Wir sind im Oktober und November 2024 zum fünften Mal in Namibia, auf einer selbst zusammengestellten «Fünf Flüsse»-Runde entlang Zambezi, Chobe, Linyanti, Kwando und Kavango. Drei Wochen Lodge-Hopping ohne Camping, jeweils zwei bis drei Nächte pro Ort, damit Zeit für die Gebiete selbst bleibt.
Wir reisen mitten in die Dürre 2024, und das verändert alles. Der Chobe ist bei Ngoma auf Resttümpel geschrumpft, Bootsfahrten fallen dort ganz und am Kwando größtenteils aus, möglich war nur eine kurze Fahrt von Namushasha aus. In Savuti sehen wir auf einer kompletten Rundfahrt kein einziges Tier. Am Wegrand liegen Kadaver, und die Elefanten haben ganze Baobabs geschält. Wer in einem solchen Jahr plant, sollte Bootsfahrten nicht als gesetzt einrechnen.
Und trotzdem: So viele Sichtungen hatten wir auf kaum einer Reise. Löwinnen an der Chobe Riverfront, an einem einzigen Abend vor der Nkasa Lupala Lodge ein Löwenriss und ein trinkender Leopard, gleich mehrere Sitatungas am Kwando, Wildhunde bei Thobolo's, dazu zwanzig Vogelarten, die wir zum ersten Mal sehen. Das Wasser wird knapp, also sammelt sich alles an den letzten Stellen — was die Tage schwer planbar, die Begegnungen aber dicht macht. Die Runde selbst ist einer der Gründe: Fünf Flüsse in drei Wochen zeigen fünf ziemlich verschiedene Landschaften.
Reisezeitraum
29. Oktober bis 19. November 2024, Heimkehr am 20.11.2024
Länder
Namibia, Botswana
Gruppe
Paar, 60 und 64 Jahre, fünfte Namibia-Reise
Reiseart
Selbstfahrer ohne Guide, durchgehend Lodge-Hopping
Fahrzeug
Toyota Hilux, Baujahr 2022, rund 115.000 km, von SCR; Übernahme in Katima Mulilo, Rückgabe bei Windhoek
Veranstalter
Buchung über eine Agentur in Swakopmund (NCAT), Fahrzeug von SCR
Unterkunftsart
ausschliesslich Lodges, Chalets und feste Zeltchalets, kein Camping
Route
Windhoek (Progress Guestfarm) – Flug über Maun nach Katima Mulilo – Zambezi Mubala Lodge (3 Nächte) – Chobe River Camp (3 Nächte, Ausflüge zur Chobe Riverfront über Ngoma) – Thobolo's Bush Lodge (2 Nächte, Tagesausflug Savuti) – Nkasa Lupala Lodge (3 Nächte, Nkasa Rupara NP) – Camp Kwando (3 Nächte, Kwando Core Area, Mudumu NP, Bootsfahrt ab Namushasha) – Ndhovu Safari Lodge (2 Nächte, Mahango, Buffalo Core Area) – Hakusembe River Lodge (1 Nacht) – Frans Indongo Lodge (2 Nächte) – Auas Safari Lodge (1 Nacht) – Windhoek
Fahrstrecke
2916 km, davon 834 km unbefestigt; längste Fahretappe 468 km (Rundu – Frans Indongo Lodge)
Flug/Anreise
Interkontinentalflug mit Discover, Rückflug ohne Aufpreis in Premium Economy; Inlandsflug Windhoek (HKIA) – Maun – Katima Mulilo rund 170 Euro pro Person, dazu rund 650 Euro Einwegzuschlag für den Fahrzeugtransfer
Besonderheit
Reise mitten in die Dürre 2024: kein Bootsverkehr am Chobe, Savuti ohne eine einzige Tiersichtung, viele Kadaver und von Elefanten zerstörte Baobabs.
Dürre 2024 · Bootsfahrten in der westlichen Chobe-Region gar nicht · am Kwando nur eingeschränkt möglich · Chobe auf Resttümpel · Starthilfe nötig · Einwegzuschlag 650 Euro · Grenze Ngoma
am 20.11. sind wir von einer dreiwöchigen Caprivi-Tour zurückgekommen. Bisher habe ich immer ein wenig gehadert, ob ich mal einen Reisebericht verfassen soll. Nun, nach unserer fünften Reise nach Namibia, will ich es doch mal wagen. Da wir schon von vielen Reiseberichten anderer Fomis hier für unsere zweite, dritte und auch die vierte Tour enorm profitiert haben, wollte ich gerne mal etwas beisteuern. Warum also eigentlich nicht mal einen eigenen Reisebericht, auch wenn wir natürlich den vielen Photo-Fexen hier im Forum nicht das Wasser reichen können und vielen hier die meisten Unterkünfte bestens bekannt sein dürften.
Wir (m60 und w64) sind überzeugte Lodge-Hopper und waren 2016 auf einer klassischen Ersttäterroute unterwegs, dann in 2017 auf einer Namibia-Botswana-Runde, in der wir aber den Caprivi von BOT kommend nur „gestreift“ haben, dann in 2018 eine große Runde durch die Nordhälfte über Epupa und Etosha-West und schließlich in 2022 eine Runde mit Schwerpunkt Caprivi (die wir eigentlich für 2020 schon komplett gebucht hatten, die aber dann aus bekannten Gründen ausgefallen ist 😠) mit finalem Abstecher an die Spitzkoppe. Die 2022er Runde hatte ich wieder komplett selbst zusammengestellt, dann aber erstmals über eine hier gut bekannte Agentur mit Sitz in Swakopmund buchen lassen. Alles aus einer Hand, man hat sich wirklich um alles gekümmert. Würde ich nie mehr anders machen und so haben wir auch für die diesjährige Reise wieder alles über die genannte Agentur buchen lassen, einschließlich Fahrzeug. Das haben wir wieder – wie schon 2022 – bei SCR gebucht.
Da wir uns nach den tollen Erfahrungen aus 2022 in diesem Jahr für den Caprivi besonders viel Zeit lassen wollten (meine Holde wollte Tiere, Tiere, Tiere), haben wir im Vorfeld mit SCR geklärt, dass wir das Auto in Katima Mulilo übernehmen können und sind dann am Tag nach unserer Ankunft in Windhoek mit Zwischenlandung in Maun nach Katima geflogen, so dass wir quasi „one way“ aus der Zambezi-Region nach Windhoek zurückfahren konnten.
Der Flug hat uns rund 170,00 EUR pro Person gekostet. Dazu kommen umgerechnet rund 650 EUR „Einweggebühr“ für den Fahrzeugtransfer. Rechnet man von der Summe den eingesparten Sprit wieder runter (Windhoek - Katima Mulilo 1.245 km, Durchschnittsverbrauch real nach fast 3.000 km etwa 11 l / 100 km, also rund 150 EUR), so hat uns der Spaß insgesamt also rund 850 EUR „on top“ gekostet. Das würden wir aber trotzdem wieder so machen, denn so konnten wir uns gleich zu Beginn auf die Flüsse-Region konzentrieren und hatten so die Möglichkeit, gleich mehrfach 3 Nächte an einem Ort zu verbringen und mussten natürlich auch nicht den öden Caprivi-Highway hin und zurück fahren.
Und warum „Fünf Flüsse“-Tour? Nun, vom Zambezi zum Chobe, dann an den Linyanti, dann an den Kwando (auch wenn 2-4 nur ein Fluss ist 😊) und schlussendlich noch an den Kavango. Doch genug der Vorrede, los geht´s. Und so sah die Runde dann aus:
Nach all den Schreckensnachrichten über Discover in den Monaten vor unserer Reise hab ich dem Abflugdatum entgegengefiebert, aber was soll ich sagen: Pünktlich wie die Maurer, tadelloses Fluggerät, die reservierten "more legroom"-Plätze haben wir auch bekommen und sind überpünktlich gelandet.
Blick auf die Etosha-Pfanne
Ankunft in Windhoek
Einreise im neuen Terminal zügig und freundlich (!) und der Fahrer für den Transfer zur Progress Guestfarm wartete auch schon. Dort erwartete uns ein überaus freundlicher Empfang und ein großzügiges Zimmer. Hier wollten wir eigentlich erstmal nur „ankommen“, ein wenig faulenzen, uns vom Flug erholen und vorbereiten auf die Weiterreise am nächsten Morgen nach Katima Mulilo. So verbrachten wir den Tag überwiegend mit Lesen am Pool und der Jagd auf gefiedertes und nicht gefiedertes Kleingetier.
Gartenanlage der Progress Guestfarm
Blisterkäfer (Mylabris oculata)
Guineataube (Speckled Pigeon)
Akaziendrossel (Groundscraper Trush)
Kapstelze (Cape Wagtail)
Am Abend in der Boma trafen wir ein sehr junges deutsches Pärchen, die Berufspraktika in Namibia gemacht hatten und am nächsten Tag nach Kapstadt weiterreisen wollten sowie ein „älteres“ 😊 Pärchen ca. Mitte 60 aus der Schweiz, die auf der Farm ihren eigenen Landcruiser abgestellt hatten und sich auf eine mehrwöchige Reise nach Angola vorbereiteten. Respekt! Ein interessantes Gespräch zum Diner und ein leckeres Eland-Stew.
Fazit Progress Guestfarm (1 Nacht) Unterkunft: 3 von 5 Essen: 3 von 5 Service: 5 von 5 Preis-Leistungsverhältnis: 3,5 von 5 Zusammenfassung: Nicht umwerfend, aber ok. Nettes Ambiente, sehr persönlicher Service. Das Garten- und Poolmobiliar ist etwas in die Jahre gekommen und lädt nicht wirklich zum entspannten Faulenzen ein. Dennoch ein guter Stopover für den Start oder auch das Ende einer Rundreise.
Teil 315. Dez. 2024
Tag 2: Mittwoch, 30.10.2024
In der Nacht bzw. am frühen Morgen weckte uns das laute Gegacker der Frankoline in der Savanne. Wir frühstückten gemütlich um 07:00 Uhr, und um 08:00 Uhr brachte uns der Farmer zum Flughafen. Die Fahrt dauerte rund 15 Minuten. Der Farmer erzählte sehr eindrucksvoll von der Dürre und deren Folgen für seine Farm und die Agrarwirtschaft in Namibia im Allgemeinen. Er meinte, er wisse auch nicht, ob das mit dem Klimawandel alles so stimme und ob das die Ursache für die Dürre sei – aber klar sei, wenn sie noch so ein Jahr hätten wie 2024, dann wisse er nicht, wie es mit dem Farming in Namibia weitergehen solle. Ein wenig Nachdenklichkeit machte sich breit …. Pünktlich um 08.15 Uhr waren wir am Flughafen und checkten direkt ein am Terminal für die nationalen und regionalen Flüge. Alles sehr flott und smart. Pünktlich konnten wir dann boarden und bestiegen „unsere“ Embraer ERK 145 für 45 Passagiere: Die Maschine war nur etwa halb voll. Vorne saßen die wenigen Passagiere, die in Maun ausstiegen, hinten die, die weiterflogen nach Katima. Vor dem Start wurden wir mit einem üblen was-auch-immer-Spray eingenebelt. Wenige Monate vor unserer Reise wurde der Flugplan dahingehend geändert, dass der Flug 4Z8937 nicht mehr wie bisher ab Eros, sondern ab Hosea Kutako ging und zudem zunächst bis Ende Oktober 24 mit Zwischenlandung in Maun, vorher war es ein Direktflug. Danke an Christian, dass er immer regelmäßig die Flugpläne hier einstellt! So mussten wir unsere ursprünglich in der Heinitzburg gebuchte erste Nacht noch rasch umbuchen auf eine Unterkunft in der Nähe des HKIA. Schade, in der Heinitzburg waren wir schon zweimal und hatten uns schon sehr darauf gefreut, aber die Progress Guestfarm war eine gute Wahl für die erste Nacht und so konnten wir auch etwas länger schlafen.
Auf dem Landeanflug auf Maun konnte man rechter Hand sehr gut den völlig trockengefallenen Ngami-See sehen: Nach dem erneuten Start in Maun konnte man auf der linken Seite sehr schön das Delta und später dann den Verlauf von Kwando, Linyanti und Chobe erkennen. Im Osten sah man Savuti und zahlreiche kleinere Rauchsäulen, vermutlich von lokalen Feuern. Alles sah furztrocken aus:
Und schon ging es nach etwa 30 Minuten wieder runter nach Katima. Die „große“ Embraer sah hier völlig fehl am Platze aus, der Flughafen wirkte sehr rustikal. In der Empfangshalle wartete auch schon der Fahrer von SCR und schon ging es in die Einweisung des Fahrzeugs. Der Hilux mit Baujahr 2022 hatte gute 115.000 km auf der Nabe, wirkte aber taufrisch. Der Fahrer, dessen Namen wir leider nicht mehr genau erinnern, wollte dann allen Ernstes mit dem Taxi nach Katima fahren. Natürlich haben wir ihn mitgenommen und im Zentrum von Katima zum Busbahnhof gebracht, was für ihn offenbar nicht ganz selbstverständlich war. Auf der kurzen Fahrt erzählte er von der Fahrt von Windhoek nach Katima. Er hatte in Grootfontein eine Nacht in einem Guesthouse verbracht und ist dann von dort nach Katima gefahren. Seine Rückfahrt würde er noch am gleichen Tag mit einem Bus antreten. Insgesamt hatten wir jedoch den Eindruck, dass ihm der Trip in den Norden, der ja wahrscheinlich nicht ganz alltäglich war, sehr gefallen hat.
Das waren die ersten 53 km unserer Runde:
Am Zambezi Mubala Camp stellten wir das Auto ab und luden unser Gepäck aus, um dann mit dem Boot zur Lodge gebracht zu werden. Das Procedere kannten wir ja schon aus 2022. Hier würde der Wagen jetzt erstmal drei Tage stehen. Im Nachhinein hätten wir den Wagen auch erst ab Tag 4 mieten können, wenn wir z. B. mit einem Taxi zum Zambezi Mubala Camp gefahren wären. Nachher ist man immer schlauer. An der Rezeption des Camps dann ein erster kleiner Schockmoment. Unsere Buchung für drei Nächte ab heute war in deren System eine Buchung für zwei Nächte ab morgen. Kein Problem aber, das Chalet war eh frei, also nix wie hin. Die Details klärten dann NCAT und Gondwana untereinander. Wir waren schlussendlich gegen 16:00 Uhr in der Lodge und chillten den Rest des Tages mit Savannah dry. Das Abendessen war wie bekannt vorzüglich!
Gelbsteißbülbül (Dark-capped Bulbul)
Teil 416. Dez. 2024
@ Melanie, Sue, BMW, Caroline und die stillen Mitfahrer: danke für´s Begleiten!
Tag 3: Donnerstag, 31.10.2024 Für heute hatten wir uns den Boat Cruise zur Karminspint-Kolonie vorgenommen und am Vortag für den Nachmittag statt für den Morgen gebucht, so dass wir den Vormittag damit verbrachten, noch ein wenig zu entspannen, zu lesen und dem einen oder anderen Federvieh hinterherzujagen. Fiskalwürger (Common Fiscal) Sumpfwürger (Swamp Boubou) - Danke Matthias! Halsbandbartvogel (Black-collared Barbet)
Auch konnten wir ein paar grüne Meerkatzen dabei beobachten, wie sie das eine oder andere „mitgehen“ ließen 😉 .
Am Nachmittag ging es dann pünktlich um 15:00 Uhr mit unserem Guide Masule los. Nicht nur, dass wir glücklicherweise alleine mit ihm auf dem Boot waren, er erwies sich auch als äußerst kundiger Guide. Wir entdeckten viele Vögel, darunter Rotkappenschwalben (Wire-tailed Swallow)
Dann näherten wir uns einer ersten Gruppe Hippos (später erfuhren wir am Kwando, dass die Gruppen auch als „pond“ bezeichnet werden).
Auf den Sandbänken flussaufwärts sahen wir Schlangenhalsvogel (African Darter)
Kampfläufer (Ruff, Erstsichtung) und
Zwergblatthühnchen (Lesser Jacana, ebenfalls Erstsichtung, leider nur etwas unscharf, da weit entfernt und ständig in Bewegung 😠 ).
Pygmäengänse sahen wir auch, aber leider flog der Schwarm auf, als die Kamera gerade bereit war 🙁 . Auch einen Malachit Kingfisher sahen wir leider nur noch von hinten … Nach der Umfahrung einer großen Insel fuhren wir dann stromabwärts auf dem Kanal, der wieder an dem Camp vorbeifließt. Dort hatten wir dann tatsächlich in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem stattlichen Krokodil eine Schaden am Anlasser.
Beäugt von dem nur wenige Meter entfernten Tier versuchte Masule, den Anlasser wieder flott zu bekommen. Es fehlte jedoch am passenden Werkzeug. Zum Glück kam dann von dem in Rufweite gelegenen Zambezi Mubala Camp ein anderer Bootsführer und der Schaden war dann schnell behoben. Blöd, wenn das weiter stromaufwärts passiert wäre …
Schließlich erreichten wir die Stelle, von wir dann zu Fuß zur Karminspint-Kolonie laufen konnten, nach meiner Erinnerung exakt die gleiche Stelle wie vor zwei Jahren. Hier nur eine kleine Auswahl an Photos.
Auf dem Rückweg sahen wir dann neben einem Juvenilen Schreiseeadler (African Fish Eagle) noch einen
Weißrückenreiher (White-backed Night Heron, leider nur in Beweisphoto-Qualität) und einen
Nachtreiher (Black-crowned Night Heron).
Die Rückfahrt war dann sehr stimmungsvoll.
Abendstimmung auf dem Zambezi.
Teil 516. Dez. 2024
sorry, der Nachtreiher wollte nicht mit ...
Teil 616. Dez. 2024
man übt noch ...
Teil 716. Dez. 2024
@ Konnie und Jens: Welcome on board!
Tag 4: Freitag, 01.11.2024
Eigentlich hatten wir für den heutigen Tag im Vorfeld eine Tagesausflug zu den Ngonye Falls nach Zambia geplant und auch über NCAT zuvor bei Caprivi Adventures fest gebucht. Die Victoria-Fälle hatten wir in 2017 schon einmal besucht. Leider ging es meiner Gefährtin in der Nacht nicht sehr gut (Magen-Darm), so dass sie sich entschlossen hatte, nicht mitzufahren. So stand ich dann vor der Entscheidung, entweder alleine zu fahren oder doch lieber bei meiner Frau in der Lodge zu bleiben. Natürlich habe ich mich dann (aber schweren Herzens) entschieden, auch in der Lodge zu bleiben und bin dann in der Früh zum Anleger, von wo aus Masule uns zum Camp hinüberbringen wollte, wo uns der Fahrer von Caprivi Adventures abgeholt hätte. Masule kannte zum Glück die Durchwahl des Fahrers und konnte ihn direkt informieren, dass der Trip ausfallen würde. Sehr schade, aber nicht zu ändern. Den Tag verbrachten wir dann wieder mit Abhängen in der Lodge, hauptsächlich mit dem Beobachten des sambischen Alltags auf der gegenüberliegenden Flussseite, viele Bilder sind an dem Tag nicht entstanden.
Geschäftiges Treiben auf dem sambischen Zambezi-Ufer
Graulärmvogel (Grey Go-away-Bird)
Zwergspint (Little Bee-Eater)
Abendstimmung
Zum Glück ging es meiner Frau am Abend schon wieder deutlich besser.
Tag 5: Samstag, 02.11.2024
Am Morgen dann noch ein Highlight, leider ohne Photobeweis. Schon am Vortag hatte ich das Gefühl, ich hätte einen Turako in den Baumwipfeln gesehen, war mir aber nicht sicher. Doch ja, nach dem Frühstück auf dem Weg zum Chalet sahen wir ihn wieder. Jeder Versuch, ihn auf Zelluloid zu bannen, war jedoch zum Scheitern verurteilt. Er hüpfte pausenlos in der obersten Etage umher und flog schließlich zu einem weiter entfernten Baum, wobei wir jedoch seine Turacin-roten Schwungfedern bewundern konnten. Nach dem Verbreitungsgebiet müsste es sich um einen Schalow´s Turako gehandelt haben.
Da wir heute nur eine sehr kurze Fahrt zum Chobe River Camp vor uns hatten, ließen wir uns alle Zeit der Welt und entschlossen uns, uns erst 11:00 Uhr zum Camp hinüberfahren zu lassen.
Panorama
Zambesi-Impression
Fazit Zambezi Mubala Lodge (3 Nächte) Unterkunft: 5 von 5 Essen: 5 von 5 Service: 5 von 5 Preis-Leistungsverhältnis: 5 von 5 Zusammenfassung: Da wir schon 2022 hier waren, wussten wir, was uns erwartet. Die Atmosphäre könnte „afrikanischer“ sein, zugegeben, die Chalets könnten auch in Bremerhaven stehen, bieten aber allen Komfort und der Blick auf den Zambezi und hinüber nach Zambia ist umwerfend. Das Personal ist äußerst aufmerksam und top geschult! Der Boat Cruise zu den Karminspinten hat wieder weit mehr geboten als "nur" die Bienenfresser. Wenn man zur Zeit der Karminspint-Brut in der Zambezi-Region unterwegs ist und etwas Interesse an Vögeln hat, sollte man sich das nicht entgehen lassen.
Als wir dann unser Fahrzeug bepackt hatten und starten wollten die nächste Überraschung: Die Batterie war tot. Das Fahrzeug hatte einen Engel, der an einer zweiten Batterie hing, den hatten wir aber komplett abgeschaltet, da wir keinen Kühlschrank brauchten. Daran lag´s also nicht. Ich vermutete zunächst, womöglich das Radio angelassen zu haben (der Lichtschalter war auch off) – wie auch immer – wir lernten einen neuen Fachbegriff im Englischen: Jump Start. Ein übelgelaunter Camp-Mitarbeiter stellte uns kurz seinen laufenden Motor zu Verfügung (er hatte offenbar anderes vor …) und wir konnten losfahren. Zunächst ging es nochmal hoch nach Katima, denn wir wollten den Tank komplett voll machen (bei der Übernahme bekommt man den Wagen nur mit dem ersten gefüllten Tank, also rund 80 Liter. Danach ging es dann wieder zurück auf der B8 Richtung Goma Ngoma:
Eigentlich hatte ich wegen der zur Verfügung stehenden Zeit und wegen der kurzen Entfernungen vorgehabt, von Bukalo aus den Schlenker über die D3507 zum Lake Liambezi zu nehmen, aber aufgrund der extremen Trockenheit und dem vermutlich ebenfalls wasserlosen See entschieden wir uns stattdessen, noch am Nachmittag einen ersten Gamedrive an der Chobe Riverfront zu machen. So bezogen wir also zunächst unser flammneues Zelt-Chalet. Alle alten Zelte, die wir noch aus 2017 kannten, werden aktuell gegen deutlich geräumigere Zelt-Chalets ausgetauscht, mit separatem Bad, Klimaanlage du allem Zipp und Zapp. Platz genug jedenfalls hatte es.
Wir waren ja vorgewarnt und wussten schon im Vorfeld, dass es keine Boat Cruises geben würde wegen des extrem niedrigen Wasserstandes. Aber so hatten wir es nicht erwartet. Es war kein Fluss mehr da. Was wir von der Lodge aus sahen, waren nur noch Rest-Tümpel:
Das letzte bisschen Chobe
Im Camp hieß es, dass der Zufluss vom Linyanti komplett trockengefallen war.
Im Vergleich: So sah es im Mai 2017 aus:
Nun ja, wir machten uns also auf den Weg nach Botswana: der Grenzübertritt war schnell erledigt. Vom Ngoma Gate fuhren wir zunächst den direkten Weg auf der Tiefsandstrecke runter zum „Ufer“, nur leider gab es kein Ufer mehr. Statt dessen eine dystopische Landschaft mit vielen Knochen, sehr mageren und auch vielen toten Tieren.
Der Geier hatte etwas symbolisches ...
Panther-Schildkröte
Im Hintergrund das Chobe River Camp
Da nicht mehr allzu viel Zeit war und der Grenzübergang um 18:00 Uhr schließen würde, sind wir nur bis Ihaha gefahren und dann den gleichen Weg zurück. Auf der vorgelagerten Terrasse des Camps war dennoch eine schöne Stimmung und an den Tümpeln konnten wir noch den einen oder anderen Vogel ablichten:
Dennoch waren wir etwas deprimiert und fragten uns, was denn die zwei nächsten Tage (beide waren geplant an der Chobe Riverfront) wohl bringen würden. Dazu später mehr, vermutlich aber erst am Wochende ...
Teil 821. Dez. 2024
Lotusblume: "Virtuell begleite ich Euch gerne weiter und bin auf weitere Abenteuer gespannt." Auch an Dich ein herzliches Willkommen!
Tag 6: Sonntag, 03.11.2024
Heute ging es wieder über die Grenze und zum Ngoma-Gate. Der Plan war, heute die Riverfront von West nach Ost bis zum Sedudu-Gate zu durchfahren und morgen dann umgekehrt. Da wir am Vortag aber bergauf im Tiefsand auf der direkten Zufahrt schwer zu kämpfen hatten 😉, erkundigten wir uns nach der Alternativzufahrt über die Route 17. „Kein Problem“ meinte der freundliche Ranger am Gate und erklärte uns kurz, wie die Einfahrt von der Transitstrecke aus zu erkennen sei. So fuhren wir also zunächst exakt 8,2 km Richtung Kasane. Dann ging es auf einer im Vergleich zur Zufahrt am Ngoma-Gate sehr angenehm zu fahrenden Piste Richtung „Ufer“. Unterwegs sollten wir etwa auf halber Strecke zwischen Simwanza und der Uferstrecke auf einen Giraffenkadaver achten, die Löwen, die die Giraffe gerissen hatten, seien auch noch in der Nähe. Trotz sehr detaillierter Beschreibung der mutmaßlichen Fundstelle durch den Ranger entdeckten wir aber weder den Kadaver noch die Beutegreifer. Lediglich lebenden Giraffen begegneten wir – auch nicht schlecht.
ich sehe niemand und niemand sieht mich 😗
Auch Kudus sahen wir
und Tokos
sowie eine Gabelracke Spatelracke (Racket-tailed Roller - Dank an Bele!)
Unten am „Fluss“ angekommen, nahmen wir die Piste immer am „Ufer“ entlang. Gelegentlich gab es Tümpel. In einem konnten wir dann eine Gruppe Hippos im Salat beobachten, die mehrere Kleine dabei hatten.
In der Nähe des Wassers waren immer ein paar Tiere zu sehen:
Afrikanischer Klaffschnabel
Schakal im falschen Rudel
Eine Herde Büffel unter einem großen Baobab
Zebras an der Tränke
beobachtet von zwei ziemlich lässigen Pavianen
braune Sichler
Dann kam uns ein Fahrzeug mit einem jungen Pärchen entgegen, die uns anzeigten anzuhalten und erzählten, dass sie etwa 200 Meter weiter zwei Löwenmädchen gesehen hätten und erklärten uns genau den Weg und die Stelle. Wir haben sie dann auch sofort gefunden und waren lange Zeit mit den beiden alleine 😛. Sie waren wohl etwas vollgefressen, denn sie hatten kürzlich ein geschwächtes Elefantenkalb gerissen. Dessen Kadaver haben wir aber dann erst am nächsten Tag gesehen.
Die beiden Löwinnen hechelten vor sich hin und suchten gelegentlich nach mehr Schatten. Dabei ließen sie sich keinen Deut von uns stören. Wir waren sicher eine gute Stunde mit den zweien allein, bevor wir dann weiterfuhren Richtung Sedudu. Auf dem Weg dorthin sahen wir noch viele badende Büffel und im Hintergrund etliche Kühe, die am frühen Morgen auf der namibischen Seite Richtung „Fluss“ getrieben worden waren.
Später entdeckten wir dann noch einen Elefantenkadaver, auf den uns der Ranger eines Lodgefahrzeugs aufmerksam gemacht hatte. Dort in der Nähe befänden sich ebenfalls Löwen. Tatsächlich haben wir dann noch eine weitere Löwin im Busch entdeckt, von ihr aber nicht viele Photos machen können, da sie sehr versteckt lag und vom Rest ihres Rudels war auch nichts zu sehen.
So fuhren wir dann mit einer Überdosis Löwe weiter Richtung Sedudu und entdeckten noch lebende, aber sehr magere Elefanten, die sich schützend um ihre Kleinsten gruppierten
einen stattlichen Rappenantilopenherrn
und dann – kurz vor dem Abzweig von der Uferpiste Richtung Sedudu-Gate – zwei Gamedrive-Fahrzeuge an einem Busch. Was da wohl im Busch war?
Unser erster "freilebender" Leo. Auch wenn wir kaum gute Photos machen konnten, weil er sich ziemlich bedeckt hielt in seinem schattigen Versteck, so waren wir doch sehr happy.
Nebenan noch ein schönes Schopffrankolin (Crested Francolin)
und kurz vor dem Sedudu-Gate noch eine sehr magere Eli-Mutter mit ihrem Kalb. Es wunderte uns nicht, dass wir heute zwei Elefantenrisse gesehen haben, die Tiere müssen schon sehr geschwächt gewesen sein von der Dürre.
Nach der Ausfahrt haben wir in Kasane noch schnell ein paar Flaschen Wasser gekauft. Die Rückfahrt über die Transitroad war ebenso unspektakulär wie der erneute Grenzübertritt. Am nächsten Tag wollten wir die Riverfront dann auf umgekehrten Wege durchfahren.
Teil 921. Dez. 2024
Tag 7: Montag, 04.11.2024
Schönstes Wetter heute morgen, hier ein Blick auf die Schwemmebene von der Terrasse des Camps, einmal November 2024 und einmal Mai 2017. Was für ein Unterschied!
Heute wollten wir wieder durch die Riverfront, diesmal erst auf der Transitstrecke nach Kasane bzw. zum Sedudu-Gate. Direkt hinter dem Ngoma-Gate sahen wir zum ersten Mal auf einer unserer Reisen die märchenhaften Hornraben direkt neben der Straße herumpicken. Vögel wie aus einem Fantasy-Film. Wie schön!
Gegen halb 11 waren wir am Sedudu-Gate, wo nix los war (also fahrzeugtechnisch). Nach dem Gate dann die ersten Elefanten, die im Buschwerk nach Schatten suchten.
Vom Sedudu-Gate ging es nach einer Senke zunächst bergan bis zu einem Viewpoint, von dem aus man einen phantastischen Blick auf die Flussbiegung direkt bei Kasane hat.
Weiter ging es dann zunächst auf recht festem Tiefsand (in der Nacht hatte etwas geregnet) zur Uferpiste.
Hier sahen wir
Elefanten
Kudus
Impala
mehr Kudus und mehr Elefanten
einen schönen Pferdeantilopen-Bock
Bei Serondela haben wir dann eine kurze Pause gemacht. Leider wollte uns ein Pärchen mit ihrem eigenen top-ausgestatteten Camping-Rover (vermutlich Südafrikaner) keinen Anteil des Schattens unter einem großen Baum abgeben, denn sie brauchten viieeehl (1) Platz für ihren Camping-Tisch, der allerdings noch nicht stand, als wir dorthin fuhren. Nun ja, wir vertraten uns ein wenig die Beine, schauten zu, wie eine Meerkatze einer anderen Touristin einen grünen Apfel stahl und fuhren dann weiter, wieder an der Uferlinie entlang.
Dann kamen wir an die Stelle, wo wir am Vortag die beiden Löwinnen gesehen hatten. Und siehe da, die erste lag tiefenentspannt direkt neben der Piste:
Ganz in der Nähe einen großen, etwas zerzausten Giraffen-Bullen.
Draußen auf der Schwemmebene jagten einander die zahlreichen Staubteufel, die eindrucksvoll unterstrichen, wie trocken es abseits der verbliebenen Tümpel war.
So konzentrierten sich natürlich viele Tiere am Wasser, hier einmal drei schwarzgraue Dickhäuter-Arten auf einem Fleck:
Etwa 150 m hinter der ersten Löwin sahen wir dann ihre Schwester an exakt dem gleichen Busch, an dem wir beide am Vortag gesehen hatten.
Später dann als Erstsichtung für uns in Afrika einen auch hierzulande bekannten Greif:
Fischadler (Western Osprey)
Weiter ging es dann immer an der „Ufer“-Linie entlang mit Büffeln und Hippos
Nach der Rückkehr ins Camp dann das mittlerweile gewohnte 17:00 Uhr Savannah und noch ein paar Eindrücke von der Terrasse mit
Klaffschnabel und Graureiher
Vier (😊) Impala und zwei (😊) Kuhreiher
Morgen würden wir dann ein letztes Mal nach Botswana einreisen, wo wir zwei Nächte in der Thobolo´s Bush Lodge gebucht hatten.
Teil 1023. Dez. 2024
Tag 8: Dienstag, 05.11.2024
Heute hatten wir wieder eine sehr kurze Etappe, nur 59 km, also wieder ein entschleunigter Tag. Bei der Planung der Tour hatte ich einen Abstecher zur Thobolo´s Bush Lodge eingebaut, um von dort aus endlich mal nach Savuti zu kommen, und sei es nur für einen Tagesausflug. Gerne hätten wir einmal mehr Zeit in der Region Savuti / Khwai / Xakanaxa verbracht, aber wenn man nicht campt und nicht gerade Investmentbanker ist, dann ist das unerschwinglich. Und selbst wenn man es sich leisten kann – wir würden es nicht wollen, die Preise sind jenseits von irgendwas. Schon die zwei Nächte Thobolo´s waren an der Schmerzgrenze. So machten wir uns dann nach dem Frühstück – wieder in aller Ruhe, denn nach Savuti würde es erst am nächsten Tag gehen – gen Katchikau und weiter zur Thobolo´s Bush Lodge auf:
Bis Katchikau auf Asphalt, danach noch weitere 14 km auf der bekannten Tiefsandpiste. War aber kein wirkliches Problem.
Tiefsandpiste ab Kachikau
Am frühen Nachmittag kamen wir an und wurden herzlich von Dany und seiner Frau empfangen. Sie zeigten uns das Hauptgebäude mit einer sehr schönen großen Terrasse im ersten Stock mit Blick auf die Barangwe-Pan und das Wasserloch direkt vor der Lodge. Die Bar-Terrasse erinnerte mich in ihrem kolonialen Stil an die des Africa House Hotel in Stone Town, Zanzibar. In der Bar konnte man sich zu jeder Zeit selbst mit Getränken versorgen 🙂 . Unser Chalet war ein Doppel-Chalet mit einer zentralen Küche sowie zwei Doppelzimmern an jeder Seite mit jeweils eigenem Bad. Von der Küche ging es eine Treppe hoch zu einem privaten View-Desk. Von hier hatte man einen tollen Blick auf das Wasserloch und die Pan. Den ganzen Nachmittag herrschte ein ständiges Kommen und Gehen an Elefanten, mal kam eine Gruppe von links, dann eine von rechts. Es müssen an die hundert Tiere gewesen sein, die sich an dem Nachmittag dort ein Stelldichein gaben.
Dany meinte, das Wasserloch bei Thobolo´s sei das einzige zwischen Savuti und dem Chobe, daher würden aktuell viele Tiere dorthin kommen. Sobald der Regen richtig einsetzen würde, kämen deutlich weniger, die Elefanten würden dann alle in das Herz des Nationalparks abwandern.
Marabu
Im Laufe des Nachmittag haben wir noch ein wenig Zeit an dem sehr sauberen Pool verbracht und den Rasenmähern beim Rasen mähen zugeschaut:
vor dem Dinner haben wir dann noch mal dem Elefantentreiben von der Barterrasse aus zugesehen:
und später dem Büffeltreiben:
Gegen sechs hatten auf einmal wie auf Signal die Elefanten einer großen Büffelherde Platz gemacht. Draußen auf der Pan lagen auch mehrere Kadaver herum, manchmal kam auch ein Hauch des Geruchs über das Gelände:
Auf dem Weg zu unserem Zimmer dann ein seltsames Erlebnis, leider gibt´s keine Photos davon. Als wir die Treppe im Hauptgebäude runtergingen hörten wir ein Geräusch wie von einem Hagelschauer, verursacht durch Hunderte von Zikaden, die wie irre die Lampen rund um den Eingang zum Hauptgebäude torpedierten und etliche davon schon tot auf dem Boden lagen. Die Tiere sind gut daumengroß. Spooky!
Beim Abendessen dann wieder Elefantenkino, das ging dann, den Geräuschen nach zu urteilen, die ganze Nacht weiter.
Blick von der Restaurant-Terrasse:
Geschlafen haben wir leider nicht gut, denn die Zimmer waren nicht klimatisiert und durch die Bauweise bedingt haben sie sich sehr stark aufgeheizt. In der Nacht war es sicher nicht kühler als 25°C.
Morgen dann geht es nach Savuti!
Teil 1124. Dez. 2024
@ Nacho: Hallo Silvia, danke für´s Mitreisen!
Tag 9: Mittwoch, 06.11.2024
Hier einmal der Blick auf unser recht großzügiges, aber leider sehr warmes Chalet:
Am gestrigen Nachmittag hatten wir am Pool zwei Jungs etwa Mitte Ende zwanzig kennengelernt, die zum ersten Mal in Afrika und mit dem Dachzelt Richtung Delta unterwegs waren. Sie hatten etwas Respekt vor der Fahrt nach Savuti und so haben wir ihnen angeboten, dass wir zusammen fahren (was nicht nötig gewesen wäre). Bis Savuti Campsite sind wir so dann im Convoi unterwegs gewesen:
In der Zwischenzeit haben wir an manchen Stellen die Zikaden bei dem bemerken können, was sie üblicherweise tun: Zirpen, und zwar mit gefühlt 120 db. Einmal fragte meine Frau, während wir hochtourig durch den Tiefsand pflügten, was denn das für ein Geräusch sei. Fenster auf: Zikaden, aber Ohren betäubend.
Vom Ghoha Gate ging es dann die restlichen knapp 30 km runter bis zur Brücke über den Savuti Channel und die Campsite, wo wir etwa gegen 10:30 Uhr ankamen. Am Wasserloch ein kurzes Stück nördlich der Brücke sahen wir ein paar wenige Tiere
Giraffe mit Pferdeantilope
Giraffe mit Impala
Giraffe mit Elefant
Die beiden Jungs wollten in Savuti campen, hatten aber nicht reserviert, fanden keine freie Campsite und machten sich dann direkt auf weiter die nächsten rund 100 km bis Khwai 😐 . Wir verabschiedeten uns und wünschten Ihnen viel Glück bei der Suche nach einer freien Campsite. Wir tranken dann erstmal was und machten uns dann auf den Weg auf eine zutiefst deprimierende Rundfahrt durch Savuti. Was sahen wir? Nichts! Nicht ein Tier. Nicht mal eines von den üblichen Verdächtigen … Noch nicht mal ein Warzi! Wir kurvten am Savuti entlang und durch ihn hindurch, Ufer rauf, Ufer runter, nach Süden zu den Kudu Hils, durch das Gewirr von Wegen zum Bushmen Painting Hill, her und hin und hin und her, dann zum Leopard Rock – nichts!
Frustriert beschlossen wir, uns frühzeitig auf den Heimweg zu machen. Immerhin sahen wir dann am Wasserloch noch ein paar
Pferdeantilopen
Hinter dem Abzweig zum Savuti Airstrip dann noch ein Steinböckchen (das erste in diesem Jahr!)
und kurz vor dem Ghoha Gate dann noch zwei prächtige Elefantenbullen:
Da wir auf der Rückfahrt gut in der Zeit waren, bogen wir auf halber Strecke zwischen der Linyanti Road und Thobolo´s einmal nach links ab in das Forest Reserve Richtung Parakarungu. Hier standen viele, sehr schöne Akazien und auch ein paar Giraffen trafen wir
Dann sind wir zurück zur Lodge und haben noch ein wenig Zeit am Pool verbracht und später dann noch auf der Bar-Terrasse.
Baboons
Es begann schon leicht zu dämmern, als wir etwas weiter draußen auf der Pan plötzlich einen einsamen, riesigen Elenbullen sahen:
Er wurde sozusagen begleitet von drei Wildhunden. Von denen hatte uns die Frau von Dany erzählt. Auch sie schienen recht mager zu sein und dass sie nur zu dritt unterwegs waren, spricht Bände. Irgendwann, nachdem sie dem Elen-Bullen sehnsüchtig hinterhergeblickt hatten, kauten sie noch ein wenig an den herumliegenden Knochen herum und verschwanden Richtung Nordosten in die anbrechende Nacht.
Kurz vor dem Abendessen sahen wir dann eine große Regenfront im Norden. Gewittert hatte es schon die ganzen letzten Tage, aber so richtig ergiebiger Regen war wohl noch nicht dabei.
Am Morgen würde es dann auf die bisher längste Etappe zum Nkasa Rupara Nationalpark gehen.
An dieser Stelle einmal allen Mitlesenden ein frohes Weihnachtsfest!
Teil 1226. Dez. 2024
Tag 10: Donnerstag, 07.11.2024
Heute stand mit 256 km die bislang längste Etappe an:
Beim Abschied riet uns Dany, nicht den direkt Weg nach Kachikau zu nehmen, sondern einen kleinen Umweg von etwa 1 km über eine Nebenstrecke. Hier würden wir eine Baobab finden, an dem eindrucksvoll erkennbar wäre, was eine Dürre wie in diesem Jahr anrichten kann. Er meinte, der Baum sei sicher gut 1.000 Jahre alt und nur ein einziges Dürrejahr wie dieses würde reichen, um ihm den Gnadenstoß zu geben. Als wir dort ankamen, trauten wir unseren Augen nicht: Bis zu einer Höhe von gut 4 Metern hatten Elefanten auf der Suche nach Nahrung und Wasser den Stamm zerstört. Dieser Baum würde wohl nicht mehr lange stehen :(:
Auch bei den übrigen Bäumen in der Umgebung waren die Rinden von Elefanten großflächig abgeschält. Kein schöner Anblick:
Hinter Kavimba in der Nähe von Mwandi View dann das nächste herzzerreißende Bild: Ein Eli-Kalb, völlig allein und erkennbar abgemagert, scharrte am Straßenrand nach Essbarem. Wir mochten uns nicht vorstellen, wie es diesem Kalb wohl weiter ergehen mochte:
Nach einer ereignislosen Fahrt über die C49
erreichten wir schließlich Sangwali. Das erste mal waren wir 2017 hier, lediglich um das Livingstone-Museum einmal zu besuchen (was sich gelohnt hatte!).
Weiter ging es dann hinter dem Ort über die neuen Stahlbrücken
weiter zur Nkasa Lupala-Lodge, wo wir schon 2022 drei Nächte verbracht hatten:
Der Nkasa Rupara NP hatte es uns vor 2 Jahren angetan. Landschaftlich einer der schönsten Parks, wie wir finden. Im September 2022 war er noch auf dem Höhepunkt der Trockenzeit tatsächlich ein einziges großes Feuchtgebiet. So war damals unser Versuch, Nkasa Island zu erreichen, zum Scheitern verurteilt und überall fanden sich wasserführende Kanäle und Schwemmebenen. Auch wenn der Park recht klein ist (die Strecke vom Shisinze Gate bis zum Jackalberry Camp beträgt nur rund 14 km), kann man dort recht schnell die Orientierung verlieren und es gibt einige Tiefsandpassagen. Landschaftlich ist der Park wie gesagt recht vielfältig.
Vor zwei Jahren war der Gasiku-Channel direkt an der Lodge noch ordentlich mit Wasser gefüllt und mit Riedgras und Papyrus umstanden. Davon war in diesem Jahr nichts mehr zu sehen. Die schlammige Senke wurde tagsüber mit etwas Wasser aus dem Bohrloch befüllt, mehr als ein Rinnsal war das aber nicht. Dennoch lockte das natürlich Tiere von nah und fern an. Warzis waren immer da:
Später am Nachmittag dann kam eine große Büffelherde:
Vor zwei Jahren hatten wir uns geärgert, weil wir die „Combo“-Tour nicht gemacht hatten (Gamedrive zum Jackalberry Camp und von dort weiter mit dem Boot auf dem Linyanti). Die damaligen Teilnehmer waren mehr als begeistert. Uns so fragten wir diesmal natürlich, ob die Combo-Tour angeboten würde. Sie wurde, allerdings meinte Ben, der Lodge-Manager, dass man nicht mehr sehr weit mit dem Boot käme und in den letzten Tagen die Boote gelegentlich auf Grund gelaufen waren. So verzichteten wir auf eine Buchung und beschlossen, in den nächsten beiden Tagen der Park wieder auf eigene Faust zu erkunden. Am späten Nachmittag konnten wir dann noch ein paar schöne Aufnahmen machen von einem
Schmarotzermilan (Yellow-billed Kite)
Sattelstorch (Saddle-billed Stork). Diese hatten wir schon immer mal in den verschiedensten Parks gesehen, aber diesmal fiel mir erstmals dieser nackte, rote Brustfleck auf, der für diese Vögel kennzeichnend ist (neben dem Schnabel natürlich),
und noch von der einen oder anderen Gabelracke
Diese Vögel sind sozusagen die Top-Models, da nicht nur besonders hübsch anzuschauen, sie können auch hervorragend posieren.
Vor zwei Jahren haben abends alle Gäste gemeinsam an einer langen Tafel diniert. Das hat man wohl zwischenzeitlich eingestellt, worüber wir nicht nur unglücklich waren. Das Essen war lecker, aber auf das abendliche Klicken der Riedfrösche, auf das ich mich so gefreut hatte, mussten wir aus den oben genannten Gründen verzichten. Übrigens haben wir dann an dem Abend erfahren, dass Donald Trump dann definitiv die Präsidentenwahl gewonnen hatte – Nix als Ärger ….
Morgen geht´s dann auf den ersten Gamedrive.
Teil 1327. Dez. 2024
sorry, habe ganz vergessen, ein kurzes - zugegeben sehr subjektives - Fazit zu den letzten beiden Unterkünften zu geben:
Fazit Chobe River Camp (3 Nächte) Unterkunft: 4 von 5 Essen: 3,5 von 5 Service: 3,5 von 5 Preis-Leistungsverhältnis: 3,5 von 5 Hier waren wir 2017 schon mal. damals hieß das Camp noch Camp Chobe und war noch nicht unter Gondwana-Leitung. Die Lodge eignet sich hervorragend für Ausflüge an die Chobe River Front, wenngleich natürlich jedesmal ein Grenzübertritt notwendig ist, was aber nach unserer Erfahrung immer sehr flott ging. Auf der Westseite der Riverfront ist deutlich weniger Verkehr als auf der Ostseite Nähe Kasane. Wenn man allerdings von hier aus auf einen Boat Cruise hofft, sollte man vielleicht nicht in den Monaten September bis Dezember dort buchen, denn es gibt keine Garantie, dass der Wasserstand dann ausreicht. Bei unserem Aufenthalt war es leider nicht möglich, was wir zum Zeitpunkt der Tourplanung und Buchung natürlich noch nicht wissen konnten. Alternativ kann man einen Kanu-Ausflug buchen, wenn man Kühe von unten sehen möchte 😁. Statt dessen einen Boat Cruise in Kasane zu buchen, ist wegen der Öffnungszeiten der Grenzstation kaum realisierbar. Die neuen Zelte sind schon klasse, sehr geräumig und komfortabel.
Fazit Thobolo´s Bush Lodge (2 Nächte) Unterkunft: 3 von 5 Essen: 3 von 5 Service: 4,5 von 5 Preis-Leistungsverhältnis: 2,5 von 5 Die Wahl dieser Unterkunft war ein Kompromiss, da wir nicht zelten und einmal nach Savuti wollten. Viel Platz in der Unterkunft, auch für 4 Personen geeignet, aber nicht klimatisiert. In einem Safarizelt ist es nachts meist genauso warm oder kalt wir draußen - hier nicht. Hier war es nachts drinnen deutlich wärmer als draußen. Preislich hat es natürlich nicht die Dimensionen der Lodges im Delta oder in Savuti, dennoch aber "Botswana-Niveau". Würden wir nicht nochmal machen, wenngleich der Service durch das Betreiber-Ehepaar vorzüglich war. Als Stopover zwischen Kasane und Maun dennoch eine Option.
VG Robert
Teil 1428. Dez. 2024
Tag 11: Freitag, 08.11.2024
Am Morgen schauten wir aus dem Bett auf die Ebene vor der Lodge und sahen eine große Büffelherde zum Wasserloch ziehen.
Sie sollte bis zum Abend dort bleiben … (Achtung, Spoileralarm!)
Nach dem Frühstück ging es dann auf den ersten Gamedrive in den Park. Aufgrund der Trockenheit (hatte ich das schon erwähnt?) hatten wir beschlossen, heute zunächst in Richtung Nkasa Island zu fahren, woran wir ja vor zwei Jahren gescheitert waren. Damals war einfach viel zu viel Wasser in den Kanälen, ein Durchkommen unmöglich. Wenige km hinter dem Gate geht es von der westlichsten Route in Richtung Südwesten in die Schwemmebene zwischen den beiden namensgebenden Inseln des Parks, siehe Aufzeichnung:
Diesmal ging es problemlos und wir beschlossen, zunächst die Shivumu-Pools anzusteuern, in der Hoffnung, dort gäbe es vielleicht Pools 😕. Auf dem Weg dorthin passierten wir eine endlos wirkende Ebene mit gelbem Gras, Tiere sahen wir keine. Zwischenzeitlich kam ein starker Wind auf und Sand und Staub wurden derart aufgewirbelt, dass man fast das Gefühl hatte, man stecke in einer Nebelbank, so schlecht wurde die Sicht. An den „Pools“ angekommen sahen wir natürlich auch hier kein Wasser und demzufolge auch keine Tiere, so dass wir beschlossen, auf der südlichen Route Richtung Rupara Island zurückzufahren und im Jackalberry Camp eine kurze Pause einzulegen. Schon bald verloren sich die Pisten aber im Ungefähren und mehrmals hatte ich überlegt, einfach umzukehren und der getrackten Route zu folgen. Schließlich konnten wir den Galeriewald entlang des Linyanti in der Ferne erkennen und steuerten auf kaum erkennbaren, älteren Pisten quer über die Schwemmebene in Richtung Fluss. In der Nähe des Jackalberry Camps dann die erste nennenswerte Sichtung:
Riedbock
Im Jackalberry Camp machten wir eine kurze Pause und gönnten uns ein Kaltgetränk. Die nette Mitarbeiterin erklärte uns, wie wir zur Anlagestelle der Boote am Linyanti-Ufer kämen und so beschlossen wir, kurz dorthin zu fahren. Dazu mussten wir eine kurze Wasserdurchfahrt passieren, die Holzbrücke dorthin sei durch ein Fahrzeug beschädigt worden und nicht mehr passierbar. Die Durchfahrt war aber kein großes Problem. So gelangten wir zum Fluss Nr. 3 😉 unserer Tour.
Viel sahen wir nicht, es war früh am Mittag, nur wenige Tiere waren unterwegs und es war brüllend heiß.
So beschlossen wir, zeitig zur Lodge zurückzufahren und am späten Nachmittag nochmals herzukommen, als uns ein Pickup entgegenkam, vollbesetzt mit uniformierten und nicht-uniformierten, schwerbewaffneten Männern auf der Ladefläche. Kurze Schrecksekunde. Der Fahrer bedeutete uns, anzuhalten und verlangte unser Permit zu sehen. Es war eine Anti-Poaching Unit. Wir zeigten ihm unser Permit. Der Fahrer (offenbar der Chef der Gruppe) war sehr freundlich und meinte, das Permit sei unser „Reisepass“ im Park. Wir kamen kurz ins Gespräch mit ihm und erzählte, dass sie auf der Suche nach (namibischen) Fischern seien, die gelegentlich illegal im Parkgebiet im Linyanti fischen würden.
Achtung: Wer in der Nkasa Lupala Lodge nächtigt, kommt von dort auch ohne Bezahlung in den Park, das wäre aber nicht empfehlenswert. Also immer zuerst zum Gate und das Permit besorgen! Nach dieser Begegnung machten wir uns auf den Weg zurück zur Lodge. Auf der Fahrt dorthin begegneten wir einer kleinen Gruppe Zebras:
Zebras gehn immer! Während der Nachmittagspause bei Kaffee und Kuchen beobachteten wir am Wasserloch Kudus, Impala, Baboons und Warzis:
Nach der Pause gegen vier machten wir uns nochmal auf den Weg zum Linyanti. Unterwegs sahen wir einen prächtigen Kudu-Herrn
einen Gaukler (Bateleur)
sowie einen
Elsterwürger (Magpie Shrike)
Am Fluss, von dem wir uns in der Tat kaum vorstellen mochten, auf ihm mit einem Boot zu fahren
sahen wir Letschwe und Impala:
Auf der Rückfahrt begegneten wir dann noch einer kleinen Elefantenherde:
Am Abend dann ein besonderes Erlebnis: Wir saßen mit sechs oder acht weiteren Gästen beim Diner, es war stockduster, als auf einmal ein ohrenbetäubender Lärm, bestehend aus Geblöke und dem Lärm hunderter Hufe einer Stampede, losbrach. Die Büffelherde, die schon den ganzen Tag am Wasserloch verbracht und sich dort zur Nacht niedergelassen hatte, war binnen Sekunden auf und davon im Busch verschwunden. Auf der gegenüberliegenden Böschung, ca. 100 m entfernt direkt vis-a-vis der Lodgeterrasse, sahen wir Bewegung. Die Mitarbeiter der Lodge holten eilends Scheinwerferlampen und wir konnten erkennen, dass zwei Löwinnen sich ein Kalb aus der Herde gerissen hatten, dessen leises und hohes Geblöke rasch erstarb. Durch das Licht der Lampen konnten wir die beiden Löwinnen immer mal wieder im hohen Gras erkennen, ebenso das Kalb. Für Photos allerdings reichte es nicht. Doch damit nicht genug. Auf einmal kam eine Mitarbeiterin herum und flüsterte leise „there´s a Leopard at the waterhole“. Und tatsächlich: In aller Ruhe hatte sich mitten in dem Chaos ein Leopard dem Wasser genähert und begann ausgiebig zu trinken. Es wusste wohl genau, dass er in nächster Zeit von den Löwinnen nichts zu befürchten hatte. Die Distanz zwischen den Löwinnen und dem Leopard betrug vielleicht 100 bis 150 Meter. Etwa 15 Minuten verbrachte er am Wasserloch, um dann wieder in der Dunkelheit zu verschwinden. Außer einigen Bildern in „Beweisphoto“-Qualität konnten wir natürlich nichts gewinnen, aber dennoch war das ein sehr eindrucksvolles Erlebnis.
Insgesamt haben wir an diesem Tag auf zwei Fahrten 96 km im Park zurückgelegt. Morgen geht es dann zum zweiten Mal in den Park.
Teil 1531. Dez. 2024
Tag 12: Samstag, 09.11.2024
Am Morgen suchten wir natürlich zunächst mit dem Fernglas das Gelände rund um den gestrigen Löwenriss herum ab in der Hoffnung, noch ein paar der Katzen beim Verdauungsschlaf zu entdecken. Aber außer dem abgenagten Rippenbogen des Kalbs im hohen Gras konnten wir nicht mehr viel entdecken. Nach dem Frühstück machten wir uns daher auf den Weg zum nächsten Gamedrive. Heute wollten wir nur einmal in den Park und beschlossen, zunächst die östliche Route in Richtung Linyanti zu nehmen und die Pisten im östlichen Teil des Parks zu erkunden.
Wir fanden den Abzweig in Richtung der auf der alten NamParks-Karte mit dem Ziel „Baobab“ gekennzeichneten Piste:
Hier war offenbar auch schon länger niemand mehr unterwegs gewesen:
Wir kreuzten den ausgetrockneten Gasiku-Channel und fuhren weiter Richtung Nordosten. Die Landschaft war zum Niederknien schön. Neben verschiedenen Impala und Kudus sahen wir dann auch die ersten insgesamt 8 Gnus auf dieser Reise. Hinter der Gruppe tauchte dann aus Norden kommend auf einmal eine (unsere?) große Büffelherde auf. Im Gänsemarsch zogen sie Richtung Linyanti. Die Herde erstreckte sich soweit das Auge reichte vor uns aus und war erkennbar nervös.
Ein Passieren war nicht möglich und da der „Kuhzug“ kein Ende nahm, beobachteten wir sie noch ein wenig und fuhren dann zurück Richtung Fluss. Auf dem Weg dorthin die üblichen Schattenparker:
Am Fluss angekommen sahen wir zahlreiche Letschwe friedlich grasen und auf der Botswana-Seite einige Elis im Gebüsch.
Gäbe es hier bloß einen Hide mit Dach, man könnte hier stundenlang sitzen … So wurde es uns dann irgendwann zu heiß und wir machten uns auf den Weg Richtung Lodge.
Unterwegs sahen wir noch eine Riesentrappe (Kori Bustard)
und ein paar Hartlaub Drosslinge (Hartlaub´s Bubbler)
Insgesamt sind wir 55 km durch den Park gecruist:
Und wieder – wie schon am Vorabend – kam der Leopard zum Trinken an das Wasserloch, leider wieder nicht mehr als ein Beweisphoto:
Am nächsten Tag ging es dann wenige km weiter zum Camp Kwando und damit zum Fluss "Nr. 4".
Teil 1631. Dez. 2024
Tag 13: Sonntag, 10.11.2024
Heute hatten wir mit ca. 58 km wieder eine recht kurze Überführungsetappe zum Camp Kwando auf dem Plan:
Doch zunächst beobachteten wir beim Frühstück noch eine große Gruppe Baboons beim Trinken:
Fazit Nkasa Lupala Lodge (3 Nächte) Unterkunft: 4 von 5 Essen: 3,5 von 5 Service: 4 von 5 Preis-Leistungsverhältnis: 4,5 von 5 2022 waren wir sehr begeistert, sowohl von der Unterkunft, als auch vom Park. Daher war es keine Frage, dass wir auch diesmal hier 3 Nächte würden verbringen wollen. Rückblickend hat es sich unbedingt gelohnt, trotz oder wegen der Trockenheit. Der Nkasa Rupapa NP kann einen vermutlich enttäuschen. Die Tierdichte ist sehr stark abhängig vom Wasserstand in den Kanälen, Schwemmebenen und im Fluss, die Landschaft aber umwerfend. Die Lodge finden wir toll, sie hat etwas sehr authentisches mit den Safari-Zelten und der unmittelbaren Lage im Busch. Das Essen könnte vielleicht etwas besser sein und auch der Pool lädt eher die Vervet Monkeys zum Trinken als die Gäste zum Baden ein, aber alles in allem kann man dort auch sehr gut einfach „abhängen“. Kommt man in den Caprivi, sollte man dort hin (unsere Meinung).
Das Camp Kwando war dann flott erreicht (etwa gegen 11:00 Uhr) und wir freuten uns, nach 2022 wieder für drei Nächte hier zu sein. Doch die erste kleine Enttäuschung kam direkt beim Check-In: „No Boat Cruise“. Später trafen wir Anke, die überaus sympathische Managerin aus Münster wieder. Sie erklärte uns, dass man zwar fahren könne, aber sie die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit der Gäste nicht mehr tragen könne, da die Hippos aufgrund der Enge und geringen Tiefe des Flussbetts überaus gereizt seien und sie schon ein Boot verloren habe (zum Glück ohne Personenschaden). Na toll. Sie wisse aber, dass die benachbarte Namushasha-Lodge noch Boat Cruises anbiete und sie könne das gerne für uns arrangieren. Dazu später mehr. Doch zunächst bezogen wir das gleiche Treehouse wie vor zwei Jahren:
und erkundeten nochmal das großzügige Gelände des Camps:
Weißstirnweber (Thick-billed Weaver)
Am Nachmittag dann wollten wir erstmal einen kleinen Trip zum direkt benachbarten Mudumu Nationalpark machen. Doch zunächst musste ich noch kurz nach Kongola fahren, um einerseits Geld zu holen und zu tanken, andererseits einem seltsamen, leisen Quietschen des Hilux auf den Grund zu gehen, das wir auf den letzten km Sandpiste zum Camp vernommen hatten. Das Geräusch war aber auf Asphalt unverzüglich wieder weg und kam dann auch nicht mehr wieder. Nach der Rückkehr aus Kongola sind wir dann Richtung Mudumu NP aufgebrochen und bezahlten am Ngenda-Gate unser Permit.
Hätten die nicht den Zebrastreifen nehmen können?
Der freundliche Herr am Gate empfahl uns, direkt hinter der Einfahrt den ersten Abzweig nach links zu nehmen, um in einem großen Bogen zurück auf die Airstrip-Piste zu fahren.
Er nuschelte irgendwas von Hindernis. Wir taten wie geheißen, aber die Umgehung wurde immer verbuschter und tiefsandiger, so dass wir uns entschlossen zu wenden und zurück zur Hauptpiste Richtung Airstrip zu fahren. Auf ihr kamen wir ohne Probleme bis zum Hippo-Pool. Warum wir die Detour nehmen sollten, blieb sein Geheimnis.
Der Pool war immerhin ein Pool und wir sahen neben den Namensgebern
Sichler
und ein paar Senegalkiebitze (African Wattled Lapwing)
Spannend wurde es, als auf einmal ein Nilwaran die Bühne betrat. Offenbar hatte er ein Nest von einem Kiebitz gewittert und bewegte sich auf einen zu, blieb aber etwa 5 Meter entfernt regungslos stehen.
Die zwei fixierten sich und spielten „wer sich zuerst bewegt hat verloren“. Das taten sie derart ausdauernd, dass wir den Ausgang des Duells nicht mehr miterlebten.
Vermutlich stehen sich die zwei einander heute noch gegenüber 😄. Wir fuhren noch ein wenig Richtung Süden vorbei an der Lianshulu-Lodge, hatten aber keine nennenswerten Sichtungen mehr, so dass wir uns dann irgendwann aufmachten zurück ins Camp und freuten uns schon auf Ankes kreative Küche.
Morgen würden wir dann einen ausgefüllten Tag erleben …
Teil 1701. Jan. 2025
Tag 14: Montag, 11.11.2024 – Teil 1: Boatcruise auf dem Kwando
Am Vorabend hatte Anke netterweise mit der Namushasha-Lodge telefoniert wegen des Boatcruise. Wir hatten eine Buchung verabredet für den nächsten Morgen 08:00 Uhr. Allerdings hieß es, dass die Tour bei Regen nicht stattfindet. Namushasha ist gut 12 km vom Camp Kwando entfernt, davon etwa 5 auf der C49. Man braucht knapp 20 Minuten. Wir standen also um halb 7 auf und was tat es? Es regnete! Damit hätte sich das Ganze wohl erledigt 🙁. Wir beschlossen, in aller Ruhe zu frühstücken und danach zur Namushasha-Lodge zu fahren, um vor Ort nach einem Boat Cruise für den Nachmittag oder den nächsten Tag zu fragen. Wir wären dann von dort aus direkt weitergefahren in die Kwando Core Area. Wir kamen also gegen 09:30 Uhr dort an und eine Mitarbeiterin an der Rezeption fragte leicht angesäuert, wieso wir denn so spät kämen. Selbstverständlich würden die Bootstouren auch bei Regen stattfinden! Cassius, der Bootsführer, kam dann auch dazu und siehe da - wir konnten sofort mit ihm losfahren und aufgehört zu regnen hatte es mittlerweile auch. Also noch schnell die Haftungsausschlusserklärung unterschrieben und ab auf´s Boot. Wir waren wieder alleine und wären es wohl auch um 08:00 Uhr gewesen, sonst hätte Cassius ja nicht auf uns gewartet. Wir waren uns am Ende nicht ganz klar, inwieweit das Missverständnis bei uns lag, aber Anke meinte abends, doch doch, die Aussage sei gewesen „bei Regen findet die Tour nicht statt“. Egal, Namushasha bekam sein Geld noch, Cassius sein Trinkgeld und wir unseren Exklusiv-Boatcruise, der uns dann auch ein besonderes Erlebnis bescherte.
Wir waren erst etwa 200 m vom Anleger entfernt, als wir auf einmal eine schemenhafte Bewegung im Schilf auf der der Lodge gegenüberliegenden Insel entdeckten. Und tatsächlich: Nur etwa 10-15 Meter von uns entfernt bewegte sich langsam ein Sitatunga-Bock durch das Papyrus-Dickicht:
Wir waren völlig geflasht, darauf hatten wir schon 2022 gehofft, allerdings vergeblich. Heute sollte es jedoch nicht die einzige Sitatunga bleiben …
Nachdem wir dieses schöne Tier ausgiebig bewundern konnten (Interessanterweise schien es sich im Schilf völlig sicher zu fühlen, es zeigte praktisch keinen Fluchtreflex), fuhren wir um die Inselspitze herum und zunächst flussaufwärts auf dem Hauptkanal. Hier sahen wir zunächst einen stattlichen
Nilwaran
Letschwe und einzelne Büffel
Und dann noch eine weitere Erstsichtung aus der reichhaltigen Vogelwelt, ein Purpurhuhn (African Purple Swamphen).
Weiter ging es, bis es nicht mehr weiterging (dachte ich). Der Hauptkanal war schon belegt von einer Gruppe miesepetriger Hippos:
Cassius steuerte langsam das linke Ufer an. Er machte keinerlei Anstalten umzudrehen, woraufhin ich ihn fragte „you won´t go through there?“. Doch, wollte er. Sehr langsam und maximal nah am Ufer tuckerte er in aller Seelenruhe an dem „pond“ vorbei. Hier kann man sehen, dass es maximal 2-3 Meter bis zu den Tieren waren:
Irgendwie hatte ich dabei die ganze Zeit die Worte von Anke aus dem Camp Kwando im Kopf. Auf der Weiterfahrt sahen wir dann noch einen schönen
Goliathreiher
sowie viele Letschwe
und aus der Reihe „Afrika von hintern“
Meine Hoffnung, dass wir auf einem anderen Weg zurückfahren würden, verflog rasch, Cassius musste auf der Fahrt flussabwärts wieder an den Hippos vorbei, machte das aber wie auf der Hinfahrt völlig unaufgeregt. Er erzählte uns, dass er die Tiere gut kenne und jede Gruppe habe unterschiedliche Eigenschaften. Diese Gruppe sei sehr gelassen habe bisher noch nie aggressives oder territoriales Verhalten gezeigt. Nun gut. Weiter ging es nun flussabwärts, zunächst an der Lodge gegenüberliegenden Insel vorbei, und sahen noch das eine oder andere Krokodil
bis wir uns schließlich der nächsten Hippo-Gruppe gegenübersahen 🙄. Hier machte Cassius nun keinerlei Anstalten vorbeizufahren, obwohl der Fluss an dieser Stelle deutlich breiter war. Im Gegenteil, er steuerte zwar wieder das Ufer an, setzte aber dann zunächst auf und behielt völlig die Ruhe. Währenddessen löste sich ein Tier aus der Gruppe und steuerte langsam aber sicher immer weiter auf unser Boot zu.
Cassius blieb gelassen. Irgendwann drehte das Tier ab, wohl weil es zu der Erkenntnis gelangt war, dass wir keine Gefahr darstellen, und schloss sich wieder seiner Gruppe an. Cassius erzählte dann, warum er das Ufer angesteuert hatte: Er meinte, diese Gruppe sei anders als die erste aggressiv. Es sei immer so, dass sich bei Annäherung eines der Tiere (vermutlich der dominante Bulle), sofort dem Eindringling nähern würde. Boote jedoch, die nah am Ufer lägen, würden nicht angegriffen, weil die Tiere sich den Booten in der Regel von unten nähern. Er scheint die Tiere wirklich gut zu kennen.
Auf dem Rückweg zur Lodge
sahen wir dann noch einen schönen Schreiseeadler (African Fish Eagle)
und dann, kurz vor der Rückkehr zum Anleger, wieder eine Sitatunga, diesmal ein Mädchen:
Wir waren happy, dieser Ausflug hatte sich wirklich gelohnt. Zurück in der Lodge haben wir noch ein wenig im Shop gestöbert und vor allem ein wenig das WLAN genutzt, denn im Camp Kwando gibt es keines. Also noch schnell die eine oder andere Nachricht abgesetzt und rasch zurück ins Camp für eine kleine Pause, denn am Nachmittag wollten wir noch einen Trip in die Kwando Core Area unternehmen. Eigentlich hatten wir das für den nächsten Tag geplant, für den war aber schlechtes Wetter und Regen vorhergesagt.
Teil 1804. Jan. 2025
Tag 14: Montag, 11.11.2024 – Teil 2: Selfdrive zum Horseshoe
Am frühen Nachmittag brachen wir wieder auf zum etwa 37 km entfernten Gate in die Kwando Core Area. Nach dem Bezahlen machten wir uns auf den Weg Richtung Horseshoe. Doch zunächst sahen wir ungefähr auf Höhe der Ruinen von Fort Doppies ein
Fleckenflughuhn (Burchells´s Sandgrouse):
Kurz darauf eine große, sehr entspannte Baboon-Familie mit einem unfassbar niedlichen, winzigen Neugeborenen, immer in der Nähe von Papa:
Der Sicherungspavian
Danach nahmen wir den River Loop Richtung Flussniederung, wo wir den nächsten Sitatunga-Bock im freien Feld entdecken konnten:
Die weiteren Sichtungen hielten sich allerdings in Grenzen:
Die Long Lagoon war nahezu ausgetrocknet. Am nördlichen Arm des Horseshoe angekommen, sahen wir ein Hippo einsam und allein im flachen Wasser liegen:
Wir hielten es erst für tot, doch schlussendlich machte es auch mal die Augen auf. Es hatte wohl doch nur geschlafen 🙂. Vielleicht war es aber auch ein Weibchen, das sich zur Geburtsvorbereitung zurückgezogen hatte. Am Horseshoe Viewpoint angekommen war absolut tote Hose. Es muss so um 16:00 Uhr herum gewesen sein. Etwa zur selben Zeit hatten wir vor zwei Jahren Unmengen von Elefanten gesehen, sicher an die 200 Tiere in x Herden. Hier nochmal eine Gegenüberstellung Oktober 2022 gegenüber November 2024:
Am gegenüberliegenden Ufer sahen wir noch einen einsamen Letschwe-Bock, der sich schön im Wasser spiegelte, das war´s.
Auf dem Rückweg etwa wieder bei Fort Doppies einen schönen Skink (Streifenskink? Bin mir nicht sicher):
Morgen nochmal hierherzukommen wollten wir dann spontan vom Wetter abhängig machen.
Tag 15: Dienstag, 12.11.2024
Um es kurz zu machen: Wir haben davon Abstand genommen, uns nochmal aufzumachen in die Kwando Core Area, da es am Morgen doch recht ordentlich geregnet hat. So haben wir beschlossen, im Camp zu bleiben. Daher ist dieser Tag recht schnell erzählt: Als wir uns zum Frühstück aufmachten, sahen wir im Sand vor dem Treehouse große Hippo-Tapser:
Henry, der missmutige, einsame Hippo-Bulle war offenbar in der Nacht auch hier oben unterwegs gewesen. Vom Personal hieß es, üblicherweise sei er nachts nur in den Gärten rund um den Pool und die unteren Chalets unterwegs, weshalb in diesem Jahr (anders als noch 2022) die Gäste nach dem Diner in Begleitung zu den dortigen Chalets gebracht wurden und die ganze Umgebung sorgfältig ausgeleuchtet wurde. In 2022 hatte der Bulle wohl noch eine Gruppe. Nun lebte er in dem Flussabschnitt direkt vor dem Camp und kam nachts am Bootsanleger aus dem Wasser.
Beim Frühstück mussten wir uns einer Horde selbstbewusster Vervet Monkeys erwehren, einige versuchten, das Frühstücksbuffet zu plündern, manche sogar mit Erfolg:
Auch hier war ein noch sehr kleines Junges dabei, sorgsam behütet von (in diesem Fall) Mama:
Den Rest des Tages verbrachten wir mit Lesen, am Pool und in der Boma herumhängend, ab und zu hat es am Nachmitttag noch geregnet.
Übrigens habe ich hier vor zwei Jahren das große Glück gehabt, einen Paradiesschnäpper vor die Linse zu bekommen, in diesem Jahr habe ich diese schönen Vögel jedoch vergeblich gesucht:
Paradiesschnäpper (African Paradise Flycatcher)
Vor dem Gang zum Diner schwamm (oder lief wohl eher, Hippos können ja nicht schwimmen) Henry dann gelassen unter unserer Terrasse entlang, wohl intensiv darüber nachdenkend, ob er heute nacht nun in Botswana oder in Namibia grasen solle:
Abendstimmung am Kwando
Als wir beim Absacker saßen, kam dann das zweite bizarre Insektenerlebnis, das wir so noch nicht erlebt hatten: Wie aus dem Nichts war die ganze Boma voll mit fliegenden Termiten. Offenbar stimmten die aktuellen Wetterbedingungen, um den Hochzeitsflug auszulösen. Es müssen tausende Tiere auf der Suche nach einem Geschlechtspartner gewesen sein. Ein Fest für die im Camp ansässigen Fledertiere. So ging dieser Tag dann auch zu Ende, am nächsten Morgen sollte es dann zum fünften und letzten Fluss unserer Reise gehen.
Fazit Camp Kwando (3 Nächte) Unterkunft: 4,5 von 5 Essen: 5 von 5 Service: 5 von 5 Preis-Leistungsverhältnis: 5 von 5 Auch hier wussten wir ja schon aus 2022, was uns erwarten würde. Da wir die Flusszelte nicht kennen, sondern nur die Treehouses und wegen des mangelnden WLAN (was uns nicht störte, andere aber vielleicht schon) bekommt die Unterkunftbewertung keine ganz volle Punktzahl. Man hat hier im Regelfall eine Menge Möglichkeiten (Kwando Core Area, Mudumu, Bootsfahrt), die Küche ist top und der Service sehr individuell. Anke hilft bei der Lösung jedes kleinen Problems. Immer wieder gerne!
Am nächten Tag verlasssen wir dann die Zambezi-Region und machen uns auf zum fünften und letzten Fluss unserer Reise, dem Kavango.
Teil 1905. Jan. 2025
Tag 16: Mittwoch, 13.11.2024
Heute standen dann einigermaßen öde rund 250 km über den Caprivi-Highway an. Zum Glück war diese Strecke in diesem Jahr nur einmal zu bewältigen. Doch zunächst mussten wir erneut ein anderes Fahrzeug um Starthilfe bitten. Wieder sprang der Wagen nicht an, die Batterie war erneut leer. Offenbar entlud sie sich irgendwo oder irgendwie nach ca. 30 Stunden. So lange etwa stand das Auto jetzt. Bei Start des Fahrzeugs einen über den anderen Tag war es nie ein Problem. Egal, das Problem war schnell gelöst und ab ging es auf die Strecke:
Unterwegs die ersten Strauße überhaupt in diesem Jahr:
Etwa gegen 13:30 Uhr waren wir in der Ndhovu Safari Lodge, die wir noch nicht kannten. Bisher waren wir hier in der Divava Okavango Lodge und zuletzt in 2022 in der Shametu River Lodge, die uns damals aber nicht „abgeholt“ hat. Ralf, der Manager, begrüßte uns freundlich und klärte uns auf über die activities. Allenfalls wollten wir aber am Folgetag einen abendlichen Boatcruise mitmachen, das aber auch spontan entscheiden. Heute wollten wir zunächst am Nachmittag noch in den Mahango, den wir auch schon aus früheren Touren kannten und den wir trotz seiner geringen Größe sehr schätzen. Doch zunächst bezogen wir unser Zelt:
Das Interieur könnte einen Facelift vertragen, aber sonst alles gut, vor allem ein toller Blick auf den Kavango und die gegenüberliegende Buffalo Core Area:
Etwa um 15:30 machten wir uns dann auf in den Mahango Park, dessen Gate ja nur knapp sechs km entfernt liegt. An der Schwemmebene angekommen, konnte man praktisch die ganze Zeit abseits der Hauptpiste entlang der Uferlinie fahren, der eigentliche Fluss war meist weit weg:
Wir ließen uns viel Zeit. Auf der Runde sahen wir
Meerkatzen bei der Körperpflege
Braune Sichler (Glossy Ibis)
Hippo mit Geflügel
Zebras (im Hintergrund die Pylone der neuen Mohembo-Brücke gut zu erkennen)
einen braunen Schlangenadler (Brown Snake Eagle)
einen Nilwaran, der sich über Eli-Dung hermachte (bzw. vermutlich über die darin tätigen Insekten)
einen Kuhreiher (Cattle Egret)
einen Seidenreiher (Little Egret)
einen Rallenreiher (Squacco Heron)
Witwenpfeifgänse (White-faced Whistling Duck)
noch ein paar Sichler
einen Riedbock
und noch einmal ein Paar Klunkerkraniche (Wattled Crane)
sowie auf der Rückfahrt auf der Transitstraße einen weiteren schönen Rappenantilopen-Bock.
Einen letzten Abstecher zum Singweli-Wasserloch im Westen haben wir uns aus Zeitgründen gespart. Das Wetter sah gegen Abend beunruhigend aus, aber es regnete nicht mehr und über Nacht hatte sich das Wetter wieder beruhigt.
Der Tag endete mit einem ausgezeichneten Diner. Morgen sollte es dann in die Buffalo Core Area gehen sowie zu einer Besichtigung der neuen White Sands Lodge. Fortsetzung folgt ...
Teil 2008. Jan. 2025
@ Stefanie ("kalaharicalling") und Sabine ("Makalani"): Vielen Dank für´s Lob und dass Ihr dabei seid. An das Eli-Kalb muss ich auch noch oft denken, da aber weit und breit kein Muttertier und schon gar keine Herde zu sehen war, waren sein Chancen vermutlich nicht sehr groß 🙁.
Tag 17: Donnerstag, 14.11.2024
Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf zum letzten Nationalpark-Gamedrive dieses Urlaubs, in die Buffalo Core Area. Über Divundu und die B8 waren es knapp 33 km bis zum Gate. Am Gate stand ein junger Mann an den Vitrinen mit den Karten und erläuterte beflissentlich, wie man fahren solle, um zwei Löwenkater zu finden, die dort nahe der Schwemmebene im Dickicht ruhen würden. Er zeigte uns genau den Punkt, den wir ansteuern sollten, welcher gar nicht weit weg wäre vom Picnic-Spot 😕. „Ja ja“, dachten wir, red Du mal, die sind sicher schon seit zwei Tagen nicht mehr da. Dennoch waren wir natürlich neugierig und entschieden, zunächst den genannten Punkt anzusteuern, hier auf der Karte mit Pfeil markiert:
Da wir ansonsten auch zunächst nicht viel sahen, hatten wir den Punkt zügig erreicht und da ein (!) weiteres Fahrzeug dort stand, die genannte Stelle auch sofort finden können. Und siehe da: Die zwei waren noch dort. Zunächst sahen wir nur einen. Der zweite gesellte sich im Verlauf dazu, er lag erst weiter hinten im Dickicht. Leider waren die zwei einigermaßen gut versteckt im Unterholz, dennoch gelangen ein paar schöne Bilder, da wir tatsächlich höchstens 5 Meter entfernt standen.
Zwischenzeitlich sind noch zwei bis drei weitere Fahrzeuge dazugekommen und die übliche Rangiererei begann. Wir hatten mittlerweile wieder rund eine Stunde bei den beiden Kudern verbracht, so dass wir beschlossen, weiter am Rande der Schwemmebene bis zur Nova Station und dann weiter runter bis zur botswanischen Grenze zu fahren. Die westlichste Route endete aber dann irgendwann im Nichts, so dass wir umkehrten. Auf einen Besuch der Delta Pan verzichteten wir, da wir noch die White Sands Lodge besuchen wollten. Den beiden Löwen wollten wir aber nochmal einen Besuch abstatten. Aber – man ahnt es schon – die zwei hatten zwischenzeitlich das Weite gesucht. An der Stelle, an der die zwei gelagert hatten, sah man sehr deutlich Fahrspuren bis unmittelbar an den Busch heran, vielleicht 1-2 Meter von dem Ruheplatz der beiden Kater entfernt. Da wollte wohl jemand ganz exklusive Photos machen. Manche Volldeppen sind halt unverbesserlich 😈. Viele Sichtungen hatten wir dann nicht mehr auf dem Weg zurück zum Gate:
ein Buschbock-Mädchen
einen Rappenmann
und, malerisch auf einem Büffelschädel sitzend, einen Flussuferläufer, eine Erstsichtung für uns (Dank an Matthias „fotomatte“ für die Bestimmungshilfe). Wer weiß, vielleicht sitzt der im Sommer an der Isar auf einem Rehbockschädel?
Flussuferläufer (Sandpiper)
Bei der Planung der Tour hatte ich immer mal wieder etwas von der neuen White Sands Lodge am Nordufer des Kavango gelesen und auch davon, dass man sich das Gelände unverbindlich anschauen könne. Das wollten wir dann mal machen, woraus dann allerdings ein etwas längerer Aufenthalt geworden ist. Etwa 8 km nach dem Gate in Richtung Divundu geht es dann links ab in Richtung Fluss. Zwischendurch passiert man ein Gate und wir haben dort (meine ich mich zu erinnern) 30 Nam $ bezahlt. Der Gatekeeper hat uns dann in der Lodge angekündigt, wo uns dann auch direkt ein sehr freundlicher Mitarbeiter aus der Khwe-Community (ein in der Kavango-Region ansässiger Buschmann-Tribe) begrüßte und uns die Lodge, deren Entstehung und deren Betrieb erläuterte und dann durch das Gelände führte. Die örtlichen Khwe sind wohl von den Investoren mit dem Betrieb der Lodge für die ersten Jahre beauftragt worden. Die Zeltplätze sind offenbar schon länger im Betrieb (tolle Lage!), die bisher 5 Chalets werden jetzt nach und nach in Betrieb genommen. Der Restaurationsbereich war noch nicht ganz fertiggestellt. Hier zeigte uns der nette Mitarbeiter (seinen Namen habe ich mir leider nicht gemerkt) erst einmal eine Mantide auf dem Holzfußboden der Terrasse:
Falls jemand eine Idee hat, um welche Art es sich handelt, würde ich mich über einen Hinweis freuen. Entomologisch bin ich nicht so bewandert 😐.
Die Lage der Lodge ist ein echter Hammer. Direkt an den Popa-Fällen gelegen, das Rauschen hört man die ganze Zeit, der Blick eigentlich von überall ist absolut umwerfend. Hier ein paar Eindrücke:
Auf dem Weg vom Restaurant hinunter zur Bar zeigte uns der Mitarbeiter ein etwa 5 Meter neben dem gepflasterten Weg liegendes Buschbock-Kitz:
Er erzählte, dass die Kitze dort liegenbleiben, wo die Mutter sie verlässt, um sich selbst zu versorgen, ähnlich wie bei unseren Rehen. Deshalb rührte sich das Kleine auch nicht vom Fleck, obwohl wir ihm sehr nahe kamen auf dem Weg. Auf dem Weg hinunter zur Bar, die an einem südseemäßig anmutenden weißen Sandstrand lag (daher der Name der Lodge), wies er uns noch in der Krone eines Baums auf eine ganz besondere Sichtung hin, eine Fruchtfledermaus (Fruit Bat), deren Arten zu den größten Fledermäusen überhaupt zählen:
Aufgrund seiner Fellfärbung haben wir uns entschieden, den Kleinen zärtlich „Donald“ zu taufen 😊.
Hier noch ein paar Eindrücke von dem Gelände und der Lage der Bar, wo wir dann noch ausführlich den Blick auf die Fälle bei einem Savannah dry genossen:
Zum Abschied wies uns der nette Mitarbeiter noch auf das benachbarte Living Museum der Khwe hin
welches wir allerdings (nicht nur aus zeitlichen Gründen) nicht mehr besuchten. Bevor wir wegfuhren, haben wir uns dann noch die Chalets (leider nur von außen) angesehen, die aber sehr großzügig gebaut waren, alle mit Blick direkt auf die Fälle, mit Braai-Platz auf der Terrasse und Selbstversorgungsmöglichkeit. Auf dem Parkplatz sahen wir dann noch ein Fahrzeug von hier im Forum bei manchen gut bekannten namibischen Musikern, die hier offenbar logierten (oder vielleicht auch nur Teile des Ensembles):
Wir haben uns lange in White Sands aufgehalten, die Eindrücke waren super. Sollten wir noch einmal in die Gegend kommen, wäre ein Aufenthalt in der White Sands Lodge sicher eine Option, zumal es die einzige Lodge ist, die im westlichen Teil zumindest im Gebiet des Bwabwata-Nationalparks liegt. Die Buffalo Core Area erreicht man von hier ruckzuck. Vor dem wieder vorzüglichen Dinner genossen wir dann noch bei einem Sundowner die Abendstimmung auf der Terrasse der Ndhovu-Loge. Für den eigentlich geplanten Boatcruise hatte die Zeit dann doch nicht mehr gereicht.
Nach dem Essen hat mich dann ein junger (schwarzer) Barmann mit einem kleinen Kalauer noch ernsthaft aus der Fassung gebracht. Wie immer bestellte ich ein „beer from the tab and a glas of white wine“, woraufhin er mich fragte: „Wanna taste the black wine?“ 🤨 Ich gebe zu, ich habe einen kleinen Moment gebraucht, aber dann haben wir beide schallend gelacht. Dennoch machte mich sein Einwurf ein kleines bisschen nachdenklich.
Fazit Ndhovu Safari Lodge (2 Nächte) Unterkunft: 3 von 5 Essen: 5 von 5 Service: 3 von 5 Preis-Leistungsverhältnis: 3 von 5 Bei der Zufahrt und bei der Ankunft hatten wir das Gefühl, dass die Lodge ein wenig „runter“ sei. So war auch unser Zelt etwas in die Jahre gekommen, letztlich aber ausreichend. Es gibt auch feste Chalets, die recht neu und komfortabel aussehen und auch das Flusshaus scheint recht ansprechend zu sein. Den „Zeltservice“ (Zimmerservice) hat man sich gespart, weil wir ja nur 2 Nächte dort waren (?). Egal - nicht entscheidend. Der Service war etwas bemüht, die Küche aber ausgezeichnet, wenngleich wir nicht unbedingt die Freunde der großen, langen Tafel sind. Letztlich kann man Glück oder Pech haben. Die Platzzuweisung an die Tafel wirkte dann auch etwas chaotisch, weil mehrere verschieden große Gruppen da waren. Bis alle schließlich ihren Platz gefunden hatten, dauerte es dann auch etwas. Das Essen dagegen war wirklich ausgezeichnet.