Namibia zum 15. Mal - Erfahrungen, Nachdenkliches

Reisebericht 34 Antworten · 9'555 Aufrufe · gestartet 25. Mai 2016 von Burschi
6'152 Beiträge · seit 200626. Mai 2016 ·
hallo Burschi,
vielen Dank, dass Du uns Deine persönlichen Eindrücke uind Erfahrungen geschildert hast , genauso wie Du es beschrieben haben
wir es vor 2 Jahren empfunden, an gleichen Stellen wie Du aber auch an anderen, was uns sehr nachdenklich gemacht hat, klar verändert sich in 20 Jahren einiges - auch wir verändern uns- aber gerade die Kriminalität ist uns aufgefallen , aber das ist auch bei
uns in Deutschland der Fall. Wir sind jetzt schon etwas misstrauischer und vorsichtiger geworden.
Einen schönen Feiertag wünscht Dir
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
zuletzt bearbeitet 26. Mai 2016
1'940 Beiträge · seit 200926. Mai 2016 ·
Cananga schrieb:Hallo Lotusblume,
....
So habe ich mir das auch vorgestellt. Ich habe mal geleesen irgendwo, daß dieses Dorf nicht mehr angefahren werden kann, weil die Bewohner weitergezogen sind.
Gruß Frank
Hallo Frank,
genauso hat es uns damals Moses gesagt, diese Himbas ziehen mit ihrem Vieh weiter, sobald kein Futter mehr in der Umgebung ist.
2013 hatten wir nochmals eine Himba-Tour bei Opuwo mit einem privat guide. Diese war dann doch schon mehr touristisch ausgelegt, aber bei weitem nicht grenzwertig war. Es war auch nicht das Dorf, in welche die Touristen geführt werden, welche von der Lodge eine Himba-Tour buchen.
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
7'325 Beiträge · seit 200626. Mai 2016 ·
Hallo Burschi

Schade haben wir uns nicht persönlich gesehen. Wir waren aber bei der Geschichte mit dem Löwen am toten Zebra und dem Rhino auch dabei. Das war echt sensationell dem Rhino zuzuschauen, wie es auf den Löwen zuging.

Herzliche Grüsse
Chrigu
zebra.reisen: Individuelle und Begleitete Selbstfahrerreisen, Kleingruppenreisen und Reiseberatung Satellitentelefon: Satellitentelefon für die weltweite Nutzung Reiseplanung / Reiseberatung: Besprechung per Videokonferenz Der Zebra Shop: Karten, Bücher und Infos für das südliche Afrika Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia
3'883 Beiträge · seit 201126. Mai 2016 ·
Hallo Burschi,
danke für deinen "Insider"-Bericht über Namibia. Vor allem deine Erfahrungen hinsichtlich der Kriminalität erschrecken mich. Es bleibt zu hoffen, dass irgendwann eine positive Entwicklung einsetzt. Der Staat es sich zur Aufgabe macht, seine Bürger und Touristen zu beschützen.
Trotzdem freue ich mich auf unseren nächsten Besuch im Land, wer weiß, wie oft wir es noch genießen können.

LG freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
3'883 Beiträge · seit 201126. Mai 2016 ·
Berg-Eule schrieb:Dass die Menschen in den Villages nicht mehr alle so leben wie vor Hunderten von Jahren, ist ja klar, aber dann sollte man es gleich als Living Museum ausgeben, da weiß man, dass die Menschen es nur nachstellen und in Wirklichkeit nebenan wohnen wie im Damara Living Museum.

Wir haben mit Marius Steiner vom Camp Aussicht zwei Himba-Dörfer besucht. Da waren alle jüngeren Männer europäisch gekleidet, die älteren teilweise noch traditionell, die Frauen alle entweder traditionell oder in Herero-Tracht. So weit ich mich informiert hatte, waren die Details, die getragen wurden, authentisch, allerdings hatten einige Frauen statt der Lederhaube einen Plastikfetzen auf dem Kopf, eine sogar eine Verpackung eines Schokoriegels o.ä.. 🤢

Allerdings war uns hier nicht vorgetäuscht worden, wir würden absolut traditionelles Leben sehen, sondern wir besuchten mit Marius die Dörfer, um die er sich kümmert, so wie sie eben heute sind; entsprechend waren auch die Erklärungen von Marius dazu. Wir bekamen keine "Vorführung", sondern gingen von Hütte zu Hütte, von Feuerstelle zu Feuerstelle. Marius sprach mit den Leuten, und wir erlebten deren tatsächliches heutiges Leben, das noch weitgehend so war wie früher, aber eben auch moderne Dinge integriert wie Plastikkanister, Blechlöffel, westliche Kleidungsstücke, ...

Bezahlt haben wir Marius als Guide, er brachte davon den Menschen Lebensmittel mit, es gab kein Gemaule. Außerdem war auch in beiden Dörfern Souvenirverkauf; Marius sagte uns jedoch ausdrücklich, dass wir nicht verpflichtet seien, etwas zu nehmen, aber es gab wirklich schöne Stücke, die weder nach Holzmarkt noch nach Chinaware aussahen; so erwarben wir z. B. einen Buben-Gürtel, der uns vorher vorgeführt wurde, wie er getragen wird. Das war meiner Meinung nach nicht so touristisch ausgerichtet. Allerdings kommen dort auch keine Busse hin, die Anzahl der Touris wird sich in Grenzen halten, und Marius hat (noch) die Hand drauf.
Wir haben den Besuch bei den Himbas mit Marius Steiner ebenso angenehm empfunden, wie du beschreibst. Ich kann mit jenen geschönten "Einblicken", die extra für Touristen in Szene gesetzt werden, absolut nichts anfangen. Den Kopfschmuck aus Plastik anstatt aus Fell fand ich witzig und kreativ. Wir tragen doch auch Modeschmuck aus Kunststoff 😄 .

LG freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
zuletzt bearbeitet 26. Mai 2016
4'382 Beiträge · seit 201526. Mai 2016 ·
Danke Burschi für die präzisen (und leicht resigniert klingenden?) Informationen.
Wer gestern auf 3sat die Filme über die Jagdfarmen in Südafrika gesehen hat, ahnt, wie sich die Dinge in Namibia weiterentwickeln (=euphemistisch) werden.
CuF
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
3'387 Beiträge · seit 200927. Mai 2016 ·
Hallo Burschi,

vielen Dank für Deinen höchst informativen Bericht!
Es ist immer wieder sehr interessant, wie die "alten Hasen" die Entwicklung in Namibia sehen. Schade, dass es lt. Deinen Ausführungen doch eher in die negatvie Richtung marschiert. Aber ich glaube, das ist heute überall auf der Welt.

Ein klein wenig traurige Grüße vom bayern schorsch, dem solch eine Entwicklung überhaupt nicht gefällt.
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
33,1k Beiträge · seit 200627. Mai 2016 ·
Hi bayern schorsch,

ich möchte keine Diskussion lostreten oder gar Burschis Thread missbrauchen.
Schade, dass es lt. Deinen Ausführungen doch eher in die negatvie Richtung marschiert.
diese zusammenfassende Darstellung ist natürlich aus Touristensicht relativ begrenzt. Fakt ist, und das hat Burschi ja hauptsächlich auch bemängelt, das die Kriminalität hier nicht niedrig ist. Mein - sicher ebenso subjektives Empfinden - aus dem täglichen Leben hier ist aber, dass sie nicht zunimmt (aber auch nicht abnimmt). Vielerorts wird es sogar deutlich besser (z.B. Swakopmund), in anderen Orten (v.a. die kleinre Städte) wird die Lage eher schlechter. Aber es gibt auch jede Menge positives, was man als Tourist vielleicht nicht so mitbekommt (kein Vorwurf! Als Tourist muss einen auch nicht alles interessieren.). Kriminalität ist natürlich ein Faktor, der auch besonders Touristen beeinflusst. Infrastruktur ist ein anderer und in dem Hinblick tut sich sehr viel positives (ob es nun neue Straßen, Ausbau von Straßen, Kommunikationsabdeckung etc. ist). Das der touristische Service vielerorts auf - sagen wir mal - ausbaufähigem Niveau ist, ist natürlich richtig 🙂 Das sind aber natürlich eher Einzeleindrücke, die kein Gesamtbild für die ENtwicklung eines Landes zulassen.

Ich kann nur für mich sprechen (und dem was ich täglich erlebe, sehe un d höre) und da würde ich die allgemeine Lebenssituation (Lebensqualität) heute als deutlich positiver einschätzen, als es noch vor 10 Jahren der Fall war.

Viele Grüße aus dem kühlen Windhoek (Neid, Swakopmund erwartet heute Ostwind bei 37 Grad)
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 27. Mai 2016
2'060 Beiträge · seit 201327. Mai 2016 ·
Hallo Christian,
ich freue mich immer, wenn es Positives aus Namibia zu berichten gibt, und du hast natürlich Recht, dass man als Tourist nur eine eingeschränkte Sichtweise auf ein Land hat. Außerdem sind manche Entwicklungen global. Z. B. die Vermarktung "traditionellen Lebens" - siehe Hula-Röckchen etc. auf Hawaii. Selten leben die Menschen noch tatsächlich genauso wie vor 100 Jahren, sobald der erste Tourist hinkommt, ist das Ursprüngliche schon weg. Und gerade wo Busse-weise Menschen hingekarrt werden, kann man nicht mehrdavon ausgehen, dass es authentisch ist. Wie gesagt, eine Entwicklung überall auf der Welt.

Ähnlich ist es oft mit Qualität und Service; so lange ein Lokal/eine Unterkunft klein ist, muss man sich bemühen, sobald die Busladungen ankommen, wird es zum Selbstläufer. Wenn sich "Geheimtipps" erstmal rumsprechen, sind sie keine mehr. Das ist in Deutschland genauso.

Auch die Kriminalität wächst vermutlich mit dem zunehmenden Tourismus; wo viele Leute hinkommen, ist auch viel zu holen. Ob sie tatsächlich ansteigt, kann ich nicht beurteilen, ich glaube, es sind vor allem die Medienberichte, die die einzelnen Fälle stärker ins Bewusstsein tragen, aber auch als Mehrfachreisender in einem Land sieht man die einzelnen Fälle bewusster, weil man sich sagt "da war ich auch schon mal" oder "die/den kenne ich auch". Somit betrifft einen ein Fall stärker, als wenn er anonymer wäre.

Mir ging es z. B. so mit dem Überfall auf Frau M. aus dem Wronsky-Haus in Omaruru. Wenn ich nicht schon bei ihr eingekauft und mich nett mit ihr unterhalten hätte, wäre es ein Fall unter vielen gewesen, aber so war ich sehr betroffen von der Nachricht. Und je öfter man in Namibia reist, desto mehr Personen und Orte lernt man kennen, also gehen einem auch die Kriminalfälle näher als einem Erstreisenden.

Dagegen interessiert den Namibiareisenden eine neue Teerstraße eher weniger, im Gegenteil, man reist ja dorthin, um auf Sand oder Schotter zu fahren - wer denkt da schon daran, dass die Einheimischen, das anders sehen? 😉
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
zuletzt bearbeitet 27. Mai 2016
Themenstarter4'142 Beiträge · seit 200929. Mai 2016 ·
Hallo Gabi und Christian,
danke, dass ihr euch aus eurer Sicht zu meinen Gerdanken geäußert habt. Ich gebe euch beiden Recht. Christian sieht das natürlich aus der Perspektive des in Namibia Lebenden und auch als - das darf ich annehmen - Jüngerer. Gabi weist auf etwas hin, was auch mir so geht. Hatte noch vor Jahren der Farmer zu mir gesagt: "Das Auto kannst du da stehen lassen, auch wenn die den Schlüssel nicht abziehst, da kommt nichts weg!" Er sagt heute: "Hast du das Auto auch gut abgeschlossen?" Zum Glück hat sich auch die Autoindustrie auf die Veränderung eingestellt. Während früher mit nur einem Switch alle Türen aufgegangen sind, öffnet sich heute bewusst nur die Fahrertür. Klasse! Ich finde das gut, denn dann muss ich als Alleinfahrer nicht ständig alle Türen im Auge behalten. Außerdem schließen alle Türen nach ein paar Metern Fahrt wieder automatisch.
Aber lasst mich zum Abschluss noch ein paar Worte dazu schreiben, wie ich die Situarion sehe:
Zunächst bei uns:
Früher - ich wohne an der A9 - war die Autobahn vierspurig und nach Norden fast leer.
Heute ist sie sechsspurig, die rechte Spur von LKW-Kolonnen befahren, von 20 Fahrzeugen sind 18 aus Polen, die Abgase, die in unsere Stadt strömen, haben sich verzigfacht - es gibt keinen mehr in unserer Familie, der keine Allergie hat - die Lärmbelästigung bei Westwind ist nun Tag und Nacht. Aber alles wird nun viel schneller transportiert.
Früher habe ich um mein Grundstück einen Zaun gezogen, weil mir in der Nacht die Hasen und Rehe den Salat weggefressen haben.
Heute muss ich die Fenster des Hauses mit Panzerglas einbruchsicher machen, weil Räuberbanden aus dem Osten regelmäßig in die Wohnsiedlung eindringen. Aber den Salat fressen nicht einmal mehr Schmetterlingsraupen.
Früher habe ich im Winter über 1 Zentner Vogelfutter verfüttert, weil Aberhunderte von Vögeln sich bei hohem Schnee in unserem Garten tummelten.
Heute verfüttere ich 1 Kilo im ganzen Winter. Es gibt keinen Neuntöter, keine Rebhühner, viele andere Arten nicht mehr und auch der Haussperling, einst verhasst, weil er den jungen Salat vertilgte, gehört nun zu den bedrohten Arten. Aber ich spare enorm am Vogelfutter.
Früher bin ich 50 Meter weiter mit dem Einkaufskorb in den Laden um die Ecke gegangen und habe gekauft, was ich gebraucht habe und was in den Korb gepasst hat.
Heute laufe oder fahre ich mit dem Fahrrad 500 Meter in den Supermarkt, kaufe ein, was in den Korb passt und was ich brauche, auch wenn das Angebot 1000 mal größer ist. Manchmal kaufe ich auch weniger, wenn mich die Massen an Fleisch oder auch Schokolade (ich esse beides gerne!) anekeln, weil ich solche Berge als unappetitlich empfinde.
Früher habe ich mit den Nachbarn ein Gartenfest gefeiert und wir haben uns gegenseitig geholfen. Heute kann ich mit meinen Nachbarn nicht mal mehr reden, weil ich Depp kein Russisch verstehe und wenn sie ihre Parties feiern, bin ich nicht dabei.
O.K. ich bin eben ein Fossil! Vielleicht gehöre ich gar nicht mehr in diese moderne, viel bessere Welt? Wirklich besser?
Na. ich fahre ja nach Namibia, weil ich die "heile Welt" glaube da noch finden zu können. Irrtum! Da ist ja auch alles besser geworden!
Früher konnte man ohne Western Bypass und ohne großzügigen Straßenausbau in Seelenruhe durch Windhoek fahren.
Heute kann man durchrasen! Auch nicht schlecht!
Früher musste man sich auf Gravelroads durch den Caprivi - zum Teil noch im Militärkonvoi - plagen.
Heute düst man auf dem Highway zügig durch.
Früher war die Fahrt nach Epupa ein mehrtägiges Abenteuer, heute kann man in einem Rutsch durchs Kaokoveld.
Früher hatte ich weder Handy noch Cellphone oder Samrtphone oder Navi. Ich bin überall angekommen, habe aber öfter mal angehalten und mit leuten geredet. Das ist heute nicht mehr nötig, der Satellit steuert mich schon.
Naja, wenn ihr das Fortschritt nennt, dann muss ich euch aus eurer Perspektive natürlich Recht geben.
Aber:
Wenn einst in Windhoek nur noch aus dem Wasserhahn des Präsidenten ein paar Tropfen raus kommen,
wenn es auf der vierspurigen Autobahn in die Etoscha Staus gibt,
wenn dort dann das letzte Gürteltier sein Leben ausgehaucht hat,
wenn das letzte Nashorn von einem Wilderer erschossen wurde, weil der Geld für sein Samrtphone brauchte,
wenn nach vier Jahren Dürre auch der Baobab in der Regenzeit keine Blätter mehr bekommt,
wenn man an den Pads in der Etoscha mehr verdurstete und verhungerte Tiere als lebende sieht,
...
dann werdet auch ihr in Namibia feststellen, dass man Geld nicht essen und schon gar nicht trinken kann! 🙁
Nachdem ich ja "Nachdenkliches" in den Titel des Threads gestellt habe, erlaubt mir einfach dies als Schlusswort.
Viele liebe Grüße:
Burschi
Und trotzdem habe ich die Reise für 2017 schon gebucht. 🙂
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
56 Beiträge · seit 201429. Mai 2016 ·
wau danke Burschi
Du redest oder besser du schreibst mir von der Seele.
2'060 Beiträge · seit 201329. Mai 2016 ·
Burschi, ich muss zugeben, dass ich auch so ein Fossil bin - es war wohl schon immer das Los der Älteren, sich in der "besser" werdenden Welt nicht mehr wohlzufühlen. Da gibt es schon einen entsprechenden Aufsatz aus der Römerzeit. 😉

Was wirklich besser geworden ist, wird man wohl erst im Nachhinein objektiv feststellen können. Aber wir haben keine andere Welt und müssen uns damit arrangieren. Was sich tatsächlich geändert hat im Vergleich zu den Römern und auch im Vergleich zu unseren Altvorderen ist, dass sich die Welt noch nie derart rasant verändert hat.
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
4'541 Beiträge · seit 200729. Mai 2016 ·
Hallo Burschi,

ich Danke Dir für Deinen "anderen" Reisebericht und denken, ich weiß genau, was Du meinst.
ich will hier in DEINEM Thread gar nicht so sehr übe rmeine eigene Meinung schreiben. Aber einigen nachdenkliche und kritische Worte tuen diesem meist so euphorischen Forum ganz gut ! Ich Danke Dir jedenfalls für Deine mutige Darstellung Deiner EIndrücke.

Viele Grüße
Casimodo
Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowie Kenia, Bangkok Kambodscha, Marokko und Lofoten Vesteralen
4'382 Beiträge · seit 201530. Mai 2016 ·
Hallo Burschi,
in dem Buch "Briefe in die chinesische Vergangenheit" von Herbert Rosendorfer steht eine Definition für "Fortschritt": Von sich weggehen.......
Liebe Grüsse von einem weiteren Fossil
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
354 Beiträge · seit 201430. Mai 2016 ·
Lieber Burschi,
Du merkst vielleicht schon an der Anrede, dass auch ich zu den Fossilien (besser Fossilen) gehöre, denn das moderne "Hallo" geht mir schwer von den Lippen oder aus den Fingern und ich bleibe beim altmodischen "Lieber".
Auch auf die Gefahr hin, dass uns die Jüngeren einer verklärten Romantik zeihen (Früher war ja alles besser oder schöner), kann ich Deine Beobachtungen aus unserem Land durchaus nachvollziehen. Wenn wir Namibia besuchen, kommt das ja nicht nur für die Jüngeren, sondern gerade auch für uns Älteren einer temporären Flucht aus unserer so fortschrittlichen Zivilisation gleich. So lange ich dort noch eine weitgehend unverfälschte Naturlandschaft und wilde Tiere erleben kann, muss ich auch den zivilisatorischen Fortschritt, den ich eigentlich für eine gewisse Zeit hinter mir lassen möchte, in Kauf nehmen. Das klingt negativ, ist es aber nicht, denn jeder Fortschritt, den ich jedem Entwicklungsland zubillige, hat auch Nachteile. Und die fallen uns besonders auf und stören uns; ob das nun der vierspurige Ausbau von Straßen ist, die früher einmal Schotterpisten waren, oder die wachsende Zahl derer, die durch Kriminalität am Fortschritt teilhaben wollen. Wenn wir unsere Sehnsucht erfüllen wollen, können wir diese Entwicklung zwar beklagen, müssen sie aber tolerieren oder uns ein Land suchen, das noch etwas ursprünglicher ist als Namibia.
Ich werde nächstes Jahr 78 und unseren Reise nach Namibia im Jahr 2017 als Selbstfahrer ist schon gebucht.
Herzliche Grüße

Dieter
www.pleuro.de Namibia 2014...die mit den Wolken reisen. Eine Hommage an Namibia - Unsere Reise in Bildern (2015) Namibia in Wolken - eine Bilderreise (2017)