Reisebericht

RB anders oder ein Appendix will nicht nach Hause

von Sabine26 · begonnen 02. Dez. 2013 · 25 Teile

Teil 102. Dez. 2013
Kleiner Hinweis:
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Liebe Fomis,

ich möchte hier von unserer Reise der etwas anderen Art berichten, und mein Bericht wird leider auch keine Bilder enthalten, aber vielleicht findet er trotzdem das Interesse des einen oder anderen Fomis.

Es war auf jeden Fall eine Reise, wie wir sie bisher noch nicht gemacht haben (und ich hoffe, dass wir eine Reise in dieser Art auch nie wieder erleben werden):

Im Sept./Oktober war dies unser Reiseplan:

Flug Frankfurt - Johannesburg - Upington
1 Nacht Upington - River Place Guesthouse
2 Nächte KTP/Kieliekrankie
2 Nächte KTP/Grootkolk
2 Nächte KTP/Urikaruus
1 Nacht Mariental/Africa Safari Lodge
4 Nächte Wolwedans Dunes Lodge
1 Nacht Sesriem/Desert Camp
3 Nächte Swakopmund/Villa Margherita
2 Nächte Nähe Windhoek/Goche Ganas
1 Nacht Gobabis/Kalahari Bush Breaks Lodge
7 Nächte Botswana/Dombo Farm
Rückflug ab Maun


Viele Grüße
Sabine
Teil 202. Dez. 2013
Tag 1 und Tag 2


Flug Frankfurt – Johannesburg
Übernachtung: im Flugzeug der South African Airways

und
Flug Johannesburg – Upington
Übernachtung: River Place Guesthouse, Upington



Endlich ist es soweit. Nach fast einem Jahr endlich der erste richtige Urlaub. Dafür aber können wir uns gleich auf 4 Wochen im südlichen Afrika freuen. Wir sind beide urlaubsreif und freuen uns riesig. Der Flug mit der SAA ab Frankfurt nach Johannesburg hebt pünktlich ab und die 10 Stunden 20 Minuten vergehen relativ schnell und wir beide können sogar ein wenig schlafen. Wir mögen lieber Nachtflüge. 20 Minuten früher als geplant, nämlich um 7:05 Uhr, landen wir in Johannesburg.

Am Airport müssen wir uns erst einmal orientieren, nachdem wir die Einreiseschlange hinter uns gebracht haben. Mit unserem Gepäck einmal quer durchs Terminal und dann finden wir auch den Schalter, wo wir unser Gepäck für den Flug nach Upington aufgeben können.

Insgesamt gehen die 4 Stunden zügig bis zum Abflug nach Upington rum und ich bin froh, dass sich vor einigen Wochen die Flugzeiten geändert haben, denn 2 Stunden hätten knapp werden können. Pünktlich um 11:00 Uhr hebt die kleine Maschine mit ca. 35 Sitzplätzen nach Upington ab, wo wir 90 Minuten später ohne irgendwelche Turbulenzen landen. Upington sieht aus der Luft wesentlich kleiner aus als es ist, allerdings scheint der Ort wirklich mitten im Nirgendwo in den Weiten der roten Dünen der Kalahari zu liegen. Schon aus der Luft spricht uns das an.

Das Flughafenterminal ist sehr niedlich und es scheint mir, als kenne hier jeder jeden. Wie wir uns irgendwie schon gedacht haben, ist niemand vom River Place Guesthouse vor Ort, um uns abzuholen. Ich lasse daher von der Information die Nummer, die ich mir zurecht gelegt hatte, anrufen.

Die Angestellte vom Guesthouse steht dann plötzlich neben mir, denn sie hat noch einen weiteren Job bei Budget. Sie hatte uns vergessen … aber sie kümmert sich gleich darum, dass uns jemand vom Guesthouse abholen kommt. Ich nutze die Zeit und bitte sie, gleich bei AVIS nachzufragen, dass für die Abholung des Mietwagens morgen alles klar geht. Ganz so problemlos stellt sich für mich das Ganze noch nicht dar und daher bleibe ich hartnäckig. Mietwagen und wir ist schon sehr oft ein spannendes Thema gewesen ...

Man will uns sogar den Wagen heute schon mitgeben, aber wir lehnen ab, da wir zum einen zu müde sind und zum anderen haben wir ihn erst ab morgen angemietet und ich weiß nicht, inwieweit die Versicherung greifen würde, wenn wir den Wagen heute bereits mitnehmen würden.

Als wir im River Place Guesthouse ankommen, stellen wir beide fest, wie schön dieses ist. Zudem hat es eine wunderbare Lage direkt am Oranje River. Wir machen noch ein paar Fotos, klären ab, wann wir zu Abend essen wollen und legen uns dann erst einmal zum Schlafen für ein paar Stunden hin. *)
Das Abendessen besteht aus Gemüse, Salat, Reis und einem sehr leckeren Hähnchen.

Beim Abendessen leistet uns ein sehr netter Belgier, der geschäftlich in Upington ist, Gesellschaft. Er ist neben uns der einzige Gast und freut uns sehr, als wir ihn fragen, ob er sich nicht zu uns setzen möchte. Er spricht sehr gut Deutsch, und wir unterhalten uns sehr nett.


*) Bubu heißt das bei uns in Hessen (für den Bayern-Schorsch)
Teil 302. Dez. 2013
Tag 3


Upington – Kgalagadi Transfrontier Nationalpark
Übernachtung: Kieliekrankie Wilderness Camp



Natürlich müssen wir am Morgen mehrmals hinter AVIS her telefonieren und es klappt nicht mit der Zustellung zum Guesthouse. Wir werden aber von AVIS abgeholt und zum Flughafen gebracht, wo wir unseren Mietwagen, einen Hyundai iX35, übernehmen.

Neben uns wird ein Mietwagen nach dem anderen abgeholt, wir hingegen prüfen alles sehr genau und beim ersten Wagen weigere ich mich, ihn mit den beiden komplett abgefahrenen Reifen zu übernehmen. Daraufhin erhalten wir einen anderen Wagen, der zwar nur etwas über 8.000 km gelaufen hat, aber leider bei der Ölkontrolle durchfällt, das ist bereits schon unser dritter Mietwagen in den letzten paar Jahren, wo der Ölstand nicht stimmt.

Es ist viel zu wenig Öl im Wagen, so dass wir von AVIS zum Hyundai Händler geschickt werden. Dort verbringen wir fast 45 Minuten bis wir endlich zum Einkaufen in den Pick ´n´ Pay kommen, denn wir müssen uns die nächsten 6 Tage im Park selbst versorgen.

Wir checken erst gegen 11:45 Uhr im Guesthouse aus. Ich entschuldige mich dafür bei Ronel, der Inhaberin, und frage, ob sie dafür etwas bekommt, aber sie verneint, puh, etwas peinlich ist mir das schon, da die offizielle Check-out Time 10:00 Uhr ist und wir haben nicht gerade wenig überzogen.

Das Riverplace Guest House hat uns ungemein gut gefallen und wäre sofort wieder unsere erste Wahl, für den Fall, wir kommen noch einmal nach Upington.

Die Straße in den Park lässt sich sehr gut fahren und wir sind nach 260 km und 2 Stunden und 20 Minuten in Twee Rivieren. Wir reisen aus Südafrika aus und befinden uns jetzt erst einmal für fast eine Woche im Niemandsland.

Ohne größere Sichtungen an diesem Tag erreichen wir Kieliekrankie. Dieses wunderschöne Camp kennen wir bereits von unserem Aufenthalt vor zwei Jahren. Willem, der Camp Assistant, ist noch da und wir erhalten tatsächlich die gleiche Cabin wie seinerzeit.

Den Nachmittag lassen wir gemütlich mit Essen und Sitzen auf der Veranda mit Blick zum Wasserloch ausklingen. Dieses Camp ist einfach nur wundervoll.
Teil 402. Dez. 2013
Tag 4


Kgalagadi Transfrontier National Park - Kieliekrankie
Übernachtung: Kieliekrankie Wilderness Camp



In der Nacht muss ein Leopard in der Nähe des Chalets gewesen sein, zumindest erzählt uns das Willem am Morgen und mein Mann meint, er hätte nachts im Halbschlaf auch Geräusche gehört, die er aber nicht hat zuordnen können. Ich habe natürlich alles verschlafen …

Wir machen eine Pirschfahrt bis nach Twee Rivieren und sehen die üblichen Verdächtigen, Sprinkböcke, Gnus, Strauß-Dame und Strauß-Herr etc. Besonders freuen wir uns über die Sichtung von zwei ziemlich trägen Löwinnen, die in der Nähe des Wasserloches Monro unter Bäumen liegen.

Den Rest des Tages sitzen wir wieder auf unserer Terrasse und genießen das wunderbare Ambiente. Hier In Kieliekrankie könnte ich es noch länger aushalten; einfach auch nur mit Blick auf die Dünenlandschaft und mit Beobachten der Mäuse, die rund um die Terrasse aktiv sind.
Hin und wieder lässt sich auch ein Gecko blicken. Ich liebe Geckos und bin jedesmal hellauf begeistert.

Überhaupt habe ich das Gefühl, dass ich in diesem Park von Tag zu Tag mehr ausspannen kann, dieser Park lässt uns einfach ruhiger werden.
Teil 502. Dez. 2013
Tag 5


Kgalagadi Transfrontier National Park – von Kieliekrankie nach Grootkolk
Übernachtung: Grootkolk Wilderness Camp



Gegen 8:20 Uhr fahren wir morgens in Kieliekrankie los. Es liegt eine längere Etappe in den Norden des Parks vor uns.
Von Kieliekrankie bis Grootkolk sind es 270 Kilometer auf Schotter- und Sandpiste, die unser Mietwagen aber tapfer meistert. Selbst die unerträgliche Rüttelpiste vor Nossob bringt ihn glücklicherweise nicht aus der Fahrt.

Gute 6 Stunden reine Fahrzeit haben wir eingeplant. Bis Nossob sehen wir nicht allzu viele Tiere und eine Weile erfordert die Rüttelpiste auch unsere ganze Aufmerksamkeit, dieser Abschnitt war vor zwei Jahren in einem eindeutig besseren Zustand. Nach einem Stopp dort, um zu tanken, Brot zu kaufen und uns für die Weiterfahrt zu registrieren, geht es dann weiter auf die letzten 107 Kilometer.

Kurz hinter Nossob sehen wir in weiter Entfernung ein stattliches Löwenmännchen unter einem Baum liegen. Später beim Betrachten von Fotos stellte ich dann fest, dass wenige Meter daneben noch eine Löwenlady lag, die wir aber beide nicht gesehen haben.

Je weiter wir uns von Nossob entfernen, umso einsamer wird es. So fahren wir dahin mit den üblichen Sichtungen. Plötzlich bremst mein Mann ab (er ist nicht schnell gefahren und trotzdem habe ich sie erst nicht gesehen) und ruft nur: „Ein Löwe, direkt an der Straße“. Er legt den Rückwärtsgang ein und da sehen wir eine junge Löwin und gleich daneben noch einen jungen Löwen. Beide stehen nur wenige Meter vom Wagen im Gras entfernt. Sie interessieren sich aber nicht sonderlich für uns, sondern überqueren in aller Seelenruhe die Straße, um dann gleich wieder im Gebüsch auf der anderen Seite zu verschwinden. War das ein tolles Erlebnis! ... und wir hatten zudem dieses noch ganz allein für uns.

Grootkolk ist Einsamkeit pur (für uns Nichtcamper), zumindest empfanden wir das so und auch hier gefällt es uns sehr gut. Marius, der Camp Assistant, ist ebenfalls sehr nett. Wir richten uns ein und nach einem Essen mit Blick aufs Wasserloch, fahren wir noch zu einem Nachmittagsdrive nach Union's End und stellen uns für eine Weile ans Wasserloch und beobachten das Kommen und Gehen.
Teil 603. Dez. 2013
Tag 6

Kgalagadi Transfrontier National Park - Grootkolk
Übernachtung: Grootkolk Wilderness Camp


Früh morgens gegen 6:30 Uhr begeben wir uns vor dem Frühstück zu einer Pirschfahrt. Ein Highlight dieser Pirschfahrt ist zum einen die "spotted" Hyäne, die in aller Seelenruhe die Straße vor uns quert (wir haben bisher nur einmal Hyänen gesehen) und zum anderen die Suricat Kolonie, die wir auf ca. halber Strecke auf der Rückfahrt entdecken. Die Suricats sind einfach zu süüüüß!!! Ja, ich weiß, Mädchenmodus … 🙂

Tagsüber sitzen wir auf der Terrasse mit Blick zum Wasserloch, an dem sich allerdings nicht viel tut. Ich mache noch ein wenig „Bubu“ und am Nachmittag begeben wir uns noch einmal zu einer Pirschfahrt bis zum Wasserloch von Union‘s End. Neben einem ausgesprochen scheuen Red Hartebeest sehen wir dort allerdings keine weiteren Tiere.

Auf der Rückfahrt nach Grootkolk legen wir einen längeren Stopp bei den Erdmännchen ein. Die Suricats in der Kolonie sind diesmal wesentlich aktiver als am Morgen und zudem noch recht nah an der Straße. Irgendwie können wir uns gar nicht satt sehen.

Eine weitere interessante Beobachtung gelingt uns: In einem Baum auf demselben Ast sitzen zwei Bateleur-Vögel (Berghahn) und direkt daneben eine Eule. Die Eule scheint ihr Revier verteidigen zu wollen und pickt solange nach dem einen Hahn, bis er aufgibt und wegfliegt.

Als wir zurückkommen, erzählen uns unsere südafrikanischen Nachbarn, dass sie direkt an ihrem Zaun eine Schlange gesehen haben und zeigen uns ein Video. Zum Glück war es aber nur eine Mole Snake (Molslang), die ungiftig wäre. Ich hoffe, ich habe den Namen richtig geschrieben.

Unser Nachbar erzählt uns aber, dass er in diesem Camp auch schon direkt an seiner Cabin eine Puffotter bei einem seiner vorherigen Besuche hatte und ermahnt uns, aufmerksam zu sein und immer schön die untere Türe geschlossen zu halten.

Nachts können wir bis nach Mitternacht nicht richtig schlafen, weil ein unglaubliches Gewitter niedergeht. Das Blitzen erleuchtet die Kalahari taghell, und solch langen und lauten Donner habe ich zuvor noch nie gehört. Ich schwanke zwischen leichter Furcht und absoluter Faszination angesichts dieses Naturschauspiels.

Der Abstecher nach Grootkolk hat uns sehr gut gefallen. Hier hat man noch wirklich den ohnehin nicht gerade überlaufenen Park fast für sich alleine.
Teil 703. Dez. 2013
Tag 7

Kgalagadi Transfrontier National Park – von Grootkolk nach Urikaruus
Übernachtung: Urikaruus Wilderness Camp



Der lange Weg zurück … so könnte man die heutige Etappe bezeichnen. Wieder gute 260 Kilometer südwärts, eine nette Pirschfahrt, aber leider sehen wir auf der Fahrt nicht viel Außergewöhnliches, obwohl wir nicht hetzen.

Erwähnenswert ist noch der Honigdachs (Honey Badger), der gerade vom Wasserloch in Grootkolk wegläuft, als ich morgens aus dem Fenster schaue sowie kurz vor Nossob ein Löwenmännchen, das gerade frisst, allerdings in solcher Entfernung, dass ich mich frage, wie man dieses überhaupt entdecken kann.

Wir haben uns schon sehr auf Urikaruus gefreut. Ich bin gespannt und unschlüssig, zum einen habe ich immer wieder gehört und gelesen, dass Urikaruus für viele das schönste Camp im Park ist, was auch erklärt, dass es das Camp ist, das meist am schnellsten ausgebucht ist, zum anderen haben mich ein wenig die Fledermausberichte abgeschreckt.

Als wir im Camp ankommen, sind wir zuerst vom Wasserloch begeistert, das sehr nahe ist. Leider soll aber in den letzten Tagen nicht viel los gewesen sein, wie wir hören.

Ansonsten gefällt uns das Camp auch wieder sehr gut, und wir haben einen mit unserer Cabin Nummer 3 einen sehr guten Blick auf das Wasserloch. Cabin Nummer 2 und Nummer 3 haben, wie ich denke, wohl den besten Blick. Wir richten uns ein und bauen unser mobiles Moskitonetz auf. Den Nachmittag verbringen wir auf der Terrasse mit Blick aufs Wasserloch, allerdings tut sich nichts.

Am Abend gehen wir noch rüber zu unseren Nachbarn. Dort wohnt ein Fomi mit Reisepartnerin. Da ich nicht weiß, ob es dem Fomi Recht ist, dass ich den Namen erwähne, tue ich es nicht. Kennengelernt habe ich den Fomi übers Namibia-Forum, und wir hatten festgestellt, dass wir gleichzeitig eine Nacht in Urikaruus sind. Wir bleiben am Abend knapp 2 Stunden dort und es ist ein sehr netter Austausch über viele interessante Reiseerlebnisse.
Teil 803. Dez. 2013
... einen Tag schaffe ich heute noch ...


Tag 8

Kgalagadi Transfrontier National Park – Urikaruus
Übernachtung: Urikaruus Wilderness Camp


Puh, die Nacht war eiskalt … als wir um 6:35 Uhr aufstehen, sehe ich nur eine Katze vom Wasserloch weglaufen. Nur leider ganz kurz und schon war sie verschwunden. Ich konnte noch nicht einmal erkennen, was es war. Unsere Fomi-Nachbarin, die wir auf unserer Pirschfahrt noch einmal kurz sehen, sagte, dass es ein Caracal war. Menno, wär ich doch ein paar Minuten früher aufgestanden, aber ich merke auch, dass ich diesen Urlaub auch einfach brauche, um alles etwas ruhiger anzugehen und die Tage nicht zu voll zu stopfen.

Kurz hinter Urikaruus sehen wir 8 Hyänen und zwei Schakale, die eine Oryx-Antilope gerissen haben. Sieben Hyänen liegen platt und vollgefressen im Auob-Flussbett und eine frisst noch. Ein Schakal hat sich ran getraut und frisst von der anderen Seite. Alleine das hat schon das frühe Aufstehen gelohnt.

Aber wir sehen heute auch unsere ersten Giraffen, beim letzten KTP-Besuch sahen wir keine einzige Giraffe und ich habe mich wirklich gefragt, ob es hier wirklich welche gibt..
Erst sehen wir drei, davon eine noch kleine und später sehen wir eine große Menge. Allerdings sind diese bereits auf einer Düne und wohl bald verschwunden. Ein Südafrikaner hatte uns bereits schon bei einem Stopp darüber informiert, dass sie 46 Giraffen zusammen im Flussbett gesehen haben. Ich denke, das müssen sie gewesen sein. Aber um die ganze Gruppe zu sehen, hätten wir in der Nacht zuvor in Mata Mata oder im Kalahari Tented Camp übernachten müssen, um sie frühmorgens noch im Flussbett zu sehen. Aber wer kann das schon vorher wissen ... dafür hatten wir die Hyänen ...

Ich hatte die Hoffnung, die drei Geparde, die sich auf der Strecke zwischen Craig Lockhardt und Sitzas aufhalten sollen, zu sehen, aber leider haben wir sie nicht erblicken können.

Nach fast drei Stunden Frühpirsch kommen wir noch einmal bei den Hyänen vorbei. Mittlerweile hatten sich alle unter einen Baum verkrochen. Wir beobachten, wie sich eine der Hyänen erhebt und zum Riss geht und die Reste der Oryx-Antilope, die ganz schön abgenommen hatte im Vergleich zur Hinfahrt, gute 20 Meter recht leicht und locker unter den Baum zieht.

In Urikaruus angekommen frühstücken wir erst einmal und leider ist es heute sehr windig und zudem sehr kalt.

Gegen 16:00 Uhr brechen wir zur Nachmittagspirsch auf. Ich frage noch unseren Camp Assistant, eigentlich ohne größere Erwartungen, ob es erwähnenswerte Sichtungen gibt.

Er erzählt mir von 4 Cheetahs bei Auchterlonie, somit steht unser Ziel also fest.
Nach ca. 40 Minuten Fahrt kommen wir dort an, die Stelle ist nicht zu verpassen, denn es stehen schon einige Wagen dort. Leider sehen wir nichts, ich frage daher einen Fahrer eines anderen Fahrzeuges. Dort hinten unter dem Baum liegen sie. Wir müssen uns mit Teleobjektiv und Fernglas ziemlich anstrengen, um sie zu entdecken. Aber was für eine Sichtung. So gerne wollte ich noch die Cheetah-Family sehen und jetzt ist sie da. Mir stehen Tränen in den Augen.

Nach einer ganzen Weile erhebt sich der erste Gepard und läuft los, kurz darauf folgen ihm die anderen drei. Jetzt sehen wir sie richtig. Gleichzeitig will die ganze versammelte Autokarawane natürlich in die gleiche Richtung. Ein Wagen stellt sich quer direkt in die Abzweigung zu einer Straße, wo die Geparden sich hinbewegen, um diese zu überqueren. Dadurch stoppt der Rest und auch wir stehen und dann passiert es. Ein Wagen kann es nicht abwarten, obwohl eigentlich überhaupt kein Platz für ihn ist, alle anderen Wagen stehen, nur er fährt rückwärts und --- uns in den Wagen.

Wir sind sauer, denn es ist total unnötig. Zur Krönung sagt uns dann der Fahrer aus Johannesburg, er würde uns später seine Kontaktdaten geben, er will jetzt erst einmal Geparden beobachten ... und weg fährt er, nachdem jetzt wieder Platz ist. Uns ist leider ein wenig die Begeisterung abhanden gekommen, obwohl wir uns später immer wieder bewusst machen, welch unglaubliche Sichtung wir gerade haben erleben dürfen.

Dann irgendwann tauschen wir die Daten aus. Des Fahrers Frau und Beifahrerin scheint wenigstens etwas sympathischer. Leider können wir an diesem Abend nicht mehr nach Twee Rivieren zur Polizeistation, da uns mehr oder weniger gerade noch soviel Zeit bleibt, um nach Urikaruus zu fahren.

Wir fahren also nach Urikaruus zurück und wie am Vortag, haben wir heute auch keinen Strom. Wir packen noch das Nötigste im Schein unserer Stirnlampen zusammen, weil wir jetzt unsere Pläne für den morgigen Tag komplett über den Haufen werfen müssen und gehen dann früh zu Bett.
Teil 904. Dez. 2013
Tag 9

Kgalagadi Transfrontier National Park – Urikaruus – Twee Rivieren – Mariental (Namibia)
Übernachtung: Africa Safari Lodge



Um 4:45 Uhr klingelt der Wecker. Wir haben beide nicht so gut geschlafen, zum einen wegen des gestrigen Unfalls und zum anderen wegen der Hyänen, die in der Nacht ans Wasserloch gekommen sind und ziemlich laut waren.

Im Schein von Taschenlampenlicht packen wir alles zusammen und frühstücken. Langsam dämmert es und die Hyänen, so scheint es, sind mittlerweile verschwunden.

Dafür hat mein Mann noch ein kleines Hautnah-Wildlife-Erlebnis. Er wirft etwas in den Mülleimer in der Küche und plötzlich springt ihm eine Ratte entgegen. Ganz eilig läuft sie regelrecht senkrecht an der Wand hoch und verschwindet im Dach. Im ersten Moment sind wir erschrocken (ich stand ja etwas entfernt), dann müssen wir aber beide herzhaft lachen.

Eigentlich wollten wir gleich um 6:30 Uhr losfahren. Ganz schaffen wir es nicht, aber als wir dann alles ins Auto einladen wollen, kommt eine Hyäne und nähert sich unserem Auto bedenklich nah. Wir müssen mit dem Einladen des Gepäcks aufhören und begeben uns wieder auf die sicheren Stege des Camps. Die Hyäne lungert ständig um unser Auto rum. Nachdem sie sich etwas entfernt hat, kommt eine zweite am Wasserloch hinzu.

Ich habe beide im Auge und mein Mann lädt noch schnell den Rest ein, bevor sie uns zu nahe kommt. Schnell ins Auto gesprungen und wir können endlich gegen 7:00 Uhr losfahren. Die ganze Zeit war nichts groß los und gerade heute Morgen, wo jede Minute zählt, werden wir und das Auto belagert.

Nach guten 75 Minuten kommen wir in Twee Rivieren an, wo wir leider heute noch einmal hinfahren müssen, um einen Polizeireport aufnehmen zu lassen und auch AVIS müssen wir über den Unfall informieren. Beim Zusammenstoß klang es sehr bedenklich, und wir beide haben mit einem großen Schaden gerechnet, aber zum Glück ist es nicht so schlimm, wie zuerst befürchtet, und der Wagen ist fahrtüchtig. Es wäre sehr ärgerlich gewesen, wenn wir jetzt deswegen auch noch nach Upington hätten zurückfahren müssen.

Das einzig Gute daran ist, dass wir unterwegs noch einen weiteren Geparden und eine African Wildcat, die vor uns über die Straße läuft, sehen.

Der Polizeireport ist schnell und zügig aufgenommen. Der Police Officer ist zudem sehr freundlich. Wir können dann sogar vom Office der San Parks Anmeldung AVIS anrufen. Wir sind von der Hilfsbereitschaft begeistert als wir vom Unfall berichten. Von AVIS erhalten wir die Auskunft, dass es ausreicht, wenn wir die Rückseite des Mietvertrages ausfüllen und in Maun zusammen mit dem Fahrzeug abgeben --- zum Glück sind wir versichert.

Ebenfalls zum Glück haben wir uns am Vorabend noch bei Parkmitarbeitern erkundigt, die bei Auchterlonie vorbeifuhren, ob es in Mata Mata eine Polizeistation gibt, wo wir den Polizeibericht hätten aufnehmen lassen können. Man sagte uns, das würde normalerweise dort gehen, aber nicht am Sonntag … und da heute ein Sonntag ist, mussten wir noch einmal zurück nach Twee Rivieren fahren.

Nachdem das alles erledigt ist, fahren wir von Twee Rivieren Richtung Mata Mata, wo wir für diesen Tag eigentlich schon viel früher hätten sein sollen/wollen. Unterwegs sehen wir einen weiteren Geparden recht nah an der Straße, der gerade frisst. Bedauerlicherweise haben wir keine Zeit, hier länger zu verweilen. Die Touristen, die mitten auf der hier besonders engen Straße stehen und alles blockieren, sind ein wenig genervt, weil wir vorbei wollen und ihnen zu verstehen geben, sie möchten bitte eine Fahrspur frei machen.

… und wer steht mitten drin und blockiert alles … unser Unfallfahrer von gestern. Er fährt genauso aggressiv wie gestern Abend, als er dann endlich ein wenig Platz macht. Pirschfahrt am Morgen war auf jeden Fall wichtiger, als sich bei der Polizei zu melden. Unglaublich, wir haben den ganzen Ärger. Ich denke, wäre uns das passiert, wären wir etwas „demütiger“ gewesen und hätten uns zumindest erkundigt, ob bei uns alles klar ist.

Um 12:00 Uhr erreichen wir Mata Mata, und die Einreise nach Namibia geht äußerst zügig voran. Gute 3,5 bis 4 Stunden hat uns der heutige Abstecher nach Twee Rivieren, den wir unserem Johannesburger verdanken, gekostet. Wer weiß, vielleicht kommt ihn auch irgendwann mal der Gallier Appendix, den niemand braucht, besuchen ... 😗

Die jetzt folgende Strecke kennen wir bereits von unserer Reise vor zwei Jahren. Wir fahren auf den ersten Kilometern so dahin, als plötzlich mitten auf der Straße Erdmännchen stehen.

Auf jeden Fall, auch wenn nicht so eingeplant, haben wir heute schon viele schöne Sichtungen gehabt.

Via Stampriet und Mariental erreichen wir die Africa Safari Lodge, die ca. 20 Kilometer von Mariental an der C19 liegt. Wir kommen gegen 16:30 Uhr dort an und haben unseren Game Drive, für den wir uns für 16:00 Uhr angemeldet hatten, schon abgeschrieben. Als wir aber hören, dass sich die Zeiten geändert haben und wir diesen um 17:00 Uhr machen können, freuen wir uns sehr, da wir hoffen, hier Nashörner zu sehen.

Wir beeilen uns und stellen mit Freude fest, dass wir die einzigen Teilnehmer sind. Der Game Drive dauert 2 Stunden und wir sehen verschiedene Antilopen. An einem Wasserloch, wo gerade Antilopen trinken, kann ich eine große schwarze Schlange, die sich schnell und mit dem vorderen Körperteil in der Luft bewegt, durch das Teleobjektiv erkennen. Ich weiß allerdings nicht, um welche Schlange es sich hier handelt, stelle mir aber vor, es könnte eine Mamba sein. Wir sind einfach noch zu weit entfernt und als wir dann das Wasserloch erreichen, ist sie bereits weg … und ich Depp habe noch nicht einmal auf den Auslöser gedrückt, sondern nur beobachtet.

Aber wir sehen dann unsere drei ersten Nashörner, zwei Weibchen und ein Männchen. Diese scheinen jedoch nicht so sonderlich erfreut über unsere Anwesenheit und unser Fahrer hält auch Abstand. Eine tolle Beobachtung, der Game Drive hat deswegen für uns sehr gelohnt. Wir haben bisher noch keine Nashörner im südlichen Afrika gesehen.

Um 20:00 Uhr gehen wir zum Abendessen. In der Africa Safari Lodge hätten wir es auch länger ausgehalten. Die Zimmer sind wunderschön, das Bad, besonders die Dusche, toll. Die ganze Anlage spricht uns sehr an und der Service, besonders von Chrysell, der Assistant Managerin, wird ausgesprochen groß geschrieben. Wir sind begeistert.
Teil 1004. Dez. 2013
Tag 10

Mariental – Namib Rand Nature Reserve
Übernachtung: Wolwedans Dune Lodge



Wir sind gestern Abend beide todmüde ins Bett gefallen und haben etwas länger geschlafen. Wir verlassen gegen 10 Uhr die Africa Safari Lodge und fahren nach Wolwedans. Auf unseren Aufenthalt hier sind wir sehr gespannt, besonders ob es sich lohnt, weil der Preis doch schon recht hoch ist.

Wir fahren via Maltahöhe, wo kurz nach dem Ort Jugendliche die Straße blockieren, um uns zum Anhalten zu bringen, aber wir fahren durch. Ich frage mich, was sie wollten, ein wenig unwohl ist mir bei dieser Situation schon.

Die Strecke über den 2.020 Meter hohen Tsarishoogte Pass ist sehr schön, und die folgende Verbindung auf der D827 ist landschaftlich ein Leckerbissen.

Dann kommen wir am Wolwedans Gate an. Die ersten 1 ½ Kilometer sind dermaßen schlecht, dass wir nur Schrittgeschwindigkeit fahren können. Bis zur Rezeption sind es vom Gate 20 Kilometer! Das kann heiter werden, denken wir uns. Die Straße wird dann aber besser, ist jedoch so eng, dass gerade ein Auto durch passt, und wir hoffen, dass uns kein anderer Wagen entgegenkommt.

Gegen 14:30 Uhr erreichen wir den Gebäudekomplex mit der Rezeption, wo wir gleich von Jonathan, unserem Guide für die nächsten Tage, begrüßt werden. Unser Gepäck wird ins Bush-Taxi Lukas verladen und wir werden zur Lodge gebracht.

Unser Eindruck, sowohl vom Gemeinschaftsbereich als auch von unserem Chalet, ist einfach nur WOW!
Es ist kaum zu beschreiben, wie schön es hier ist, man muss es gesehen haben. Keines der vielen wunderbaren Bilder, die ich vorher von diesem Ort gesehen habe, kann die Wirklichkeit wiedergeben – zumindest empfinde ich es so.

Im Schatten der Terrasse unseres Chalets hat es sich eine Oryx-Antilope gemütlich gemacht. Langsam pirsche ich mich ran, um ein Foto zu machen. Aber dann wird es der Oryx doch wohl etwas unheimlich, sicherlich fragt sie sich, was ich von ihr will und springt auf und läuft weg.

Wir setzen uns noch ein wenig auf die Terrasse und genießen diesen Ausblick, bevor es dann zum Sundowner geht. Zusammen mit Jonathan und einem sehr netten Paar aus London fahren wir zum Sundowner-Platz. Es ist einfach nur wundervoll und mindestens genauso schön empfinde ich die Rückfahrt im letzten Licht des Tages … überall auf den roten Dünen stehen Oryx. Einfach unwirklich, aber traumhaft schön.
Teil 1105. Dez. 2013
Tag 11

Namib Rand Nature Reserve
Übernachtung: Wolwedans Dune Lodge



Der Wecker klingelt bereits schon wieder kurz nach halb sechs. Wir haben uns zum Morning Drive angemeldet und da Jonathan ein wenig der größten Hitze in den Dünen entgehen möchte, gibt es bereits um 6:30 Uhr Frühstück.

Der Halbtagesdrive, den wir zusammen wie beim gestrigen Sundowner mit dem englischen Paar aus London im offenen Fahrzeug (mit sehr bequemen Sitzen) machen, ist einfach nur beindruckend. Die Landschaft ist dermaßen grandios, ich bin überwältigt und spätestens jetzt denke ich, dass ich froh bin, dass wir Wolwedans gebucht haben.

Wir sehen viele Tiere, Jonathan erweist sich wieder als sehr freundlich und äußerst gebildet. Es ist eine tolle Tour und eine Landschaft, die mich fast zu solcher Begeisterung veranlasst, wie das Altiplano, das für mich die schönste Landschaft ist, die ich bisher auf meinen Reisen gesehen habe.

Um die Mittagszeit sind wir zurück in der Lodge, wo wir erst einmal zum Essen gehen. Hier sitzt man mit Blick auf rote Dünen und ein Wasserloch, wo sich wieder unglaublich viele Oryx tummeln.

Den Rest des Tages sind wir etwas faul, sitzen im Lodgebereich und auf unserer Terrasse, lesen und schauen einfach nur in die Landschaft, kurzum wir genießen die unglaublich schöne Atmosphäre auf Wolwedans.
Teil 1205. Dez. 2013
Tag 12

Namib Rand Nature Reserve
Übernachtung: Wolwedans Dune Lodge



Das nette Londoner Paar wird heute weiterreisen, so dass wir unsere Ganztagestour mit Jonathan alleine machen werden. Er geht auf alle unsere Wünsche und Fragen ein. Er ist einfach ein toller Guide, der wirklich weiß, wie man mit Gästen umgeht. Hinzu kommt, dass die Chemie zwischen uns dreien einfach stimmt. Wir haben jedoch von anderen Gästen ähnlich Positives über andere Guides auf Wolwedans gehört.

Die Tour führt uns diesmal in den nördlichen Bereich des Namib Rand Nature Reserve und mehr als einmal bleibt mir bei dieser landschaftlichen Schönheit, gespickt mit vielen Oryx und Zebras, die Sprache weg. Kein Bild von Wolwedans, obgleich noch so vielversprechend, konnte dies bisher wiedergeben. Ich bin so froh, dass wir dieses hier live erleben dürfen und dass noch mit unserem sehr sympathischen, auf unsere Wünsche eingehenden und sehr gebildeten Guide Jonathan. Mir tut es um keinen Cent leid, den wir hierfür bezahlt haben.

Zu Mittag kehren wir an einem schattigen Platz unter einem Felsen ein und Jonathan packt kleine Leckereien aus.

Es war einfach nur wieder ein wundervoller Tag auf Wolwedans!
Teil 1305. Dez. 2013
Tag 13

Namib Rand Nature Reserve
Übernachtung: Wolwedans Dune Lodge



Auch heute werden wir wieder unseren Guide ganz für uns alleine haben.

Ich hätte es nicht gedacht, aber die kleinen Tiere und ihre Spuren im Sand zu verfolgen haben mich in ihren Bann gezogen und so brechen wir morgens mit Jonathan auf. Diese Tour hatte ich mir gewünscht.

Wie sehr hoffe ich, einen dieser wunderbaren Palmetto-Geckos zu sehen. Um es vorweg zu nehmen, diesen werden wir heute leider nicht sehen. Aber dafür ein männliches Exemplar der White Lady Spider und viele andere nette Tiere, wie verschiedene Käfer und kleine Lizards.

Obwohl ich schon gefühlte Tausende Fotos von "Oryx auf roter Düne" gemacht habe, kann ich es hin und wieder nicht lassen und muss noch weitere machen. Das ist fast schon ein regelrechter Zwang.

Diese Tour heute war etwas anders und hat sich eher den kleinen Dingen und Tieren gewidmet, zudem haben wir sehr viel gelernt; und muss ich es erwähnen? Auch diese Tour hat uns wieder ausgesprochen gut gefallen.

Ich glaube, ich könnte es auf Wolwedans noch länger aushalten … das Boulder’s Camp sieht auch recht vielversprechend aus, aber da muss ich wohl erst noch einmal ein wenig sparen.

Bevor wir zurück zur Lodge fahren, führt uns Jonathan noch durch das Versorgungszentrum von Wolwedans. Hier gibt es Energieversorgung in High-Tech-Manier sowie einen Garten, wo Kräuter und Salat gezüchtet werden. Auch Schweine sehen wir, an die die Essensreste der Gäste verfüttert werden.

Am Nachmittag haben wir wieder unseren täglichen Gast unter unserem Bungalow: Die Oryx legt sich während der Mittagshitze unter unseren Bungalow. Wir fragen uns, wie sie dorthin kommt, denn sie kann nicht darunter laufen, sondern muss regelrecht kriechen. Wenn dann im Laufe des Nachmittags der Schatten zur Terrasse wandert, rumpelt und knirscht es unter unserem Boden und die Oryx kriecht langsam vor und legt sich dann in den Schatten der Terrasse.

Hoffentlich müssen wir nicht noch einen Aufpreis für einen Mitbewohner zahlen! Aber unseren Mitbewohner haben wir schon längst ins Herz geschlossen und finden das Ganze sehr amüsant. Scheinbar auch andere Lodgegäste, die uns immer mal wieder darauf ansprechen.

Obwohl die Bauweise unseres Chalets sehr offen ist, haben wir sonst keine unangenehmen anderen tierischen Mitbewohner, die krabbeln oder kriechen. Komisch, ich habe auch immer weniger Bedenken diesbezüglich, nur hier nicht sonderlich … obgleich sich noch folgende Situation ereignete:

Am Vorabend saßen wir gerade am Lagerfeuer und sahen Jonathan nur eilig und hektisch mehrmals hin- und herlaufen. Auf spätere Rückfrage sagte er: „I had to relocate something“. Meine Frage daraufhin: „A snake?“ …. Seine Antwort: „Yes, a snake.“

Am Nachmittag holte uns Jonathan dann noch zu unserem letzten Sundowner ab. Er brachte uns zu einer Stelle, die so einmalig schön war. Ich hoffe, diese Ausblicke werde ich – hoffentlich – nie vergessen!

Danke Jonathan!
Teil 1406. Dez. 2013
Tag 14

Namib Rand Nature Reserve – Sesriem/Sossusvlei
Übernachtung: Desert Camp



Leider, leider heißt es heute Abschied nehmen von Wolwedans. Wir haben uns schon darüber unterhalten, dass wir gerne noch einmal hierher kommen wollen; wenn möglich noch ein paar Tage länger; dafür müssen wir aber erst noch ein wenig unser Sparschwein füttern.

In weniger als zwei Stunden fahren wir nach Sesriem.
Sesriem hat sich in all den Jahren enorm verändert. Ich kann mich gerade an die Sossusvlei Lodge, den Campground und eine Tankstelle erinnern. Mittlerweile gibt es hier sogar eine Art Besucherzentrum, eine wesentlich größere Tankstelle mit Shop und vor allem mehr Unterkünfte/Campmöglichkeiten.

Wir haben uns diesmal für das Desert Camp entschieden. Hier gefällt es uns besser als in der Sossusvlei Lodge, in der wir bei unserer ersten Namibiareise im Jahre 2002 gewohnt haben. Dort hat es uns damals nicht ganz so gut gefallen, besonders weil wir uns im Gegensatz zu den Busreisegruppen wie Gäste zweiter Klasse fühlten. Selbst die Getränke zum Abendessen mussten wir uns damals selbst holen, auch lag seinerzeit unsere Buchung bei Ankunft nicht vor und man wollte uns zuerst kein Zimmer geben. Alternativen gab es seinerzeit keine in der näheren Umgebung.

Wir beziehen schnell unseren Bungalow im Desert Camp. Die Betten sind allerdings nicht gut und nicht sonderlich rückenfreundlich. Es sollten die schlechtesten Betten auf unserer Reise sein. Aber für eine Nacht würde ich wieder hier wohnen wollen, zumal die Lage zum Sossusvlei wirklich sehr gut ist.

Nachdem wir noch unser Frühstückspaket für den nächsten Tag bestellt hatten, fuhren wir los Richtung Sossusvlei. Die meisten Touristen fahren morgens ins Sossusvlei, so dass wir jetzt nur noch 5 andere Fahrzeuge im Bereich der Vleis sehen.

Am Parkplatz stellen wir unser Fahrzeug ab und der Shuttle lässt uns beim Startpunkt zum Deadvlei raus; dieses Vlei kennen wir noch nicht. Der Nachteil des Nachmittags ist, dass es recht windig ist, dafür sind wir jedoch auf der Strecke zum Deadvlei ganz alleine unterwegs. Wir kämpfen uns bei gut 40 Grad Celsius über verschiedene kleinere Dünen. Hier gefällt es uns sehr gut, aber irgendwie sind wir noch im „Wolwedans-Modus“, obwohl die Landschaft sehr schön ist.

Zum vereinbarten Zeitpunkt holt uns der Shuttle wieder ab und wir drehen noch eine Runde zum Sossusvlei. Hier waren wir damals bereits, nutzen aber noch die Pause, um ein wenig umherzulaufen und noch das eine oder andere Bild zu machen.

Auf der Rückfahrt genießen wir die immer länger werdenden Schatten auf den Dünen und wieder neigt sich ein schöner Reisetag dem Ende zu.
Teil 1507. Dez. 2013
Tag 15

Sesriem - Swakopmund
Übernachtung: Villa Margherita, Swakopmund



Die Strecke von Sesriem bis Swakopmund wurde nur von gelegentlichen Fotostopps unterbrochen. Wir halten noch kurz in Solitaire, irgendwie kann ich mich aber an diesen Ort nicht mehr erinnern. Vielleicht standen damals die alten Autos noch nicht dort am Straßenrand. Vielleicht weiß das jemand von euch?

Ansonsten war die Strecke, von gut befahrbar bis übelste Wellblechpiste, größtenteils wenig abwechslungsreich und wir brauchten insgesamt gute 5 Stunden.

In Swakopmund angekommen merkten wir, wie unsere Schleimhäute regelrecht aufatmeten. Die sehr trockene Luft wich nun der frischen Meeresbrise. Swakopmund empfing uns mit herrlichem Sonnenschein. Seinerzeit wohnten wir im Hansa Hotel, das uns aber nicht so gut gefallen hat, dass wir es noch einmal buchen wollten.

So haben wir uns für die Villa Margherita entschieden und diese Unterkunft hat uns gleich auf Anhieb gefallen. Außerdem ist die Lage auch optimal, man kann alles in „Swakopmund down-town“ prima zu Fuß erreichen.

Nachmittags sind wir noch zur Strandpromenade gelaufen, den Steg entlang, wo wir arg aufpassen mussten, wieder trockenen Fußes zurückzukommen und kehrten noch einmal im Café Anton ein. Damals hatte ich hier einen leckeren Erdbeerkuchen (ich liebe Erdbeerkuchen!) gegessen. Leider war es diesmal nicht mehr so nett wie seinerzeit und Erdbeerkuchen gab es auch nicht …

In Sesriem und hier in Swakopmund ist uns so richtig aufgefallen, wie viel sich doch geändert hat bzw.wie viel mehr Tourismus mittlerweile Einzug gehalten hat im Vergleich vor gut über einem Jahrzehnt. Nichtsdestotrotz hat es uns aber auch wieder gut gefallen und das Tourangebot ist vielfältiger geworden.

Bei unserer Ankunft in der Villa Margherita fiel mir ein Paar auf, das auf der Terrasse saß und Deutsch sprach. Ich war überzeugt, hier handelt es sich um Esmeralda und Casimodo aus dem Namibia-Forum, zumal ich in Erinnerung hatte, dass sie auch um diese Zeit in Swakopmund sein müssten.

Also nahm ich meinen Mut zusammen und sprach sie an. Ich fragte, ob sie Esmeralda und Casimodo seien. Die beiden schauten mich sehr erstaunt an. Ich glaube, sie haben gedacht, die (also ich) muss einen Vogel so groß wie eine Gans haben … denn es waren nicht Esmeralda und Casimodo. Die ganze Situation war mir recht peinlich, so erklärte ich beiden meine Annahme.
Ich stelle mir gerade vor, hier nicht mitzuschreiben und wir sitzen irgendwo, jemand kommt auf uns zu und fragt, seid ihr Esmeralda und Casimodo? 🤩 😗

Als wir sie später beim Abendessen am Nebentisch saßen, erzählten sie, dass sie im Forum nach beiden gesucht hatten und meinten, dass es tatsächlich eine Ähnlichkeit gibt 😎
Wir unterhielten uns noch eine Weile und die Doppelgänger waren wirklich sehr nett. Mich würde ja noch interessieren, wie die Originale so sind.

Am Abend haben wir dann in der Villa Margherita, wo außer sonntags immer italienische Küche angeboten wird, gegessen. Italienische Küche steht bei mir genauso hoch im Kurs wie Erdbeerkuchen … aber, so gut uns die Unterkunft gefallen hat, so wenig hat uns leider das Essen überzeugt. Es war okay, aber nicht so gut, dass wir es noch einmal wiederholt hätten. Besonders schade fand ich, dass meine erste Wahl, Nudeln mit Pesto, nicht möglich war, weil man kein Pesto hatte.

Prima waren jedoch der Service, die Freundlichkeit des Personals und das Frühstück! Wir würden sofort wieder die Villa Margherita buchen.
Teil 1607. Dez. 2013
Tag 16

Swakopmund
Übernachtung: Villa Margherita, Swakopmund



Damals haben wir mit Charly’s Desert Tours eine schöne Fahrt in die Gegend östlich von Swakopmund gemacht. Ich kann mich noch heute an die unglaublich Stille erinnern als wir über die Mondlandschaft blickten …

Heute stand die Living Desert Tour mit Chris Nel auf dem Programm, die ich einige Wochen zuvor bei ihm gebucht hatte. Ich muss sagen, meine Erwartungen waren hoch, weil diese Tour überall gelobt wird … und sie wurde wirklich toll!

Pünktlich um 8:00 Uhr wurde ich von Chris abgeholt, ich war die erste Teilnehmerin (ich machte die Tour alleine), die er einsammelte, und ich durfte auf den Beifahrersitz. Chris war mir gleich mit seiner Art sympathisch. Wir sammelten noch einen Arzt aus Stellenbosch ein sowie eine Gruppe, teilweise indischer Herkunft, die für eine namibianische Zeitung arbeiteten. Sprache in unserem Fahrzeug war Englisch.

In den beiden anderen Fahrzeugen waren hauptsächlich Deutsche. Unsere Gruppe war zwar nicht klein, aber es war niemand dabei, der unangenehm war, und Chris sorgte während der ganzen Zeit dafür, dass jeder, wirklich jeder, sein Bild bekam. Niemand wurde benachteiligt.

Viele meiner Bilder habe ich von Chris selbst machen lassen, und er hat mit der kleinen Kompakten, die ich dabei hatte, so gute Aufnahmen gemacht, die hätte ich selbst niemals so hinbekommen.

Chris vermittelt sehr anschaulich und sehr witzig viel Wissen, so hätte mein Chemie- und Physik-Unterricht in der Schule aussehen sollen ...

Zuerst waren die Sichtungen aber nicht vielversprechend oder besser gesagt, sie waren gleich Null. Es hatte im September seit 2 ½ Jahren und im Monat September das erste Mal seit 20 Jahren geregnet. Ich befürchtete schon, dass wir heute rein gar nichts sehen, ganz zu schweigen, von meinem großen Wunsch, einen Palmetto-Gecko zu sehen. In Chris Logo ist ein Palmetto-Gecko abgebildet und er trug ein T-Shirt davon. Also machte ich schon einmal vorsorglich davon ein Bild und sagte Chris, dass ich zumindest so schon einmal einen Palmetto-Gecko hätte. Da musste er lachen, versprach aber sein Bestes zu geben …

Aber irgendwie stellte sich dann doch das Sichtungsglück ein und Chris – bzw. seine beiden Mitstreiter - fand und buddelte verschiedenste Tiere aus. Dabei lief Chris die ganze Zeit barfuß, warf sich und hechte auf und durch die Dünen. Alleine dieses Schauspiel amüsierte mich schon sehr.

Wir sahen Lizards, 2 Chamäleons, Skinks und eine Sidewinder, von der ich bisher immer dachte, sie sei um Einiges größer. So sehr konnte ich mich irren, da ich sie bisher nur von Fotos kannte.

Dann wurde zum Schluss auch noch mein größter Sichtungswunsch erfüllt: Wir sahen einen – männlichen – Palmetto-Gecko. Welch ein unglaublich süßes Geschöpf!!! Für mich das allerschönste Tiersichtungserlebnis auf dieser Reise.

Nur eine White Lady fanden wir nicht. Ehrlich gesagt, fand ich das weniger schlimm, zum einen war ich nicht erpicht auf eine Spinne, zum anderen hatten wir ja bereits schon ein Exemplar auf Wolwedans gesehen. So betrachtet, war die Tour regelrecht auf mich zugeschnitten.

Nach einer kurzen Vorführung mit einem Magnet, womit Chris Eisen aus dem Sand aufnahm, fuhren wir noch durch eine grandiose Dünenlandschaft mit Stopps, die ebenfalls eine tolle Aussicht boten. Allerdings ganz anders als auf Wolwedans. Hier rund um Swakopmund sind die Sanddünen nicht rot, wie auf Wolwedans, sondern eher gelb.

Diese Dünenlandschaft ist seit gut zwei Jahren nun auch – Gott sei Dank – geschützt als Dorob National Park. So ist es jetzt auch verboten, alleine mit Quads durch diese Landschaft zu fahren, sondern nur noch auf festgelegten Touren und Routen.

Am Nachmittag saßen wir noch ein wenig im Garten der Villa Margherita, wo wir uns mit einem sehr netten Schweizer Paar, das wir auf Wolwedans kennengelernt hatten, festquatschen. Irgendwie sieht man sich immer wieder … und eigentlich dachten wir, wir würden uns auf dem Rückflug in Johannesburg wieder sehen und verabredeten uns schon einmal lose.
Teil 1707. Dez. 2013
Tag 17

Swakopmund
Übernachtung: Villa Margherita


Wir hätten uns sicherlich noch mehr anschauen können, aber wir wollten es auf dieser Reise etwas ruhiger angehen lassen. Auf die Bootsfahrt hatten wir weniger Lust, nachdem ich Bilder davon und den kleinen Booten gesehen hatte und so entschieden wir uns gegen eine Tour, die mit 100 %-iger Sicherheit Seekrankheit für mich im Preis beinhaltet hätte.

Unsere Wahl fiel daher auf eine Fahrt nach Cape Cross, das wir damals auf unserer Fahrt von Swakopmund nach Twyelfontein haben links liegen lassen.

Am späten Vormittag fuhren wir dann los, um uns die dortige Robbenkolonie anzuschauen, gute 125 Kilometer entfernt von Swakopmund.
Gute 100 Minuten für eine Strecke brauchten wir. Zum Glück war bei unserer Ankunft nicht allzu viel los und auch der Gestank, von dem ich schon viel gehört hatte, war nicht so schlimm. Ich denke, es lag am Wind, der den Geruch zum Meer hinaus transportierte. Wir waren schon bei wesentlich kleineren Robbenkolonien, wo es erheblich mehr stank.

Nach Rückkehr schlenderten wir noch nachmittags gemütlich durch Swakopmund, bevor es dann morgen Richtung Osten gehen würde. So langsam wuchs immer mehr die Vorfreude auf ein Wiedersehen mit Heike und Uli von der Dombo Farm, wo es uns vor zwei Jahren so gut gefiel, dass wir diesmal gleich eine ganze Woche gebucht hatten.
Teil 1807. Dez. 2013
Tag 18

Swakopmund - Windhoek
Übernachtung: Goche Ganas



Unsere Reise hatte ich schon fast ein Jahr im Voraus gebucht, alleine schon wegen der Unterkünfte im KTP. Nur bei den beiden Nächten zwischen Swakopmund und Gobabis konnten wir uns nicht so recht entscheiden, was wir machen. Irgendwann fiel dann Anfang des Jahres die Wahl auf die Hohenstein Lodge, um das Erongo-Gebiet näher zu erkunden. Aber irgendwie kam der Gedanke immer wieder, doch vielleicht noch einmal umzubuchen. Goche Ganas stand jedes Mal im Raum und als ich dann irgendwann im Sommer las, dort sei im Mai ein Rhino-Baby geboren, haben wir von der Hohenstein Lodge gewechselt auf Goche Ganas.

Es sollte sich herausstellen, dass diese intuitive Eingabe eine sehr gute Entscheidung gewesen ist, auch wenn wir uns die Gründe dazu nicht im Traum hätten vorstellen können.

Nach einem gemütlichen Frühstück checkten wir in der Villa Margherita aus und fuhren nach Goche Ganas. Für die gesamte Strecke brauchten wir ca. 4,5 Stunden. Auf Goche Ganas wurden wir sehr freundlich begrüßt.

Der Ausblick von der Terrasse und vom Restaurant ist wirklich wunderschön. Wir standen dort oben und schauten in die Ebene hinein, wo wir in weiter Entfernung Giraffen und Antilopen entdeckten. Dabei kamen wir ins Gespräch mit einem Schweizer und einem Deutschen. Es stellte sich heraus, dass beide für Air Namibia arbeiten und einer davon gerade gestern mit dem neuen Airbus nach Windhoek gekommen ist, der jetzt in Betrieb genommen werden soll.

Die Anlage selbst ist wirklich schön, aber bei uns stellte sich nicht die absolute Begeisterung ein. Der Bungalow war toll eingerichtet, die Angestellten überwiegend sehr nett und das Essen – besonders mit all unseren Sonderwünschen – sehr gut. Aber manchmal ist das eben so, dass der Funke nicht überspringt.

Uns hat zum Beispiel nicht gefallen, dass nachmittags Kaffee und Kuchen angeboten wurde, den man sich im Restaurant kostenlos nehmen konnte, wir uns aber nicht an einen der Tische setzen durften, sondern in eine „Sofa-Ecke“, die nicht genug Sitzplätze hatte, geschickt wurden, weil bereits um 16:00 Uhr fürs Abendessen eingedeckt wurde. Andere Gäste wurden auch sofort von den Restauranttischen weggeschickt. Ich finde, das sollte in einer Anlage dieser Preisklasse nicht passieren.

Am Nachmittag haben wir dann noch den Indoorpool genutzt, um ein paar Runden zu schwimmen. Draußen war es uns dafür zu kalt.
Teil 1907. Dez. 2013
Tag 19

Windhoek
Übernachtung: Goche Ganas



Der Tag begann sehr gut.

Wir frühstückten gemütlich, nachdem wir kurz zuvor von der Dame an der Rezeption die Bestätigung erhalten hatten, dass wir um 10:00 Uhr einen Game-Drive für uns alleine bekommen würden. Wir freuten uns bzw. hofften auf grandiose Nashorn-Sichtungen. Wir erfuhren dann von unserem Guide, dass das im Mai geborene Nashornbaby im August verstorben war. Den Grund dafür konnte er uns nicht nennen.

In weiterer Entfernung sahen wir dann auf diesem Drive 4 Nashörner. Einen Bullen, zwei Weibchen und ein Teenager-Nashorn. Voller Begeisterung waren wir von einer riesigen Gruppe von Giraffen ganz nah an der Straße, inmitten dieser Gruppe befand sich auch eine ganz kleine Giraffe, richtig süß. Darüber hinaus sahen wir noch jede Menge andere Tiere, wie Gnus, verschiedene Antilopenarten sowie Wasserböcke, die eigentlich hier nicht heimisch sind.

Nach einem späteren Mittagessen ruhten wir uns ein wenig aus mit Lesen; und ich auch mit einem kleinen Schläfchen, da es regnete. Später füllten wir noch den Unfallbericht für AVIS aus und an der Rezeption war man wieder sehr hilfsbereit, als ich um Kopien bat.

Mein Mann und ich unterhielten uns über die vergangenen wundervollen Reisetage, auch wenn der Unfall zeitweise ein wenig die Stimmung gedrückt hatte.

Dann gingen wir zum Abendessen. Da ich nicht so den großen Appetit hatte, verzichtete ich auf Vor- und Nachspeise und nahm nur das Nudel-Hauptgericht. Wir waren gerade mit dem Essen fertig und saßen noch am Tisch als sich …


… von einem Moment auf den anderen die Traumreise ändern sollte …



Ich bekam plötzlich in der unteren rechten Bauchseite so starke Schmerzen, dass ich vom Tisch aufstehen musste. Ich atmete schwer durch und wir gingen (ich schlich eher) zurück zum Bungalow. Noch nicht einmal die Schuhe konnte ich alleine ausziehen. Ich legte mich aufs Bett … die Schmerzen wollten nicht recht nachlassen.

Mein Mann war schon sehr besorgt, aber ich dachte mir und sagte ihm, dass sie sicherlich bald vorbeigehen würden. Ich war überzeugt, dass ich mich vielleicht nur verdreht hatte oder es sich um ein „eher weibliches“ Problem handelt. Nach einiger Zeit wurden die Schmerzen tatsächlich besser und ich schlief ein.

Es muss gegen 22:00 Uhr oder 23:00 Uhr gewesen sein, als ich wach wurde und mein Mann mich fragte, wie es mir geht. Ich beantwortete wahrheitsgemäß, dass ich mich besser fühle, Schmerzen seien zwar noch da, aber besser. Ich war überzeugt, dass es nur eine kurze, vorübergehende Episode sei. Wir schliefen beide ein …
Teil 2009. Dez. 2013
Tag 20 - Teil 1

Windhoek
Übernachtung: Hotel Safari bzw. Hospital



Irgendwann gegen Mitternacht wurde ich wach … vor Schmerzen. Ich versuchte meine Liegeposition zu ändern, in der Hoffnung, es würde besser, aber selbst das Drehen tat einfach nur weh. Mehrmals stand ich auf, ging ins Bad und versuchte dabei leise zu sein, um meinen Mann nicht zu wecken. Ich war immer noch der Meinung, dass die Schmerzen bald verschwinden würden. Irgendwann wich dieser Meinung mehr einer Art Hoffnung. Ich redete mir das ein, weil ich zwar immer noch Schmerzen hatte, aber nicht mehr ganz so schlimm und heftig, wie gleich nach dem Abendessen. Zwischendurch döste ich sogar immer mal weg.

Während der Nacht fing ich dann an zu grübeln, was machen wir nur, eigentlich wollten wir morgens Richtung Botswana fahren, mit einer Zwischenübernachtung in der Kalahari Bush Breaks Lodge, weil sonst die Strecke für eine Tagesetappe einfach zu weit war. Das Gepäck hatten wir schon vor dem Abendessen grob zusammengepackt.

Immer mehr kam mir dann aber der Gedanke, die Schmerzen könnten durch unseren Mitreisenden Appendix ausgelöst sein. Der reine Gedanke daran löste in mir schon eine innere Panik aus, ganz zu schweigen davon, dass ich bisher noch nie eine Vollnarkose oder Operation hatte.

Ich zog nacheinander die Beine an, weil ich schon oft gehört hatte, dass es ein Test für einen übellaunigen Herrn Appendix ist. Aber dieser Test änderte nichts, es wurde nicht schlimmer und auch nicht besser. Also, so sagte ich mir, kein Blinddarm. Innerlich trug ich einen Kampf mit mir aus … und war schon ein wenig verzweifelt.

Obwohl es mittlerweile mit den Schmerzen besser ging, habe ich dann gegen ca. 5:00 Uhr meinen Mann geweckt, mit dem Ergebnis, dass ich mir sofort einen großen Rüffel einhandelte. Warum ich ihn nicht gleich geweckt hätte?

Leider war dann seine Befürchtung nicht gerade ermutigend, denn auch er nahm ziemlich schnell das „verbotene“ Wort Blinddarm in den Mund. Genau das, was ich jetzt nicht hören wollte.

Wir besprachen uns, besser gesagt, ich wollte noch abwägen, was wir jetzt machen, für meinen Mann war klar, dass wir nicht weiterfahren, sondern einen Arzt aufsuchen.

Also gingen wir zur Rezeption. Ich hatte in Erinnerung, dass die Lodge von Deutsch-Namibianern geführt wird, diese wollten wir jetzt nach Adressen von deutschsprechenden Ärzten fragen. Zwar hatte ich eine Adresse dabei, die Christian im Namibia-Forum schon einmal gepostet hatte, aber in diesem Moment kam mir das gar nicht in den Sinn. Auf dem Weg vom Bungalow zur Rezeption hörte ich jeden Schritt in mich hinein und war froh (und redete es mir auch ein, glaube ich), wenn es mir besser ging.

An der Rezeption bat ich die Dame doch bitte die Managerin anzurufen und mir dann zu geben. Sie tat es dann auch, nachdem ich ihr kurz erklärte, um was es ging. Die Managerin war sehr hilfsbereit und gab mir die Telefonnummer einer deutschsprechenden Allgemeinmedizinerin, die sie immer konsultiert.

Nachdem ich aufgelegt hatte, musste ich erst einmal mit der Dame an der Rezeption diskutieren, sie möge doch bitte die Nummer wählen, auch wenn die Praxis erst um 8:00 Uhr öffnet. Sie wollte warten bis zur Öffnung. Zum Glück war ich hartnäckig, denn wir hatten die Hoffnung, dass vielleicht schon früher jemand den Anruf entgegennimmt. Sie wählte dann nach kurzem Hin- und Her die Nummer … und vom Band kam die Nachricht, man sei diese und nächste Woche in Urlaub. Na prima.

Ich bat darum, wieder die Managerin anzurufen. Sie gab mir eine weitere Nummer bzw. auch gleich eine Mobiltelefonnummer eines anderen Arztes. Ihn erreichte ich dann, er war noch um diese Uhrzeit früh morgens zuhause. Er sagte, in ca. 30 bis 60 Minuten müsste jemand in der Praxis erreichbar sein und ich solle dort anrufen, um einen Termin zu machen. Gleichzeitig würde er auch schon einmal versuchen, jemanden zu erreichen, um mich dazwischen zu schieben.

Nachdem wir dann die sehr nette Sprechstundenhilfe erreichten, hätten wir auch gleich vorbeikommen können. Gleich war allerdings relativ, da wir ja doch etwas außerhalb von Windhoek wohnten. Wir entschlossen uns nach Rücksprache mit den Mitarbeitern von Goche Ganas und weil heute kein neuer Gast in unserem Bungalow zu erwarten wäre, unser Gepäck im Zimmer zu lassen und einen Transfer von der Lodge zu nutzen. Uns war nicht danach, selbst mit dem Wagen zu fahren, zumal ich als unser Navi auch nicht gerade 100 %-ig topfit war.

Wir fuhren dann nach Windhoek zur Praxis. Ich wurde dann relativ schnell von einer sehr netten Ärztin aufgerufen. Sie rief bei der Untersuchung noch ihren Kollegen hinzu. Beide waren sich nicht sicher, ob es der Blinddarm sei oder möglicherweise etwas anderes. Meine Symptome waren nicht eindeutig, und ich hatte nur leicht erhöhte Temperatur. Zudem waren die Schmerzen besser als gestern Abend. Nur beim Abtasten habe ich mit voller Kraft, aus purem Reflex heraus, die Hand des Arztes weggeschlagen, weil es so schmerzte. Das war mir etwas unangenehm, und ich habe mich auch gleich entschuldigt.

Als nächstes sollten die Blutwerte untersucht werden. Zu meiner Überraschung war das nicht wie hier bei uns, wo die Abnahme in der Praxis gemacht wird, sondern wir mussten dazu an eine – ich nenne es jetzt einmal „zentrale Blutabnahmestelle“ - fahren. Man empfahl uns das Roman Catholic Hospital. Also fuhren wir dorthin, mittlerweile konnte ich besser laufen, dafür war mir ein wenig übel, aber wir (besonders ich) hatten nach wie vor die Hoffnung, dass es doch eher nicht der Blinddarm ist und der mögliche andere Verdacht dann leicht mit Medikamenten zu behandeln wäre; so dass wir unsere Reise Richtung Botswana fortsetzen könnten. Wir freuten uns schon so lange auf ein Wiedersehen mit den Dombos.

Im Krankenhaus war ein großes Gewusel, unser Fahrer vom Goche Ganas organisierte eine Sicherheitskraft, die uns dann den Weg zeigte. Ich hatte zwar auf meinem Zettelchen den Vermerk „Urgent“, musste mich aber trotzdem einreihen wie alle anderen. Hier trafen wir dann eine Frau, die uns half, uns zu orientieren, und es stellte sich später heraus, dass diese freundliche, herzliche Person, Lore von Roiiklips war (falls jemand hier mitliest, sie kennt, ganz liebe Grüße von uns, vielleicht erinnert sie sich ja noch an uns).

Bevor ich dann überhaupt erst einmal zum Blutabnehmen gehen konnte, musste ich mich an einen Schalter setzen und viele Fragen beantworten. Anschließend wurde ich in eine weitere Schlange geschickt, und endlich konnte ich Blut los werden. Alle dazu benötigten Utensilien wurden frisch ausgepackt, das beruhigte mich schon einmal ein wenig.

Im Anschluss daran durften wir die Rechnung bezahlen, aber bitte in bar!

Die Ergebnisse seien erst am Nachmittag zu erwarten. Wir hatten mit dem Arzt abgesprochen, dass wir uns dann telefonisch melden. Wir fuhren zurück nach Goche Ganas. Mir war ein wenig übel, aber auf der Lodge angekommen, hat mein Mann noch im Restaurant Toast und Marmelade organisiert (das man ihm problemlos mitgab, vielen Dank dafür). Nachdem ich eine Scheibe gegessen und dazu eine Schmerztablette eingeworfen hatte, die Erlaubnis hatte ich morgens dazu erhalten, ging es mir tatsächlich bald schon wieder besser. Ich legte mich aufs Bett und schlief ein wenig.

Zum vereinbarten Zeitpunkt am Nachmittag wollten wir dann vom Zimmer aus den Arzt anrufen, um festzustellen, dass unser Telefon nicht funktioniert. Also, wieder zur Rezeption. Ich fühlte mich insgesamt besser und diesmal waren sowohl mein Mann als auch ich absolut überzeugt, dass es gleich Entwarnung gibt.
Als ich die Nummer des Arztes wählte, merkte ich trotz allem meinen Pulsschlag.

Ich glaube, ich werde nie seine ersten Worte nach der Begrüßung vergessen: „Die Werte sind leider nicht zu Ihren Gunsten“. Mein Mann muss schon an meiner Köpersprache gemerkt haben, was er sagte.
Als nächstes sollte ich jetzt Ultraschall machen lassen.

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