Guggu2'261 Beiträge · seit 201109. Dez. 2013 · #81Sabine schrieb:Jetzt will ich auch niemanden langweilen und weiß noch nicht so recht, ob ich nicht noch eine Kurzversion erstellen soll.
Liebe Sabine,
liege seit Freitag mit Fieber im Bett! 😠
Jetzt bin ich so weit hergestellt, dass ich ab und zu was lese und da brauch ich doch Jemand der
mich laaaaaaaaaaangweilt. 😄
Liebe Grüße
Guggu
Reiseberich Namibia August 2012:
Tagebuchaufzeichnungen einer Wikingerin in Namibia
Reisebericht Namibia/Botsuana August 2013:
Frau HIRN on the floodplains
Reisebericht Namibia 2015:
A trip down Memory Lane
NAM/BOT 2017 :
So weit! So gut!
Kenia/Masai Mara 2019 :
Der Kreis schliesst sich
estefe690 Beiträge · seit 200909. Dez. 2013 · #82Liebe Sabine - volle Version biiiitttttteeeeeeeee!!
LG von Edith
Lil1'242 Beiträge · seit 200909. Dez. 2013 · #83Liebe Sabine, auch für mich bitte die detaillierte Version ...
LG Lil
Nane421'362 Beiträge · seit 201109. Dez. 2013 · #84Also, ich will auch den directors Cut, die ungeschnittene Langfassung...
BITTE !!! 😁
Nane 🙂
Susi651'127 Beiträge · seit 201109. Dez. 2013 · #85Hallo Sabine,
ich wäre auch absolut für die Vollversion. So unterhaltsam wie Du schreibst kann die Langversion gar nicht langweilen 🙂 .
Liebe Grüße
Susi
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200909. Dez. 2013 · #86Director's Cut - das gefällt mir, Nane.
Ich schreib' gleich weiter ... aber vorab, ich weiß nicht, wo ich es gerade durchgelesen habe, ob es im gleichen Stil geschrieben ist, wie bisher, wenn nicht, seht es mir nach. Es ist mehr eine Abhandlung der Ereignisse an diesem Tag und ich muss gestehen, dass ich gerade gedanklich wieder tief drin bin mit allen Emotionen, die ich damit verbinde.
Liebe Grüße
Sabine
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200909. Dez. 2013 · #87Tag 20 - Teil 1
Windhoek
Übernachtung: Hotel Safari bzw. Hospital
Irgendwann gegen Mitternacht wurde ich wach … vor Schmerzen. Ich versuchte meine Liegeposition zu ändern, in der Hoffnung, es würde besser, aber selbst das Drehen tat einfach nur weh. Mehrmals stand ich auf, ging ins Bad und versuchte dabei leise zu sein, um meinen Mann nicht zu wecken. Ich war immer noch der Meinung, dass die Schmerzen bald verschwinden würden. Irgendwann wich dieser Meinung mehr einer Art Hoffnung. Ich redete mir das ein, weil ich zwar immer noch Schmerzen hatte, aber nicht mehr ganz so schlimm und heftig, wie gleich nach dem Abendessen. Zwischendurch döste ich sogar immer mal weg.
Während der Nacht fing ich dann an zu grübeln, was machen wir nur, eigentlich wollten wir morgens Richtung Botswana fahren, mit einer Zwischenübernachtung in der Kalahari Bush Breaks Lodge, weil sonst die Strecke für eine Tagesetappe einfach zu weit war. Das Gepäck hatten wir schon vor dem Abendessen grob zusammengepackt.
Immer mehr kam mir dann aber der Gedanke, die Schmerzen könnten durch unseren Mitreisenden Appendix ausgelöst sein. Der reine Gedanke daran löste in mir schon eine innere Panik aus, ganz zu schweigen davon, dass ich bisher noch nie eine Vollnarkose oder Operation hatte.
Ich zog nacheinander die Beine an, weil ich schon oft gehört hatte, dass es ein Test für einen übellaunigen Herrn Appendix ist. Aber dieser Test änderte nichts, es wurde nicht schlimmer und auch nicht besser. Also, so sagte ich mir, kein Blinddarm. Innerlich trug ich einen Kampf mit mir aus … und war schon ein wenig verzweifelt.
Obwohl es mittlerweile mit den Schmerzen besser ging, habe ich dann gegen ca. 5:00 Uhr meinen Mann geweckt, mit dem Ergebnis, dass ich mir sofort einen großen Rüffel einhandelte. Warum ich ihn nicht gleich geweckt hätte?
Leider war dann seine Befürchtung nicht gerade ermutigend, denn auch er nahm ziemlich schnell das „verbotene“ Wort Blinddarm in den Mund. Genau das, was ich jetzt nicht hören wollte.
Wir besprachen uns, besser gesagt, ich wollte noch abwägen, was wir jetzt machen, für meinen Mann war klar, dass wir nicht weiterfahren, sondern einen Arzt aufsuchen.
Also gingen wir zur Rezeption. Ich hatte in Erinnerung, dass die Lodge von Deutsch-Namibianern geführt wird, diese wollten wir jetzt nach Adressen von deutschsprechenden Ärzten fragen. Zwar hatte ich eine Adresse dabei, die Christian im Namibia-Forum schon einmal gepostet hatte, aber in diesem Moment kam mir das gar nicht in den Sinn. Auf dem Weg vom Bungalow zur Rezeption hörte ich jeden Schritt in mich hinein und war froh (und redete es mir auch ein, glaube ich), wenn es mir besser ging.
An der Rezeption bat ich die Dame doch bitte die Managerin anzurufen und mir dann zu geben. Sie tat es dann auch, nachdem ich ihr kurz erklärte, um was es ging. Die Managerin war sehr hilfsbereit und gab mir die Telefonnummer einer deutschsprechenden Allgemeinmedizinerin, die sie immer konsultiert.
Nachdem ich aufgelegt hatte, musste ich erst einmal mit der Dame an der Rezeption diskutieren, sie möge doch bitte die Nummer wählen, auch wenn die Praxis erst um 8:00 Uhr öffnet. Sie wollte warten bis zur Öffnung. Zum Glück war ich hartnäckig, denn wir hatten die Hoffnung, dass vielleicht schon früher jemand den Anruf entgegennimmt. Sie wählte dann nach kurzem Hin- und Her die Nummer … und vom Band kam die Nachricht, man sei diese und nächste Woche in Urlaub. Na prima.
Ich bat darum, wieder die Managerin anzurufen. Sie gab mir eine weitere Nummer bzw. auch gleich eine Mobiltelefonnummer eines anderen Arztes. Ihn erreichte ich dann, er war noch um diese Uhrzeit früh morgens zuhause. Er sagte, in ca. 30 bis 60 Minuten müsste jemand in der Praxis erreichbar sein und ich solle dort anrufen, um einen Termin zu machen. Gleichzeitig würde er auch schon einmal versuchen, jemanden zu erreichen, um mich dazwischen zu schieben.
Nachdem wir dann die sehr nette Sprechstundenhilfe erreichten, hätten wir auch gleich vorbeikommen können. Gleich war allerdings relativ, da wir ja doch etwas außerhalb von Windhoek wohnten. Wir entschlossen uns nach Rücksprache mit den Mitarbeitern von Goche Ganas und weil heute kein neuer Gast in unserem Bungalow zu erwarten wäre, unser Gepäck im Zimmer zu lassen und einen Transfer von der Lodge zu nutzen. Uns war nicht danach, selbst mit dem Wagen zu fahren, zumal ich als unser Navi auch nicht gerade 100 %-ig topfit war.
Wir fuhren dann nach Windhoek zur Praxis. Ich wurde dann relativ schnell von einer sehr netten Ärztin aufgerufen. Sie rief bei der Untersuchung noch ihren Kollegen hinzu. Beide waren sich nicht sicher, ob es der Blinddarm sei oder möglicherweise etwas anderes. Meine Symptome waren nicht eindeutig, und ich hatte nur leicht erhöhte Temperatur. Zudem waren die Schmerzen besser als gestern Abend. Nur beim Abtasten habe ich mit voller Kraft, aus purem Reflex heraus, die Hand des Arztes weggeschlagen, weil es so schmerzte. Das war mir etwas unangenehm, und ich habe mich auch gleich entschuldigt.
Als nächstes sollten die Blutwerte untersucht werden. Zu meiner Überraschung war das nicht wie hier bei uns, wo die Abnahme in der Praxis gemacht wird, sondern wir mussten dazu an eine – ich nenne es jetzt einmal „zentrale Blutabnahmestelle“ - fahren. Man empfahl uns das Roman Catholic Hospital. Also fuhren wir dorthin, mittlerweile konnte ich besser laufen, dafür war mir ein wenig übel, aber wir (besonders ich) hatten nach wie vor die Hoffnung, dass es doch eher nicht der Blinddarm ist und der mögliche andere Verdacht dann leicht mit Medikamenten zu behandeln wäre; so dass wir unsere Reise Richtung Botswana fortsetzen könnten. Wir freuten uns schon so lange auf ein Wiedersehen mit den Dombos.
Im Krankenhaus war ein großes Gewusel, unser Fahrer vom Goche Ganas organisierte eine Sicherheitskraft, die uns dann den Weg zeigte. Ich hatte zwar auf meinem Zettelchen den Vermerk „Urgent“, musste mich aber trotzdem einreihen wie alle anderen. Hier trafen wir dann eine Frau, die uns half, uns zu orientieren, und es stellte sich später heraus, dass diese freundliche, herzliche Person, Lore von Roiiklips war (falls jemand hier mitliest, sie kennt, ganz liebe Grüße von uns, vielleicht erinnert sie sich ja noch an uns).
Bevor ich dann überhaupt erst einmal zum Blutabnehmen gehen konnte, musste ich mich an einen Schalter setzen und viele Fragen beantworten. Anschließend wurde ich in eine weitere Schlange geschickt, und endlich konnte ich Blut los werden. Alle dazu benötigten Utensilien wurden frisch ausgepackt, das beruhigte mich schon einmal ein wenig.
Im Anschluss daran durften wir die Rechnung bezahlen, aber bitte in bar!
Die Ergebnisse seien erst am Nachmittag zu erwarten. Wir hatten mit dem Arzt abgesprochen, dass wir uns dann telefonisch melden. Wir fuhren zurück nach Goche Ganas. Mir war ein wenig übel, aber auf der Lodge angekommen, hat mein Mann noch im Restaurant Toast und Marmelade organisiert (das man ihm problemlos mitgab, vielen Dank dafür). Nachdem ich eine Scheibe gegessen und dazu eine Schmerztablette eingeworfen hatte, die Erlaubnis hatte ich morgens dazu erhalten, ging es mir tatsächlich bald schon wieder besser. Ich legte mich aufs Bett und schlief ein wenig.
Zum vereinbarten Zeitpunkt am Nachmittag wollten wir dann vom Zimmer aus den Arzt anrufen, um festzustellen, dass unser Telefon nicht funktioniert. Also, wieder zur Rezeption. Ich fühlte mich insgesamt besser und diesmal waren sowohl mein Mann als auch ich absolut überzeugt, dass es gleich Entwarnung gibt.
Als ich die Nummer des Arztes wählte, merkte ich trotz allem meinen Pulsschlag.
Ich glaube, ich werde nie seine ersten Worte nach der Begrüßung vergessen: „Die Werte sind leider nicht zu Ihren Gunsten“. Mein Mann muss schon an meiner Köpersprache gemerkt haben, was er sagte.
Als nächstes sollte ich jetzt Ultraschall machen lassen.
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200909. Dez. 2013 · #88Tag 20 - Teil 2
Windhoek
Übernachtung: Hotel Safari bzw. Hospital
Mir war zum Weinen, aber es flossen keine Tränen. Irgendwie fing ich an, ganz praktisch zu denken, was sind jetzt die nächsten Schritte, was müssen wir jetzt unternehmen, was muss organisiert werden …
Die Managerin war mittlerweile auch an der Rezeption und unterstütze uns noch sehr. Sie machte eine Reservierung im Safari Court Hotel, eine Unterkunft, die recht verkehrsgünstig lag und die wir von der ersten Reise kannten. Uns war nicht danach, jetzt noch nach einem netten kleinen Guesthouse zu recherchieren. Wir wollten jetzt eigentlich nur noch schnell in die Mediclinic, um Ultraschall machen zu lassen.
Die Managerin gab uns noch ihre Telefonummer, mit dem Hinweis, wir könnten sie jederzeit anrufen, wenn wir Hilfe benötigen. Man half uns noch mit dem Gepäck, fuhr uns zum Lodgeparkplatz, wo wir in unseren Mietwagen stiegen und mit einem sehr mulmigen Gefühl Richtung Windhoek fuhren. Wir hielten zuerst am Safari Hotel, das direkt am Weg lag und checkten in Windeseile ein. Alles Dinge, die man zuhause in solchen Fällen nicht berücksichtigen/organisieren muss, da fährt man zum Krankenhaus und gut ist’s. Vielleicht hätten wir das auch hier machen sollen, aber ich fühlte mich soweit okay, dass ich diese Reihenfolge vorzog.
In der Mediclinic angekommen, es war mittlerweile früher Abend, sagte man uns, dass niemand mehr da sei, um den Ultraschall zu machen. Ultraschallzeiten sind von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr, wenn wir außerhalb dieser Zeiten Ultraschall möchten, müssten sie zum einen mit dem Chirurgen sprechen und zum anderen kostet es uns extra. Okay, die Kosten waren uns jetzt gerade mal egal. Auch, dass wir nun erst einmal ein Deposit hinterlegen mussten. Zum Glück nahm man hier Kreditkarte.
Während ich Papierkram erledigte, rief mein Mann schon einmal unsere Reiseauslands-Krankenversicherung an. Zu diesem Zeitpunkt tickten wir beide wie ein Uhrwerk.
Wir wurden dann in einen Raum geführt, wo die Behandlungsbereiche mit Vorhängen abgetrennt waren. Ein paar Tage zuvor muss hier Kerstin (Esmeralda, die Originale, nicht die Doppelgängerin) gelegen haben. Eine Schwester kam und ein Arzt untersuchte mich. Er war sich gleich sicher, dass Herr Appendix übellaunig ist … Ich hingegen, war mir immer noch nicht sicher, weil die Schmerzen zwar noch da waren, aber besser; das wäre allerdings kein Wunder, meinte der Arzt, denn ich hätte ja auch Schmerztabletten genommen. Allerdings war mir mittlerweile ziemlich übel.
Meinen Einwand, ob tatsächlich zwei Schmerztabletten einen übellaunigen Herrn Appendix besänftigen könnten, ließ er nicht gelten. Überhaupt hatte ich immer noch Hoffnung, auch wenn diese von Minute zu Minute mehr schwand … der Doc erklärte mir mit ruhiger Stimme, käme ich jetzt auf die Idee, die Klinik zu verlassen oder gar mit dem Gedanken spielen würde, nach Hause zu fliegen, würde ich mit meinem Leben spielen und dieses Spiel würde höchstwahrscheinlich nicht gut ausgehen.
Okay, ich bleibe selbstverständlich in der Klinik – die „Message“ war definitiv bei mir angekommen.
Für meinen Mann gab es schon vorher keine Diskussion. Ich glaube, er war besorgter als ich.
Uns wunderte es dann etwas, aber der Arzt sagte, er müsse jetzt mit dem Chirurgen telefonieren. Dieser war scheinbar nicht in der Klinik vor Ort. Alles wurde telefonisch geklärt. Dann kam der Doc nach ein paar Minuten mit der Information zurück, dass der Chirurg angewiesen hätte, den „Ultrasound-Doctor“ in die Klinik zu holen, damit der Ultraschall gemacht wird.
Prima, genau deshalb waren wir ja hier …
Ich kam mir vor wie in einem amerikanischen Film, als ich in einen Rollstuhl gesetzt wurde und einmal quer durch die Klinik zum Ultraschallbereich geschoben wurde – nur leider war ich gerade nicht im Film, das hier war Realität.
In den Raum, in den wir gebracht wurden, standen modernste Geräte - soweit wir das beurteilen können. Das fanden wir sehr beruhigend. Der „Ultrasound-Doctor“ war mittlerweile auch anwesend. Er sagte nicht viel, antwortete auch kaum auf meine Fragen, nur einmal sagte er, als er so ziemlich genau über der Stelle war, wo ich den übellaunigen Genossen vermutete, er leicht das Gerät aufsetzte und ich vor Schmerz zusammenzuckte. „I see the problem“. Danke ja, schön zu hören …
Wir mussten dann noch ein wenig warten, bis er seinen Bericht geschrieben hatte, den er mir im verschlossenen Umschlag in die Hand drückte. Auf der Rückfahrt (ich im Rollstuhl) öffnete ich diesen, die Seite war vollgeschrieben, aber mir sprangen sofort drei Worte entgegen: „acute perforate appendix“.
Ich weiß gar nicht mehr, was ich in diesem Moment gedacht habe, aber wundere mich noch heute, dass ich das ganz ruhig meinem Mann sagte. Gott sei Dank, dass er die ganze Zeit an meiner Seite war und dass auch er – zumindest schien es mir so – ganz ruhig blieb.
Damit war aber leider die heutige Odyssee noch nicht vorbei. Uns wurde gesagt, wir müssten die Klinik wechseln, da der Chirurg, der operiert, in einer anderen Klinik seinen Dienst tut. Auch diese Nachricht nahmen wir recht gelassen hin und so fuhren wir noch einmal für nicht zu lange Zeit durch Windhoek zum Rhino Park Hospital.
Der Tag war schon fast rum, als wir dort eintrafen. Nach Ankunft ging das übliche Prozedere los: Aufnahmepapiere ausfüllen und ganz wichtig, Deposit hinterlegen. Zum Glück nahm man auch hier Kreditkarte, soviel Bargeld hätten wir nicht dabei gehabt.
Das Zweibettzimmer, auf das ich gebracht wurde, war absolut in Ordnung. Ein Einzelzimmer gab es leider nicht mehr, überhaupt wurde mir gesagt, dass ich das letzte freie Bett bekommen hätte. Die ganze Klinik machte einen sehr guten Eindruck auf uns.
Mein Mann sah, als er vom „Deposit-Hinterlegen“ zurückkam, dass eine Schwester einem anderen Mann, der im Gang stand, ein Zeichen gab (man könnte fast annehmen, das war das Zeichen, dass wir bezahlt haben 😗 🤩 ).. Dieser kam dann auf ihn zu und stellte sich als zuständiger Chirurg vor. Beide kamen dann zu mir ins Zimmer.
Meinen Chirurgen empfanden wir beide sofort als äußerst sympathisch, zu dem wir sofort Vertrauen fassten. Er untersuchte mich noch einmal, meinte, der Eingriff hätte Zeit bis morgen früh und verordnete, dass ich über Nacht Infusionen mit Antibiotika bekam. Außerdem beruhigte er mich, als ich ihm sagte, dass ich noch nie eine OP hatte und es ihm zudem nicht entging, dass ich doch ein wenig besorgt war.
Morgen früh als erster Termin käme ich dann ins Theatre … klasse dachte ich nur, ein „Theaterbesuch“ in Windhoek.
Es wurde die erste Nacht einer gemeinsamen Urlaubsreise meines Mannes und mir, die wir getrennt verbrachten, er im Hotel und ich im Krankenhaus mit der unschönen Aussicht auf den morgigen Aufenthalt im Theatre.
Nane421'362 Beiträge · seit 201109. Dez. 2013 · #89Was für ein Alptraum 😕 😵 🙁 !!!
Du warst aber wirklich " cool" ; ich glaube ich hätte wesentlich mehr Panik geschoben...
Wie geht's weiter ???
Logi16,9k Beiträge · seit 201209. Dez. 2013 · #90.
Lil1'242 Beiträge · seit 200909. Dez. 2013 · #91ach Sabine, wie schrecklich 😐 😐 😐 .
take off1'674 Beiträge · seit 201209. Dez. 2013 · #92Hallo Sabine,
das ist ja der reinste Wahnsinn 🤩
Ich kann mir die Fragen, die du dir stelltest gut vorstellen.
Wo finde ich einen Arzt ?
Wie geht es weiter?
Operation in Afrika? Ist auch alles steril?
Doch im Endeffekt ist man froh, dass einem geholfen wird.
Und du hast auch anscheinend die gute Gabe in Ausnahmesituation ruhig zu bleiben und einen kühlen Kopf zu behalten.
Ich ahne wie es weitergeht und bin froh dass dir geholfen wurde.
Ich kann jetzt zwar nicht sagen, dass ich mich auf die Fortsetzung freue aber ich bin neugierig wie es weitergeht, da es ja wie es aussieht ein gutes Ende nahm.
Liebe Grüße
Dagmar
BMW1'523 Beiträge · seit 201109. Dez. 2013 · #93Guten Abend Sabine,
Eine zwischenzeitliche klinische Besserung ist nicht untypisch für eine A-citis, obwohl die
Blutwerte (CRP >27, Leuko >10000) eine klare Sprache sprechen, Ultraschall und CT können
eine Diagnose dann noch bestätigen, wobei die Mediklinik in Windhoek, die ja zur Hirslanden-
Group gehört ( mit südafrikanischem Kapital ) m. E. sehr professionell dotiert ist, wahrscheinlich
auch die Roman-Catholic......kann das aber nicht beurteilen.......irgendwie ein Glück, dass Du
gerade in Windhoek warst.........Kaokoveld wäre sicher ein Problem.....
mit lieben Grüssen,
BMW
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201310. Dez. 2013 · #94Ein Alptraum! 🙄
Bloß gut, dass du heil wieder heim gekommen bist!
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200910. Dez. 2013 · #95Hallo Nane, Logi, Lil, Gabriele,
euren Einträgen kann ich kaum noch etwas hinzufügen.
Hallo Dagmar,
ich wundere mich im Nachhinein auch noch über mich selbst, wie ich/wir den Tag "abgearbeitet" haben. Beim Lesen ist mir eingefallen, dass wir sogar noch von Goche Ganas auf der Kalahari Bush Breaks Lodge angerufen haben, um sie zu informieren, dass wir nicht mehr kommen. Auch den Dombos hatten wir schon einmal eine Zwischeninfo gegeben, aber noch nicht ganz abgesagt, hätte ja sein können, dass wir doch noch hätten hinfahren können ...
Hallo BMW,
ja, großes, großes Glück, dass wir gerade in der Nähe von Windhoek waren. Das ist wohl genau so ein Fall, den man "Glück im Unglück" nennt.
@Logi: Dir wünsche ich ein tolle Zeit auf Curacao!
Danke für eure Rückmeldungen - das motiviert mich zu schreiben ...
Viele Grüße
Sabine
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200911. Dez. 2013 · #96Tag 21
Windhoek
Übernachtung: Hotel Safari bzw. Hospital
Richtig schlafen konnte ich nicht in der Nacht, Gedanken und Fragen wirbelten wie Purzelbäume durch meinen Kopf: Wie wird die erste Operation werden? Werde ich die Narkose vertragen? Ist die Versorgung hier soweit okay? Bin ich in guten Händen? Warum habe ich mich nicht gegen Hepatitis B impfen lassen? Das Wort AIDS kam mir auch immer wieder in den Sinn.
Mir bereiteten diese Gedanken Unbehagen, dann dachte ich aber wieder an die Arztpraxis, die Kliniken und die Ärzte/Ärztinnen, die ich hier bisher gesehen und kennengelernt hatte. Alles machte auf uns einen sehr guten und professionellen Eindruck. Auch das Rhino Park Private Hospital, in dem ich jetzt lag, wirkte auf uns äußerst vertrauenserweckend … und der Chirurg, der mich operieren würde, hatte es mit seinem freundlichen und kompetenten Auftreten innerhalb kürzester Zeit geschafft, das Vertrauen von mir und meinem Mann zu gewinnen.
Nichtsdestotrotz war es eine Situation, die ich niemandem wünsche und die wahrscheinlich nur jemand richtig nachvollziehen kann, der schon einmal in einer ähnlichen Lage war. So gerne ich reise, so gerne ich etwas anderes auf meinen Reisen sehen möchte als zuhause, so gerne wäre ich jetzt doch zuhause in einer mir vertrauteren Umgebung gewesen.
Aber jetzt lag ich nun einmal hier, in einem Krankenhaus in Windhoek, Namibia. Ich fühlte mich alleine und vermisste meinen Mann, als mich ganz früh am Morgen meine Gefühle überwältigten.
Jetzt flossen Tränen, es war rückblickend gesehen, das einzige Mal in diesen Tagen. Eine der Nachtschwestern kam routinemäßig ins Zimmer und sah mich. Sie versuchte mich zu beruhigen und als ich ihr sagte, dass ich meinen Mann vermisse, gab sie mir ihr Handy, damit ich ihn im Hotel anrufen konnte. Wir hatten nur ein Handy dabei und das hatte mein Mann, da er es jetzt mehr benötigte. Aber was für eine nette Geste von dieser Frau, die ich nie zuvor gesehen hatte. Ich rief meinen Mann an, es muss irgendwann morgens zwischen 5:00 Uhr und 6:00 Uhr gewesen sein, wir sprachen nur kurz, aber es hat mich umgehend beruhigt.
Dann wurden von den Schwestern die ersten Vorbereitungen getroffen. Obwohl ich meine, dass ich ziemlich gut Englisch spreche, ist es nun mal doch nicht meine Muttersprache, und ich fragte die Schwestern, ob hier vielleicht jemand wäre, der möglicherweise Deutsch spricht. Sie verneinten erst, dann fiel ihnen aber jemand ein. Eine Namibianerin, deren Vorfahren vor mehreren Generationen aus Deutschland kamen. Als sie kam und mit mir auf Deutsch sprach, war ich einfach nur glücklich, jemanden zu sehen, der beides kannte, Namibia und Deutschland. Diese nette Dame half meinem Mann und mir an diesem Tag und später noch sehr bei verschiedensten administrativen Dingen, die in der Klinik anfielen.
Es dauerte nicht lange und mein Mann traf ein. Ich war so froh und erleichtert, ihn zu sehen und ihn an meiner Seite zu haben. Zu meiner Überraschung stand dann auch noch kurze Zeit später der Allgemeinarzt, der am Tag zuvor unsere erste Anlaufstation war, an meinem Bett. Mein Mann hatte ihn morgens angerufen, um ihm mitzuteilen, was nun bei den Untersuchungen herausgekommen sei. Der Arzt wollte einfach nur vorbeischauen, um zu sehen, wie es mir geht. Er beantwortete mir meine Fragen und beruhigte mich. Es war ein Freitag und er wäre übers Wochenende nicht in Windhoek, aber wir könnten ihn jederzeit anrufen, wenn wir etwas auf dem Herzen hätten oder Hilfe bräuchten. Wir waren ihm so dankbar und zum Abschied sagte ich ihm, „Ich könnte Sie gerade drücken“. Seine Antwort: „Dann tun Sie es doch“. So gab es zum Abschied eine herzliche Umarmung.
Nachdem ich noch mein schriftliches Einverständnis zum Eingriff gegeben hatte, wurde ich zum Theatre gefahren. Ich habe zwar schon den einen oder anderen Theaterbesuch gemacht, aber diese nun folgende Inszenierung war mir vollkommen fremd. Eigentlich ein netterer Name als bei uns und wenn ich zukünftig höre, dass jemand „ins Theater geht“, werde ich wohl des Öfteren an Windhoek zurückdenken.
An diesem Tag war – ich weiß es leider nicht mehr ganz genau – ein Tag, an dem der Krebskranken gedacht wird, daher hatten alle Schwestern bunte Tücher um ihre Haare gewickelt. Zuerst dachten wir, das sei normale Arbeitskleidung, bis wir dann den Grund erfuhren. Leider hörten wir, aufgrund unserer Situation, nicht 100 %-ig hin, wie der Tag nun genau genannt wird.
Ich lag nun in meinem Bett, immer noch an Infusionen angeschlossen, in der Warteschleife. Vor und nach mir wurden Kinder in den OP getragen. Jedes Mal dachte ich nur, die armen Würmchen. Endlich ging es dann direkt ins Theatre, aber ich hörte bereits, dass der Anästhesist sich verspäten würde. Alle warteten auf ihn.
Ich lag noch in meinem Bett direkt neben dem OP Tisch und war mittlerweile wieder ganz ruhig. Heute frage ich mich, wie ruhig ich mich noch eine ganze Weile mit meinem Chirurgen über dies und das habe unterhalten können.
Während ich operiert wurde, wartete mein Mann und als ich aufwachte mit ziemlichen Bauchschmerzen, war er auch wieder an meiner Seite … genauso wie Herr Appendix, der durch einen größeren Schnitt nun meinem Bauch Adieu gesagt hatte und jetzt in einem Umschlag auf dem Schrank neben mir lag. Diesen durfte mein Mann dann selbst wegbringen, um ihn untersuchen zu lassen.
An den Rest des Tages kann ich mich nur wenig erinnern. Ich weiß aber noch vage, dass ich Sauerstoff brauchte, aber irgendwie nichts aus dem Teil herauskam. Ich muss das dann – weil ich noch nicht richtig wach war – in Deutsch gesagt haben. Was für ein Glück, dass mein Mann neben mir saß und es übersetzen konnte. So wurde sofort Abhilfe geschaffen. Das war wieder eine Situation, die man nicht hat, wenn man in einem Land ist, wo überall die eigene Muttersprache gesprochen wird. Dinge, die mir erst durch diese Erfahrung so richtig ins Bewusstsein gerufen wurden.
Nachmittags musste mein Mann für eine Weile weg. Wir hätten an diesem Tag unseren Mietwagen in Maun abgeben sollen, jetzt mussten wir (besser gesagt in diesem Fall, mein Mann) sehen, dass wir ihn ohne größere Probleme in Windhoek abgeben konnten. Wir waren froh, dass wir – ohne das geplant zu haben – bei einem Vermieter gebucht hatten, der auch in Windhoek eine Niederlassung hat. So verlief hier die Rückgabe und das trotz des Unfalls ohne Probleme - eine Sorge weniger.
Lil1'242 Beiträge · seit 200911. Dez. 2013 · #97Ach Sabine, ich habe Gänsehaut wenn ich deinen Bericht lese 🤨 . Aber so wie du schreibst, warst du wirklich in den besten Händen ... GOTT SEI DANK 😗 😗 😗 .
Liebe Grüsse 🙂
Lil
Silke1611223 Beiträge · seit 201311. Dez. 2013 · #98Hallo Sabine,
du Arme, du tust mir echt leid!
Aber du/ ihr habt die nun mal gegebene Situation wirklich mit Bravour gemeistert,
Hut ab!
Ich habe auf meiner Station öfters Patienten liegen mit anderen Nationalitäten und da wirklich schon ganz anderes Verhalten erlebt. Nochmals: Respekt!
liebe Grüße
Silke
leben und leben lassen
4 Wochen Namibia 2009
3 Wochen Namibia 2010
Strelitzie2'844 Beiträge · seit 201111. Dez. 2013 · #99Hallo Sabine,
beim Lesen jetzt habe ich noch einmal Gänsehaut bekommen - ich kann mich sehr gut in Deine Situation hineinfühlen!
Ich hoffe, es geht Dir physisch jetzt wieder wirklich gut.
Liebe Grüße
Strelitzie
Susi651'127 Beiträge · seit 201111. Dez. 2013 · #100Mannomann Sabine,
das war ja wirklich ein Alptraum. Mir geht's genau wie Strelitie, ich habe richtig gehend Gänsehaut bekommen bei Deiner Schilderung. Ich, muss aber auch sagen, dass Ihr die ganze Situation wirklich toll gemeistert habt. Keine Ahnung, ob wir das alles auch so souverän hinbekommen würden. Hut ab 😁 .
Liebe Grüße
Susi