Mit ROTEL 9000 km durch das südliche Afrika

Reisebericht 198 Antworten · 89,4k Aufrufe · gestartet 24. Sept. 2013 von Australienfan
Themenstarter265 Beiträge · seit 200823. Okt. 2013 ·
Nein, ich bin nicht eingeschnappt... es gab ja auch einige, die den Bericht regelmässig gelesen haben und ihn interessant fanden. Es liegt wirklich daran, dass Zeit für mich absolute Mangelware ist. Ich habe beruflich in meiner Firma Hauptsaison und leite noch ein weiteres Projekt, was noch mehr Zeit frisst (hab allein letzte Nacht von 20.00 Uhr bis 6.00 Uhr morgens daran gearbeitet). Meistens arbeite ich tagsüber in meiner Firma und nachts und am Wochenende an dem anderen Projekt, bin deswegen praktisch jedes Wochenende im Ausland unterwegs - letztes Wochenende waren es über 2000 Bahnkilometer, dieses werden es nur 800 und nächstes Wochenende wieder über 2000 Bahnkilometer. Mein durchschnittlicher Arbeitstag geht zwischen 15 und 18 Stunden - an 7 Tagen pro Woche. Da ist es dann Luxus, sich Zeit für so einen Bericht nehmen zu können.

So, weiter geht's:

19. Tag: Etosha: Von Okaukuejo nach Namutoni

Heute wollte ich bei Sonnenaufgang am Wasserloch sein und stand deswegen bereits um 6:00 Uhr auf.


Das Rotel im Camp Okaukuejo kurz vor Sonnenaufgang


Sonnenaufgangsstimmung


Am Wasserloch war fast gar nix los


Ausser Springböcken, Kudus und Zebras liessen sich keine Tiere blicken.


Ich ging zurück zum Rotel und beobachtete einige Zeit die Webervögel in diesem Nest. Die Nester können übrigens so gross werden, dass sie einen Baum zum Einsturz bringen können.


Webervogel




Um 8:00 Uhr verliessen wir das Camp und machten uns auf zur ganztägigen Pirschfahrt durch den Park


Unser erstes Ziel war das 20 km entfernte Wasserloch Gemsbokvlakte... hier war echt was los. Hunderte von Zebras machten hier gerade Halt!


Auch wenn man auf dem Bild sicher nicht viel erkennen kann, es soll nur die Ausmasse demonstrieren. Selbst unser südafrikanischer Reiseleiter meinte, er hätte in seinem ganzen Leben noch nie so viele Zebras auf einmal gesehen.


Es wird geschätzt, dass 6000 Zebras im Etosha Park leben... ein Grossteil davon war hier versammelt!




Auch unser Fahrer Reinhard ist sehr beeindruckt und macht Fotos


Das Rotel ist geradezu umzingelt von mehreren Hundert Zebras!


Auf der Fahrt zum nächsten Wasserloch sehen wir eine Giraffe


Und dann ein perfektest Timing: Genau als wir am Wasserloch Olifantsbad ankommen marschiert ein Löwe aus dem Gebüsch


Grosse Aufregung im Bus. Die wenigsten haben bereits einen wilden Löwen gesehen. Leider ist er total im Gegenlicht.


Schliesslich kommen noch weitere Löwen nach. Leider waren sie ziemlich weit weg und die ganze Zeit im Gegenlicht.


Ich denke, dass die meisten aus der Gruppe kein brauchbares Bild hinbekommen haben. Das hier ist mit über 600mm Brennweite fotografiert und wegen dem Gegenlicht aufwendig nachbearbeitet.


Wir setzen unsere Fahrt fort und können einen Blick auf die riesige weisse Etosha-Pfanne werfen


Desto weiter wir in die Parkmitte kamen, umso weniger Tiere sahen wir. Rund um das Camp Halali waren viele Wasserlöcher völlig ohne Tiere. Zwischen 10.00 Uhr und 15.30 Uhr sahen wir fast keine Tiere!


Im Camp Halali in der Parkmitte machten wir von 12:30 Uhr bis 13:30 Uhr Mittagspause.


Swimming Pool im Halali Camp


Auf dem Weg zum Laden in Halali entdecke ich diesen Toyota mit Berner (!) Kennzeichen. Die verwirklichen nach den Beschriftungen auf dem Auto meinen Lebenstraum: Mit dem 4x4-Camper um die Welt. Genau das wäre meine Art zu reisen (so habe ich es ja bereits mehrfach in Australien und auch schon in Namibia gemacht). Am liebsten wäre ich umgestiegen.


Vogelnester am Strassenrand


Erst am Nachmittag am Chudop-Wasserloch sahen wir wieder Tiere


Gnu mit Jungtieren am Chudop Wasserloch


Unser Reiseleiter dementierte dass das das ist, wonach es aussieht... er meinte es sei nur eine Machtdemonstration zwischen zwei Männchen... ich bin mir da ja nicht so sicher...


Chudop Wasserloch, eines der am stärksten von Tieren frequentierten Wasserlöcher des Parks. Bei meinem letzten Etosha-Besuch haben wir hier stundenlang gestanden!


Girffen haben's beim Trinken schwer...


Um 16:00 Uhr erreichen wir das Camp Namutoni. Ich bin nicht ganz glücklich mit der frühen Anreise im Camp: Genau jetzt beginnen die für die Tierbeobachtung besten drei Stunden des Tages. Und wir müssen diese im Camp verbringen, anstatt an den umliegenden Wasserlöchern.


Okay, ein Grossteil unserer Gruppe scheint mehr auf Entspannung und Baden anstatt auf Tierfotografie zu stehen. Das ist dann wohl der Unterschied, ob man eine Rotel-Reise oder eine Foto-Reise bucht...


Im Camp Namutoni steht ein altes Fort, in dem ein schönes Restaurant und eine Bar untergebracht sind


Bei einem Spaziergang entdeckte ich einen Mungo, der gerade einen Frosch gefangen hatte


Unweit davon entdeckte ich eine Art Nest. Hier sind vor wenigen Tagen offenbar eine Reihe Jungtiere geboren worden.


Die Jungtiere wurden von einem Ort zum anderen getragen


Mungo mit Jungtieren


Den Sonnenuntergang verbrachte ich am Wasserloch von Namutoni - allerdings war das Wasserloch so schlecht platziert, dass man es kaum sehen konnte. Aber es gab auch keine Tiere.


Also konzentrierte ich mich auf ein paar Aufnahmen der Abendstimmung




Das Fort Namutoni in der blauen Stunde. Hier drin gab es ein Restaurant, in dem man im Hof bei Kerzenlicht hätte zu Abend essen können - ich hätte es 100x besser gefunden, den Spätnachmittag (also eine der Top-Zeiten des Tages) an den Wasserlöchern zu verbringen und dafür anschliessend hier im Restaurant zu essen als die Kocherei am Rotel. (Hab vom Camping-Abendessen aber auch so nix mitbekommen, weil ich die Mungos entdeckt hatte und da relativ lang fotografierte hatte ich es verpasst).
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
zuletzt bearbeitet 23. Okt. 2013
Gast23. Okt. 2013 ·
..auch ich lese/schaue mit Begeisterung mit. Bitte weitermachen, wenn's Deine Zeit erlaubt - die Bilder sind einfach Klasse!

Grüße baboon
487 Beiträge · seit 201124. Okt. 2013 ·
Hallo Australienfan,

auch von mir einmal ein gaaanz liebes DANKESCHÖN für deinen Bericht. Wie viele andere hier käme für mich Rotel auch nicht in Frage, allerdings auch keine andere „Gruppenreise“. Das ist eben einfach Geschmacksache und trotzdem finde ich deinen Bericht echt spannend und deine Bilder wunderschön. Wie oft kauft man einen Bildband und sind dort alle Bilder nur „original“???

Bin übrigens auch großer Australienfan und mich/uns zieht es auch immer wieder in andere Teile der Welt, wenn auch in der letzten Zeit oft nach Afrika…

Also bitte weiterschreiben!

Liebe Grüße

Kathy
Reiseberichte: Südafrika/Namibia 2011: Das Glück ist mit den Dummen KwaZulu-Natal 2011: Dem Rhino ganz nah Südafrika-Der Norden 2012: Löwen haben auch mal frei!!! Botswana/Caprivi 2012: Mit dem "Feuerroten Spielmobil" durch Bots/Caprivi Südafrika 2013: Endlich Regen über der Kalahari Botswana/Kavango 2013: Ganz relaxt durch Afrika Meine Flugstatistik
98 Beiträge · seit 201324. Okt. 2013 ·
Hallo Australienfan,

freut mich, dass du die Zeit gefunden hast weiter zu schreiben. Ich wollte auch ganz bestimmt nicht drängeln. 😉

Die Löwenbilder sind besonders toll und die Mangusten erst. 😘 Ein richtiger Kindergarten.

Freue mich auf die Fortsetzung.

Bis bald.

Sabine
5’488 Beiträge · seit 200924. Okt. 2013 ·
Jetzt bin ich endlich mit dem Lesen soweit hinterher gekommen, dass ich auf dem aktuellen Stand bin. Ich freue mich ja immer ganz besonders, wenn es einen Reisebericht gibt, der sich von der Masse abhebt. Das ist bei Deinem ganz klar der Fall, auch wenn ich wahrscheinlich auch nie in einem Rotel unterwegs sein werde. Mit dem Leben in Bus & Sarg würde ich sicher klarkommen; bei dem Desinteresse der Mitreisenden an Land & Leuten wären aber Konflikte vorprogrammiert.

Ich mag ja Fotos in knalligen Farben, weshalb ich von Deinen Aufnahmen sehr begeistert bin.

Die Kritik einiger Fomis hinsichtlich Schleichwerbung für Rotel gehören für mich ins Reich abstruser Verschwörungstheorien. In meinen Reiseberichten gibt es auch immer zahlreiche Fotos unseres Mietwagens und der Verleiher wird auch häufig genannt. Mache ich da dann auch Schleichwerbung? Was ist mit den zahlreichen Lodge-Fotos in vielen Reiseberichten, die so manchen Werbeprospekt in den Schatten stellen? Abgesehen davon ist der knallrote Bus einfach ein klasse Motiv, welches immer gut geeignet ist, Farbe ins Spiel zu bringen.
Australienfan schrieb:Das Fort Namutoni in der blauen Stunde. Hier drin gab es ein Restaurant, in dem man im Hof bei Kerzenlicht hätte zu Abend essen können - ich hätte es 100x besser gefunden, den Spätnachmittag (also eine der Top-Zeiten des Tages) an den Wasserlöchern zu verbringen und dafür anschliessend hier im Restaurant zu essen als die Kocherei am Rotel. (Hab vom Camping-Abendessen aber auch so nix mitbekommen, weil ich die Mungos entdeckt hatte und da relativ lang fotografierte hatte ich es verpasst).
Was hat Dich davon abgehalten, einfach das Rotel-Abendessen zu schwänzen und selbständig das Restaurant zu besuchen?
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
298 Beiträge · seit 200704. Nov. 2013 ·
Lieber Australienfan,

nachdem ich bisher "still und heimlich" mitgelesen habe, muß ich nun mal ein großes Kompliment loswerden: Deine Fotos sind sensationell!! Dass man dafür nicht nur eine gute Ausrüstung, sondern auch den richtigen Blick braucht und dann auch noch so toll nacharbeiten kann, ist natürlich (nicht ganz ohne Neid) einfach profihaft. Ich versuche auch, einige Fotos im Fotoshop nachzubessern, bin aber Laie und daher kommen manchmal die merkwürdigsten Farben raus. Bei Dir ist sogar ein gewöhnlicher Springbock ein Kunstwerk und die Löwen im Gegenlicht sind super. Kann man bei Dir Kurse buchen??? 😉

Auch der Bericht ist interessant geschrieben. Es wäre auch nicht meine Art zu reisen. Ich kenne aber Leute, die begeisterte Rotel-Reisende sind und auf diese Weise schon die ganze Welt gesehen haben.


Werde auch weiter mit Dir reisen. Danke fürs Schreiben trotz der knappen Zeit.

Liebe Grüße
Silvy
zuletzt bearbeitet 04. Nov. 2013
2’484 Beiträge · seit 200604. Nov. 2013 ·
Ich habe mich jetzt auch durch Deinen Bericht gelesen und danke Dir zunächst für den informativen Einblick in die "rollende Hotelreise". Ich fürchte, ich hätte mir spätestens in Kapstadt ein Wurfzelt zugelegt und abseits der Särge geschlafen 😉

Was mich überrascht, ist dass Du Dich trotz der Vorteile für eine solche Reise entschieden hast, da Du doch ein Hauptaugenmerk aufs Fotografieren gelegt hast. Nach zwei Reisen mit einem ambitionierten Fotografen habe ich gelernt, wie zeitaufwändig die Auswahl des richtigen Motivs, Winkels usw. ist und das fürs "richtige" Fotografieren eh nur wenige Stunden am Tag sinnvoll sind. Diese Stunden hast Du aber offensichtlich vorrangig auf den Campingplätzen verbracht.

Manche Deiner Bilder sind mir persönlich auch zu knallig, vor allem da ich viele Deiner Stationen selbst bereist habe und sich mir die Farben so nicht präsentierten (aus meinem "Bild-Gedächtnis" heraus 😉 ). Andere Bilder von Dir haben mir ausgesprochen gut gefallen, was mich zu meiner Frage bringt: Bearbeitest Du all Deine Bilder nach? Manchmal habe ich mir als Laie gewünscht, auch das Original anschauen zu können, um zu sehen, was nun Photoshop und was "Original" ist.

Deine Bilder mit dem Bus aus allen Perspektiven finde ich eigentlich ganz lustig, nur z.B. beim Kuiseb hätte ich mir dann doch mehr Canyon und weniger Bus gewünscht. Aber wie Du richtig sagst, ist eben alles Geschmacksache!

Mein Beitrag ist sicher nicht als Kritik gedacht, aber Du hast ja nach Feedback gefragt und das wollte ich Dir dann auch nicht vorenthalten 🤪

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter265 Beiträge · seit 200807. Nov. 2013 ·
Sorry, dass ich so wenig zum Weiterschreiben komme, aber ich bin wirklich sehr im Stress. Allerdings motivieren mich Eure Zusprüche durchaus so, dass ich auch jetzt (gegen 2:00 Uhr nachts) noch ein Update mache, auch wenn ich um 8:00 Uhr schon wieder eine Schulung leiten muss...
Kann man bei Dir Kurse buchen???
Ja, sicher 🙂 Siehe: http://www.pixel-zauber.ch
Ich bin hautpberuflich Photoshop-Trainer und leite eine Schule für digitale Bildbearbeitung... diese Woche habe ich von Montag bis Freitag täglich Photoshopkurse in Solothurn und Zürich...

20. Tag: Vom Namutoni nach Rundu

Heute standen 430 Kilometer vom Namutoni Camp im Etosha Park via Tsumeb bis Rundu auf dem Programm. Die Strasse war asphaltiert und erstreckte sich wie ein endlos langes, gerades Band bis zum Horizont


Schon nach recht kurzer Fahrt erreichen wir den ersten halbstündigen Fotostopp: Den 150x100 m grossen Otjikotosee. Er ist einer von nur zwei ständig mit Wasser gefüllten Seen Namibias .


Während des Ersten Weltkrieges versenkte die deutsche Schutztruppe Waffen und Munition in diesem See, um sie dem Gegner nicht zu überlassen. Der Otjikotosee ist seit 1955 ein Nationales Denkmal in Namibia.


Überbleibsel aus der Kolonialzeit


Nach insgesamt 110 km Fahrt erreichen wir gegen 10.30 Uhr Tsumeb. Die Bevölkerung ist wie in vielen anderen Gegenden Namibias ethnisch heterogen: Nama, Damara, Herero, Owambo, Deutsche, Afrikaaner (Buren) und Portugiesen leben hier.


Wir haben eine Stunde Pause in Tsumeb. Das Bild zeigt die katholische St.-Barbara Kirche, ein Nationales Denkmal in Namibia


Tsumeb ist eine ehemalige Minenstadt, in der Erz gefördert wurde. Obwohl die Zeit knapp ist, schaue ich kurz im Tsumeb Museum vorbei. Das Museum befindet sich einem Kolonialgebäude von 1915, das einst als Schule und Krankenhaus für die deutschen Truppen gedient hat.


Das Museum beherbergt Vitrinen mit seltenen Mineralien, Informationen zur Stadtgeschichte und zum Bergbau und präsentiert entsprechende Maschinen. Ergänzt wird das alles durch eine Sammlung von Militärgerät, das die Deutschen hier zurückliessen, bevor sie sich 1915 den Truppen der Südafrikaner ergaben.


Die Hereros sind ursprünglich ein Volk von Viehzüchtern. Der Reichtum und das Ansehen werden durch die Anzahl der Rinder bestimmt. Die auffällige Trachtenkleidung der Herero-Frauen stammt aus der deutschen Kolonialzeit (Wilhelminische Tracht).


Herero-Frau am Supermarkt von Tsumeb


Der jüngste "Verkäufer" im Stadtpark war schätzungsweise 2 Jahre alt...


Nach weiteren 65 km und einer Stunde Fahrtzeit erreichten wir Grootfontein. Von der Stadt sehen wir nur den lokalen SPAR-Markt. Was mich extrem ärgert: Ganz in der Nähe der Stadt Grootfontein befindet sich der Hoba-Meteorit, der grösste bislang auf der Erde gefundene Meteorit (ca. 50 Tonnen Gewicht!) - leider haben wir keinen Abstecher dorthin gemacht 🙁


Von Grootfontein bis Rundu sind es noch einmal gut 250 km auf einer praktisch schnurgeraden Asphaltstrecke


Die Landschaft ändert sich... wir sehen immer mehr einfache Dörfer am Strassenrand.


Dorf an der B8 Richtung Rundu


In einem der Dörfer machen wir einen Fotostopp


In Namibia gibt es viele Kinder: Über 35% der Bevölkerung sind unter 14 Jahren und nur knapp 4% älter als 65 Jahre. Zum Vergleich: In Deutschland sind rund 13% unter 14 Jahre - aber über 20% über 65 Jahre alt!


Jugendlicher in einem Dorf in der Nähe von Rundu.


Die Kinder hier wachsen in einfachen Verhältnissen auf - offiziell leben 55% der Bevölkerung hier unterhalb der Armutsgrenze von weniger als 2 USD pro Tag.


Dennoch steht Namibia im Vergleich zu vielen anderen afrikanischen Ländern noch gut da. Verhungern tut hier keiner.


Ein grosses Problem ist die Arbeitslosigkeit. Die Jugendarbeitslosigkeit (15 - 19jährige) liegt beispielsweise bei 83%.


Unser Rotel am Dorfrand.


Ein grosses Problem ist Aids. Die Immunschwächekrankheit zählt zu den Haupttodesursachen im Land, wird von der vorrangig ländlichen Bevölkerung aber nicht als solche wahrgenommen.


Namibia hat eine der höchsten AIDS-Raten weltweit. Im Norden Namibias sind 42% der Bevölkerung infiziert.


Hütte einer Familie im Norden Namibias


Kinder stehen oft am Strassenrand und versuchen einfach hergestellte Souvenirs an den Mann zu bringen.


Am Nachmittag gegen 16:30 Uhr erreichen wir den Campingplatz in Rundu. Von hier aus kann man über den Fluss nach Angola sehen. Wie üblich verbringen wir den Rest des Tages auf dem Campingplatz... es wäre also locker noch genug Zeit gewesen den Hoba-Meteorit bei Grootfontein anzuschauen...
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
354 Beiträge · seit 201007. Nov. 2013 ·
Wenn ich mir die Fotos, insbesondere der NPs ansehe, bekomme ich Tränen in die Augen ob des roten Monsters in der schönen afrikanischen Landschaft. Und wenn ich mir dann vorstelle, daß und wie der "Inhalt" sich dann in sekundenschnelle über die für einen Stopp vorgegebenen Landstriche ergiesst, wanke ich zwischen Trauer und Entsetzen.

But...money makes the world go around!

Sarkasmusmodus an: Um mehrere aktuelle Threads in einen Thread zu fassen könnte evtl. mal einer Reise mit einem großen schwarzen Rotelbus machen bei dem aus jedem Fenster die Reisenden ihre Trophäen selbst schiessen können. Das wäre doch das perfekte "Geschäft". :Sarkasmusmodus aus

Grüße aus der Serengeti

Hey Australienfan, lass Dich nicht abschrecken vom weiter Schreiben. ich bin ne "Einzelmeinung". 😎
5’488 Beiträge · seit 200907. Nov. 2013 ·
Australienfan schrieb:Nach weiteren 65 km und einer Stunde Fahrtzeit erreichten wir Grootfontein. Von der Stadt sehen wir nur den lokalen SPAR-Markt. Was mich extrem ärgert: Ganz in der Nähe der Stadt Grootfontein befindet sich der Hoba-Meteorit, der grösste bislang auf der Erde gefundene Meteorit (ca. 50 Tonnen Gewicht!) - leider haben wir keinen Abstecher dorthin gemacht 🙁
Darüber solltest Du Dich nicht ärgern. Der Hoba-Meteorit ist meiner Meinung nach, die am meisten überschätzte Touristen-Atraktion Namibias.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
2’060 Beiträge · seit 201307. Nov. 2013 ·
Topobär schrieb:Darüber solltest Du Dich nicht ärgern. Der Hoba-Meteorit ist meiner Meinung nach, die am meisten überschätzte Touristen-Atraktion Namibias.
Immerhin gibt es nicht so viele so große Meteoriten auf der Erde zu besichtigen.

Es kommt darauf an, was man sehen will und wie man es betrachtet - genauso gut könnte man sagen, die Wüste sei nur langweiliger Sand (was ich persönlich nicht finden kann).

Freilich gibt es da nur einen großen Steinbrocken, aber für mich war das Gefühl, etwas zu berühren, das aus dem Weltall kam, und das schon so uralt ist, einfach überwältigend. Ich hätte dieses Erlebnis nicht missen wollen.
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
zuletzt bearbeitet 07. Nov. 2013
5’488 Beiträge · seit 200907. Nov. 2013 ·
Meine Meinung war auch nicht auf der Gefühlsebene, sondern aus fotografischer Sicht. Da gibt es in Namibia tausende schönere Steine.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
2’060 Beiträge · seit 201307. Nov. 2013 ·
Ok, da hast du natürlich recht.

Aber ich würde nicht nur wegen eines Fotos zu so einem Meteoriten fahren. In erster Linie sehe und fühle ich für mich, dann erst kommt das Bild für die Daheimgebliebenen. 😉
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
1’362 Beiträge · seit 201107. Nov. 2013 ·
Hallo Australienfan,

Ich finde deine Portraits fantastisch 🤩 !!!! Kommen sehr natürlich rüber ( von der Farbe mal abgesehen 😉 😄 ) Nein, im Ernst: wirklich klasse 😁 !!
War es denn einfach " Freiwillige" zu finden ? Ich traue mich nie so recht Menschen wegen eines Fotos anzusprechen, ob es in der namibischen Einöde, auf einem chinesischen Markt oder sonstwo ist...

LG, Nane 🙂
Meine Reiseberichte - Namibia/ Südafrika
123 Beiträge · seit 201307. Nov. 2013 ·
Wenn ich mir die Fotos, insbesondere der NPs ansehe, bekomme ich Tränen in die Augen ob des roten Monsters in der schönen afrikanischen Landschaft. Und wenn ich mir dann vorstelle, daß und wie der "Inhalt" sich dann in sekundenschnelle über die für einen Stopp vorgegebenen Landstriche ergiesst, wanke ich zwischen Trauer und Entsetzen.
Hallo Serengeti,

magst ja mit Deiner "Einzelmeinung" (?) 😉 vielleicht nicht ganz Unrecht haben; aber vielleicht solltest Du dabei auch berücksichtigen, dass die prozentual Wenigsten, auch der europäischen Bevölkerung, im Gegensatz zu dem hier schreibenden Umfeld hier nicht zu der "elitären" Gruppe mit reichlichem Einkommen zählen, die es sich leisten können mit teurer Kamera Ausrüstung und einem Urlaubs Budget von 6. - 10.000 € nach Afrika zu trecken.
Ich meine, wir sollten so tolerant sein auch denen, die auf kleinem Budget unterwegs sind, die Möglichkeit zu gönnen Afrika zu erleben, wenn auch auf andere Art.
Was mich persönlich viel mehr stört, sind z.B. deutsche Urlauber (so wie ich sie während meiner Zeit in Australien und bei Besuchen im südlichen Afrika oft erlebt habe) die sich lautstark und "besserwisserisch" über die Unzulänglichkeiten und oftmals vielleicht auch Unbeholfenheit in ihrem Urlaubsziel artikulieren. 🙁
Ein bis 3 Rotel Busse pro Jahr "verlaufen" sich definitiv auf der angesprochenen Fläche, und keiner ist gezwungen sich dazu zu gesellen. 🙂
Gruß
Peter

NB: Australienfan, ich bin mir sicher Du zählst nicht zu der Gruppe, die den Rotel Trip aus monetären Gründen gewählt hat. 😄
zuletzt bearbeitet 07. Nov. 2013
Themenstarter265 Beiträge · seit 200807. Nov. 2013 ·
Zu Hoba-Meteorit: Ich würde jetzt nicht Hunderte Kilometer Umweg für den Meteorit machen, aber wenn man schon in Grootfontein ist, hätte ich es angebracht gefunden da vorbeizuschauen, immerhin ist er eine weltweite Einmaligkeit.

@Nane
Ich bin sehr zurückhaltend was das Fotografieren von Menschen angeht und habe jahrelang nie Menschen fotografiert. Als ich dann bei anderen in den Fotobüchern Aufnahmen von Menschen gesehen hatte fand ich, dass das ein Fotobuch lebendiger macht und habe beschlossen das auch zu versuchen. Aber mir fehlt die "Dreistigkeit" mit der viele Urlauber ungefragt auf Einheimische losgehen und Knipsen. Ich bin da viel zurückhaltender, d.h. ich frage wenn ich Portraitfotos von Menschen machen will immer um Erlaubnis. Letzten Endes läuft es meistens auf das gleiche heraus: Ich bezahle die Personen dafür, dass ich sie fotografieren darf (ausser bei Kindern). In vielen Urlaubsorten sorge ich dafür, dass ich genügend Kleingeld in der Hosentasche habe, um Leute für ein Foto "bestechen" zu können. Aber dann ist's sauber geregelt und jeder hat was davon. Finde diesen Weg jedenfalls besser als ungefragt Leute zu fotografieren und die Einheimischen damit zu verärgern.

@RT-Treiber
Danke für Deinen letzten Beitrag. Ich hatte Rotel in der Tat nicht aus monetären Gründen gewählt, finanziell hätte ich mir auch für die Zeit einen Geländewagen leisten können. Allerdings bin ich selbst ein miserabler Autofahrer (nach meinem ersten Totalschaden bin ich lange nicht mehr Auto gefahren und als ich es dann im Urlaub wiedermal mit einem Mietwagen ausprobieren wollte hab ich mich nach nur 2 km überschlagen und bin auf dem Dach gelandet... und seitdem nicht mehr selbst gefahren). Da es meinen Mann nicht gerade nach Afrika zieht habe ich gesagt, dann mache ich es halt mit einer Gruppenreise. Mir hat die Route von Rotel gefallen, weil sie einige Punkte abdeckte, die mich interessierten und irgendwie war ich auch neugierig auf dieses Konzept und dachte es könnte eine interessante Erfahrung sein. Und das was Du geschrieben hast, traf für den Grossteil der Reisegruppe zu: viele Mitreisende waren alleinstehende Frauen im Alter zwischen 55 und 70. Die hatten so die Gelegenheit für ein zahlbares Budget (kein Einzelzimmerzuschlag!) einige Highlights des südlichen Afrikas kennenzulernen. Natürlich ist es nicht das Gleiche wie mit einem eigenen Mietwagen und Übernachtungen in Lodges... aber man konnte auch so recht viel sehen und zweifelsohne einen guten Eindruck von der Gegend bekommen.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
785 Beiträge · seit 200807. Nov. 2013 ·
Hi,

ich finde es sowie sehr verwerflich über andere Menschen zu urteilen wie diese ihr Leben gestalten, ihren Urlaub verbringen, oder sonst irgend etwas anders machen wie man selbst!

Speziell auf das Thema Urlaub: es soll doch jeder machen wie er möchte, ob jetzt super individuell, in einer Gruppenreise, oder auch pauschal irgendwo im Hotel, wer bin ich, dass ich darüber urteile was jetzt hier besser ist?

Weiße Flecken auf der Urlaubskarte gibt es sowieso so gut wie nicht mehr und letztendlich bewegt sich hier so gut wie jeder ach so tolle Individualreisende auf ganz ausgetretenen Fährten und wer meint es währe anders, hat die Augen nicht auf beim Reisen!


Viele liebe Grüße


Markus
284 Beiträge · seit 201007. Nov. 2013 ·
Markus hat recht.
ob man jetzt als "Hummeldumm" mit Gruppenreise oder als "Geiz ist Geil-Fahrer" ( Selbstfahrer, Selbstversorger ) unterwegs ist, ist wirklich egal.
Es sind einfach blöde Klischees die hier ins Forum eigentlich nicht hingehören.
Witzig finde ich dann immer, wenn einige Selbstfahrer sich als was besseres empfinden.

Gruß
Fredi
Die Massai haben erzählt, dass sich zwei Löwen das Grab als Ruheplatz ausgesucht haben. Von dort haben sie eine gute Sicht ins Tal und auf das Wild. Ich darf nicht vergessen, es Denys zu erzählen, er würde sich darüber freuen. ( Frei nach Tanja Blixen)
1’252 Beiträge · seit 200907. Nov. 2013 ·
OFF TOPIC

@Fredi

....und ich finde es "witzig", dass Du beurteilen kannst, dass alle Selbstfahrer und Selbstversorger geizig sind.......?! 😵 😗

Gruß
Elch
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem ich laut denken kann. R.W. Emerson Namibia 2013 - http://www.namibia-forum.ch/forum/17-news/278435-unterkunftsbeschreibungen-unserer-letzten-reise.html?start=12 Namibia 2015 - http://www.namibia-forum.ch/forum/8-camping/286282-unsere-campsites-im-maerz-2015.html
284 Beiträge · seit 201008. Nov. 2013 ·
Hallo Elch,

nicht ich bezeichne die Selbstfahrer als "Geiz ist geil-Fahrer".,
So werden die Selbstversorger in Namibia bezeichnet.
Ich war selbst schon als Selbstfahrer, Gruppenreisender, Reisender mit Fahrer und Koch, Pauschaltourist in Afrika unterwegs
Wie gesagt, ich finde beide Klischees als dumm, arrogant und überflüssig.
Ich finde aber auch das "Von oben herab" von so manchen Formis als dumm, arrogant und überflüssig.
Ein bißchen mehr Toleranz und Respekt gegenüber anderen Formis wäre schon angebracht.

Gruß

Fredi

PS.: Australienfan, deine Fotos sind großartig!
Die Massai haben erzählt, dass sich zwei Löwen das Grab als Ruheplatz ausgesucht haben. Von dort haben sie eine gute Sicht ins Tal und auf das Wild. Ich darf nicht vergessen, es Denys zu erzählen, er würde sich darüber freuen. ( Frei nach Tanja Blixen)
zuletzt bearbeitet 08. Nov. 2013