SangwaliThemenstarter316 Beiträge · seit 201721. Dez. 2024 ·
Champagner schrieb:ich lese hier auch mit Vergnügen mit 😉 und muss jetzt schnell zwischen zwei Blechen Lebkuchen reingrätschen: Das ist keine Gabelracke, sondern eine Spatelracke!
Wow, danke, Bele, und welcome on board. Da hätte ich mal etwas genauer hingucken müssen. Mir kamen die Schwanzfedern schon etwas seltsam vor... 😐 Übrigens ist jeder "Reingrätscher" willkommen, damit hast Du mir wieder eine weitere Erstsichtung beschert! 😄 VG Robert
SangwaliThemenstarter316 Beiträge · seit 201721. Dez. 2024 ·
Tag 7: Montag, 04.11.2024
Schönstes Wetter heute morgen, hier ein Blick auf die Schwemmebene von der Terrasse des Camps, einmal November 2024 und einmal Mai 2017. Was für ein Unterschied!
Heute wollten wir wieder durch die Riverfront, diesmal erst auf der Transitstrecke nach Kasane bzw. zum Sedudu-Gate. Direkt hinter dem Ngoma-Gate sahen wir zum ersten Mal auf einer unserer Reisen die märchenhaften Hornraben direkt neben der Straße herumpicken. Vögel wie aus einem Fantasy-Film. Wie schön!
Gegen halb 11 waren wir am Sedudu-Gate, wo nix los war (also fahrzeugtechnisch). Nach dem Gate dann die ersten Elefanten, die im Buschwerk nach Schatten suchten.
Vom Sedudu-Gate ging es nach einer Senke zunächst bergan bis zu einem Viewpoint, von dem aus man einen phantastischen Blick auf die Flussbiegung direkt bei Kasane hat.
Weiter ging es dann zunächst auf recht festem Tiefsand (in der Nacht hatte etwas geregnet) zur Uferpiste.
Hier sahen wir
Elefanten
Kudus
Impala
mehr Kudus und mehr Elefanten
einen schönen Pferdeantilopen-Bock
Bei Serondela haben wir dann eine kurze Pause gemacht. Leider wollte uns ein Pärchen mit ihrem eigenen top-ausgestatteten Camping-Rover (vermutlich Südafrikaner) keinen Anteil des Schattens unter einem großen Baum abgeben, denn sie brauchten viieeehl (1) Platz für ihren Camping-Tisch, der allerdings noch nicht stand, als wir dorthin fuhren. Nun ja, wir vertraten uns ein wenig die Beine, schauten zu, wie eine Meerkatze einer anderen Touristin einen grünen Apfel stahl und fuhren dann weiter, wieder an der Uferlinie entlang.
Dann kamen wir an die Stelle, wo wir am Vortag die beiden Löwinnen gesehen hatten. Und siehe da, die erste lag tiefenentspannt direkt neben der Piste:
Ganz in der Nähe einen großen, etwas zerzausten Giraffen-Bullen.
Draußen auf der Schwemmebene jagten einander die zahlreichen Staubteufel, die eindrucksvoll unterstrichen, wie trocken es abseits der verbliebenen Tümpel war.
So konzentrierten sich natürlich viele Tiere am Wasser, hier einmal drei schwarzgraue Dickhäuter-Arten auf einem Fleck:
Etwa 150 m hinter der ersten Löwin sahen wir dann ihre Schwester an exakt dem gleichen Busch, an dem wir beide am Vortag gesehen hatten.
Später dann als Erstsichtung für uns in Afrika einen auch hierzulande bekannten Greif:
Fischadler (Western Osprey)
Weiter ging es dann immer an der „Ufer“-Linie entlang mit Büffeln und Hippos
Nach der Rückkehr ins Camp dann das mittlerweile gewohnte 17:00 Uhr Savannah und noch ein paar Eindrücke von der Terrasse mit
Klaffschnabel und Graureiher
Vier (😊) Impala und zwei (😊) Kuhreiher
Morgen würden wir dann ein letztes Mal nach Botswana einreisen, wo wir zwei Nächte in der Thobolo´s Bush Lodge gebucht hatten.
SangwaliThemenstarter316 Beiträge · seit 201723. Dez. 2024 ·
Tag 8: Dienstag, 05.11.2024
Heute hatten wir wieder eine sehr kurze Etappe, nur 59 km, also wieder ein entschleunigter Tag. Bei der Planung der Tour hatte ich einen Abstecher zur Thobolo´s Bush Lodge eingebaut, um von dort aus endlich mal nach Savuti zu kommen, und sei es nur für einen Tagesausflug. Gerne hätten wir einmal mehr Zeit in der Region Savuti / Khwai / Xakanaxa verbracht, aber wenn man nicht campt und nicht gerade Investmentbanker ist, dann ist das unerschwinglich. Und selbst wenn man es sich leisten kann – wir würden es nicht wollen, die Preise sind jenseits von irgendwas. Schon die zwei Nächte Thobolo´s waren an der Schmerzgrenze. So machten wir uns dann nach dem Frühstück – wieder in aller Ruhe, denn nach Savuti würde es erst am nächsten Tag gehen – gen Katchikau und weiter zur Thobolo´s Bush Lodge auf:
Bis Katchikau auf Asphalt, danach noch weitere 14 km auf der bekannten Tiefsandpiste. War aber kein wirkliches Problem.
Tiefsandpiste ab Kachikau
Am frühen Nachmittag kamen wir an und wurden herzlich von Dany und seiner Frau empfangen. Sie zeigten uns das Hauptgebäude mit einer sehr schönen großen Terrasse im ersten Stock mit Blick auf die Barangwe-Pan und das Wasserloch direkt vor der Lodge. Die Bar-Terrasse erinnerte mich in ihrem kolonialen Stil an die des Africa House Hotel in Stone Town, Zanzibar. In der Bar konnte man sich zu jeder Zeit selbst mit Getränken versorgen 🙂 . Unser Chalet war ein Doppel-Chalet mit einer zentralen Küche sowie zwei Doppelzimmern an jeder Seite mit jeweils eigenem Bad. Von der Küche ging es eine Treppe hoch zu einem privaten View-Desk. Von hier hatte man einen tollen Blick auf das Wasserloch und die Pan. Den ganzen Nachmittag herrschte ein ständiges Kommen und Gehen an Elefanten, mal kam eine Gruppe von links, dann eine von rechts. Es müssen an die hundert Tiere gewesen sein, die sich an dem Nachmittag dort ein Stelldichein gaben.
Dany meinte, das Wasserloch bei Thobolo´s sei das einzige zwischen Savuti und dem Chobe, daher würden aktuell viele Tiere dorthin kommen. Sobald der Regen richtig einsetzen würde, kämen deutlich weniger, die Elefanten würden dann alle in das Herz des Nationalparks abwandern.
Marabu
Im Laufe des Nachmittag haben wir noch ein wenig Zeit an dem sehr sauberen Pool verbracht und den Rasenmähern beim Rasen mähen zugeschaut:
vor dem Dinner haben wir dann noch mal dem Elefantentreiben von der Barterrasse aus zugesehen:
und später dem Büffeltreiben:
Gegen sechs hatten auf einmal wie auf Signal die Elefanten einer großen Büffelherde Platz gemacht. Draußen auf der Pan lagen auch mehrere Kadaver herum, manchmal kam auch ein Hauch des Geruchs über das Gelände:
Auf dem Weg zu unserem Zimmer dann ein seltsames Erlebnis, leider gibt´s keine Photos davon. Als wir die Treppe im Hauptgebäude runtergingen hörten wir ein Geräusch wie von einem Hagelschauer, verursacht durch Hunderte von Zikaden, die wie irre die Lampen rund um den Eingang zum Hauptgebäude torpedierten und etliche davon schon tot auf dem Boden lagen. Die Tiere sind gut daumengroß. Spooky!
Beim Abendessen dann wieder Elefantenkino, das ging dann, den Geräuschen nach zu urteilen, die ganze Nacht weiter.
Blick von der Restaurant-Terrasse:
Geschlafen haben wir leider nicht gut, denn die Zimmer waren nicht klimatisiert und durch die Bauweise bedingt haben sie sich sehr stark aufgeheizt. In der Nacht war es sicher nicht kühler als 25°C.
Hallo Sangeali, euer Bericht freut mich sehr und euch sind ein paar richtig tolle Fotos gelungen. Auf dieser Reise begleite ich euch auch gerne. Liebe Grüße und gesegnete Weihnachtstage, Silvia
SangwaliThemenstarter316 Beiträge · seit 201724. Dez. 2024 ·
@ Nacho: Hallo Silvia, danke für´s Mitreisen!
Tag 9: Mittwoch, 06.11.2024
Hier einmal der Blick auf unser recht großzügiges, aber leider sehr warmes Chalet:
Am gestrigen Nachmittag hatten wir am Pool zwei Jungs etwa Mitte Ende zwanzig kennengelernt, die zum ersten Mal in Afrika und mit dem Dachzelt Richtung Delta unterwegs waren. Sie hatten etwas Respekt vor der Fahrt nach Savuti und so haben wir ihnen angeboten, dass wir zusammen fahren (was nicht nötig gewesen wäre). Bis Savuti Campsite sind wir so dann im Convoi unterwegs gewesen:
In der Zwischenzeit haben wir an manchen Stellen die Zikaden bei dem bemerken können, was sie üblicherweise tun: Zirpen, und zwar mit gefühlt 120 db. Einmal fragte meine Frau, während wir hochtourig durch den Tiefsand pflügten, was denn das für ein Geräusch sei. Fenster auf: Zikaden, aber Ohren betäubend.
Vom Ghoha Gate ging es dann die restlichen knapp 30 km runter bis zur Brücke über den Savuti Channel und die Campsite, wo wir etwa gegen 10:30 Uhr ankamen. Am Wasserloch ein kurzes Stück nördlich der Brücke sahen wir ein paar wenige Tiere
Giraffe mit Pferdeantilope
Giraffe mit Impala
Giraffe mit Elefant
Die beiden Jungs wollten in Savuti campen, hatten aber nicht reserviert, fanden keine freie Campsite und machten sich dann direkt auf weiter die nächsten rund 100 km bis Khwai 😐 . Wir verabschiedeten uns und wünschten Ihnen viel Glück bei der Suche nach einer freien Campsite. Wir tranken dann erstmal was und machten uns dann auf den Weg auf eine zutiefst deprimierende Rundfahrt durch Savuti. Was sahen wir? Nichts! Nicht ein Tier. Nicht mal eines von den üblichen Verdächtigen … Noch nicht mal ein Warzi! Wir kurvten am Savuti entlang und durch ihn hindurch, Ufer rauf, Ufer runter, nach Süden zu den Kudu Hils, durch das Gewirr von Wegen zum Bushmen Painting Hill, her und hin und hin und her, dann zum Leopard Rock – nichts!
Frustriert beschlossen wir, uns frühzeitig auf den Heimweg zu machen. Immerhin sahen wir dann am Wasserloch noch ein paar
Pferdeantilopen
Hinter dem Abzweig zum Savuti Airstrip dann noch ein Steinböckchen (das erste in diesem Jahr!)
und kurz vor dem Ghoha Gate dann noch zwei prächtige Elefantenbullen:
Da wir auf der Rückfahrt gut in der Zeit waren, bogen wir auf halber Strecke zwischen der Linyanti Road und Thobolo´s einmal nach links ab in das Forest Reserve Richtung Parakarungu. Hier standen viele, sehr schöne Akazien und auch ein paar Giraffen trafen wir
Dann sind wir zurück zur Lodge und haben noch ein wenig Zeit am Pool verbracht und später dann noch auf der Bar-Terrasse.
Baboons
Es begann schon leicht zu dämmern, als wir etwas weiter draußen auf der Pan plötzlich einen einsamen, riesigen Elenbullen sahen:
Er wurde sozusagen begleitet von drei Wildhunden. Von denen hatte uns die Frau von Dany erzählt. Auch sie schienen recht mager zu sein und dass sie nur zu dritt unterwegs waren, spricht Bände. Irgendwann, nachdem sie dem Elen-Bullen sehnsüchtig hinterhergeblickt hatten, kauten sie noch ein wenig an den herumliegenden Knochen herum und verschwanden Richtung Nordosten in die anbrechende Nacht.
Kurz vor dem Abendessen sahen wir dann eine große Regenfront im Norden. Gewittert hatte es schon die ganzen letzten Tage, aber so richtig ergiebiger Regen war wohl noch nicht dabei.
Am Morgen würde es dann auf die bisher längste Etappe zum Nkasa Rupara Nationalpark gehen.
An dieser Stelle einmal allen Mitlesenden ein frohes Weihnachtsfest!
SangwaliThemenstarter316 Beiträge · seit 201724. Dez. 2024 ·
Kornado schrieb:wenn noch ein Plätzchen frei ist, na dann springe ich auf.
aber selbstverständlich gern! VG Robert
SangwaliThemenstarter316 Beiträge · seit 201726. Dez. 2024 ·
Tag 10: Donnerstag, 07.11.2024
Heute stand mit 256 km die bislang längste Etappe an:
Beim Abschied riet uns Dany, nicht den direkt Weg nach Kachikau zu nehmen, sondern einen kleinen Umweg von etwa 1 km über eine Nebenstrecke. Hier würden wir eine Baobab finden, an dem eindrucksvoll erkennbar wäre, was eine Dürre wie in diesem Jahr anrichten kann. Er meinte, der Baum sei sicher gut 1.000 Jahre alt und nur ein einziges Dürrejahr wie dieses würde reichen, um ihm den Gnadenstoß zu geben. Als wir dort ankamen, trauten wir unseren Augen nicht: Bis zu einer Höhe von gut 4 Metern hatten Elefanten auf der Suche nach Nahrung und Wasser den Stamm zerstört. Dieser Baum würde wohl nicht mehr lange stehen :(:
Auch bei den übrigen Bäumen in der Umgebung waren die Rinden von Elefanten großflächig abgeschält. Kein schöner Anblick:
Hinter Kavimba in der Nähe von Mwandi View dann das nächste herzzerreißende Bild: Ein Eli-Kalb, völlig allein und erkennbar abgemagert, scharrte am Straßenrand nach Essbarem. Wir mochten uns nicht vorstellen, wie es diesem Kalb wohl weiter ergehen mochte:
Nach einer ereignislosen Fahrt über die C49
erreichten wir schließlich Sangwali. Das erste mal waren wir 2017 hier, lediglich um das Livingstone-Museum einmal zu besuchen (was sich gelohnt hatte!).
Weiter ging es dann hinter dem Ort über die neuen Stahlbrücken
weiter zur Nkasa Lupala-Lodge, wo wir schon 2022 drei Nächte verbracht hatten:
Der Nkasa Rupara NP hatte es uns vor 2 Jahren angetan. Landschaftlich einer der schönsten Parks, wie wir finden. Im September 2022 war er noch auf dem Höhepunkt der Trockenzeit tatsächlich ein einziges großes Feuchtgebiet. So war damals unser Versuch, Nkasa Island zu erreichen, zum Scheitern verurteilt und überall fanden sich wasserführende Kanäle und Schwemmebenen. Auch wenn der Park recht klein ist (die Strecke vom Shisinze Gate bis zum Jackalberry Camp beträgt nur rund 14 km), kann man dort recht schnell die Orientierung verlieren und es gibt einige Tiefsandpassagen. Landschaftlich ist der Park wie gesagt recht vielfältig.
Vor zwei Jahren war der Gasiku-Channel direkt an der Lodge noch ordentlich mit Wasser gefüllt und mit Riedgras und Papyrus umstanden. Davon war in diesem Jahr nichts mehr zu sehen. Die schlammige Senke wurde tagsüber mit etwas Wasser aus dem Bohrloch befüllt, mehr als ein Rinnsal war das aber nicht. Dennoch lockte das natürlich Tiere von nah und fern an. Warzis waren immer da:
Später am Nachmittag dann kam eine große Büffelherde:
Vor zwei Jahren hatten wir uns geärgert, weil wir die „Combo“-Tour nicht gemacht hatten (Gamedrive zum Jackalberry Camp und von dort weiter mit dem Boot auf dem Linyanti). Die damaligen Teilnehmer waren mehr als begeistert. Uns so fragten wir diesmal natürlich, ob die Combo-Tour angeboten würde. Sie wurde, allerdings meinte Ben, der Lodge-Manager, dass man nicht mehr sehr weit mit dem Boot käme und in den letzten Tagen die Boote gelegentlich auf Grund gelaufen waren. So verzichteten wir auf eine Buchung und beschlossen, in den nächsten beiden Tagen der Park wieder auf eigene Faust zu erkunden. Am späten Nachmittag konnten wir dann noch ein paar schöne Aufnahmen machen von einem
Schmarotzermilan (Yellow-billed Kite)
Sattelstorch (Saddle-billed Stork). Diese hatten wir schon immer mal in den verschiedensten Parks gesehen, aber diesmal fiel mir erstmals dieser nackte, rote Brustfleck auf, der für diese Vögel kennzeichnend ist (neben dem Schnabel natürlich),
und noch von der einen oder anderen Gabelracke
Diese Vögel sind sozusagen die Top-Models, da nicht nur besonders hübsch anzuschauen, sie können auch hervorragend posieren.
Vor zwei Jahren haben abends alle Gäste gemeinsam an einer langen Tafel diniert. Das hat man wohl zwischenzeitlich eingestellt, worüber wir nicht nur unglücklich waren. Das Essen war lecker, aber auf das abendliche Klicken der Riedfrösche, auf das ich mich so gefreut hatte, mussten wir aus den oben genannten Gründen verzichten. Übrigens haben wir dann an dem Abend erfahren, dass Donald Trump dann definitiv die Präsidentenwahl gewonnen hatte – Nix als Ärger ….
Hallo Robert Ich hab mich auch noch fix eingeklinkt. Einige Stationen kamen mir schon sehr bekannt vor. In der Mubala-Lodge war ich schon und im Chobe River Camp auch.
Bin sehr gespannt, wie es weitergeht.
Viele Grüße OnkelMü 🙂
SangwaliThemenstarter316 Beiträge · seit 201727. Dez. 2024 ·
sorry, habe ganz vergessen, ein kurzes - zugegeben sehr subjektives - Fazit zu den letzten beiden Unterkünften zu geben:
Fazit Chobe River Camp (3 Nächte) Unterkunft: 4 von 5 Essen: 3,5 von 5 Service: 3,5 von 5 Preis-Leistungsverhältnis: 3,5 von 5 Hier waren wir 2017 schon mal. damals hieß das Camp noch Camp Chobe und war noch nicht unter Gondwana-Leitung. Die Lodge eignet sich hervorragend für Ausflüge an die Chobe River Front, wenngleich natürlich jedesmal ein Grenzübertritt notwendig ist, was aber nach unserer Erfahrung immer sehr flott ging. Auf der Westseite der Riverfront ist deutlich weniger Verkehr als auf der Ostseite Nähe Kasane. Wenn man allerdings von hier aus auf einen Boat Cruise hofft, sollte man vielleicht nicht in den Monaten September bis Dezember dort buchen, denn es gibt keine Garantie, dass der Wasserstand dann ausreicht. Bei unserem Aufenthalt war es leider nicht möglich, was wir zum Zeitpunkt der Tourplanung und Buchung natürlich noch nicht wissen konnten. Alternativ kann man einen Kanu-Ausflug buchen, wenn man Kühe von unten sehen möchte 😁. Statt dessen einen Boat Cruise in Kasane zu buchen, ist wegen der Öffnungszeiten der Grenzstation kaum realisierbar. Die neuen Zelte sind schon klasse, sehr geräumig und komfortabel.
Fazit Thobolo´s Bush Lodge (2 Nächte) Unterkunft: 3 von 5 Essen: 3 von 5 Service: 4,5 von 5 Preis-Leistungsverhältnis: 2,5 von 5 Die Wahl dieser Unterkunft war ein Kompromiss, da wir nicht zelten und einmal nach Savuti wollten. Viel Platz in der Unterkunft, auch für 4 Personen geeignet, aber nicht klimatisiert. In einem Safarizelt ist es nachts meist genauso warm oder kalt wir draußen - hier nicht. Hier war es nachts drinnen deutlich wärmer als draußen. Preislich hat es natürlich nicht die Dimensionen der Lodges im Delta oder in Savuti, dennoch aber "Botswana-Niveau". Würden wir nicht nochmal machen, wenngleich der Service durch das Betreiber-Ehepaar vorzüglich war. Als Stopover zwischen Kasane und Maun dennoch eine Option.
auch ich oute mich als stiller Mitleser, zudem wir ja kurz vor euch den Caprivi besucht haben.
Auch wir waren dieses Jahr im Nkasa Rupara, allerdings im Jackalberrys, sowie im geliebten Camp Kwando, der Ndhovu Safari Lodge sowie der Frans Indongo Lodge. Wir sind auf der Hinfahrt zum Jackalberrys übrigens inmitten der Büffelherde gelandet. Im Anhang unsere lustige Lieblingssichtung im Nkasa...man beachte den KSC Aufkleber 😉... Hattest Du eigentlich auch die Wegschilder forografiert (Wir hatten es leider vergessen (von wegen very good, you did it- oder so ähnlich)
Von daher bin ich auf eure Weiterfahrt und Sichtungen mehr als gespannt.
Liebe Grüße und guten Rutsch, Superfanti aus Karlsruhe
Hallo Robert, Deinen RB "verfolge" ich von Anfang an - Du zeigst uns neben viel Schönem auch sehr erschreckende Bilder. Unsere Fahrt im August 24 durch Botswana hat uns ähnliche Eindrücke beschert. Der Titel Deines RBs sagt ja eigentlich schon alles........... Viele Grüße Friederike
utaeleonore622 Beiträge · seit 202227. Dez. 2024 ·
Die Schilder haben wir auch fotografiert....da war die Vorfreude auf Nkasa Lupala bei uns noch gross. Umso mehr waren wir von unseren 3 Tagen dort enttäuscht. so sehr, dass ich eine lange Beschwerdemail geschrieben habe - das erste Mal in meinem Leben.
SangwaliThemenstarter316 Beiträge · seit 201727. Dez. 2024 ·
Schön, dass noch einige mitreisen, willkommen Onkel Mü, Superfanti, Friederike und Utaleonore!
Friederike: "Du zeigst uns neben viel Schönem auch sehr erschreckende Bilder." Stimmt. Nicht nur, dass man als Reisender eingeschränkt ist dadurch, dass z. B. nicht genügend Wasser in den Flüssen ist, auch die vielen toten Tiere machen nachdenklich. Vor 2 Jahren waren wir nur 4 Wochen früher unterwegs, also auch auf dem Höhepunkt der Trockenzeit, und es war ein komplett anderes Bild. Wer vielleicht nur einmal im Leben in den Caprivi kommt und dann solche Verhältnisse vorfindet, kann sich nicht ausmalen, wie schön es dort mit Wasser und viel Grün sein kann.
Utaleonore: "Umso mehr waren wir von unseren 3 Tagen dort enttäuscht." Das kann ja nicht mit der Trockenheit zu tun haben. Welchen Grund zur Beschwerde hattet Ihr denn? Wir konnten uns nicht beklagen...
Superfanti: "Hattest Du eigentlich auch die Wegschilder forografiert?" Normalerweise lasse ich kaum ein Schild aus 😉 . Auf dem Weg zur Nkasa Lupala kann ich mich aber an keine weiteren erinnern. Ich erinnere mich an diverse Schilder auf dem Weg zur Thobolo´s Bush Lodge, aber da musste ich mich auf den Tiefsand konzentrieren. Übrigens: Fußballverrückte Deutsche gibt´s offenbar überall, das hier (also das richtige 😄) haben wir 2016 am Cape Cross gefunden (passt auch ausgezeichnet zum Ugab Gate...).
SangwaliThemenstarter316 Beiträge · seit 201728. Dez. 2024 ·
Tag 11: Freitag, 08.11.2024
Am Morgen schauten wir aus dem Bett auf die Ebene vor der Lodge und sahen eine große Büffelherde zum Wasserloch ziehen.
Sie sollte bis zum Abend dort bleiben … (Achtung, Spoileralarm!)
Nach dem Frühstück ging es dann auf den ersten Gamedrive in den Park. Aufgrund der Trockenheit (hatte ich das schon erwähnt?) hatten wir beschlossen, heute zunächst in Richtung Nkasa Island zu fahren, woran wir ja vor zwei Jahren gescheitert waren. Damals war einfach viel zu viel Wasser in den Kanälen, ein Durchkommen unmöglich. Wenige km hinter dem Gate geht es von der westlichsten Route in Richtung Südwesten in die Schwemmebene zwischen den beiden namensgebenden Inseln des Parks, siehe Aufzeichnung:
Diesmal ging es problemlos und wir beschlossen, zunächst die Shivumu-Pools anzusteuern, in der Hoffnung, dort gäbe es vielleicht Pools 😕. Auf dem Weg dorthin passierten wir eine endlos wirkende Ebene mit gelbem Gras, Tiere sahen wir keine. Zwischenzeitlich kam ein starker Wind auf und Sand und Staub wurden derart aufgewirbelt, dass man fast das Gefühl hatte, man stecke in einer Nebelbank, so schlecht wurde die Sicht. An den „Pools“ angekommen sahen wir natürlich auch hier kein Wasser und demzufolge auch keine Tiere, so dass wir beschlossen, auf der südlichen Route Richtung Rupara Island zurückzufahren und im Jackalberry Camp eine kurze Pause einzulegen. Schon bald verloren sich die Pisten aber im Ungefähren und mehrmals hatte ich überlegt, einfach umzukehren und der getrackten Route zu folgen. Schließlich konnten wir den Galeriewald entlang des Linyanti in der Ferne erkennen und steuerten auf kaum erkennbaren, älteren Pisten quer über die Schwemmebene in Richtung Fluss. In der Nähe des Jackalberry Camps dann die erste nennenswerte Sichtung:
Riedbock
Im Jackalberry Camp machten wir eine kurze Pause und gönnten uns ein Kaltgetränk. Die nette Mitarbeiterin erklärte uns, wie wir zur Anlagestelle der Boote am Linyanti-Ufer kämen und so beschlossen wir, kurz dorthin zu fahren. Dazu mussten wir eine kurze Wasserdurchfahrt passieren, die Holzbrücke dorthin sei durch ein Fahrzeug beschädigt worden und nicht mehr passierbar. Die Durchfahrt war aber kein großes Problem. So gelangten wir zum Fluss Nr. 3 😉 unserer Tour.
Viel sahen wir nicht, es war früh am Mittag, nur wenige Tiere waren unterwegs und es war brüllend heiß.
So beschlossen wir, zeitig zur Lodge zurückzufahren und am späten Nachmittag nochmals herzukommen, als uns ein Pickup entgegenkam, vollbesetzt mit uniformierten und nicht-uniformierten, schwerbewaffneten Männern auf der Ladefläche. Kurze Schrecksekunde. Der Fahrer bedeutete uns, anzuhalten und verlangte unser Permit zu sehen. Es war eine Anti-Poaching Unit. Wir zeigten ihm unser Permit. Der Fahrer (offenbar der Chef der Gruppe) war sehr freundlich und meinte, das Permit sei unser „Reisepass“ im Park. Wir kamen kurz ins Gespräch mit ihm und erzählte, dass sie auf der Suche nach (namibischen) Fischern seien, die gelegentlich illegal im Parkgebiet im Linyanti fischen würden.
Achtung: Wer in der Nkasa Lupala Lodge nächtigt, kommt von dort auch ohne Bezahlung in den Park, das wäre aber nicht empfehlenswert. Also immer zuerst zum Gate und das Permit besorgen! Nach dieser Begegnung machten wir uns auf den Weg zurück zur Lodge. Auf der Fahrt dorthin begegneten wir einer kleinen Gruppe Zebras:
Zebras gehn immer! Während der Nachmittagspause bei Kaffee und Kuchen beobachteten wir am Wasserloch Kudus, Impala, Baboons und Warzis:
Nach der Pause gegen vier machten wir uns nochmal auf den Weg zum Linyanti. Unterwegs sahen wir einen prächtigen Kudu-Herrn
einen Gaukler (Bateleur)
sowie einen
Elsterwürger (Magpie Shrike)
Am Fluss, von dem wir uns in der Tat kaum vorstellen mochten, auf ihm mit einem Boot zu fahren
sahen wir Letschwe und Impala:
Auf der Rückfahrt begegneten wir dann noch einer kleinen Elefantenherde:
Am Abend dann ein besonderes Erlebnis: Wir saßen mit sechs oder acht weiteren Gästen beim Diner, es war stockduster, als auf einmal ein ohrenbetäubender Lärm, bestehend aus Geblöke und dem Lärm hunderter Hufe einer Stampede, losbrach. Die Büffelherde, die schon den ganzen Tag am Wasserloch verbracht und sich dort zur Nacht niedergelassen hatte, war binnen Sekunden auf und davon im Busch verschwunden. Auf der gegenüberliegenden Böschung, ca. 100 m entfernt direkt vis-a-vis der Lodgeterrasse, sahen wir Bewegung. Die Mitarbeiter der Lodge holten eilends Scheinwerferlampen und wir konnten erkennen, dass zwei Löwinnen sich ein Kalb aus der Herde gerissen hatten, dessen leises und hohes Geblöke rasch erstarb. Durch das Licht der Lampen konnten wir die beiden Löwinnen immer mal wieder im hohen Gras erkennen, ebenso das Kalb. Für Photos allerdings reichte es nicht. Doch damit nicht genug. Auf einmal kam eine Mitarbeiterin herum und flüsterte leise „there´s a Leopard at the waterhole“. Und tatsächlich: In aller Ruhe hatte sich mitten in dem Chaos ein Leopard dem Wasser genähert und begann ausgiebig zu trinken. Es wusste wohl genau, dass er in nächster Zeit von den Löwinnen nichts zu befürchten hatte. Die Distanz zwischen den Löwinnen und dem Leopard betrug vielleicht 100 bis 150 Meter. Etwa 15 Minuten verbrachte er am Wasserloch, um dann wieder in der Dunkelheit zu verschwinden. Außer einigen Bildern in „Beweisphoto“-Qualität konnten wir natürlich nichts gewinnen, aber dennoch war das ein sehr eindrucksvolles Erlebnis.
Insgesamt haben wir an diesem Tag auf zwei Fahrten 96 km im Park zurückgelegt. Morgen geht es dann zum zweiten Mal in den Park.
SangwaliThemenstarter316 Beiträge · seit 201731. Dez. 2024 ·
Tag 12: Samstag, 09.11.2024
Am Morgen suchten wir natürlich zunächst mit dem Fernglas das Gelände rund um den gestrigen Löwenriss herum ab in der Hoffnung, noch ein paar der Katzen beim Verdauungsschlaf zu entdecken. Aber außer dem abgenagten Rippenbogen des Kalbs im hohen Gras konnten wir nicht mehr viel entdecken. Nach dem Frühstück machten wir uns daher auf den Weg zum nächsten Gamedrive. Heute wollten wir nur einmal in den Park und beschlossen, zunächst die östliche Route in Richtung Linyanti zu nehmen und die Pisten im östlichen Teil des Parks zu erkunden.
Wir fanden den Abzweig in Richtung der auf der alten NamParks-Karte mit dem Ziel „Baobab“ gekennzeichneten Piste:
Hier war offenbar auch schon länger niemand mehr unterwegs gewesen:
Wir kreuzten den ausgetrockneten Gasiku-Channel und fuhren weiter Richtung Nordosten. Die Landschaft war zum Niederknien schön. Neben verschiedenen Impala und Kudus sahen wir dann auch die ersten insgesamt 8 Gnus auf dieser Reise. Hinter der Gruppe tauchte dann aus Norden kommend auf einmal eine (unsere?) große Büffelherde auf. Im Gänsemarsch zogen sie Richtung Linyanti. Die Herde erstreckte sich soweit das Auge reichte vor uns aus und war erkennbar nervös.
Ein Passieren war nicht möglich und da der „Kuhzug“ kein Ende nahm, beobachteten wir sie noch ein wenig und fuhren dann zurück Richtung Fluss. Auf dem Weg dorthin die üblichen Schattenparker:
Am Fluss angekommen sahen wir zahlreiche Letschwe friedlich grasen und auf der Botswana-Seite einige Elis im Gebüsch.
Gäbe es hier bloß einen Hide mit Dach, man könnte hier stundenlang sitzen … So wurde es uns dann irgendwann zu heiß und wir machten uns auf den Weg Richtung Lodge.
Unterwegs sahen wir noch eine Riesentrappe (Kori Bustard)
und ein paar Hartlaub Drosslinge (Hartlaub´s Bubbler)
Insgesamt sind wir 55 km durch den Park gecruist:
Und wieder – wie schon am Vorabend – kam der Leopard zum Trinken an das Wasserloch, leider wieder nicht mehr als ein Beweisphoto:
Am nächsten Tag ging es dann wenige km weiter zum Camp Kwando und damit zum Fluss "Nr. 4".
SangwaliThemenstarter316 Beiträge · seit 201731. Dez. 2024 ·
Tag 13: Sonntag, 10.11.2024
Heute hatten wir mit ca. 58 km wieder eine recht kurze Überführungsetappe zum Camp Kwando auf dem Plan:
Doch zunächst beobachteten wir beim Frühstück noch eine große Gruppe Baboons beim Trinken:
Fazit Nkasa Lupala Lodge (3 Nächte) Unterkunft: 4 von 5 Essen: 3,5 von 5 Service: 4 von 5 Preis-Leistungsverhältnis: 4,5 von 5 2022 waren wir sehr begeistert, sowohl von der Unterkunft, als auch vom Park. Daher war es keine Frage, dass wir auch diesmal hier 3 Nächte würden verbringen wollen. Rückblickend hat es sich unbedingt gelohnt, trotz oder wegen der Trockenheit. Der Nkasa Rupapa NP kann einen vermutlich enttäuschen. Die Tierdichte ist sehr stark abhängig vom Wasserstand in den Kanälen, Schwemmebenen und im Fluss, die Landschaft aber umwerfend. Die Lodge finden wir toll, sie hat etwas sehr authentisches mit den Safari-Zelten und der unmittelbaren Lage im Busch. Das Essen könnte vielleicht etwas besser sein und auch der Pool lädt eher die Vervet Monkeys zum Trinken als die Gäste zum Baden ein, aber alles in allem kann man dort auch sehr gut einfach „abhängen“. Kommt man in den Caprivi, sollte man dort hin (unsere Meinung).
Das Camp Kwando war dann flott erreicht (etwa gegen 11:00 Uhr) und wir freuten uns, nach 2022 wieder für drei Nächte hier zu sein. Doch die erste kleine Enttäuschung kam direkt beim Check-In: „No Boat Cruise“. Später trafen wir Anke, die überaus sympathische Managerin aus Münster wieder. Sie erklärte uns, dass man zwar fahren könne, aber sie die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit der Gäste nicht mehr tragen könne, da die Hippos aufgrund der Enge und geringen Tiefe des Flussbetts überaus gereizt seien und sie schon ein Boot verloren habe (zum Glück ohne Personenschaden). Na toll. Sie wisse aber, dass die benachbarte Namushasha-Lodge noch Boat Cruises anbiete und sie könne das gerne für uns arrangieren. Dazu später mehr. Doch zunächst bezogen wir das gleiche Treehouse wie vor zwei Jahren:
und erkundeten nochmal das großzügige Gelände des Camps:
Weißstirnweber (Thick-billed Weaver)
Am Nachmittag dann wollten wir erstmal einen kleinen Trip zum direkt benachbarten Mudumu Nationalpark machen. Doch zunächst musste ich noch kurz nach Kongola fahren, um einerseits Geld zu holen und zu tanken, andererseits einem seltsamen, leisen Quietschen des Hilux auf den Grund zu gehen, das wir auf den letzten km Sandpiste zum Camp vernommen hatten. Das Geräusch war aber auf Asphalt unverzüglich wieder weg und kam dann auch nicht mehr wieder. Nach der Rückkehr aus Kongola sind wir dann Richtung Mudumu NP aufgebrochen und bezahlten am Ngenda-Gate unser Permit.
Hätten die nicht den Zebrastreifen nehmen können?
Der freundliche Herr am Gate empfahl uns, direkt hinter der Einfahrt den ersten Abzweig nach links zu nehmen, um in einem großen Bogen zurück auf die Airstrip-Piste zu fahren.
Er nuschelte irgendwas von Hindernis. Wir taten wie geheißen, aber die Umgehung wurde immer verbuschter und tiefsandiger, so dass wir uns entschlossen zu wenden und zurück zur Hauptpiste Richtung Airstrip zu fahren. Auf ihr kamen wir ohne Probleme bis zum Hippo-Pool. Warum wir die Detour nehmen sollten, blieb sein Geheimnis.
Der Pool war immerhin ein Pool und wir sahen neben den Namensgebern
Sichler
und ein paar Senegalkiebitze (African Wattled Lapwing)
Spannend wurde es, als auf einmal ein Nilwaran die Bühne betrat. Offenbar hatte er ein Nest von einem Kiebitz gewittert und bewegte sich auf einen zu, blieb aber etwa 5 Meter entfernt regungslos stehen.
Die zwei fixierten sich und spielten „wer sich zuerst bewegt hat verloren“. Das taten sie derart ausdauernd, dass wir den Ausgang des Duells nicht mehr miterlebten.
Vermutlich stehen sich die zwei einander heute noch gegenüber 😄. Wir fuhren noch ein wenig Richtung Süden vorbei an der Lianshulu-Lodge, hatten aber keine nennenswerten Sichtungen mehr, so dass wir uns dann irgendwann aufmachten zurück ins Camp und freuten uns schon auf Ankes kreative Küche.
Morgen würden wir dann einen ausgefüllten Tag erleben …
SangwaliThemenstarter316 Beiträge · seit 201701. Jan. 2025 ·
Tag 14: Montag, 11.11.2024 – Teil 1: Boatcruise auf dem Kwando
Am Vorabend hatte Anke netterweise mit der Namushasha-Lodge telefoniert wegen des Boatcruise. Wir hatten eine Buchung verabredet für den nächsten Morgen 08:00 Uhr. Allerdings hieß es, dass die Tour bei Regen nicht stattfindet. Namushasha ist gut 12 km vom Camp Kwando entfernt, davon etwa 5 auf der C49. Man braucht knapp 20 Minuten. Wir standen also um halb 7 auf und was tat es? Es regnete! Damit hätte sich das Ganze wohl erledigt 🙁. Wir beschlossen, in aller Ruhe zu frühstücken und danach zur Namushasha-Lodge zu fahren, um vor Ort nach einem Boat Cruise für den Nachmittag oder den nächsten Tag zu fragen. Wir wären dann von dort aus direkt weitergefahren in die Kwando Core Area. Wir kamen also gegen 09:30 Uhr dort an und eine Mitarbeiterin an der Rezeption fragte leicht angesäuert, wieso wir denn so spät kämen. Selbstverständlich würden die Bootstouren auch bei Regen stattfinden! Cassius, der Bootsführer, kam dann auch dazu und siehe da - wir konnten sofort mit ihm losfahren und aufgehört zu regnen hatte es mittlerweile auch. Also noch schnell die Haftungsausschlusserklärung unterschrieben und ab auf´s Boot. Wir waren wieder alleine und wären es wohl auch um 08:00 Uhr gewesen, sonst hätte Cassius ja nicht auf uns gewartet. Wir waren uns am Ende nicht ganz klar, inwieweit das Missverständnis bei uns lag, aber Anke meinte abends, doch doch, die Aussage sei gewesen „bei Regen findet die Tour nicht statt“. Egal, Namushasha bekam sein Geld noch, Cassius sein Trinkgeld und wir unseren Exklusiv-Boatcruise, der uns dann auch ein besonderes Erlebnis bescherte.
Wir waren erst etwa 200 m vom Anleger entfernt, als wir auf einmal eine schemenhafte Bewegung im Schilf auf der der Lodge gegenüberliegenden Insel entdeckten. Und tatsächlich: Nur etwa 10-15 Meter von uns entfernt bewegte sich langsam ein Sitatunga-Bock durch das Papyrus-Dickicht:
Wir waren völlig geflasht, darauf hatten wir schon 2022 gehofft, allerdings vergeblich. Heute sollte es jedoch nicht die einzige Sitatunga bleiben …
Nachdem wir dieses schöne Tier ausgiebig bewundern konnten (Interessanterweise schien es sich im Schilf völlig sicher zu fühlen, es zeigte praktisch keinen Fluchtreflex), fuhren wir um die Inselspitze herum und zunächst flussaufwärts auf dem Hauptkanal. Hier sahen wir zunächst einen stattlichen
Nilwaran
Letschwe und einzelne Büffel
Und dann noch eine weitere Erstsichtung aus der reichhaltigen Vogelwelt, ein Purpurhuhn (African Purple Swamphen).
Weiter ging es, bis es nicht mehr weiterging (dachte ich). Der Hauptkanal war schon belegt von einer Gruppe miesepetriger Hippos:
Cassius steuerte langsam das linke Ufer an. Er machte keinerlei Anstalten umzudrehen, woraufhin ich ihn fragte „you won´t go through there?“. Doch, wollte er. Sehr langsam und maximal nah am Ufer tuckerte er in aller Seelenruhe an dem „pond“ vorbei. Hier kann man sehen, dass es maximal 2-3 Meter bis zu den Tieren waren:
Irgendwie hatte ich dabei die ganze Zeit die Worte von Anke aus dem Camp Kwando im Kopf. Auf der Weiterfahrt sahen wir dann noch einen schönen
Goliathreiher
sowie viele Letschwe
und aus der Reihe „Afrika von hintern“
Meine Hoffnung, dass wir auf einem anderen Weg zurückfahren würden, verflog rasch, Cassius musste auf der Fahrt flussabwärts wieder an den Hippos vorbei, machte das aber wie auf der Hinfahrt völlig unaufgeregt. Er erzählte uns, dass er die Tiere gut kenne und jede Gruppe habe unterschiedliche Eigenschaften. Diese Gruppe sei sehr gelassen habe bisher noch nie aggressives oder territoriales Verhalten gezeigt. Nun gut. Weiter ging es nun flussabwärts, zunächst an der Lodge gegenüberliegenden Insel vorbei, und sahen noch das eine oder andere Krokodil
bis wir uns schließlich der nächsten Hippo-Gruppe gegenübersahen 🙄. Hier machte Cassius nun keinerlei Anstalten vorbeizufahren, obwohl der Fluss an dieser Stelle deutlich breiter war. Im Gegenteil, er steuerte zwar wieder das Ufer an, setzte aber dann zunächst auf und behielt völlig die Ruhe. Währenddessen löste sich ein Tier aus der Gruppe und steuerte langsam aber sicher immer weiter auf unser Boot zu.
Cassius blieb gelassen. Irgendwann drehte das Tier ab, wohl weil es zu der Erkenntnis gelangt war, dass wir keine Gefahr darstellen, und schloss sich wieder seiner Gruppe an. Cassius erzählte dann, warum er das Ufer angesteuert hatte: Er meinte, diese Gruppe sei anders als die erste aggressiv. Es sei immer so, dass sich bei Annäherung eines der Tiere (vermutlich der dominante Bulle), sofort dem Eindringling nähern würde. Boote jedoch, die nah am Ufer lägen, würden nicht angegriffen, weil die Tiere sich den Booten in der Regel von unten nähern. Er scheint die Tiere wirklich gut zu kennen.
Auf dem Rückweg zur Lodge
sahen wir dann noch einen schönen Schreiseeadler (African Fish Eagle)
und dann, kurz vor der Rückkehr zum Anleger, wieder eine Sitatunga, diesmal ein Mädchen:
Wir waren happy, dieser Ausflug hatte sich wirklich gelohnt. Zurück in der Lodge haben wir noch ein wenig im Shop gestöbert und vor allem ein wenig das WLAN genutzt, denn im Camp Kwando gibt es keines. Also noch schnell die eine oder andere Nachricht abgesetzt und rasch zurück ins Camp für eine kleine Pause, denn am Nachmittag wollten wir noch einen Trip in die Kwando Core Area unternehmen. Eigentlich hatten wir das für den nächsten Tag geplant, für den war aber schlechtes Wetter und Regen vorhergesagt.
SangwaliThemenstarter316 Beiträge · seit 201704. Jan. 2025 ·
Tag 14: Montag, 11.11.2024 – Teil 2: Selfdrive zum Horseshoe
Am frühen Nachmittag brachen wir wieder auf zum etwa 37 km entfernten Gate in die Kwando Core Area. Nach dem Bezahlen machten wir uns auf den Weg Richtung Horseshoe. Doch zunächst sahen wir ungefähr auf Höhe der Ruinen von Fort Doppies ein
Fleckenflughuhn (Burchells´s Sandgrouse):
Kurz darauf eine große, sehr entspannte Baboon-Familie mit einem unfassbar niedlichen, winzigen Neugeborenen, immer in der Nähe von Papa:
Der Sicherungspavian
Danach nahmen wir den River Loop Richtung Flussniederung, wo wir den nächsten Sitatunga-Bock im freien Feld entdecken konnten:
Die weiteren Sichtungen hielten sich allerdings in Grenzen:
Die Long Lagoon war nahezu ausgetrocknet. Am nördlichen Arm des Horseshoe angekommen, sahen wir ein Hippo einsam und allein im flachen Wasser liegen:
Wir hielten es erst für tot, doch schlussendlich machte es auch mal die Augen auf. Es hatte wohl doch nur geschlafen 🙂. Vielleicht war es aber auch ein Weibchen, das sich zur Geburtsvorbereitung zurückgezogen hatte. Am Horseshoe Viewpoint angekommen war absolut tote Hose. Es muss so um 16:00 Uhr herum gewesen sein. Etwa zur selben Zeit hatten wir vor zwei Jahren Unmengen von Elefanten gesehen, sicher an die 200 Tiere in x Herden. Hier nochmal eine Gegenüberstellung Oktober 2022 gegenüber November 2024:
Am gegenüberliegenden Ufer sahen wir noch einen einsamen Letschwe-Bock, der sich schön im Wasser spiegelte, das war´s.
Auf dem Rückweg etwa wieder bei Fort Doppies einen schönen Skink (Streifenskink? Bin mir nicht sicher):
Morgen nochmal hierherzukommen wollten wir dann spontan vom Wetter abhängig machen.
Tag 15: Dienstag, 12.11.2024
Um es kurz zu machen: Wir haben davon Abstand genommen, uns nochmal aufzumachen in die Kwando Core Area, da es am Morgen doch recht ordentlich geregnet hat. So haben wir beschlossen, im Camp zu bleiben. Daher ist dieser Tag recht schnell erzählt: Als wir uns zum Frühstück aufmachten, sahen wir im Sand vor dem Treehouse große Hippo-Tapser:
Henry, der missmutige, einsame Hippo-Bulle war offenbar in der Nacht auch hier oben unterwegs gewesen. Vom Personal hieß es, üblicherweise sei er nachts nur in den Gärten rund um den Pool und die unteren Chalets unterwegs, weshalb in diesem Jahr (anders als noch 2022) die Gäste nach dem Diner in Begleitung zu den dortigen Chalets gebracht wurden und die ganze Umgebung sorgfältig ausgeleuchtet wurde. In 2022 hatte der Bulle wohl noch eine Gruppe. Nun lebte er in dem Flussabschnitt direkt vor dem Camp und kam nachts am Bootsanleger aus dem Wasser.
Beim Frühstück mussten wir uns einer Horde selbstbewusster Vervet Monkeys erwehren, einige versuchten, das Frühstücksbuffet zu plündern, manche sogar mit Erfolg:
Auch hier war ein noch sehr kleines Junges dabei, sorgsam behütet von (in diesem Fall) Mama:
Den Rest des Tages verbrachten wir mit Lesen, am Pool und in der Boma herumhängend, ab und zu hat es am Nachmitttag noch geregnet.
Übrigens habe ich hier vor zwei Jahren das große Glück gehabt, einen Paradiesschnäpper vor die Linse zu bekommen, in diesem Jahr habe ich diese schönen Vögel jedoch vergeblich gesucht:
Paradiesschnäpper (African Paradise Flycatcher)
Vor dem Gang zum Diner schwamm (oder lief wohl eher, Hippos können ja nicht schwimmen) Henry dann gelassen unter unserer Terrasse entlang, wohl intensiv darüber nachdenkend, ob er heute nacht nun in Botswana oder in Namibia grasen solle:
Abendstimmung am Kwando
Als wir beim Absacker saßen, kam dann das zweite bizarre Insektenerlebnis, das wir so noch nicht erlebt hatten: Wie aus dem Nichts war die ganze Boma voll mit fliegenden Termiten. Offenbar stimmten die aktuellen Wetterbedingungen, um den Hochzeitsflug auszulösen. Es müssen tausende Tiere auf der Suche nach einem Geschlechtspartner gewesen sein. Ein Fest für die im Camp ansässigen Fledertiere. So ging dieser Tag dann auch zu Ende, am nächsten Morgen sollte es dann zum fünften und letzten Fluss unserer Reise gehen.
Fazit Camp Kwando (3 Nächte) Unterkunft: 4,5 von 5 Essen: 5 von 5 Service: 5 von 5 Preis-Leistungsverhältnis: 5 von 5 Auch hier wussten wir ja schon aus 2022, was uns erwarten würde. Da wir die Flusszelte nicht kennen, sondern nur die Treehouses und wegen des mangelnden WLAN (was uns nicht störte, andere aber vielleicht schon) bekommt die Unterkunftbewertung keine ganz volle Punktzahl. Man hat hier im Regelfall eine Menge Möglichkeiten (Kwando Core Area, Mudumu, Bootsfahrt), die Küche ist top und der Service sehr individuell. Anke hilft bei der Lösung jedes kleinen Problems. Immer wieder gerne!
Am nächten Tag verlasssen wir dann die Zambezi-Region und machen uns auf zum fünften und letzten Fluss unserer Reise, dem Kavango.