fahrinurlaubThemenstarter391 Beiträge · seit 200803. Dez. 2025 · #1
Hallo,
wir sind wieder zurück aus Nord-Madagaskar und Kairo.
Vor einiger Zeit bin ich hier im Forum auf zwei Reiseberichte von Annick und yvy gestolpert und war sehr angetan davon. So planten wir dann im März 2025 eine entsprechend ähnliche Reise für November. Wir waren 2007 das erste Mal auf Mada und hatten dort vor allem die Hauptinsel, Ille Sainte Marie und den Süden bereist. Interessant fand ich, dass Ethiopian direkt nach Nosy Be fliegt und so ein Umsteigen in Antanarivo nicht notwendig ist. Von Kairo gab es dann im März mit Ethiopian ein unschlagbares Angebot für etwas mehr als 1.000 EUR in der Business nach Nosy Be… und da wir im November eh das neue Grand Egyptian Museum in Kairo besuchen wollten, schlugen wir zu.
Leider gab es einige Wochen vor unserer Abreise Unruhen auf Madagaskar, hauptsächlich in der Hauptstadt und den größeren Städten, teilweise wurden Flüge abgesagt. Auf Nosy Be schien alles sicher zu sein und zum Glück beruhigte sich die Lage kurz vor dem Abflug. Wir haben auch Touristen getroffen, die während der Unruhen unterwegs waren. Scheint alles bis auf die Hauptstadt und ausfallenden Flügen, kein Problem gewesen zu sein.
Uns hat die kleine Rundreise super gefallen. Nosy Be ist im Süden recht touristisch aber der Norden und Nosy Komba immer noch sehr abgeschieden und ruhig. Auf der Hauptinsel war zum Teil nichts los… uns wurde gesagt, viele hätten wohl storniert. Da Anfang der Regenzeit, waren die Temperaturen extrem heiß… Tags ca. 33C, Nachts ca. 25C (wir hatten 1x ein Aircon-Zimmer). Aber wir lieben es warm. Nur Nachts gab es gelegentlich starke Gewitter mit heftigen Regen.
Wir haben ein super Taxi-Unternehmen gefunden, dass uns von Ankify über die verschiedenen Nationalparks nach Diego Suarez fuhr und wieder zurück. Unser Fahrer sprach etwas Englisch. Wir überhaupt kein Französisch aber das war kein Problem. Wir sind gut zurecht gekommen.
Ich muss erst noch die Fotos sortieren und bearbeiten und berichte dann weiter. Vielen Dank an Annick und yvy für die Tipps.
Schon mal einige Bilder zum Einstimmen.
Komba on the Rocks, Nosy Komba
Long Beach auf Nosy Be
Überfall der Mohrenmakis
Traumhaft, weißer Sand und türkisfarbiges Meer Nosy Iranya
Freundliche Madagassen, hier ein kleiner Laden bei den grauen Tsingys
Strand bei Ramena, Diego Suarez
Das Smaragdmeer schillert in verschiedenen Türkistönen
Wanderung in Montagne d'Ambre NP
Die rote Tsingys aus Sandstein
Die grauen Tsingys aus Kalkstein im Ankarana NP
Es war sehr heiß im November. Markt in Diego Suarez
Der wunderschöne Ramena Strand im Abendlicht
Garden City in Kairo. Glanz und Verfall nebeneinander
H.Badger1'822 Beiträge · seit 201603. Dez. 2025 · #2
Hallo Ulrich, ich freue mich sehr über bzw. auf deinen Bericht und Fotos, die Lust auf eine Reise machen. Madagaskar steht bei uns ganz oben auf der Reiseliste. Lieber Gruß Sascha
Enilorac65768 Beiträge · seit 201703. Dez. 2025 · #3
Hallo Ulrich, da bin ich sehr gerne mit dabei! Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
ANNICK8'054 Beiträge · seit 200803. Dez. 2025 · #4
Guten Abend Ulrich,
Schön von dir zu hören!
Danke dass du an uns gedacht hast.
Deine Bilder sind echt der Hammer. Ich freue mich schon auf mehr.
Hallo Ulrich, da wir für das nächste Jahr noch gar keine Idee haben, wo es für uns hingehen soll, freue ich mich, Dich auf Eurer Reise zu begleiten und mich inspirieren zu lassen! Viele Grüße Elke
Ich freue mich, dass es trotz der Unruhen alles gut geklappt hat. Bei deinen Fotos werden direkt Erinnerungen wach. Ich wäre sehr interessiert an Kontakten für die Transfers. Wäre es eine Option ab Diego Suarez zurück zu fliegen?
fahrinurlaubThemenstarter391 Beiträge · seit 200804. Dez. 2025 · #7
yp-travel-photography schrieb:Ich freue mich, dass es trotz der Unruhen alles gut geklappt hat. Bei deinen Fotos werden direkt Erinnerungen wach. Ich wäre sehr interessiert an Kontakten für die Transfers. Wäre es eine Option ab Diego Suarez zurück zu fliegen?
Liebe Gruesse yvy
Die RN6 nach Diego Suarez ist bis auf einige km Gravel Road und den zwei eingestürzten Brücken (Taifun-Schaden) komplett asphaltiert. Nur der sehr kurze Abzweig von Ankify zur RN6 ist im schlechten Zustand. Die Fahrt dauert jetzt nonstop 4,5 Std.
Wir waren sehr zufrieden mit dem Taxiunternehmen Nazia Location 4x4 in Diego. Wir hatten einen netten Fahrer (Mr. Saide) der etwas Englisch sprach und exzellenten Geländewagen, alles dazu recht kostengünstig. Wir haben Paulette von Nazia vorab unsere geplante Route mit Hotelbuchungen geschickt. Keine Anzahlung notwendig und bezahlt haben wir vor Ort im Office in Diego, am besten in Ariary, da schlechter Kurs in Euro. Eintritt und englischsprachige Guides in den NP waren inklusive und auch die Pirogentour mit Essen am Smaragdmeer. Zusätzliche Kosten also nur Trinkgelder für Guides und Fahrer. Bei Interesse kann ich dir die Rechnung per PM zuschicken. Wir hatten noch weitere Taxiunternehmen kontaktiert aber Paulette von Nazia meldete sich immer sofort und war sehr hilfsbereit bei Fragen.
fahrinurlaubThemenstarter391 Beiträge · seit 200804. Dez. 2025 · #8
Wegen der günstigen Business-Class (CAI – Nosy Be) mussten wir zwei separate Tickets buchen … Economy mit Egyptair von BER nach Kairo und dann mit Business Ethiopian über Addis Abeba nach Nosy Be. So hatten wir 6 Stunden Aufenthalt in Kairo, das Gepäck konnten wir allerdings durchchecken. Die Lounges in CAI sind nicht wirklich gemütlich und so schauten uns dann im TV die Eröffnung des neuen Grand Egyptian Museums in Giza an.
Die Ankunft auf Nosy Be ist sehr speziell… um es freundlich auszudrücken. Wir bekamen sehr schnell mit, dass ohne Schmiergeld hier nix läuft. Nachdem wir einer Dame fürs Visa und dem Grenzbeamten für den Stempel jeweils 10 EUR in die Hand gedrückt hatten, waren wir schnell durch und unser Kleingeld weg. Das gleiche Prozedere läuft dann wieder auf dem Rückflug… aber darüber später.
Wir hatten 5 Nächte im Komba on the Rocks auf der kleinen Nosy Komba gebucht. Die Unterkunft wird von einem südafrikanischen Paar geleitet und gefiel uns super. Unser Bungalow lag direkt am Wasser. Isaak und seine Frau betreiben es wie ein B&B, und kümmern sich rührend um ihre Gäste, Frühstück und Essen sind super. Den ersten Tag ging's zu den Mohrenmakis und anderen Tieren in einem kleinem Park im Hauptort von Nosy Komba. Hier sollte man sehr früh starten, da ab 9 Uhr die Touren aus Nosy Be kommen. Die Tiere leben nicht mehr ganz artgerecht und sind sehr zutraulich. Leider hatte ich am zweiten Tag Magen/Darm mit leichtem Fieber und konnte so nicht an der gebuchten Schnorcheltour nach Nosy Tanikely teilnehmen. Die anderen Tage machten wir eine Boots- und Schnorcheltour um die Insel und den letzten Tag wanderten wir ca. 4,5 km auf eigene Faust bei Ebbe von Komba on the Rocks zu einer Traumbucht bei Antrema, ganz im Süden der Insel. Wir wollten eigentlich Lunch bei der Luxusunterkunft Tsara Komba einnehmen, aber die reagierten nicht und so blieb es bei einem Getränk auf ihrer wunderschönen Terrasse. Da wir in der abgeschiedenen kleinen Traumbucht (ca zwei oder drei Buchten nach der Luxusunterkunft) sehr lange geschwommen und auch noch eingeschlafen sind, ließen wir uns von Isaak bei der Tsara Komba Lodge abgeholen.
Unser Bungalow im Komba on the Rocks
Die Unterkunft gibt es seit ca. 5 Jahren
Der Strand ist mit Steinen von der Insel (zum Teil von den Bauarbeiten) aufgeschüttet und der Garten sehr schön angelegt.
Ein freundlich lächelnder Taggecko in der Unterkunft
fahrinurlaubThemenstarter391 Beiträge · seit 200808. Dez. 2025 · #10
Dann startete unsere kleine 8-tägige Rundfahrt vom Hafenort Ankify nach Diego Suarez. Ich hatte im Internet ein Taxiunternehmen gefunden, welches mir ganz zuverlässig erschien, keine Anzahlung wollte und sehr schnell auf alle Fragen antwortete. Wie schon geschrieben, war der Geländewagen im sehr guten Zustand und unser Fahrer Saide sprach sogar etwas Englisch. Unsere erste Station sollte das Iharana Bush Camp in der Nähe vom Ankarana NP sein. Das Camp hat 'eigene' graue Tsingys und die Wege sind mit Leitern, Seilen und Zipling gut gewartet. Ein Teil des Geldes geht in die nahe Dorfgemeinschaft, fast alle Angestellten sind aus dem Dorf. Vielleicht kann man deshalb den Bungalow nicht abschließen. Dafür gibt es aber einen Safe, den man aber mitsamt des Schränkchen einfach raustragen kann. Die Aussicht vom Bungalow auf den See und die grauen Tsingys ist wunderschön und auch die gesamte Anlage (französisch, kubanische Besitzer) sehr stylisch eingerichtet. Leider war der See etwas ausgetrocknet, da Ende der Trockenzeit und bisher wenig regnete. Der Pool wurde zum kleinen Teich umfunktioniert, angeblich hat ein Taifun ihn zerstört. Die Bungalows sind, wie Annick schrieb, sehr rustikal und alles offen, da läuft schon mal ein Mäuschen oder Frosch durchs Zimmer. Uns gefiel's. Sämtliche Aktivitäten sind im Preis inklusive und wir buchten gleich verschiedene Touren für die zwei Tage. Gut besucht war die Anlage nicht. Außer uns waren noch zwei Bungalows besetzt. Wie schon geschrieben, außerhalb von Nosy Be war es sehr ruhig. Haben doch viele ihre Rundreisen storniert, wegen der Unruhen im Oktober
Unser Geländewagen
Eine der zwei zerstörten Brücken
Alles licht- und winddurchflutet, mit einem guten Moskitonetz
Restaurant und andere Aufenthaltsräume
Die Hütten von außen
Der Ausblick vom Bungalow auf den See und die Tsingys
fahrinurlaubThemenstarter391 Beiträge · seit 200809. Dez. 2025 · #11
Während der Mittagszeit war es ein bisschen zu heiß (ca. 34 C) , um irgendetwas zu unternehmen. Aber ab 15:00 Uhr startete dann unsere Tsingy Wanderung zum Belvedere und zur Chamäleon Grotte. Wir hatten wieder einen englischsprachigen Guide mit sehr viel Humor, er konnte sich köstlich über die Eigenarten der unterschiedlichen Touristen (Amerikaner, Italiener etc) amüsieren und sie perfekt imitieren. Außer uns war kein weiterer Mensch unterwegs… wahrscheinlich war es den den anderen zwei Paaren zu heiß. Unterwegs begegneten wir gleich zu Anfang eine Gruppe Kronenmakis (Eulemur coronatus), auf dem Weg zum See um dort zu trinken. Ein Maki aus der Gruppe war recht neugierig, während sich die anderen im gebührenden Abstand hielten. Es war eine Freude die Tiere eine Zeit lang zu beobachten.
Wir kletterten weiter zum Belvedere. Die Aussicht auf die Tsingys und Landschaft ist einfach zauberhaft. Die Sonne senkte sich schon und so machten wir uns auf dem Weg in die Grotte, wo es sehr angenehm kühl war. Als wir die Grotte verließen, flogen einige Greifvögel immer wieder Scheinangriffe auf uns, um ihre Nester zu schützen. Knapp vorm Sonnenuntergang erreichten wir das Camp. Das Abendessen war köstlich.
Für den nächsten Tag hatten wir am Morgen die Azala Tour gebucht. Kurz vor dem Dinner wurde die Tour aber vom Management abgesagt. Man sagte uns, dass die Kletterseile nicht mehr sicher wären und gewartet werden müssten. Die Tour liegt außerhalb ihres Gebiets und sie könnten für die Sicherheit nicht garantieren. Als Alternative bot man uns die Ziplining Tour in 'ihrem' Tsingys an. Wir waren einverstanden.
Die Tsingy Tour startete bei über 30C, aber für uns kein Problem
Die Kronenmakis waren schon auf dem Weg zum See um zu trinken, erklärte uns unser Guide
danke für Deine wunderbaren Eindrücke aus dem Norden von Madagaskar! Besonders die Tsingy- Tour fand ich landschaftlich sehr beeindruckend. Aber natürlich auch die besondere Tierwelt. Mit Madagaskar als Reiseziel liebäugle ich auch schon länger und hoffe, dass es sich in den nächsten Jahren realisieren lässt. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Danke fürs Berichten!
Super wie du die Unterkunft und den Ausflug zeigst. Jetzt kann ich mir alles gut vorstellen. Scheint machbar zu sein 🙂. Der Ausblick auf die Tsingys ist wirklich toll! Ob das mit den Seilen eine Ausrede war? Aber Sicherheit geht vor. Bin auf die Zippline gespannt ...
fahrinurlaubThemenstarter391 Beiträge · seit 200810. Dez. 2025 · #14
Ich denke nicht. Am Anfang waren wir etwas skeptisch, ob die Stahlseile und Befestigungen fürs Ziplining dort entsprechend gewartet werden und wir buchten deshalb die Azala Tour. Aber bei der ersten Tsingy Tour fiel uns auf, wie gut Stahlleitern, die Stufen in den spitzkantigen Tsingys, Halteseile etc. dort angebracht waren.
fahrinurlaubThemenstarter391 Beiträge · seit 200810. Dez. 2025 · #15
Direkt nach dem Frühstück startete unsere Ziplining Tour. Unser Guide (der gleiche vom Vortag) hatte diesmal noch einen Assistenten dabei. Wir brauchten eigentlich nichts tragen, außer unser Handy und Kamera. Wasser und Proviant trug unser Guide und der zweite Mann die Ausrüstung. Zu Anfang wanderten wir den gleichen Weg wie am Vortag. In den Bergen schlugen wir dann eine andere Richtung ein. Insgesamt gab es drei Ziplining Strecken,… 2x ca. 60 M und 1x ca. 100 M. Nicht so lang, aber es war das erste Mal, dass wir Ziplining machten und uns war schon etwas mulmig. Denn die spitzen Steine wollten wir auf keinen Fall mit den Beinen streifen und schon gar nicht drauf fallen. Aber wenn man erstmal unterwegs ist, gibts kein zurück. Kurz vorm Start bekamen wir Helme verpasst und Gurte mit Karabinern umgeschnallt. Die Einweisung bestand darin, während des 'Flugs' die Beine anzuwinkeln (etwas Abstand zu den Steinen war dann schon 😮 ) und der Assistent bremst uns dann beim Anflug ab. Hat jedenfalls alles super geklappt und Spaß gemacht. Zum Lunch waren wir wieder in der Unterkunft und ruhten uns in der Mittagshitze etwas aus, machten ein Nickerchen und genossen den Ausblick von der Terrasse.
Am Nachmittag 15 Uhr stand die Mandresy Hölle auf dem Programm. Nach einem Spaziergang, vorbei an kleinen Ansiedlungen, erreichten wir das Office an der Höhle. Angeschlossen ist hier auch ein Campsite, der im Juli/August genutzt wird. Unser Guide bezahlte den Eintritt und wir bekamen Stirnlampen verpasst. Eine Frau vom Office begleitete uns durch die Höhle. Mandresy Cave ist schon gewaltig… riesige Schwärme von Fledermäusen flogen umher, in Wassertümpeln schwammen blinde Höhlenfische, Spinnen beschützten ihre Nester usw. Auch diente sie als Versteck in verschiedenen Kriegen. Man sieht noch gebrochenes Geschirr. Nach 2 Stunden erreichten wir den Ausgang und die Wolken am Himmel sahen bedrohlich nach Gewitter aus. Zum Glück erreichten wir trocken das Camp. Das Abendessen war wieder lecker und eine italienische Familie war angereist.
Vielen Dank Annick für diesen Tipp mit dem Iharana Camp. Es hat uns sehr gut gefallen.
Auf dem Weg in die Berge begegneten wir noch diesem Pantherchamäleon
fahrinurlaubThemenstarter391 Beiträge · seit 200810. Dez. 2025 · #16
Noch drei Fotos vom Iharana Bush Camp… die Eingangstür zu unserem Bungalow, in unserer sauberen Toilettenschüssel nächtigten Frösche. Auch die Aufenthaltsräume gefielen uns sehr.
Das Konzept, der Einbeziehung der lokalen Bevölkerung scheint hier zu funktionieren. Wir haben uns sicher gefühlt. Anders war es 2007 im Le Crique (mittlerweile geschlossen) auf Sainte Marie. Die Hütte waren auch nicht richtig gesichert und in unserem Nachbarbungalow wurde damals eingebrochen.
fahrinurlaubThemenstarter391 Beiträge · seit 200811. Dez. 2025 · #17
Am nächsten Tag verließen wir das Iharana Bush Camp sehr früh. Wir fuhren direkt zum Ankarana NP, um dort eine Wanderung (geplant waren 3,5 bis 4 Std.) zu unternehmen. Die Tsingys in Ankarana sind im Unterschied zu denen in Iharana ebenerdig. Am Eingang wartete schon ein sehr gut englisch sprechender Guide mit einer Auszubildenden auf uns. Die Wanderung verlief vorbei am Lost River (La Perte de Rivière), einem ausgetrocknetem Flussbett mit riesiger Senkgrube. Wir wanderten recht lange durch lichten Wald, entdeckten schlafende nachtaktive Lemuren in Astgabeln und unser Guide sogar einen perfekt getarnten Henkel Plattschwanzgecko. Nach ca 1,5 Std erreichten wir die Aussichtsplattform auf die Tsingys. Eigentlich wollten wir noch zu der Hängebrücke, aber da wir heute noch die Roten Tsingys besuchen wollten, entschieden wir uns vorzeitig für den Rückweg. Über die gutausgebaute RN6 und einer staubigen 15km Sandpiste erreichten wir dann die Roten Tsingys. In einem kleinem Lokal in einer staubigen Ansiedlung bestellten wir das Mittagessen für nach der Besichtigung… Reis mit frisch gegrilltem Zebufleisch. In der Tsingy-Schlucht waren wir wieder die einzigen Besucher, vielleicht weil es schon etwas später war. Unser Fahrer organisierte noch einen kleinen Jungen, der uns den Weg in die Schlucht zeigte. Die Roten Tsingys bestehen im Unterschied zu den Grauen Tsingys aus Sandstein und sind viel fragiler als die scharfen Kalksteinfelsen der Grauen. Wir waren recht schnell wieder zurück und nahmen unser vorbestellten Lunch zwischen hungrigen herumlaufenden Truthähnen und Hühnern ein, die immer wieder auf ein Reiskorn warteten. Danach fuhr unser Fahrer noch zu einigen Aussichtspunkten an zwei weiteren Schluchten. Teilweise ändert sich die Farbigkeit der Tsingys ins Orange-Gelbe. Hinunter wandern war nicht erlaubt. Schon recht spät erreichten wir unsere nächste Unterkunft, die Nature Lodge. Wir hatten Bungalow 8 mit wunderbarem Ausblick auf die Berge. Da recht hoch gelegen wurde es Abends angenehm kühl. Auch hier fehlten Gäste… zum Abendessen waren nur 2 bis 3 weitere Paare anwesend.
Die Senkgrube vom Lost River im Ankarana NP
Schlafender nachtaktiver Lemur in einer Astgabel
Henkels Plattschwanzgecko. Unglaublich wie unser Guide den entdeckte.
Die Ankarana Tsingys sind ebenerdig
Anfang der Regenzeit. Zaghaft sprießen die grünen Pflanzen
Die Schlucht der Roten Tsingys
Er zeigte uns den Weg, aber den hätten wir auch so gefunden.
Aussichtspunkte auf weitere Tsingy-Schluchten, hier änderte sich die Farbigkeit
fahrinurlaubThemenstarter391 Beiträge · seit 200812. Dez. 2025 · #18
Wir frühstückten draußen auf der Restaurantterrasse und beobachteten dabei die zankenden Taggeckos auf dem Gelände. Am Vormittag wollten wir im Montagne d'Ambre National Park wandern. Direkt nach dem Frühstück fuhren wir los und gabelten unterwegs in Joffreville den Guide für den Park auf. Wie schon geschrieben wurde Eintritt zu den Nationalparks und Guide (immer Englisch sprachig) vom Taxiunternehmen vorab bezahlt. Wir spazierten gemütlich zur Cascade Antakarana und der Cascade Sacre. Unterwegs scharte unser Guide immer wieder am Boden im Laub großer Bäume herum… und siehe da, er fand ein Brookesia Minima. Mittlerweile leider nur noch das drittkleinste Chamäleon, nachdem in den letzten Jahren noch zwei kleinere entdeckt wurden. Ich hatte kein Makro-Objektiv dabei und die Aufnahme ist entsprechend schlecht. Wir sahen noch weitere Chamäleons… unter anderem ein Elefantenohr Chamäleon und ein Calumma mit ihrem lustigen Nasenvortsätzen. Auch eine Gruppe von Sanford Lemuren begegneten wir. Die Wanderung war insgesamt recht kurz und zog sich aber wegen der Tierbeobachtungen in die Länge. Den Nachmittag verbrachten wir auf unserer Terrasse in der Nature Lodge.
Am nächsten Morgen stand eine weitere Wanderung im NP auf dem Programm. Wir hatten darum gebeten, diesmal ein anderes Gebiet im Park zu besichtigen und auch längere Strecke zu wandern. Anscheinend war das nicht möglich. Wir spazierten – zwar auf etwas anderen Wegen – wieder in dem gleichen Gebiet wie am Vortag. Unser Guide versuchte mit Vogelgezwitscher aus seinem Handy, die Vögel heranzulocken. Was ihm auch recht gut gelang, vor allem Paradiesschnäpper flogen umher. Etwas enttäuscht vom zweiten Aufenthalt waren wir dann doch. Unserer Meinung nach reicht eine Wanderung, da anscheinend die anderen Gebiete nicht so zugänglich sind. Von der Vegetation ist der Regenwald wunderschön, vor allem als Gegensatz zu den Tsingys.
Gegen Mittag fuhren wir nach Diego Suarez. Wir wollten noch Geld und Souvenirs (Vanille) besorgen und auch das Taxiunternehmen musste noch bezahlt werden.
fahrinurlaubThemenstarter391 Beiträge · seit 200815. Dez. 2025 · #19
Die Fahrt von Joffreville nach Diego Suarez/Antsiranana war kurz, um die Mittagszeit erreichten wir die Stadt. Da ich ein ausgesprochenen Faible für Lost Places habe, bitte ich den Fahrer zuerst zur Ruine vom Hotel des Marines zu fahren. Das ehemalige Luxushotel wurde 1984 von einem Zyklon zerstört. Leider ist die Ruine nur von außen zu besichtigen. Wir entdeckten noch weitere verfallene Gebäude im nördlichen Kolonialviertel. Während wir unser Lunch einnahmen, besuchte unser Fahrer seine Familie. Da das Taxiunternehmen Nazia Location zur Lunchzeit geschlossen war, bot sich ein Besuch des großen Marktes an. Ich liebe das Treiben auf Märkten, es finden sich immer wieder tolle Fotomotive. Es war wieder extrem heiß, ich machte einige Fotos und wir kauften Gewürze. Anschließend fuhren wir zum Taxiunternehmen, um die Rechnung zu begleichen. Da der Kurs für Euro sehr schlecht war, beschlossen wir die Summe in Ariary über ATM Automaten zu besorgen. Wir fuhren gefühlt sämtliche Geldautomaten in Diego an, viele Automaten funktionierten nicht oder die Abhebung klappte aus irgendeinem Grund nicht. Nach dem im Office alles bezahlt war fuhren wir nach Ramena zum Lakana Hotel und machten zum Sonnenuntergang einen wunderbaren Strandspaziergang.
Hotel des Marines… erbaut ca. 1920 im damals an der Cote d'Azur populären maurischen Stil
Die Flammenbäume in voller Blüte
… weitere verfallene Kolonialgebäude
hier fahren sie noch oft
Besuch des großen Marktes
noch einige Gewürze kaufen
Die Mittagshitze (ca. 35C) macht müde
Ein kleiner Spaziergang am Strand von Ramena
Der Sonnenuntergang nahte und wir beobachteten die Kids mit ihren selbstgebauten Pirogen
fahrinurlaubThemenstarter391 Beiträge · seit 200817. Dez. 2025 · #20
Am darauf folgenden Tag wollten wir am Vormittag zum Montagne des Français (450 M) wandern. Der Park ist nur ein Katzensprung vom Lakana Hotel entfernt. Am Eingang wartete schon ein Guide auf uns, diesmal eine junge Frau… 'Michelle'. Ein Teil der Strecke ist ein Pilgerweg, gesäumt von vielen Kreuzen. Außer uns war nur ein weiteres Paar unterwegs. Michelle meinte, viele hätten ihre Reise storniert und eigentlich sollte zu diesem Zeitpunkt auch die AIDA vor den Toren Diegos liegen. Da sie sehr gut Englisch spricht, arbeitet sie als Guide für die Kreuzfahrtteilnehmer. Sie war sehr unterhaltsam, lernte uns etwas Malagasy und berichtete von den Veränderungen im Land. Die Wanderung führt durch interessante Trockenwaldvegetation mit Sukkulenten wie Aloen und Dornengebüsch. Unterwegs stösst man auf einige Exemplare der schönen Baobabs, typisch für den Norden der Insel. Am Schluss muss man nur noch ca. 630 Stufen bewältigen und hat dann einen wunderbaren Blick auf die Bucht von Diego, der zweitgrößten nach Rio de Janeiro. Das Wahrzeichen von Diego ist übrigens auch ein kleiner Zuckerhut (Pain de Sucre) und fady (heilig/tabu) und darf nicht betreten werden, da dort ein König begraben liegt. Zum Mittagessen waren wir wieder zurück im Lakana.
Gegen 15 Uhr startete dann die abenteuerliche 4x4 Autofahrt zu den drei idyllischen Buchten 'Les trois Baies'. Der Strecke führt durch ein Militärgebiet und ist entweder extrem holprig oder total versandet. Zuerst geht es zum 'Baie des Dunes', dann weiter zur Bucht der Wildtauben 'Baie des Pigeons' und schliesslich gelangt man zur 'Baie de Sakalava'. Die letzte Bucht ist das ganze Jahr windig und daher ein bevorzugter Ort für Windsurfer, hier kann man auch übernachten. Die zwei ersten menschenleeren Buchten mit ihrem türkisfarbenen Wasser und feinem weißem Sand laden immer wieder zum Baden ein.
Trockene Vegetation und Baobabs auf dem Weg zum Montagne des Français
Der 'fady' Zuckerhut von Diego Suarez
Keine Blüten sondern Nymphen einer Flatida-Art. Werden später Schmetterlinge
Die ca. 630 Stufen zum Gipfel
Toller Ausblick auf die Bucht von Diego
La Baie des Dunes, die erste Bucht
Am Baie des Dunes… hier waren bestimmt Kanonen platziert