franzicke2’085 Beiträge · seit 201218. Apr. 2013 ·
Topobär schrieb:
Nur noch 2 Tage, dann habt Ihr es geschafft und ich kann mich endlich der Planung unserer nächsten Afrikareise widmen.
Also Topobär, so massiv musst du auch nicht gleich drohen 😉 Ich verstehe ja schon, dass du wieder neue Pläne hast, aber ich will hier eigentlich in nächster Zeit gar nicht aussteigen ... eure Reise find ich super-spannend und extrem inspirierend. Immer wieder DANKE fürs Mitnehmen Franzicke
In der Nacht waren wieder reichlich Büffel auf der Campsite. Man konnte sie lautstark Gras rupfen hören.
Wir wollten natürlich wieder ohne Guide in den Krater fahren. Das gab diesmal eine größere Diskussion am Crater Gate, als in den letzten Jahren. Ausschlaggebend dafür dass wir ohne Guide in den Krater fahren durften, war letztendlich, dass wir all unsere Habseligkeiten und die Campingausrüstung im ganzen Auto verteilt hatten und für den Guide ohne eine größere Umräumaktion schlicht kein Platz gewesen wäre. Die ganze Guide-Pflicht im Krater ist sowieso absolut lächerlich und reine Geldschneiderei. Nirgends auf der ganzen Reise war die Orientierung leichter als unten im Krater.
Wie schon bei unseren letzten Besuchen des Kraters staunen wir über die Massen an Tieren, die sich im Krater aufhalten. Die Zebras scheinen hier schon etwas früher ihre Fohlen zu bekommen, als in der Serengeti, denn es wimmelt hier nur so vor süßen Zebrafohlen.
Was uns auffällt sind die vielen Elefanten. Sehr viel mehr, als bei unseren vorherigen Besuchen. Alles Bullen und sehr entspannt, wie es bei Männern ja häufig der Fall ist, wenn keine Frauen in der Nähe sind. 😎
Auch Hyänen gibt es reichlich. Die Grasfresser scheinen aber keine große Angst vor Ihnen zu haben, denn sie lassen die Hyänen sehr dicht an sich heran. Aber auch wir können uns den Tieren bis auf wenige Meter nähern, ohne dass sie auf uns reagieren. Um Tiere aus der Nähe zu fotografieren gibt es in der freien Wildbahn kaum einen besseren Platz als den Ngorongoro Krater.
Dann höre ich plötzlich ein Geräusch von hinten rechts. Hört sich an wie ein platter Reifen. Ich lehne mich aus dem Fenster und sehe, dass der Reifen zwar noch prall gefüllt ist, das ganze Rad aber kräftig am eiern ist. Das muss ich mir genauer ansehen. Zu meinem Entsetzen stelle ich fest, dass 5 der 6 Radbolzen abgebrochen sind und das Rad nur noch an einer einzigen Schraube hängt. Wir befinden uns gerade in einer schlecht einsehbaren Senke, kein guter Platz. Ich schaffe es aber noch im Kriech-Tempo den Wagen bis auf den nur wenige 100m entfernt gelegenen Black-Rock-Hill zu fahren, von wo wir einen guten Überblick über den ganzen Krater haben und umgekehrt auch gut zu sehen sind. Jetzt will ich mir die Bescherung erst einmal genauer ansehen. Ich bocke den Wagen auf und als ich die letzte verbliebene Radmutter lösen will, bricht auch deren Bolzen ab.
Hier kommen wir ohne externe Hilfe nicht weiter. Wir haben weder das passende Werkzeug um die angeschweißten Reste der Bolzen aus der Halteplatte zu treiben, noch die benötigten Ersatzteile in Form von Gewindebolzen mit Mutter.
Um 9:00Uhr telefonieren wir mit 4x4 Adventure und Sunworld. Mit Sunworld, da uns leider die Fachvokabel fehlen, um unserem Vermieter den Schaden und die benötigten Ersatzteile exakt in englisch beschreiben zu können. Wie gut, dass unsere Autovermietung eine deutschsprachige Mutterfirma hat.
Alle Safariwagen die bei uns vorbei kommen fragen, ob wir Hilfe benötigen und mehrere Tourguides lassen es sich nicht nehmen, zu versuchen den Schaden mit Ihren Bordmitteln zu reparieren. Letztendlich scheitern aber alle am fehlenden Werkzeug.
Irgendwann werden auch die Ranger auf uns aufmerksam und kommen vorbei. Wir kommen ins Quatschen, laden sie zu einer kalten Cola ein und sie erzählen uns viel über den Krater und ihre Tätigkeiten. Sie versprechen uns im Auge zu behalten und Sorge dafür zu tragen, dass wir nicht im Krater übernachten müssen.
Um 16:30Uhr sind dann Fahrer und Mechaniker vor Ort. Der Mechaniker meint, in einer dreiviertel Stunde ist unser Wagen wieder fahrbereit und der Fahrer drückt mir seine Autoschlüssel in die Hand und meint, wir sollen die Zeit noch für einen kurzen Gamedrive mit seinem Wagen nutzen. Der lohnt sich dann trotz der Kürze. Wir sehen noch ein Löwenrudel, das allerdings sehr unfotogen im hohen Gras liegt und können in der Ferne eine Nashorn ausfindig machen, wodurch wir sozusagen in letzter Sekunde die Big5 voll machen.
Als wir pünktlich zum Black Rock Hill zurückkommen ist unser Wagen nicht da. Er taucht aber nach wenigen Minuten wieder auf. Die Jungs waren schneller fertig als gedacht und haben noch eine Probefahrt gemacht.
Unsere Helfer schlagen vor, dass wir bis Karatu hinter ihnen herfahren, damit sie uns bei eventuellen bürokratischen Problemen helfen können. Immerhin haben wir sowohl die erlaubte Aufenthaltsdauer im Krater, als auch unser 24h-Permit für die NCCA überschritten.
Es ist inzwischen 17:30Uhr. Das Ausfahrt-Gate am Kraterrand schließt um 18:00Uhr und die Karte nennt eine Fahrzeit von einer Stunde für die Auffahrt zum Kraterrand. Was jetzt folgt hat eindeutig Rallye-Charakter. Die Jungs Vollgas voran und ich immer in Sichtweite hinterher. Eine Minute vor Toresschluss sind wir am Kraterrand. Während die beiden unsere Situation erklären nutze ich die kurze Pause für ein letztes Foto.
Dann geht der wilde Ritt weiter. Zunächst auf dem Kraterrand entlang und dann auf der Hauptpiste zum Maingate. Dort kommen wir in der Dämmerung an und unsere beiden Helfer schaffen es, dass wir ohne die eigentlich fällige Nachzahlung von 100,-US$ den Park verlassen dürfen.
Ab jetzt haben wir wieder Asphalt unter den Rädern, was auch gut ist, denn jetzt klappert der Stoßdämpfer vorne recht.
Als wir die Kudu Lodge erreichen ist es schon dunkel. Wir haben keine Lust zu kochen und gehen lieber in das Restaurant der Lodge. Sowohl das Essen, als auch die gesamte Ausstattung der Lodge incl. Campsite gefallen uns sehr gut. Allerdings lässt man sich diesen Standard auch gut bezahlen.
Oh Mann schreibt Ihr einen supertollen Bericht. Und die Bilder, einfach sensationell.
Vielen Dank für Eure Mühe, und das mit der Reifenaktion ist schier unglaublich. Habt Ihr da doch die Ruhe bewahren können?
Allerdings ist es, so finde ich, schon ein toller Service, dass da recht flott geholfen wurde. Bemerkenswert finde ich ebenso die Aktion: hier, nimm meinen Schlüssel und mach noch einen Game-Drive. Klasse!
Butterblume3’700 Beiträge · seit 200922. Apr. 2013 ·
Hallo Topobär,
ein grandioses letztes Foto vom Ngorongoro ist Euch da gelungen. Quasi so als Entschädigung für die gebrochenen Bolzen?! 😈
Kannst Du bitte noch mitteilen, wie die aktuellen Gebühren für Selbstfahrer für den Crater sind? Gilt die Aufenthaltsbegrenzung auf sechs Stunden pro Tag noch bzw. wird es kontrolliert?
Mit herzlichen Grüßen und Dank Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Das mit den Radbolzen ist halt so eine Sache... Zum Einen denke ich dass die meisten die Radmuttern einfach per Pressluftschrauber draufknallen und nicht mit dem Drehmomentschlüssel an- und nachziehen. Zum Anderen haben viele Pickup's, die mit viel mit hoher Radlast fahren (erst recht im Gelände) Probleme mit abbrechenden Radmuttern, auch bei uns in Europa. Betroffen sind bei uns vor allem PU's mit grossen Wohnkabinen, allen voran sind die Mitsubishi's, Isuzu's und die Nissan's (ich hab selber auch einen Nissan PU, blieb bisher aber verschont, kenn das Problem aus einem Wohnkabinenforum), weniger die Ford/Mazda und die Toyota. Diese grossen Safari-Autos werden ja viel über übelste Pisten gefahren udn sind dabei meist stark belastet (4 Touristen, Fahrer, Koch, Gepäck, Wasser, Zelte usw), da ist's nur eine Frage der Zeit! Die Landcruiser, Hilux und Landrover sind da offensichtlich stabiler...
Hallo Topobär! Nachdem der Ärger und das Bangen vorüber war, ist aus heutiger Sicht bestimmt der positive Eindruck das, was in Erinnerung bleibt. Obwohl mir sicherlich beim Anblick der Radmuttern & Co schlecht geworden wäre. Wirklich "Das volle Programm"! und ich meine, ihr habt auch viel dazu gewonnen. Der Service, die Hilfe, das Wagen überlassen etc. hört sich für mich richtig gut an und freut mich sehr. Trotzdem wünsche ich dir/euch auf der nächsten Reise eine trockene und pannenfreie Tour - aber das kann ja jeder 😉 Sonnigen Gruß Rebecca
TopobärThemenstarter5’486 Beiträge · seit 200923. Apr. 2013 ·
@Bayern Schorsch Bei der Radaktion sind wir ganz locker geblieben. Wir hatten von Anfang an Kontakt zum Vermieter und wußten, dass Hilfe unterwegs ist. Da waren die Situationen wo wir nicht wußten, ob bzw. wann Hilfe kommt viel aufregender. Außerdem standen wir auf dem Black Rock Hill inmitten einer der schönsten Landschaften unserer Erde. Der erstklassige Service von Sunworld und 4x4 Adventure Safaris ist es, der uns immer wieder über deren deftige Mietwagenpreise hinwegsehen lässt.
@Marina Die Crater Fee beträgt 200,-US$. Die Aufenthaltsdauer von 6h gibt es noch. Ob die kontrolliert wird weiss ich nicht, da das Auschecken von unseren Helfern übernommen wurde.
@picco Für mich war es das erste Mal, dass ich gebrochene Radbolzen hatte. Bei der Strecke Seronera - Ngorongoro wunderte es mich aber auch nicht. Das war so ziemlich die Material mordendste Piste die ich je gefahren bin.
@Klaus "Das volle Programm" stand schon nach der halben Strecke als Arbeitstitel für diese Reise fest und sollte bis zum Schluß passen.
@Rebecca Klar ärgert man sich im ersten Moment, wenn mal wieder etwas schief läuft. Aber wir haben uns im Laufe unserer vielen Afrikareisen auch schon ein dickes Fell zugelegt. Bei unserer nächsten Reise wäre es aber wirklich schön, wenn es etwas geschmeidiger läuft, denn da haben wir eine Afrika-Novizin dabei, der wir die Schönheiten des Kontinents näherbringen wollen. Da wäre es gut, wenn wir sie nicht gleich verschrecken. Aber bei den geplanten Strecken ist sicher auch das eine oder andere Abenteuer zu erwarten.
Topobär schrieb:Bei der Strecke Seronera - Ngorongoro wunderte es mich aber auch nicht. Das war so ziemlich die Material mordendste Piste die ich je gefahren bin.
🙄 Wo bist Du denn durchgefahren? 🙄 Zumindest die Hauptstrasse ist doch in ganz gutem Zustand...die materialmordenste Strecke die ich bisher gefahren bin war vom Lake Natron nach Mto Wa Mbu, abeer auch vom Lake Natron zum Kleins Gate, die Ihr ja auch gefahren seid, ist um Welten schlimmer als die Hauptstrasse von Seronera nach Ngorongoro...oder wurde die Hauptstrasse zwischen Eurer und unserer Reise neu gemacht? So etwa sah's bei uns auf der ganzen Strecke aus (OK, nicht die Landschaft, aber die Strasse... 😈 ):
TopobärThemenstarter5’486 Beiträge · seit 200923. Apr. 2013 ·
Die Strecken rund um Lake Natron sind deutlich schlechter, aber nicht so Material mordend. Wie geht das? Die Strecken rund um Lake Natron haben durchgehend große Absätze, Löcher, Felsstufen, Schlamm, so dass man die ganze Zeit über sehr langsam fährt. So wirkt die schlechte Straße nicht so sehr auf den Wagen ein.
Die Strecke Seronera - Ngorongoro Crater bietet extremes Wellblech und zwischendurch immer mal wieder ein einzelnes großes Loch. Das Wellblech belastet das Fahrwerk extrem. Vor allem bis man die Idealgeschwindigkeit erreicht hat und wenn man aus dieser wieder herunterbremsen muss, weil ein Loch kommt. Aber auch bei der Idealgeschwindiggeit muss das Fahrwerk ordentlich arbeiten, auch wenn es sich im Fahrzeug halbwegs ruhig anfühlt. Nirgends habe ich so viele kaputte Stoßdämpfer gesehen, wie am Naabi Hills Gate.
hallo Topobär als stille Mitleserin habe ich deine wunderschönen Bilder und deine detaillierten Schilderungen sehr genossen, aber ab und zu auch mitgelitten. Vielen Dank für die enorme Arbeit die du dir da gemacht hast. Ich freue mich auf Tanzania im Februar 14 jetzt umso mehr. safari njema!
Topobär schrieb:Die Strecken rund um Lake Natron sind deutlich schlechter, aber nicht so Material mordend.
Na ja, um eine Landcruiser-Hinterachse um 5 cm seitlich zu verschieben so dass das Differenzial beim Einfedern am Unterboden anstand hats im 2011 gereicht... 🤩 😈 😗
Ohne den schönen Bericht zu missbrauchen möchte ich dennoch mal outen dass ich es nicht verstehe wenn Fahrzeuge regelrecht kaputtgefahren werden. Gerade auf schlechten Strassen wird klar wer fahren kann und wer nicht oder wer sich wenigstens die Mühe gibt. Es ist mir vollkommen unerklärlich wie manche Touristen in gemieteten Fahrzeugen durch den Busch und die Pampa breschen und manchmal alle vier Räder in der Luft haben! Ich will hier keinesfalls Topobär etwas unterstellen, gerade er hatte ja einen in die Jahre gekommenen Mietwagen, welcher sicher schon viele ad-hoc Reparaturen hinter sich hatte und demnach schon sehr "geschädigt" und entsprechend unberechenbar war. Das back-up des Vermieters ist da unerlässlich, denn auch er weiss dass jedes seiner Fahrzeuge eine Zeitbombe ist.
Abschliessend nur noch ein Wunsch, ich würde gerne mehr Fahrer sehen, die die Fahrzeuge wie ihr eigenes behandeln und es schonen, obwohl sie es nach zwei drei Wochen auf Nimmerwidersehen abgeben. Bitte verzeiht den Exkurs...
Gruss Leona
TopobärThemenstarter5’486 Beiträge · seit 200924. Apr. 2013 ·
Hallo La Leona,
ich weiß nicht, woher Du die Grundlage Deiner Aussagen nimmst.
Den von Dir beschriebenen Fahrstil habe ich noch bei keinem Touristen gesehen. Die meisten haben viel zu wenig Erfahrung mit den Straßenverhältnissen und trauen sich nur einen sehr vorsichtigen Fahrstil. Außerdem ist die Sorge vor einem Unfall oder einem Defekt viel zu groß um da ein Risiko einzugehen. Die einheimischen Tourveranstalter fahren da sehr viel wilder, was uns auch von unserem Vermieter bestätigt wurde. Piccos Bespiel ist da bezeichnend und er ist bekanntermaßen immer mit Fahrer unterwegs.
Ich mag solche Anschuldigungen, die nicht empirisch belegbar sind, nicht!
Warst Du schon mal in der Regenzeit in Tansania unterwegs?
Topobär schrieb:Piccos Bespiel ist da bezeichnend und er ist bekanntermaßen immer mit Fahrer unterwegs.
🙄 Tststs...setzt das Kerlchen falsche Gerüchte in die Welt...tststs... 🙄 Nicht immer, nur meistens mit Profi-Fahrer...zwei Selbstfahrertouren (als Mitfahrer) waren auch dabei... 😛 😗 😎 Damals beim Hinterachsen-Vorfall wars aber ein professioneller Driver-Guide, der aber nicht gerast ist sondern ein Schlagloch übersehen und voll erwischt hat.
hallo Topobär gerne antworte ich dir in zwei Teilen: meiner Aussage zum Fahrstil liegen meine Erfahrungen in verschiedenen Ländern, nicht nur Afrika zu Grund. Es ist sicher richtig dass sehr viele vorsichtig sind und man darf nicht alle Mietwagenfahrer in einen pot schmeissen, das wollte ich keinesfalls. Gerade aber die Geländefahrzeuge werden oft übermässig und vorallem falsch strapaziert und oft auch überbewertet von Unwissenden. Es ist mir aufgefallen dass die Geschwindigkeit vornehmend nachmittags zunimmt und die Vorsicht abnimmt wenn "Mann oder Frau" merkt nicht rechtzeitig ans Ziel zu gelangen.
Zur Frage ob ich Tansania in der Regenzeit kenne muss ich mit nein beantworten. Ev. gilt jedoch meine Erfahrung während drei grossen und drei kleinen Regenzeiten in Kenya wo ich beruflich pro Monat ca. 3000-4000km selber am Steuer (4x4) gefahren bin mit dem entsprechenden Anteil an Schlaglöchern, Schlamm und zig Pannen. Das war vor fast 25 Jahren und die Strassen waren teilweise lausige Feldwege. Die Strassen in Nordostargentinien sind denjenigen in Ostafrika sehr ähnlich, rote Schmierseife im Regen. Da bleiben Scanias wie auf Erikas Bildern stecken. Und einige der viel befahrenen Naturstrassen in Patagonien können mit jedem tansanischen Wellblech mithalten, mehr als 15cm hohe, steile, gemeine Rillen wo man verzweifelt mit 40, 50, 60, 70 kmh die erträglichste Rüttelpartie sucht. Aber auch da meinen die einen man müsse immer noch mit 100 kmh fahren, es gibt viele Überschläge... Wenn ein Auto eine solche Strecke regelmässig ertragen muss ist es auch logisch dass es viel öfter in die Werkstatt muss. Doch jeder Fahrer kann mit eigenem zutun vieles vermindern. Es ist mir nicht neu wie schlecht viele Berufsfahrer fahren.
Vielleicht fühlt sich der eine oder andere Leser/Fahrer ein kleines bisschen angesprochen und wird sich überlegen ob ev. kürzere Tagesetappen geplant werden sollten, 20km Distanz ist nicht automatisch eine halbe Stunde Fahrt! Deswegen ist dein Bericht Topobär mit den vielen highlights die ihr bewusst entbehren musstet wegen Zeitmangel, wegen den schlechten Strassen, sehr aufschlussreich. Und abschliessend noch ein offroader tipp den ich immer versuche umzusetzen wenns brenzlig wird "as slow as you can, as fast as you must".
Falls es jetzt eine Diskussion gibt dann würde ich es bevorzugen diese in einem anderen Thread weiterzuführen, viele Grüsse leona
Gruss Leona
TopobärThemenstarter5’486 Beiträge · seit 200924. Apr. 2013 ·
Wo ich Dir auf jeden Fall recht gebe ist die Aussage, dass die Straßenverhältnisse und nicht der Fahrer die Geschwindigkeit diktieren sollten. Wir mussten aus diesem Grund immer wieder unsere Planung den Verhältnissen anpassen und so manches Highlight auslassen, da es mit einer angemessenen Fahrweise nicht zu schaffen gewesen wäre.
Gleichzeitig bestätigst Du ja auch meine Sichtweise, dass es bei den Berufsfahrern auch jede Menge Raser gibt. Ich denke beim Fahrverhalten sollte man nicht nach Touristen, Einheimischen und Berufsfahrern einteilen. Es gibt in jeder Gruppe Raser und in jeder Gruppe vorsichtige Fahrer. Ich bin der Meinung, der Fahrstil liegt eher in der Persönlichkeit der einzelnen Personen begründet.
TopobärThemenstarter5’486 Beiträge · seit 200925. Apr. 2013 ·
23.Tag (So. 13.01.2013) Karatu – Arusha 170km
Unser letzter Tag. Viel gibt es da nicht mehr zu berichten. Erstmalig in diesem Urlaub schlafen wir aus und stehen erst auf, als die Sonne schon am Himmel steht. Wir haben es nicht eilig, gilt es doch nur noch, die kurze Strecke nach Arusha zu fahren. Dafür haben wir reichlich Zeit, denn unser Flieger geht erst um 21:45Uhr.
Zum Frühstück ist Reste essen angesagt, was in unserem Fall ein großes abwechslungsreiches Mahl bedeutet. Danach gilt es unser ganzes Gerümpel wieder in unseren 3 Gepäckstücken zu verteilen. Irgendwie geht das zu Hause immer einfacher. Das Campingequipment aufräumen, den Wagen ausfegen und noch einiges mehr steht auf dem Programm, aber dann sieht der Wagen bis auf den festgetrockneten Schlamm (außen) und den Staub (innen) fast wieder so aus, wie bei der Übergabe.
Kurz nach Mittag brechen wir auf. Trotz bestem Asphalt sind wir sehr langsam unterwegs. Wir haben es nicht eilig, nach Arusha zu kommen. Eigentlich wollen wir da gar nicht hin, wollen noch nicht zurück fliegen, genießen jeden Augenblick, der uns noch bleibt.
Aber es hilft alles nicht, um 16:00Uhr sind wir zurück bei 4x4 Adventure Safaris. Zu unserer Verwunderung ist niemand im Office. Wir telefonieren und erfahren, dass man uns erst morgen zurück erwartet. Tatsächlich stellen wir jetzt fest, dass in unseren Mietunterlagen der 14.01. als Rückgabetag eingetragen ist. Da hat es wohl im Laufe der Angebotsabstimmung einen Zahlendreher gegeben, den niemand bemerkt hat.
Wir müssen aber nur 10min. warten, dann ist das Office besetzt und wir können den Wagen übergeben. Wir haben Sunworld / 4x4 Adventure Safaris als sehr fairen Partner kennen und schätzen gelernt und werden auch diesmal nicht enttäuscht. Die Schrammen durch den Highlift stellen kein Problem dar und den Betrag den wir für den Stoßdämpfer in der Serengeti ausgelegt haben bekommen wir sofort erstattet. Den Betrag für den durch den Zahlendreher zuviel bezahlten Tag haben wir innerhalb weniger Tage auf unserem Konto.
Inzwischen wurde auch ein Fahrer aus seinem sicherlich wohlverdientem Wochenende aufgescheucht und fährt uns zum Flughafen. Zur Dämmerung kommen wir dort an, checken schell ein, legen unser letztes Geld in einem Vogelbestimmungsbuch und einem Kochbuch zur Swahiliküche an und schlagen dann die Zeit in der Flughafen-Bar tot.
Pünktlich starten wir und der angenehme Flug vergeht mit schlafen und Video aus dem sehr umfangreichen Entertainment-System an Bord.
Um 8:00Uhr landen wir in Hannover und um 10:00Uhr sitze ich im Büro. Der Alltag hat mich wieder, auch wenn ich in Gedanken noch in Afrika bin.
Ich hoffe, Euch hat dieser kleine Einblick in unsere Tansania-Reise gefallen. Ich habe mich jedenfalls sehr über jeden Leser gefreut.
Jetzt heißt es für Kathrin und mich, in die Detailplanung zu unserer nächsten Afrikareise einzusteigen. Das ist gar nicht mehr so lange hin, nicht einmal mehr ganze 5 Monate. In dem Zusammenhang werde ich sicherlich auch wieder das geballte Wissen des Forums anzapfen und mich dafür dann mit einem weiteren Reisebericht bedanken.
Hallo Topobär, vielen Dank für diesen wunderbaren Bericht! Von so einer Reise sind wir glaube ich noch weit entfernt, wir versuchen uns nun erst einmal als Camping-Anfänger in Botswana (ich glaube zur gleichen Zeit wie Ihr - vielleicht trifft man sich ja irgendwo 🙂 ). Aber was nicht ist, kann ja dann noch werden 🤩 Ich habe sehr gerne mitgelesen und finde es schade, dass es nicht mehr weitergeht - so wie Ihr am liebsten nicht in den Flieger gestiegen wärt 🙁 LG Alexa