Island 2020: Als Corona ganz weit weg war

Reisebericht 178 Antworten · 29,0k Aufrufe · gestartet 19. Okt. 2020 von Beatnick
Themenstarter1’746 Beiträge · seit 201609. Dez. 2020 ·
Guten Abend ihr Lieben,
franzicke schrieb:Aber auch die kleine Meerjungfrau in Geosea gefällt mir gut
🙂 😘
franzicke schrieb:Mit dem Wetter würde ich wohl etwas mehr hadern als ihr das tut, aber beim Belohnung-Bier wäre ich auf jeden Fall wieder dabei. Und ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf ein gemeinsames freue
Au man, ja, ich hoffe so sehr... hab aber auch ein bisschen Angst (also nicht vor Corona, sondern dass der schöne Plan scheitert...). Nicht aufgeben!
loeffel schrieb:Aber den Diamond Circle gab es damals - zumindest mit diesem Namen - ebenso wenig wie die Schnellboot-Whalewatching Touren.
😮 Kannste mal sehen, wie sich die Dinge entwickelt haben. Sehr interessant!
loeffel schrieb:Statt dessen stellte man uns abgtragene ungewaschene müffelnde "Seebären"- Strickpullover aus wärmender Islandwolle zur Verfügung. Inbetriebnahme der Pullis höchstwahrscheinlich zeitgleich mit dem Holzboot, das ja früher zum Walfang verwendet wurde. Mit zunehmender Kälte wurden die Pullis aber immer attraktiver.
😣 😣 😣
loeffel schrieb:Whalewatching mit so einem Schnellboot auf Augenhöhe mit den Walen ist ein unvergessliches Erlebnis. Wir hatten ja damals ähnliches während unserer Antarktistour.
Das stimmt, Stefan! Wir würden es auch immer wieder machen.
Blende18.2 schrieb:Ich hasse es, wenn man keine Zeit hat und irgendwann so hinterher hetzen muss. Heute ist aber Urlaub angesagt und jetzt habe ich gerade mal gute 20 Tabs auf vom Namibia-Forum und nehme mir Zeit mich wieder up-to-date zu bringen
Da bist du ja wieder, Robin, ich hatte dich schon vermisst 🙂
Blende18.2 schrieb:Hafnarholmi wird aber sowas von abgespeichert.
Das ist sehr gut!
Blende18.2 schrieb:Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch einen in live gesehen, aber auf Island als Teil einer isländischen Tapasplatte schon mal auf dem Teller hatte.
Und das nicht so... 🙁
Blende18.2 schrieb:Wir wollten auch lieber schnell und wendig sein und der Anbieter dort hat die Touren angeboten um seine Walschutzprojekte zu finanzieren. Dementsprechend weit blieb man weg, außer der Wahl nähert sich von sich aus. Aber das war für uns ok, so mochten wir das drumherum.
Unser Bootsführer hatte auch ein gutes Händchen für meinen Geschmack, was die Annäherung angeht. Im Vorjahr hatte mir auch eher die Anzahl der Boote Sorgen gemacht, das war in diesem Jahr natürlich nicht so, tatsächlich waren wir abends das einzige Boot.
Blende18.2 schrieb:Landschaftlich ist wieder so viel tolles dabei. Gerade wenn man mal 3-4 Teilberichte hintereinander durch liest stellt man noch mal fest wie abwechslungsreich und spektakulär Island ist. Da wird es keine Sekunde langweilig.
Danke, Robin! Eins dieser Länder, das zwar nicht groß, aber unfassbar vielseitig ist. Ich fürchte, je öfter man dort war, desto häufiger will man wieder hin.

Liebe Grüße und bleibt gesund,
Betti
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 09. Dez. 2020
Themenstarter1’746 Beiträge · seit 201613. Dez. 2020 ·
Zwischen Traum und Wirklichkeit

Island ist ein verwunschenes Land. Voller Naturwunder, Sagen, Trolle und Elfen. Eine Reise durch dieses wundersame wie wundervolle Fleckchen Erde packt auch den vernunftbegabtesten Menschen. Die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit sind fließend - und bei den Isländern gelebte Praxis. Entsteht zum Beispiel eine Straße, darf das Bauvorhaben kein Kulturgut beschädigen. Dazu zählen auch Steine und Felsformationen, die in den Augen der Bevölkerung von Elfen bewohnt werden. Eine elfenkundige Person muss also die Besiedlung prüfen und ihre Erkenntnisse in einem externen Gutachten an die Ämter weitergeben. Uns blieb das verborgene Volk zwar verborgen. Doch dafür haben wir einen Drachen getroffen. Passiert auch nicht alle Tage...

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Wir verabschieden uns nach drei Nächten vom Myvatn-See, und das ziemlich früh am Morgen. Es sind nur 280 Kilometer bis nach Laugarbakki, doch weil wir uns für diesen Tag viel vorgenommen haben, gehen wir zeitig zum Frühstück, wo wir am Buffet um den obligatorischen Lebertran einmal mehr einen großen Bogen machen. 😵

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Auf dem Weg nach Akureyri bleiben wir wetterbedingt auf der Ringstraße und fahren durch den mautpflichtigen, 7,5 Kilometer langen Tunnel. Der kleine Umweg über die landschaftlich schönere Straße 84 lohnt bei grauem Himmel wohl kaum. Auf Höhe der imposanten Metropole des Nordens ändert sich das Wetter und wir hoffen, dass die Elfen ein Einsehen haben und später vielleicht sogar Sonne herbeizaubern.

Akureyri, Foto von 2019. Von hier starten die Kreuzfahrer ihre Ausflüge zum Myvatn, und wer direkt am See übernachtet und einigermaßen früh dran ist, ist ihnen an den Hot-Spots zeitlich voraus - ein nicht zu unterschätzender Vorteil. In diesem Jahr gab es Corona-bedingt keine Kreuzfahrtschiffe.
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Bei Varmahlid biegen wir rechts ab auf die Straße 75 zu den Glaumbær-Torfhöfen, einem der letzten und schönsten Torfgehöfte der Insel und heute ein Museum.

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Im dazugehörigen Cafe soll es die besten Pfannkuchen Islands geben, doch wir sind noch satt von dem auch ohne Lebertran üppigen Frühstück und verzichten mit leisem Bedauern. Wer auf der 75 weiterfährt, landet nach kurzer Fahrt in Saudarkrokur, von wo aus Bootsfahrten zur Vogelinsel Drangey (www.drangey.net) starten. Wir haben an diesem Tag andere Pläne. Zurück auf der Ringstraße biegen wir noch kurz zur Torfkirche Vidimyri (1834) ab, die wir schon im Vorjahr besucht haben.

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Kurz vor Laugarbakki dann der letzte Abstecher zum Kolugljufur Canyon. Der Wasserfall Kolufossar ist von der Ringstraße aus nicht zu sehen, aber über eine etwas holprige Schotterpiste gut und schnell erreichbar. Es ist windig und wir müssen aufpassen, nicht über die Kante geweht zu werden; der Spaziergang entlang des ein Kilometer langen Canyons fällt kurz aus.

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Am frühen Nachmittag checken wir im Hotel Laugarbakki ein. Äußerlich Marke Plattenbau, ist das Zimmer gemütlich, warm und sauber. Ohnehin sind wir froh, überhaupt eins in der Nähe der Halbinsel Vatnsnes gefunden zu haben, wo die wenigen Unterkünfte allesamt wegen Corona geschlossen haben. Letztlich entpuppt sich Laugarbakki, nah an der Ringstraße und an Vatnsnes, als gute Wahl.

Im vergangenen Jahr waren wir direkt vom Myvatn bis zur Halbinsel Snaefellsnes durchgefahren. Diesmal haben wir eine Zwischenübernachtung eingeplant, um mit Zeit und Ruhe die gebirgige Halbinsel zu besuchen, die sich auf einer ungeteerten Straße (711) umrunden lässt. Sollte am Ankunftstag das Wetter nicht mitspielen, hätten wir immer noch den nächsten Morgen als zweite Chance, so lautete unter anderem meine Überlegung. Doch an diesem Nachmittag haben wir Glück und die Elfen ganze Arbeit geleistet: Die Sonne scheint.

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Unser eigentliches Ziel ist der Hvitserkur, ein 15 Meter hoher Basaltfelsen. Schon der Weg dorthin ist unerwartet schön. Die Landschaft, das Licht, die Ausblicke rauben uns den Atem.

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Dann ein kleiner Parkplatz. Es ist nur ein kurzer Fußmarsch zum Hvitserkur, der unterhalb der steilen Küste malerisch im Wasser liegt.

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Es soll einen etwas längeren, aber einfachen Weg zum Strand und von dort zum Felsen geben, wir wissen aber nicht wo und finden ihn nicht. Schließlich klettern wir über einen Trampelpfad vorsichtig die Böschung hinunter. Ich habe mich in meinem Leben schon eleganter bewegt, aber immerhin, ich komme unversehrt unten an (und später auch wieder rauf).

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Hvitserkur bedeutet übersetzt "weißer Kittel". Sachdienlicher Hinweis auf die Vogelexkremente, die ihn weiß färben. 😣
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Die Stimmung ist grandios und wir bleiben stundenlang am endlosen, einsamen Strand, der bei einsetzender Ebbe nach und nach trocken fällt.

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Ein Nashorn, ein trinkender Drache oder - so will es die Sage - ein versteinerter Troll?
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Erst nach Neun fahren wir weiter, begegnen nur einem einzigen Auto - und einigen freundlichen, wenn auch durch unsere Anwesenheit offenkundig irritierten dick bepelzten Spaziergängern.

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Vatnsnes gilt als einer der besten Plätze auf Island, um Robben zu beobachten. Weil wir im Norden leben, ist es bei uns wie mit den Perlen und den Säuen. Dennoch stoppen wir bei mehreren Stränden, denn die wilde Küste ist grandios.

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Die einsame Gegend mit ihrer ungebändigten Natur verzaubert uns, und der Abend brennt sich als einer der schönsten in unser Gedächtnis ein.

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Auch, weil sich endlich einmal die Mitternachtssonne zeigt. Gleißend wie ein Scheinwerfer und trotzdem warm - ein phantastisches, aber auch unwirkliches Licht.

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Wie eine Fata Morgana leuchten jenseits der Bucht die Westfjorde, unser Ziel am nächsten Tag.

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Noch ein paar schnelle Brote zurück im Zimmer, dann plumpsen wir spät ins Bett - voller Vorfreude auf die nächsten Erlebnisse in dieser phantastischen Welt zwischen Traum und Wirklichkeit.
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 13. Dez. 2020
809 Beiträge · seit 201813. Dez. 2020 ·
Liebe Beatnicks!

da mir die Superlativen bei euren Berichten bereits schon seit langem ausgegangen sind, werde ich nicht noch mal ein "wahnsinns..." oder "super..." anhängen, sondern euch einfach das grösste Lob aussprechen das es nach meinem Empfinden gibt, nämlich, dass ihr wahrscheinlich hiermit für einen weiteren, nämlich unseren, Islandbesuch verantwortlich sein werdet!

Übrigens; das letzte Bild gefällt mir ganz besonders!

Liebe Grüsse,
busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
1’555 Beiträge · seit 201313. Dez. 2020 ·
busko schrieb:Liebe Beatnicks!

da mir die Superlativen bei euren Berichten bereits schon seit langem ausgegangen sind, werde ich nicht noch mal ein "wahnsinns..." oder "super..." anhängen, sondern euch einfach das grösste Lob aussprechen das es nach meinem Empfinden gibt, nämlich, dass ihr wahrscheinlich hiermit für einen weiteren, nämlich unseren, Islandbesuch verantwortlich sein werdet!

Übrigens; das letzte Bild gefällt mir ganz besonders!

Liebe Grüsse,
busko
Hallo Ulli,
da geht es uns wie euch. Schon zweimal haben wir hemmungslos kopiert 😈 : den südlichen Teil unserer diesjährigen Patagonienreise und die Reise in die Masai Mara, die wir auf Ende August im kommenden Jahr verschieben mussten. Der Capriviteil ihrer letzten Namibiareise schlummert noch bei mir in der Schublade, aber so wie Reisen ohne Einschränkungen wieder möglich sein wird, wird auch diese Reise verwirklicht werden. Island spricht mich auch sehr an, mal schauen, was so geht.

Liebe Grüße
Beate
Reiseberichte: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299353-patagonien-2020-zwischen-anden-pampa-und-eis.html Das schönste Ende der Welt-Südafrika März 2017 https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/292402-das-schoenste-ende-der-welt-suedafrika-maerz-2017.html Südafrika 2018-Ohne Braai gibt es keine Katzen https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/296432-suedafrika-2018-ohne-braai-gibt-es-keine-katzen.html
Themenstarter1’746 Beiträge · seit 201614. Dez. 2020 ·
Hallo ihr Lieben,
busko schrieb:sondern euch einfach das grösste Lob aussprechen das es nach meinem Empfinden gibt, nämlich, dass ihr wahrscheinlich hiermit für einen weiteren, nämlich unseren, Islandbesuch verantwortlich sein werdet!
Also das ist wirklich das größte Kompliment, 1000 Dank! Und im Übrigen eine weise Entscheidung, nach Island zu reisen. 😉 Wenn ihr Fragen habt, fragt jederzeit gerne! Wir haben bei unserer zweiten Reise so viele schöne Ecken entdeckt, die nicht unbedingt auf der Liste der "Must Sees" stehen...
Old Women schrieb:da geht es uns wie euch. Schon zweimal haben wir hemmungslos kopiert
😁 😉 Und hoffentlich mit Erfolg. Genau dafür sind Reiseberichte ja da. Blöd ist nur, wenn sich die eigenen Empfindungen und Erfahrungen so gar nicht mit denen der Nachfolger decken wollen. Das soll es ja auch geben...
Old Women schrieb:Der Capriviteil ihrer letzten Namibiareise schlummert noch bei mir in der Schublade, aber so wie Reisen ohne Einschränkungen wieder möglich sein wird, wird auch diese Reise verwirklicht werden.
Oh, das wusste ich ja gar nicht, Beate?! Das ist aber toll. Wir denken oft und gerne an den Caprivi und die vielen ruhigen Stunden auf den Flüssen zurück (die Bootstouren spielen in unser beider Erinnerung eine deutlich größere Rolle als die Pirschfahrten in der Gegend).

Euch einen schönen Wochenbeginn und allen Begleitern, die noch dabei sind, noch einmal ein dickes, dickes Danke!
Betti
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
Themenstarter1’746 Beiträge · seit 201620. Dez. 2020 ·
In die Westfjorde

Die isländischen Westfjorde - viel haben wir darüber gehört und gelesen. Abgelegen, einsam, ursprünglich sollen sie sein und auch abseits der üblichen Touristenpfade. Das klingt gut und wir sind gespannt auf den ältesten Teil des Landes, in dem die Vulkane schon lange erloschen sind.

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170 Kilometer sind es von Laugarbakki nach Drangsnes, unserem ersten Übernachtungsstopp in den Westfjorden. Über eine gute Schotterpiste geht es immer an der Küste entlang, wir umrunden malerische Fjorde und werden einmal mehr mit fantastischen Ausblicken belohnt.

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Immer wieder halten wir an. Weil die dünn besiedelten Landstriche so schön...

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...und wild sind wie die Frisuren ihrer haarigen Bewohner.

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Wir sind mal wieder ein Bummelzug. Der Weg ist das Ziel, hier noch mehr als ohnehin schon auf dieser Reise, denn die Gegend an sich ist eine einzige Sehenswürdigkeit. Schöner geht's kaum.

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Der Ort Holmavik kurz vor Drangsnes
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Trotzdem kommen wir schon mittags in Drangsnes an und drehen noch eine Extraschleife über die raue 645 in Richtung Norden.

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Eine tolle Strecke: bröckelige Felswände und Buchten voller Treibholz, unglaubliche Stille und das Gefühl absoluter Abgeschiedenheit.

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Noch weiter nach Norden auf der 643 entlang der viel gelobten Strandir Coast drehen wir schließlich um. Die Piste ist schlecht und die Umgebung nicht schöner als das, was wir bislang gesehen haben.

Im winzigen Drangsnes beziehen wir im Malarhorn Guesthouse ein rustikales, aber großes Zimmer mit Blick auf eine versteinerte Trollfrau in die eine und auf die vorgelagerte Insel Grimsey in die andere Richtung.

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Gute Planung ist bekanntlich alles, aber diese Insel ist mir irgendwie durchgerutscht. Zweimal am Tag schippert ein kleines Boot hinüber zum unbewohnten, privaten Eiland, das ein wahres Vogelparadies und im Sommer Heimat Tausender Papageitaucher ist. Eine Stunde früher, und wir hätten die Nachmittagstour bei bestem Wetter noch erwischt. 😣

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So verbringen wir einen entspannten Resttag in dem verschlafenen Fischerort, in dem - im besten Sinne - der Hund verfroren ist.
Die Uhren ticken spürbar anders. Als wir an der Rezeption ein Ticket für die Bootstour am nächsten Morgen buchen wollen, ernten wir erstaunte Blicke. Das sei ganz und gar unnötig, versichern unsere freundlichen Gastgeber, wir sollen einfach am nächsten Morgen um 9 Uhr am Ableger sein. Kein Stress, keine Eile, anders als zum Beispiel an der Südküste, wo rechtzeitige Reservierungen fast schon eine Notwendigkeit sind, und auch anders als Zuhause. Fühlt sich nach Urlaub an. Und nach etwas, worum ich die Einheimischen insgeheim beneide: Ruhe und Gelassenheit.

Die Stimmung im knackvollen Restaurant unseres Gästehauses ist entspannt und das Essen hervorragend, wer ahnt denn sowas am gefühlten Ende der Welt? Thomas schwärmt vom fangfrischen Fisch, der ihm vom ebenso sympathischen wie exzentrischen Chef ans Herz gelegt worden war. Ein Alt-Punk mit Beatles-Fimmel, eine merkwürdige Mischung, Pilzköpfe auf seinem T-Sirt, an den Wänden und aus den Boxen. The Long And Winding Road, irgendwie passend für die Westfjorde...

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Am nächsten Morgen ist es nicht mehr sonnig, aber weiterhin trocken, wir packen zusammen, frühstücken schnell und gehen die wenigen Meter hinunter zum Mini-Hafen, wo uns der Kapitän Marke "Seebär" auf seinen antiken Kutter lotst. Nur zwei weitere Paare sind mit an Bord, und kaum haben wir den Hafen verlassen, sind wir umringt von Vögeln.

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Es ist nur ein Katzensprung hinüber, wir fahren erst ein Stück um die Insel herum, können den Kormoranen und Dreizehenmöwen direkt ins Nest schauen...

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...und klettern dann an Land. Nichts als Felsen, Gras und Vögel. Ein Paradies, unberührt und wild, es riecht nach Wiese und Vogelkäfig.

Aaaachtung! Wachtposten am Anleger
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Der Bootsführer gibt uns zwei Stunden, dann sollen wir wieder am Steg sein, und außerdem grobe Anweisungen. Nicht zu nah an die Klippen gehen, nicht zu unserem Schutz, sondern dem der Papageitaucher, und auf jeden Schritt achten, denn einen Weg gibt es nicht und das Gelände ist uneben. Wir stehen etwas unschlüssig in der Gegend herum, aber das war's. Er lächelt freundlich, worauf wartet ihr?

Das lasse ich mir nicht zweimal sagen und wate voran durchs hohe Gras, am Abend werden wir uns nach Zecken absuchen, zum Glück ohne Erfolg. Erst auf der Rückfahrt erfahren wir, dass der Guide krank geworden ist und normalerweise bei den Touren dabei. Ich weiß nicht, inwieweit Dinge dann anders laufen.

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Wir genießen jedenfalls unsere Freiheit, fühlen uns wie Robinson und schon wieder wie im Wunderland. Erst an der Steilküste, später am Strand gehen wir entlang, überall Puffins, die Schnäbel voller Fische. Grimsey ist wohl auch für sie ein richtig guter Ort, ihre Anzahl soll konstant hoch sein im Gegensatz zu Südisland.

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Die Zeit vergeht wie im Flug, ein grandioser Ausflug, am Mittag kehren wir zurück, setzen uns ins Auto und fahren weiter hinein in die Westjorde. Unser nächstes Ziel heißt Isafjördur, Islands wohl abgelegenste Metropole 235 Kilometer westwärts.

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Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 20. Dez. 2020
4’393 Beiträge · seit 201520. Dez. 2020 ·
Schönen guten Adventssonntag-Vormittag, liebe Betti-Berti, Eure Fotos im letzten Beitrag - und nicht nur die - machen mich krank - fernwehkrank....
Kränkelnd grüßt
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
809 Beiträge · seit 201820. Dez. 2020 ·
Liebe Beatnicks!

Wie bereits gesagt gibt es keine Steigerungen mehr um die Qualität eurer Berichte, in Bild und Wort, über das gesagte noch hervor zu heben, daher sage ich nichts mehr dazu.....
(Ooooops! Jetzt habe ich doch, indem ich ankündige nichts mehr sagen zu wollen, was gesagt..... 😎 🤩 )

Eure Bilder der Puffins rufen in mir eine Frage auf die ich bereits sehr lange mit mir herum schleppe.....
Die Puffins fangen ja nicht mit einem Zuschnappen sozusagen 10-15 Fische, sondern diese kommen einzeln hinzu!
Wie schaffen die das mit einem, zwei, ....., elf Fische bereits im Schnabel noch den zweiten, dritten bzw. zwölften zu fangen ohne dabei einige oder alle bereits gefangenen zu verlieren?
Man stelle sich das mal vor; man hat eine Kieler Sprotte quer im Mund und soll unter Wasser, ohne Einsatz der Hände und ohne den ersten Fisch zu verlieren, verschlucken oder selbst zu zerbeißen einen zweiten fangen.....und einen dritten, vierten usw.! Wie geht das?

Liebe Grüße,
busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
7 Beiträge · seit 202020. Dez. 2020 ·
Wooow 😊 Das sieht wirklich wunder, wunderschön aus! Die Bilder könntet ihr sogar locker verkaufen, die Qualität und der Inhalt der Bilder ist echt der wahnsinn!
Ich wollte 2017 mal nach Island, da war ich das letzte mal so wirklich flüssig 😄 aber leider musste ich fast das ganze Jahr im Bett verbringen :/ Gerade wenn ich solche Bilder sehe, hoffe ich, dass es bald mit dem Spuk endet und man wieder frei die Welt bereisen kann 😣
Folge der Sonne und finde die Sonne in dir, nicht nur die am Himmel :)
4’393 Beiträge · seit 201520. Dez. 2020 ·
Wie schaffen die das mit einem, zwei, ....., elf Fische bereits im Schnabel noch den zweiten, dritten bzw. zwölften zu fangen ohne dabei einige oder alle bereits gefangenen zu verlieren?
Man stelle sich das mal vor; man hat eine Kieler Sprotte quer im Mund und soll unter Wasser, ohne Einsatz der Hände und ohne den ersten Fisch zu verlieren, verschlucken oder selbst zu zerbeißen einen zweiten fangen.....und einen dritten, vierten usw.! Wie geht das?
@busko
Lieber Uli, tja, gute Frage - nächste Frage: wir haben auch schon Schakale und Füchse mit mehreren Mäusen im Fang gesehen und uns die gleiche Frage gestellt: Wie machen die das?
Beste Grüße
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
1’425 Beiträge · seit 201320. Dez. 2020 ·
Hi,
Uns wurde auf genau diese Frage von einem Isländer gesagt, dass die Puffins die erbeuteten Fische mit der Zunge an so eine Art Dorne oder Haken (da reichten unsere Sprachkenntnisse nicht so ganz aus 😕) an den Gaumen drücken und dann weitere fangen können.
LG
Claudia
Unsere Reisen findet man unter: http://clamat.de/
Themenstarter1’746 Beiträge · seit 201621. Dez. 2020 ·
Hall ihr Lieben,
CuF schrieb:Eure Fotos im letzten Beitrag - und nicht nur die - machen mich krank - fernwehkrank....
Geht mir genauso, Friederike... Vielen Dank, dass du trotz der Symptome an Bord bleibst 🙂
busko schrieb:Eure Bilder der Puffins rufen in mir eine Frage auf die ich bereits sehr lange mit mir herum schleppe.....
Die Puffins fangen ja nicht mit einem Zuschnappen sozusagen 10-15 Fische, sondern diese kommen einzeln hinzu!
Wie schaffen die das mit einem, zwei, ....., elf Fische bereits im Schnabel noch den zweiten, dritten bzw. zwölften zu fangen ohne dabei einige oder alle bereits gefangenen zu verlieren?
🙂 Gute Frage. Ich hatte das schon mal nachgelesen und habe es jetzt nochmal rausgesucht. Im Prinzip hängen sie die Fische wie an einer Wäscheleine auf:

Eine besondere Fähigkeit des Papageitauchers ist das Fangen einer größeren Anzahl an Fischen, um diese zur zur Bruthöhle transportieren zu können. Diese liegt bei 5 bis 20 Fischen pro Fangtour. Ermöglicht wird dies durch eine Besonderheit des Schnabels. Im Inneren befinden sich dort zahlreiche Widerhaken; die Zunge besteht im Rachen aus etlichen hornigen Papillen. Auf diese Weise kann der Papageitaucher die glitschigen Fische nach hinten schieben und sie ordentlich aneinanderreihen. Durch diese sehr interessante Konstruktion hat er die Möglichkeit, seine Jagd unter Wasser mit den bereits gefangenen Fischen im Schnabel jederzeit fortzuführen. (Island-Reiseführer Eldey.de)
SunHugger87 schrieb:Das sieht wirklich wunder, wunderschön aus! Die Bilder könntet ihr sogar locker verkaufen, die Qualität und der Inhalt der Bilder ist echt der wahnsinn!
Oh, vielen Dank!!!! Ganz tolle Komplimente! 😊
SunHugger87 schrieb:Ich wollte 2017 mal nach Island, da war ich das letzte mal so wirklich flüssig 😄 aber leider musste ich fast das ganze Jahr im Bett verbringen
🙁
SunHugger87 schrieb:Gerade wenn ich solche Bilder sehe, hoffe ich, dass es bald mit dem Spuk endet und man wieder frei die Welt bereisen kann 😣
Da sagst du was...

Zu Schakalen und Mäusen kann ich leider nichts Sinnstiftendes beitragen, aber ich freue mich immer wieder sehr darüber, dass noch einige von euch weiterhin so engagiert dabei sind. Ich möchte eigentlich gerne noch ein Kapitel schaffen vor Weihnachten und spare mir deshalb an dieser Stelle (noch) die guten Wünsche. Drücke euch aber von Herzen die Daumen, dass ihr alle gesund bleibt.

Liebe Grüße und einen schönen Tag,
Betti
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zuletzt bearbeitet 21. Dez. 2020
1’182 Beiträge · seit 201721. Dez. 2020 ·
Also raukopiert habe ich mir nur einen kleinen Satz... aber nach den Bildern eurer "privaten" Puffintour hätte ich lieber ein halbes Dutzend Bilder hier reinkopiert. So toll!!! 🤩

Jetzt sitzt auch Mara gerade neben mir und ist total begeistert. Eure Reise ist jetzt bei uns Beiden als mehr als nur eine echte Alternative abgespeichert für die nächsten Jahre. 🙂


Aber, da du dir schon denken kannst, dass wir eher alles mal probieren (will gar nicht drauf eingehen was schon alles), kannst du dir denken, dass wir hier anders vorgegangen sind.

...gehen wir zeitig zum Frühstück, wo wir am Buffet um den obligatorischen Lebertran einmal mehr einen großen Bogen machen.



Gruß,
Robin
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Themenstarter1’746 Beiträge · seit 201625. Dez. 2020 ·
Hallo ihr Lieben,
Blende18.2 schrieb:Eure Reise ist jetzt bei uns Beiden als mehr als nur eine echte Alternative abgespeichert für die nächsten Jahre.
🙂 Das freut uns sehr - und ich bin überzeugt, es wird euch gefallen!
Blende18.2 schrieb:Aber, da du dir schon denken kannst, dass wir eher alles mal probieren (will gar nicht drauf eingehen was schon alles), kannst du dir denken, dass wir hier anders vorgegangen sind.
...gehen wir zeitig zum Frühstück, wo wir am Buffet um den obligatorischen Lebertran einmal mehr einen großen Bogen machen.
Ich macht ja echt vor nix halt. 🤢 😉

Wir wünschen allen schöne Festtage und in diesem merkwürdigen Jahr noch eine gute Zeit, wo auch immer ihr seid (besondere Grüße auch nach Namibia!). Da wir unsere Namibia-Reise, die eigentlich am 26.12. begonnen hätte, in mehr oder minder weiser Voraussicht bereits vor zwei Tagen in den Mai verschoben haben (wir müssen u.a. berufsbedingt auf jeden Fall pünktlich zurück sein leider), werde ich auch dazu kommen, den Reisebericht jetzt zügig voranzutreiben.

Liebe Grüße,
Betti
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1’870 Beiträge · seit 201526. Dez. 2020 ·
Hallo Berti,
Ach wie schade dass es mit Nam nun nichts wird. Wieso genau musstet ihr alles verschieben? Gab es in DE eine Nicht-Reise Liste auf der Nam stand?
Hier hören wir eben wenig von solchen Restictions.
Freue mich aber schon noch weiter mit euch durch Island zu reisen, wenn nur virtuell.
Ein glückliches und angenehmeres Neues Jahr wünscht euch Katrin
If life is a journey be sure to take the scenic road! Expedition Antarktis: https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299327-expedition-antarktis-mit-falklands-und-s-georgia.html Island In Herbstfarben https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299288-island-in-herbstfarben-september-2018.html Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/weitere-laender/299141-nordamerikanische-safari-und-landschaft-2019.html Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different. Juni 2018 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/tansania/295665-zweite-selbst-fahrer-tour-in-tansania-same-same-but-different.html Trip reports in English: Namibia and KTP 2016 http://safaritalk.net/topic/16959-self-drive-safari-tr-nam-sa-bots-nam/ Botswana 2016: http://safaritalk.net/topic/16985-self-drive-safari-tr-bots-nam-sa/ Tanzania 2015: http://safaritalk.net/topic/15256-self-drive-safari-through-northern-tz-parks-of-mara-crossings-and-lions-in-camp/ Nam-SA-Bots 2014: http://safaritalk.net/topic/14669-self-drive-safari-in-botswana-south-africa-and-namibiab/page
Themenstarter1’746 Beiträge · seit 201626. Dez. 2020 ·
Sadie schrieb:Ach wie schade dass es mit Nam nun nichts wird. Wieso genau musstet ihr alles verschieben? Gab es in DE eine Nicht-Reise Liste auf der Nam stand? Hier hören wir eben wenig von solchen Restictions.
Hallo Katrin,

das ist alles sehr schade, dass finden wir auch. Zumal wir uns mit Forumsfreunden dort verabredet hatten, wir hatten uns sehr darauf gefreut. Es gibt nicht den einen Grund, es war eher eine Ansammlung von Indizien. Letztlich hat die Entwicklung nebenan in Südafrika mit den daraus resultierenden möglichen Problemen bei der Rückkehr nach D dazu geführt, dass wir uns am Tag vor Heiligabend gegen die Reise entschieden haben. Es war eine Umdrehung zuviel Risiko für uns.

Tatsache ist, wir müssen am 11.1. pünktlich zurück bei der Arbeit sein. Spätestens als klar war, dass Namibia ab dem 26. - und damit noch vor unserem Abreisezeitpunkt - in D wieder als Risikogebiet geführt wird, wären wir ohnehin raus gewesen. Nicht nur wegen der dann notwendigen Quarantäne, die wir ohnehin schon einkalkuliert hatten. Aber wir können als Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht einfach wissentlich in ein Risikogebiet reisen, das bei Abreise schon als solches deklariert ist. Insofern war es gut, dass wir das schon zuvor geregelt und nicht so ein Gewurschtel über die Feiertage hatten.

Ich bin dennoch der Meinung, dass die Rumreiserei als Individualtourist dort vergleichsweise risikofrei ist und wir hätten das auch gemacht, hätten wir genug zeitlichen Puffer hintenraus. Hatten wir aber nicht. Und drum sind wir jetzt mit unserer Entscheidung im Reinen, wenn auch nicht mit der Lage der Dinge in der Welt 😉

Euch wünschen wir auch ein schönes, unbeschwertes 2021,
liebe Grüße in die USA,
Betti
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Themenstarter1’746 Beiträge · seit 201627. Dez. 2020 ·
Kurven, Fjorde und ein Vorhang aus Wasser

Von Drangsnes nach Isafjördur ist es eigentlich ein Katzensprung. Doch eine ganze Reihe tiefer Fjorde macht aus 70 Kilometern Luftlinie eine Strecke von 235 Kilometern. Eine echte Geduldsprobe für unruhige Geister wie mich - allerdings eine landschaftlich sehr schöne.

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Die Straße 61, auf der wir Fjord für Fjord umrunden, ist nicht nur asphaltiert, sondern absolut makellos. Wir kommen gut voran. Außer uns sind vor allem Isländer mit ihren Campern unterwegs, einsam ist es also nicht, aber still in diesem Idyll aus Wasser und schneebedeckten Bergen.

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Beim sechsten oder siebten Fjord - man kann da leicht durcheinanderkommen 😣 - dann ein anderes Bild. Eine Bucht voller Seehunde. Wir steigen aus und genießen die dreieinhalb Sonnenstrahlen, in denen sich die Tiere genüsslich räkeln.

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Kurz danach der nächste Fjord - nicht so schlecht, dass es erst einmal der letzte ist. Von hohen Bergen umrahmt liegt Isafjördur, der größte Ort der Westfjorde. In Wahrheit ein Nest mit knapp 3.000 Menschen, doch der Hafen ist das Tor zur Welt und sonst Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe. Keine Kreuzfahrer im Corona-Jahr, im Tjöruhusid kurzfristig einen Tisch zu bekommen, ist leider auch ohne sie unmöglich. Das lässige Fisch-Restaurant ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und ein langfristige Reservierung nötig. Haben wir nicht, und so wird nix draus.

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Unser Hotel Isafjordur ist ein ziemlich hässlicher Kasten, liegt aber zentral. Das Zimmer ist komfortabel und mit Blick aufs Wasser, am Abend gibt's Pizza mit viel drauf und eine ordentliche Mütze Schlaf.

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Eine kurvige Schotterpiste und schroffe Gegenden, am nächsten Tag geht's über die 60 stramm Richtung Süden nach Patreksjordur.

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Direkt am Weg liegt der Dynjandi, einer der imposantesten Wasserfälle Islands. Vom auch in Corona-Zeiten gut gefüllten Parkplatz steigen wir rund 500 Meter hoch, vorbei an vielen kleineren Wasserfällen, ein grandioses Ensemble, es schäumt, tobt und rauscht.

Oberhalb des Dynjandi. Das Wasser fließt unter der Straße hindurch und stürzt dann dem Fjord entgegen.
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Es ist bewölkt, aber windstill und warm - und das hat Folgen. Kriebelmücken, ganz Schwärme, sie umschwirren und verfolgen uns, kriechen in die Ohren und zwicken sogar, igitt!

Vor einigen Jahren sind wir durch Schottland gewandert. Die eigens zum Schutz vor den berüchtigten Midges besorgten Gesichtsnetze blieben in der frühen Jahreszeit verpackt; wie auch am Myvatn, wo uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Doch nun schlägt ihre große Stunde. Wir ziehen die Teile über unsere Köpfe, nicht schick, aber wirkungsvoll. Die Mücken hocken konsterniert auf dem Gazestoff: Wir müssen draußen bleiben. Ätsch! Wir freuen uns diebisch - und sind übrigens nicht die einzigen, die so ein Netz tragen. Auf diese Idee sind auch andere gekommen.

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Wir klettern so weit es geht und sind oben alleine. Feiner Wassernebel und nasse Füße, aber was für ein Blick!

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Der Dynjandi fällt wie in Zeitlupe, ein Vorhang aus Wasser, und unter uns der Fjord - wow! Wir wollen zurückkehren, bei gutem Wetter, zum Sonnenuntergang. Eines Tages.
Tipp: Direkt am Wasserfall gibt es einen kleinen kostenlosen Campingplatz mit Wasseranschluss und WC. Für Camper eine tolle Option.

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Weiter geht es über grandiose Passhöhen und an der Küste entlang...

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Finde den Fehler! 😉
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...nach Patreksfjordur, wo wir uns für zwei Nächte im Fosshotel Westfjords einquartiert haben. Der winzige, hübsche Ort liegt direkt am Fjord und nahe unserer Ausflugsziele und entpuppt sich als die erhofft gute Wahl. Zum Abschluss des Tages fahren wir über eine steinige und ziemlich holprige Piste zum Raudisandur Strand. Leider haben sich die Wolken in der Bucht festgesetzt, nichts wird es mit den tollen Eindrücken, die ich so oft im Netz bewundert habe.

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Saurbæjarkirkja am Raudisandur
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Wir hoffen auf besseres Wetter am nächsten Tag, denn da wollen wir nicht nur hierher wiederkommen, sondern auch zum legendären Vogelfelsen Latrabjarg.
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zuletzt bearbeitet 27. Dez. 2020
Themenstarter1’746 Beiträge · seit 201628. Dez. 2020 ·
casimodo schrieb:Waren die 500 Meter Höhen, oder Streckenmeter?
Hallo mein Lieber,

oha, da fragst du was. Soweit ich weiß, sind es ca. 500 m von der Wasserfallkante bis zum Fjord unten. Bis ganz an die Kante kommt man nicht. Der Spazierweg führt in einem Bogen an den Wasserfällen hoch bis zum Fuß des Dynjandi, von dort geht ein kleiner Pfad noch etwas weiter und höher. Dauerte alles in allem ungefähr eine halbe Stunde - also ca. 500 m Strecke, denke ich.

Liebe Grüße aus Hamburg, jetzt leider mit Regen,
Betti
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