casimodo4'528 Beiträge · seit 200712. Dez. 2013 · #101Hallo Sabine,
HORROR 🙁
Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie Ihr Euch gefühlt haben müsst.
Viele Grüße
Casimodo
mamba29835 Beiträge · seit 200612. Dez. 2013 · #102Hallo Sabine,
ich hatte eben Gänsehaut beim Lesen und kann mir wirklich gut vorstellen, wie Du sich gefühlt hast. Mir ging es vor meiner ersten OP ähnlich wie Dir. Und das dazu noch in einem fremden Land mit fremder Sprache....
Ein ganz besonders herzliches Danke dafür, dass Du es trotz der sicher nicht ganz einfachen Erinnerungen schaffst, diesen Reisebericht zu schreiben. Ich vermute, Du warst beim Schreiben mit den Gedanken nochmal ganz nah dran.
Vergessen können wirst Du das Erlebnis sicher nie, aber ich wünsche Dir sehr, dass Du beim nächsten Mal ganz entspannt ins südliche Afrika fliegen kannst.
LG
Susanne
loeffel1'411 Beiträge · seit 201312. Dez. 2013 · #103Was für ein Alptraum!
Das weckt in mir Erinnerungen an den schweren Autounfall, den wir 2005 in den isländischen Westfjorden hatten.
Die Bergung, Fahrt zum nächsten Krankenhaus (am A... der Welt, mit 10 Betten!) und die Untersuchungen mit einem Röntgengerät, dessen Bedienungsanleitung erst studiert werden musste, das werde ich nie vergessen. Zum Glück hatten wir damals keine ernsten Verletzungen, aber als ich später das Auto sah, wurde mir schlecht ...
Die Hilfsbereitschaft und die Selbstverständlichkeit, mit der wir von allen Seiten damals Hilfe erhalten hatten, haben bei uns damals zu einer tiefen Dankbarkeit und Verbundenheit mit den Menschen dort geführt.
Ich finde es absolut beeindruckend, mit welcher Energie und Selbstverständlicheit man in diesen Krisensituationen plötzlich diverse Automatismen abspult, um dann Dinge zu regeln und abzuklären. Das ging uns damals genauso und ich frage mich heute noch, wie wir das alles bewältigt hatten. Offenbar blendet man alles mögliche aus und konzentriert sich voll auf das wesentliche. Wirklich verarbeiten tut man das ganze erst später.
Von daher kann ich sehr gut nachvollziehen, wie Du Dich gefühlt hast und wohl beim Verfassen dieses Reiseberichts immer noch fühlst, und auch von meiner Seite ein grosses DANKE dafür, dass Du diese Erlebnisse mit uns teilst.
LG Stefan
Die Reise unseres Lebens:
Antarktis 2018/19
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Topobär5'479 Beiträge · seit 200912. Dez. 2013 · #104Ich habe feststellen müssen, wenn es einem richtig "scheiße" geht, ist man dankbar für jede Hilfe. Da macht man sich auch keine Sorgen, wenn es sich um ein abgelegenes Bush-Krankenhaus handelt. Hauptsache Unterstützung.
bayern schorsch3'383 Beiträge · seit 200912. Dez. 2013 · #105Hallo Sabine,
oh je, was soll man dazu sagen ?!?
Hab mir jetzt soeben die ganze Story durchgelesen und mir so vorgestellt (sofern das überhaupt geht), wie man sich selbst in solch einer Situation "schagen" würde.
Und ich mein, und so war´s ja auch bei Euch, dass das Wichtigste ist, dass man einen Partner an der Seite hat der einen liebt. Ein kleiner Händedruck und zu wissen, der Andere ist da, das ist doch schon die halbe Miete.
Eine wahnsinn´s Story!!
Viele Grüße zu Dir und zu Deinem Mann,
der bayern schorsch
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Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201312. Dez. 2013 · #106Muss sowas ausgerechnet während der Reise passieren? 🙁
Trotzdem denke ich, du hattest auch viel Glück im Unglück, zum einen, dass es nicht mitten in der Pampa passierte, zum anderen, dass du gute Ärzte erwischt hast und vor allem - wie schon geschrieben wurde - dass du einen lieben Partner an der Seite hattest.
Ich bin froh, dass alles gut ausgegangen ist und du heil wieder nach Hause kamst - abgesehen von dem Teilchen, das in Namibia bleiben wollte. 😉
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200912. Dez. 2013 · #107Liebe alle,
ich danke euch für eure Rückmeldungen!
Ganz lieben Dank auch an alle DANKE-Button-Drücker.
@bayern-schorsch:
Das hast du schön geschrieben 🙂 . Ja, mein Mann war mir eine unglaubliche Stütze.
Ich habe vor, noch ein Fazit zu schreiben und auch noch einmal auf diesen Punkt einzugehen.
Viele Grüße
Sabine
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200912. Dez. 2013 · #108Tag 22
Windhoek
Übernachtung: Hotel Safari bzw. Hospital
Nachts fiel mir ein, dass wir unbedingt in unsere Pässe schauen müssen, weil ich nicht mehr das Datum im Kopf hatte, das man uns in Mata Mata eingetragen hatte, bis wann wir Namibia verlassen müssen. Ich hatte nur noch in Erinnerung, dass es einige Tage über den von uns angegebenen Ausreisetermin hinaus ging. Nichtsdestotrotz war ich mir sicher, dass es eng werden könnte, jetzt wo wir hier festsaßen. Wir hätten mittlerweile schon längst in Botswana sein sollen. Ich bat dann am Vormittag meinen Mann, das Datum zu überprüfen.
Den ganzen Vormittag ging es mir noch ziemlich schlecht, allerdings hatte mir der Chirurg morgens gesagt, ich solle ab heute unbedingt aufstehen und viel laufen. Das war gar nicht so einfach, ohne Hilfe konnte ich nicht alleine aufstehen und mit dem – nicht gerade kleinen – Schnitt konnte ich auch kaum sitzen. Aber mit Hilfe gelang es mir dann doch irgendwie, aus dem Bett zu kommen und ich lief tagsüber den Krankenhausflur auf und ab.
Außerdem löcherte ich den Chirurgen sofort bei der Visite, wann ich denn jetzt nach Hause fliegen dürfte. Seine Antwort war leider nicht sonderlich ermutigend. Ein paar Tage müsste ich noch in der Klinik bleiben und danach noch weitere im Land. An ein Weiterreisen war nicht zu denken, aber so wie es mir ging, wäre das auch gar nicht möglich gewesen. Alleine kurzes Sitzen im Auto war Tage später noch eine Herausforderung. Frühestens heute in einer Woche dürfte ich fliegen. Mehrmaliges Nachfragen half da leider auch nichts …
Aufgrund der Besuchszeiten musste mein Mann zwischendurch die Klinik verlassen und als er am Nachmittag zurückkam, hatte er die Pässe geprüft. Wir mussten lt. ärztlicher Verordnung noch zwei Tage länger im Land bleiben, als es unsere Pässe hergaben und das auch nur vorausgesetzt, wir bekämen einen Flug. Eine neue Herausforderung, die es galt, zu bewältigen.
Nane421'362 Beiträge · seit 201112. Dez. 2013 · #109Oweioweiowei, das wünscht man ja wirklich niemandem !!!!
Du warst echt tapfer !!! Hoffentlich geht's dir jetzt wieder richtig gut, so ein perforierter Appendix ist echt keine Kleinigkeit...
Aber auch Hut ab vor deinem Mann; im Hintergrund die ganzen Angelegenheiten zu regeln, Beistand leisten...
Und wie habt ihr die nächsten Tage verbracht... SCHREIB BITTE BALD WEITER!!! 😉
LG, Nane 🙂
Bernd1'182 Beiträge · seit 200613. Dez. 2013 · #110Hallo Sabine,
das ist ja ein fürchterliches Erlebnis, das Du sehr ausführlich und einfühlsam geschildert hast. Ich habe vieles besonders intensiv nachempfinden können, weil es mir und meiner Frau vor einem knappen Jahr ähnlich ergangen ist.
Wir wollten mit Freunden im Hotel Oyster Box in Umhlanga bei Durban Silvester feiern. Am Nachmittag bekam ich heftige Bauchschmerzen. Das Hotel versuchte, drei Ärzte zu einem Besuch zu bewegen - glücklicherweise vergeblich, denn sonst hätte ich vermutlich Schmerzmittel bekommen und könnte das hier heute nicht mehr schreiben. Ich bin dann in das nächste Hospital gefahren worden - zum Glück ein sehr gutes privates. Ein Arzt gab sich viel Mühe, fand aber nichts. Er meinte, dass unbedingt ein CT gemacht werden müsse. Der Experte für die Bedienung des Geräts wurde herantelefoniert. Es wurde festgestellt, dass beide Harnwege durch Nierensteine blockiert waren. Auch der Spezialist für die Operation musste herantelefoniert werden - er war schon auf seiner Silvesterfeier. Ich wurde nachts in das `Theater´ geschoben - mittlerweile wissen wir ja, was das ist - und operiert - ein Stein. Vier Tage später der andere Stein. Hat alles gut geklappt. Auf meine Frage, warum denn so hastig, sagte mir der Arzt, dass ich sonst den nächsten Tag wohl nicht mehr erlebt hätte.
Als ich mich entschuldigte, dass man ihn von seiner Silvesterfeier geholt habe, sagte er nur, zum Feuerwerk sei er ja wieder da gewesen. Übrigens hat mich meine Frau, wie bei Dir Dein Mann, durch viele Besuche - das war jederzeit erlaubt - sehr unterstützt. Der Fahrer des Hotels hat sie gefahren, wann immer sie wollte.
Das war sicher auch sehr viel Glück im Unglück. Nach unserem Reiseplan hätten wir ein paar Tage später in Mosambik (!) sein sollen.
Übrigens musste ich auch für jede Dienstleistung vorher bezahlen. Das waren zusammen immerhin rd. € 18.000 - zum Glück mit Kreditkarte. Ich habe auch die Versicherung sofort informiert. Bezahlt haben die aber erst lange Zeit danach.
MIch würde interessieren, wie und wann Eure Versicherung reagiert hat. Aber das wirst Du wohl ohnehin in Deinem Fazit schreiben, hoffe ich.
Du kannst Dir wahrscheinlich vorstellen, dass beim Lesen Deines Berichts mir vieles sehr bekannt vorkam.
Es freut mich, dass Du letztlich mit der Hilfe Deines Mannes alles gut überstanden hast.
Mit mitfühlenden Grüßen,
Bernd
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200913. Dez. 2013 · #111Hallo Stefan, hallo Bernd,
vielen Dank für eure Schilderungen. Seit dem Erlebnis bin ich besonders sensibilisiert und, zugegeben, ich habe bei euren Zeilen auch „geschluckt“.
@Stefan: Ich war vor vielen Jahren einmal auf Island und kann mir lebhaft vorstellen, dass es dort auch länger dauern kann bei einem Unfall bis Hilfe kommt. Überhaupt, ein Gedanke, der uns in Namibia auch in den Sinn kam: Was passiert, was macht man, wenn man zu zweit reist, egal wo, möglicherweise einen Unfall hat und beide betroffen sind, beide nicht mehr handlungsfähig sind und die Sorgen um den jeweiligen Partner auch noch dazu kommen. Ich war auf alle Fälle froh, zu lesen, dass ihr mehr oder weniger mit dem Schrecken davon gekommen seid und wünsche euch, dass ihr das Erlebte schnell verarbeiten konntet.
@Bernd: Nierensteine – wie schrecklich. Neben der Gefahr fürs Leben müssen das auch unglaubliche Schmerzen sein. Es tut mir so leid, als ich deine Zeilen las und freue mich für dich/euch, dass alles gut ausgegangen ist. Scheinbar wie bei mir hattest du einen Schutzengel (möglicherweise der gleiche?, das „Einzugsgebiet“ könnte darauf schließen lassen), dass es in der Nähe von Durban passiert ist.
Wie gut, dass deine Frau an deiner Seite war!!! Das hilft so ungemein, einen lieben Menschen in dieser Situation als Unterstützung zu haben. Wobei sie (und auch mein Mann) es sicherlich auch nicht leicht hatte. Wenn ich mir vorstelle, welche Sorgen sie sich auch gemacht haben müssen …
Wegen der Kosten schreibe ich noch etwas in meinem Fazit.
Liebe Grüße
Sabine
Bernd1'182 Beiträge · seit 200613. Dez. 2013 · #112Hallo Sabine,
vielen Dank für Deine netten Worte.
Natürlich hat sich meine Frau Sorgen gemacht - weit mehr als ich. Aber getröstet hat sie - neben mir - das sehr schöne Hotel mit super Service - das Management schrieb jeden 2. Tag einen Brief mit einem kleinen Präsent und zum Frühstück gab es Austern satt, die meine Frau besonders liebt.
Gruß,
Bernd
take off1'674 Beiträge · seit 201213. Dez. 2013 · #113Liebe Sabine,
vielen Dank für deine sensible Darstellung.
Da beim Lesen deines Berichtes immer ein Film in meinem Kopf abläuft, habe ich deine Situation irgendwie mit- und nacherfunden. Angespannt und mit einigen Tränen kämpfend habe ich eure Erlebnisse gelesen. Und bei all dem hab ich mir gedacht, wie gut es ist dass es Menschen gibt die einem helfen.... über alle Grenzen, Nationalitäten und evtl. Sprachproblemen hinweg.
Es ist auch super, was dein Mann bei allen Sorgen um dich rundherum geleistet und organisiert hat
Du schreibst, du bist nun sensibilisiert für die nächsten Reisen. Das kann ich gut verstehen. Jahrelang fährt man durch die Welt, erlebt kleine oder auch größere Abenteuer und alles geht gut. Und man macht sich überhaupt keine Gedanken, dass mal etwas passieren könnte. Letztes Jahr wurde ich auch etwas sensibilisiert für ungeahnte Erfahrungen. Es war im Endeffekt glücklicherweise bei weitem nicht so dramatisch wie bei dir. Aber als mein Sohn in Mpila auf Grund starkem Erbrechen und starkem Durchfall bei 40 C fast kollabierte habe ich mir auch zum ersten Mal darüber Gedanken gemacht.
Respekt an euch beide, dass ihr die Situation so toll gemeistert habt.
Liebe Grüße
Dagmar
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200913. Dez. 2013 · #114Liebe Dagmar,
ich weiß jetzt gerade gar nicht, was ich auf deinen Post schreiben soll, habe fast schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich lese, welche Empfindungen ich bei dir durchs Lesen meines Berichts geweckt habe.
Es steckt so viel Wahres drin, in dem, was du schreibst.
Ich poste jetzt gleich noch den Abschlussteil und das Fazit. War zwar gestern schon fast fertig, aber ich war heute nicht fit (nichts Dramatisches, alles gut und es ist jetzt wieder besser) und habe es gerade fertig gestellt, daher erst jetzt der Abschluss.
Liebe Grüße
Sabine
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200913. Dez. 2013 · #115Tag 23 bis Tag 31
Windhoek
Übernachtung: Hotel Safari Court / teilweise noch Hospital
Die nächsten Tage werde ich ein wenig zusammenfassen, da es nicht sonderlich viel zu berichten gibt.
Am Sonntagmorgen wurde ich morgens von afrikanischen Gesängen wach. Erst dachte ich, ich würde träumen. Mehrere Schwestern fragten mich später unabhängig voneinander, nicht ohne Stolz, ob ich sie morgens habe singen hören. Ich bejahte es und sagte, dass es mir gefallen hat und fragte, ob sie öfter singen würden. Das würden sie immer morgens, wenn es die Arbeit irgendwie erlaube, waren ihre Antworten.
Am Montag durfte ich dann das Krankenhaus verlassen. Die Schwestern, zu denen ich mehr Kontakt hatte in diesen Tagen, verabschiedeten mich herzlich und eine schenkte mir zum Abschied zwei wunderbare Holzfiguren, die jetzt einen besonderen Platz in unserer Wohnung haben. Ich war unglaublich gerührt, als sie mir die Figuren überreichte. Ich habe keine Ahnung, womit ich das verdient hatte, sie antwortete nur, sie hätte mit mir gelitten in dieser für mich so außergewöhnlichen Situation.
Mein Mann hatte am Morgen im Hotel Bescheid gegeben, dass ich aus dem Krankenhaus käme. Wir bekamen ein besonders großes Zimmer im Safari Court, wo ich genug Platz hatte, auch im Zimmer hin- und her zu laufen. Das war für mich eine große Erleichterung, da wir nicht ständig draußen sein konnten und wollten.
Im Hotel waren wir mittlerweile recht bekannt … und die Managing Directors erkundigten sich regelmäßig, wie es mir ging und baten auch ihre Hilfe an.
Der Chirurg schrieb uns noch eine Bestätigung, mit der wir zum Ministry of Home Affairs gehen sollten, damit sie unsere Aufenthaltsgenehmigung verlängerten. Dorthin fuhren wir dann. Die Fahrt mit dem Taxi war nicht ganz so einfach für mich und in der Stadt lief ich ständig bei den vielen Menschen, die hier unterwegs waren, schützend mit meinem Arm vor dem Bauch, immer auf der Hut, falls mich jemand (versehentlich) anrempeln würde.
Im Ministry of Home Affairs mussten wir verschiedene Formulare ausfüllen, u. a. wurde explizit nach dem Grund gefragt, warum wir länger bleiben wollten und natürlich wurden wir wieder einige Rand los für die Verlängerung. Als sie unsere Pässe da behalten wollten, war uns erst nicht ganz wohl. Aber uns blieb nichts anderes übrig. Das Risiko mit einer abgelaufenen Aufenthaltsgenehmigung ausreisen zu wollen, war uns zu hoch. Neben Theatre möglicherweise auch noch Prison, nein, darauf waren wir nicht wirklich scharf. Soll sich doch Herr Appendix ohne Visum in Namibia aufhalten, wir jedenfalls nicht.
Zurück im Hotel sagte man uns, dass es ein normaler Vorgang sei, dass die Pässe dort blieben und man sie ein paar Tage später dann wieder abholen könnte. Ich hatte die Dame vom Ministry of Home Affairs von drei Tagen auf den nächsten runtergehandelt und mir ihren Namen nennen lassen.
Tatsächlich konnten wir am nächsten Tag unsere Pässe wieder abholen. Man hatte uns sogar noch einige Tage länger gegeben, als wir angefordert hatten und als ich die Dame hinter dem Schalter mit ihrem Namen begrüßte, entlockte ich ihr ein Lächeln.
Mittlerweile hatten wir unser Reisebüro zuhause auf Rückflüge angesetzt. In der Economy Class hätte ich keinen Langstreckenflug geschafft. Unsere Ansprechpartnerin rief uns mehrmals in Windhoek zurück. Samstag war der erste Tag, an dem ich hätte fliegen dürfen. Da flog der neue Airbus, wir waren auf Warteliste, für Sonntag hatten wir eine Buchung, beide in Business-Class und wir fanden, es war ein guter Preis, den wir bekamen. Normalerweise fliegen wir lieber via Johannesburg, aber jetzt wollten wir nur den Direktflug. Alle anderen Verbindungen wären mir definitiv zu anstrengend geworden.
Bis Samstagmittag hatten wir noch die Hoffnung, dass sich etwas auf der Warteliste tun würde, tat es aber leider nicht. Als dann die SMS von unserem Reisebüro kam, mussten wir uns damit abfinden, erst am Sonntag nach Hause fliegen zu können.
Bis zuletzt, eigentlich bis die Maschine der Air Namibia in Windhoek abhob, hielten wir noch die Luft an, dass nicht noch irgendetwas dazwischen käme, zu oft hatte ich hier von Verspätungen und Ausfällen gelesen, aber die Maschine war pünktlich. Die Business Class war jetzt nicht vergleichbar mit einer Business Class, die ich von Flügen mit der SAA, LH oder auch Air Mauritius kannte (im neuen Airbus der Air Namibia soll es aber anders sein, wie wir hörten), aber sie war auf jeden Fall um Klassen besser als in Economy zu fliegen.
Wir beide waren heilfroh, wie noch nie zuvor auf einer Reise, als wir in Frankfurt landeten.
Das Fazit folgt gleich …
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200913. Dez. 2013 · #116Mein Fazit/Resümee
(Es wird etwas länger ausfallen, das als Vorwarnung …)
Wie der Titel „Reisebericht anders oder ein Appendix will nicht nach Hause“ schon sagt, handelt es sich hier um einen Bericht, der sich von vielen anderen im Forum unterscheidet und dass nicht nur wegen fehlender Bilder.
Viel lieber hätte ich einen Bericht eingestellt, wo alle Tage so verlaufen wären, wie die ersten.
Die Reise war zu Anfang einfach nur wundervoll, mit schönen Tiersichtungen im KTP, wunderbaren Erlebnissen auf Wolwedans, überhaupt, war ein Tag so schön wie der andere. Alle unsere Unterkünfte waren klasse, egal ob die schönen Wilderness Camps im KTP als Selbstversorger oder im Gegensatz dazu die Wolwedans Dunes Lodge. Mein persönliches Tiersichtungshighlight waren die vier Geparde im KTP, die beiden Erdmännchenkolonien und über allem, der Palmetto-Gecko.
Das Unheil kam dann von einem Moment auf den anderen. Nie hätte ich mit so etwas gerechnet, aber wer tut das schon. Jegliche Erholung war dahin. Manche sagten uns nach Rückkehr, wenigstens hattet ihr noch schöne 2 ½ Wochen vorher. Ohne Zweifel, die hatten wir, aber sie waren plötzlich nahezu komplett aus unserer Wahrnehmung verschwunden.
Nach Rückkehr in Deutschland hätte ich mir eine Weile überhaupt nicht vorstellen können, etwas dazu zu schreiben. Mir ging es, wie Loeffel/Stefan geschrieben hat, das ganze Erlebte verarbeitet man erst später, so war es auch bei mir.
Beim Schreiben dieses Berichts war ich dann wieder richtig drin und eure so lieben Rückmeldungen (jede einzelne!!!) hat mich angespornt und motiviert, weiter zu schreiben. So gelang es mir auch wieder, die Erinnerungen an die wundervolle Zeit bis zu diesem unseligen Moment nach dem Abendessen zurückzurufen, gleichzeitig hat es mir gut getan, die Ereignisse in Windhoek noch einmal niederzuschreiben. Ich hoffe, es ist mir – auch ohne Bilder – gelungen, euch mit meinem Bericht zu unterhalten (zumindest bis Windhoek) und darüber hinaus bei den Berichten zu den Folgetagen euer Interesse beizubehalten.
Lange habe ich überlegt, ob ich es in dieser detaillierten Weise schreiben soll, habe mich aber dann dafür entschieden. Möglicherweise gibt es vielleicht sogar den einen oder anderen Punkt in meinem Bericht, der jemanden in irgendeiner Form geholfen hat bzw. helfen wird.
Ich danke ganz herzlich meiner treuen Leserschaft des Berichts, allen, die sich zu Wort gemeldet haben (wirklich, ich habe mich jedes Mal sehr über eure Rückmeldungen gefreut und dank der genialen Sonnenfunktion kann jemand, der das nicht lesen will, diese Posts wegklicken) und ich danke allen DANKE-Button-Drückern!
Der eine oder andere von euch weiß vielleicht, dass wir (besonders ich), eine Region haben, wo wir am liebsten hinreisen, das ist Südamerika. Vor der diesjährigen Afrika-Reise hatten wir für die nächsten Jahre nicht unbedingt eine weitere Tour auf den afrikanischen Kontinent geplant. Aber trotz, vielleicht aber sogar wegen, des wirklich unschönen Erlebnisses, nehmen wir mit, dass wir das Land Namibia mit seinen Menschen – egal, welcher Hautfarbe – noch einmal anders kennengelernt haben abseits der touristischen Pfade; nämlich durch große Herzlichkeit und eine Hilfsbereitschaft, die uns manchmal schon so groß war, dass sie eine gewisse Demut bei uns erzeugt hat. Wir wollen gerne noch einmal dorthin reisen, wahrscheinlich nicht nächstes Jahr, aber es kommen (hoffentlich) ja noch weitere. Außerdem gilt es, unseren Wiederholungs-Aufenthalt auf Dombo, auf den wir uns so unglaublich gefreut hatten, nachzuholen.
Mir liegt es hier am Herzen, noch einmal ein DANKE zu sagen an die vielen Namibianern – und ich hoffe, ich habe niemanden vergessen, der uns in dieser für uns außergewöhnlichen Situation geholfen hat, im Kleinen und im Großen. Die Reihenfolge ist willkürlich und stellt keine Wertung dar:
DANKE an Lore von Roiiklips, an die beiden Allgemeinmediziner, die unsere erste Anlaufstation waren, an die General Managerin von Goche Ganas und Mitarbeiter/-innen, an meinen Chirurgen, an die Schwestern und Belegschaft des Rhino Park Private Hospitals (auch für ihre Geduld, wenn ich sie mal nicht hatte), an die General Manager und die Mitarbeiter/-innen vom Safari Court Hotel.
DANKE auch an unser Reisebüro zuhause, das uns eine große Unterstützung war und selbstverständlich ein besonders großes DANKE an alle in unseren Familien, die uns geholfen haben und für die die Situation auch nicht einfach war, DANKE auch an meine Freundin, die ganz besorgt anrief in Namibia, als sie vom Unheil erfuhr.
Es war ein unglaubliches Glück, wenn man sich unsere 4-wöchige Route anschaut, dass sich Herr Appendix wenigstens noch den kurzen Zeitraum von ganzen 2 Tagen, den wir in der Nähe von Windhoek gebucht hatten, für seine Übellaunigkeit ausgesucht hatte. Nicht auszudenken, was passiert wäre, das hätte mich z. B. in Grootkolk oder Botswana getroffen; auch besonders im Hinblick auf das Trügerische, dass es mir nach den ersten akuten Schmerzen etwas besser ging. Es hätte eine Sache auf Leben und Tod werden können und auch wenn ich dann sicherlich die Hilfe eines Jeden in Anspruch genommen hätte --- im Grunde möchte ich mir das aber gar nicht vorstellen.
Was die medizinische Versorgung und auch die Behandlung des medizinischen Personals anging, haben wir uns in den besten Händen gefühlt, auch wenn das eine oder andere anders war als bei uns (muss ja nicht schlechter sein, nur anders). Die Bestätigung, dass alles einen sehr guten Eindruck machte, habe ich später zuhause auch noch einmal von meinem Arzt erhalten.
Ich habe schon Reisen mit einer Freundin gemacht und ein paar wenige alleine, aber rückblickend gesehen war es für mich auch das große Glück, dass das Ganze auf einer Reise passiert ist, die ich mit meinem Mann gemacht habe. Ohne seine Unterstützung, seine Hilfe, seinen Zuspruch, seine Ruhe und seine Liebe hätte ich die ganze Situation sicherlich nicht so verhältnismäßig ruhig genommen.
Was die Kosten angeht, so nehmen wir noch als „Learning“ aus dieser Sache mit, dass man genug Reserven in der Hinterhalt haben sollte, sowohl auf den Kreditkarten wie auch als Bargeld. Wir mussten vor Ort alles vorlegen und manches (wie z. B. Taxifahrten, aber auch der Chirurg und der Anästhesist, die separat bezahlt werden mussten) musste bar beglichen werden.
Zumindest müssen wir uns finanziell keine Sorgen wegen der angefallenen Kosten machen, nach einigen Wochen hat unsere Auslandsreisekrankenversicherung sowie auch die Reiseabbruchversicherung (auch gut, dass wir die hatten!) gezahlt. Man sollte auch nicht unterschätzen, dass z. B. für uns Kosten anfielen für Übernachtungen in Windhoek für meinen Mann während meines Krankenhausaufenthaltes und dann im Anschluss noch einmal für uns beide.
Viele Grüße
Sabine, die zukünftig ohne Appendix reist
Strelitzie2'844 Beiträge · seit 201113. Dez. 2013 · #117Liebe Sabine,
ganz herzlichen Dank für Deinen Bericht, der mich sehr bewegt hat.
Ich freue mich sehr, dass Du jetzt darüber schreiben konntest - und über den positiven Ausgang!
Wie schön, dass rückblickend dieses Drama einen doch positiven Eindruck bei Dir hinterlassen hat, natürlich "den Umständen entsprechend". Auf die Erfahrungen hättest Du sicher gern verzichten mögen.
Ich wünsche Euch, dass ihr die Dombo-Farm bald besuchen - und die angedachte Reise beenden könnt. Und vor allem, dass Du ohne Angst die nächste Reise beginnen magst!
Viele liebe Grüße
Christina
Lil1'242 Beiträge · seit 200914. Dez. 2013 · #118Liebe Sabine,
auch von mir ganz herzlichen Dank für deinen Bericht. Du fragst dich ob du uns auch ohne Fotos unterhalten hast ??? Auf jeden Fall, wenn auch leider auf die traurige Art 😐 😐 😐 .
Vor allem ab Windhoek habe ich mit dir gelitten, und es freut mich von ganzem Herzen, dass du trotz allem in gute Hände geraten bist, und du einen Partner hast, der dir hundertprozentig zur Seite stand 🙂 .
Ich wünsche dir, dass du bald wieder ohne Angst nach Afrika reisen kannst und hoffe dass du dir mit dem Bericht auch ein wenig Schmerz von der Seele schreiben konntest.
Ganz liebe Grüsse an dich und deinen Mann 🙂 .
Lil
take off1'674 Beiträge · seit 201214. Dez. 2013 · #119Liebe Sabine,
vielen Dank für deinen "anderen" Reisebericht. Ich habe unterwegs mit dir die tolle Landschaft bewundert und zum Schluss mit dir gelitten .
Gott sei Dank ist ja alles gut gegangen und ich hoffe, dass es dir mittlerweile auch wieder so richtig gut geht.
Nun zum Schluss noch eine gute Nachricht für dich.
(Wie war das noch gleich: Es ist nichts so schlecht, dass es nicht für irgendetwas gut ist .
Du kannst nun ganz beruhigt reisen,
denn DAS kann dir nie wieder passieren! 🙂
In diesem Sinne eine schöne Rest-Adventszeit für dich und deinen Mann.
Liebe Grüße
Dagmar
BMW1'523 Beiträge · seit 201114. Dez. 2013 · #120An Sabine,
.....möchte mich für Deinen "tapferen" und offenherzigen Bericht bedanken, es zeigt mir wieder mal,
wie unglaublich schnell sich eine Situation ändern kann...........
BMW