EulenmuckelThemenstarter2’128 Beiträge · seit 200603. Mai 2020 ·
Liebe Ingrid,
das Buch heißt "Kaokoland" von Johan Snyman, und wir haben es in der Fußgängerzone bei "Die Muschel Book & Art Shop" gekauft. Im Nachhinein war es für unsere Zwecke nicht so ergiebig. Insbesondere findet man dort kaum Informationen zu den Strecken im Hartmanntal. Ich kann es dir aber gerne mal ausleihen. Ich drücke euch die Daumen für eure Reise.
EulenmuckelThemenstarter2’128 Beiträge · seit 200603. Mai 2020 ·
Tag 17 – 29. Juli 2019 – Noch mehr Nebel und Autoreparatur
Meikes Gästehaus, Swakopmund
Auch heute Morgen hatten wir in Swakopmund Nebel. Genauer gesagt nieselte es kräftig und alles war nass. Wir schliefen aus, frühstückten gemütlich, dann fuhr Uwe zu Oryx Canopies, dem Hersteller des Campingaufbaus auf unserem Auto. In den letzten Jahren waren wir in Swakop jedes Mal entweder in einer Werkstatt, bei der Reifenreparatur oder bei Oryx Canopies. also auch diesmal. Dort sah man sich die abgebrochene Markisenhalterung an und schraubte zunächst das gesamte Schattendach ab. Der gebrochene Metallwinkel sollte geschweißt werden und zwischen 12 und 13 Uhr fertig zur Montage sein. Als nächstes fuhr Uwe zu Toyota, weil vorgestern während der Fahrt Ruths Beifahrertür von alleine ein paar Mal aufgegangen war. Also nicht komplett, aber immerhin so, als ob man sie nicht richtig geschlossen hätte. Darüber hinaus hatte sich die Tür einmal nicht von innen öffnen lassen. Ein Mechaniker schaute sich die Sache an, konnte aber keinen Defekt finden. So beließen wir es dabei und nahmen uns vor, in Zukunft während der Fahrt zusätzlich die Tür zu verriegeln. Damit der geschweißte Winkel auch bestimmt fertig war, fuhr Uwe erst kurz vor 13.00 Uhr erneut zur Bushcamper-Werkstatt. Das war ein Fehler, denn als er fünf Minuten vor eins eintraf, erklärte man ihm, dass jetzt, also ab 13.00 Uhr, Mittagspause sei. Also musste er später noch einmal kommen. Ruth lauerte währenddessen in Meikes Garten den hübschen Wellenastrilden auf.
Wir spazierten wieder in die Stadt und bummelten durch die Läden, die gestern geschlossen hatten. Ruth erstand eine Hose und Uwe ein T-Shirt. Außerdem kauften wir zwei dringend benötigte Tischläufer. Bei Kaffee und heißem Kakao ließen wir es uns im Bojos gutgehen.
Während Ruth in der Pension weitere Vögel im Garten fotografierte, fuhr Uwe ein drittes Mal zu Oryx Canopies. Dort kümmerten sich nun sogar fünf Mitarbeiter gleichzeitig um den Wagen. Zwei schraubten die Markise mit dem geschweißten Metallwinkel an. Gleichzeitig erneuerten drei andere Kollegen die Halterungen der zwei Gasflaschen. Diese waren nämlich ziemlich locker, so dass die Flaschen darin wackelten und sich die Halterungen von alleine lösen konnten. Nachdem sie fertig waren, saßen die Gasflaschen bombenfest. Hier ist Ruths Vogelausbeute:
Rußnektarvogel
Wellenastrilde
Um 17.00 Uhr liefen wir mit Meike und den beiden Hunden in die Dünen neben der Stadt. Wir kamen bei den Kamelen vorbei, die man für einen Ausritt buchen kann. Ein Tier war ausgebüchst und wurde von mehreren Angestellten gesucht. Es war lustig zuzusehen, wie abwechselnd das Kamel oder seine Fänger an uns vorbeigelaufen kamen und miteinander Hasch-mich spielten. Außer uns waren noch weitere Hundehalter unterwegs, und eine Frau hatte ihre beiden großen Hunde weder angeleint, noch im Griff, so dass diese auf Emmi und Meta zugestürmt kamen und den kleinen Terrier jagten. Wir bekamen einen ganz schönen Schrecken. Zum Glück passierte aber nichts weiter.
Heute fuhren wir mit Meike und Klaus zum Abendessen ins Old Steamers. Dort gab es wie letztes Jahr ein superleckeres Büffet. Obwohl wir uns alle Mühe gaben, gelang es uns nicht, alle angebotenen Speisen zu probieren. Die Auswahl an Vor-, Haupt- und Nachspeisen war mehr als reichlich, und es gab nichts, das nicht schmeckte. Wieder verbrachten wir einen sehr schönen Abend in netter Gesellschaft.
EulenmuckelThemenstarter2’128 Beiträge · seit 200605. Mai 2020 ·
Tag 18 – 30. Juli 2019 – Auf kulinarischer Tour
Meikes Gästehaus, Swakopmund
Heute standen weitere Gaumenfreuden auf dem Programm. Zur Abwechslung schien bereits morgens die Sonne, und kein Nebel trübte die Sicht. Wir frühstückten wie immer und fuhren dann zum Superspar, wo wir den ersten Teil des Großeinkaufs für die restlichen Campingtage im Kaokoveld erledigten. Wir kauften fast alles außer Gemüse, Obst und Brot. Insbesondere fand Ruth ihre geliebten Schokomuffins. In der Pension sortierten wir alles im Auto und sorgten dort mal wieder für etwas Ordnung.
Rußnektarvogel
Als wir uns gerade etwas in die Sonne setzen wollten, holte uns Meike ins Haus. Sie hatte eine leckere Butternutsuppe gekocht (mit in dunklem Zucker angeröstetem Kürbis und Orangensaft). Derart verwöhnt verging die Zeit bis 14.00 Uhr wie im Flug. Dann stand bereits unser Guide für den Nachmittag vor der Tür, um Klaus, Meike und uns abzuholen. Wir hatten bei Charly‘s Desert Tours eine neue Fahrt gebucht, die uns nicht in die Natur, sondern zu ausgewählten lokalen Produkten führte („West Coast Bites & Brews“). Zunächst ging es zu einer Farm im Swakoptal, bei der verschiedene Gemüsesorten angebaut werden. Zum Teil befinden sich diese in großen Gewächshäusern, wie zum Beispiel Tomaten und müssen mit Frischwasser versorgt werden, das selbst aus Grundwasser aufbereitet wird.
Vier verschiedene Olivenarten wachsen draußen und begnügen sich mit einfachem Grundwasser. Die geernteten Oliven werden über mehrere Monate in Salzwasser eingelegt und dann entweder zum Verzehr verkauft oder zu Olivenöl weiterverarbeitet. Wir probierten verschiedene Sorten Öl und kauften zwei Gläser Oliven, die wirklich ganz hervorragend schmeckten. Die nächste Station war eine Fabrik für unterschiedliche Sorten von Pflanzenölen. Aus lokal geerntetem Jojoba, Mongongo oder Marula werden die Öle in aufwändigen Verfahren gepresst. Über mehrere Mahl- und Verdichtungsschritte gewinnt man tropfenweise sehr teure Öle, die exportiert und hauptsächlich zu Kosmetikprodukten weiterverarbeitet werden. Anschließend fuhren wir wieder Richtung Stadt und hielten im Industriegebiet. In einer Seitengasse besuchten wir die Kaffeerösterei „Two Beards“. Dort wurde uns vorgeführt, wie innerhalb von 25 Minuten die gewaschenen und getrockneten Kaffeebohnen bei über 200 Grad in einer langsam drehenden Trommel geröstet werden.
Dann demonstrierte uns ein Mitarbeiter, wie durch unterschiedliche Arten der Zubereitung der Geschmack des Kaffees variieren kann. Er brühte dieselbe Sorte und Menge eines Kaffees einmal per Filter und einmal per Wasserdampf auf. Das Ergebnis sah, roch und schmeckte vollkommen unterschiedlich. Dazu wurde uns eine Auswahl von Snacks serviert: eine Frühlingsrolle mit Gemüse und Hühnchen, ein kleines Stück Catfish, eine Oryxfrikadelle, eingelegte Paprika und Hake.
Um die Ecke betraten wir die kleine Brauerei „Namib Dunes“, in der uns der Braumeister erklärte, wie sein Bier hergestellt wird. Dann folgte eine Bierprobe, bei der er uns nacheinander fünf Sorten Ale präsentierte. Im Unterschied zu Lager-Bier stellt er obergärige Sorten her. Zuerst tranken wir zwei Weißbiere, bei denen die Hälfte der Gerste durch Weizen ersetzt wird. Klaus war es zu süß, uns schmeckte es sehr gut. Dann folgte ein eher bitteres Bier, und schließlich gab es ein dunkleres, rötliches Bier nach irischem Vorbild und zuletzt ein Indian Pale Ale, das einerseits sehr bitter, aber auch sehr würzig und kräftig schmeckte. Dieses hat den aufwändigsten Herstellungsprozess.
Mittlerweile war uns auch klar, warum es zum Kaffee etwas zu essen gegeben hatte. In diesem Tempo Bier zu trinken, war doch beachtlich. Aber wir waren ja noch nicht fertig, denn nun folgte der letzte Programmpunkt, eine Gin-Verkostung. Die Stillhouse-Distillery stellt seit zwei Jahren hochwertigen Gin her. Die Besitzerin erläuterte uns den Prozess und ließ uns den Gin pur, mit Eis und Zitrone probieren. Neu im Programm sind eine weitere Sorte sowie ein Kaffeelikör. Wir nahmen eine kleine Flasche als Souvenir mit.
Entschuldigt bitte die Bildqualität.
Wir hatten viel Interessantes und Neues kennengelernt, und die Tour hatte deutlich länger als geplant gedauert. Daher fuhr uns der Guide im Anschluss direkt zum The Tug ans Meer, wo wir zum Abendessen einen Tisch reserviert hatten. Das war auch dringend nötig, denn wir hatten bisher ja kaum etwas gegessen und getrunken. Trotzdem ließen wir uns leckeren Fisch und zum Nachtisch einen Schokovulkan schmecken, auf den wir nicht verzichten wollten. Diesen mussten wir allerdings teilen. Nach diesem kleinen, kulinarischen Programm waren wir pappsatt und schleppten uns zurück in die Pension. Heute Abend fliegen unsere Reisepartner Bele und Matthias von Frankfurt nach Windhoek. Wir werden sie übermorgen Abend treffen und freuen uns schon auf die gemeinsame Zeit.
Liebe Ruth und lieber Uwe, wenn ich nicht wüsste, wie ihr ausseht, würde ich nach der Beschreibung in euren Berichten, was und wie viel ihr so alles esst und trinkt, von zwei übergewichtigen Touris ausgehen, die auf dem Rückflug breitere Sitze brauchen. Wo steckt ihr das nur alles hin?
Kein bisschen neidisch 😉 , ganz ehrlich 🙂 , Gertraude
Champagner8’819 Beiträge · seit 201007. Mai 2020 ·
Guten Abend Ihr Beiden,
ich musste nach dem "Genuss" dieses Kapitels erst mal einen Willi trinken 😄 . Da habt Ihr es euch wirklich gut gehen lassen - aber man muss ja Reserven bilden für die harten Zeiten, die noch kommen werden. 😉
Eulenmuckel schrieb: Insbesondere fand Ruth ihre geliebten Schokomuffins.
Waren das die Dinger, die uns bis Epupa Falls begleitet haben und dort - nachdem niemand von uns sich opfern wollte - andere Abnehmer fanden? 😐
In der Pension sortierten wir alles im Auto und sorgten dort mal wieder für etwas Ordnung.
Das Getränkeregal (inkl. Knabbereien) sieht auf jeden Fall schon mal gut aus 😗 !
Heute Abend fliegen unsere Reisepartner Bele und Matthias von Frankfurt nach Windhoek.
😗 😕 Das wüsste ich aber - ich sitze schon seit geraumer Zeit auf meiner Couch und sie will einfach nicht abheben 🤩 !
Wir werden sie übermorgen Abend treffen und freuen uns schon auf die gemeinsame Zeit.
Ich mich auch 😘
Daher hoffe ich natürlich auf fleißiges Weiterschreiben 😉! Liebe Grüße von Bele
EulenmuckelThemenstarter2’128 Beiträge · seit 200610. Mai 2020 ·
@Gertraude: Normalerweise verdrücken wir nicht so viel. Die Käseplatte bei Neuras gleich nach dem Frühstück war nicht geplant, der anschließende Apfelkuchen bei Solitaire aber schon. Und auf den können wir auch leider nicht verzichten. Dass wir während der Tour um und durch Swakopmund so gut verköstigt werden, haben wir auch nicht geahnt, und der Abend im Tug war eben schon fest und wiederum unverzichtbar. Überhaupt sind die Tage in Swakopmund immer so ein kleiner Urlaub im Urlaub, auch weil wir dort jeden Abend essen gehen. Aber sonst 😉 schlagen wir meist nicht so zu. 😗
@Bele: Ja, die Schokomuffins (schon wieder geht's ums Essen – langsam kommen auch mir Zweifel an unserer Genügsamkeit) haben lange gehalten. Das lag wohl daran, dass wir wirklich mehrere Pakete dabei hatten. Denn man muss ja für die harten Zeiten vorsorgen. 😉
EulenmuckelThemenstarter2’128 Beiträge · seit 200610. Mai 2020 ·
Tag 19 – 31. Juli 2019 – Ausflug nach Walvis Bay
Meikes Gästehaus, Swakopmund
Heute erschien die Sonne erst ein bisschen später am Himmel. Wir saßen noch beim Frühstück, als es draußen langsam heller wurde. Danach packten wir unsere Fotoapparate ein und fuhren an der Küste entlang nach Walvis Bay.
Am südlichen Rand der Stadt sahen wir bereits hunderte Flamingos an der Strandpromenade und hielten an.
Bis auf einzelne Ausnahmen waren es Zwergflamingos, die fast ununterbrochen aus dem seichten Wasser und Schlamm mit ihrem nach unten gebogenen Seihschnabel kleinste Nahrungsteilchen herausfilterten. Dabei schnatterten sie, und manche flogen ein paar Meter, um an anderer Stelle wieder zu landen.
Wir blieben einige Zeit und beobachteten die unterschiedlich intensiv rosa gefärbten Wasservögel. Dann fuhren wir weiter zu den Salzlagunen südlich der Stadt.
Dort sahen wir noch ein paar kleine Regenpfeifer, die völlig hyperaktiv an der Wasserkante hin- und herrannten. Hatte man sie endlich mit dem Fokus der Kamera eingefangen, sprinteten sie auch gleich wieder aus dem Bild.
Weißstirnregenpfeifer
Fahlregenpfeifer
Die Säbelschnäbler
und Stelzenläufer
waren da ein wenig gemütlicher unterwegs und machten das Fotografieren einfacher. Einige Kilometer führte die Straße entlang der Salzfelder. Der brackige Geruch stach uns bei geöffnetem Autofenster in die Nase. Als wir den Strand am Meer erreichten, bogen wir nach Norden Richtung Pelican Point ab. Unser Ziel war der Leuchtturm, wo wir hofften, ein paar Robben und Schakale zu finden. Katrin, Martin und ihre Kinder waren vor ein paar Tagen ebenfalls diese Strecke gefahren und hatten uns von dieser Route mit Robben, Schakalen und Pelikanen vorgeschwärmt.
Bisher waren wir am wegweisenden Holzschild bei den tiefsandig ausgefahrenen Spuren, die alle in etwa in dieselbe Richtung führten, stets wieder umgekehrt, weil wir dachten, der Weg lohne sich nicht. Nun hatten wir den Hinweis bekommen, einfach der Spur zu folgen, dann würden wir schon die Lodge erreichen. Voller Zuversicht machten wir uns also auf den Weg. Nach einem anfangs sehr sandigen Abschnitt wurde der Untergrund fester, und unzählige, parallel verlaufende Spuren führten nach Norden. Welcher sollten wir nun folgen?
Ein paar Autos kamen uns entgegen, die Kayaks und Gäste geladen hatten. Wir peilten in etwa die Richtung an, aus der sie kamen. Bald waren wir jedoch alleine unterwegs und mussten unsere Spur selbst wählen. Auf unserem Navi fuhren wir geradewegs durch den Atlantik. So eindeutig wie am Anfang war die Streckenführung schon lange nicht mehr, und wir versuchten, immer auf einem möglichst mehrfach befahrenen Track zu bleiben. Unserer wurde jedoch nach einiger Zeit feucht, dann etwas matschig und führte schließlich durch seichtes Wasser. Das wurde uns unheimlich, und wir hielten an. Doch bloß nicht zu lange, denn wir wollten nicht riskieren, hier stecken zu bleiben und langsam im Salzmatsch zu versinken. Wir kehrten wieder um, denn es sah so aus, als gäbe es weiter westlich einen besseren Weg. Also fuhren wir ein gutes Stück zurück und versuchten auf einer Parallelspur erneut unser Glück. Diese teilte sich wieder und wieder, wir folgten mal diesem, mal einem anderen Weg – weit kamen wir nicht. Der nächste feuchte Untergrund, unsere Räder hinterließen tiefe Furchen. Ein deutliches „Uwe, dreh um, DREH UM!“ vom Beifahrersitz, und wieder ging es in die falsche Richtung nach Süden. Das war doch nicht zu glauben. Wenn Martin und Katrin den Weg als völlige Namibia-Neulinge gefunden hatten, konnte das doch nicht so schwer sein. Uwe wollte nicht aufgeben. Ruth hatte langsam die Nase voll. Einfach der Spur folgen … ja, klar, guter Tipp! Welcher denn, verdammt nochmal!?
Wieder wurde gedreht. Gefühlt hatten wir bereits jede der tausend Spuren mit allen Querverbindungen unter den Rädern gehabt. Bisher waren uns nur ganz am Anfang Autos entgegengekommen. Als wir uns gerade zu fragen begannen, warum denn hier niemand außer uns unterwegs war, entdeckten wir weit entfernt am Meer schließlich doch ein paar Autos. Mit nur zwei weiteren Sackgassen vor brackigen Salztümpeln erreichten wir diese Fahrzeug-Ansammlung auf fast direktem Weg. Es handelte sich ausnahmslos um Surfer, die hier in den hohen Wellen ihren Spaß suchten. Mit Drohnen filmten sie ihre spektakulären Surfgänge, für die wir irgendwie gar keinen rechten Blick hatten. Als wir sie passiert hatten, endeten alle Spuren im Meer. Es war wie verhext. Nichts deutete auf einen ausgefahrenen Hauptweg Richtung Pelican Point hin. Wir ärgerten uns über uns selbst, da wir offensichtlich zu blöde waren, den richtigen Weg zu finden, den alle anderen scheinbar ohne Schwierigkeiten entdeckten. Da auch kein anderes Auto auf dem Weg weiter nach Norden war (es gab ja auch keinen) oder von dort kam, kehrten wir mal wieder um und fuhren missmutig zurück zur Hauptstraße. Die Fahrt zog sich über holprige Sandpiste ohne Anhaltspunkt ewig dahin. Wir hatten das Gefühl, überhaupt nicht voran zu kommen, und die ausgeblichenen Robbenknochen, oder von welch anderer armen Kreatur sie auch stammen mochten, hellten unser Stimmung auch nicht weiter auf. Diesen Ausflug hätten wir uns sparen können. Außer das Auto schmutzig zu machen – und zwar so richtig – hatten wir nichts erreicht. Schönen Dank, liebe Katrin, lieber Martin. Einfach der Spur folgen und die Robben und Schakale beobachten. Ja großartig! Wir stoppten noch kurz bei den Kapenten und den Salzfeldern, bevor es wieder nach Hause in die Pension ging.
Zurück in Swakopmund erzählten wir Meike frustriert von unserem Misserfolg. „Nein, da könnt ihr jetzt nicht hinfahren. Da gibt es im Moment doch noch die ganz große Welle.“ Ob wir die denn gar nicht gesehen hätten? Wegen der Springflut seien Surfer von weit her nach Walvis Bay gekommen. Nein, der Pelican Point ist zurzeit überhaupt nicht zu erreichen. Na klar! Natürlich nicht! Es beruhigte uns schon sehr, dass wir den Weg offensichtlich nicht übersehen hatten und er einfach nur überschwemmt war. Dieses Ziel müssen wir wohl unbedingt noch einmal ins Visier nehmen. Vielleicht erkundigen wir uns dann auch vorher, ob es dann überhaupt zu erreichen ist. Am späten Nachmittag erledigten wir die noch fehlenden Einkäufe. Bei Fruit and Veg kauften wir frische Lebensmittel. Ruth ließ sich bei Hungry Lion eine Pommes schmecken, während Uwe bei Cymot eine der Gasflaschen auffüllen lassen wollte. Das war aber noch gar nicht nötig. Bei Pick and Pay kauften wir dann die restlichen Kleinigkeiten, die wir sonst nirgendwo bekommen hatten. Schließlich wurden das Auto vollgetankt und die Scheiben geputzt. In der Pension wischte Ruth noch den Staub im Innenraum und fegte den Schmutz heraus. Nun müssen wir morgen früh noch unsere Klamotten aus dem Zimmer einräumen, dann kann es wieder auf Pad gehen. Gegen Abend sicherte Uwe Fotos und wollte sich nach der langen Sand-Irrfahrt noch immer völlig geschafft nur noch ausruhen.
Ruth ging noch einmal mit Meike und den Hunden durch die Dünen spazieren.
Zum Abendessen hatte Meike eine sehr leckere Lauchsuppe gekocht. An unserem letzten Abend in Swakopmund saßen wir nochmal lange gemütlich zusammen und quatschten bis spät. Leider müssen wir morgen schon wieder weiter.
Herrliche Flamingo-Fotos! Wir sind wieder einmal schwer begeistert! Und das mit dem "einfach den Spuren folgen, alles kein Problem" und den Ort dann nicht finden können, kommt uns aus Afrika mehrfach bekannt vor 😉
die Story mit dem Pelican Point hat mich gerade wieder an meinen (gescheiterten) Versuch erinnert, den zu erreichen ... 🤩
Wir hatten (vermutlich...) keine "große Welle" , aber auch wir haben die verdammte Spur nicht gefunden (bzw. hunderte zur Auswahl). Also, denke ich, fahren wir einfach nach Instrumenten, ich hatte die T4Africa Karte auf dem Navi und dort war ein Track eingezeichnet. Hat aber auch nicht geholfen und kurz vor der Pelican Lodge hatte ich es dann geschafft, den Hilux im Tiefsand einzugraben 🙁 Nach einigen Befreiungsversuchen, nachher mit Hilfe von Mitarbeitern der Lodge, die das gesehen hatten, habe ich es dann aber vorgezogen, den Ausflug abzubrechen .
Ich möchte den Versuch allerdings nicht missen, hat irgendwie und im Nachhinein betrachtet auch Spaß gemacht mit der ganzen Sand-Action und den Diskussionen "wo zum Teufel geht es jetzt weiter.....". 😎 😎
Gruß
Burkhard
EulenmuckelThemenstarter2’128 Beiträge · seit 200610. Mai 2020 ·
@Friederike: Meine Güte, passt du gut auf. Und das um diese Uhrzeit. Vielleicht hätten wir das Wort "Portion" ergänzen sollen. 😉
@Zugvogel: Dass die Einschätzung einer Strecke durch einen Einheimischen manchmal stark von unserer eigenen Erfahrung abweicht, haben wir auch schon erfahren. "Ein bisschen Sand" kann z. B. bedeuten, dass allerhöchstes Festfahr-Risiko besteht. Aber unsere Info "einfach zu finden, immer geradeaus" war nur ein paar Tage alt und stammte von Freunden, die zum ersten Mal (ich glaube außer Sossousvlei) durch Sand gefahren waren. Daher hatten wir uns das schon zugetraut. Es freut uns, dass euch die Flamingofotos gefallen.
@Burkhard: Auch wir haben die Erfahrung gemacht, dass T4A an dieser Stelle nicht weiterhilft. Es gibt auch keine weitere Beschilderung und eben unzählige Spuren. Gut wäre natürlich gewesen, sich an einem ortskundigen Fahrer zu orientieren. Dafür waren wir aber zu einer ungünstigen Zeit unterwegs. Die Kajaktouren waren gerade auf dem Rückweg. Dann bist du offensichtlich schon deutlich weiter gekommen als wir, wenn du in Sichtweite des Leuchtturms warst. Festfahren kann man sich dort sicherlich leicht. Und so bleibt es dir auch als besonderes Erlebnis im Gedächtnis. Vermutlich wird Thomas (Topobär) gleich fragen, warum wir uns so anstellen. In seinem Reisebericht las sich dieser Ausflug ganz easy. Aber er fährt eben auch in einer anderen Liga. 😉
ich hatte den Anschluss an euren Bericht ein wenig verpasst, bin jetzt aber wieder "up-to-date" und möchte zwischendurch nochmal Danke sagen für die wahnsinnig tollen Bilder, die ihr zeigt. Nicht nur eure Eindrücke aus dem KTP lassen mir das Herz aufgehen 😘 😘 Karakal (!), Honigdachse und Wildkatzen en masse - auch ohne Unmengen an Löwen und Leos hattet ihr letztendlich doch ganz besondere Sichtungen. Und im Park zählt ja nun auch die Landschaft, die ihr sooo schön in Szene setzt.
Mesosaurus haben wir genau wie ihr auch als einen besonders schönen Platz erlebt und die Fülle an Fotomotiven hat auch uns schier überwältigt. Und Giel ist einfach ein klasse Typ. Im Namibrand Family Hideout bin ich schwer beeindruckt von euren Sternenfotos und beneide euch um die Bilder des Gerbils. Wir hatten den Kleinen auch auf der Campsite Venus (konnten ihn aber nicht ablichten) und Andy erläuterte uns beim Morningdrive, das es sich um einen solchen handelt. Außer dem Gerbil hatten wir dort übrigens auch Skorpionbesuch 🤩 Ja, für eine Nacht echt fast zu schade, aber ihr kehrt ja zurück 🤪
In Hauchab konnten wir auch schon nächtigen, allerdings ohne Begleitmusik, jedoch auch mit Frankolinen als Gäste. Bei uns war es damals so heiß, dass Uwe es sich nicht nehmen liess, sich in den Natur-Pools abzukühlen... Damals war Immo noch der Gastgeber... Und dann Camp Gecko *schwärm*. Schade, dass Heidi und Rene nicht mehr da sind, aber es wird ja trotzdem weitergeführt. Es ist doof, dass Solitair inzwischen so rummelig geworden ist und der Stoßstangenverkehr Richtung Swakop ist unglaublich! Schlimm, dass so viele unterwegs sind und offensichtlich überhaupt keine Rücksicht nehmen und angepasst fahren 🤢
Eure Reise in diesem Sommer - habt ihr noch Hoffnung, dass ihr sie antreten könnt oder habt ihr ev. schon umgebucht und es wird erst nächstes Jahr wieder was? Ihr fahrt ja immer (nur) in den Sommerferien, oder?
Eulenmuckel schrieb:Vermutlich wird Thomas (Topobär) gleich fragen, warum wir uns so anstellen. In seinem Reisebericht las sich dieser Ausflug ganz easy.
Viele Grüße Uwe
Hallo Uwe,
da kennst Du mich ja schon recht gut. 😉 Wirklich schade, dass es bei Euch nicht geklappt hat. Das müsst ihr auf jeden Fall noch einmal versuchen. Für mich ist Pelikan Point der Topspot in Namibia um Robben zu beobachten. Auch besser als Cape Cross. Durch die anspruchsvolle Anfahrt ist man dort fast immer allein und es gibt keine trennenden Zäune zu den Robben.
Ihr dürft nicht erwarten, dass es dort die eine richtige Spur gibt, der Ihr folgen könnt. Es ist ein Wirrwarr von hunderten Spuren, die dort kreuz und quer verlaufen und längst nicht alle führen zum Pelican Point. Viele sind von Surfern, Kayakfahrern oder Anglern und enden irgendwo am Wasser. Ich mache es immer so, dass ich zunächst grob Richtung Norden fahre, bis der Leuchtturm in Sicht kommt. Das ist dann der wichtigste Orientierungspunkt auf den man zufahren kann. Den Blick immer weit nach vorn gerichtet, damit man sich frühzeitig entscheiden kann, wo man seine Spur zieht. Ich gehe immer danach, wo die Spuren um wenigsten tief sind und wechsel dem entsprechend auch immer mal die Spur, anstatt mich allein einer Spur anzuvertrauen. Dabei ganz wichtig: Luftdruck extrem absenken. Beim schweren LC Bushcamper vorn 1,0-1,2 bar und hinten 1,2-1,4bar. Auch sollte man nicht zu langsam fahren; ab einer bestimmten Geschwindigkeit schwimmt der Wagen ein wenig auf dem Sand auf und pflügt sich nicht mehr mühsam hindurch.
Liebe Ruth, lieber Uwe, ehrlich gesagt bin ich gar nicht so ein Swakopmund-Fan, aber ihr schafft es tatsächlich auch von dort, immer wieder neue Geschichten und aufregende Erlebnisse mitzuteilen - und mal wieder Outstanding-Fotos zu präsentieren. Super-tolle Pelikan-Bilder, natürlich Flamingo-Bilder!!! (und nicht nur die) Außerdem wollte ich mich längst schon bedanken für das Buch-Leih-Angebot! Wenn es mal noch ein bisschen klarer wird, wie realistisch die Reisepläne sind und werden, melde ich mich dazu sehr gerne noch mal. Aber jetzt freu ich mich (allerdings mit zumindest einem etwas neidischen Auge) erst mal auf eure Tour ins Kaokoveld! Da gibt es viele Plätze, die allerschönste Erinnerungen auslösen und es auch wieder in die nächste Tourplanung geschafft haben. Bei ein paar Streckenabschnitten bin ich ganz besonders auf eure Warte gespannt, weil wir die als Premiere ebenfalls auf dem Plan haben - und ganzganz besonders gespannt mit großer Vorfreude bin ich natürlich auf eure Fotos aus dieser Region. Also Freude pur! (wenn da nicht die vielen ??? wären) und ganz herzliche Grüße Ingrid
Edit: Da war ich wohl leicht verwirrt vor lauter Pelican Point, dass ich diese hübschen Exemplare von Pretty Flamingos im ersten Moment als Pelikane bezeichnet habe ... das würde mir unter normalen Umständen natürlich nieee passieren. Ich schwöre!!! (und doch bin ich seehehr dankbar, dass sich da eine Stimme aus dem Off gemeldet hat 😗 )
Liebe Eulenmuckels, die Flamingos von Walvis Bay gehören zu unseren Lieblingserinnerugen an Namibia. Leider waren wir auf einer geführten Tour nach Sandwich Harbour und konnten nicht so lange dort verweilen, wie wir gerne gewollt hätten 😠 . Dasselbe gilt für eine Fahrt durch die Salzfelder, die nicht einmal den Fahrer interessierte. Wir sind halt nicht gruppenfähig 😉 . Aufgrund eurer Schilderung der spannenden Tour nach Pelican Point hat Herbert die T4A-Karte mit der von OSM verglichen! Welch ein Unterschied. Mit der kann Pelican Pont nicht verfehlt werden, sofern die Flut mitmacht. Ich stelle den Track in einem eigenen Thread "Wie komme ich nach Pelican Point?" ein, für den Fall, dass bei weiteren Fomis Interesse geweckt wurde. Ich will euren tollen Bericht nicht mit fachfremden Infos zerstückeln. Falls ihr wissen wollt, weshalb Herbert nach Pelican Point will: Dort liegt ein Geocache, den er unbedingt loggen will. Ich sachma vorsichtshalber nix dazu 😗 . Lieben Gruß freshy
EulenmuckelThemenstarter2’128 Beiträge · seit 200612. Mai 2020 ·
@Tanja: Vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Wir haben uns sehr gefreut. Du hast den Bericht bis hierhin wirklich aufmerksam gelesen. Dass ihr die Rennmaus auch gesehen habt, ist ja lustig. Ich habe jetzt nochmal speziell nach einem Gerbil in unserem Bestimmungsbuch geschaut, und die Busch-Nacktsohlenrennmaus, die Bele ja bereits bestimmt hatte, heißt auf Englisch "Bushveld Gerbil". Nun kennen wir auch den englischen Namen. Dort steht unter anderem: "Die Hinterläufe sind sehr lang, wie bei einem Känguru." Das passt zu unserem Foto. Unsere für diese Sommerferien geplante Reise werden wir mit Sicherheit nicht wie geplant antreten können und vermutlich sogar überhaupt nicht. Wir hoffen jedoch, dass wir nicht ein ganzes Jahr aussetzen müssen. Es gibt ja nicht nur die Sommerferien. 😉
@Thomas: Besten Dank für deine Tipps. In der Theorie klingt das wirklich machbar. Uns war im Prinzip schon klar, dass es nicht DEN Track gibt. Aber ich hatte es mir so ähnlich wie die letzten Kilometer ins Sossousvlei vorgestellt: Es gibt viele Spuren, und man wählt einfach eine der meistbenutzten. Irgendwie ging der Plan bei uns nicht auf. Bis in Sichtweite des Leuchtturms sind wir gar nicht gekommen. Luft hatte ich keine abgelassen, mich aber bemüht, nicht zu langsam zu fahren – im Sand denke ich immer eine gute Idee. Mal schauen, wann wir einen nächsten Versuch starten können.
@Ingrid: Ich habe schon eine Vermutung, welche Off-Stimme das war. 😉 Vielen Dank für deinen Kommentar. Wir freuen uns jetzt auch schon sehr auf die virtuelle Reise ins Kaokoveld. Beim Sortieren der Fotos der kommenden Tagen war es wieder da: das Glücksgefühl, so eine Gegend bereisen zu können.
@freshy: Wie Thomas ja im anderen Thread geschrieben hat, lag es wohl nicht an der falschen GPS-Karte. Trotzdem vielen Dank für Herberts Mühe. Ein Blick auf die Karten von OSM lohnt sich in jedem Fall. Wir drücken euch die Daumen, dass ihr den Geocache eines Tages noch entdecken werdet.
EulenmuckelThemenstarter2’128 Beiträge · seit 200617. Mai 2020 ·
Tag 20 – 1. August 2019 – Abfahrt nach Norden
Meikes Gästehaus, Swakopmund – Palmwag
Wir schliefen wunderbar eine letzte Nacht im warmen, weichen Bett, duschten und fingen an, unsere Sachen zu packen und ins Auto zu sortieren. Als fast alles verstaut war, frühstückten wir ein letztes Mal mit Meike und Klaus und genossen die frischen Brötchen und die leckeren Marmeladen. Als der Abschied nicht weiter hinauszuzögern war und weil wir auch eine lange Etappe zu fahren hatten, packten wir die letzten Dinge ins Auto und umarmten unsere beiden Freunde. Die fünf Tage waren wieder so schön gewesen. Zum Glück wird es kein Jahr dauern, bis wir sie wiedersehen. Bei typischem grau-trübem Swakopmund-Wetter brachen wir auf, kauften noch frisches Brot und verließen die Stadt nach Norden.
Endlos fuhren wir am Atlantik entlang. Bis Henties Bay ging es auf einer neuen Teerstraße, danach bogen wir wieder auf die alte Salzstraße ab. Cape Cross ließen wir diesmal links liegen und hielten uns immer weiter nordwärts. Bald erreichten wir das Totenkopf-Tor zum Skeleton Coast Nationalpark, wo wir uns im Büchlein registrieren ließen.
Die Straße war sehr gut zu fahren, und es war kaum ein Auto unterwegs. Auf der gesamten Strecke hatten wir nur zweimal Gegenverkehr. Beim Wrack der Benguela Eagle hielten wir an und schauten uns die Überreste von Nahem an. Gegenüber unserem letzten Besuch vor vier Jahren war wieder deutlich mehr von dem gestrandeten Schiff zu sehen. Der raue Wellengang des Atlantiks hatte den Sand wieder mit zurück ins Meer gespült. Im Hintergrund überschlugen sich hohe Wogen und spülten viel Schaum an den Strand. Beinahe hätte Ruth noch nasse Füße bekommen.
Wir blieben einige Zeit und schauten uns um. Ein großer Trümmer eines Knochens lag unweit des Schiffs.
Die weitere Fahrt verlief durch völlig vegetationslose Landschaft, meist mit Blick auf das Meer zur Linken. So lange wir in der Nähe des Atlantiks fuhren, blieb es bedeckt und kühl.
Erst nachdem wir nach Osten ins Landesinnere abgebogen waren, wurde der Himmel nach und nach heller, und die Temperatur stieg langsam an. Endlich zeigte sich auf wieder erstes Leben. Zwei Schakale streunten durch die immer noch sehr karge Landschaft.
Mit ein wenig Sonnenlicht wirkte die Gegend aber bald schon deutlich freundlicher.
Bei Springbokwasser verließen wir den Nationalpark. Der Parkranger, bei dem wir uns registrierten, fragte uns nach Medikamenten gegen Erkältung. Wir gaben ihm zwei Aspirin. Der Nachmittag war schon weit fortgeschritten, und das Licht wurde immer wärmer und schöner. Da wir noch keine richtige Mittagspause gemacht hatten, hielten wir am Straßenrand und picknickten gleich an Ort und Stelle. Außer uns war hier weit und breit niemand unterwegs, der unseren Motorhaubensnack hätte einstauben können.
Frisch gestärkt ging es schon bald weiter durch rot-braune Steinwüste mit kaum nennenswerter Vegetation. Wie wir uns noch so oft in diesem Urlaub wunderten, tauchte die Frage auf, wovon sich die armen Tiere an solch einem Ort wohl ernähren sollten. Soweit das Auge reichte, war für diese Giraffe kein leckeres Akazienblättchen zu entdecken. Sie wusste es offenbar oder hoffentlich besser, warf uns nur einen kurzen Blick zu, als wir vorüberfuhren und setzte dann unbeirrt ihren Weg fort.
Dasselbe taten wir auch, denn wir hatten noch ein ganzes Stück bis Palmwag vor uns. Obwohl es immer später wurde, hetzten wir uns nicht, sondern tuckerten zügig über die leicht kurvige, aber gute Gravelpad hügelauf und hügelab. An einem etwas erhöht liegenden Aussichtspunkt vertraten wir uns noch ein wenig die Beine. Es blies ein ordentlicher Wind, und wir sahen die ersten Schildraben des Urlaubs.
Obwohl es hier sehr schön war, hielten wir uns nicht lange auf, denn wir wollten Bele und Matthias nicht so lange warten lassen und freuten uns auf unseren ersten gemeinsamen Abend. Ein Stück weiter kreuzten zwei Schakale unseren Weg, und ein Pärchen Rüppellstrappen schimpfte lautstark mit dem für sie typisch quakenden Ruf mit uns, als wir anhielten, um sie zu fotografieren.
Kurz nach 18.00 Uhr erreichten wir Palmwag, passierten den Veterinärzaun und hielten an der Tankstelle. Da gerade der Tanklaster seine Ladung umpumpte, schlug man uns vor, morgen früh wieder zu kommen. An der Rezeption checkten wir bei einer pfiffigen und gut gelaunten Angestellten ein und trafen Bele und Matthias pünktlich zum Sundowner auf Campsite Nummer 4.
Als Welcome-Drink wurde uns von Matthias auch sogleich ein Gin Tonic gereicht. Was für ein netter Empfang! Unsere beiden Mitreisenden waren bereits früh eingetroffen. Wir freuten uns sehr, sie zu sehen. Abgesehen von einigen Schwierigkeiten mit der Deutschen Bahn hatte ihre Anreise gut geklappt. Noch ganz das eingespielte Team vom letzten Urlaub machte Uwe Feuer, und Ruth würzte die Eland-Steaks. Dazu hatte Bele einen gemischten Salat gemacht, und wir legten noch Brötchen und Brot auf den Grill. Wir berichteten von unserer bisherigen Reise. Aber da der Tag recht lang und anstrengend gewesen war, blieben wir nicht lange sitzen, sondern spülten und machten uns für die Nacht bereit. Bevor wir ins Zelt krabbelten, sahen wir noch ein paar Sternschnuppen am wolkenlosen Nachthimmel, den wir morgen für uns alleine haben werden. Auf dem Campingplatz von Palmwag ist es doch recht voll und ein bisschen zu rummelig.
Champagner8’819 Beiträge · seit 201017. Mai 2020 ·
Sodele, jetzt haben wir uns also endlich getroffen 😄 ! Passend dazu habe ich mir eben einen Gin Tonic gemixt 😉 .
@ Matthias: was moinsch - wir können doch immer noch echt froh über das Wetter sein, das wir bei unserer Fahrt an der Skeleton Coast hatten, oder? So grau wie bei den Muckels hätte mir das nicht gefallen! 🤢
Uwe, hier kommen mir schon die ersten Zweifel an meinem Erinnerungsvermögen - du schreibst:
Ruth würzte die Eland-Steaks
Ich schrieb:
Die Oryx-Steaks sind auch schon aufgetaut.
🤨 🤨 🤨
Allerdings hattest du tatsächlich noch am Morgen aus Swakopmund geschrieben, dass wir für euch Eland auftauen sollen (ich hab eben nachgeschaut 😉 ). Entweder haben wir aus dem Süden unser eigenes Süppchen gekocht, bzw. Fleischchen gebraten, oder ich hab's mir - wie so vieles 🙄 - einfach nicht richtig gemerkt.
Zum Glück lieferst du ab jetzt endlich die richtigen Informationen - auch die Sternschnuppen hatte ich total vergessen. Danke für die schöne Erinnerung 😘
Und jetzt freu' ich mich wie narrisch auf unsere Zeit in der Einsamkeit des Kaokovelds!
Bis dahin liebe Grüße und einen schönen Restsonntag!