ein Raubadler über dem Geschehen, am Boden wuselt eine Schar Namaflughühner herum.

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Wir setzen uns und machen eine längere Pause, während der unsere Kleine auf den dicken Ästen der Campbäume „schlafender Leopard“ spielt. Den hätten wir damit auch schon mal „abgehakt“. 😉

[Fortsetzung folgt]
Teil 725. Aug. 2019
Fortsetzung 20.7.2019

Nach der ausgiebigen Pause am Wasserloch brechen wir zu einer spätmorgendlichen Runde zu den Wasserlöchern Nebrowni, Gemsbokflakte und Olifantsbad auf. Die Ausfahrt verläuft insgesamt sehr ruhig und an den Wasserstellen lassen sich nur einige Springböcke, Oryx und Strauße sehen. Der einzige kleinere Vogel, der es auf die Speicherkarte schafft, ist auf dieser Ausfahrt ein Weißscheitelwürger. Der Zustand der Pads geht uns zunehmend auf die Nerven...

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Bei Olifantsbad stehen sehr viele Kudus und auf dem Rückweg entdecken wir im nahen Mopanewald ein weiteres S.N., über dessen Anblick wir uns sehr freuen. Auch die Elefantenüberreste, die man bereits in Konnis und Lauras Bericht bewundern konnte, erblicken wir in fortgeschrittenem Verfallsstadium.

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Zurück in Okaukuejo machen wir eine Mittagsrast mit Turmbesteigung und Poolbesuch. Der Blick über die kargen und weißen Ebenen ist eindrucksvoll, aber wenig idyllisch…

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Am Pool spielen die Kinder fröhlich Wasserball und genießen die heiße Mittagszeit. Waffenkiebitze und Senegaltauben lassen sich auf den umgebenden Wiesen beobachten.

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Natürlich suchen wir auch das Wasserloch ein weiteres Mal auf und genießen das dortige Treiben.

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Am späteren Nachmittag machen wir uns dann auf den Weg auf eine weitere Ausfahrt, die uns am Schluss aus dem Park heraus zum Etosha Safari Camp führen wird.
Wir fahren in der Hoffnung, noch einmal die Löwen von heute früh zu sehen, gen Okondeka. Leider ist das eine Fehlentscheidung. Unterwegs zeigt sich quasi kein Wild und erst am Wasserloch sehen wir einige Oryxantilopen.

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Dann geht es gen Süden nach Ombika und auch hier herrscht wildtechnisch Flaute. Es ist schon frustrierend, wenn man einen Nachmittag so sichtungsfrei durch den kargen Busch wackelt…
Letztendlich fotografieren wir auf dieser Ausfahrt lediglich einen Ant-Eating Chat und einen Schabrackenschakal.

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Eine durchaus magere Ausbeute für so viele Kilometer. Wir stehen im schönen Spätnachmittagslicht eine ganze Zeit bei Ombika, aber es verirrt sich kein (!) Tier in unsere Nähe. Die Wasserstelle scheint also wirklich trocken zu sein. Schon etwas enttäuscht verlassen wir den Park durch das Andersson Gate.

Einige Kilometer südlich biegen wir zum Etosha Safari Camp ab, wo wir die kommende Nacht verbringen werden. Wir werden sehr geschäftsmäßig begrüßt und sehen uns im rummeligen Empfangsbereich/Shop um. Im Innenhof sitzen bestimmt dreißig Menschen, die allesamt in ihre Smartphones starren – das WLAN scheint also zu funktionieren…
Der erste Eindruck ist also kein so ganz guter. Unsere Hütte relativiert dies, denn sie ist liebevoll eingerichtet und liegt trotz vieler Hütten in der nähen Umgebung im dichten Busch abgeschirmt. Ein riesiges Doppelstock-Doppelbett dominiert das Zimmer – die Kinder lieben diesen Abenteuerspielplatz und auch das Detail des als wasserspritzenden Elefanten gefliesten Duschbereichs.

Das Essen wird in einer im Hochglanz-Shebeen-Stil gestalteten Innenhofanlage gereicht, die auch mit einigen Infotafeln über die Shebeen-Kultur im südlichen Afrika informiert. Von einer Dreierkombo wird Livemusik gespielt und es brennen einige Feuer. Die Atmosphäre ist trotz recht vieler Tische und einiger Reisegruppen schön, die Bedienung sehr aufmerksam und das Essen in Buffetform erstaunlich lecker. Ein wenig kommt man sich jedoch wie in dem Themenrestaurant eines Freizeitparks vor…

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Zufrieden marschieren wir nach dem Essen zu unserer Hütte und verbringen dort eine ruhige Nacht. Morgen geht es wieder in den Park und nach Halali. Neues Spiel, neues Glück.
Teil 827. Aug. 2019
5. Kapitel: Habemus herbam!
21.07.2019


Heute lassen wir es morgens etwas ruhiger angehen, denn wir haben auf eine lange Autoschlange am Andersson-Gate nicht so recht Lust und sind auch durch den vergangenen Nachmittag noch etwas desillusioniert. Daher frühstücken wir erstmal gemütlich in der Lodge – das Buffet ist reichhaltig und gut, die Kinder lieben die Pancakes – und packen dann unsere Koffer.

Erst gegen 9.30 Uhr fahren wir dann erneut in den Park, um die kommenden fünf Nächte innerhalb seiner Grenzen zu verbringen. Unser heutiges Ziel heißt Halali. Bevor wir dieses ansteuern können, müssen wir jedoch noch einmal nach Okaukuejo, um dort die Eintrittsgebühren zu entrichten. Aus welchen Gründen auch immer war es nicht möglich mit einer Übernachtung außerhalb des Parks unseren gesamten Aufenthalt am Stück zu bezahlen. Daher heißt es wohl wieder: Schlange stehen… 😵

Aber nicht zu schnell: Bevor wir Okaukuejo erreichen, haben wir auf der Teerstraße noch eine schöne Sichtung. Ein fünfköpfiges Löwenrudel liegt in einiger Entfernung auf der Ebene und im Schatten der spärlichen Vegetation. Typisch für die Katzen um diese Tageszeit findet keine weltbewegende Aktivität statt. Man faulenzt und steht nur auf, wenn die Sonne allzu heiß zu brennen beginnt, um sich zu den anderen Rudelmitgliedern in den Schatten zu packen. Immerhin gibt es dadurch etwas zu beobachten.

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Zufrieden mit dieser ersten Tagessichtung geht es zum Zwischenstopp nach Okaukuejo, wo unser Befürchtung Realität wird: An der Rezeption hat sich eine lange Schlange gebildet und wir müssen wirklich eine Ewigkeit warten, bis wir unser Permit bezahlen können… 🙁

Endlich geht es weiter gen Osten. Anfangs zeigt sich erneut recht wenig Wild neben der Wellblechpiste und wir gewöhnen uns erstaunlicherweise so langsam an die schneeweiße Einöde.
Irgendwann sehen wir weit von der Pad entfernt zwei äsende S.N. Diese sind überhaupt nur wegen der fehlenden Vegetation aus der großen Entfernung aus zu erkennen. Unsere Aufmerksamkeit wird jedoch mehr durch viel näher stehende Vertreter der Avifauna gebunden: Ein Doppelbandrennvogel und eine weibliche Gackeltrappe lassen sich in der „Schneelandschaft“ beobachten.

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Um die Mittagszeit (!) folgt dann ein Überraschungshöhepunkt, der Endorphine freisetzt, und ich rufe laut aus: „Honey badgers!“ Etwas abseits der Pad sind tatsächlich zwei Honigdachse auf Nahrungssuche, die sich aber ihre schnelle und bodennahe Gangart und die trotz der Dürre gute Deckung renitent einer gelungenen Aufnahme widersetzen… Irgendwann macht einer der beiden Beute und verharrt eine Zeit lang, um zu fressen: Die Gelegenheit für ein Beweisfoto wenigstens eines dieser flinken Gesellen, die wir so gern beobachten. 🙂

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Bei Ondongab herrscht bis auf einen Dusky Sunbird Leere. Unterwegs sehen wir dann immer wieder einige Zebras, Oryx und Springböcke.

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Auf den Ebenen um Sueda, Charitsaub und Salvadora dann die erlösende Überraschung: Es gibt Gras in nennenswerten Mengen! Über den Anblick freuen wir uns beinahe mehr als über das Löwenrudel heute Morgen! 🙂
Und wo es Nahrung gibt, da gibt es auch Wild. Auf den Ebenen stehen stattliche Gnu- und Zebraherden und im Baum bei Sueda sitzen große Vögel. Wir hoffen auf Eulen, finden aber „nur“ Perlhühner vor, die wir um diese Zeit eher auf dem Boden vermutet hätten.

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Gegen 14 Uhr erreichen wir schließlich Halali und steuern direkt das Wasserloch an, da es für den Bezug unserer Hütte noch zu früh ist.
(Fortsetzung folgt)
Teil 929. Aug. 2019
Fortsetzung 21.07.2019

Als wir das Campwasserloch frohen Mutes erreichen, werden wir von gähnender Leere empfangen. Kein Tier weit und breit – und das bleibt die ganze Zeit, die wir es uns auf den Bänken gemütlich machen, so. 😵
Also marschieren wir gegen 14.30 Uhr zurück ins Camp und ich hole, schwer bepackt mit Rucksack und Kamera (dieses Detail wird später noch wichtig sein), gemeinsam mit unserer Großen den Schlüssel zum gebuchten Honeymoon-Chalet ab.
Wir bekommen das Häuschen „Rhino“, das gleich am Rand des Campgrounds und somit auch nicht allzu weit vom Moringa-Wasserloch entfernt liegt. Die Lage ist also schonmal gut.
Halali ächzt unter der Dürre. Zwischen den Häuschen findet man nur noch Staub… Nur in Restaurantnähe gibt es noch etwas bewässerte Wiesen (dieses Detail wird zu einem noch späteren Zeitpunkt wichtig sein).

Das Häuschen selbst ist skurril. Es besteht aus einem Raum, der in Ringform um eine Zwischenwand gebaut ist. Auf der einen Seite der Wand befindet sich das Wohn/Schlafzimmer, auf der anderen Seite der Badezimmerbereich mit Toilette und Dusche. Eine trennende Tür gibt es nicht. Ob das dem Aufkommen einer Honeymoon-Atmosphäre zuträglich ist, sei mal dahingestellt… 😉
Leider findet sich nur ein zusätzlich eingerichteter Schlafplatz, obwohl wir die Hütte für vier Personen gebucht haben. Wir lösen das Problem, indem wir die zwei überdimensionierten Ledersessel, die sich in so vielen NWR-Hütten finden, zu einem Nest-Bett zusammenschieben. Nur um damit jedoch ein neues Problem zu erschaffen: Jetzt wollen beide Kinder in dem neuen Behelfsbett schlafen, das aber nur Platz für eines der Mädchen bietet. Es wird ein Kompromiss gefunden: Ein Kind schläft im Sesselbett, das andere mit der Mama im Doppelbett. Und der Papa wird die Matratze auf dem Fußboden beziehen. Problem gelöst. Klasse. 😉

Die Hütte hält außer der beschriebenen Ringstruktur noch weitere Besonderheiten für den geneigten Honeymooner bereit. Zum einen findet sich über dem Doppelbett ein Dachfenster, das es dem verliebten Paar ermöglichen soll, des nachts den wunderbaren Sternenhimmel Namibias zu genießen. Dumm nur, dass die Scheibe aus Milchglas besteht und zusätzlich durch einen Moskitonetzhimmel verhängt ist. 🤪
Zum anderen hat die Hütte einen kleinen staubigen Privatgarten mit eigenem beheizbarem Whirlpool, der sogar sauberes Wasser enthält. (Wir hatten 2016 in Ai Ais schon einmal so etwas, damals gefüllt mit schwarzer Stinkebrühe…). Unsere Kinder freuen sich über dieses Privatplanschbecken, das sie wegen der herrschenden Wärme auch ganz wunderbar ohne Heizung zur Abkühlung nutzen können. Im Spiegel der herrschenden Dürre erscheint das Vorhalten der betriebsbereiten Becken jedoch durchaus fragwürdig.

Nachdem wir uns eine halbe Stunde akklimatisiert haben, möchte ich einen Birding-Spaziergang im Camp machen und will mir gerade die Kamera mit dem großen Tele schnappen – kann sie aber nicht finden. Ich frage meine Frau nach dem Fotoapparat und sie weiß leider auch nicht, wo er ist. Die Kinder haben ihn auch nicht gesehen. Und so viele Versteckmöglichkeiten hat ein 600er-Zoom-Objektiv dann auch nicht in dieser überschaubaren Hütte. 🙄 Dann muss sie wohl im Auto liegen, aber dort: Fehlanzeige. Angst kommt auf und dann kommt die Erinnerung wie ein Hammerschlag: Ich hatte sie doch bei der Abholung des Schlüssels dabei! Ich muss sie im Eifer des Gefechts in der Rezeption auf einem Sessel liegen gelassen haben! Verflucht! Jetzt rast der Puls und ein unschöner Film läuft vor dem inneren Auge ab – der Verlust von Kamera und Objektiv nebst der bisher gemachten Aufnahmen wäre ein echter GAU. Nicht allein finanziell, sondern auch im Hinblick auf die bisherige und vor allem die noch vor uns liegende Tour. 😣
Ich renne wie von der Tarantel gestochen über den staubigen Platz zum Rezeptionsbereich. Eine gute halbe Stunde ist vergangen, seit wir die Hütte bezogen haben. Ich rechne mit dem Schlimmsten. Atemlos stolpere ich durch die Tür und kann erleichtert aufatmen. Die Kamera liegt tatsächlich noch auf dem Sessel, dem Ort, an dem ich sie geistesabwesend abgelegt habe. Niemand hat sie bemerkt oder als herrenlos erkannt. Sie wurde weder sichergestellt, noch wurde sie entwendet. Ich schnappe sie mir und ein ganzes Gebirge fällt mir vom Herzen. Noch jetzt beim Schreiben wird mir ganz anders, wenn ich an diese Situation zurückdenke… 😮

Freudestrahlend erreiche ich die Hütte und alle sind wir ganz dankbar und erleichtert. So geht es jetzt auf den geplanten Vogelspaziergang, während die Kinder meiner Frau mit ihren Filzstiften die Nägel kunterbunt lackieren. 🙂
Es zeigen sich ein fressender Weißscheitelwürger, kuschelnde Kapturteltauben und einige Sichelhopfe, die gar nicht so leicht zu fotografieren sind.

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Nach 16 Uhr brechen wir dann zu einer kleinen Nachmittagsausfahrt auf.
Wir steuern Rietfontein an, das Wasserloch, das uns 2017 so wunderbare Sichtungen beschert hat, und sehen schon bei der Anfahrt, dass dort ein S.N. neben dem Wasser ausruht. Fantastisch. Hier wollen wir also bleiben und das schöne Tier im immer wärmer werdenden Licht des Nachmittags beobachten. Zum Glück steht der Dickhäuter nach einigen Minuten auf und stillt seinen Durst.

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Irgendwann wollen wir doch noch schauen, ob auf den Ebenen um Salvadora und Co noch etwas Spannendes zu sehen ist und wir fahren die wenigen Kilometer zu den Grasflächen. Es zeigen sich uns die großen Herden, die wir am frühen Nachtmittag bereits gesehen haben. Die Wasserstellen sind jedoch allesamt mehr oder weniger verwaist.

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Also fahren wir bald nach Rietfontein zurück und siehe da: Ein zweites S.N. ist eingetroffen und findet die Anwesenheit des anderen Tieres gar nicht so gut. Es wird wild geschnaubt und es kommt zu eindrucksvoll staubigen Scheinangriffen. Eine wirklich spannende Beobachtung im schönsten Fotolicht.

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Kurz vor Toresschluss sind wir zurück im Camp. Heute essen wir in der Hütte zu Abend und gehen dann abwechselnd zum Wasserloch, da die Kinder lieber spielen und lesen wollen.
Die Sichtungen über den Abend sind recht spärlich. Aber immerhin zeigen sich einige S.N. und auch Tüpfelhyänen. Ich freue mich besonders darüber, dass ich auf dem Rückweg zur Hütte im Licht einer Camplaterne einem Buschhasen begegne und diesen lange beobachten kann. Ich kann sogar noch die Kinder dazu holen, die sich auch sehr über den niedlichen Gesellen freuen.

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Angefüllt mit den schönen Eindrücken des Tages schlafen wir mehr oder weniger gut in den nächsten Tag hinein: Eine im Sesselnest, zwei im Doppelbett, einer auf der dünnen Matratze auf dem Steinboden.

Am kommenden Tag wird sich ein lang gehegter Fotowunsch erfüllen – aber davon wissen wir jetzt natürlich noch nichts. 🙂
Teil 1001. Sept. 2019
6. Kapitel: Man soll den Tag nicht vor dem Abend…
22.07.2019


Heute fahre ich allein zur Toresöffnung in den Park. Die Kinder schlafen tatsächlich noch tief und fest und meine Frau erklärt sich – liebenswürdig wie sie ist 😘 – bereit, mit dem Nachwuchs in Halali zu bleiben, während ich eine kleine Morgenrunde in Richtung Rietfontein drehe.

Am heutigen Tag erscheint der Busch in weiten Teilen geradezu leergefegt. Auf dem Weg zur Hauptstraße zeigt sich kein Wild und erst mit Blick in Richtung Pfanne lassen sich einige weit entfernte Giraffen im Morgenlicht ausmachen.

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Auf dem Weg nach Rietfontein treffe ich dann bereits auf den Höhepunkt dieser frühen Ausfahrt. Direkt neben der Pad äst ein S.N. in aller Gemütsruhe. Ich kann den Wagen gleich neben dem Tier abstellen und es in aller Ruhe beim Frühstück beobachten. Das Knacken der Äste, das Geräusch der Schritte des Dickhäuters – es ist ein tolles Erlebnis diesem Tier so nah kommen zu dürfen.

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Als sich das S.N. schließlich von der Straße entfernt, steuere ich Rietfontein an, das leider auch nach einiger Aufenthaltszeit verwaist bleibt. Also setze ich den Weg gen Salvadora fort, um dort erneut auf die großen Gnu- und Zebraherden zu treffen. Auch Kuhantilogen und ein Temminckrennvogel lassen sich in der Ferne ausmachen. Das Licht ist schön, die Hoffnung bei so vielen Grasfressern auch auf deren Jäger zu treffen, erfüllt sich aber leider auch heute nicht.

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Währenddessen wird in der Hütte fleißig und fröhlich mit dem mitgebrachten Playmobil gespielt. 🙂

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Ich beschließe zum Camp zurückzukehren, um den Rest der Familie abzuholen. Bevor es aber gemeinsam losgeht, besuchen wir das Moringa Wasserloch und haben dort mit Impalas, Kudus und Kuhantilopen einige gewöhnliche, aber nicht weniger schöne Sichtungen außerhalb des Autos.

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Die gemeinsame Ausfahrt führt uns dann über Goas und Nuamses und ist mit einem Wort – frustrierend. 🙁 Abseits der Wasserlöcher zeigt sich im zumeist vorherrschenden Mopanebusch überhaupt kein Wild. Und auch an den Wasserlöchern sind neben den üblichen Verdächtigen, die wir auch ohne Kilometerfresserei am Campwasserloch beobachten konnten, kaum andere Tiere sind vertreten. Einzig Zebras zeigen sich zusätzlich in wirklich großer Zahl. Auch lässt sich eine weibliche Rotschopftrappe sehen.

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Erst nach dem Mittag sind wir zurück im Camp und machen eine lange Pause, die die Kinder im kleinen Pool im Privatgarten planschend verbringen.
Auch ist es Zeit, große Wäsche zu machen. Was weiß man doch den für uns so normalen Luxus einer Waschmaschine zu schätzen, wenn man eine gefühlte Ewigkeit den omnipräsenten Staub per Hand aus der Kleidung gewaschen hat.

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Während die Wäsche in der heißen Sonne vor sich hin trocknet, gehen wir einmal mehr im Camp auf Vogelsuche. Heute sind es vor allem einige Rotschnabeltokos, die wir beobachten können.

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Um 15.30 Uhr geht es gemeinsam los auf eine Nachmittagstour, die uns über Rietfontein nach Salvadora und Co führen soll. Leider verläuft auch diese Tour ähnlich wie der Rest des heutigen Tages.
Auf dem Weg nach Rietfontein zeigt sich uns als Höhepunkt ein Elefantenbulle, nachdem wir uns gerade darüber unterhalten haben, dass Elefanten in diesem Jahr wirklich Mangelware sind und wir uns eine Sichtung wünschen würden. Unsere Sichtungsfee erfüllt diesen Wunsch dann wirklich stehenden Fußes.

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Dass wir uns im Anschluss eine Löwen- oder eine Leopardensichtung wünschen, da vor allem letztere in diesem Jahr schließlich auch Mangelware seien, bleibt unbeachtet. So leicht lässt sich die Sichtungsfee dann doch nicht hinters Licht führen…
😉

Rietfontein ist noch immer wildfrei und auf den Grasebenen am Rand der Pfanne bieten sich uns die gleichen Bilder wie am Morgen und am Vortag. Als stets wiederkehrender Vertreter der Vogelwelt ist auch heute der Trauerdrongo gleich in mehrfacher Besetzung vorhanden.


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Ganz zum Schluss freuen wir uns über ein Steinböckchen, das wir auf dieser Tour bisher noch nicht unverbuscht gesehen haben.

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Etwas enttäuscht von der Ausbeute des Nachmittags kehren wir nach Halali zurück. Der heutige Tag war ein gutes Beispiel dafür, dass Sichtungen nicht auf Bestellung erfolgen (wenn man den Elefantenbullen einmal ausnimmt…) und stets eine große Portion Glück dazugehört, in der freien Wildbahn Tiere zu entdecken. Jedenfalls solche, die über das „normale“ Plainsgame hinausgehen.
Aber man soll den Tag ja nicht vor dem Abend - abschreiben... 😗
Teil 1102. Sept. 2019
Fortsetzung: 22.7.2019

Nachdem wir kurz vor Toresschluss Halali erreicht haben, suchen wir das Moringa-Wasserloch auf, um dort den Sonnenuntergang zu erleben.
Schon während des Aufstiegs auf den kleinen Aussichtshügel ist durch den Palisadenzaun zu erkennen, dass sich eine kleine Elefantenherde am Wasserloch aufhält. Wir freuen uns total, dass uns das Wasserloch nach dem mauen Gamedrive am Nachmittag gleich mit einer schönen Sichtung empfängt.

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Wir machen es uns gemütlich. Es ist recht voll auf den Bänken, trotzdem herrscht eine konzentrierte Atmosphäre. Das schätzen wir an Halali sehr.
Als wir die Elefanten eine kurze Weile beobachtet haben, lässt sich im Busch hinter der Wasserstelle ein S.N. erkennen, das seinen Durst stillen möchte. Der Abend fängt ja gut an!

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Mit den Elefanten wird ausgehandelt, wer an welcher Stelle das Wasserloch nutzen kann und alles bleibt friedlich – bis ein weiteres S.N. die Bühne betritt.

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Beide Dickhäuter scheinen ihr jeweilige Nähe zueinander nicht wirklich zu schätzen. Es wird geschnaubt und gegrunzt. Auf einmal beginnt eines der beiden Tiere im Staub zu scharren und startet einen Frontalangriff, der erst in der letzten Sekunde an Schwung verliert, so dass sich beide S.N. ein Kräftemessen im Horn-an-Horn-Schieben liefern. Ganz gespannt beobachten wir das Duell der beiden Kraftprotze.

Es folgt als Daumenkino die Konfrontation:

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Momente später zieht sich einer der beiden Dickhäuter in den Busch zurück und wartet, bis der andere seinen Durst gestillt hat.
Schließlich verabschieden sich sowohl die Elefanten als auch die Sonne für diesen Tag von uns und wir bleiben noch ein wenig am Wasserloch, um das verbleibende S.N. zu beobachten.

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Dann siegt jedoch der Hunger und auch wir ziehen uns zurück – aber natürlich nur zwischenzeitlich.
Heute haben wir beschlossen, dem Restaurant des Rastlagers eine Chance zu geben, obgleich wir das angebotene Buffet recht teuer finden. Seit 2009 hat sich sein Preis verdoppelt. 😗

Da die Kinder erstmal spielen und sich bewegen wollen, gehen wir recht spät ins Restaurant und finden ein schon recht abgefuttertes Angebot vor. Das frisch gegrillte Wildfleisch schmeckt dabei ganz wunderbar, während die Speisen aus den Warmhaltebehältnissen von unterdurchschnittlicher Qualität sind. Alles ist sehr verkocht und lieblos hergerichtet. Das mag natürlich auch dem späten Zeitpunkt unseres Besuchs geschuldet sein, ist jedoch im Angesicht des aufgerufenen Preises etwas enttäuschend. Wir lassen uns trotzdem Zeit mit dem Essen und verlassen mit den letzten Gästen den Speisesaal. Meine Frau bleibt kurz zurück, um die Rechnung zu zahlen – als ich schon aufgeregt wieder in den Saal stürze und sie bitte, schnell herauszukommen.

Folgendes ist nämlich passiert: Als ich mit den Kindern die Terrasse des Restaurants verlassen will, entdecke ich auf dem Rand eines ungenutzten Pflanzkübels eine kleine Silhouette. Ein Bushbaby! 🤩 Wir verharren kurz und mein Puls schießt in die Höhe. So nah und so „statisch“ habe ich dieses Tier bisher noch nie sehen können.
Nachdem ich meine Frau geholt habe, renne ich zur Hütte – denn dort liegt unsere Kamera… Ganz fest drücke ich die Daumen, dass der Galago noch da ist, wenn ich zurück bin. Und ich habe Glück, es ist sogar noch ein zweites Bushbaby dazugekommen und wir können beide nun eine ganze Zeit dabei beobachten, wie sie von den umliegenden Bäumen auf den Kübel springen, im Kübel verschwinden, dort Flüssigkeit zu sich nehmen und wieder in den Bäumen verschwinden. Es ist total beeindruckend, wie hoch die kleinen Kerle aus dem Stand springen können.
Wir sind ganz aufgeregt und absolut glücklich. Haben wir zwar schon einige Male Galagos gesehen, jedoch noch nie hat die Sichtung länger als wenige Sekunden gedauert – von der Möglichkeit ein (mehr oder weniger gelungenes) Foto der Nachtäffchen zu bekommen ganz zu schweigen.

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Irgendwann ist die halbe Besetzung des Restaurants hinter uns versammelt und beobachtet konzentriert gemeinsam mit uns – ganz alltäglich scheint der Bushbaby-Besuch an der Terrasse also nicht zu sein.
Die Sichtung dauert an Ort und Stelle bestimmt fünfzehn Minuten. Und im Anschluss können wir die Galagos immer wieder in den Bäumen auf der bewässerten Wiese entdecken und manchmal sogar hüpfend auf dem Boden, wenn sie an einem leckenden Rasensprenger ihren Durst stillen.
Mit unseren Taschenlampen versuchen wir ihnen im Geäst zu folgen, was wegen ihrer Geschwindigkeit und Behändigkeit sehr schwierig ist. Dabei entdecken wir zu unserem Glück noch einen Perlkauz, der uns aber leider kein Foto gestattet.

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Nach einer guten halben Stunde intensiver Bushbaby-Beobachtung geht’s erstmal zurück in die Hütte – mit einem strahlenden Lächeln ausgestattet allesamt, denn auch die Kinder sind jetzt echte Galagofans. 😁

Abwechselnd geht es dann für die Erwachsenen nochmal zum Wasserloch, während die Kinder schon schlafen. Ein alter S.N.-Haudegen zeigt sich dabei meiner Frau, während ich noch einige Hyänen fotografieren kann.

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Sehr zufrieden mit diesem Abend in Halali schlafen wir ein und freuen uns darüber, dass man auch nach zahlreichen Reisen in der Region immer wieder Momente hat, die jede Tour aufs Neue zu einem unverwechselbaren Erlebnis werden lassen. 🙂
Teil 1204. Sept. 2019
7. Kapitel: Im Osten gibt es Elefanten
23.07.2019


So langsam kehrt Nationalparkroutine ein: Pünktlich zur Toresöffnung um halb acht sind wir als Familie wieder unterwegs. Heute heißt es Abschied nehmen von der Gegend um Halali, denn wir müssen weiter gen Osten nach Namutoni ziehen, wo wir die kommenden drei Nächte verbringen werden. Auf die Unterkunft sind wir sehr gespannt, haben wir bisher doch immer in einer Mushara-Variante übernachtet.

Wir entschließen uns, den Morgen für eine Abschiedsrunde gen Rietfontein zu nutzen und einem unserer Lieblingswasserlöcher für jetzt Lebewohl zu sagen.
Bereits auf dem Weg zur Hauptstraße können wir ein weiteres S.N. im schönen Morgenlicht dabei beobachten, wie es seinen Hunger im dichten Busch stillt. 🙂 Die diesjährige Frequenz der S.N.-Sichtungen haut uns wirklich um. Bei unseren vergangenen Besuchen haben wir Tageslichtsichtungen von S.N. als eher rar erlebt – und dieses Jahr sehen wir die Tiere in einer für uns ungewöhnlichen Häufigkeit. Das tut natürlich unserer Freude über jede einzelne Sichtung dieser tollen Geschöpfe keinen Abbruch – wir sind einfach dankbar, dass man in der Etosha noch (und hoffentlich auch in Zukunft…) eine gesunde Population vorfinden kann.

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Bis kurz vor Rietfontein haben wir dann keine weiteren Sichtungen. Auf der von der Dürre ausgezehrten Ebene östlich der Wasserstelle bewegen sich jedoch zwei Punkte im Zickzack in unsere Richtung. Endorphine werden freigesetzt: Es handelt sich um ein Löwenpärchen. 😁

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Jetzt ist Geduld gefragt. Langsam aber sicher kommen die Katzen näher. Sie immer vorneweg, er hintendran. Typisches Honeymoonerverhalten.

Nach einiger Zeit sind die Löwen ganz nah an der Pad und queren sie dann, was das Fotografenherz erfreut, denn nun werden sie schön vom warmen Morgenlicht ausgeleuchtet.

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So entsteht auch eines meiner Lieblingsbilder dieser Reise:

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Wir genießen diese Löwensichtung sehr – ist sie doch die erste dieser Tour, die so nah und nicht in schlechtem Licht stattfindet und bei der die Tiere zudem noch dauerhaft Aktivität zeigen. Zum Glück lassen sich die Raubkatzen auf ihrem Spaziergang sehr viel Zeit und wir können sie lange beobachten.

Als sie schließlich im weit entfernten Busch verschwinden, können wir dort einen weiteren Löwenkater ausmachen, der an einem Riss ruht – leider viel zu weit weg und zu verbuscht für ein Foto. Den hätten wir erst gar nicht entdeckt, wenn unsere Blicke nicht dem Löwenpärchen gefolgt wären.

Wir fahren zum Abschluss nach Rietfontein und beobachten einen Schabrackenschakal, der sich auf dem „Parkplatz“ sonnt und sich von den herumfahrenden Autos überhaupt nicht stören lässt.

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Dann kehren wir sehr zufrieden mit der Ausbeute dieser knapp zwei Stunden nach Halali zurück und frühstücken in aller Ruhe, damit die Kinder genug Kraft und Ausdauer für die Fahrt gen Osten sammeln können.
Bevor wir Halali verlassen, wollen wir auch dem Moringa-Wasserloch noch einen letzten Besuch abstatten.

(wird fortgesetzt)
Teil 1306. Sept. 2019
Fortsetzung

Nach dem Frühstück suchen wir gleich das Wasserloch auf. Es ist wenig los auf der Besuchertribüne und wir können das Treiben am Wasserloch in aller Ruhe genießen.

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Dann geht es ans Packen. Während ich gemeinsam mit den Kindern das Auto belade und letzte Einkäufe im dezent bestückten Shop tätige, geht meine Frau auf Birdingtour über des Rastlagers Restwiesen. Dabei kommen ihr vor allem Sichelhopfe, aber auch ein Damarabaumhopf und Nacktohrdrosslinge vor die Linse – eine Erstsichtung. Natürlich sind auch Buschhörnchen unterwegs.

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Dann geht es los gen Osten. Wir steuern als erstes den Etosha Lookout an und sehen kurz vor Erreichen der Pfanne in weiter Ferne ein weiteres S.N.

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Die Leere, die von der schmalen Fahrbahn durchbrochen ist, ist immer wieder wahnsinnig beeindruckend. Und auch dieses Mal will es uns nicht gelingen die weiße Weite der Pfanne wirkungsvoll fotografisch festzuhalten. Es fehlen einfach Fixpunkte. Die Kinder sind vor allem fasziniert von den Luftspiegelungen am Horizont, die uns das Vorhandensein von Wasser vorgaukeln.

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Nach der Rückkehr aus der Pfanne geht es schnurstracks nach Osten über eine zu unserer Freude stetig besser werdende Pad. Bald zeigt sich am Rand der Pfanne eine Elefantenherde, die schnurgerade aufgereiht ihres Weges zieht. Wir warten etwas, bis sie in die Nähe der Straße kommen und freuen uns über die Anwesenheit der Dickhäuter, wobei unsere Große, seitdem wir einmal im Pilanesberg NP zwischen zwei Elefantenfamilien geraten sind, eine ziemliche Angst vor Elefantennahbegegnungen hat. Auf ihren Wunsch hin fahren wir dann auch bald weiter.

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Wir erreichen Springbokfontein und Batia – zwei Wasserstellen, die auch in diesem Jahr in einer schönen Graslandschaft liegen. Entsprechend viele Gnus sind anwesend. Aber auch Elefantenbullen lassen sich sehen.

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Die Elefantensträhne setzt sich am Wasserloch Kalkheuvel fort – so sehr wir um Okaukuejo und Halali auf Elefantenentzug waren, so regelmäßig zeigen sich jetzt die grauen Riesen. Wir freuen uns darüber.

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Gegen 14.30 Uhr erreichen wir schließlich Namutoni. Zum ersten Mal werden wir als Übernachtungsgäste bleiben und sind entsprechend gespannt – man hört ja nicht so viel Gutes über dieses Rastlager.

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Im Vorfeld der Reise war es extrem schwierig, Betten im Osten Etoshas zu bekommen – alle Lodges außer der großen Mokuti-Lodge hatten keine Zimmer für uns als Familie – und ich konnte über die NWR-Website nur gestückelte Buchungen für Namutoni tätigen. In der ersten Nacht hätten wir ein Doppelzimmer gehabt, in der zweiten ein Bushchalet und in der dritten wieder ein Doppelzimmer… Tägliche Umzüge wären die Folge und dazu eine lästige mittägliche Obdachlosigkeit. Beim Einchecken war es dann überhaupt kein Problem, die Doppelzimmernächte gegen Übernachtungen im Bushchalet zu tauschen. Auch weitere Zimmer schienen noch frei zu sein… Glück gehabt – anscheinend wurden Kontingente kurzfristig freigegeben…

Als wir in den uns unbekannten Teil des Camps fahren, sind wir erstmal erschrocken. Die Bushchalets gruppieren sich in einem lockeren Halbkreis in einer ungepflegten Ödnis, die von bröckelnden Zementpfaden durchbrochen ist. Palisadenzäune stehen windschief herum. Ein Wirtschaftsgebäude, das im Zentrum der Anlage steht, glänzt mit zerbrochenen Fensterscheiben. Bei dem hier aufgerufenen Preisen ist dies tatsächlich etwas schief… Hier müsste man mal wieder investieren… 😈

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Die Inneneinrichtung des Bushchalets dagegen ist vollkommen in Ordnung. Für NWR-Verhältnisse ist es stilvoll möbliert und verfügt über ein luxuriöses Bad mit Wanne und Außendusche, das durch einen breiten Durchgang (natürlich ohne Tür…) mit dem Schlafbereich verbunden ist. Trotzdem kann man sich hier drin wohlfühlen und wir sind froh, für die drei Nächte durchgehend hier sein zu können. Vor allem, da die Kinder das Himmelbett als Spielplatz sehr lieben.

Ein Spaziergang durch das Camp führt zu einer ersten Begegnung mit den ansässigen Zebramangusten. Und ich beschließe, heute einen Nightdrive zu machen – eine Premiere für mich im Etosha.

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Erst nach halb fünf machen wir uns für eine Sundownertour auf den Weg. Zuerst ist die Landschaft um Namutoni recht tierlos. An Chudop zeigen sich einige Giraffen – mehr ist nicht drin.

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Bei Klein Namutoni haben wir mehr Glück. Als wir eintreffen, ist eine große Elefantenherde im und am Wasser. Bald kommt eine zweite hinzu, sodass wir aus nächster Nähe etwa sechzig Dickhäuter beim Trinken und (Staub-)Bad beobachten können. Unsere Große ist sehr angespannt und wir versuchen, immer genug Abstand zu den Tieren zu halten und lieber aus zweiter Reihe zu beobachten. So können wir alle damit leben – denn das Spektakel, das sich uns hier bietet, möchten wir nicht verpassen. 🙂

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Irgendwann reißen wir uns los und fahren noch eine Runde nach Chudop. Unterwegs entdecken wir einen Rock Kestrel und am Wasserloch wieder Giraffen und ein dieses Jahr seltenes Warzenschwein.

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Also kehren wir noch einmal nach Klein Namutoni zurück und lassen den Tag gemeinsam mit den noch immer anwesenden Elefanten ausklingen.

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Die kurz nach Sonnenuntergang bereits um 19 Uhr beginnende Nachtfahrt findet auf einem Landcruiser mit drei Sitzreihen statt – eine schöne Abwechslung zu den Nightdrives im Kruger, die so oft auf einem großen LKW angeboten werden.
Sehr gewöhnungsbedürftig ist, dass hier nur der Guide ein Spotlight zur Hand hat – er fährt und leuchtet also gleichzeitig. Außerdem ist das Licht im Etosha knallrot gefärbt, um die Tiere weniger zu stören. Für Fotos ist das erstmal schwierig – ich habe im Nachhinein das Rot aber recht gut reduzieren können.

Der Guide macht bei der Begrüßung die üblichen Guide-Witze: „It is called a game drive. We play a game. Sometimes we win. Sometimes we lose." Unterwegs wird dann auch noch der Knaller gezündet, dass Impalas wegen ihrer Popozeichnung das Bush-McDonald’s seien. Nun ja… 😵
Wir werden darüber informiert, dass wir nicht nach Westen fahren können, da heute Nacht die Grader des Straßensanierungsprogramms ihre Arbeit aufnehmen werden.

Also geht es erstmal nach Klein Namutoni. Der Guide meint, dass man unterwegs nichts sehen würde und wir daher an den Wasserstellen warten würden. Ich finde es leider wenig befriedigend, die Elefanten, die ich vor einer knappen Stunde noch bei Tageslicht beobachten konnte, jetzt im knallroten Schein des Spotlights zu betrachten. Aber wir sind hier ausdauernd und bleiben bestimmt 20 Minuten an diesem Ort.

Als es weitergeht, bin ich ehrlich gesagt ganz erleichtert. Dann halten wir aber bei Impalas und auch bei Giraffen… Das ist doch der Hauptgrund, eine Nachtausfahrt zu buchen… 😵

Wir fahren dann in Richtung der Okevi Wasserlöcher und sehen bei Klein Okevi einen Schakal und einen Fleckenuhu, über den ich mich sehr freue. 🙂

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Auf dem Weg nach Groot Okevi können wir am Rand der Pad einige Löffelhunde und einen Springhasen entdecken. Es sind also nicht nur die Wasserstellen interessant… 🙂 An Fotos ist leider nicht zu denken. Die Löffelhunde sind schnell, die Lichtsituation alles andere als optimal. Auch dadurch, dass der Guide den Lichtkegel recht erratisch tanzen lässt. Ich beschließe also, das Fotografieren zu lassen und möglichst mit dem bloßen Auge zu genießen.

Bei Groot Okevi trinken gerade drei S.N., die sich durch das rote Licht durchaus gestört fühlen. Also stellt der Guide es aus und wir sitzen in absoluter Finsternis und horchen auf die Geräusche der Trinkenden. Das ist schon eine schöne Atmosphäre.
Bald treten wir die Rückfahrt über den Pan’s Edge Turnout an und ich werde immer müder. Bald entdecken wir einen auffällig dicken Löffelhund. Aber Moment mal – der vermeintliche Löffelhund hat ja Streifen und seine Ohren wollen auch nicht so ganz ins Löffelhund-Schema passen… Ein Erdwolf! 🤩 Eine Erstsichtung für mich (auch wenn andere Forumsmitglieder auf jeder Reise einen entdecken… 🤪 ). Mein Puls schießt nach oben. Entgegen meinem Vorsatz schnappe ich die Kamera und halte einfach drauf. Die Müdigkeit ist wie verflogen und ich bin ganz euphorisch. Jetzt hat sich dieser durchaus gewöhnungsbedürftige Drive auf den letzten Kilometern doch noch gelohnt. Es ist nicht leicht, bei der schwachen Beleuchtung einigermaßen scharfe Fotos zu bekommen. Aber immerhin: Man erkennt, dass es ein Erdwolf ist und damit bin ich erstmal vollauf zufrieden. Die restliche Fahrt zurück ins Camp lächele ich zufrieden in mich hinein. 🙂

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Zurück im Camp treffe ich in der Hütte meine Familie wieder. Sie berichten mir, wie sie den Abend im Restaurant des Camps bei einem ganz schmackhaften Abendessen verbracht haben und ich zeige ihnen die Fotos der Ausfahrt. Gemeinsam lassen wir den langen und ereignisreichen Tag ausklingen und schlafen bald ein.

Ein schönes Wochenende wünscht
Sascha
Teil 1409. Sept. 2019
8. Kapitel: (Endlich) Ruhe in und um Namutoni
24.07.2019

Es liegt eine recht unruhige Nacht hinter uns, die von häufigem Trippeln und lauten Quietschgeräuschen begleitet war. Wir wachen regelmäßig auf und fragen uns, welche Tiere da wohl unter unserem Dach hausen mögen. Am frühen Morgen finden die Kinder bei einer kleinen Hausumrundung schnell heraus, dass tatsächlich Zebramangusten über uns wohnen, die über die Äste eines nahen Baumes Zugang zum „Dachgeschoss“ bekommen. Wir wussten vorher gar nicht, dass diese Mangusten überhaupt auf Bäume klettern...
Da die Geräusche doch sehr laut sind und uns zeitweise um den Schlaf gebracht haben, melden wir die Mitbewohner (mit etwas schlechtem Gewissen) dem Housekeeping, das sich im Lauf des Tages darum kümmern möchte.

Etwas unausgeschlafen brechen wir bei Toresöffnung zu einer kleinen Morgenrunde in Richtung der Okevi Wasserlöcher auf und werden auf dem Weg dorthin bereits von einem wohlgenährten Löwenkater begrüßt, der am Rande der Pfanne im schönen Licht der Morgensonne gen Norden zieht. 🙂

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Wir hoffen, dass er Klein Okevi zum Ziel hat, um dort zu trinken und positionieren uns dort. Leider taucht der Löwe aber auch nach längerer Wartezeit nicht auf, er wird sich wohl irgendwo im dichten Busch niedergelassen haben.

An den Wasserlöchern der Umgebung ist am heutigen Morgen recht wenig los. Wir sehen einige Zebras und Kudus. Dazu zeigt sich noch eine größere Ansammlung von Graulärmvögeln. Und das wars dann auch schon.

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Bevor es zum Frühstück geht, fahren wir noch den Pan’s Edge Turnout und genießen vor allem die Blicke in die Weite der Etoshapfanne, die immer wieder mit fotogenem Wildlife garniert sind.

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Vor allem über eine Ansammlung von Straußen beim Staubbad freuen wir uns. Das konnten wir so bisher noch nicht beobachten.

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Nach unserer Rückkehr geht es erstmal zum Frühstück. Das Buffet lässt kaum Wünsche offen und wir genießen einmal mehr leckere Omeletts und frischen Joghurt mit Früchten.

Bald darauf wird unser Chalet mangustensicher gemacht. Dafür sind rund sieben NWR-Mitarbeiter angerückt. Zuerst muss der Moskitohimmel abgebaut werden, dann wird eine Leiter an eine kleine Deckenluke angesetzt und nach und nach klettern die Männer durch die Luke, bis sie fast alle in dem kleinen Dachraum verschwunden sind. Die Szene erinnert stark an das endlose Einmarschieren der römischen Legionäre in „Monty Python’s Life of Brian“ und so können wir uns ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen… 😛
Unterm Dach ist es dunkel und so ist es gut, dass wir Taschenlampen dabeihaben, die dann auch gern ausgeliehen werden. Nach einer ganzen Weile und einigem Gerumpel ist der Mangustenzugang anscheinend fest verschlossen, alle Männer die Leiter herabgeklettert, das Bett wieder aufgebaut und die Brigade zieht ab. Für unsere Mädels war die Beobachtung des fleißigen Treibens der Höhepunkt des Morgens, den sie von unserer kleinen Terrasse aus gespannt verfolgt haben. Wer braucht da schon Löwen und Co? 😉

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Heute machen wir eine ausgedehnte Pause im Camp, in der unser Nachwuchs in vollen Zügen den kleinen Pool genießt, im staubigen Umfeld der Hütten herumtollt und auf der Ladefläche des Landcruisers eine gemütliche Bude baut . Wir spielen mitgebrachte Gesellschaftsspiele und haben einfach eine schöne Familienzeit.
Zum Mittag gibt es recht leckere Burger. Aber merke: Wenn man im Restaurant einen Cheeseburger bestellt, bekommt man, nachdem man schon bei der Bestellung skeptische Blicke geerntet hat, ein Burgerbrötchen überbacken mit Käsescheibe und ganz ohne Fleisch. Als wir das Missverständnis aufklären, lachen wir gemeinsam herzlich mit dem Servicepersonal. Man bestelle also besser gleich einen Beef-Burger with cheese… 😄

Um 15.30 Uhr wollen wir nach all der Freizeit im Camp zu einer Nachmittagsausfahrt in den Park zu fahren.
(Fortsetzung folgt)
Teil 1511. Sept. 2019
Fortsetzung

Unsere Nachmittagsausfahrt führt uns um die Fisher’s Pan, da das Sichtungsbuch in Namutoni in den letzten Tagen einige Gepardensichtungen bei Twee Palms aufweist.
Auf dem Weg um den kleinen Nachbarn der Etoshapfanne begegnen uns vor allem Oryx. Aber auch einige Riesentrappen und Warzenschweine lassen sich sehen.

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Bei Twee Palms zeigen sich leider keine Geparden – einzig einige Zebras und ein Elefant lassen sich beobachten. Dabei fällt auf, dass das Wasserloch seinen Namen leider nur noch zu Unrecht trägt, liegt doch die zweite der namensgebenden Palmen tot auf der Erde - ‘n palmboom wäre der derzeit passendere Name…

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Wir wenden in der Nähe des Wasserlochs und fahren Klein Namutoni an. In der Nähe der Wasserstelle treffen wir u.a. auf einige Dikdiks, über die wir uns sehr freuen.

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Dann geht es noch einmal gen Klein Okevi. Vielleicht ist der Löwe von heute früh noch in der Nähe?
Als wir am Wasserloch eintreffen, werden wir jedoch von einem ganz anderen Vierbeiner empfangen. Im schönsten Licht des Spätnachmittags treffen wir auf ein stattliches B.N.
Mit B.N. rechnen wir im Etosha überhaupt nicht, umso mehr freuen wir uns über diese Sichtung. Sind es im Kruger vielmehr die S.N., die als besondere Sichtung zu verzeichnen sind (wobei N.-Sichtungen eigentlich immer etwas Besonderes sind…), so sind es hier die B.N., die nur in recht kleiner Anzahl im Nationalpark vorkommen, nachdem sie vor Jahren wiedereingeführt worden sind.
Lange lässt sich das Tier auf einer Wiese nahe der Pad beobachten – wir genießen jede Sekunde davon. Und auch die Kinder freuen sich über die Nähe des Riesen – und über eine weitere in diesem Urlaub gesichtete Spezies.

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Auf der Rückfahrt machen wir Halt bei einem Schabrackenschakel, der direkt neben der Straße an den Überresten eines Kudus knabbert und sich von uns dabei überhaupt nicht stören lässt.

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Die Sonne steht bereits tief, als wir Koinachas erreichen und dort erneutes Sichtungsglück haben. Eine S.N.-Kuh mit ihrem Kalb befindet sich gerade beim Trinken, als wir unser Auto auf die kleine Anhöhe fahren. Außer uns ist niemand anwesend und so können wir die Begegnung in aller Ruhe genießen, wenn auch zu dieser Tageszeit bei weitem kein optimales Fotolicht an dieser Wasserstelle herrscht.

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Ein kurzer Abschiedsabstecher nach Klein Namutoni bringt keine neuen Begegnungen hervor. Unsere Sichtungsfee ist müde – wir sind es auch. Und so steuern wir alsbald das Rastlager an und verbringen einen ruhigen Abend. Am Wasserloch des Camps, das wir immer mal wieder aufsuchen, zeigt sich kein Tier.
Morgen bricht der letzte ganze Tag im Etosha Nationalpark an. Wir sind gespannt, ob er uns ein schönes Finale bieten wird.

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Teil 1613. Sept. 2019
9. Kapitel: Finale im Etosha (Teil 1)
25.07.2019


Einmal mehr schaffen wir es pünktlich zur Gateöffnung gemeinsam auf eine Ausfahrt zu starten. Das ist ein echter Vorteil der späten Öffnungszeit. 😉
Ein anderer Vorteil zeigt sich alsbald. Da nur wenige Autos zur Toresöffnung Namutoni verlassen, erreichen wir nach wenigen Minuten Klein Namutoni und sind dort ganz allein. Die Besucher der Lodges außerhalb werden noch einige Zeit benötigen, um die Zufahrtsstraße zu absolvieren.
Leider sind wir nicht nur bezogen auf weitere menschliche Besucher allein – auch Wildtiere suchen wir vergeblich. 😵 Als sich Ernüchterung einstellen will, taucht plötzlich eine Tüpfelhyäne auf, die zuerst in hohem Tempo hin und her rennt, sich dann aber beruhigt und sich in der schönen Stille des Morgens lange beobachten lässt. Erst als sich die Umgebung des Wasserlochs mit Gamedrivefahrzeugen zu füllen beginnt, verabschieden wir uns von der Hyäne und freuen uns über einen wirklich gelungenen Tagesbeginn.

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Als nächstes Ziel steuern wir Chudop an und freuen uns bereits, als wir die Wasserstelle erreichen. Eine Herde Elenantilopen ist anwesend! Für uns war es ein großer Wunsch diese imposanten Antilopen nach so langer Zeit wieder bei Chudop beobachten zu können – denn hier hatten wir 2008 unsere allererste Elen-Sichtung und danach im Etosha immer nur einzelne Bullen (und auch das selten). In dem sanften Licht des anbrechenden Tages ist die Begegnung mit der Herde dann gleich nochmal so schön.

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Auch Zebras und eine Riesentrappe lassen sich in der schönen Morgenstimmung am Wasser sehen.

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Zufrieden verlassen wir die Wasserstelle, als sich die Elenantilopen in den umgebenden Busch zurückgezogen haben. Wir wollen nach den schönen Sichtungen, die wir dort in den letzten Tagen hatten, noch einmal in Richtung der Okevi Wasserstellen fahren.

Und einmal mehr haben wir an diesem Morgen Glück. Etosha scheint uns Abschiedsgeschenke machen zu wollen und wir sagen Danke für zwei Löwen, die etwas abseits der Pad in Richtung Fisher’s Pan liegen. 🙂 Sie sind faul wie so oft – trotzdem ist es schön zu sehen, wie die zwei Katzen die wärmenden Strahlen der Morgensonne zu genießen scheinen.

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Irgendwann legen sich beide Löwen flach auf die Erde und werden hinter den niedrigen Büschen der Ebene unsichtbar. Wir beschließen uns ihre genaue Position einzuprägen und später wiederzukommen.

Jetzt ist es schon wieder höchste Zeit fürs Frühstück und ich setze meine Familie schonmal im nahen Namutoni ab und darf noch eine kleine Runde allein drehen. Es ist ein echter Vorteil dieser Gegend, dass die Wege zwischen den attraktiven Wasserstellen hier so kurz sind.
Ich fahre noch einmal nach Chudop und erhalte dort den Tipp gen Westen zu fahren, da dort ein S.N. auf der Ebene gesehen wurde. Gesagt getan. Schon bald kann ich den Dickhäuter erkennen – leider spaziert er auf der ungünstigen Lichtseite. Auf der anderen Straßenseite jedoch lassen sich an Ort und Stelle zwei Elefanten entdecken. Die beiden Riesen werden bedeutend schöner ausgeleuchtet. Und so genieße ich eine knappe Viertelstunde zwischen den beiden Tierarten – links von mir Elefanten, rechts von mir ein S.N. – was für ein schöner Ausklang dieser rundum schönen Morgenpirschfahrt.

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Als ich ins Camp zurückkehre, frühstücken meine Mädels bereits gemütlich und ich kann mich noch kurz zu ihnen gesellen.
Es schließt sich wieder eine lange Mittagspause an, in der gespielt wird, was das Zeug hält: Heute muss der Canopy des Landcruisers mal wieder als Klettergerüst herhalten. Und ohne ein Eis aus dem im Vergleich mit den anderen Campshops recht gut bestückten Laden darf die Pause natürlich auch nicht vergehen. 🙂

Nach diesem schönen Safarimorgen und der entspannten Mittagszeit sind wir schon sehr auf unsere letzte Nachmittagsausfahrt im Rahmen des diesjährigen Etoshabesuchs gespannt. Rund um Namutoni gefällt es uns in diesem Jahr ausgesprochen gut. 😉
Teil 1715. Sept. 2019
Und es geht weiter...

Fortsetzung: Finale im Etosha

Um 16 Uhr geht es wieder gemeinsam in den Park. Unsere letzte gemeinsame Ausfahrt im Etosha beginnt.
Wir beschließen zuerst zu der Stelle zu fahren, an der in Richtung der Okevi-Wasserlöcher am Morgen die Löwen lagerten.
Hinter dem niedrigen Buschbewuchs lassen sie sich tatsächlich schemenhaft ausmachen – sie sind also noch da, aber quasi unsichtbar. Ein Gamedrive-Wagen der Mushara-Lodge hält an und gibt uns den Hinweis, dass nur wenige hundert Meter nördlich ein Leopard gesichtet wurde und wir fahren natürlich sofort los – dankbar für den Tipp, aber auch durchaus angespannt.

Kurze Zeit später sehen wir die Leopardenstelle schon durch einige Fahrzeuge unmissverständlich markiert. Als wir uns nähern, bekommen wir ein Lichthupensignal eines Anwesenden, das das Crossing des Leoparden ankündigt.
Durch das Zeichen bremsen wir früh genug und können unsere Kamera wenigstens für ein paar Beweisfotos bereit machen. Die wunderschöne Raubkatze quert direkt vor unserem Auto die Pad und verschwindet nach wenigen Augenblicken schon wieder im gegenüberliegenden Busch, der so dicht ist, dass an scharfe Fotos eines sich schnell bewegenden Objektes nicht zu denken ist.

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Trotz der Flüchtigkeit der Sichtung sind wir total froh, gerade noch zum rechten Augenblick an Ort und Stelle gewesen zu sein. Immerhin ist dies unser erster Leopard dieser Reise – und er reiht sich ein in die spärlichen Leopardensichtungen unserer vergangenen Etosha-Besuche, die allesamt von eher kurzer Dauer waren.

Frohen Mutes drehen wir um und fahren zurück zu den Löwen, die noch immer kaum sichtbar sind. Unterwegs dorthin begegnet uns eine weibliche Rotschopftrappe, die sich weit bereitwilliger beobachten lässt.

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Auf geht es nach Chudop, wo wir im stets schöner werdenden Licht (wie immer) einige Giraffen und auch einige Oryx – die letzten dieser Reise – antreffen.

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Am Rand des Waldes streichen Tüpfelhyänen umher. Der Bau, den es hier seit Jahr und Tag gibt, scheint also noch immer genutzt zu werden.

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Dann machen wir eine erneute Stippvisite bei den Löwen. Es wird noch immer geschlafen – gut, dass die Wege in diesem Bereich des Nationalparks vergleichsweise kurz sind. Wir beschließen also, später noch einmal vorbeizuschauen.

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Unser nächstes Ziel soll Klein Namutoni sein. Auf dem Weg dorthin treffen wir in der Nähe des Campwasserlochs von Namutoni bereits auf einen imposanten Elefantenbullen direkt an der Pad, der als Einstimmung auf die folgenden Eindrücke dienen mag.

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Denn an und in Klein Namutoni halten sich bei unserem Eintreffen neben Zebras, Impalas, Kudus und Giraffen sehr viele Dickhäuter auf. Und so bekommen wir ein wunderschönes Elefanten-Badespektakel als Abschiedsgruß serviert.

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Es ist einfach nur schön, die grauen Riesen beim Planschen und Spielen aus nächster Nähe zu beobachten. Und da sie sich überhaupt nicht für uns interessieren, ist auch unsere Große bei dieser Sichtung ziemlich entspannt.

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Als die Elefanten schließlich das kühle Nass verlassen und sich der Horizont immer stärker der Sonne nähert, reißen wir uns los und spielen den Vorteil des nahen Nachtquartiers aus. Denn unser Häuschen in Namutoni ermöglicht es uns, noch einmal zu den Löwen zu fahren.

Wir sind dort allein auf weiter Flur, als sich nach einigen Minuten tatsächlich etwas tut: Die Löwin steht auf, gähnt und legt sich wieder hin. Objektiv ist das wenig spektakulär. Aber für uns ist dies ein schöner Abschiedsgruß nach dieser so trockenen und doch so ereignisreichen Woche im Etosha. Ein gelungener Schlussakkord des heutigen Finales.

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Pünktlich zum Toresschluss erreichen wir Namutoni und besteigen gleich den Aussichtsturm des Forts.

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Es bieten sich uns schöne Blicke auf den umliegenden Busch und weniger schöne auf den maroden Bauzustand des historischen Gebäudes. Schade, wenn man bedenkt, wie das Fort zu großen Teilen dem Verfall überlassen zu sein scheint.

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Die große Aussichtsterrasse ist seit Jahren gesperrt und nicht mehr begehbar. Im Innenhof herrscht gähnende Leere, seit Lebensmittelladen und Restaurant in den Neubau außerhalb des Forts gezogen sind. Wir haben hier vor zehn Jahren noch gern im Schatten der Mauern ein kühles Getränk genossen und finden es bedauerlich, dass der Ort jetzt so „tot“ ist.

Zum Abschied essen wir einmal mehr im Restaurant des Camps. Auf der Außenterrasse sind die Tische um einige Feuerkübel arrangiert und es herrscht eine schöne Atmosphäre an den nur durch Kerzenlicht erhellten Tischen. Heute gibt es kein Buffett, wir können stattdessen aus einer kleinen Karte wählen. Alle Gerichte – ein Oryxsteak, ein Gemüsewrap und eine Kürbissuppe – sind sehr schmackhaft und in Summe sogar wesentlich günstiger als das Buffett. Zudem sind sie auf den Tellern sehr appetitlich angerichtet. Als à la carte – Restaurant können wir Namutoni also absolut empfehlen.

Wir verbringen einen schönen Abend im Restaurant und ziehen uns dann in die Hütte zurück. Vor dem Schlafen wird schonmal ein wenig für den morgigen Aufbruch gepackt und dann geht es ins Bett.
Gute Nacht, Etosha. Es war wieder sehr schön. 🙂

Morgen geht es dann Richtung Nord-Osten.
Teil 1818. Sept. 2019
10. Kapitel: Von Zugaben und Abgaben
26.07.2018
Teil 1: Die Zugabe


Heute haben wir bis zur Gästefarm Wildacker, die unser Zwischenquartier auf dem Weg in die Sambezi Region sein wird, eine recht weite Strecke hinter uns zu bringen.
Wir wollen die Autozeit für die Kinder nicht länger als nötig gestalten und so opfert sich meine Frau einmal mehr auf und bleibt mit dem noch schlafenden Nachwuchs in Namutoni, während ich eine kleine Abschiedsrunde drehen darf. Dafür bin ich dankbar – ganz unabhängig davon, wie sich der kurze Gamedrive entwickeln wird. 😘

Ich steuere zuerst Chudop an und erlebe dort gähnende Leere. Da ich in spätestens zwei Stunden wieder im Camp sein will, halte ich mich nicht lange an der Wasserstelle auf und fahre bald weiter. Überall zeigt sich heute früh nur wenig Wild – schade. Der Frühmorgen-Einsamkeitsbonus ist damit verspielt. 😵

Und so beschließe ich einmal mehr in Richtung der Okevi-Wasserlöcher zu fahren, deren Umgebung in diesem Jahr für uns sehr produktiv war.
Auf den Ebenen zur Fisher’s Pan grasen friedlich Springböcke.

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Als ich bald zu der Stelle der gestrigen Leopardensichtung gelange, stehen dort erneut einige Lodge-Fahrzeuge. Wieder ist es ein (weiblicher) Guide der Mushara Lodge, der mir den Hinweis gibt, der das Adrenalin einschießen lässt: „There is a leopard!“ 🤩

Die Katze soll irgendwo in den dichten Büschen sein und es wird vorgeschlagen, es auf der anderen Seite der Büsche zu probieren. Glücklicherweise zweigt gerade hier der Pan’s Edge Turnout ab.

Gemeinsam mit zwei Gamedrivefahrzeugen fahre ich also an den Pfannenrand, parke unweit eines Termitenhügels, der direkt an der Pad steht, und stelle den Motor aus. Angestrengt wird dann in den recht dichten Busch gestarrt. Und wenig später wird das Starren belohnt. Zielstrebig schreitet der Leopard in unsere Richtung. 😁

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Durch den dichten Busch verliere ich ihn immer wieder kurz aus den Augen. Regelmäßig setzt er sich kurz nieder und wird damit fast unsichtbar. Ich muss immer wieder ganz tief durchatmen, so aufgeregt bin ich.

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Als das Raubtier schließlich nah an der Straße ist, passiert das unfassbar Unverhoffte: Mit einem elegant kraftvollen Satz springt der Leopard auf den nahen Termitenhügel und beginnt damit sein Revier in aller Ruhe aufmerksam zu inspizieren.

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Jetzt bin ich im absoluten Safarihimmel und kann das Glück des Moments kaum fassen. Im warmen Licht des frühen Tages präsentiert sich die wunderschöne Katze ganz selbstbewusst und unverstellt.

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Nachdem sie bestimmt eine Minute so verharrt und sich in alle Richtungen umgeblickt hat, springt sie von ihrem Aussichtspunkt herab und setzt ihren Weg fort. Ich bin noch immer wie paralysiert und verliere dadurch die gute Position, die ich anfangs hatte, denn in den letzten Minuten sind doch einige Autos dazugekommen, die mich nun überholen. Egal – diese Momente nimmt mir keiner mehr. 🙂

Trotzdem möchte ich noch dranbleiben und so fahre ich im kleinen Konvoi den Turnout entlang. Immer wieder lässt sicher der Leopard kurz sehen, um danach wieder in den Büschen zu verschwinden. Immer wieder ändert sich die Reihenfolge der Fahrzeuge – aber zum Glück ohne dass es unangenehm wird.
Nach einigen Minuten gelingen mir noch ein paar Schnappschüsse, bis der Leopard sich schließlich gänzlich zurückzieht.

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Vollauf zufrieden fahre ich zurück zur Hauptpad und sehe dort entfernt im Busch – und damit mehr zu erahnen als zu sehen – einen Löwenkater liegen. Für Fotos reicht es hier nicht, das ist mir aber im Augenblick auch völlig egal.

Als ich kurz darauf ins Camp zurückkehre, zeige ich den anderen immer noch ganz euphorisch die Fotos der Begegnung mit dem Leoparden. Schade, dass ich diese Sichtung allein erleben musste, aber zum Glück gönnen mir die drei das Erlebnis aus ganzem Herzen und freuen sich mit mir. 😘

Nach einem gemütlichen Frühstück beladen wir den Landcruiser und nun heißt es tatsächlich Abschied vom Etosha NP nehmen. Auf der Teerstraße zum Gate haben wir keine nennenswerten Sichtungen mehr. Am Eingangstor selbst wird unser Auto recht genau kontrolliert und dann sind wir endgültig raus und die lange Fahrt beginnt.

Fortsetzung folgt.
Teil 1923. Sept. 2019
Fortsetzung 26.07.2018
Teil 2: Die Abgabe


Um die Fahrzeit vom Etosha NP zur Gästefarm Wildacker vor allem für die Kinder nicht länger als nötig werden zu lassen, entschließen wir uns über die geteerten Straßen zu fahren, was uns zwar langweiliger, aber besser planbar erscheint. Wir nehmen also die B1 in Richtung Tsumeb und kommen gut und zügig voran.

In der Nähe von Tsuneb werden wir dann von einem jungen Polizisten herausgewunken. In solch einer Situation geht der Puls schonmal ein wenig nach oben – kommen doch sofort Erinnerungen an Berichte von „Fake-Polizisten-Überfällen“ in den Kopf. 🤢
Der junge Mann fordert mich auf auszusteigen, dabei ist es nicht ganz einfach, ihn zu verstehen. Anders als wir es bei Verkehrskontrollen in vergangenen Jahren erlebt haben, spricht der Beamte hier nicht sehr viel Englisch.
Er macht mir klar, dass ich anscheinend an einem Stopp-Schild nicht vollständig gehalten haben soll. Dabei betont er immer wieder, dass ich mich nicht aufregen soll – was ich aber überhaupt nicht tue. Nichts läge mir in einer solchen Situation ferner… 😵
Meine Frau und die Kinder bleiben im Auto, während ich den Polizisten mit mulmigem Gefühl zu seinem Wagen begleite (immer hoffend, dass er wirklich allein ist und alles mit rechten Dingen zugeht) und er mir die Höhe des Bußgeldes auf einer Liste präsentiert. Als ich ihm mitteile, dass wir einen solchen Betrag derzeit nicht in bar dabeihaben und frage, ob wir nach Tsuneb fahren sollen, fragt er, nachdem er durchaus drohend festgestellt hat, dass wir bestimmt nicht mit ihm zur Wache fahren wollten („that would be another story…“) wie viel Geld wir denn jetzt hätten – ich solle doch mal im Auto nachschauen und ihm dann einen angemessenen Betrag meiner Wahl in geschlossener Hand wieder zum Polizeiwagen bringen – er macht sogar die kaschierende Handhaltung vor. 😵
Ich bin in dieser Situation alles andere als selbstsicher und gehe eingeschüchtert wie ferngesteuert zum Auto zurück, um Geld zu holen, das ich dann auftragsgemäß zu dem jungen Mann zurückbringe. 😕
Natürlich gibt es keine Quittung. Nur die lapidare Bemerkung: „Remember – I helped you“ wird mir mit auf den Weg gegeben.
Alles in allem war das ein Erlebnis, das ich nicht noch einmal haben muss und das uns die nächsten Stunden noch nicht wieder loslassen will. Wenn ich mich jetzt daran erinnere, ärgere ich mich natürlich, dass ich nicht auf eine Fahrt zur Wache bestanden habe – aber an Ort und Stelle war ich einfach viel zu verunsichert und überfordert – auch wegen unserer beiden Kinder an Bord. 😵

Mit weichen Knien wird die Fahrt gen Grootfontein fortgesetzt. Nach einem kurzen Tankstopp folgen wir der B8 für weitere 110 Kilometer, um dann rechts auf die D3016 abzubiegen, der wir weitere 25 Kilometer folgen, um zu den Farmtoren zu gelangen.

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Die Farmzufahrt ist in der Hitze des Nachmittags pulverig-sandig und so sind wir über unseren Landcruiser an dieser Stelle sehr froh. Es gibt Momente, in denen wir auf der engen Zufahrt eher schwimmen als fahren.
Gegen 16 Uhr erreichen wir die Gästefarm und werden freundlich empfangen. Heute sind wir die einzigen Gäste und können das sehr gepflegte Areal ganz in Ruhe erkunden. Für einen Gamedrive über das Farmgelände fehlt uns heute die Kraft.

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Unser Family-Chalet ist ein Traum über zwei Stockwerke.

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Die Kinder lieben vor allem die obere Etage mit ihrem Ausblick auf den Wassertank. Hier sind zwei große Sessel aufgestellt, auf denen sie im Laufe des ausklingenden Nachmittags eine Lesung veranstalten werden – unsere Große liest ihre Lieblingspassagen aus Cornelia Funkes „Die wilden Hühner auf Klassenfahrt“. Für uns Zuhörende sind von den Kindern sogar Platzkärtchen vorbereitet worden.

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Neben diesem kulturellen Höhepunkt sehen wir immer wieder einigen Antilopen dabei zu, wie sie zur nahen Wasserstelle kommen. Die Kinder genießen die Anwesenheit von zahlreichen zutraulichen Farmhunden – besonders der schneeweiße Welpe Olaf, der taub zur Welt gekommen ist, hat es ihnen angetan.

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Und so vergeht die Zeit wie im Fluge bis zum Abendessen, das wir mit der neuen Managerfamilie gemeinsam einnehmen. Das Essen ist gute Hausmannskost – es gibt z.B. panierte Elen-Schnitzel – und sehr kindgerecht. Wir führen interessante Gespräche über homeschooling und auch über die Jagd auf dem Farmgelände.

Dann zieht es uns ins Bett. Leider wollen die Kinder nicht in ihrer Etage schlafen, da sie eine recht große Huntsman Spider unter dem Reetdach entdeckt haben. Und so schlafen wir alle vier gemeinsam im gar nicht so breiten Doppelbett (s.o.) unter dem riesigen Moskitonetz. Wegen der herumschwirrenden Mücken (sie scheinen im nahen Wassertank zu brüten) in der Hütte, finden wir das am Ende gar nicht so schlecht.

Morgen geht es dann weiter gen Divundu und der Caprivi-Teil der Reise kann endlich wirklich beginnen. 🙂
Teil 2026. Sept. 2019
11. Kapitel: Endlich Caprivi
27.07.2017


Den heutigen Tag lassen wir sehr ruhig angehen. Nach einer recht erholsamen Nacht zu viert im Doppelbett genießen wir erstmal unser Häuschen und seine schöne Umgebung. Die Kinder werden von der Farmhunden begrüßt und sind damit schonmal sehr zufrieden.
Das Frühstück schmeckt uns gut und so langsam packen wir schließlich unsere Sachen zusammen, denn heute haben wir mit rund 400 Kilometern die längste Etappe unserer Reise zu absolvieren.
Auf der Fahrt über das Farmgelände fällt uns die Sandigkeit der Pad viel weniger auf als am Vortag. Der Einfluss der Tagestemperatur auf die Beschaffenheit des Bodens ist doch enorm. Das werde ich in einigen Tagen noch leidvoll erfahren… 😣

Bald biegen wir wieder auf die B8 ein und los geht es gen Nord-Osten. Die Veterinärkontrolle ist in dieser Reiserichtung schnell durchfahren und schon haben wir das „andere“ Namibia erreicht.
Vorbei an kleinen Dörfern, ihren Bewohnern und deren Vieh (Goat- bzw. Beef-Drive) fahren wir nach Rundu, wo wir eine kurze Rast einlegen. Dem Rummel der Stadt wollen wir aber bald wieder entfliehen und so setzen wir den Weg auf der B8 fort.

Haben zu Beginn der heutigen Fahrt die Dörfer eine gewisse Abwechslung für das Auge geboten, so ist der weitere Weg im Verlauf eher langweilig und wir sind froh, als wir am Nachmittag in Divundu eintreffen.
Auch hier halten wir nur kurz an der Tankstelle für Diesel und ein Eis und biegen bald in Richtung der Ndhovu Safari Lodge ab.

Hmmm, was wünschen wir uns für die Tage im Caprivi?
- Sable- und Roansichtungen stehen auf jeden Fall an erster Stelle. Von beiden Antilopenarten sind uns bei unserem letzten Aufenthalt keine wirklich schönen Aufnahmen gelungen. Und beide Arten haben wir seit zehn Jahren nicht mehr beobachten können.
- Otter wären auch toll!
- Einen Malachite Kingfisher würden wir auch gern wiedersehen, der ist schließlich unser Lieblingsvogel.
- Und Fischuhus! Und Sitatungas! (um die Ansprüche an die Sichtungsfee etwas zu strapazieren… 😉 )

Nach etwa 20 Kilometern erreichen wir unser Ziel, an dem wir die nächsten drei Nächte verbringen werden.
Vor zehn Jahren haben wir die Ndhovu Safari Lodge zum letzten Mal besucht und sind entsprechend gespannt. Seitdem hat sich in der Region einiges verändert – vor allem ist die ein oder andere Unterkunft dazugekommen…
Ndhovu selbst ist auch etwas gewachsen – früher gab es hier (glaube ich) nur sechs feste Safarizelte. Heute hat sich die Zahl etwa verdoppelt, was die Lodge trotzdem noch klein und überschaubar sein lässt.

Die Zelte stehen in einer Reihe direkt am Ufer des Okavango und bieten von ihrer kleinen Veranda einen wunderbaren Ausblick auf den Fluss und die Buffalo Core Area, die sich am gegenüberliegenden Ufer erstreckt.

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Und hier liegt meiner Ansicht nach auch ein enormer Pluspunkt dieser Lodge: Am anderen Ufer lassen sich in schöner Regelmäßigkeit spannende Tierbeobachtungen machen, während das Gate der Mahango Core Area am diesseitigen Ufer nur etwa vier Kilometer von der Lodge entfernt ist und man so innerhalb weniger Minuten im Park sein kann.
Wir werden von Frank und Ralf, den neuen Besitzern der Lodge, sehr freundlich empfangen. Während wir auf die Aussichtsterrasse treten, sehen wir am gegenüberliegenden Ufer bereits eine kleine Herde Elefanten trinken. Ein schöner Willkommensgruß – nur leider ist die Kamera noch gut verstaut im Auto… 😵

Es ist kurz vor 16 Uhr und wir sind für weitere Aktivitäten an diesem Tag zu müde. Also beschließen wir, für den morgigen Tag eine Bootsfahrt am Nachmittag zu buchen und am Vormittag auf eigene Faust in die Mahango Core Area zu fahren. Heute bleiben wir einfach mal im Camp und lassen die Seele baumeln.

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Wir genießen den Ausblick auf den Fluss und stromern auf den Wiesen der Lodge herum. Dabei gelingt immerhin ein Beweisfoto eines Goldbugpapageis – für uns eine Erstsichtung.

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Dann erfrischen wir uns auf dem Aussichtsdeck und unterhalten uns ein wenig mit Ralf und Frank über ihr Leben auf der Lodge.

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Als Beifang können wir einen Schreiseeadler bei der Jagd ablichten.

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Als die Sonne schon hinter dem Horizont verschwindet, entdeckt unsere Große im Fluss schließlich zwei Otter, die meine Frau zum Glück noch schnell auf der Speicherkarte verewigen kann. 🙂 Damit ist ein Sichtungswunsch schonmal von der Liste gestrichen – auch wenn ich die Tiere nur vom Foto kenne. 😐

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Das Abendessen wird gemeinsam mit dem Management und den anderen Gästen in der Lapa eingenommen. Von den Köchinnen wird die Mahlzeit zweisprachig vorgestellt. Vor- und Nachspeise werden serviert. Der Hauptgang erfolgt in Buffetform. Alles ist sehr schmackhaft und wird auf Porzellan gereicht, das die unterschiedlichen Vertreter der afrikanischen Fauna als Dekor trägt – das ist vor allem für unsere Kleine ein wichtiges Detail, denn sie möchte fortan nur noch von Tellern essen, auf denen entweder ihr Lieblingstier Oryx oder wenigstens einer ihrer Verwandten (Sable oder Roan) auftaucht. Und was uns dazu bringt, den Tellerstapel bei den Mahlzeiten immer wieder mit Engelsgeduld zu durchforsten… 🤪

Auch geht es nun so richtig los mit der Malariaprophylaxe (nachdem das auf Wildacker seltsamerweise problemlos gelaufen ist)… Man glaubt im Vorfeld gar nicht, wie klein man diese Tabletten schneiden kann und in welchen Nahrungsbestandteilen man Verstecke für deren Überreste suchen muss… Am Ende gelingt die Einnahme – die Prozedur weckt aber bereits Vorfreude auf die kommenden Abende… 😉

Gut gesättigt und erledigt von der langen Fahrt geht es bald ins Zelt. Wir machen die Schotten dicht, um die kalte Nachtluft so lange wie möglich auszusperren, übersehen dabei aber die geöffneten Klappen über den Moskitonetzen. Das werden wir gegen ein Uhr in der Nacht noch bereuen – denn es wird bitterkalt sein… 😵
Vorher genießen wir aber die Geräusche, die durch die Zeltplanen zu uns hineindringen. Ganz nah grasen Flusspferde – wir lauschen dem Grasrupfen und dem Grunzen der Tiere. Okavango – wie ist es schön wieder hier zu sein. 🙂
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