kalacheeThemenstarter1’061 Beiträge · seit 200612. Apr. 2020 ·
Montag, 7. Januar 2019 Windhoek
Die Business Class-Kabine in der Boeing 787-8 Dreamliner (A7-BCW)
Namibia begrüsst uns mit gut 30° C und strahlendem Sonnenschein, nur ein paar Dekowölkchen zieren den Himmel. Normalerweise finde ich das in einem Reisebericht nun wirklich nicht besonders erwähnenswert und es ist uns meistens auch scheissegal, aber als Business Class-Kunde kann man natürlich auch als erstes Aussteigen und so sind wir zuvorderst dabei am Immigration-Schalter. Ratzfatz sind wir durch, das Gepäck kommt, weil es ja ein kleiner Flughafen ist, auch ziemlich bald und der Fahrer von Safari Car Rental steht schon am Ausgang. Wir müssen noch auf andere Gäste warten und wie sich dann herausstellt, sind es dieselben beiden, ein Paar aus der Schweiz, die wir schon in Zürich und in Doha am Gate getroffen haben.
Die Fahrt zum Depot von SCR ist sehr kurzweilig, der Fahrer plaudert und erklärt den beiden anderen die «Does» und «Don’ts», an die man sich in Namibia so halten soll, und schon sind wir da. Kimi nimmt uns in Empfang und erinnert sich an uns. Der Papierkram ist schnell erledigt und die Einweisung erfolgt mit demselben Mitarbeiter (Rudolph) wie schon letztes Mal. Wir flachsen rum, während wir uns alles zeigen lassen. Der Toyota Hilux 2.8 GD-6 ist so gut wie brandneu und hat erst 9.728km auf der Uhr, ein Supergerät, so dass wir bestens (aus)gerüstet sind für neue Abenteuer in der Kalahari.
Bei der Autoübergabe im Depot von SCR mit Rudolph. Yebo! (Der Truck im Hintergrund gehört glaubs dem Chef und wird leider nicht vermietet...)
Nach einer kurzen Fahrt hinein nach Klein-Windhoek steuern wir auf den Hof vom Palmquell Hotel, wo die gute alte Frau Pfaffenthaler wie immer in Ihrem Rezeptions-Kabäuschen hockt und sich sichtlich freut, uns wieder zu sehen.
Wir bringen nur rasch unser Gepäck auf das Zimmer, ziehen die Schuhe aus und kurze Hosen an, holen die Flipflops raus und machen uns auf zum Grosseinkauf. Die Maerua Mall und der Superspar gegenüber sind sehr nah, man muss praktischerweise nur die Jan Jonker Rd von Klein-Windhoek in Richtung Innenstadt bis zur ersten grossen Kreuzung runterfahren und schon sind wir da. Fast NAD 6.300,00 wechseln den Besitzer, als wir den vollgefüllten Einkaufswagen bei der Dame an der Kasse aufs Band legen. Die Einpacker-Jungs sind sehr hilfsbereit und organisieren uns Kartons und Gemüsekisten.
Obenauf liegt die lange Einkaufsliste, darunter das Ergebnis aus ebendieser. Was da so alles «benötigt» wird auf so einer Safari...
Als wir zurück sind, ist es schon fast halb 5 Uhr und inzwischen ist auch die Fleischlieferung von der Klein-Windhoek Schlachterei im Hotel eingetroffen.
Sagen wir es mal so; wir sind beide nicht so die Zahlenmenschen und es ist obendrein keine gute Idee, wie auch sonst beim Einkaufen, die Bestellung im Internet hungrig zu machen (wir waren beide grad bei unseren Eltern zu Besuch und haben es vor dem Abendessen gemacht...). Aber keine Sorge, es wurde nichts weggeschmissen. 😛 Top Service von der KWS und noch viel besseres Fleisch - absolute 1A-Qualität! Würden wir jederzeit wieder machen.
Wir fahren nochmals runter zur Engen Tankstelle auf der Suche nach Eis für die Coolbox und Spannsets. Wo wir schon hier sind, lassen wir den Doppeltank mit 170l Fassungsvermögen gleich auffüllen, aber das Eis ist gerade alle und auch die Spanngurten lassen sich hier nicht finden. Gegenüber bei Shell können wir wenigstens die Kühlbox mit gefrorenem Wasser versorgen, aber morgen früh müssen wir also nochmals in die Stadt zum Cymot/ Midas.
Sortieren, verstauen und einräumen der ganzen Einkäufe. Ich weiss nicht mehr, von wem genau - ich denke, es müssten die Eulenmuckels gewesen sein -, haben wir den Tipp mit den Gemüsekisten/ Kartonkisten aufgeschnappt und in die Pack-/ Checkliste geschrieben. Das war absolut Gold wert und ist jetzt definitiv im Standardrepertoire. Eignet sich bestens, nicht verderbliche Lebensmittel und anderen Kram schön einzusortieren und immerzu griffbereit zu haben, gerade auch bei den kleineren Pausen zwischendurch auf den Picknickplätzen im KTP.
Und nach dem Einräumen im Canopy schaut das Ganze dann schon nicht mehr so schlimm aus.
Zurück im Hotel räumen wir alles um und ein, bis um halb 7 Uhr auch schon Willi, unser Freund aus Windhoek, die bei ihm eingelagerten Sachen von uns vorbei bringt und uns abholt zum Essen im Restaurant Caprice *. Er ist mit dem neuen Geschäftsführer befreundet und dieser lässt uns extragrosse Sirloin Steaks schneiden. Zur Vorspeise gibt es einen erfrischenden Frühlingssalat, als Dessert kredenzen wir uns eine echt leckere Panna Cotta.
Wir spüren aber die lange Reise und den anstrengenden Einkaufsmarathon in unseren Knochen und so sind wir schon kurz nach 9 Uhr zurück im Hotel. Todmüde plumpsen wir ins Bett und fallen praktisch sofort in einen komatösen Schlaf.
kalacheeThemenstarter1’061 Beiträge · seit 200612. Apr. 2020 ·
Hoi Katrin
Sadie schrieb:Auch ich fahre gerne mit Sam und Beenie nach Afrika. Lustig wie du alles beschreibst und ihr wie 5 jährige an ALLEM Freude habt. Das ist völlig ansteckend. Ich bin gespannt auf eure Abenteuer und hoffe du schaust auch mal in meinen Antarktis Bericht rein. Er läuft simultan auf dem Kanal “Weitere Länder” Tschou zäme! Es Grüssli vom heisse Florida schickt nech Katrin.
Schön, bist du auch dabei! Und vielen Dank für das nette Kompliment. Das war wirklich mal ein Erlebnis und was man so liest, ist die Business von QR wohl eine der besten der Welt. Es war wirklich cool und weil wir so viel Freude an allem hatten, haben glaube ich auch die Crewmitgleider Freude an uns gehabt. Wie man auf dem Foto sieht, waren auch nur etwa ein Drittel der Plätze belegt und deshalb das Upgrade-Angebot wohl auch so günstig.
Eulenmuckel schrieb:soso, mit der Businessclass reisen die Herren. Seid ihr jetzt für alle Zeiten versaut und fliegt nie wieder hinten mit? Ich denke, man könnte sich dran gewöhnen. Ich finde es auch schön, bereits früh am Flughafen zu sein. Denn dann fängt der Urlaub einfach schon etwas früher an.
😄 Wir waren natürlich schon angefixt und haben dann einen Tag vor dem Rückflug natürlich gleich wieder nach einem Upgrade geschaut. 😛 Aber es war uns dann doch zu teuer. Das ist jetzt definitiv nicht etwas, was wir uns normalerweise leisten können und von daher war das sicher eher etwas einmaliges. Man wird uns also auch künftig wieder hinten antreffen und bis es ein kostenloses Upgrade mit den gesammelten Meilen gibt, müssen wir noch etliche Male nach Namibia fliegen (was ja jetzt auch nicht sooo daneben ist...).
Der QR-Flug landet jeweils erst um 10:40 Uhr in WDH. Mit Autoübernahme und Grosseinkauf ist da der erste Urlaubstag dann schon ziemlich ausgefüllt, wie dem neuen Kapitel jetzt ja auch zu entnehmen ist.
Champagner8’791 Beiträge · seit 201013. Apr. 2020 ·
Guten Morgen Ihr zwei Businessclass-Luxusschnäggla 😄 ,
man gönnt sich ja sonst nix 😉 - und ich habe eure Freude darüber richtig mitgenossen! Auch wenn ich bei meinem bisher einzigen Upgrade 2012 (damals Air Namibia) "nur" in den Genuss des Liegesitzes gekommen bin (der Rest war identisch mit Economy), habe ich das heute noch in guter Erinnerung. Sich zum Schlafen so halbwegs hinlegen zu können hat schon was.... 😐
Auch das Shoppen zusammen mit euch von der Couch aus ist sehr angenehm (ich hasse das in echt 😈 ) - zumal ich mit dem Foto von eurem Einkaufswagen nun einen unerwarteten Trumpf in der Hand habe 😎 , wenn die leidige Diskussion mit Matthias um die Anzahl der benötigten Küchenrollen irgendwann mal wieder losgeht. Dieser Blick von ihm, wenn ich gegen seinen Willen einen 4er-Pack in den Wagen lege 🤩 😣 🤢 . (Oder waren es immer nur 2er-Packs und ich habe von 4er-Packs geträumt? 😕 )
Und natürlich habe ich mich über diesen Satz seeeehr gefreut 😘 .....
kalachee schrieb: Für dich, liebe Bele, ist so oder so schon ein Ehrenplatz reserviert am Campfire. 😘
....und ich verspreche euch, dass ich jedes einzelne Campfire in eurem Bericht in vollen Zügen genießen werde 🙂 !
kalacheeThemenstarter1’061 Beiträge · seit 200613. Apr. 2020 ·
Guten Morgen liebe Bele
Champagner schrieb: Auch das Shoppen zusammen mit euch von der Couch aus ist sehr angenehm (ich hasse das in echt 😈 ) - zumal ich mit dem Foto von eurem Einkaufswagen nun einen unerwarteten Trumpf in der Hand habe 😎 , wenn die leidige Diskussion mit Matthias um die Anzahl der benötigten Küchenrollen irgendwann mal wieder losgeht. Dieser Blick von ihm, wenn ich gegen seinen Willen einen 4er-Pack in den Wagen lege 🤩 😣 🤢 . (Oder waren es immer nur 2er-Packs und ich habe von 4er-Packs geträumt? 😕 )
Also ganz grundsätzlich mag ich einkaufen auch überhaupt nicht und schon gar nicht das «Lädele», wie man bei uns sagt, also die klassische Shopping-Tour. Wenn es auf Safari geht, sieht das schon etwas anders aus. Ich freue mich da jeweils drauf, weil das ist natürlich so das ultimative Zeichen, das es jetzt richtig losgeht und ich mag die grossen, namibischen Supermärkte, von Regal zu Regal schlendern und Unmengen an Essen und Material in den Einkaufswagen zu legen.
Und für künftige Diskussionen mit Matte: ich finde auch, dass man nie genug an Küchenrollen dabei haben kann! 😁
Champagner schrieb:...und ich verspreche euch, dass ich jedes einzelne Campfire in eurem Bericht in vollen Zügen genießen werde 🙂 !
Ich hoffe, Ihr entzündet bald das erste 🙂 .
Jep, das nächste Kapitel nehme ich jetzt gerade in Angriff und «am Abend» gibt es das erste Campfire. Hol dir also schon mal einen Campingstuhl.
Ich liebe solche Bilder. Es wird Zeit, dass das endlich auf den Grill kommt. Das Fleisch von Wolfgang ist alleine schon ein guter Grund für eine Reise nach Windhoek.
also.....Euer Einkaufswagen sieht nie und nimmer nach 6000 R aus.......mit sehr viiiiel Goodwill
vielleicht 3000 R.......(Frischfleisch, Safran und Spirituosen sind ja eh extra 😄 )......
ich nehme an Du verschweigst uns die beiden zusätzlichen Einkaufswagen....... 😄
lg.....................BMW
kalacheeThemenstarter1’061 Beiträge · seit 200613. Apr. 2020 ·
Kapitel 2 Endlich auf Pad und die ersten Eindrücke
Dienstag, 8. Januar 2019 Windhoek - Kalahari Transfrontier Park (Mata Mata Restcamp)
Morgens um 4 Uhr werde ich wach und plötzlich fällt mir ein, dass wir die Reservationsunterlagen (Vouchers) von Bwana Tucke Tucke gar nicht erhalten haben. Diese hätten nämlich gestern bei uns im Hotel abgegeben werden sollen.
Um 6 Uhr stehen wir auf und richten noch unsere Fahrgastkabine ein mit dem Zeugs, das wir so brauchen für unterwegs. Gegen 7 Uhr versuchen wir mit Hilfe von Frau Pfaffenthaler, Carsten Möhle zu erreichen, was dann auch bald schon klappt. Er will schauen, was da los ist und will sich nachher nochmals melden. Derweil gehen wir schon mal zum Frühstück, das man im wunderschönen Garten unter Palmen geniessen kann.
Unser vierter Aufenthalt insgesamt im Palmquell. Der schöne Garten alleine ist der Aufenthalt schon wert und das Frühstück wird jeweils an den hier auf dem Foto sichtbaren Tischen im Hintergrund serviert. Birder können hier schon auf Betriebstemperatur kommen, die Kapturteltauben sind natürlich schon zu hören und dieses Mal haben wir sogar auch Lovebirds entdeckt.
Dann kommt tatsächlich schon bald die SMS, dass er unterwegs sei. Wir machen uns reisefertig und Carsten mit seinem legendären Land Rover tuckert auf den Hof. So können wir gar nicht mal so viel später als vorgesehen los, halten noch kurz beim Cymot (für die Spannsets und eine Dose unverzichtbares WD40 😄 ) und um 08:55 Uhr sind wir definitiv auf Pad.
Zuerst geht es auf der B1 südwärts bis kurz vor Mariental und dann ostwärts nach Stampriet alles auf Teer und schön flüssig bei 120km/h mit Tempomat praktisch ohne Verkehr. An der Tanke in diesem Kaff mitten im Nirgendwo lassen wir den Reifendruck absenken, denn jetzt biegen wir ein in die C15 auf die Schotterpiste und ziehen praktisch ohne Pausen durch. Der Grenzposten in Mata Mata schliesst schon um 16:30 Uhr und so sind wir halt etwas unter Zugzwang. Das wussten wir aber und ist für uns bei solchen Überbrückungsetappen auch völlig in Ordnung. Aus dem Autofenster nimmt man die schöne Landschaft im Auobtal ja trotzdem wahr. Als wir für eine kurze Pause aus dem Auto steigen, werden wir von der Hitze beinahe erschlagen. Aber wir hören zum ersten Mal so richtig die Geräusche der Natur, Zikaden zetern, Vögel zwitschern, ein heisser Wind lässt die Äste der Bäume und das spärliche Gras sanft hin und her wogen. Ich schliesse die Augen, sauge es tief in mich auf und mit einem tiefen Seufzer der Zufriedenheit geht es hurtig zurück ins klimatisierte Auto.
Einschub: jetzt beim nochmaligen Sichten und Aufbereiten der Fotos fällt mir auf, dass ich am ersten Tag noch sehr fotofaul gewesen bin. Von der Fahrt nach Mata Mata habe ich kein einziges Bild geschossen (wir haben nur ein paar Videos mit der Gopro gemacht). Wie gesagt mussten wir uns etwas ranhalten und daher haben wir fast keine Pausen gemacht. Was aber natürlich nicht heissen soll, dass die Fahrt durch das Auobtal nicht schön wäre...
Um 15:50 erreichen wir den Grenzposten und weil natürlich absolut niemand sonst da ist, sind wir in weniger als fünf Minuten durch. Selbst der südafrikanische Polizist will sich nicht mehr als nötig aus seinem klimatisierten Office bewegen und kommt nach Erledigung der Papiere nur rasch raus, um uns den Schlagbaum zu öffnen. Die sonst obligate Frage nach dem Feuerholz - es ist verboten, welches aus Namibia einzuführen - bleibt aus.
Die Campsite von Mata Mata ist heute sehr gut belegt und die besten Stellplätze bei den grossen Schattenbäumen sind alle schon weg. So müssen wir mit einer Site etwas näher zur Tankstelle vorlieb nehmen, die auch sehr nah an den anderen liegt. Wir bauen kurz die Zelte auf und machen uns dann noch auf zu einem ersten kleinen Gamedrive. Endlich wieder zuhause!
Dieses Bild würde ich normalerweise niemals auswählen, um es in einem Reisebericht zu zeigen. Es ist aber das allererste, das ich auf diesem ersten Gamedrive gemacht habe und damit es hier nicht ganz so fotoarm bleibt, erhält dieser Springbock einen Ehrenplatz. Und was mir auch beim zweiten Blick aufgefallen ist; er hat sogar einen kleinen Passagier auf dem Gesicht.
Es ist äusserst trocken hier und das Gras ist, anders als in anderen Jahren, noch ganz Gelb und ziemlich kurz. Es hat sehr wenig Wild, wie uns schnell auffällt. Wir fahren bis zum «Craig Lockhart»-Wasserloch und wieder zurück. Ein paar Schakale, Springböcke, Gnus, im ein und demselben Baum zwei Cape Eagle-Owl und eineSpotted Eagle-Owl, den ersten Pale Chanting Goshawk mit Riss am Boden bekommen wir zum Auftakt zu sehen.
Die schöne Spotted Eagle-Owl und...
... der etwas verstrubbelt dreinschauende Nachwus verbringen den Tag im Schatten
Der erste «PCG» (oder auch «Kalahari Chicken») für dieses Jahr und das gleich mit einem Riss! Sehr schwierige Lichtverhältnisse mit der grellen Sonne und dem Schatten. Musste stark aufgehellt werden. Was ist der Riss? Borstenhörnchen?
Das Licht ist fantastisch, die Kalaharidünen leuchten Rot und das goldgelben schimmernde Gras wiegt sich im leichten Wind. Wir sind froh und zufrieden, aber langsam auch sehr hungrig.
Zurück im Camp kaufen wir uns im kleinen Shop noch neues Eis und zwei kalte Ginger Beer. Der Mitarbeiter fragt, ob wir die Löwen gesehen hätten, da seien welche gleich hier beim Camp vorbeigelaufen. Auf der Campsite dann macht uns eine Nachbarin darauf aufmerksam, dass diese grad vorhin am Wasserloch gewesen wären, jetzt aber hinten im Gebüsch verschwunden sind. Nach dem Eindunkeln kommen sie dann tatsächlich zurück, es sind zwei Erwachsene (Männchen und Weibchen) und zwei noch ziemlich kleine Jungtiere.
Wir grillen uns herrliche Chickenwings an einer Peri Peri-Marinade, dazu einen leckeren Safranrisotto *. Als Vorspeise und zum überbrücken des ärgsten Hungers einen Salat aus Gurken, Peperoni, Zwiebeln und Feta.
* Den Safran und Risottoreis haben wir von zuhause mitgebracht. 😄
Bis wir schliesslich essen, ist es schon fast 21:30 Uhr und gleich danach schleichen wir direkt in unsere Zelte. Schon nach zwei oder drei Minuten höre ich nebenan aus Beenie’s Zelt leises Schnarchen.
Hoi Ihr Leckermäuler 😉 was könnt Ihr denn besonders aus Eurer Schlachterei-Box empfehlen? Möchte für Dezember auch was vorbestellen. Danke für den Bericht. LG Mari
Hallo Beenie, hallo Sam, KTP - Ein schmeichelnder Ruf, ein verführerisches Locken..... Ich gebe mich geschlagen und erliege der Versuchung - ich bin dabei. Auch mit nur wenig „spektakulären“ Tiersichtungen übt die Kalahari einen unerklärbaren Reiz auf mich aus. Ich folge euch gerne in meine Heimat des Herzens und freue mich in diesen Zeiten unbändig, zu euch ans Lagerfeuer eingeladen zu sein. Wir haben für November ebenfalls Buchungen für den KTP, inklusive der Mabuasehube Section. Fingers Crossing!! Ich freue mich auf eure Erlebnisse.
LG Kitty
fotomatte2’524 Beiträge · seit 200913. Apr. 2020 ·
Hoi Sam und Beenie, hallo Bele,
zu allererst vorneweg: es gibt im KTP keine Cape Eagle Owls ! No no. 🤢 Du hast einen Alt- und einen Jungvogel Spotted Eagle Owl erwischt, deshalb auch nicht verwunderlich, dass die im selben Baum hocken.
Und dann: mir war schon immer, auch in Vor-Corona-Zeiten klar, dass das Horten von Klopapier und Küchenrollen nicht gut ist. 😈 Nun nennt man es Hamstern- ich zieh mir diesen Schuh nicht an... 😛 🙂 Macht ihr ma´ruhig.
kalacheeThemenstarter1’061 Beiträge · seit 200613. Apr. 2020 ·
Mittwoch, 9. Januar 2019 Kalahari Transfrontier Park (Mata Mata Restcamp)
Ab heute, könnte man sagen, beginnen unsere Ferien so richtig. Um 5 Uhr - und sowas nennt ihr Urlaub!? - klingelt der Wecker. Hoch motiviert springen wir kurz darauf auf, brühen Kaffee für unsere neuen Thermosbecher und pünktlich zur Toröffnung um 6:30 Uhr sind wir startklar.
Ein herrlicher Tag kündigt sich an im fahlen, grauen Dämmerlicht.
Wieder fällt uns auf, wie wenig Wild momentan zugegen ist. Springböcke, Gnus, nach einer Weile auch die ersten wenigen Oryx, ein paar Giraffen zeigen sich.
Einer der ersten von unzähligen Schabrackenschakalen dieses Urlaubs...
Ein bisschen Kalahari-Kitsch gefällig? Giraffen ziehen im so herrlichen Morgenlicht gen Wasserloch.
Als wir mal ein paar Minuten stehen bleiben, lassen sich diese beiden Kapkrähen auf der Motorhaube von unserem Bakkie nieder. Wir ärgern sie ein bisschen mit dem Cashewkern auf der Gopro und beobachten, wie sie das vermeintliche Futter entdecken und erreichen wollen.
Red-headed Finch (f)
White-browed Sparrow-weaver
Der Kalahari Transfrontier Park ist unter anderem auch für seine ausserordentlich hohe Dichte an Greifvögeln bekannt. Jetzt sehen wir so gut wie keine, was doch eher ungewöhnlich ist. Beim «Kamqua»-Picknickplatz machen wir Pause und essen Cornflakes und die restlichen, kalten Pouletflügeli.
Beim Zurückfahren machen uns andere Besucher auf eine Wildkatze in einer grossen Akazie aufmerksam. Mein Bruder sieht sie noch grad knapp von einem höher gelegenen Ast runterflitzen, dann verzieht sie sich ins dichte Gestrüpp knapp über Boden. Sehr gut versteckt ist sie dort und beim blossen Vorbeifahren, und sei es noch so langsam, hätten wir sie so niemals entdeckt.
Gut verstecktes Kätzchen
Etwas weiter erspähe ich noch aus eigentlich völlig unmöglicher Position zwei Spotted Eagle Owl in einem Baum. Doch mit der Zeit wird das Auge einfach immer besser geschult und man erkennt Tiere auch an Silhoutten, die nicht so recht zur Umgebung passen wollen.
Keine Eule, aber dafür eine schöne Gabelrake / Lilac-breasted Roller ausnahmsweise mal einigermassen auf Augenhöhe
Aber hier guckt dafür eine Southern White-faced Owl (Weissgesichtsohreule) aus dem Geäst
Fast sieben Stunden unterwegs sind wir für die 115km. So kommen wir erst am späteren Mittag zurück und nach einem leichten Mittagessen aus Knäckebrot, Peperoni, Gurken, Jalapeños und Käse spannen wir ein erstes Mal unsere Hängematten auf. Lesen und etwas Dösen ist angesagt. Später machen wir noch eine Partie Rommée und wollen uns dann für einen kurzen Nachmittagsdrive parat machen, stellen aber fest, dass der Reifen hinten links recht viel Luft verloren hat. Wir fahren hoch zur Tankstelle und pumpen dort erstmal wieder auf. Sofort eilt uns der Tankwart zu Hilfe und will mit etwas Wasser prüfen, ob es irgendwo ein Loch hat. Das wird dann auch bald gefunden und er bietet uns an, es gleich hier zu flicken. Das dauert dann so seine Zeit und wir beschliessen, doch nicht mehr rauszufahren. Ich gebe ihm 50 Rand und er ist total happy.
Während wir so warten, sehe ich zwei Mitarbeiterinnen, wie sie in den grossen Baum neben dem Shop gucken und auf etwas zeigen. Da schaue ich doch mal nach und tatsächlich hocken zwei schöne Perlkäuze (Pearl-spotted Owlet) im Geäst.
So sind wir also früh zurück auf der Campsite und bereiten uns ein schönes Abendmahl zu: es gibt riesige T-Bone Steaks, dazu Folienkartoffeln und gedämpftes Gemüse.
Bis wir gegessen haben, ist dann auch schon wieder Buschmitternacht (21 Uhr) und wir verziehen uns zum Lesen in die Zelte.
Tageshöchsttemperatur: 37° C Gamedrive #2: 115,9km
kalacheeThemenstarter1’061 Beiträge · seit 200613. Apr. 2020 ·
Beenie schrieb:Sirlion Steak. T-Bone und jegliches Game. Eigentlich alles bis auf das Beefstew Fleisch, das war zäh wie n'Autoreifen 🤪
Genau! Speziell erwähnen möchte ich wirklich das absolut herausragende Kudu-Fleisch. Wir hatten Lendensteaks bestellt, die waren sagenhaft. Und das sage ich als jemand, der jetzt nicht sooo sehr auf Wild steht. Werde bei den einzelnen Menüs dann noch drauf eingehen. 😁
Und ja, das Rindfleisch ist wirklich vom allerbesten. Die Steaks waren allesamt bester Qualität und davon hatten wir eine Menge. 🙂
Hallo Kitty
kitty191 schrieb:Hallo Beenie, hallo Sam, KTP - Ein schmeichelnder Ruf, ein verführerisches Locken..... Ich gebe mich geschlagen und erliege der Versuchung - ich bin dabei. Auch mit nur wenig „spektakulären“ Tiersichtungen übt die Kalahari einen unerklärbaren Reiz auf mich aus. Ich folge euch gerne in meine Heimat des Herzens und freue mich in diesen Zeiten unbändig, zu euch ans Lagerfeuer eingeladen zu sein. Wir haben für November ebenfalls Buchungen für den KTP, inklusive der Mabuasehube Section. Fingers Crossing!! Ich freue mich auf eure Erlebnisse.
Wie schön du das schreibst! Vielen lieben Dank! 🙂
Also wir sind dann zuerst dran mit der Mabua im Oktober (24. - 25.10.). 🙂 Ich kann ja dann berichten... Wir machen uns mal noch keinen Stress und beurteilen dann mal so im Juni oder so, wie die Lage ist.
Lieber Matthias
fotomatte schrieb:zu allererst vorneweg: es gibt im KTP keine Cape Eagle Owls ! No no. 🤢 Du hast einen Alt- und einen Jungvogel Spotted Eagle Owl erwischt, deshalb auch nicht verwunderlich, dass die im selben Baum hocken.
😕 😕 😕 Was für ein miserabler Auftakt für uns Möchtegern-Birder. Da wurden wir jetzt aber grad so ziemlich in den Senkel gestellt. 😄 Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit!
Beenie will dann noch auf seiner Sasol App prüfen, ob die Jungvögel wenigstens da abgebildet werden. In meinem Buch (auch Sasol), das ich hier habe, ist das jedenfalls nicht so. Aber ja, so hat das natürlich auch absolut seinen Sinn, dass die beiden im selben Baum hocken. 😗
Beenie schrieb:Sirlion Steak. T-Bone und jegliches Game. Eigentlich alles bis auf das Beefstew Fleisch, das war zäh wie n'Autoreifen 🤪
Genau! Speziell erwähnen möchte ich wirklich das absolut herausragende Kudu-Fleisch. Wir hatten Lendensteaks bestellt, die waren sagenhaft. Und das sage ich als jemand, der jetzt nicht sooo sehr auf Wild steht. Werde bei den einzelnen Menüs dann noch drauf eingehen. 😁
Und ja, das Rindfleisch ist wirklich vom allerbesten. Die Steaks waren allesamt bester Qualität und davon hatten wir eine Menge. 🙂
Liebe Grüsse Sam
Hallo Sam u. Beenie, danke Euch. O.k. ich bestell mal dann Sirloin, T-Bone u. Kudu vor... das tönt gut. LG u. bis bald, Mari
Hach, wie ich die Kalahari liebe... 😘 Einfach unglaublich schön! Auf die Kapkrähen am 13. Borehole freuen wir uns auch immer sehr. Die haben wir richtig ins Herz geschlossen und man hat immer Spass mit den Beiden 😉
Dein Thick-billed Weaver ist ein weibl. Rotkopfamadine (Red-headed Finch), hätte ich gesagt. Der White-browed Sparrow-Weaver ist absolut korrekt 🙂 Und die Eule auf dem hammer Foto am Ende ist eine Southern White-faced Owl. Wunderschön!
fotomatte2’524 Beiträge · seit 200914. Apr. 2020 ·
Hallo Sam,
die Vögel hat dir ja Stefanie schon benamst. Beim Lesen hatte ich gestutzt, denn den Thick-billed Weaver gibt´s nur in Gegenden mit permanentem Wasser ( etwa im Caprivi ), also nicht wirklich im staubtrockenen KTP. Das Foto der Weissgesichtsohreule ist herzallerliebst.
kalacheeThemenstarter1’061 Beiträge · seit 200614. Apr. 2020 ·
Guten Morgen ihr Experten 🙂
@Zugvogel schrieb:Hach, wie ich die Kalahari liebe... 😘 Einfach unglaublich schön! Auf die Kapkrähen am 13. Borehole freuen wir uns auch immer sehr. Die haben wir richtig ins Herz geschlossen und man hat immer Spass mit den Beiden 😉
Dein Thick-billed Weaver ist ein weibl. Rotkopfamadine (Red-headed Finch), hätte ich gesagt. Der White-browed Sparrow-Weaver ist absolut korrekt 🙂 Und die Eule auf dem hammer Foto am Ende ist eine Southern White-faced Owl. Wunderschön!
Stimmt. Irgendwo habe ich auch grad kürzlich ein Foto mit den Krähen auf einem Auto gesehen. War das sogar bei euch im Bericht? Dann scheinen die ja durchaus bekannt zu sein dort. Und du bist gut! Als ich gestern das Foto aufbereitet habe, habe ich mir noch so gedacht; ah, das schaut so nach 13. oder 14. Borehole aus. 🙂
Und herzlichen Dank für die Vogelbestimmungen! Ergibt alles Sinn. Merci!
fotomatte schrieb:die Vögel hat dir ja Stefanie schon benamst. Beim Lesen hatte ich gestutzt, denn den Thick-billed Weaver gibt´s nur in Gegenden mit permanentem Wasser ( etwa im Caprivi ), also nicht wirklich im staubtrockenen KTP. Das Foto der Weissgesichtsohreule ist herzallerliebst.
Vielen Dank auch dir. Habe die Bezeichnungen im Bericht jetzt noch überall korrigiert und unsere Sichtungsliste aufdatiert. Ich ärgere mich wirklich sehr über den Eulen-Lapsus, vor allem, dass wir das mit dem Verbreitungsgebiet schon mal gar nicht gecheckt haben. 😠
An dem Foto mit der Weissgesichtsohreule habe ich auch sehr viel Freude! Das ist richtig gelungen.
fotomatte2’524 Beiträge · seit 200914. Apr. 2020 ·
Hallo Sam,
es gibt überhaupt keinen Grund, sich zu ärgern, denn der Lapsus mit der Cape Eagle Owl ist auch SANPark in ihrer offiziellen KTP-Broschüre unterlaufen ( und es ist nicht der Einzige ). Tatsächlich ist es eine sehr gute Idee, sowohl auf die Verbreitungskarten zu achten wie auch auf die eigene Reisezeit, ob die potentiell verdächtigen Tiere dann überhaupt da sein können.
Also, gräm dich nicht. Aus eigenen Fehlern lerne ich am Nachhaltigsten... 😗 😎