Tag 13: Wo ist denn unser Häuschen und wie kommen wir rein?
Oben: Tschüss Zimmer 'Nadia', warst ein Schönes! (Übrigens auch nach unserer Abreise noch, wir haben nichts zerstört...)Heute heissts packen für die Fahrt in Richtung Fortuna!
Dann frühstücken, bezahlen und ab geht die Post!
Wir beschliessen einfach mal zu fahren und zu schauen um welche Zeit wir wo sind, um eventuell noch in den Braulio Carrillo
Nationalpark zu gehen, denn die reine Fahrzeit ist heute nicht so lang weil wohl alles auf Teerstrassen ist.
Oben: Die Katze des Hauses mach uns auch noch ihre Aufwartung zur Verabschiedung.
Oben: Das immer wieder mal im Garten rumhopsende Aguti nimmt sich ebenfalls ein Frühstück!
Oben: Und es verabschiedet sich damit auch von uns. Nett!Nach dem Frühstück fahren wir um 08:29 Uhr gemütlich los und kommen gut voran, auch weil uns heute keine Hunde vors Auto hüpfen...
Wir fahren an so berühmten Orten wie Liverpool, Bristol, Cairo, Florida und sogar Germania und Mercedes vorbei...sowie África!
Wie klein doch die Welt ist...
Schon bald sind wir an der Kreuzung wo wir zum Ziel nach rechts und zum Braulio Carrillo geradeaus müssten.
Da ich zu dem Zeitpunkt keine Lust habe am Lenkrad zu drehen und weil wir sehr gut in der Zeit sind fahren wir also geradeaus
in Richtung des Nationalparks.
Trotz Regens...
Wir fahren um 10:44 Uhr auf den Parkplatz des Nationalparks und wie jedes Mal werden uns die Abläufe mit dem Parkieren, dem Buchen von Aktivitäten, dem Transport zum Startpunkt der Seilbahn beziehungsweise zur Rangerzentrale usw. erklärt, auch wenn wir das ja schon kennen.
Und das auch gesagt haben.
Aber egal, es ist sein Job und er macht ihn gut.
Er zeigt uns natürlich auch das Schild mit der Karte des Parks.
Oben: Karte des Braullio Carrillo Nationalparks, inklusive der vielen ZIP-Lines und anderer Touri-Aktivitäten.Schon bald steigen wir in den Shuttlebus und fahren zum Autowendepunkt, wo wir am nächsten Schalter noch erklären müssen dass wir nur ins Restaurant wollen.
Keine Seilbahn, kein ZIP-Lining, nur Restaurant.
OK, beim Gang zum Restaurant schauen wir uns den Souveniershop genau an, auch die horrenden Preise.
Und gehen ohne etwas zu kaufen ins Restaurant, wo nebst uns noch zwei Personen sind.
Der grossen Kamera nach sind sie auch Touristen auf der Jagt nach dem Wildlife von Costa Rica...das jedoch zeigt sich im Regen
nicht wirklich.
Wir bestellen und je eine heisse Schokolade, denn es ist recht kühl, geschätzt so um die 15°C.
Zum draussen unter Dach sitzen nicht sonderlich warm.
Nebst Pflanzen und Regentropfen ist hier jedoch nicht viel Interessantes zu sehen, nicht mal ein Jaguar taucht auf.
Oben und unten: Nein, das ist kein Jaguar, das sind Pflanzen und Regentropfen...
Und so besteigen wir bald mal wieder den Shuttle zum Parkplatz, wo wir noch kurz Toiletten checken und um Punkt 12:00 Uhr abfahren.
Die Strecke ist zwar lang, doch nebst einigen langsamen Lastwagen lange Zeit ohne Probleme zu bewältigen.
Sie führt uns wieder durch die halbe Welt, vorbei an Nazareth, Buenos Aires, San Francisco und San Jose, das aber nicht die
Hauptstadt von Costa Rica und auch keine Stadt in den USA ist.
Natürlich tanken wir diesmal lange bevor unser Benzin knapp werden könnte, dafür sorgt schon jemand auf dem Beifahrersitz, ohne dass ich hier darauf eingehen möchte wer das sein könnte...nur so viel: Ich bins nicht...
Bald darauf müssen wir links abbiegen und nun beginnen die Schlagloch- und Schotterstrassen...
Das Vertrauen meiner Freundin in mein Navi ist so gross dass sie nebenher mit Google Maps mitnavigiert...
Irgendwann kommen wir am Arsch der Welt an und müssen dort nach rechts abbiegen, auf eine üble Piste über eine Wiese und dann steil und rutschig und eng in ein Tal hinab, das dürfte dann wohl die Arschritze der Welt sein.
Zum Glück an den schlimmsten Stellen mit teilweisem Betonbelag.
Kaum unten angekommen gehts schon wieder steil nach oben und plötzlich stehen wir auf einer Wiese mit Autounterstand!
Es ist 14:09 Uhr und hier ist niemand ausser uns!
Und ich meine nicht nur keine anderen Gäste, auch kein Personal, keine Rezeption, kein Internet und kein Telefonempfang!
Aber beim aufs Handy schauen bemerke ich dass im Booking.com eine Nachricht reingekommen sein muss.
Die wurde offenbar während der Fahrt geladen und so kann ich sie lesen obwohl ich keinen Empfang habe.
Wir sollen also die Unterkunft per Paypal auf ein Konto bezahlen, auf das ich per Link zugreifen kann...
Danach würde ich erfahren wie ich in unser Häuschen komme und wie das Passwort des W-Lans ist.
Na toll, da wird der Bock zum Gärtner!
Ohne Internet kann ich nicht bezahlen also bekomm ich kein Internet...
Und überhaupt, welcher Mensch mit Hirn bezahlt einfach so auf ein unbekannten Konto...ich nicht!
Abgeschickt wurde die Nachricht auch erst kurz vor 14:00 Uhr, daran zu denken das am Tag vorher zu senden ist wohl zu viel verlangt!
Die checken offenbar nicht dass man hier unten keinen Empfang hat!
Und sowieso hat nicht jeder Tourist Internetempfang während der Reise!
Wir sind hier offenbar bei Schlaumeiern gelandet...und niemand ist hier!
Wir gehen auf dem Areal herum um eine Rezeption oder wenigstens ein sprechendes Lebewesen zu finden, selbst mit einem Papagei
wären wir da wohl schon zufrieden gewesen, aber wir sind allein.
ALLEIN!
Wir beschliessen wieder zur Strasse zu fahren und jemanden zu fragen, da kommt ein Auto über den Platz gefahren!
Haleluja!
Doch er ignoriert uns...
IDIOT!
Nach kurzer Zeit kommt er aber wieder zurück und ist hüpfe ihm fast vors Auto, so dass er fast anhalten muss.
Ich frag ihn ob er englisch spricht und er antwortet dass er nur spanisch spreche.
Na toll....aber irgendwie schaffen wir es ihn zu fragen ob er zur Unterkunft gehöre, was er bejaht.
Dann schaffen wir es irgendwie mit Händen, Füssen und Internetlosem Handy zu erklären dass wir hier nicht wissen wo wir
hin sollen, dass wir nicht bezahlen können, dass wir kein Handynetz haben usw.
Er aber hat Handynetz und ruft irgendwo jemanden an die englisch spricht, dann gibt er mir sein Telefon.
Nett!
Nur spricht die Dame nur englisch, zuhören jedoch ist nicht ihre Stärke...ich versuchs mehrfach zu erklären, sie schwafelt immer
wieder dasselbe was wir eh schon wissen, aber erst als ich laut werde hört sie endlich mal zu und realisiert dass wir ohne Internet
keine Zahlung im Internet machen können.
Sie verspricht uns einen neuen Link zu senden, was uns aber auch nichts nützt, da wir diesen auch nicht öffnen können, weil: kein Internet!
Am Schluss des längeren Gespräches sagt sie uns dass wir ja morgen bei einem anderen Hotel bezahlen können und nennt uns den Namen 'Arenal Palms Hot Springs Hotel' und gibt mir den Code fürs elektrische Türschloss...
Nun fehlt nur noch das Hüttchen, denn wo das ist haben wir bisher auch noch nicht herausgefunden!
Zum Glück kann uns der Telefon-Helfer zeigen wo wir suchen sollen, und tatsächlich, ganz zuoberst hinter den Büschen ist ein klein
wenig des Dachspitzes eines Hüttchens zu erkennen!
Halleluja, wir müssen nicht im Freien schlafen!
So gehen wir rauf und tatsächlich finden wir auch den zum Dachspitz gehörenden Rest des Hüttchens!
OK, ein Baumhaus wie wir es uns aufgrund der Fotos und der Beschreibung vorgestellt haben ist es nicht, aber sieh selbst:
Oben: Blick vom Zimmer auf den kleinen Pool. Die Beschriftung ist nur vom Zimmer oder seiner Terrasse her zu sehen...
Oben: Blick von der Eingangstüre ins grosse, sehr hohe Zimmer, das man nach steilen Steigungen und einer Treppe erreicht.
Oben: Die Nasszelle
Oben: Das Zimmer von der Nasszelle aus gesehen. Links wäre noch ein Schrank mit Kühlschrank, Kaffeemaschine und Mikrowellenherd.
Oben: Hier sieht man sogar einen Teil des herdlosen Küchenblockes.
Oben: Hier also ist unser Hüttchen im Bild...im Ernst, das da ist die Ansicht unseres Hüttchens von da wo man herkommt!
Wie soll man das ohne Schilder und Leute vor Ort und ohne Internet weil ohne Handyempfang finden???Nachdem wir das Häuschen bezogen haben suchen wir den Weg nach La Fortuna, denn irgendwo müssen wir ja was zu Abend essen.
Und in einer Stadt ist die Chance auf ein Restaurant grösser als im Dschungel...denken zumindest wir.
Also mit dem Auto wieder ins Tal runter und die steile Strecke mit den zwei Betonpassagen rauf, über die Wiese und die Schlaglochpiste und schon wissen wir nicht mehr wohin, also in die Richtung, aus der wir gekommen sind.
Bald wissen wir aber nicht mehr woher wir gekommen sind und darum heissts: Navi einschalten.
Es führt uns tatsächlich nach La Fortuna!
Die Stadt ist schon aus dem Auto heraus gesehen stressig, also parkieren und zu Fuss lostigern.
Souveniershops, Tourirestaurants, hektische Menschenmassen...das kann ich verkraften wenn die Stadt schön oder zumindest interessant ist!
La Fortuna ist aber nur Stadt, nicht schön, nicht interessant.
Meine Freundin merkt mir an dass ich mich sehr unwohl fühle, ich bin zu wenig Lügner um so was verbergen zu können.
Bald schaffen wirs uns für ein Restaurant zu entscheiden, Platz hats aber nur an der Bar, der Rest ist reserviert.
Na dann essen wir halt an der Bar...
Oben: Mein Abendessen in der nervigen Stadt La Fortuna...nicht meine Welt!Nach dem Essen noch einen Kaffee und dann fahren wir wieder zurück zu unserem Häuschen im Busch.
Diesmal von Anfang an gemäss dem Navi, und so sind wir in fast schlaglochlosen 22 Minuten schon dort, während wir auf dem Hinweg 34 Minuten gebraucht und gefühlt 173'869 Schlaglöcher umfahren haben.
Dort angekommen gehen wir noch kurz auf die Terrasse und hören zu ob wir was Urwaldmässiges hören, doch es bleibt, von einigen
Quakern abgesehen, unerhört.
Also gehen wir ins Bett.
Buenas Noches!